Faszination Universum: Die Reise zum Rand der Welt | Harald Lesch | Ganze Folge Terra X Terra X History https://www.youtube.com/watch?v=Wbfp4_HQQPM Transkript (automatisch erstellt) 0:26 Ein wirklich gruseliger, aber zugleich faszinierender Gedanke: Unser Universum hört womöglich nie und nirgends auf, 0:34 grenzenlos und ohne Ende. Kann das wirklich sein? 0:41 Die Vorstellung, der Kosmos könne unendlich sein, sprengt die Grenzen unseres Denkens. 0:47 Selbst in der Wissenschaft galt Unendlichkeit lange als undenkbar. Wer sie dennoch zu denken wagte, spielte mit seinem Leben. 1:01 Doch der Lockruf des Unbekannten lässt uns nicht los. Lassen sich die Weiten des Kosmos vermessen? 1:11 Können wir gar den Rand erblicken? Faszination Universum aus dem großen Refraktor in Potsdam 1:31 mit Professor Harald Lesch. Herzlich willkommen bei Faszination Universum. 1:38 Wir leben an der Küste eines kosmischen Ozeans. Mal abgesehen von der Sonne und dem Mond 1:44 gibt's da oben zwar ein paar Planeten. Aber bereits die nächsten Sterne sind funkelnde winzige "Etwasse". 1:51 Ansonsten ist da oben nichts, völlige Leere, keine Grenzen, totales Nichts. 1:57 Wenn man das mal wirklich an sich herankommen lässt, diese Abgründe an Raum und Zeit, 2:03 dann ist das schon eine sehr gruselige Vorstellung. Dabei brauchen wir Orientierung, damit wir wissen, 2:09 wer wir und wo wir sind im Kosmos. Wir möchten gerne wissen: Hier fängt was an, da hört was auf. 2:16 Wir brauchen Kanten, Ränder, Grenzen. Aber da oben scheint nichts zu sein. 2:20 Also loten wir das Universum aus und würden am liebsten selbst an die Grenzen des Alls fliegen. 2:27 Aber wenn wir das nicht können, dann schicken wir Boten dahin. Einer davon ist seit 40 Jahren unterwegs: 2:35 Es ist das am weitesten entfernte von Menschen gemachte Objekt. Und es pfeift immer noch elektronisch. 2:44 * Pfeifton * Der Name ist Programm: Voyager – Reisende im All. 2:53 Zwei baugleiche Sonden sind seit mehr als 40 Jahren unterwegs. Hinter Voyager 2 liegen inzwischen 18 Milliarden Kilometer. 3:06 Vor ihr kosmisches Neuland. Ihre Mission: Signale liefern aus dem Raum zwischen den Sternen. 3:14 Dass Voyager dabei die Grenze dessen, was wir vom Universum wissen, so weit hinausschieben würde, 3:21 hatten die Entwickler selbst nicht auf dem Plan. Die "galaktische Tour" hat inzwischen ungeahnte Dimensionen angenommen. 3:35 In den 1960er Jahren steckt die Raumfahrt noch in den Kinderschuhen. Erfolgreiche Weltraum-Missionen und der technologische Fortschritt 3:44 eröffnen schließlich neue Perspektiven. Das Ziel: Mit unbemannten Sonden in noch unerforschte Gebiete vordringen, 3:51 zu den äußeren Planeten unseres Sonnensystems. * Musik * 4:04 Von der Erde aus waren selbst mit den stärksten Teleskopen die äußersten Planeten wie Uranus und Neptun 4:11 nur als winzige Punkte zu erkennen. Bis zum Jupiter waren die ersten Sonden schon vorgedrungen. 4:19 Doch man will weiter hinaus. Das Problem: Die Sonden müssen stark beschleunigt werden, 4:27 um die großen Distanzen zu überwinden. Berechnungen zeigen, dass die Planeten selbst 4:33 ihnen diesen Anschub verleihen können. Doch nur dann, wenn sie günstig zueinander stehen. 4:39 Ein Glücksfall, der nur alle 176 Jahre eintrifft. Die Experten wissen: Ende der 1970er Jahre 4:46 wird sich genau dieses Zeitfenster öffnen. Dann werden die Planeten wie an einer Kette gereiht liegen. 4:54 Eine Sonde könnte so beim Vorbeiflug an Jupiter und Saturn an Schubkraft gewinnen, um auch die entfernteren, Uranus und Neptun, 5:02 zu erreichen, so die Theorie. 1977 eröffnet sich die einmalige Gelegenheit. 5:11 Gleich zwei Sonden will man auf den Weg schicken: Voyager 1 und 2. Um möglichst viele Daten im Planetensystem zu gewinnen, 5:23 lenkt man die Sonden auf verschiedene Routen. Voyager 2 wird in Richtung Jupiter 5:30 und dann zu den noch weiter entfernten Planeten dirigiert. Ausgestattet mit den besten verfügbaren Kameras. 