Öffentliche Güter Micro-Lectures Wirtschaftspolitik https://www.youtube.com/watch?v=_SuWiHxDsZ8 Transkript (automatisch erstellt) 0:01 öffentliche Güter um das marktversagensargument der öffentlichen Güter zu verstehen ist es zunächst 0:10 wichtig zu unterscheiden zwischen öffentlich bereitgestellten Gütern und öffentlichen Gütern in der Definition der Ökonomen als 0:21 marktversagensargument dazu benutzen wir zur Unterscheidung von öffentlichen und anderen Gütern das Kriterium der Rivalität im Konsum 0:30 und der ausschließbarkeit vom Konsum die Rivalität im Konsum fragt danach ob mein Wohlempfinden davon 0:41 abhängt ob und wie viele andere Nutzer das gut auch noch benutzen dieselbe Einheit des Gutes auch noch benutzen neben mir also ob es mir etwas ausmacht 0:55 ob ich alleine das Gut konsumiere oder ob wir zu zweit sind oder unendlich viele das Kriterium der ausschließbarkeit vom Konsum fragt dann 1:05 umgekehrt kann ich denn andere überhaupt davon abhalten das gut zu nutzen weil es mir nicht gefällt dass die das auch 1:16 nutzen beide Kriterien können nun vorliegen oder nicht vorliegen das heißt erfüllt sein oder nicht erfüllt sein ne Rivalität im Konsum liegt vor oder liegt 1:25 nicht vor ausschließbarkeit liegt vor oder liegt nicht vor die die Güter die sie normalerweise in den Modellen analysieren sind private Güter und diese 1:36 privaten Güter sind gekennzeichnet davon dass sowohl die Rivalität im Konsum vorliegt als auch eine ausschließbarkeit vom Konsum gegeben 1:47 ist nehmen wir ein Glas Kölsch Rivalität im Konsum bedeutet normalerweise verändert sich ihr Nutzen den sie aus einem Glas Kölsch ziehen je 2:00 nachdem ob sie es alleine konsumieren können ob sie es mit jemandem teilen müssen oder ob jeder der zufällig gerade in der Kneipe ist sich mit ihnen um das 2:10 Glas Kölsch prügeln wird ja die Nutzung eines kölsch gedränks ist rival sie konkurrieren mit anderen es ist aber normalerweise auch die ausschließbarkeit 2:23 vom Konsum gegeben technisch dadurch dass sie andere abhalten das Glas zu trinken ne machen Sie es mit körperlicher Gewalt oder schnappen sie 2:31 sich's und rennen sie so schnell sie können wie auch immer technisch ist es theoretisch möglich andere vom Konsum ihres kölschs abzuhalten und auch 2:40 rechtlich ist die ausschließbarkeit normalerweise gegeben in unserer Eigentumsordnung wenn Sie das Kölsch bezahlt haben dann dürfen üblicherweise 2:48 sie entscheiden ob Sie das Kölsch mit anderen teilen oder nicht das Gegenstück dazu in dieser Konstellation der beiden Kriterien das 2:59 sind die die öffentlichen Güter öffentliche Güter sind also dadurch gekennzeichnet dass weder eine Rivalität im Konsum vorliegt noch eine 3:08 ausschließbarkeit vom Konsum gegeben ist was kann das sein nun ich nehme gerne das Beispiel eines das Anschauens des Betrachtens von Feuerwerk wenn sie rein 3:21 in Flammen als Event nehmen wo also viel wunderbar arrangiertes Feuerwerk in den Himmel geschossen wird dann ist das normalerweise nicht rival im Konsum denn 3:33 ihr nutzen ihre Faszination von dem Schauspiel ist normalerweise nicht unmittelbar davon betroffen ob in der Parallelstraße noch jemand steht und 3:44 ebenfalls den Blick den Himmel richtet ja es ist ihn also egal solange sie nicht gedrängt auf der hohen zollandbrücke 3:53 stehen ist es ihnen egal ob noch andere auch nach oben schauen und das Feuerwerk betrachten oder nicht ihr Nutzen ändert sich daraufhin nicht und die 4:03 ausschließbarkeit vom Konsum ist auch nicht gegeben denn jeder der zufällig an diesem Abend in der Kölner Altstadt oder am Rheinufer ist wird das Feuerwerk 4:12 sehen ob er will oder nicht das heißt die ausschließbarkeit ist nicht gegeben technisch nicht ne wir müssten irgendwie die die die Leute mit mit 4:23 irgendwelchen technischen Vorrichtungen davon abhängen in den Himmel zu gucken und auch rechtlich nicht weil da zu müssten wir irgendein Argument haben 4:31 warum wir die Leute davon abhalten dürfen zum fraglichen Zeitpunkt in der Nähe der Kölner Altstadt zu sein dann gibt es noch mischgüter