Richtig schreiben lernen: Satzbau einfach erklärt │Deutsch A1 - B2 Lingster Academy https://www.youtube.com/watch?v=YyzJsN6cwHc Transkript (automatisch erstellt) 0:11 Hallo, liebe Zuschauer! Gut, dass ihr wieder eingeschaltet habt, denn das heutige Video wird euer Leben verändern! 0:22 Zumindest in Bezug auf Grammatik. Habt ihr euch schon mal gefragt, wie man einen korrekten deutschen Satz bildet? 0:33 Und wart ihr schon mal genervt, weil euer Satz einfach nicht korrekt war? Kennt ihr vielleicht Begriffe wie Satzbau, Satzstruktur oder 0:46 Reihenfolge von Wörtern in einem Satz, aber ihr habt keine Ahnung, was das ist? Dann ist das euer Video! 0:58 Ich hab euch hier mal eine Tabelle aufgebaut. Das ist ein Feldermodell und das Coole daran ist, im Prinzip passt jeder deutsche Hauptsatz in dieses Modell 1:11 und zwar nach ganz bestimmten Regeln. Ich gebe euch jetzt einige Beispiele 1:18 und ihr schaut einfach nur gut zu und versucht zu verstehen, was ich da mache, ok? Und was seht ihr jetzt? Links steht immer das Verb 1:38 und zwar ein konjugiertes Verb. Das heißt, es steht nicht im Infinitiv, sondern es passt zusammen mit seinem Subjekt. 1:48 Also ich arbeite, du arbeitest, er arbeitet, etc. Das kennt ihr ja schon. Das Verb ist der König im Satz 1:57 und das heißt, alles baut sich um das Verb herum auf. Aber was passiert, wenn ich jetzt Folgendes mache: 2:14 Seht ihr, was jetzt passiert ist? Ich habe aus dem ersten Satz ein Perfekt gemacht. Das Hilfsverb "hat" steht jetzt links 2:23 und das Partizip II "gearbeitet" steht rechts. Sie will Schokolade essen: Hier findet ihr einen Modalverb links 2:33 und dann muss das zweite Verb rechts im Infinitiv stehen. Meine Schwester wird ein Buch lesen: Futur I. 2:43 Auch hier haben wir einen Verbteil vorne, also links und rechts "lesen" steht wieder im Infinitiv. 2:52 Im vierten Satz findet ihr jetzt ein trennbares Verb. Der Infinitiv ist "ausstellen", aber es ist ja trennbar, also 3:02 packen wir "stellt" nach links und rechts wird mit "aus" besetzt. Im letzten Satz findet ihr wieder ein Modalverb und zwar im Präteritum. 3:16 Wir wollten nach Hause fahren: Rechts "fahren" muss im Infinitiv stehen. Ihr seht, ein Satz kann ein Verb haben, dann steht es links. 3:28 Es kann aber auch zwei Verben haben und dann steht links ein Verb und rechts steht das zweite Verb. Aber jetzt passt mal auf, denn ein Satz kann noch mehr Verben haben. 3:45 Der Satz "Meine Schwester hat ein Buch lesen können." hat jetzt ein Modalverb "können" und er steht im Perfekt, aber links kann nur das Hilfsverb stehen. 3:57 Das heißt, rechts stehen die beiden Verben im Infinitiv. Und bei dem Satz "Wir wollten nach Hause gefahren werden." handelt es sich um ein Passiv, 4:09 aber auch hier gilt, links kann nur ein Verb stehen und das heißt, rechts stehen die restlichen Verben aus dem Satz. 4:18 Insgesamt kann man sagen, ein Satz kann ein Verb haben, zwei oder drei oder auch mal vier Verben aber diese Verben zusammen bilden ein Prädikat. 4:31 Prädikat und Subjekt gehören zusammen. Man braucht mindestens diese beiden, um einen Satz zu bilden. Man kann ganz einfach nach dem Subjekt fragen mit "wer oder was?" 4:45 Wer oder was hat gearbeitet? Peter. Wer oder was will Schokolade essen? Sie. 4:52 Wer oder was hat ein Buch lesen können? Meine Schwester. Wer oder was stellt dem Patienten ein Medikament aus? Der Arzt. 5:02 Wer oder was wollte nach Hause gefahren werden? Wir. Ihr seht, alle diese Subjekte sind Menschen. Das heißt, man fragt immer mit "wer?". 