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Verwitterung, Erosion & Sedimente

Vorlesungen Dep. Erd- und Planetenwissenschaften7:13 3.193 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 44 Zeilen
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  1. [Musik] Hallo zusammen, wir sind heute im Engardin unterwegs im Vorfeld des
  2. Morteratschgletsches, der sich ein bisschen weiter hinten im Tal befindet. Hier im Gebirge ist die Witterung sehr rau. Im Winter kann es sehr kalt und
  3. ungemütlich werden und im Sommer kann es bei Sonnenschein schön warm werden. Die rauen Wetterbedingungen in den Bergen setzen den Gesteinen stark zu, wie z.B.
  4. diesen Brocken hier, der in der Mitte gespalten wurde. Was wir hier sehen, ist Verwitterung, die Zersetzung von Gesteinsmaterial.
  5. Alle Geste an der Erdoberfläche sind der Atmosphäre ausgesetzt und werden daher von Wind und Wetter angegriffen und zersetzt. Der Brocken von diesem Bild
  6. wurde durch die Frostverwitung oder Frostsprengung gespalten. In den wärmeren Jahreszeiten, wenn Schnee und Eis tagsüber auftauen und
  7. schmelzen, dann sickert das Schmelzwasser im Spalten und Ritzen im Gestein. Wenn dann nachts die Temperatur wieder unter 0° sinkt, dann gefriert das
  8. Wasser in den Ritzen und Spalten und dehnt sich dabei um 10% aus. Diese Volumenzunahme beim Gefrieren übt starken Druck auf die Spalten aus und
  9. vergrößert diese, bis das Gestein irgendwann auseinanderbricht und zum Teil sehr spektakuläre Formen entstehen können. Auf diesem Bild sehen wir einen
  10. kleineren Brocken, der durch die Frostsprengung in Scheiben geteilt wurde. Oft greift die Verwitterung entlang
  11. bereits bestehender Spalten und Klüften an. Diese entstanden z.B. während einer Gebirgsbildung oder anderen tektonischen Prozessen.
  12. [Musik] Man unterscheidet grob zwischen zwei Arten der Verwitterung, die physikalische Verwitterung und die
  13. chemische Verwitterung. Die physikalische Verwitterung lockert Gestein durch mechanische Prozesse auf, während die chemische Verwitterung
  14. Mineralien im Gestein auflöst oder umwandelt. Die Frostsprengung, die wir bereits kennengelernt haben, ist eine Form der physikalischen Verwitterung.
  15. Weitere Arten von physikalischer Verwitterung sind z.B. Wurzelsprengung, also das Baumwurzeln in Ritzen im Gestein eindringen, dort größer werden
  16. und so das Gestein aufsprengen oder in diesem Fall den Asphalt. Die Exfoliation ist die Abschalung von dicken Gesteinsplatten, die meist parallel zur
  17. Landoberfläche laufen. Wir sehen hier ein schönes Beispiel aus dem Josemity Nationalpark in den USA. Zur Exfoliation kommt es durch
  18. Druckentlastung, also wenn Gesteine, die in großen Tiefen gebildet werden, langsam gehoben werden und an der Erdoberfläche freigelegt werden. Bei der
  19. chemischen Verwitung werden Gesteine bzw. deren Mineralien chemisch verändert und je nachdem aufgelöst. Z.B. kann zweiwertiges Eisen in Mineralien in
  20. dreiwärtiges Eisen oxidiert werden oder Feldspäter können durch die sogenannte Hydrolyse in Tonmineralien umgewandelt werden. Eine weitere wichtige Form der
  21. chemischen Verwitterung ist die Karbonatlösung, bei der Karbonatgesteine, also z.B. Kalkstein, aufgelöst wird. Dadurch
  22. entstehen spezielle Gesteinstrukturen aus Rinnen und Spalten, sogenannte Schratten. Die Auflösungserscheinungen im Kalkstein werden als Karst
  23. bezeichnet, den wir hier an der Schrattenflu sehr schön sehen. Da die chemische Verwitterung an der Gesteinsoberfläche ansetzt, ist sie umso
  24. effektiver, je größer die Oberfläche ist. Und die Gesteinsoberfläche ist umso größer, je stärker ein Gestein mechanisch zerkleinert ist.
  25. Ein Würfel von 1 m Kantenlänge hat eine Oberfläche von 6 m². Zerteilen wir diesen Würfel in acht kleinere Würfel mit einer Kantenlänge von 0,5 m, dann
  26. haben wir noch immer dasselbe Gesamtvolumen, aber neu eine Gesamtoberfläche von 12 m². Wir haben also durch mechanische
  27. Zerkleinerung, also die physikalische Verwitterung, die Gesteinsoberfläche erhöht, ohne das Volumen zu verändern. Daher gibt es eine Rückkopplung. Je
  28. stärker die physikalische Verwitterung, desto größer die Gesteinsoberfläche und desto effektiver ist auch die chemische Verwitterung. Das Ganze funktioniert
  29. aber auch umgekehrt. Je lockerer und brüchiger ein Gestein durch die chemische Verwitterung geworden ist, desto besser kann die physikalische
  30. Verwitterung, z.B. die Frostsprengung, das Gestein weiter zerkleinern. [Musik] Die Verwitterung zersetzt das Gestein
  31. und bildet lockeres Material. Dieses Lockermaterial kann anschließend tallwärts transportiert werden durch einen Gletscher oder einen Bach oder
  32. einen Fluss. Wird verwittertes Lockematerial abtransportiert, also weggebracht, dann spricht man von Erosion. Während dem Transport im Wasser
  33. wird das verwitterte Gesteinsmaterial weiter zerkleinert und gerundet. Je länger der Transport im Wasser, desto kleiner, gerundeter und desto besser
  34. sortiert sind die Komponenten oder Klasten. Gut sortiert bedeutet, dass die Klasten in einem Fluss oder einem Bach ungefähr alle die gleiche Korngröße
  35. haben. Nach dem Transport wird das erodierte Material abgelagert und man spricht von einem Lockersediment. Ein paar Meter hinter mir sehen wir den
  36. Morterschgletscher sowie einen Schmelzwasserbach, der aus dem Gletscher herauskommt und hier durchfließt. Das Lockmaterial, das um uns herum hier
  37. liegt, wurde entweder vom Gletscher hierher gebracht oder von Schmelzwasserbeächen wie dem hinter uns. Der Transportweg dieses Materials war
  38. also extrem kurz und daher ist dieses locker Material erstens sehr schlecht sortiert. Wir haben riesige Brocken wie den auf dem ich hier sitze bis hin zu
  39. feinkörnigem Sand der hier herumliegt. Weiter sind die Komponenten hier auch sehr schlecht gerundet, wie man an diesem Stück sehen kann.
  40. Über dem Bach hier wird das Lockermaterial immer weiter teilwärts transportiert, wo es irgendwann in größere Flüsse verfrachtet wird und wenn
  41. viel Zeit vergeht, erreicht dieses Lockermaterial dann irgendwann das Meer. Je weiter es Richtung mehr transportiert wird, desto kleiner, runder und besser
  42. sortiert werden die Komponenten. Daher finden wir an Flüssen in Alpnähe tendenziell eher schlecht sortierte Sande bis Kiese, währendr wir Richtung
  43. Meer eher gut sortierte Sande bis Tone finden an den Flüssen. Gut, so viel zur Verwitung und den Sedimenten. In der Vorlesung werdet ihr noch mehr dazu
  44. hören und wir sehen uns im nächsten Video. Bis dann. Ja.

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