5:41 Jetzt muss es sich zeigen, ob der Plan der Ingenieure funktioniert. Zwei Jahre später. 5:51 Die Aufnahmen von Jupiter enthüllen Details, die so noch nie jemand gesehen hat. 5:56 Der scheinbar starre Himmelskörper zeigt sich als erstaunlich dynamisch 600 Millionen Kilometer entfernt. 6:05 Die hochaufgelösten Bilder übertreffen die Erwartungen der Forscher. 6:10 Was werden sie beim Vorbeiflug an Saturn zu Gesicht bekommen? Weitere zwei Jahre später sorgt Voyager erneut für eine Überraschung. 6:19 Bisher hatten die Forscher einen Saturn-Ring ausmachen können. Jetzt zeigen sich tausende aus Gesteins- und Eisbrocken. 6:35 Ob die kleine Aluminiumkapsel auch die Distanz bis Uranus durchhält? Niemals ist ein menschengemachtes Objekt bis dorthin vorgedrungen. 6:45 Den "Vätern der Sonde" bleibt nur: warten. Fünf Jahre vergehen. 6:52 Dann endlich: erste Aufnahmen einer fremden, 3 Milliarden Kilometer entfernten Welt. 6:58 Etwa drei Stunden benötigen die Signale bis zur Erde. Nur wenige Meter klein. 7:10 Aber die "Reisende" hat für die Forscher die Grenzen der bekannten Welt immer wieder hinausgeschoben. 7:18 Zwölf Jahre nach dem Start erreicht Voyager 2 Neptun. Durch die Aufnahmen der Sonde entpuppt er sich als Riese 7:25 mit den mächtigsten Stürmen aller Planeten. * Musik * 7:37 Es ist der Höhepunkt der Mission. Die Tour endet hier, und das beim Start Unvorstellbare ist erreicht: 7:45 eine menschliche Vorhut am Rand des Planetensystems. Doch Voyager reist weiter. 7:53 In der Dunkelheit des Alls werden die Kameras abgeschaltet. Aber die Neugier ist geweckt. Wie geht es dahinter weiter? 8:06 Die Messinstrumente liefern auch jenseits der Planetenbahnen noch Hinweise für die Forscher: 8:12 Ein Strom aus elektrisch geladenen Teilchen, der noch 5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt messbar ist. 8:20 Selbst auf diese Distanz steht der Weltraum noch unter dem Einfluss der Sonne. 8:28 Unaufhörlich schleudert die Sonne rund eine Million Tonnen Partikel pro Sekunde ins All, den Sonnenwind. 8:35 Die Teilchen breiten sich aus, weit über das Planetensystem hinaus. Ihre Reichweite beschreibt die "Heliosphäre". 8:48 Da Voyager noch immer sendet, bekommt die Sonde eine neue Aufgabe: die Größe der Heliosphäre bestimmen mittels ihrer Teilchen-Detektoren. 9:01 Der Kontakt zur Erde wird mit zunehmender Entfernung schwächer. Die Signale benötigen nun bereits 15 Stunden, 9:08 doch noch immer senden die Detektoren Daten: Der Rand der Blase ist noch nicht erreicht. 9:15 * Musik * Dann: Innerhalb eines halben Tages Ende 2018 zeigen die Signale 9:24 von Voyager einen radikalen Abfall der Sonnenwindteilchen. Der Beweis, dass die Sonde die Grenze der Heliosphäre erreicht hat. 9:35 Und damit die Einflusssphäre des Sonnenwindes. Fast 17 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt 9:41 tritt der menschengemachte Späher in den interstellaren Raum. Nun sind die technischen Möglichkeiten tatsächlich ausgereizt. 9:52 Welche Welten die "Reisende" nun erreicht, werden wir nicht erfahren. 9:59 Wir stoßen damit an eine unüberwindbare Grenze. Es ist, als hätten wir eine hohe Mauer erreicht, eine Schwelle, 10:07 über die wir nicht hinwegkönnen. Letztendlich wird uns Voyager für immer verlassen. 10:17 In ein paar Jahren wird die Stromversorgung versiegen. Und dann kommt der berühmte letzte Piep, die letzte Messung. 10:25 Dann werden wir nie wieder etwas von ihr hören. Und was sie dann erleben wird, das können wir nur erahnen. 10:33 Es geht uns ein bisschen so, wie der jungen Dame da. Wir sind fasziniert, wir haben erste Hinweise. 10:40 Und wir würden auch gerne die Grenze überwinden, aber wir schaffen es nicht. 10:48 Es ist kein Wunder, dass unsere Fantasie gerade da mit uns besonders durchgeht, wo wir nur was erahnen können. 11:02 * Geräusche und Stimmen * Dieses nicht genau wissen ist die Quelle der ältesten Geschichten 11:20 der Menschheit, der Sagen und der Mythen. Aber es gab auch immer Menschen, die über die Grenzen dieser Geschichten 11:27 hinaus gedacht haben. Und die kamen oft zu erstaunlichen Erklärungen. 