Die Z3 von Konrad Zuse im Deutschen Museum Deutsches Museum https://www.youtube.com/watch?v=aUXnhVrT4CI Transkript (automatisch erstellt) 0:00 (Musik) Hallo und herzlich willkommen im Deutschen Museum. 0:16 Ich bin in der Informatikabteilung und stehe gerade von einem der berühmtesten Vorgänger des modernen Computers, die Z3 von Konrad Zuse. 0:24 Das Vorgängermodell der Zuse Z3, die Z1 wurde im Wohnzimmer der Eltern aus ungefähr zwölfeinhalbtausend einzelnen Blechteilen aufgebaut. 0:37 Die Z1 hat nicht wirklich gut funktioniert, sie war unzuverlässig. Sein Freund Helmut Freier, der Elektronik studierte, brachte ihn dann auf die Idee das Ganze elektrisch zu versuchen. 0:47 Was dabei heraus kam, das steht jetzt hier vor uns: die Zuse Z3. Er sieht einem Computer von heute schon reichlich ähnlich. 0:56 Wir haben einen Speicher, wir haben eine CPU, den Prozessor, oben ist der Rechenteil und unten ist der Steuerteil. Wir sehen einen Monitor und ein Keyboard. 1:08 Man muss ein bisschen positiv denken, dann kann man hier sehr schön einen Flatscreen erkennen: 21 Zoll, 16 zu 9 Format. und dann ganz unauffällig auf der rechten Seite das Wichtigste: die Programmsteuerung. 1:21 Was sehen wir hier eigentlich? Die Zuse Z3 ist hauptsächlich aus Railais aufgebaut. Eins davon habe ich hier in der Hand. 1:29 Ein Railais ist vom Prinzip her nichts anderes als ein Schalter. Der Schalter kann an gehen und der kann aus bleiben. 1:37 Wenn er an geht, ist es im Speicher die 1, wenn er aus bleibt ist es im Speicher die 0. Und jetzt schauen wir ganz genau hin. Wie funktioniert die Zuse Z3? Sie funktioniert in Binärsystem. 1:52 Sie geben die Zahlen natürlich dezimal ein, die Maschine wandelt selbsttätig um. Und das sieht zum Beispiel so aus: Diese Reihe hier kennt man aus der Schule, das ist ganz normal dezimal. 2:06 Einer, Zehner, Hunderter. Im Binärsystemen sieht es viel einfacher aus. Die Zahlen, die sie hier sehen können, sind gar keine echten Zahlen, sondern es heißt nur an, aus, an, an, an. 2:21 Die Wertigkeit der Stelle wird nach links verdoppelt. Hier ist die Einerreihe, hier sind die Zweier, hier sind die Vierer, 2:28 hier sind die Achter, hier sind die 16er, dann käme 32, 64, immer so weiter, immer so weiter und hier kann man wunderschönen sehen die 29 besteht aus einer 16, die Acht, die Vier und die 1. 2:42 Man kann die Maschine natürlich auch wie ein Taschenrechner benutzen. Nehmen wir mal diese Rechnung 2:48 Ich gebe die Operanten nacheinander ein, das nennt man polnische Notation. Erst die 12, die Zahl ist gespeichert. Man kann sie deutlich sehen. 3:01 Jetzt kommt der nächste Operant, die 17, die Eingabetaste, die Zahl ist ebenfalls gespeichert und jetzt kommt der Rechenbefehl, die Addition. 3:16 Die Rechnung ist schon passiert. Das Ergebnis ist deutlich zu lesen. Man kann es natürlich jetzt abrufen und hier sichtbar machen. 3:23 Abruftaste, Rückrechnung auf dezimal und das Ergebnis: 29 Sie sehen, man kann mit dieser Maschine arbeiten, wie mit einem Taschenrechner. 3:32 Wenn man allerdings keine Lust hat die gleiche Rechnung ewig händisch zu machen, dann kann man alle Grundrechenarten auf ein Filmstreifen übertragen. 3:41 Man locht den Streifen, man locht seine Kommandos und das Programm läuft dann anschließend automatisch ab. Das Erste was man braucht, ist eine Rolle Kinofilm, da schneidet man sich handliche Stücke ab, 3:56 fädelt die in dem Programmlocher ein und dann locht man sich in aller Ruhe seine Rechenbefehle, die die Maschine dann ablesen kann. 4:13 Dann nimmt man den gelochten Film aus dem Locher heraus, dann wird der Filmstreifen in den Leser geschoben. 4:26 So es kann losgehen, das Programm ist eingelegt, die Taste "Lesen" wird gedrückt. Der Rechner verarbeitet jetzt die Zahlen, die er vorher bekommen hat und das kann man hier wundervoll sehen. 4:45 Mit der Maschine sind tatsächlich in Echt Flugzeugtragflächen berechnet worden. Sie wurde allerdings kurze Zeit später zerstört. 4:53 Zuse hat sie dann vor rund 50 Jahren nochmal aufgebaut, damit ist die Z3 buchstäblich der deutsche Beitrag zum modernen Computer von heute. 5:04 Ja und jetzt danke für Ihre Aufmerksamkeit und noch viel Spaß im Deutschen Museum! (Musik)