das wird aus 4:40 dieser Matrix hier klar es gibt also Güter bei denen eins der beiden Kriterien erfüllt ist und das andere nicht der Vollständigkeit halber sein 4:48 die erwähnt das eine sind sogenannte mautgüter bei den mautgütern liegt zwar keine Rivalität im Konsum vor aber die ausschließbarkeit ist problemlos gegeben 4:58 das sind üter bei denen sie eine Maut erheben können denken Sie also ruhig an die italienische Autobahn üblicherweise wenn ich gerade in Stau 5:07 ist könnte ruhig noch ein weiteres Auto auf der Autobahn sein ohne dass ihr Nutzen dadurch beeinträchtigt würde aber es ist eben problemlos möglich die Leute 5:17 vom Konsum vom Nutzen der Autobahn abzuhalten wenn sie keine Maut zahlen dann werden sie eben nicht durch die Mautstation durchgelassen kommen nicht 5:26 auf die Straße das andere Mischgut sind so sogenannte almendegüter hier liegt die Rivalität vor aber der Ausschluss macht 5:34 Probleme das sind Güter bei denen es meistens weniger die technische Seite ist die beim ausschusspreme macht sondern mehr die 5:43 rechtliche Seite denken Sie beispielsweise an das Problem der Überfischung in internationalen Gewässern wir haben ganz klar die 5:52 Situation der Rivalität ne jeder weitere Fischer senkt den Nutzen für alle anderen und mal sowieso für die Zukunft falls 6:00 irgendwann die Fischgründe komplett zerstört werden aber wir haben rechtlich keine Möglichkeit den Ausschluss durchzusetzen wir wollen uns aber mit 6:10 öffentlichen Gütern befassen das heißt wir abstrahieren von den mischgütern und konzentrieren uns auf den Unterschied zwischen privaten und öffentlichen 6:18 Gütern weil wir das gut klar machen können schauen wir uns kurz an wie die optimale Bereitstellung im Fall der privaten Güter ging damit wir dann den 6:28 Unterschied zu den öffentlichen gü begreifen also jetzt geht es kurz noch mal um private Güter bei privaten Gütern ist es so dass wir die individuellen 6:37 Nachfragen der jeweiligen Betroffenen horizontal zur Marktnachfrage addieren das bedeutet horizontale addition bedeutet wir fragen wie groß 6:51 ist die nachgefragte Menge bei einem bestimmten Preis wir können das einfachsten machen indem wir die Sättigungsmenge nehmen das 7:02 heißt wir unterstellen dass es ein nullpreis gibt dann würde Individuum N1 eine bestimmte Sättigungsmenge nachfragen und Individuum 2 eine größere 7:12 Sättigungsmenge nachfragen wenn wir zum nullpreis beiden Individuen die Sättigungsmenge erlauben wollen dann müssen wir die jeweiligen 7:22 sättigungsmengen aufadidieren warum weil wir es mit Rivalen Gütern zu tun haben wenn Sie also Freibier ausloben und wollen dass 7:31 alle zufrieden sind dann müssen Sie die Menge bereitstellen die der Summe entspricht dessen was jeder einzelne Nachfrager bei Freibier 7:43 konsumieren möchte ja weil die sonst konkurrieren die können nicht dasselbe benutzen das heißt wir addieren horizontal auf haben die Gesamtnachfrage 7:53 die Gesamtnachfrage lassen wir korrespondieren mit der gesamtangebotskurve daraus ergibt sich der gleich wichtspreis und wenn Sie nun 8:01 wissen wollen wie die mit dem Gleichgewichtspreis korrespondierende gleichgewichtsmenge zwischen den Individuen auf geteilt wird dann schauen 8:10 Sie wieder auf die individuellen nachfragekurven jedes Individuum erhält eben die Menge die es bei diesem Preis nachfragt und zahlt pro Einheit 8:23 denselben Preis ja das heißt alle zahlen pro Einheit P Stern Individuum N1 fragt zu diesem Preis die Menge X1 nach Individuum 2 will zu 8:35 diesem Preis die Menge X2 und Sie müssen insgesamt bereitstellen die Menge X1 + X2 die Situation um sie festzuhalten ist 8:45 der Gestalt dass sie bei privaten Gütern den Grenznutzen jedes einzelnen Individuums also dessen Zahlungsbereitschaft für die 8:57 letzte Einheit die er nachfragt abgleichen mit den Grenzkosten in der Bereitstellung also Grenzkosten ist 9:07 gleich Grenznutzen von 1 gleich Grenznutzen von 2 gleich Grenznutzen von allen anderen Nachfragern bei öffentlichen Gütern ist 9:17 das jetzt anders denn bei öffentlichen Gütern