11:36 Alexandria im 3. Jahrhundert v. Chr. Die Stadt am Mittelmeer 11:41 erblüht zum wissenschaftlichen und kulturellen Zentrum. In der Bibliothek ist das Wissen jener Zeit gesammelt. 11:52 Sie steht unter der Leitung eines vielseitig Gelehrten: Eratosthenes von Kyrene. 11:58 Neben seiner Tätigkeit als Lehrer macht er sich die Fülle an Schriften für seine Forschung zunutze. 12:05 Er will nichts weniger als die bekannte Erde kartieren, ohne sie selbst bereisen zu können. 12:20 Seine Herangehensweise, die Welt systematisch und rational zu erfassen, steht im Widerspruch 12:26 zu den mythisch geprägten Vorstellungen jener Zeit. Die meisten Menschen erklären sich die Rätsel der Welt 12:35 durch das Wirken von Göttern. Erzählungen von Helden wie Odysseus unterhalten. 12:43 Sie deuten aber auch unerklärliche Phänomene. Zum Beispiel die gefährliche Strömung in der sizilianischen Meerenge, 12:55 der "Straße von Messina". Diese wurde schon so manchem Seefahrer zum Verhängnis. 13:01 Die genauen Ursachen waren damals unbekannt. Aber die stete Gefahr inspirierte zu fantastischen Geschichten. 13:12 In Homers Odyssee hausen an jener Meerenge zwei Seeungeheuer, Skylla und Charybdis, 13:18 die für Odysseus eine Durchfahrt lebensgefährlich machen. Eratosthenes genügen derart mythologische Deutungen 13:33 für Naturphänomene nicht. Er betreibt Wissenschaft als objektive Beobachtung der Natur. 13:42 Er glaubt verbreiteten Theorien nicht. Zu jener Zeit vermuten manche Gelehrte, die Erde sei eine Kugel. 13:50 Aber stimmt das? Seine Schüler lehrt er, Belege über die Gestalt der Erde zu sammeln, 13:57 ausschließlich durch genaue Beobachtung. Der Blick auf den Horizont vermittelt zunächst: 14:03 Die Erde sei flach. Beobachtet man jedoch ein Schiff, 14:10 wenn es sich entfernt, verschwindet zuerst der Rumpf. Die Segel bleiben dagegen länger zu sehen. 14:16 Ein Beleg für die Krümmung der Erde. Eratosthenes kennt noch weitere Hinweise für die Kugelgestalt. 14:23 Ob man daraus wohl auch die Größe der Erde ableiten kann? Der Gelehrte beobachtet die Veränderungen von Schatten 14:33 mit dem Stand der Sonne. Darin findet er alles, was er zur Berechnung des Erdumfangs braucht. 14:41 Die beiden Orte, Alexandria und Syene, liegen fast auf der gleichen "Mittagslinie", das heißt: 14:47 Die Sonne erreicht dort fast zeitgleich ihren Höchststand. In Syene beobachtet Eratosthenes, dass sich am Tag 14:56 der Sommersonnenwende die Sonne bei ihrem Höchststand in einem tiefen Brunnen spiegelt. 15:02 Ihre Strahlen also fast senkrecht zur Erde fallen. Objekte werfen dann kaum Schatten. 15:10 Am gleichen Tag auch bei Sonnenhöchststand lassen sich im nördlich gelegenen Alexandria 15:16 jedoch deutlich längere Schatten beobachten. Wie konnte das sein, dass in Syene kein Schatten zu sehen ist, 15:30 während zur gleichen Zeit in Alexandria ein Schatten auftaucht? Man wusste ja schon damals, 15:37 dass die Sonnenstrahlen parallel auf die Erde fallen. Dann wäre bei einer flachen Erde völlig klar: 15:44 Entweder es gibt keinen Schatten bei Sonnenhöchststand. Oder es gibt 'nen Schatten bei Sonnenhöchststand. 15:51 Dass an beiden Orten solche unterschiedlichen Schattenlängen sind, das lässt sich nur lösen, 15:57 indem die Erde tatsächlich gekrümmt ist. Damit konnte Eratosthenes die Krümmung des Planeten Erde bestimmen 16:04 und den Umfang unseres Planeten berechnen. Allein die unterschiedlichen Schattenlängen 16:12 und die Entfernung zwischen den beiden Orten genügen für die Berechnung. 16:17 Da die Sonnenstrahlen parallel auf die Erde treffen, kann Eratosthenes in Alexandria den Einfallswinkel der Sonne bestimmen. 16:25 Und er stellt fest: Dieser Winkel entspricht dem Winkel, der bei Verlängerung der Achsen zwischen beiden Städten 16:32 im Erdmittelpunkt entsteht. Dieser Winkel passt genau 50 Mal in einen Vollkreis. 16:45 Aus dem 50-Fachen der Strecke Alexandria - Syene errechnete er den Erdumfang erstaunlich genau: 40.000 Kilometer. 