5:15 "Was?" benutzen wir für alles, was kein Mensch ist. Oder manchmal ein Tier. Wichtig ist auch, dass das Subjekt immer im Nominativ steht. 5:27 Subjekt = Nominativ Manche Verben brauchen eine Ergänzung, das kann zum Beispiel ein Akkusativobjekt sein. 5:40 So ist es meistens der Fall. Wen oder was will sie essen? Schokolade. 5:47 Wen oder was hat meine Schwester lesen können? Ein Buch. Wen oder was stellt der Arzt dem Patienten aus? Ein Medikament. 5:59 Und auch hier haben wir drei Dinge, die keine Menschen sind. Das heißt, wir fragen nicht "wen?", sondern wir fragen "was?" 6:10 das Akkusativobjekt Selten braucht ein Verb ein Dativobjekt. Das ist bei diesem Verb hier der Fall. 6:22 Wem stellt der Arzt ein Medikament aus? Dem Patienten. "Dem Patienten" ist also das Dativobjekt. 6:31 Dativobjekt Das hier ist übrigens eine N-Deklination, aber das ist ein anderes Thema. 6:43 Wenn ihr euch noch unsicher seid bezüglich des Unterschieds zwischen Akkusativ- und Dativobjekt, dann schaut euch mein erstes Video an. 6:56 Verben brauchen fast nie ein Genitivobjekt. Es gibt wirklich nur ganz ganz wenige Verben, die ein Genitivobjekt brauchen 7:05 und die sind für Deutschlerner auch gar nicht so wichtig. Ein Verb zum Beispiel ist "bezichtigen". 7:12 das Genitivobjekt Und nicht zu vergessen: Präpositionalobjekte. Was?! 7:24 Ihr kennt doch Verben, die eine bestimmte Präposition brauchen, zum Beispiel "warten auf" oder "denken an". In diesen beiden Beispielen, erstens "Sie warten auf den Bus." fragen wir "Worauf warten sie?" 7:40 Also ist "auf den Bus" das Präpositionalobjekt. Im zweiten Satz "Peter denkt an seine Freundin." fragen wir "Woran denkt Peter?" bzw. "An wen denkt Peter?" 7:54 Also ist "an seine Freundin" ein Präpositionalobjekt. das Präpositionalobjekt 8:07 Gehen wir nochmal zurück zu den Sätzen vom Anfang. Wir haben jetzt also Prädikate, wir haben Subjekte und wir haben Objekte. 8:19 Aber wir wollen jetzt noch mehr Informationen einbauen. Und was sind das jetzt für Informationen? Das sind Adverbiale. 8:37 Und genau wie nach dem Subjekt oder nach dem Objekt kann man sie erfragen. Peter arbeitet am Wochenende gerne zuhause. Wann arbeitet Peter gerne zuhause? Am Wochenende. 8:52 Wie arbeitet Peter am Wochenende zuhause? Gerne. Wo arbeitet Peter am Wochenende gerne? Zuhause. 9:04 Wann isst sie Schokolade im Bett? Abends. Wo isst sie abends Schokolade? Im Bett. Wo liest meine Schwester ein Buch? Im Garten. 9:19 Wann fahren wir wegen des schlechten Wetters nach Hause? Morgen. Und warum fahren wir morgen nach Hause? Wegen des schlechten Wetters. 9:31 Wohin fahren wir morgen wegen des schlechten Wetters? Nach Hause. Seht ihr, Adverbiale sind keine Objekte, denn wir fragen nicht "wen" oder "was" oder "wem" oder "wessen" 9:44 oder "woran", "worüber", "womit", "wobei". Nein, das fragen wir nicht. 9:49 Bei Adverbialen stellen wir die Fragen "wann", "wo", "wie", "warum", "wie lange", ok? Trotzdem können sie im Akkusativ, Dativ oder Genitiv stehen 10:03 und der Grund dafür sind diese kleinen Wörter, die sogenannten Präpositionen. "am", "im", "im", "wegen" oder "nach". Die brauchen einen bestimmten Kasus. 10:17 das Adverbial Wenn ihr euch hier noch unsicher seid, dann schaut euch mein Video dazu an. 10:35 Und jetzt kommen wir zum letzten Teil des Videos, nämlich der gesamten Satzstruktur. Dass links und rechts Verben stehen, ist mittlerweile klar. 10:47 Es gibt übrigens auch ein "Hinten" und das ist für Nebensätze bestimmt. Aber das erkläre ich euch ein anderes Mal. 10:57 Wir schauen uns jetzt mal den vorderen Teil an. Was ihr hier seht, sind ausschließlich Subjekte. 