Verantwortungsethik Ev. Religion Lernvideos https://www.youtube.com/watch?v=aoxXY1yD3qY Transkript (automatisch erstellt) 0:01 willkommen zu unserem Lernvideo zum Thema Verantwortungsethik die Verantwortungsethik spielt in der 0:08 modernen evangelischen Theologie eine sehr große Rolle als Begründer ist hier vor allem Max Weber zu nennen der ist allerdings 0:17 kein Theologe sondern ein Soziologe er hat in einem Vortrag Politik als Beruf 1919 einige sehr wichtige Sätze formuliert die ich jetzt Vorlesen werde 0:30 wir müssen uns klar machen dass alles ethisch orientierte Handeln unter zwei vinander grundverschiedenen unaustragbar gegensätzlichen Maximen stehen kann es 0:41 kann gesinnungsethisch oder verantwortungsethisch orientiert sein nicht dass Gesinnungsethik mit 0:49 Verantwortungslosigkeit und Verantwortungsethik mit gesinnungslosigkeit identisch wäre davon ist natürlich keine Rede aber es ist ein 0:57 abgrundtiefer Gegensatz ob man unter der gesinnungsethischen Maxime handelt religiös geredet der Christ tut Recht und stellt den Erfolg an 1:07 Heim oder unter der verantwortungsischen dass man für die voraussehbaren Folgen seines Handelns aufzukommen hat Max Weber unterscheidet 1:18 also zwischen der Gesinnungsethik auf der einen Seite das setzt er mit dem Christentum gleich und der Verantwortungsethik auf der anderen 1:26 Seite der Christ der sich an der zehungsethik orientiert sein Ziel ist es sich richtig zu verhalten er bedenkt laut Max Weber aber nicht den möglichen 1:38 Erfolg seines Handelns in der Verantwortungsethik sieht das gan anders aus man muss eben für die Folgen seines Handelns aufkommen das heißt man muss 1:47 als Politiker unter anderem auch dafür Rechenschaft ablegen durch Dietrich bonnhöfer ist die Verantwortungsethik dann auch Teil der 1:57 evangelischen Theologie geworden er greift nämlich auf Max Weber zurück interessant ist dass er die Perspektive von Max Weber erweitet gut zu erkennen 2:07 ist es hier mit diesem Satz dieses Leben als Antwort auf das Leben Jesu Christi nennen wir Verantwortung für bonnhöfer ist der christologischeer Aspekt eine 2:17 besonders wichtiger Aspekt er spricht von einer doppelten Verantwortlichkeit einer Verantwortlichkeit vor Gott aber auch vor den Menschen und eine 2:26 Verantwortlichkeit für Gott und für die Menschen das Leben an sich sieht er als das Gute an das heißt das ist das was es zu 2:36 erhalten gilt und in diesem Moment wird auch deutlich dass wenn er wie er das ja gemacht hat sich an einem Widerstand beteiligt der als Ziel hat eben Hitler 2:48 zu töten dass er auch bereit sein muss im gewissen Maße eine Schuld zu übernehmen er sagt in der Nachfolge Christi ist die Gefahr einfach da in 2:59 verantwortlich halten für andere eben schuldig zu werden das ist das was er unter Schuldübernahme versteht trotzdem spricht er auch 3:07 gleichzeitig von der Freiheit des Gewissens das heißt in diesem Fall wird der verantwortliche laut dietrichbornhöfer 3:15 sündlos schuldig das hängt damit zusammen dass natürlich in klassischen Dilemmasituation und die haben wir natürlich im Widerstand verschiedene 3:24 Normen gegeneinander stehen man kann es z.B gut deutlich machen an dem saatgebot dass Jesus z.B uminterpretiert im Kontrast zum Liebesgebot dass er sagt 3:35 eine Heilung eines Blinden an einem Sabbat ist durchaus legitim weil natürlich die Liebe zum Nächsten einen höheren Wert hat als eben das 3:43 Sabbatgebot einzuhalten und hier spricht dirichbrnhöfer von der Freiheit des Gewissens Freiheit und Verantwortung 3:52 