16:55 So gewann Eratosthenes bereits vor 2200 Jahren Erkenntnisse über die Erde allein durch Beobachtung und Berechnung. 17:04 Mit der rationalen Betrachtung verloren die Götter und Mythen an Bedeutung für die Erklärung der Welt. 17:19 Eratosthenes ist es gelungen, etwas über die wahre Größe der Erde zu erfahren, ohne sie zu bereisen. 17:26 Er hat beobachtet, also Messungen vorgenommen, Messungen an zwei verschiedenen Orten. 17:31 Hat die Messungen miteinander verglichen und anschließend die Größe der Erde berechnet. 17:37 Das klingt nicht nur nach richtiger Wissenschaft, das ist Wissenschaft. Und so könnten wir es doch mit dem Universum auch machen. 17:48 Guten Tag, Herr Happel. Leider werden wir durch die scheinbaren Bewegungen am Himmel 18:03 ja getäuscht. Warum das so ist, das kann man hier im Planetarium sehen. 18:07 Hier wird mit großem Aufwand an Computern und Software der Himmel an eine Kuppel projiziert, wie wir ihn sehen. 18:15 Das heißt, manchmal auch ganz anders. Da kann man in Deutschland 18:19 schon mal den Himmel über Australien sehen. Auf der anderen Seite der Erde ist der Blick 18:29 auf das Sternenband der Milchstraße deutlich beeindruckender. Das, was wir da sehen, diese Kuppel, die sich dreht, 18:37 ist unser Bild vom gestirnten Himmel schon immer gewesen. Kein Wunder, dass man sich das ganze Universum 18:44 als so eine Kuppel vorgestellt hat. Das ist ein Weltbild, das geht auf die alten Griechen zurück 18:50 und hat über 1500 Jahre durchgehalten. Auch in der Wissenschaft. 18:55 Diese scheinbare Grenze des Universums auch nur gedanklich zu sprengen, 19:00 konnte in früheren Zeiten lebensgefährlich sein. Rom im Februar 1600. 19:14 Ein Mann der Kirche wird von der heiligen Inquisition gefangen gehalten. 19:20 Die Liste der Vorwürfe ist lang: Der einstige Priester schreibt Tieren eine Seele zu, praktiziert Magie 19:27 und leugnet die jungfräuliche Geburt. Blasphemie! Er wagt es sogar, das herrschende Weltbild infrage zu stellen. 19:37 Denn für ihn, Giordano Bruno, ist das Universum grenzenlos. Zu jener Zeit ist die Kirche die einzige Instanz der Welterklärung. 19:50 Klöster und kirchliche Universitäten sind die wichtigsten Bildungsstätten. Hier wird das Wissen jener Zeit gelehrt 20:04 und mit dem Glauben in Einklang gebracht. Die Kugelform der Erde ist längst Gewissheit, 20:10 doch ein grenzenloses Universum ist für den Klerus undenkbar. Im kirchlichen Weltbild liegt Gottes wichtigste Schöpfung, die Erde, 20:20 im Zentrum von allem. Alle Himmelskörper kreisen auf kristallenen Sphären um sie herum, 20:28 alle Planeten und selbst die Sonne und die Sterne. Die Sphäre der Sterne bildet die letzte Grenze der Welt. 20:40 Dahinter liegt nur noch der göttliche Himmel. In allen Klöstern Italiens lehrt man diese Weltsicht. 20:50 Auch beim Dominikaner-Orden in Neapel, dem der junge Giordano Bruno 1565 beitritt. 20:56 Doch Bruno ist schon als Novize eigensinnig. Er verbannt Heiligenbilder aus seiner Klosterzelle 21:10 und spült Schriften des Kirchenvaters in die Latrine. Nur wenige Jahre nach seiner Priesterweihe, 21:21 mit gerade mal 28 Jahren, wird er zum ersten Mal der Ketzerei angeklagt. Er muss aus Italien fliehen. 21:33 Fortan reist er durch Europa auf der Suche nach einer geistigen Heimat für seine Ideen. 21:39 Allein in den Wundern der Natur zeigt sich für ihn die unendliche Macht Gottes. 21:45 Eine Allmacht, die keine Grenzen haben kann, auch nicht im Universum. Davon ist er überzeugt. 21:53 Bruno bleibt nie länger als ein paar Jahre an einem Ort. Immer wieder eckt er an. 21:58 In keiner Ordensgemeinschaft Europas kann man seine Ansichten akzeptieren. Er sieht sich gezwungen, 22:04 seinen Lebensunterhalt auf weltliche Art zu verdienen. Er studiert alle philosophischen und wissenschaftlichen Theorien 22:17 seiner Zeit über den Kosmos. So gewinnt er Ansehen unter den Gelehrten Europas, 22:23 bekommt Lehraufträge und findet immer wieder Förderer. Seine Klugheit wird sein Kapital. 