Frankreich wird zur Republik I Französische Revolution I musstewissen Geschichte MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=YMcYJ7QFSbU Transkript (automatisch erstellt) 0:00 In diesem Video erkläre ich euch, wie die Französische Revolution 0:03 nach den ersten umwälzenden Schritten weitergeht. Denn wenn sich eine solche Revolution ereignet, die alles neu macht 0:09 und die auch noch relativ blutig abgelaufen ist, dann bleibt das natürlich nicht ohne Folgen. 0:14 Alles, was du dazu wissen musst, jetzt: * Musik * 0:22 Schon am Beginn der französischen Revolution stürzt die alte Ordnung in sich zusammen. 0:26 Der König muss eine Verfassung unterschreiben, die seine Macht beschränkt. 0:30 Das Feudalsystem wird abgeschafft. Die Adligen und Geistlichen verlieren ihre Sonderrechte. 0:35 Die Menschen- und Bürgerrechte werden verkündet. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit haben sich durchgesetzt. 0:40 Und, jo, zack, fertig. Na ja nicht so ganz. 0:45 Schauen wir uns erst einmal die Verfassung an, die die Nationalversammlung verabschiedet. 0:49 Das wichtigste Ziel ist es, die absolute Macht des Königs einzuschränken. 0:53 Der König und seine Regierung müssen jetzt Gesetze umsetzen, die von der Nationalversammlung gemacht werden. 1:00 Damit ist die Gewaltenteilung, wie sie in der Aufklärung gefordert wurde, tatsächlich umgesetzt. 1:05 Außerdem dürfen die Menschen jetzt die Berufe ergreifen, die sie auch wirklich wollen. 1:10 Das Kirchengut wird eingezogen. Eine Nationalgarde unter dem Oberbefehl des Parlaments wird aufgestellt. 1:16 Die Privilegien und Sonderrechte des Adels sind abgeschafft. In dem Video über den Beginn der Französischen Revolution, 1:23 das ihr über das "i" findet, da habe ich euch erzählt, dass die Abgeordneten, 1:27 die für das Volk, den dritten Stand, gesprochen haben, Anwälte und Kaufleute waren. 1:32 Damit waren vier Millionen Bürger in der Nationalversammlung vertreten, aber die mehr als 20 Millionen Bauern und Landarbeiter 1:40 blieben eigentlich außen vor. Und so sieht auch die Verfassung aus, die verabschiedet wird. 1:46 Denn die politische Mitwirkung, das Wahlrecht, bekommen nicht alle. Die Verfassung bestimmt ganz genau, wer aktiver Staatsbürger ist 1:54 und auch wirklich wählen darf. Man muss mindestens 25 Jahre alt sein, 1:58 man muss eine direkte Steuer bezahlen, die wenigstens dem Wert von drei Arbeitstagen im Monat entspricht. 2:04 Man darf nicht Lohnempfänger sein. Man muss Eigentümer oder Nutznießer eines Besitzes sein 2:10 oder mindestens Mieter einer Wohnung. Und das trifft auf viele Menschen nicht zu. 2:15 Das heißt also, Mitmachen dürfen nur diejenigen, die ein Mindestvermögen besitzen. 2:20 Man nennt ein solches Wahlrecht Zensuswahlrecht. Die meisten Leute in Frankreich haben deshalb immer noch nix zu sagen, 2:26 denn sie sind zu arm, um wählen zu dürfen. Frauen sind sowieso ausgeschlossen. 2:31 Noch mal: Wir reden von mehr als 20 Millionen Bauern und Kleinbürgern. Die bleiben auch nach der Revolution arm, 2:38 denn die Großbürger, die bedienen sich jetzt. Zum Beispiel kaufen sie den Besitz auf, 2:43 der der Kirche und den Adligen genommen wurde. Deshalb fordern radikale Revolutionäre, 2:47 dass die Revolution nicht stehen bleiben darf, sondern dass sie weitergehen muss, 2:51 bis wirklich alle Bürger frei und gleich sind. Man nennt diese Leute Sansculotten. 2:56 Und sie beschreiben sich selbst so: Ein Sansculotte ist einer, der immer zu Fuß geht, 3:02 der keine Millionen, keine Schlösser besitzt und der keine Diener hat, der arbeitet. 3:07 Er hat immer einen Säbel blank, um allen Feinden der Revolution die Ohren abzuschneiden. 3:13 "Sansculotten" bedeutet wörtlich: Leute ohne Kniehosen. Also Leute aus der Unterschicht, die lange Hosen trugen 3:20 und sich so von den Adligen und den Großbürgern unterschieden haben, 3:23 die eben stylische Kniehosen getragen haben. Stylisch ist relativ. Damals war das ziemlich angesagt. 3:29 Die Unterschicht will also endlich auch was von der Revolution haben. Für die Großbürger dagegen ist die Revolution schon beendet. 