11:05 Aber muss das so sein? Nein. Ihr könnt auch andere Informationen nach vorne stellen, schaut mal her. Am Wochenende arbeitet Peter gerne zuhause. Geht. 11:18 Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten. Zuhause arbeitet Peter gerne am Wochenende. Kein Problem. 11:27 Achtung! Natürlich müsst ihr dann am Satzanfang großschreiben. Die deutsche Satzstruktur ist relativ flexibel. 11:36 Wenn ihr eine Information betonen wollt, dann stellt ihr sie nach vorne. Das heißt, der Fokus in diesem Satz ist jetzt der Ort. Das heißt, zuhause arbeitet er gerne am Wochenende. 11:51 Achtung mit der Position des Subjekts. Denn wenn das Subjekt nicht hier vorne steht, dann steht es normalerweise direkt nach dem Verb links. 12:03 Gehen wir mal zum nächsten Satz: Sie isst abends Schokolade im Bett. Das ist die normale Satzstruktur. Aber auch hier können wir die Struktur einfach ändern. 12:15 Wir können zum Beispiel dieses Akkusativobjekt nehmen und stellen es nach vorne. So jetzt ist im Fokus die Schokolade. 12:25 Was müssen wir jetzt mit dem Subjekt machen? Richtig, wir stellen es direkt nach dem flektierten Verb. Jetzt ist die Schokolade im Fokus. Schokolade isst sie gerne, nicht etwa Kekse oder Currywurst. Versteht ihr? 12:45 Hier ist jetzt das Objekt im Fokus, weil es vorne steht. Also prinzipiell kann alles vorne stehen, was ihr betonen möchtet 12:54 außer ein Verb, das muss immer links stehen. Hä, denkt ihr dir jetzt vielleicht, 13:00 aber bei Fragen und beim Imperativ steht das Verb doch ganz am Anfang. Jein. Die Frage ist jetzt: Isst sie abends Schokolade im Bett? 13:13 Ich kann auch im Imperativ sagen: Iss abends keine Schokolade im Bett! Seht ihr? Das Verb steht immer noch links, aber hier vorne steht keine Information 13:26 und deshalb sieht es so aus, als würde das Verb ganz am Anfang stehen. Das ist eine Ja Nein Frage. Ich kann aber auch eine offene Frage stellen. 13:37 Warum isst sie abends Schokolade im Bett? Seht ihr, jetzt ist die vordere Position wieder besetzt mit einem Fragepronomen. Schlau, oder? Hach, Grammatik... 13:51 Eine wichtige Sache noch: Vorne steht normalerweise nur eine Information also entweder das Subjekt, davon gibt es ja nur eins im Satz, 14:01 ein Objekt oder ein Adverbial. In der Standardsprache sagt man also nicht "Am Wochenende zu Hause arbeitet Peter gerne."* 14:12 Was man aber öfters hört und das kommt aus der gesprochenen Sprache ist zum Beispiel "Abends im Bett isst sie gerne Schokolade." 14:22 Die gesprochene Sprache erlaubt viel mehr als die geschriebene Sprache. Wir schauen hier aber auf das Standarddeutsch in geschriebenen Texten 14:32 und dieses erlaubt nur eine Information vorne. Das Problem ist ja, ein Muttersprachler kann gut einschätzen, 14:42 ob ein Satz grammatisch korrekt ist oder nicht. Aber ein Deutschlerner kann das nicht. 14:48 Das heißt, ihr wisst nicht, ob zwei Informationen vorne noch akzeptabel sind oder nicht. Grammatik ist nicht wie Mathematik. Es gibt nicht immer nur eine perfekte Lösung. Leider. 15:02 Deshalb mein Tipp: Benutzt vorne nur eine Information, dann könnt ihr gar nicht viel falsch machen. Seid ihr noch fit? Dann schauen wir uns noch die Mitte an. 15:15 Die Mitte ist super interessant, denn dort können ganz viele Informationen stehen auch nach bestimmten Regeln. 