22:33 Doch je mehr er studiert, desto sicherer ist er: Der Kosmos muss grenzenlos und damit unendlich groß sein. 22:46 Während er bei einem Gönner in London lebt, bringt er seine Ideen schließlich zu Papier. 22:52 In seiner Vorstellung ist die Sonne nur ein Stern unter unendlich vielen. Und es existieren unzählige andere Welten. 23:02 Damals scheinbar abwegige Ideen. Wie heißt es so schön? 23:08 Wer keine Feinde hat, hat auch keinen Charakter. Dann muss Giordano Bruno schon Charakter gehabt haben. 23:15 Ist ja auch kein Wunder. Wer reist denn schon freiwillig 15 Jahre durch Europa, 23:21 zu einer Zeit, als die Pferdekutsche das beste Transportmittel war? Giordano Bruno war ohne Zweifel ein genialer Denker und Philosoph. 23:30 Er war belesen, redegewandt, aber er war auch stur, rechthaberisch. Er war schwierig und hat viele seiner Freunde vergrätzt. 23:38 Er eckte überall an mit seinen außerordentlichen Vorstellungen von Gott und der Welt. 23:44 Und er wurde angeklagt, weil er es für eine ewige unveränderliche Wahrheit hielt, dass es unendlich viele Planeten 23:50 geben müsse. Und auf denen würden auch Lebewesen so ähnlich wie wir existieren. 23:55 Er wurde gefoltert und auf hinterhältige Weise gefragt, ob Jesus auf diesen Planeten auch erschienen sei. 24:02 Die meisten Gelehrten seiner Zeit hielten an der Kristallsphäre 24:08 und damit dem begrenzten Universums fest. Aber die ersten Spuren von Umbrüchen waren zu sehen. 24:15 Und der Zeitgeist der ausgehenden Renaissance besann sich immer mehr auf die Antike, die griechische Philosophie. 24:22 Giordano Bruno hatte nicht nur theologische Gründe für seine Behauptung, sondern auch naturwissenschaftliche. 24:28 Und die hat er vermutlich in den Schriften eines angesehenen englischen Astronomen gefunden. 24:39 Nur wenige Jahre zuvor hatte der Astronom Thomas Digges seine Überlegungen zum Weltbild veröffentlicht. 24:49 Unter Gelehrten kursiert damals bereits die Idee, nach der die Erde nicht mehr im Zentrum von allem ist. 24:56 Im neuen Modell bekommt sie einen Platz zwischen den anderen Planten. Im Zentrum liegt nun die Sonne. 25:04 Selbst wenn die Erde damit keine Sonderstellung mehr einnimmt: Das allein ist kein Grund, an der Begrenztheit des Alls zu zweifeln. 25:14 Die Kristallsphären können sich ja auch um die Sonne drehen. Doch es gibt weitere Ungereimtheiten, 25:27 Widersprüche zum traditionellen Weltbild. Die göttlichen Sphären gelten als unveränderlich. 25:35 Doch ein neuer Stern, der überraschend erschienen war, stellt das infrage. 25:42 Ein weiteres Indiz sind Kometen. Bislang hielt man sie für Erscheinungen nahe der Erde, 25:48 im Bereich der Wolken. Doch nun zeigen genaue Beobachtungen, dass sie von weit draußen kommen. 25:55 Sie hätten demnach die Sphären durchschlagen müssen. Hinzu kommt: Solange die Erde im Zentrum stillstand, 26:04 konnte man die Bewegung der Sterne am Nachthimmel nur durch die Drehung ihrer Sphäre erklären. 26:11 Doch wenn sich die Erde selbst bewegt, können die Sterne stillstehen. Sie brauchen keine Sphäre mehr. 26:22 Mit diesen Überlegungen haben die Astronomen jener Zeit die göttlichen Kristallsphären gesprengt. 26:29 Sie haben erkannt: Dem Augenschein zum Trotz stehen die Sterne still. Ihre Bewegung entsteht durch die Drehung der Erde. 26:40 Der Astronom Thomas Digges folgert daraus Erstaunliches: Wenn die Sterne stillstehen und keine Sphäre benötigen, 26:48 dann kann sich der Sternenhimmel jenseits der Planetenbahnen ins Unendliche erstrecken. 26:55 Man muss sich mal in diese Zeit versetzen: Seit 15 Jahrhunderten denken und spekulieren die Theologen 27:02 über den Himmel als den Platz Gottes. Und dann kommen die ersten wissenschaftlichen Betrachtungen 27:08 zum Himmel und haben ein völlig anderes Ergebnis. Da ist doch Gefahr im Verzug für Gott und die Kirche. 27:15 Und die Kampftruppen sämtlicher christlicher Konfessionen blasen zum Angriff, verfluchen Bruno, 27:21 der dieses Weltbild propagiert. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. 27:27 Für Bruno passt das alles zusammen: ein unendliches Universum mit seiner Vorstellung von Gott. 27:34 Aber wir sind nicht in einer Zeit der freien Gedanken, sondern das religiöse Dogma regiert. 27:40 Und Bruno war eben auch ein sturer Denker. Und Schweigen war seine Sache nicht. 27:50 Wohl von Heimweh gepackt kehrt Bruno 1591 nach Italien zurück. Ein verhängnisvoller Entschluss, 27:58 denn hier gerät er in die Fänge der Inquisition. Doch selbst acht Jahre Gefangenschaft und Folter 28:05 können Bruno nicht umstimmen. Für ihn bleibt ein unendliches Universum das Einzige, 28:11 das einem allmächtigen Gott zusteht. Wir wissen heute: Die Sonne ist tatsächlich nur ein Stern 28:21 unter Milliarden anderer Sterne im Universum. Und in den fernen Sonnensystemen existieren zahllose andere Planeten. 28:33 Auf manchen könnte es durchaus auch Leben geben. Ganz so wie in Brunos Vorstellung. 28:40 Doch zu seiner Zeit ahnt man davon noch nichts. Brunos Weigerung, seinem vermeintlichen "Irrglauben" 28:49 abzuschwören, bringt ihn schließlich auf den Scheiterhaufen. An derselben Stelle in Rom steht heute sein Denkmal. 29:03 Er wird verehrt als Vorkämpfer einer von der Kirche unabhängigen Philosophie. 29:10 Doch es hat Jahrhunderte gedauert, bis seine Ideen über den Kosmos von Forschern bestätigt werden konnten. 29:18 Giordano Bruno konnte nur über die tatsächliche Größe des Universums spekulieren. 29:24 Zu seiner Zeit wusste man weder, was Sterne wirklich sind, noch wie weit sie entfernt sind. 29:31 Was fehlte, war eine "Messlatte" fürs ganze Universum. Also eine Methode, wie man den Abstand zu weit entfernten Sternen 29:38 wirklich messen kann. Es sollte noch über 300 Jahre dauern, 29:42 bis so ein kosmischer Maßstab wirklich gefunden wurde. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts dachte man tatsächlich, 29:50 die Milchstraße sei das einzige Objekt im ganzen Universum. Das sollte sich ändern 29:57 durch die Arbeit einer ganz bemerkenswerten Frau: Henrietta Leavitt. 30:03 Ohne ihre Entdeckung aus dem Jahre 1912 hätten wir nie erfahren, wie groß das Universum tatsächlich ist. 30:10 Ihre Geschichte beginnt um die Jahrhundertwende in Cambridge, Massachusetts, am Harvard College Observatorium. 30:17 Sie gehörte zu den "menschlichen Computern", einer Gruppe von Frauen, die als wissenschaftliche Assistentinnen arbeiteten. 30:25 Die Astronomie war damals eine Männerdomäne, aber die Arbeit dieser Frauen wurde dringend gebraucht. 30:33 Damals hatte man begonnen, den Himmel systematisch zu fotografieren. 30:38 Und abertausende solcher Fotoplatten sollten ausgewertet werden. Es war die Aufgabe der Frauen in Cambridge, 30:49 hunderttausende von Sternen auf diesen Platten nach ihrer Helligkeit zu klassifizieren. 30:57 Und jahrelang starrte jeden Tag Henrietta Leavitt mit 20 anderen Frauen und solchen Fliegen-Klapsern auf diese Platten. 31:07 Sie verglichen die Helligkeiten, sie sortierten, sie notierten. Aber interpretieren durften sie die Daten nicht. 31:15 Und Frau Leavitt zeichnete sich bei dieser Tätigkeit vor allem durch ihre enorme Konzentrations- 31:22 und Fokussierungsfähigkeit aus. Sie war gründlich, sorgfältig, hartnäckig. 31:27 Und eine zunehmende Taubheit mag ihre Konzentrationsfähigkeit noch verstärkt haben. 31:33 Man beschrieb sie als eine zurückhaltende, schüchterne junge Frau mit einem ernsten, aber sonnigen Gemüt, 31:40 die sich völlig in ihrer Tätigkeit verlor. Ihre ganz besondere Aufgabe war die Analyse 31:46 von periodisch sich veränderlichen Sternen. Also Sternen, die ihre Leuchtkraft wirklich periodisch veränderten. 31:53 Und ihr fiel auf, dass die Periode der Helligkeitsänderung direkt mit der Helligkeit des Sterns zusammenhing. 32:01 Je länger die Periode seiner Helligkeitsveränderung, desto heller der Stern. 