Die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 | STARK erklärt STARK Verlag https://www.youtube.com/watch?v=VnRBUeD0Ars Transkript (automatisch erstellt) 0:00 „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ – Von wegen! Zwei Monate, nachdem der Vorsitzende des DDR-Staatsrats, Walter Ulbricht, diese Aussage gemacht hatte, wurde sie 0:13 1961 gebaut, die Mauer, die Ost- und Westberlin teilte. Rund 28 Jahre hatte sie Bestand, bis sich am 9. November 1989 die Ereignisse überschlugen. Was an diesem Tag passiert ist und welche Folgen 0:31 dieses Ereignis hatte, das erfährst du in diesem Video! Die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 0:47 In den 1980er-Jahren verschärften sich die innenpolitischen und wirtschaftlichen Probleme der DDR, die Unzufriedenheit nahm stark zu. 0:55 Erste oppositionelle Gruppen setzten sich für Frieden, Abrüstung, Umweltschutz und Menschenrechte ein. Auftrieb erhielten sie 1985, 1:07 als in der Sowjetunion Michail Gorbatschow neuer Generalsekretär der KPdSU wurde. Unter den Schlagworten Glasnost – „Offenheit“ – und 1:17 Perestroika – „Umgestaltung“ – leitete er Reformen ein. Während sich auch in anderen Ostblockstaaten wie Ungarn und Polen Aufbruchsstimmung breitmachte, lehnte die DDR-Führung den 1:30 Reformkurs ab. Im Sommer und Herbst 1989 spitzte sich jedoch die Lage auch in Ostdeutschland zu. Zahlreiche Bürger wollten die DDR verlassen: Viele stellten einen Ausreiseantrag, 1:45 andere flüchteten in die Botschaften der Bundesrepublik in Budapest, Prag und Warschau, um ihre Ausreise in den Westen zu erzwingen. Als Ungarn seine Grenze zu Österreich öffnete, 1:57 setzte eine Massenflucht aus der DDR ein. Es gab aber auch viele Menschen, die die DDR von innen heraus verändern wollten. Im Mai 1989 konnte die Opposition bei den Kommunalwahlen 2:11 massive Wahlfälschungen nachweisen. Daraufhin kam es zu immer mehr Demonstrationen und Protesten. Im Herbst 1989 nahmen Hunderttausende DDR-Bürger an den Montagsdemonstrationen 2:25 teil und forderten politische Reformen mit Parolen wie: „Wir sind das Volk!“ Die DDR-Führung unter SED-Generalsekretär Erich Honecker war der Krise schließlich 2:40 nicht mehr gewachsen. Am 7. Oktober 1989 feierte sie noch das 40-jährige Bestehen der DDR, kurz darauf wurde Honecker vom SED-Politbüro gestürzt. 2:54 Am 9. November 1989 gewannen die Vorgänge eine Eigendynamik: Damals führte die missverständliche Verkündung einer neuen Reiseverordnung unter dem Druck der Massen zur sofortigen Grenzöffnung 3:07 und somit zum „Fall der Berliner Mauer“. Nun wurde plötzlich die Frage nach einer deutschen Wiedervereinigung aktuell: Auf den fortgesetzten Massendemonstrationen waren 3:20 immer öfter die folgenden Parolen zu hören: „Wir sind ein Volk!“ – „Deutschland einig Vaterland“. Einige Vertreter der DDR-Opposition wollten allerdings keine Wiedervereinigung, 3:34 sondern verhandelten am „Runden Tisch“ über Reformen innerhalb der DDR. Die Bundesregierung unter Helmut Kohl reagierte auf die Ereignisse mit einem „Zehn-Punkte-Programm 3:47 zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“. Dieses war aber aufgrund der rasanten Entwicklungen bald überholt. Am 18. März 1990 fanden in der DDR die ersten 4:02 freien Volkskammer-Wahlen statt. Sieger war das Wahlbündnis „Allianz für Deutschland“, das sich für eine schnelle Wiedervereinigung einsetzte. Der neue Ministerpräsident Lothar de Maizière bildete 4:16 eine Koalitionsregierung, die fortan mit der Bundesregierung verhandelte. Am 18. Mai 1990 wurde eine „Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion“ zwischen den beiden deutschen Staaten gebildet. 4:29 Am 31. August 1990 schrieb der „Einigungsvertrag“ den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik fest. Für die Vollendung der deutschen Einheit benötigte man aber noch die Zustimmung der Siegermächte 4:45 des Zweiten Weltkriegs. Während die USA einer Wiedervereinigung aufgeschlossen gegenüberstanden, hatten Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion große Vorbehalte. Ab Februar 1990 5:00 wurden die „Zwei-plus-Vier“-Verhandlungen zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten geführt, die mit dem „Zwei-plus-Vier“-Vertrag vom 5:09 12. September 1990 endeten. Durch diesen erhielt das vereinte Deutschland die volle Souveränität. Am 3. Oktober 1990 war es schließlich soweit: Die beiden Teile Deutschlands wurden 5:25 wiedervereint. Heute ist der 3. Oktober als „Tag der deutschen Einheit“ ein bundesweiter Feiertag. Fassen wir das Wichtigste noch einmal zusammen: 5:36 In den 1980er-Jahren nahmen die innenpolitischen Probleme und die Unzufriedenheit in der DDR stark zu. Trotzdem wollte die SED-Spitze keine Reformen wie in der Sowjetunion durchführen. 5:51 1989 stürzten Massenflucht und Massendemonstrationen die DDR-Führung schließlich in eine tiefe Krise. 6:00 Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Nun forderten immer mehr Menschen die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. 6:11 Im Laufe des Jahres 1990 wurde die deutsche Einheit dann tatsächlich durch die Bundesrepublik, die DDR und die vier Siegermächte realisiert.