Menstruationszyklus - Ablauf (Hormone, Ovar, Endometrium) erklärt Einfach Medizin https://www.youtube.com/watch?v=bvMILvtjAVg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Beim Menstruationszyklus handelt es sich um ein gut koordiniertes Zusammenspiel aus verschiedenen Hormonen, den Ovarion 0:06 und auch dem Utarus. In diesem Video schauen wir uns gemeinsam an, wie der Menstruationszyklus abläuft, sowohl 0:13 welche Hormone dabei eine Rolle spielen und welche verschiedenen Phasen im Ovar ablaufen. Ebenfalls schauen wir uns an, 0:21 wie sich parallel dazu die Schleimer des Utarus, das sogenannte Endometrium verändert. Viel Spaß. 0:29 Ganz allgemein sorgt der Menstruationszyklus dafür, dass sich der Körper auf eine mögliche Befruchtung und 0:34 Schwangerschaft vorbereiten kann. Diese Prozesse beginnen ab der Pubertät und enden dann mit der Menopause. Im 0:41 Durchschnitt dauert der Menstruationszyklus etwa 28 Tage. Allerdings sind gewisse Schwankungen und 0:47 Unregelmäßigkeiten beim Menstruationszyklus keine Seltenheit und daher sind auch Zyklen zwischen 21 und 0:54 35 Tage physiologisch. Wie diese Variabilität entstehen kann, dazu später mehr. Man zählt übrigens per Definition 1:01 ab dem ersten Tag der Menstruationsblutung. Das ist dann unser erster Zyklustag. 1:08 Gesteuert wird der Menstruationszyklus durch ein Zusammenspiel aus dem Hypothalamus, der Hypophyse, beide 1:14 Strukturen sind hier einmal markiert und den Ovarium. Ganz vereinfacht betrachtet schüttet der Hypothalamus in 1:21 pulsierenden Abständen das Hormon Gnrh, das Gonadotropin Releasing Hormon aus, welches in der Hypophyse, genauer gesagt 1:29 in der Adenohypophyse, die Freisetzung der beiden Hormone FSH und LH anregt. Die Abkürzung FSH steht hierbei für das 1:37 folikelstimulierende Hormon und LH für das gluteinisierende Hormon. Diese wirken nun auf die Ovarien, wo sie den 1:45 Reifungsprozess der Eizellen und die weitere Hormonproduktion steuern. Wie wir bereits am Anfang gesehen haben, 1:53 haben wir zeitgleich sowohl zyklische Veränderungen in den Ovarien als auch im Bereich des Uterus, genauer gesagt dem 2:00 Endometrium. Zum besseren Verständnis schauen wir uns aber diese beiden Prozesse zunächst einzeln an. Fangen wir 2:07 also als erstes an mit den Vorgängen im Ovar. Hier reift nun in zyklischen Abständen 2:13 eine befruchtungsfähige Eizelle heran. Aus Sicht der Ovarien unterteilt man den Zyklus ganz allgemein in drei Phasen. 2:20 Der Foliegelfhase, dem Eilsprung oder auch Ovulation genannt und der Lutealphase. 2:27 Die Foliegelphase beginnt mit dem ersten Zyklustag und ist zeitlich sehr variabel. Und aus diesem Grund sind auch 2:33 gewisse Schwankungen in der Zykluslänge physiologisch. Wir gehen in diesem Video von einem Standardzyklus aus und daher 2:40 dauert die Folikelphase in diesem Fall ca. 14 Tage. Im Anschluss an dieser Phase findet dann die Ovulation statt, 2:47 also hier am 14. Zyklustag. Danach folgt zum Schluss die Lutealphase, welche mit etwa 14 Tagen 2:55 relativ konstant ist, bevor dann der nächste Zyklus wieder beginnen kann. Also fangen wir nun ganz am Anfang an 3:02 mit der Folikelphase. Während der Folikelphase dreht es sich, wie der Name schon erahnen lässt, um die Reifung der 3:09 Folikel. Jeder Folikel enthält eine unreife Eizelle, die von spezialisierten Zellen 3:15 umgeben ist, nämlich den Granuloserazellen und den Thekzellen. Pro Zyklus wurden etwa 10 bis 20 3:22 sogenannte Antraler Folikel rekrutiert, die jetzt in der Folikelphase weiterreifen. Alle Folikel, die pro 3:30 Zyklus final heranreifen, nennt man auch Kohorte. Eine entscheidende Rolle spielen dabei jetzt die Hormone LH, aber 3:36 vor allem FSH. Wenn wir uns einmal die Hormonspiegel im Blut anschauen, sehen wir zu Beginn der Foliegelphase einen 3:43 Anstieg von FSH und eine relativ konstante LH Konzentration. Diese erhöhte Konzentration von FSH 3:51 sorgt nun nämlich dafür, dass die ausgewählten Folikel an Größe zunehmen und reifen. 