herrscht keine Rivalität im Konsum wenn Sie also wissen wollen wie viel würden die denn Nachfragen von rein 9:28 in Flammen Feuerwerk und sie wollen wieder nullpreis setzen das heißt sie orientieren sich an der Sättigungsmenge dann wäre es unsinnig 9:37 die Sättigungsmenge von Individuum 1 zu der Sättigungsmenge von Individuum 2 dazu zu addieren das wäre viel zu viel die können dieselben Raketen angucken 9:47 sie gehen also umgekehrt vor die Sättigungsmenge von N2 ist vollkommen ausreichend weil N1 schon vorher erst mitkonsumiert hat und dann abgewunken 9:58 hat und schon nach Haus gegangen ist denn seine Sättigungsmenge wurde früher erreicht deshalb gehen sie bei öffentlichen Gütern anders vor Sie 10:05 addieren hier die Nachfrage vertikal auf das heißt sie fragen wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft des einzelnen Individuums bei einer bestimmten Menge 10:17 und addieren diese Zahlungsbereitschaften auf denn das ist die das ist der Topf das ist das Budget was die Individuen gemeinsam dafür 10:27 ausgeben können ihre Nachfrage zu entfalten das heißt wenn sie umgekehrt vorgehen wollen sie wollen die Nachfrage der beiden für Feuerwerk bei reinen 10:37 Flammen aggregieren dann fragen Sie beispielsweise nach dem reservationspreis also wie hoch ist der Preis den N1 für die erste Rakete zu 10:48 zahlen bereit wäre ja also sie orientieren sich am ordinatenschnittpunkt wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft die 10:56 N2 für die erste Rakete investieren würde jetzt können Sie den reservationspreis von N1 zu dem reservationspreis von N2 zusammen 11:05 addieren und dann wissen Sie wie viel die beiden gemeinsam für die erste Rakete ausgeben würden so machen sie das für jede Menge sie fragen also bei einer 11:14 bestimmten Menge wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft in Summe vertikale Addition der Nachfrage ist die Marktnachfrage die gleichen sie 11:25 ab mit dem Marktangebot und erhalten so die gleichgewichtsmenge die nun beide Konsumenten oder alle nkonsumenten konsumieren werden und wenn 11:36 sie jetzt eben anders rum Fragen alle konsumieren dieselbe Menge aber wie viel werden Sie dafür bezahlen müssen dann orientieren sie sich wieder an den 11:43 individuellen nachfragekurven und fragen wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft von Individuum 1 und von Individuum 2 für diese Menge x Stern und die Summe 11:55 dieser beiden Zahlungsbereitschaften muss dann natürlich der dem Gleichgewichtspreis entsprechend der aufgebracht werden muss 12:02 damit der Anbieter auch diese Menge ausbringt hier ist jetzt die Überlegung also anders sie gleichen jetzt die 12:12 Grenzkosten des Anbieters die sich unverändert ermitteln lassen mit der Summe der Grenznutzen ab das heißt sie haben Grenzkosten des Angebots ist 12:24 gleich Grenznutzen von Individuum 1 plus Grenznutzen von um 2 plus Grenznutzen von allen 12:34 anderen theoretisch wäre das kein Problem das heißt wenn alle Individuum ehrlich und uneigennützig ihre wahre Zahlungsbereitschaft 12:45 offenbaren dann haben wir überhaupt kein Problem die effizielle effiziente bereitstellungsmenge festzustellen und diese Bereitstellung auch effizient zu 12:56 bepreisen nämlich mit Linder Preisen mit personifizierten Preisen jeder zahlt etwas anderes und zwar gemäß seiner Zahlungsbereitschaft für die letzte 13:10 Einheit so und jetzt kommt aber das Kriterium der nicht ausschließbarkeit die nicht ausschließbarkeit bereitet uns ein Problem sie führt nämlich dazu dass 13:20 die Strategie des drittbrettfahrens möglich wird Individuen können aufgrund der nicht ausschließbarkeit im Fall öffentlicher Güter davon aus gehen dass 13:29 sie sowieso von der Bereitstellung des Guts profitieren können wenn die andhal Zahlen wenn es also überhaupt zu reinenflammen kommt dann können Sie 13:39 reinenflammen auch sehen wenn Sie persönlich bei der Befragung behauptet haben sie hätten keine Zahlungsbereitschaft für 13:47 Feuerwerk und wenn sie ahnen dass sie gemäß Ihrer angegebenen Zahlungsbereitschaft herangezogen