sieht der als korrespondierende Begriffe er sagt das Freisein von etwas erfährt Erfüllung erst in dem frei sein für etwas indem ich eben für etwas auch 4:04 Verantwortung übernehme eduward töt hat auf der Grundlage von eben dietrichbornhöfers Ethik ein Stufenmodell entwickelt nachdem wir zu 4:16 einer ethischen Entscheidung kommen können dieses Stufenmodell ist die Grundlage für die ethischen Entscheidungen die auch in unserem Kurs 4:24 zu treffen sind also da habe ich bei den Studienarbeiten die Erwartung dass wirklich auch diese Schritte entsprechend durchgegangen werden wir 4:31 fangen an mit der problemfeststellung dann der Situationsanalyse dann den dritten Schritt die 4:40 Verhaltensalternativen im vierten Schritt findet eine normprüfung statt im fünften Schritt die Entscheidung selbst der urteilsentscheid und im sechsten 4:49 Schritt der normalerweise auch einen zeitlichen Abstand hat der Rückblick noch die Überprüfung der jeweiligen ethischen 4:58 Urteilsfindung wir schauen uns mal Schritt 1 und schritt 2 genauer an Schritt 1 hier geht's um die problemfeststellung zunächst ist es 5:07 einmal wichtig dass wir versuchen das Ganze rational zu klären also vor allem die Gefühlslage entsprechend rauszulassen hilfreiche Fragen sind hier 5:17 zunächst einmal was ist denn überhaupt das Problem wer ist denn daran beteiligt welche Bedürfnisse spielen mit herein so gibt es z.B zu der Fragestellung ob man 5:28 bei gen technisch veränderten Gemüse auf den Etiketten das entsprechend anzuzeigen hat also auf dosenetiketten da muss man sich zunächst 5:39 einmal fragen was ist denn eigentlich das Problem das heißt das Problem das natürlich gentechnisches veränderte Gemüse nicht unbedingt jeder essen 5:47 möchte wer ist daran beteiligt z nur einem natürlich die Industrie auf der einen Seite auf der anderen Seite natürlich auch der Konsument und welche 5:55 Bedürfnisse spielen mit herein tatsächlich auch die Frage ob man vielleicht vielleicht auch aus religiösen Gründen z.B ein Problem damit 6:02 hat gentechnisch veränderte nahrungz sich zu nehmen auch die Ängste die dahinter stecken man weil man sich teilweise über die Folgen gar nicht so 6:11 bewusst ist die damit hineinspielen könnten der zweite Schritt ist die Situationsanalyse selbst hier ist zunächst einmal zu 6:22 klären was für persönliche Zusammenhänge sind zu sehen welche gesellschaftliche Zusammenhänge und politische Zusammenhänge gibt es also gibt es 6:29 Wirtschaftsfaktoren die wichtig sind gibt es politische Motivation um das Ganze entsprechend nach vorne zu bringen und natürlich auch inwi weit ich 6:38 persönlich davon betroffen bin die nächste Frage ist was sind die gesellschaftlichen oder auch die psychischen Faktoren die die aktuelle 6:45 Situation prägen und wenn welche Handlungsspielräume habe ich und welche Sachzwänge sind einfach da ziel ist 6:54 unter anderem auch die vermeintlichen Sachzwänge zu überwinden berümtes ch Argument was gern benutzt wird ist natürlich immer die Frage der 7:03 Arbeitsplätze bei ökologischen Fragen es stellt sich auch manchmal die Frage ob eben durch Förderung von ökologischen Systemen auch nicht Arbeitsplätze 7:13 gewonnen werden können das ist auch immer sehr interessant und auch sehr wichtig dass man diese Sachen hier beachtet Schritt 3 und 4 Schritt 3 die 7:23 Verhaltensalternativen die grundsätzliche Frage ist hier zu stellen was kann man zunächst einmal tun welche verschiedene Möglichkeiten ein 7:32 der Lösung gibt es welche Folgen ergeben sich jeweils heraus und welche der