3:57 Die stimulierten Folikel wachsen nun dem Hormoneinfluss und fangen auch an im Verlauf Östradiol, also Östrogene zu 4:05 produzieren. Hierfür arbeiten jetzt die Thekzellen und die Granuloserazellen eng zusammen. 4:11 Es werden nämlich in den Thekner Zellen Vorstufen des Östradiols, nämlich Androgene gebildet. welche anschließend 4:19 in den Granuloserazellen zum endgültigen Hormon umgewandelt werden. Und LH und FSH stimulieren das Ganze nun 4:27 zusätzlich. Wenn wir uns wieder die Hormonspiegel anschauen, können wir sehr gut den 4:32 zunehmenden Anstieg von Östradiola kennen. Dies führt unter anderem dazu, dass das Endometrium beginnt, sich 4:39 aufzubauen und sich zu verdicken. Außerdem wird nun dünnflüssiger Zerdigschleim gebildet. 4:45 Neben Effekten auf das Endometrium und die Zerviks hämmt Östradiol außerdem über eine negative Rückkopplung die 4:52 Ausschüttung von vor allem FSH. Dieser negative Rückkopplungsmechanismus ist hier noch einmal in diesem Schaubild 5:00 dargestellt. Durch die sinkende FSH Konzentration fehlt nun auch das Wachstumsignal für 5:07 die Folie, weshalb fast alle deshalb zugrunde gehen. Nur ein einziger Foliege hält durch und wird weiter stimuliert, 5:14 nämlich der mit der höchsten Dichte an FSH Rezeptoren. Dieser sogenannte dominante Folikel 5:21 wächst deshalb auch bei niedrigen FSH Konzentrationen weiter, bis er schließlich zum Grafolikel gereift ist. 5:28 Damit ist jetzt auch das Endstadium der Folikelreife erreicht. Es werden nun auch von diesem Folikel weitere Hormone 5:35 gebildet, wie z.B. Inhibin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die FSH Ausschüttung weiter gehemmt wird und 5:42 aufgrund der sinkenden FSH Spiegel reifen keine weiteren Folikel mehr heran, außer der Grafolikel. 5:49 Ebenfalls bildet der Grafolikel gegen Ende der Folikelphase immer mehr Östradiol, was man hier einmal gut im 5:55 Diagramm erkennen kann. Jetzt passiert auch etwas sehr spannendes, denn die hohe Konzentration von Östradiol hat nun 6:03 einen umgekehrten Effekt auf die Hypophyse. Schauen wir uns das Ganze einmal genauer 6:08 an. Statt wie zuvor hemmeln zu wirken, haben wir nun bei einer hohen Konzentration 6:14 von Östradiol eine stimulierende Wirkung und wir haben dann eine verstärkte Ausschüttung der beiden Hormone, vor 6:21 allem aber von LH. Wenn wir uns einmal wieder die Hormonspiegel anschauen, sehen wir, dass 6:27 die LH Konzentration am Ende der Folikelphase sehr schnell ansteigt. Das wird dann auch als LH Peak bezeichnet. 6:36 Dieser LHPAK ist nun auch der Startschuss für die nachfolgende Ovulation, also dem Eisprung. Während 6:43 der Ovulation sorgen spezielle Enzyme, sogenannte Kollagenasen, dafür, dass der Folikel geöffnet wird. Auf diese Weise 6:51 kann die Eizelle nun austreten und wird abschließend von der Tube aufgenommen. Eine Befruchtung der Eizelle ist nun für 6:58 ca. 24 Stunden möglich. Im Anschluss folgt dann direkt die Lutealphase. Der nun leere Folikel verändert sich 7:06 zunehmend und besitzt zu Beginn aufgrund von Einblutung eine rötliche Färbung. Aus diesem Grund bezeichnet