32:07 Und je kürzer die Periode, desto dunkler. Und genau das war die Messlatte, 32:14 mit der man das Universum endlich vermessen konnte. Aus der Helligkeitsschwankung 32:24 ließ sich jetzt die wahre Helligkeit dieser Sterne ablesen. Sie wurden damit zu etwas wie "Standard-Glühbirnen", 32:31 Objekte mit bekannter Helligkeit. Da Sterne mit wachsender Entfernung wie Glühbirnen schwächer erscheinen, 32:38 ließ sich aus der beobachteten Helligkeit jetzt ihre Entfernung bestimmen. 32:45 Wie gut ihre Methode zur Entfernungsbestimmung wirklich genutzt werden konnte, hat Henrietta Leavitt nicht mehr erlebt. 32:56 Sie starb im Dezember 1921 an Krebs. Zwei Jahre später sollte der Astronom Edwin Hubble 33:06 mit Henrietta Leavitts Methode zeigen, dass die Milchstraße nicht die einzige Galaxis im Universum ist. 33:17 Und er sollte die Ausdehnung des Universums um Milliarden, ja Billionen Lichtjahre explodieren lassen. 33:26 Sein Name ist seit 30 Jahren mit einem Teleskop verbunden, das unseren Blick ins Universum völlig verändert hat. 33:38 Es ist das wohl bekannteste Teleskop der Welt: das Hubble-Weltraum-Teleskop. 33:45 Seit 30 Jahren prägen seine Aufnahmen unser Bild vom Universum. * Musik * 34:02 Doch zunächst erfüllt es die Erwartungen nicht. Es gibt technische Probleme. 34:07 Doch Hubble ist so wertvoll, dass man selbst eine Reparatur im Weltraum in Kauf nimmt. 34:14 Denn mit keinem anderen optischen Teleskop haben wir je tiefer ins All geblickt. 34:22 Dabei ist schon das, was wir mit bloßem Auge erkennen können, unvorstellbar weit weg. 34:29 zum Beispiel die Dreiecks-Galaxie. Sie ist etwa 25 Trillionen Kilometer entfernt. 34:37 Doch Teleskope reichen um ein Vielfaches weiter. Ihre Spiegel sammeln tausendfach mehr Licht ein als unserer Augen. 34:50 Im Vergleich konnten wir mit erdgebundenen optischen Teleskopen schon vor Hubble tausendfach tiefer ins All blicken. 34:59 Doch die Beobachtung von der Erde aus hat einen entscheidenden Nachteil: Der Blick wird durch die Atmosphäre getrübt. 35:12 Deshalb wird am 24. April 1990 an Bord eines Space Shuttles das Hubble-Teleskop in den Weltraum gebracht. 35:23 Außerhalb der Atmosphäre auf einer Umlaufbahn in über 500 Kilometern Höhe, 35:28 soll es eine bis dahin unerreichte Auflösung erzielen. Doch die ersten Aufnahmen sind ein Schock. 35:40 Probleme bei erstem Hubble-Test. Hubble ist kurzsichtig und braucht eine Brille. 35:47 Der Spiegel hat einen Fehler: Die Bilder sind unscharf. Einige Experten halten eine Reparatur für zu aufwendig. 35:56 Die Mission droht, zu scheitern. Zum Glück kommt es anders: 36:02 Drei Jahre nach dem Start bringen Astronauten eine Korrekturoptik an. Eine "Brille" für das Teleskop. 36:14 Und es funktioniert. Seitdem liefert Hubble Bilder aus den Tiefen des Alls. 36:23 Von kosmischen Staubwolken, Überresten einstiger Sternexplosionen. 36:31 Und Galaxien, die zuvor kaum erkennbar waren. * Musik * 36:48 So nachgerüstet soll Hubble die Grenzen des Sichtbaren ausloten. Es wird auf eine scheinbar dunkle Stelle im All gerichtet. 36:57 Über 100 Stunden lang. Es zeigen sich tausende Galaxien, so weit entfernt, 37:02 dass sie zuvor noch niemand gesehen hat. Damit hat man mit Hubble etwa doppelt so weit geblickt 37:10 wie mit den bisherigen Teleskopen auf der Erde. Die Signale, die Hubble eingefangen hat, sind bis zu 12 Mrd. Jahre alt. 37:21 Denn Licht braucht Zeit, um zu uns zu reisen. Das Licht der Sonne braucht acht Minuten bis zur Erde. 37:31 Das Licht des hellsten Sterns am Nachthimmel, Sirius, bereits etwa acht Jahre. 37:39 Und das Licht der Galaxie Andromeda braucht schon 2,5 Millionen Jahre bis zu uns. 37:46 Was wir von ihr sehen, liegt also schon sehr lange zurück. Je tiefer wir blicken, 37:54 desto tiefer in die Vergangenheit blicken wir auch. Das Universum ist jedoch nicht unendlich alt. 38:03 Es entstand einst mit dem Urknall. Wir können also höchstens so weit sehen, wie das Universum alt ist: 38:10 13,8 Milliarden Jahre. Können wir mit Hubbles Hilfe diese Grenze "erspähen"? 38:21 Die Ingenieure wollen das Limit ausreizen. Sie haben eine neue, noch bessere Kamera entwickelt. 