Dreißigjähriger Krieg & Westfälischer Frieden 1648 - PAX WESTPHALICA | Animationsfilm Westfalen im Film · LWL https://www.youtube.com/watch?v=YsV5JPqa9H8 Transkript (automatisch erstellt) 0:07 Deutschland im Jahr 1643. Seit 25 Jahren tobt einer der gewaltigsten militärischen Konflikte, 0:15 die Europa je gesehen hat: Der Dreißigjährige Krieg. 0:23 Er hat ganze Landstriche verwüstet und entvölkert. Anna ist erst Mitte Zwanzig. 0:31 Sie wurde im Krieg geboren und kennt nichts anderes. 0:49 Viele Jahre zuvor. Seit der Reformation 0:53 ist das Heilige Römische Reich Deutscher Nation konfessionell gespalten - in Katholiken und Protestanten. 1:01 Es gilt die Regel: Der Landesherr bestimmt über den Glauben seiner Untertanen. 1:06 Im Jahr 1618 kommt es in der böhmischen Hauptstadt Prag zu einem folgenschweren Ereignis, das ganz Europa in Brand setzen sollte. 1:18 Denn Ferdinand von Habsburg, der neue katholische König von Böhmen und künftige Kaiser, 1:24 hat ein Problem. Seine katholischen Statthalter 1:28 sind der überwiegend protestantischen Bevölkerung ein Dorn im Auge. 1:44 Kaiser Ferdinand rächt sich und lässt das aufständische Böhmen 1620 zurückerobern. 1:50 Im Südwesten Deutschlands erobern katholische Truppen die protestantische Pfalz. Nun mischt sich auch der dänische König in den Krieg ein. 2:06 Denn er ist Protestant und möchte seine deutschen Territorien sichern und ausbauen. 2:13 In den Folgejahren tritt erst Schweden, dann auch das verbündete Frankreich den Kämpfen bei. 2:24 Dass Schweden protestantisch und Frankreich katholisch ist, steht dem Bündnis nicht im Weg. 2:31 Spätestens jetzt geht es im Krieg nur noch um Macht und Einfluss. 2:35 Anführer von Söldnerheeren werden so reich und mächtig wie Könige. 2:41 Der Krieg ernährt den Krieg. Nach fast drei Jahrzehnten haben Gewalt, Hunger und Seuchen 2:49 große Teile der Bevölkerung dahingerafft. Kriegsmüdigkeit, Erschöpfung aber auch leere Kassen 2:56 zwingen die Kriegsparteien schließlich an den Verhandlungstisch. Als Verhandlungsorte wählen sie 3:09 die katholisch geprägte Stadt Münster und das protestantische Osnabrück. 3:14 1643 treffen dort die ersten Gesandten ein. Es ist der Beginn des ersten Friedenskongresses 3:21 in der europäischen Geschichte. Ein Verhandlungsmarathon beginnt. 3:26 Alle Entscheidungen müssen mit den Regierungen abgesprochen werden. Unterschiedliche Interessen und lange Postwege 3:32 sorgen für Verzögerungen. In jahrelanger Arbeit 3:39 erlangen die Diplomaten erste Teilerfolge. Manche von ihnen 3:43 erleben das Ende der Verhandlungen nicht mehr. Der federführende Abgesandte Spaniens 3:49 verstirbt bevor es zu einer Einigung kommt. Der Krieg dauert währenddessen unvermindert an. 3:59 Schwedische Truppen stoßen vor bis an die Donau. Je länger die Verhandlungen in Münster und Osnabrück dauern, 4:09 desto mehr Menschenleben fordert der Krieg. Dann endlich - im Jahr 1648 - ist es soweit. 4:19 Nach fünf Jahren des Verhandelns wird eine Einigung erzielt. Doch für viele kommt der Frieden zu spät. 4:34 Am Ende des Krieges ist fast jeder dritte Mensch im Reich tot. 4:41 Doch für die Zukunft gibt es Hoffnung. Denn der Westfälische Friede 4:46 ist der erste internationale Friedensschluss der Neuzeit. Er schafft einen Frieden, der über hundert Jahre währt. 4:55 Zudem legt er den Grundstein für die spätere Entstehung des Völkerrechts. 5:01 Es ist der Beginn einer neuen Epoche.