man den 7:13 leeren Folikel jetzt auch als Corpus Rubrum. Corpus bedeutet Körper und Rubrum steht für die Farbe rot. Das ist 7:21 allerdings nur ein Zwischenstadium, da sich die Zellen unter dem Einfluss von LH weiter verändern. Das Hormon LH 7:29 spielt nämlich eine wichtige Rolle. da es zur Bildung des Corpus Luteum führt. Dieser wird aufgrund seiner gelben Farbe 7:35 auch Gelbkörper genannt. Wir können uns also merken, dass das lutinisierende Hormon LH entscheidend 7:43 für die Bildung des Corpus Luteum ist. Dieser Gelbkörper produziert nun weitere Hormone, nämlich Östradiol, aber auch 7:50 große Mengen an Progesteron, was wir bisher noch nicht kennengelernt haben. Progesteron hat nun die Aufgabe, das 7:57 Endometrium so zu verändern, dass optimale Bedingungen für die Einlistung und eine mögliche Schwangerschaft 8:03 herrschen, dazu aber gleich mehr. Außerdem sorgt Progesteron dafür, dass der Zerwickschleim cflüssig wird, 8:10 wodurch das Eindringen von Spermien erschwert wird. Eine weitere wichtige Wirkung ist eine negative Ruckköplung, 8:17 die dazu führt, dass kein weiterer Eissprung imselben Zyklus ausgelöst wird. Wenn wir uns einmal die 8:24 Hormonspiegel wieder anschauen, sehen wir einen deutlichen Anstieg von Östradiol und Progesteron in der 8:30 Lutealphase und wieder niedrige LH und FSH Werte. Kommt es zu einer Befruchtung, bleibt 8:37 der Gelbkörper durch das Hormon HCG, das vom frühen Embryo produziert wird, erhalten und setzt dadurch weiter 8:44 Progesteron frei. Auf diese Weise bleibt das aufgebaute Endometrium bestehen und die Menstruation bleibt aus. 8:53 Findet jedoch keine Befruchtung statt, stirbt der Gelbkörper nach etwa 14 Tagen ab und wird zu einer kleinen 8:59 Bindegewebsnarbe, dem Corpus Albikans. Mit dem Abbau des Gelbkörpers sinkt der Progesteron und Östrogenspiegel rapide, 9:08 was dazu führt, dass Teile des Endometriums abgestoßen werden und die Menstruationsblutung einsetzt. Und damit 9:15 startet dann auch wieder der nächste Zyklus. Nachdem wir jetzt die Vorgänge im Ovar 9:21 kennengelernt haben, schauen wir uns nun die Veränderung des Endometriums ein wenig genauer an. Das Endometrium, 9:27 welches hier noch einmal markiert ist, lässt sich ganz allgemein in zwei Schichten einteilen. Zum einen das 9:34 Stratum basale und zum anderen das Stratum funktionale. Für uns interessant ist jetzt das 9:41 Stratum funktionale, da dieses während des Menstruationszyklus eine Reihe von Veränderung durchmacht. 9:48 Das Stratum Basale hingegen ist vor allem für die spätere Regeneration dieser Schicht wichtig. 9:54 Insgesamt lassen sich die zyklischen Veränderungen des Endometriums in drei Phasen unterteilen. Die erste Phase ist 10:01 die Desgramationsphase und geht ungefähr vom ersten bis vierten Zyklustag. Während dieser Phase kommt es 10:08 zu Einblutung in das Stratumfunktionale mit anschließender Abstoßung des Gewebes und damit setzt dann auch die 10:16 Menstruationsblutung ein. Die Funktion der Menstruationsblutung ist es also, die oberste Schicht des Endometriums 10:23 nach nicht erfolgter Schwangerschaft wieder auszuscheiden. Damit das nun auch erfolgreich ablaufen kann und das 10:29 Menstruationsblut dabei nicht koaguliert, ist die Blutgerinnung lokal weniger stark aktiv. 