Die gesamte Geschichte der deutschen Kaiser zum Einschlafen Langsame Geschichte https://www.youtube.com/watch?v=TOnic2wfNIE Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Die gesamte Geschichte der deutschen Kaiser zum Einschlafen. Die Geburt des Heiligen Römischen Reiches. 8692. Es war einst eine Zeit, als die Sonne 0:10 über den weiten Ebenen Europas langsam unterging und die Menschen sich nach Ruhe und Frieden sehnten. In dieser Zeit vor mehr als 1000 Jahren, begann eine 0:19 Geschichte, die uns heute sanft in den Schlaf begleiten soll. Die Geschichte der deutschen Kaiser. Stellen Sie sich vor, wie die warmen Strahlen der 0:27 Abendsonne durch die bunten Glasfenster einer alten Kirche fallen. Es ist das Jahr 800 und in der prächtigen Peterskirche zu Rom herrscht eine 0:37 feierliche Stille. Ein großer Mann mit einem langen grauen Bart kniet vor dem Altar. Sein Name ist Karl, doch die Geschichte wird ihn als Karl den großen 0:47 Carolus Magnus in Erinnerung behalten. Papst Leo de Trete nähert sich ihm mit einer goldenen Krone in den Händen. Die Krone funkelt im Kerzenlicht wie die 0:57 Sterne am nächtlichen Himmel. Mit einer sanften, aber bedeutungsvollen Geste setzt der Papst die Krone auf Karls Haupt. In diesem Moment wird nicht nur 1:07 ein Mann gekrönt, es wird ein Traum geboren, der Traum eines vereinten christlichen Reiches im Herzen Europas. Karl der Große war ein Herrscher, der 1:16 sein Volk wie ein fürsorglicher Vater führte. Seine Augen blickten weit über die Grenzen seines Reiches hinaus, das sich von den Pyrénäen bis zur Elbe 1:24 erstreckte. Wie ein ruhiger Fluss, der durch eine friedliche Landschaft fließt, breitete sich seine Herrschaft über das Land aus. Er liebte die Gelehrsamkeit 1:34 und umgabisesten Männern seiner Zeit. In seiner Palastschule zu Aen versammelten sich Lehrer und Schüler aus aller Herrenländer, um das Wissen der 1:44 Antike zu bewahren und zu mehren. Stellen Sie sich vor, wie Karl an einem milden Sommerabend durch die Gärten seiner Pfals wandelte. Die Luft war 1:52 erfüllt vom Duft der Linden und dem leisen Gemurmel der Gelehrten, die unter den Bäumen disputierten. Die Sterne funkelten am klaren Himmel und Karl 2:01 dachte an die Zukunft seines Reiches. Er wusste, dass große Dinge vergänglich sind wie die Blüten im Frühling. Doch er hoffte, dass sein Werk bestand haben 2:10 würde. Nach Karls Tod im Jahre 814 teilten seine Söhne das große Reich unter sich auf, wie Kinder, die ein kostbares Erbe teilen. Der Traum der 2:20 Einheit schien zu zerbrechen wie ein zerbrechlicher Traum beim Erwachen. Das Reich zerfiel in drei Teile. Das westfränkische Reich, das später zu 2:29 Frankreich werden sollte, das ostfränkische Reich aus dem Deutschland entstehen würde und das Reich der Mitte, Lutheringien. 2:37 Jahrhunderte vergingen wie langsame träge Wolken am Sommerhimmel. Die Nachkommen Karls des Großen herrschten über ihre Teilreiche, doch die Macht der 2:45 Kaiser schwand wie das Licht bei Sonnenuntergang. Wikinger kamen von Norden her wie wilde Stürme. Magiaren ritten aus dem Osten 2:53 heran wie Windböhnen. Unsere Zähnen bedrohten das Reich von Süden her. Doch manchmal, wenn die Nacht am dunkelsten ist, erscheint der erste Stern am 3:02 Himmel. So war es auch mit Otto, dem Sohn Heinrichs des Vogelstellers. Otto dempertend, den die Geschichte Otto den Großen nennen wird, bestieg im Jahre 3:13 den Thron des ostfränkischen Reiches. Otto war ein Herrscher mit der Weisheit eines alten Baumes und der Kraft eines Berges. Er besiegte die Magiaren in der 3:23 Schlacht auf dem Lechfeld im Jahre55, wie ein Hirte seine Herde vor den Wölfen beschützt. Das