GLEICHHEIT UND GERECHTIGKEIT - Wie sieht es damit in Deutschland aus? Abdelkratie https://www.youtube.com/watch?v=Wq-O5BwJyU4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo! Heute geht es um 2 wirklich wichtige Themen. 0:03 Gleichheit und Gerechtigkeit. Ach nee, Moment. Stopp! 0:05 Diese Worte muss man mit dem nötigen Pathos sprechen, da muss man sich 'n bisschen reinsteigern: GLEICHHEIT UND GERECHTIGKEIT! 0:15 (HIPHOP-Musik) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. 0:21 Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, 0:27 seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. 0:32 Und das ist nicht irgendein Artikel 317 irgendwo, ... ... sondern Artikel 3 in unserem Grundgesetz. 0:38 Die Idee der Gleichheit ist ja noch gar nicht so alt. Früher gab es ganz offiziell eine „Ständegesellschaft“. 0:44 Oben der Adel ... Aahhh ... ... und unten das einfache Volk. 0:49 Eine richtig geile Sache, ... ... zumindest für den Adel. 0:52 Für das Volk war das aber ziemlich Kacke. Die hatten nämlich gar nichts zu melden. 0:56 Heute geben wir uns mehr Mühe, den ganzen Bums mit der Gesellschaft einigermaßen sozial gerecht zu gestalten. 1:00 Und das ist gar nicht so einfach. Deswegen geben wir uns ja Mühe. 1:04 Wir sehen vielleicht nicht alle gleich aus, sind aber alle gleich viel wert. Klingt wie ein Satz aus 'nem Bollywoodfilm, aber es stimmt. 1:10 Egal ob Junge, Mädchen oder Divers, Schwarz oder Weiß, aus Asien oder aus Nordafrika. Huch! 1:17 Das bin ja ich ... Ach, wie süüüüß! Alles andere wäre auch unfair oder findet ihr nicht? 1:23 Man kann doch nicht andere Menschen diskriminieren wegen Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft, Hautfarbe oder ob sie auf Männer oder Frauen stehen. 1:30 Was ich mir nicht aussuchen kann: Ob andere Menschen mir gegenüber Vorurteile haben. Wenn ich zum Beispiel vor 'nem Café stehe, glauben viele, ich bin Türsteher. 1:36 Frauen, die rein wollen, zeigen mir unaufgefordert, was sie in der Tasche haben. Ich hab halt einfach 'ne Türsteher-Ausstrahlung. 1:41 Sogar in Situationen, in denen es eigentlich gar keinen Türsteher gibt. (Spannungs-Musik) 1:48 Aber was anderes kann ich mir aussuchen. Nämlich, was ich aus meinem Leben mache. 1:52 Und das nennt man … … CHANCENGLEICHHEIT. 1:54 Super Sache, einfach erklärt: Alle bekommen die gleichen Chancen. Auch wenn das nicht extra im Grundgesetz steht, 1:59 kann jeder bei uns zum Beispiel Abitur machen und studieren. Theoretisch. 2:04 Praktisch sieht das Ganze aber anders aus. Die Schulbildung ist wie ein großes Rennen. 2:08 Und alle können gewinnen. Aber einige Kinder bekommen direkt beim Start einen Vorsprung und andere starten in der 2:13 Umkleidekabine. Jetzt denken einige vielleicht: „Das gibt´s doch gar nicht mehr!“ Doch! 2:18 Dafür gibt's sogar ein Wort: SOZIALE UNGLEICHHEIT. 2:21 Hässliches Wort. Weg damit! 2:23 Leute, Vorsicht! Die soziale Ungleichheit ist ziemlich tricky. 2:26 Es ist nämlich nicht nur so, dass Leute mit viel Geld schickere Häuser und Autos haben, nicht nur mehr Bling Bling und so ... 2:31 Maschine ya. Und sie leben auch sicherer. 2:34 In Vierteln mit weniger Kriminalität und Gewalt ... Fein! Kinder aus wohlhabenden Familien haben einen sehr guten Zugang zu Bildung. 2:41 Ironischerweise schicken auch liberale, weltoffene Eltern, wenn sie es sich leisten können, ihre Kinder doch lieber auf Schulen, wo man mit anderen Besserverdienern unter sich ist. 2:48 Oder auf Privatschulen. Meine Eltern hatten keine Kohle, waren aber trotzdem sehr motiviert: 2:53 Die wollten mich sogar mal auf einer Waldorfschule anmelden, aber es ist leider absolut unmöglich meinen Namen zu tanzen. 