Die Revolution von 1848 I musstewissen Geschichte MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=cOliGpu0H3U Transkript (automatisch erstellt) 0:00 In diesem Video beschäftigen wir uns mit dem Ausbruch der Revolution von 1848. Welche Forderungen die Bürger aufstellen, 0:07 wie die Fürsten reagieren und womit die Revolutionäre Erfolg haben. 0:11 Eben alles, was du wissen musst, jetzt. Wie sich die Revolution anbahnt, welche Gründe es für ihren Ausbruch gibt, 0:22 dazu habe ich schon ein Video gemacht. Das findet ihr, wenn ihr oben auf das "i" klickt. 0:26 Lege ich euch natürlich wärmstens ans Herz. Der Anstoß für diese Revolution, der kommt aus Paris. 0:31 Dort gibt es im Februar 1848 Proteste gegen den König, der ja nach Napoleons Sturz wieder auf den Thron gesetzt wurde. 0:39 Nach vier Tagen Straßenkämpfen muss der König fliehen. Frankreich wird wieder eine Republik. 0:45 Und jetzt erheben sich überall in Europa die Bürger gegen ihre Herrscher. In Deutschland ist das natürlich nicht ganz so einfach wie in Frankreich. 0:53 Frankreich ist ein einheitlicher Nationalstaat mit Paris als Hauptstadt. Und in Paris spielt die Musik. 1:00 Das heißt, die Revolution kann sozusagen in Paris durchgeführt werden und der ganze Rest, der folgt nach. 1:06 Deutschland aber besteht damals aus lauter souveränen Einzelstaaten, die sich im Deutschen Bund zusammengeschlossen haben. 1:13 Es gibt keine, wenn man so will, Zentrale, sondern es gibt viele Hauptstädte. Die deutsche Revolution von 1848 rollt in Wellen über das Land. 1:23 Da erheben sich die Menschen gegen den König A und dort gegen den Fürsten B und hier auch noch gegen den Regenten C. 1:30 Also das ist wirklich verteilt. Und den Anfang, den machen die Liberalen, 1:34 also die freiheitlichen Bürger in Mannheim. Die Söhne Mannheims, okay, war vielleicht jetzt ein blöder Scherz. 1:42 Aber ein Scherz mit einem ernsten Hintergrund, denn es begehren nicht nur die Väter und Söhne und Enkel Mannheims auf, 1:48 sondern tatsächlich auch die Mütter und Töchter. Frauen sind bei der Revolution von 1848 nämlich mit von der Partie. 1:55 Manchmal auch an vorderster Front. Aber, man muss es sagen, sie schaffen es nicht, 2:00 dauerhafte Erfolge auch für sich zu erkämpfen, wie zum Beispiel das Wahlrecht. 2:04 Trotzdem, wenn ich immer wieder von den Männern erzähle, die dieses oder jenes tun, dann bitte dran denken, 2:10 dass auch die Frauen mitgemacht haben. Wie gesagt, die Bürger Mannheims 2:14 kommen in Volksversammlungen zusammen und sie stellen Forderungen auf, 2:18 die sie gegenüber der Regierung erheben wollen. Sie fordern Pressefreiheit, also ein Ende der Zensur, 2:23 damit man alles schreiben und lesen kann, was man will. Sie fordern Versammlungsfreiheit, damit man sich in Vereinen treffen kann 2:30 und auch politisch reden kann. Sie fordern, dass es keine willkürlichen Verhaftungen mehr geben soll, 2:35 keine Hausdurchsuchungen und dass man nicht einfach mehr eingesperrt wird. Deshalb sollen Gerichtsverhandlungen öffentlich stattfinden 2:42 und vor einem Schwurgericht. Sie fordern, dass das Heer auf die Verfassung vereidigt wird. 2:46 Denn dann ist die Armee dem Volk verpflichtet und nicht nur dem Herrscher. Sie fordern die Bewaffnung des Volkes, 2:52 denn die europäischen Herrscher hatten ja vereinbart, dass man sich gegenseitig hilft, wenn in einem Land eine Revolution ausbricht. 2:59 Und um gegen ausländische Heere gewappnet zu sein, will man sich bewaffnen. 3:03 Außerdem will man sich wehren können, wenn ein Fürst vielleicht doch Soldaten gegen die Bürger einsetzt. 3:09 Deshalb gründen sie Bürgerwehren. Die Bürger von Mannheim fordern ein neues Wahlgesetz, 3:15 damit wirklich alle mitwählen können. Sie fordern, dass ein gesamtdeutsches Parlament eingesetzt wird. 3:20 Eine nationale Volksvertretung. Und das bedeutet, dass Deutschland ein Staat werden soll. 3:27 Im Endeffekt bedeutet das die Abschaffung der Fürstenherrschaft. Und das Ende des Deutschen Bundes. 3:33 Außerdem fordert man auch höhere Löhne und niedrigere Lebensmittelpreise. Die Bauern wollen ein Ende des Feudalismus. 3:41 Diese ganzen Forderungen, die verbreiten sich im März 1848 in ganz Deutschland, 3:47 weshalb man sie auch die Märzforderungen nennt. In vielen Staaten machen die Herrscher tatsächlich auch Zugeständnisse. 3:53 Sie versprechen, dass Verfassungen ausgearbeitet werden und dass ein Nationalparlament einberufen werden soll. 4:00 Natürlich geht's darum, die Situation erst mal unter Kontrolle zu bringen und die Bürger zu beruhigen. 