Volk atmete auf, wie nach einem langen, bangen Traum. Die 3:34 Bedrohung von Osten war gebannt und Ruhe kehrte ins Land ein. Doch Otto träumte von mehr als nur Sicherheit. Er träumte von der Wiederbelebung des Kaisertraums 3:44 Karls des Großen. Wie ein Pilger, der einem fernen heiligen Ziel entgegengeht, zog Otto nach Italien. Die Alpen lagen vor ihm wie schlafende Riesen, deren 3:55 Gipfel im Mondlicht silbern schimmerten. In Rom wartete Papst Johannes Doezisti auf ihn. Am Z. Februar, als der Winter noch über dem Land lag 4:06 und die ersten Knospen an den Bäumen zu sprießen begann, wurde Otto zum Kaiser gekrönt. In diesem Moment wurde das Heilige römische Reich geboren. Ein 4:16 Reich, das fast 1000 Jahre bestehen sollte, länger als alle Reiche vor und nach ihm. Die Krönung fand in der alten Peterskirche statt, dort wo einst Karl 4:26 der Große die Kaiserkrone empfangen hatte. Die Kerzen flackerten sanft im kalten Februarwind, der durch die offenen Türen wehte. Otto kniete vor dem 4:36 Altar und als die goldene Krone sein Haupt berührte, war es, als würde der Geist Karls des Großen zurückkehren. Von diesem Tag an nannte man das Reich 4:46 Sakrum Imperium Romanum, das Heilige römische Reich. Es sollte ein Reich sein, das Ost und West, Nord und Süd vereinte. Ein Reich, in dem Friede und 4:57 Gerechtigkeit herrschten wie ewiger Frühling. Otto kehrte nach Deutschland zurück wie ein Held, der eine große Quest vollendet hat. Sein Reich 5:06 erstreckte sich nun von der Nordsee bis nach Rom, von der Elbe bis zu den Alpen. Unter seiner milden Herrschaft blüht Künste und Wissenschaften auf wie Blumen 5:16 nach einem warmen Regen. Teil 2: Die Otonen und Salier. 962 1125. Nachdem Otto der Große den Grundstein für das Heilige römische Reich gelegt 5:28 hatte, übernahm sein Sohn Otto II. die Herrschaft wie ein Sohn das kostbare Erbe seines Vaters übernimmt. Otto I war ein Herrscher mit dem Mut eines Löwen 5:39 und der Klugheit einer Eule. Er heiratete die byzantinische Prinzessin Theofanu, eine Frau von großer Schönheit und noch größerer Weisheit, deren Augen 5:50 funkelten wie die Sterne des Ostens. Stellen Sie sich vor, wie Theofanu in den kalten deutschen Winternächten am Kamin saß und ihrem kleinen Sohn Otto 5:59 Geschichten aus Bzanz erzählte. Sie sprach von goldenen Palästen, von Kaisern in purpurnen Gewändern und von einer Welt, in der Kunst und Kultur 6:08 blühten wie ein Garten im Frühling. Ihre sanfte Stimme erfüllte die Gemächer wie der Duft von Weihauch eine Kirche. Als Otto De Zweige früh starb, übernahm 6:19 Theofanu die Regentschaft für ihren noch minderjährigen Sohn Otto de I. Wie eine weise Königin aus einem Märchen führte sie das Reich mit fester, aber 6:29 liebevoller Hand. Sie brachte byzantinische Kultur und Kunst nach Deutschland und unter ihrer Herrschaft erstrahlte das Reich in neuem Glanz. 6:38 Otto Det, der unter der liebevollen Führung seiner Mutter aufgewachsen war, träumte von einem universalen Kaiserreich. Er sah sich selbst als 6:47 Nachfolger der römischen Cäsaren und wollte sein Reich von Rom ausregieren. Wie ein junger Adler, der zum ersten Mal seine Flügel ausbreitet, strebte er nach 6:57 den höchsten Höhen. Doch Otto de Drei starb jung, noch bevor sein Traum Wirklichkeit werden konnte. Sein Tod war wie ein Blatt, das zu früh vom Baum 7:07 fällt. Mit ihm endete die direkte Linie der Otonen, doch ihr Vermächtnis lebte weiter wie ein Lied, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. 7:17 Heinrich II. Ein Verwandter der Otonen übernahm die Krone. Er war ein Herrscher von großer Frömigkeit, der seine Macht als Geschenk Gottes betrachtete. 