10:36 Machen wir nun weiter mit der nachfolgenden Proliferationsphase, welche etwa während des 5. Zyklustages 10:43 stattfindet. Wie wir vorhin gesehen haben, steigt während der Foliegelphase die Konzentration an Östradiol stark an. 10:52 Dieser Hormonanstieg führt nun dazu, dass das Stratum funktionale wieder aufgebaut wird. So nimmt die Schleimhaut 10:59 schnell wieder in Größe zu und es bilden sich neue Blutgefäße und Drüsen aus. Die letzte Phase, die sogenannte 11:08 Sekretionsphase, beginnt dann im Anschluss ab dem 15. Zyklustag. Wie vorhin bereits angesprochen ist hier 11:16 Progesteron Schlüsselhormon. Während der Lutealphase wird es in großen Mengen vom Gelbkörper produziert 11:23 und es sorgt nun dafür, dass das Endometrium bestens auf eine Einstung und Schwangerschaft vorbereitet ist. Aus 11:30 diesem Grund finden eine Reihe von strukturellen und funktionellen Veränderungen statt. welche man 11:35 zusammenfassend auch als Dezidualisierung bezeichnet. So wachsen z.B. die Drüsen des 11:41 Endometriums weiter und zeigen dabei ein typisches Sägeblattmuster. Außerdem beginnen sie vermehrt 11:48 glykogenhaltigen Schleim zu bilden. Auch die Arterien zeigen, wie man hier sehen kann, eine markante Spiralform, weshalb 11:56 man sie nun auch Spiralarterien nennt. Die Zellen des Stratumfunktionale lagern zudem vermehrten Nährstoffe wie z.B. 12:04 Glykogen, Proteine und auch Lipide ein. Man bezeichnet die Zellen dann als Prädiduauerzellen 12:11 und diese spielen eine wichtige Rolle in der Ernährung des einnistenden Keims während der frühen Schwangerschaft. 12:18 Findet jedoch nun keine Schwangerschaft statt, führt der Abfall von Progesteron zu einer Kontraktion der 12:24 Spirallarterien. Das Gewebe wird auf diese Weise schlechter durchblutet und es kommt aufgrund der Ischemie zu einem 12:31 Untergang des Stratum Funktionale. Dieses wird dann anschließend wieder in der Deskommationsphase ausgeschieden und 12:38 der Zyklus beginnt von vorne. Fassen wir das Ganze noch einmal kurz zusammen. Der Menstruationszyklus dient der 12:45 Vorbereitung des Körpers auf eine mögliche Schwangerschaft. Eine Reihe von Strukturen arbeiten dabei eng 12:51 miteinander zusammen, wie z.B. der Hypothalamus. die Hypophyse, die Ovarion und auch das Endometrium. 13:00 Definitionsgemäß beginnt der Zyklus mit dem ersten Tag der Menstruation und dauert im Durchschnitt ca. 28 Tage. Im 13:08 Ovarreifen während der Foliegelphase unter FSH Einfluss mehrere Folikel heran, von denen sich jedoch nur ein 13:16 dominanter Grafolikel durchsetzt. Die hohe Östradiolproduktion des Grafolikels löst dann im Anschluss den LHPak aus, 13:24 der den Eisprung am 14. Zyklustag einleitet. In der Lutealphase produziert der aus dem Folikel entstandene 13:31 Gelbkörper oder auch Corpusglute genannt das Hormon Progesteron, das die Gebärmutters Schleimhaut auf eine 13:38 mögliche Einlistung vorbereitet. Wie im Ovar finden parallel dazu auch im Endometrium zyklische Veränderungen 13:45 statt. Während der Deskommationsphase wird das Stratumfunktionale mit der Menstruationsblutung ausgestoßen. In der 13:53 anschließenden Prolferationsphase führt Östradiol zu einem erneuten Aufbau dieser Schicht. Die letzte Phase, die 14:01 Sekretionsphase, sorgt durch verschiedene strukturelle und funktionelle Prozesse dafür, dass das 14:07 Endometrium bestens auf eine mögliche Einlistung vorbereitet ist. Dreh und Angelpunkt hierfür ist die Ausschüttung 14:15 von Progesteron durch den Gelbkörper. Findet keine Befruchtung statt, degeneriert der Gelbkörper, die 14:22 Menstruationsblutung setzt ein und der Zyklus beginnt von vorne. Ich hoffe, dir hat dieses Video über den 14:28 Menstruationszyklus geholfen. Weitere Videos, Zusammenfassung und Abbildung findest du auf unserer Lernplattform 14:35 einfachmedizin.de. D.