werden zur Finanzierung dann haben sie auch ein 13:57 Anreiz ihre W Zahlungsbereitschaft wenigstens zu untertreiben wenn nicht gar komplett zu negieren ja sie haben also einen Anreiz 14:07 ihre tatsächlichen Präferenzen zu verschleiern daraus gibt es die starke freew riderthes und die schwache free riderthes die starke free riderth würde 14:19 sagen nun ja wenn sowohl Individuum 1 als auch Individuum 2 diese anreizsituation durchdringen dann werden sie beide behaupten keinerlei 14:29 Zahlungsbereitschaft zu haben und dann kommt es schlicht zu keiner Bereitstellung des öffentlichen Guts es wird kein Feuerwerk geben there will be 14:39 nothing to free ride on empirisch ist das äußerst unwahrscheinlich empirisch kommt es auch bei öffentlichen Gütern fast immer zu 14:49 einer gewissen Bereitstellung das liegt an allen möglichen Dingen die eben nicht unmittelbar in unserem Modell in unserem simplen Vorstellung des 15:00 rationalverhaltens vorkommen deshalb gibt es zweitens die schwache freer riderth auch die führt zu einem Marktversagen sie besagt eben nur na es 15:09 ist aber immerhin plausibel dass einige oder im Grenzfall auch nur ein Individuum die wahre Zahlungsbereitschaft ein bisschen 15:18 untertreibt und sobald irgendjemand seine Zahlungsbereitschaft untertreibt wird es zu einer zu geringen Menge des öffentlichen Guts kommen das heißt 15:28 individu rationales Verhalten führt zu einem Kollektiv irrationalen Ergebnis es wird zu wenig bereitgestellt obwohl eigentlich mehr Feuerwerk lohnend 15:38 wäre nun notwendige Bedingung erfüllt damit wir einen Staatseingriff 15:48 erwägen können brauchen wir noch die hinreichende Bedingung wir müssen uns also fragen wie macht es denn der Staat wenn er mit öffentlichen Gütern 15:55 umgeht wenn das Parlament über die Bereitstellung öffentlicher Güter berätt dann wird es in irgendeiner Form die Menge 16:05 festlegen müssen und den finanziierungsanteil den der einzelne Bürger trägt wie machen die Politiker das nun 16:12 vermutlich werden sie Experten anhören um sich in irgendeiner Weise plausibel einer bestimmten Menge zu nähern allerdings ist klar die Experten 16:23 werden es nicht im Punkt genau wissen und zum zweiten kommt dazu im politischen Geschäft gibt es immer noch etwas andere Logiken ne man muss 16:32 vielleicht dem Koalitionspartner einen Gefallen tun man muss vielleicht dem ein oder anderen Lobbyisten etwas zurückgeben der einem vor kurzem doch 16:40 auch ganz gut geholfen hat und und und also warum genau wie die politische Entscheidung über die Menge getroffen wird steht in den Sternen und mit 16:48 Sicherheit wird es jedenfalls nicht die ideale Menge sein die wir gerade theoretisch abgeleitet haben denn auch in kollektiven 16:57 Entscheidungsprozessen mangelt es an einem Verfahren zur Ermittlung der tatsächlichen Zahlungsbereitschaft das heißt weder die 17:05 Menge noch die zahlungsanteile für einzelne werden ideal sein werden effizient sein wie in unserem Modell und das 17:16 bedeutet die Erwartung der Vorteilhaftigkeit einer staatlichen Bereitstellung öffentlicher Güter im Vergleich zur dezentralen Bereitstellung 17:27 muss im jeweiligen Einzelfall geprüft werden sie müssen im jeweiligen Einzelfall überlegen wie viel würde denn dezentral 17:37 bereitgestellt wie sehr werden untertreibungen das Ergebnis verzerren und wie viel kommt doch zustande wie genau können meine Experten 17:47 abschätzen was die richtige Menge ist wie genau werde ich mich an den Expertenrat halten können aufgrund der politischen 17:55 Machtkonstellation und wie schlimm finde ich die einheitliche Bepreisung aus dem Steueraufkommen sozusagen ne jeder zahlt halt seinen Steueranteil an dem 18:06 öffentlichen Gut das ist natürlich nicht dasselbe wie die Zahlungsbereitschaft für das bestimmte öffentliche Gut hat damit überhaupt keinen Berührungspunkt 18:13 wie schlimm im finde ich diese präferenzverfehlung die damit einhergeht das schlimmer oder weniger schlimm als wenn es dezentral nicht oder 18:25 zu wenig bereitgestellt wird das wird im Fall abzuwgen sein tschüss