3:35 Sie haben genau das erreicht, was sie wollten. Die bürgerliche Revolution steht aber noch von einer zweiten Seite unter Druck. 3:42 Denn da gibt es ja noch Tausende Adlige, und natürlich den König, die wollen, dass die Änderungen der neuen Verfassung 3:48 wieder aufgehoben werden und die Adligen wieder ihre Privilegien, ihre Sonderrechte, zurückbekommen. 3:54 Mehr als 40.000 Adlige sind aus Frankreich geflohen. Sie wollen die Revolution beenden 4:00 und die alten Verhältnisse wiederherstellen. Mitten in dieser schwierigen Lage 4:05 entschließt sich der König, Ludwig XVI., zur Flucht. Er verkleidet sich als Kammerdiener 4:10 und reist dann mitsamt seiner Familie aus Paris ab. Er will sich mit den geflohenen Adligen treffen, 4:15 um eine Armee aufzustellen, mit der er Frankreich zurückerobern kann. Aber das große Problem ist: 4:20 Schon am Abend desselben Tages wird er entdeckt und nach Paris zurückgebracht - wie ein Gefangener. 4:26 Die Menschen in Paris sind nicht gerade begeistert von ihrem König. Und radikale Revolutionäre nutzen die Lage, 4:33 um die Monarchie zu beseitigen. Sie fordern die Absetzung des Königs 4:38 und veranstalten eine Massendemonstration. Aber die Mehrheit in der Nationalversammlung 4:43 lässt die Nationalgarde die Demonstration mit Waffengewalt auflösen. Und schon wieder sterben viele Menschen. 4:48 Der König wird gezwungen, den Eid auf die neue Verfassung zu leisten. 4:52 Damit stimmt er seiner Entmachtung zu. Er ist zwar noch König, aber wirklich zu sagen hat er nichts mehr. 4:58 Die Lage bleibt trotzdem schwierig, weil die Menschen ja immer noch zu wenig zu essen haben. 5:03 Immer wieder gibt es in Paris und auch in anderen Orten von Frankreich große Unruhen. 5:08 Aber im Moment müssen sich die Anführer der Revolution mit anderen Sachen befassen. 5:12 In ganz Europa, besonders in Preußen und in Österreich, bekommen die Herrscher Angst, 5:17 dass es auch in ihren Ländern zu Revolutionen kommen könnte. Deshalb wollen sie das revolutionäre Frankreich militärisch besiegen 5:24 und die alte Ordnung wiederherstellen. Die Nationalversammlung erklärt Österreich den Krieg. 5:30 Aber Preußen und Großbritannien stellen sich auf die Seite Österreichs. Und die Nationalgarde, die neue Bürgerarmee, 5:38 ist den feindlichen Profiarmeen nicht gewachsen und verliert einige Schlachten. 5:42 Die Feinde dringen in Frankreich ein. Und da steigert sich die Wut gegen den König noch weiter, 5:49 der ja auf einen Sieg der Feinde der Revolution hofft. Die Pariser Bürger stürmen das Schloss 5:55 und der König flieht zur Nationalversammlung, wo er aber festgenommen wird. 5:59 Der König wird abgesetzt. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten gibt es in Frankreich keinen König mehr. 6:06 Frankreich ist jetzt eine Republik. Also ein Staat, in dem das Volk, 6:11 beziehungsweise eine vom Volk gewählte Regierung, die Macht hat. Sofort werden Neuwahlen durchgeführt, bei denen alle Bürger abstimmen dürfen. 6:19 In diesem Parlament, dem Nationalkonvent, sind die Jakobiner besonders einflussreich. 6:24 Diese Jakobiner sind radikale Verfechter der Revolution. Und einer der mächtigsten Wortführer ist Maximilien de Robespierre. 6:33 Er stellt den Antrag, den König zum Tode zu verurteilen. "Ludwig muss sterben, weil das Vaterland leben muss", sagt er. 6:41 Und tatsächlich beschließt der Nationalkonvent mit knapper Mehrheit, dass der ehemalige König hingerichtet werden soll. 6:48 Am 21. Januar 1793, im vierten Jahr der Revolution, wird Ludwig der XVI. mit einer Guillotine geköpft. 6:56 Und er ist nicht der Letzte, der diesem Gerät zum Opfer fällt. Denn die Jakobiner haben Angst, dass die Revolution scheitert. 7:03 Wie sich diese Revolution radikalisiert, das erfahrt ihr im weiteren Verlauf der Französischen Revolution. 7:09 Bis dahin könnt ihr euch anschauen, wie alles begann. Und wenn ihr Fragen habt zur Französischen Revolution 7:15 oder zu anderen geschichtlichen Themen, postet es in die Kommentare. Wir sind für euch da, versprochen. 7:20 Danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.