4:05 So mancher Herrscher glaubt, er kann dann erst mal, wenn er so ein bisschen nachgibt zum Schein, 4:09 später die Herrschaft wieder an sich reißen. Aber man muss sagen, auf jeden Fall ändert sich was. 4:14 Da und dort werden jetzt die bisherigen Regierungen aufgelöst und neue Minister, liberale Minister, ernannt. 4:21 Und diese Regierungen, die handeln nicht mehr als verlängerter Arm des Königs, wenn man so will, oder des Fürsten, 4:28 sondern sie tragen selbst die politische Verantwortung. In Bayern muss sogar König Ludwig I. abdanken 4:34 und die Krone an seinen Sohn übergeben. Die Revolution befindet sich im März 1848 auf dem Siegeszug. 4:41 Es sieht richtig gut aus, aber entscheidend ist natürlich, was in den beiden großen deutschen Staaten, 4:46 in Österreich und in Preußen, passiert. In Wien kommt es zu blutigen Zusammenstößen 4:51 zwischen Aufständischen und kaiserlichen Soldaten. Fürst Metternich will knallhart durchgreifen und er wird entlassen. 4:58 Der österreichische Kaiser Ferdinand I. macht den Bürgern Zugeständnisse und er tritt sogar zurück. 5:05 In Berlin verspricht der König Friedrich Wilhelm IV. auch Reformen, aber er will auf keinen Falle eine geschriebene Verfassung akzeptieren. 5:13 "Zwischen mich und mein Volk soll sich kein Blatt Papier drängen", so sagt er das und lässt Soldaten in die Stadt einrücken. 5:20 Aber als die Bürger, Studenten und Arbeiter gar keine Angst zeigen und nicht nach Hause gehen, 5:26 gibt er nach und er akzeptiert die Forderungen. Jetzt scheint die Sache auch hier gelaufen zu sein. 5:32 Tausende Menschen versammeln sich vor dem Schloss und sie feiern. Aber dann fallen Schüsse und die Menge fühlt sich verraten. 5:39 Barrikaden werden gebaut, es kommt zum Kampf. 303 Menschen werden erschossen oder sterben an ihren Verletzungen. 5:47 Da zieht der König die Soldaten zurück und am nächsten Tag verbeugt er sich vor den Särgen der Gefallenen. 5:54 Die Menschen, die vor den Palast gezogen sind, brüllen ihn an: "Hut ab!" 5:59 Und der König gehorcht und nimmt seinen Hut ab. Er erklärt außerdem, dass er sich ab sofort 6:05 an die Spitze der Bewegung stellen will. Er selbst, so sagt Friedrich Wilhelm, 6:10 er werde sich dafür einsetzen, dass es demokratische Reformen und die nationale Einheit gibt. 6:16 Aber, was er wirklich denkt, das erfahren die Menschen damals nicht. Aber wir können es heute in seinen Briefen nachlesen. 6:26 Schreibt er. Aber das weiß damals keiner und es sieht so aus, 6:29 als ob die Revolution erfolgreich wäre. In Frankfurt soll ein gesamtdeutsches Parlament zusammenkommen, 6:35 um darüber zu beraten und zu entscheiden, wie Deutschland künftig aussehen soll. 6:39 Dafür muss man erst einmal die Abgeordneten wählen. Wählen dürfen aber nur die volljährigen Männer, 6:45 also ab 24 Jahren, und zwar Männer, die selbstständig sind. Die Frauen dürfen, wie gesagt, nicht wählen, 6:52 obwohl sie genauso bei der Revolution mitgemacht haben. Insgesamt können im ganzen Deutschen Bund 6:57 wohl gut 75 Prozent der volljährigen Männer mitwählen. Das sind immerhin sehr viel mehr 7:03 als zum Beispiel bei der Französischen Revolution wählen durften. Am Ende sitzen in der Nationalversammlung 7:10 Professoren, Beamte, Juristen und Ärzte, Gutbesitzer, Kaufleute und Industrielle, ganze vier Parlamentarier sind Handwerksmeister. 7:19 Arbeiter sind gar nicht mit dabei. Man sagt auch, es wäre ein Professorenparlament. 7:24 Es liegt ein bisschen daran, dass die gesamtgesellschaftliche Rangordnung in den Dörfern und kleinen Städten natürlich durch die Revolution 7:30 nicht verändert worden ist. Die sogenannten Honoratioren, 7:34 also die angesehenen Bürger, die Beamten oder die Pfarrer, haben einfach mehr zu sagen als ein Arbeiter. 7:39 Aber egal, zum ersten Mal tritt auf jeden Fall im Mai 1848, genauer gesagt am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche 7:49 ein frei gewähltes gesamtdeutsches Parlament zusammen. Wie genau das dann abläuft, das sehen wir uns in einem andern Video an. 7:57 Wenn ihr zu diesem Video hier und zu diesem Thema noch Fragen habt, dann einfach unten in die Kommentare schreiben. 8:03 Und wenn ihr kein Video mehr verpassen wollt, dann abonniert den Kanal einfach, würde ich euch auf jeden Fall empfehlen. 8:09 Danke fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal. Untertitel für funk im Auftrag des ZDF, 2017