38:28 2002 startet das Space Shuttle erneut mit der kostbaren Fracht. Hubble wird noch einmal aufgerüstet. 38:47 Diesmal wird das Teleskop über 300 Stunden lang auf eine dunkle Stelle ausgerichtet. 38:56 Dabei entsteht eine Aufnahme der ältesten und damit entferntesten je beobachteten Galaxie. 39:03 Ihr Licht stammt aus der Frühzeit des Kosmos. Damit hat Hubble ein Bild fast vom Rand des beobachtbaren Universums 39:13 eingefangen. 2009 wurde das Teleskop ein letztes Mal gewartet. 39:20 Weitere Missionen sind nicht mehr geplant, denn seine technischen Möglichkeiten sind ausgereizt. 39:27 Doch Hubble wird für immer das erste optische Teleskop bleiben, das uns den Blick bis an den Rand unserer Welt ermöglicht hat. 39:40 Ganz egal, welche Teleskope wir auch immer noch bauen. Tiefer als bis zu dieser Grenze werden wir nie blicken können. 39:48 Alles, was davor ist, bleibt uns für immer verborgen. Uns geht's wie allen Lebewesen im Universum: 39:55 Jeder Punkt ist ein Zentrum, ist die Mitte des beobachtbaren Universums. Weil das Licht seine Zeit braucht, um zu uns zu kommen, 40:05 ist unser Blick begrenzt! Im kosmischen Ozean gibt es eben auch einen Horizont! 40:10 Aber nur, weil man nicht dahinter blicken kann, heißt es ja nicht, dass da nichts ist! 40:17 Und deswegen fragen wir einfach immer weiter: Was steckt dahinter? Ob uns das Licht des Kosmos' Grenzen aufzeigt 40:25 oder eine Mauer den Weg verstellt: Die menschliche Neugier kennt keine Grenzen. 40:31 Mit Forscherdrang und Erfindungsreichtum entdecken wir immer wieder neue Welten. 40:38 Du schaffst das. Nur: Der Rand des beobachtbaren Universums ist wie eine Mauer, 40:52 die unendlich hoch ist. Wir werden nie sehen können, was dahinter liegt. 41:01 Doch wo der Horizont endet, hört das Denken noch lange nicht auf. Astronomen entwickeln erstaunliche Ideen, 41:08 wie es dahinter weitergehen könnte. Eine Analogie hilft, diese Ideen zu begreifen. 41:16 Dazu stelle man sich das Universum auf zwei Dimensionen reduziert vor. Alles kann sich jetzt nur in der Ebene bewegen, 41:24 aber nicht aus ihr heraus. Auch in zwei Dimensionen können wir nur bis zu unserem Horizont blicken, 41:35 der hier einem Kreis entspricht. Dahinter könnte das Universum theoretisch unendlich sein. 41:41 Selbst eine Rakete, die schneller als Licht ist, würde nie einen Rand erreichen. 41:47 Es könnte aber auch ganz anders sein. Wäre das Universum gekrümmt wie die Oberfläche eines riesigen Balls, 41:54 dann wäre es nicht unendlich. Die Rakete käme irgendwann wieder zurück. 42:01 Eine solch riesige Krümmung wäre im begrenzten beobachtbaren Ausschnitt aber kaum nachzuweisen. 42:09 Es ist zwar schwer vorstellbar, aber auch unser gewohntes dreidimensionales Universum könnte derart gekrümmt sein. 42:17 Astronomen vermessen unseren sichtbaren Ausschnitt auf der Suche nach Hinweisen. 42:23 Die Messungen zeigen: Das beobachtbare Universum ist flach. Trotzdem stellt sich die Frage, ob das ganze Universum endlich 42:31 oder unendlich ist. Wenn der Urknall in einem endlichen Raumbereich stattgefunden hat, 42:38 dann kann das ganze Universum nicht unendlich sein. Wenn es aber endlich ist, zum Beispiel eine Kugel, 42:45 dann muss es irgendwo "um die Ecke gehen". Wir müssten eine Krümmung messen. Wir messen aber keine. 42:51 Das Universum muss aberwitzig groß sein. Man schätzt seinen Radius heute auf 10 hoch 86 Meter. 42:57 Das ist eine Eins mit 86 Nullen. Aber vielleicht ist es ja auch unendlich. 43:03 Nun, wie auch immer, wir werden weiter forschen. Wir werden unsere Boten ins All schicken 43:08 und mit unseren Teleskopen immer tiefer in den Himmel blicken. Und mit einer Mischung aus Neugier, Sehnsucht und Abenteuerlust 43:17 werden wir jede kosmische Flaschenpost lesen. Und wir werden suchen nach Grenzen, Formen und Rätseln, 43:24 die sich da verbergen in diesem Ozean an Raum und Zeit, den wir unser Universum nennen. 43:36 Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020