Möglichkeiten kann ich vor meinem Gewissen verantworten hier sind 7:41 natürlich auch durchaus Alternativen aufzugreifen die man tendenziell eher ablehnen würde um einfach sich bewusst zu machen was es überhaupt alles an 7:48 Möglichkeiten gibt im vierten Schritt erfolgt die sogenannte normenprüfung im alltäglichen Leben greifen wir ja eigentlich ohne uns groß 7:59 Gedanken darüber zu machen immer wieder auf eine Reihe von Normen zurück allerdings ohne sie zu hinterfragen und das findet nun bei der normprüfung statt 8:11 man ist auch teilweise gezwungen gewisse Normen gegenüberzustellen in klassischen dilemmasituationen die wir haben oder wenn sich Normen gegenüber stehen haben 8:21 wir das Problem dass man sich da miteinander auseinandersetzen muss bereits darauf verwiesen hatte ich ja dass Jesus vom Liebesgebot aus deutliche 8:29 normkritik geübt hat und zwar mit dem Satz der Sabbat ist um das menschenwillen gemacht und nicht der Mensch um das Sabbats willllen also wir 8:38 sehen dass wir auch bereits innerbiblich durchaus auch Norm Kritik üben können und das wird hier entsprechend in diesem Schritt dann auch gemacht wir schauen 8:49 uns mal bei der Gentechnik an was es für Normen geben könnte das sind die Leitlinien der EKD die ich hier vorstelle zum einem mal die Frage der 8:58 Autonomie der dass man also als Mensch selbständig darüber entscheiden darf ob man Gentechnik entsprechend nutzen möchte oder ob man sagen möchte z.B ich 9:08 möchte keine gentechnisch veränderte Nahrungsmittel zu mir nehmen eine weitere Norm ist die Welt erstens mal positiv zu betrachten und nicht zu sagen 9:18 man muss die Welt um jeden Preis optimieren die Frage natürlich welche Folgen hat die Gentechnik also kann man die Folgen überhaupt ab schätzen das 9:29 heißt in dem Moment indem ich anfange im großen Stil gentechnisch verändertes Gemüse anzubauen oder gentechnisch verändertes Getreide habe ich natürlich 9:39 nur noch bedingt Kontrolle über die gentechnisch veränderten Samen weil die natürlich dann über Bienen oder Wind oder sonstige Umstände in die weitere 9:49 Umwelt hineinkommen können wichtig ist auch hier die Bewertung der Risiken und die abwegung von Kosten und Nutzen Gentechnik hat auch durchaus seine 9:59 Vorteile es kann z.B medizinischen Bereich durchaus sinvoll eingesetzt werden der Traum davon z.B dass man Mikroben entwickelt die in der Lage sind 10:08 öltpische zu fressen und danach zu sterben wer natürlich eine Vorstellung die man wirklich auch unterstützen würde sagen okay das ist eine Gentechnik die 10:17 eingesetzt werden kann aber auch immer natürlich die Frage tatsächlich sterben diese Bakterien da tatsächlich danach ab die Frage ist was für Alternativen kann 10:26 man einsetzen es gibt ja auch durchaus die Möglichkeit eben durch Züchtungen entsprechende vorteilhafte Pflanzen heranzuziehen es ist die Frage der 10:37 Gerechtigkeit und zwar der Gerechtigkeit der Verhältnis der sogenannten dritte weleltländer im Verhältnis zu den Industrienationen also den sogenannten 10:47 Entwicklungsländern die natürlich dann auf industrietechnischer Ebene nicht entsprechend mitthalten kann es ist auch immer die Frage wer hat z.B das Recht an 10:57 den Genomen also die die entdeckten Gene oder Pflanzen die dann teilweise aus dem Amazonas rausgezogen werden und die dann entsprechend herausgearbeitet wird hat 11:07 quasi die Industrie das Recht darauf hier ein Patent zu erheben also die Frage der Gerechtigkeit ist sehr wichtig auch der Tier und der 11:16 pflanzengerechtigkeit ist sehr