2:58 (Esoterik-Musik) Wie sieht es denn im Moment aus? 3:07 Gelingt es uns aktuell, soziale Ungleichheit zu bekämpfen? Ich sag' mal so: 3:11 Kinder aus der Oberschicht haben öfter Abitur, sie haben später bessere Jobs, sie verdienen mehr Geld und erben dann von ihren Eltern auch noch mehr. 3:18 Das sei ihnen alles gegönnt. Es geht hier nicht um Neid. Aber so haben wir dann viel Geld, das sich bei wenigen Menschen anhäuft. 3:24 So wird soziale Ungleichheit immer extremer. Übrigens: Soziale Ungleichheit hat nicht nur mit Geld zu tun. 3:29 Chantal hat es bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz vielleicht schwerer als Charlotte. Aber immer noch um einiges leichter als Aygül! 3:35 Ich weiß, man könnte jetzt sagen: „Ja, aber Menschen, die viel verdienen, zahlen auch mehr Steuern und davon werden Sozialleistungen bezahlt. 3:42 Haben doch alle was von.“ Das ist alles schön und gut, ändert aber eine Sache nicht: 3:45 (Spannungs-Musik) Wer mit dem Lachsbrötchen im Mund geboren wurde, 3:49 der hat wahrscheinlich sein Leben lang Lachsbrötchen. Und die anderen eben nur Fleischwurst. 3:53 Bäh. Dass ein so reiches Land wie Deutschland 3:56 keine echte Chancengleichheit im Bildungssystem hinkriegt, das ist schon sehr peinlich. Ah, Moment! 4:02 Ich weiß, was ihr jetzt vielleicht denkt: „Wenn Deutschland das nicht hinbekommt, dann hab ich einfach Pech gehabt!“ 4:07 Falsch, das Zauberwort heißt ... … LEISTUNGSBEREITSCHAFT! 4:11 Ich habe jetzt und hier die Freiheit für mich zu entscheiden, dass ich heute lieber, sagen wir mal ... 4:16 (Videospiel-Hintergrund-Sound) Ok, Chancengleichheit gibt es nicht. 4:20 Das habe ich jetzt verstanden. Das müssen die Verantwortlichen endlich mal in den Griff kriegen. 4:24 Und wer sind die Verantwortlichen? Natürlich der Staat, natürlich die Unternehmen, aber auch die Gesellschaft. 4:29 Wir alle! Wenn wir schon fordern, dass sich alle in die Gesellschaft einbringen, 4:33 dann müssen wir auch dafür sorgen, dass alle die gleichen Möglichkeiten bekommen. Im Moment läuft das ja nach dem Prinzip: 4:38 Du kommst hier nicht rein, aber du musst mittanzen. Leute, so wird das nix. 4:41 Es kann nur ein Ziel geben: Chanchengleichheit für alle! Aber was machen wir so lange? 4:46 Ich kann den ganzen Tag auf der Couch sitzen, Computer zocken und sagen: „Ist doch eh alles Scheiße, ich hab doch eh keine Chance.“ 4:51 Ja, kann ich machen, einziger Haken: Das würde nichts bringen. Ganz im Gegenteil: Die soziale Ungleichheit würde nur noch größer werden, 4:59 weil ich dann nicht so viel Geld hätte wie einer, der sich bemüht und arbeiten geht. (PlingPling) 5:04 Oh, das bedeutet ja auch, dass ich mir nie wieder ein neues Game kaufen kann. (Ping) 5:07 Genau! (Ping) 5:08 Aber irgendwie logisch, und auch ziemlich gerecht. Hier mein Ratschlag: Zockt weiter Computer, hängt rum, 5:13 macht Sachen, die euch Spaß machen. Aber denkt ab und zu auch an eure Zukunft. 5:17 Haut rein. Schaltet in den Rockymodus. Aufgeben ist keine Option. 5:20 Nutzt eure Chance. Ja, ihr werdet mehr schwitzen müssen als Jugendliche aus einer besseren Schicht, 5:24 aber glaubt mir: Es lohnt sich! Ich fang gleich damit an und les' ein Buch - und dann? 5:29 Genau! Dann zock' ich weiter, denn auch dabei kann man was lernen … … Koordination, Strategie, Reflexe … … immer die Ruhe bewahren und natürlich 5:37 ein guter Verlierer zu sein. Also das gilt für euch, denn ich verliere ja nicht. 5:40 (Ping-Pong) (Game over-Sound) 5:42 Scheiße! (klirr)