15:24 Obwohl Regel hier ein bisschen extrem ist. Wir sprechen von Tendenzen. Das heißt, nichts ist hundertprozentig gültig, aber zumindest meistens. 15:38 Tendenz Nr. 1: Subjekte stehen vor Objekten. Tendenz Nr. 2: Bekannte Information steht vor unbekannter Information 15:53 und die bekannte Information hat normalerweise einen bestimmten Artikel und die unbekannte Information hat einen unbestimmten Artikel. 16:02 So wie in diesem Beispiel: Der Arzt gibt dem Patienten ein Medikament. Dieser Patient ist bekannt, das Medikament ist unbekannt. 16:13 Das heißt, ich kann die beiden nicht vertauschen. Wenn ich sage: Der Arzt gibt ein Medikament dem Patienten, dann klingt das falsch. 16:22 Aber schaut mal her, was ich machen kann. Ich habe jetzt einmal "das Medikament", nämlich ein bestimmtes, bekanntes Medikament 16:30 und "einem Patienten", also ein unbestimmter, unbekannter Patient. Was kann ich jetzt damit machen? 16:39 Seht ihr, was passiert? Normalerweise steht das Dativobjekt vor dem Akkusativobjekt, aber das ist nicht immer der Fall, wie ihr hier seht. 16:50 Bekannte Information - bestimmter Artikel vor unbekannter Information mit unbestimmtem Artikel. Tendenz Nr. 3: Pronomen vor Nomen, 17:03 denn kürzere Information steht vor längerer Information, weil das für das Gehirn einfacher zu verarbeiten ist. 17:13 Hier sind zwei Pronomen: es und ihm Wie ihr seht, das Rosafarbene ist das Akkusativobjekt. 17:25 Der Arzt gibt es einem Patienten. Ich kann also nicht sagen: Der Arzt gibt einem Patienten es.* Das ist verboten! :) 17:33 Ich kann aber auch sagen: Der Arzt gibt es ihm. 17:40 Wenn ich zwei Pronomen habe, steht das Akkusativobjekt vorne und das Dativobjekt hinten. Was passiert jetzt aber, wenn ich das Medikament wieder austausche? 17:52 Kann ich sagen: Der Arzt gibt das Medikament ihm? Das geht nicht, weil das Pronomen nach vorne kommen muss. 18:03 Ich muss also wieder tauschen. Der Arzt gibt ihm das Medikament. 18:09 Es ist hier egal, ob eine Information bestimmt oder unbestimmt ist. Wichtig ist, das Pronomen muss nach vorne kommen. 18:19 Tendenz Nr. 4: Wenn ich eine Richtung angebe, zum Beispiel "Wir fahren von Berlin nach Hamburg." 18:28 dann muss der Start vor das Ziel. Ist ja auch eine logische Reihenfolge, oder? Ich sage also nicht: Ich muss nach Hamburg von Berlin, denn das ist unlogisch. 18:39 Ist das bei euch in eurer Sprache auch so? Für die letzte Tendenz musste ich ein bisschen Platz machen. 18:49 Alles, was wir gerade haben, ist ein Subjekt, nämlich meine Schwester. Achtung, was ich jetzt mache. 18:58 Und, wer von euch erkennt es? Es ist das te-ka-mo-lo. temporal, kausal, modal und lokal 19:07 Und zwar: Wann? Morgen. Warum? Wegen ihrer Prüfung. 19:14 Wie? Sehr fleißig. Und wo? Am Schreibtisch. 19:19 In der Realität gibt es nur sehr wenige Sätze, die alle diese vier Informationen beinhalten und zum Beispiel zusätzlich noch Objekte. 19:29 Aber es kann doch immer wieder vorkommen. Aber selbst wenn ihr nur zwei Informationen habt, 19:36 temporal steht vor lokal, okay? Insgesamt merkt euch einfach te-ka-mo-lo. 19:43 Wann? Warum? Wie? und Wo? Tendenzen 19:59 Ja, das war's schon wieder für heute! Wenn dir dieses Video gefallen hat und du etwas gelernt hast, dann abonniere jetzt meinen Kanal! 20:11 Ich bin übrigens auch bei Instagram und dort kannst du noch mehr Deutsch lernen und zwar jeden Tag! Ich sag tschüss, bis zum nächsten Video! Eure Julia