wichtig also bei tiergerechtigkeit ist darf man z.B Tiere züchten die zwar sehr sehr viel Fleisch produzieren also 11:24 erstaunlich viel bleich produzieren was allerdings mit sehr hohen Schmerzen für die Tiere verbunden sind das wä jetzt z.B ein Thema das sehr problematisch 11:31 wäre und die sogenannte Biodiversität das heißt durch den Einsatz von natürlich gchnisch manipulierten Organismen ist die Gefahr 11:41 sehr groß dass natürlich die Vielfalt der Tiere zurückgedrängt wird dass also die das natürliche Vorkommen von Vögeln oder von Fischen dadurch stark 11:51 eingeschränkt wird indem man Tiere produziert die den anderen deutlich überlegen sind hier also eine ganze Reihe von verschiedenen Normen die wir 12:00 haben Schritt 5 und Schritt 6 Schritt 5 ist die Entscheidung selbst der urteilsentscheid hier fasst man im Prinzip die gesamten Ergebnisse zusammen 12:12 und muss ich natürlich dann letztlich auch für ein Modell entscheiden also möchte ich jetzt z.B dass entsprechend auf den dosenetiketten aufgedruckt wird 12:22 das ist gchnisch verändertes Gemüse oder möchte ich das eben nicht stellt sich natürlich auch hier die Frage muss ich teilweise gegen mein 12:32 Gewissen entscheiden weil tatsächlich einige Dinge dafür sprechen oder werden bestimmte Normen verletzt oder werden bestimmte Normen besonders bevorzugt der 12:44 letzte Schritt findet wie gesagt zeitlich eher in einer gewissen Distanz statt ist eher eine Überprüfung einen Rückblick den wir da machen wurde das 12:53 Problem richtig erfasst tatsächlich ist es sehr schwierig wenn man ein Problem in aller Tiefe erfasst wir wirkich alle Facetten richtig zu begreifen zu 13:03 ergreifen man weiß ja oft nicht ob man wirklich alle Faktoren berücksichtigt hat erst nach einer gewissen Zeit stellt man plötzlich fest okay daran haben wir 13:11 jetzt nicht gedacht und dann kann es durchaus passieren dass man noch mal die Schritte eins bis 5 entsprechend durchlaufen lässt und dann zu einer zu 13:18 einer anderen Entscheidung kommt die Frage ist natürlich hier werden wesentliche Normen verletzt oder auch wesentliche Normen übersehen und bei 13:28 einer Rück enden Überprüfung lässt man noch mal alle fünf Schritte durchlaufen und versucht noch einmal die Folgen und auch die jetzt empirisch nachweisbaren 13:38 Folgen zu bedenken und zu berücksichtigen die theologischen Fragen die man nach einem Urteil stellt ist 13:48 erstmal natürlich die Frage nach Gott das heißt speziell wenn wir auch mit der Schöpfung zu tun haben auch ist immer die Frage was für ein eine Rolle hat 13:57 unser Verständnis von Gott als dem Schöpfer darum eben auch der Schwerpunkt in der Norm die wir haben dass wir sagen man kann die Welt auch so gut sein 14:05 lassen so wie sie ist es ist die Frage nach Schuld und Vergebung es gibt natürlich immer wieder Dilemmasituation wo man einfach gezwungen ist sich gegen 14:16 gewisse auch wesentliche Normen zu entscheiden unter anderem eben wie Dietrich bonnhöfer der sich dazu entschieden hat eben einen Attentat 14:25 einen Mord auf einen Menschen auszuüben sicherlich nachvollzieh warum er es gemacht hat aber auch es immer die Frage eben nach Schuld und Vergebung und 14:34 natürlich auch die letzte Frage die sich für einen Theologen immer wieder stellt ist die Frage nach der Hoffnung also nach dem Reich Gottes und auch den Sinn 14:42 von verschiedenen Handlungen ich hoffe ich konnte einen guten überriss über die Verantwortungsethik geben vielen Dank 14:51 für das Zuhören und Zuschauen bis zu unserem nächsten Lernvideo