7:28 Heinrich liebte die Kirche, wie ein Sohn seine Mutter liebt, und er und seine Gemahlin Kunigunde lebten in solcher Heiligkeit, dass die Kirche sie später 7:36 zu ihren Heiligen zählte. Unter Heinrichs Herrschaft war das Reich wie ein friedlicher Garten, in dem jeder Baum seine Früchte trug. Er gründete das 7:45 Bistum Bamberg und machte es zu einem Zentrum der Gelehrsamkeit und Kunst. Wenn man heute durch die alten Straßen Bambergs wandelt, kann man noch immer 7:54 seinen Geist spüren wie einen sanften Wind, der durch die Geschichte weäht. Nach Heinrichs Tod im Jahre wählten die deutschen Fürsten Konrad II. 8:04 aus dem Hause der Salier zum König. Die Salier waren wie frische Winde, die neue Ideen und neue Energie ins Reich brachten. Konrad II. war ein Herrscher 8:14 von großer Tatkraft und Vision. Er erweiterte das Reich und festigte seine Macht wie ein geschickter Gärtner, der seinem Garten zu neuer Blüte verhilft. 8:24 Sein Sohn Heinrich der Dre erbte nicht nur die Krone, sondern auch die Ideale seines Vaters. Heinrich Der D war ein Kaiser von tiefer Religiosität und 8:34 hohemischen Anspruch. Er sah sich als Stellvertreter Gottes auf Erden und wollte die Kirche von allen weltlichen Einflüssen befreien. wie man einen 8:43 kostbaren Edelstein von allem Schmutz befreit. Doch Heinrichs Sohn Heinrich Vierfer sollte eine der schwierigsten Zeiten der deutschen Kaisergeschichte 8:52 erleben. Er war noch ein Kind, als er den Thron bestieg und seine Mutter Agnes führte die Regentschaft wie eine Hirtin, die ihre Herde durch schwieriges Gelände 9:02 führt. Als Heinrich den vier erwachsen wurde, sah er sich einem mächtigen Gegner gegenüber, Papst Gregor Sebn. Dieser Papst war ein Mann von eisernem 9:13 Willen und unerschütterlichem Glauben, der die Kirche von allen weltlichen Einflüssen befreien wollte. Der Streit zwischen Kaiser und Papst entzündete 9:21 sich an der Frage der Investitur: Wer hatte das Recht, Bischöfe zu ernennen? Der Konflikt eskalierte, als Gregor Seponmer Heinrich der VI exkommunizierte 9:31 und seine Untertanen von ihren Treueiden entbannt. Heinrich stand plötzlich allein da wie ein Baum im Sturm. Die deutschen Fürsten wandten sich von ihm 9:40 ab und sein Reich drohte zu zerfallen wie ein Bauwerk aus Sand. In dieser dunkelsten Stunde fasste Heinrich einen verzweifelten Entschluss. Im harten 9:49 Winter des Jahres 1077 machte er sich auf den Weg über die verschneiten Alpen nach Kanosa, wo der Papst in der Burg der Marktgräfin 9:57 Matilde weilte. Die Reise war beschwerlich, wie der Weg eines Pilgers zu einem fernen Heiligtum. Stellen Sie sich vor, wie Heinrich vor den Toren der 10:06 Burg Kanossa stand. Drei Tage und drei Nächte harrte er dort aus, barfuß und in einem Büßergewand, während der kalte Januarwind über die 10:15 Berge fegte. Die Schneeflocken fielen auf sein unbedecktes Haupt wie Tränen des Himmels. Schließlich öffneten sich die Tore und Papst Gregor Seffenbeirer 10:25 gewährte ihm die Audienz. Heinrich kniete vor dem Papst nieder wie ein ruiger Sohn vor seinem Vater. Gregor löste den Bann, doch die Demütigung von 10:35 Kanossa sollte Heinrich sein Leben lang verfolgen wie ein Schatten. Heinrich kehrte nach Deutschland zurück, doch sein Kampf mit der Kirche war noch nicht 10:43 zu Ende. Jahre vergingen, in denen Kaiser und Papst um die Macht rangen wie zwei Titanen. Heinrich musste erleben, wie seine eigenen Söhne sich gegen ihn 10:53 wandten, getrieben von Ehrgeiz und dem Wunsch nach Macht. Der alte Kaiser starb einsam und verlassen, doch sein Sohn Heinrich Fund setzte den Kampf fort. 11:04 Erst mit dem Wormser Konkordat von 1122 fand der lange Streit zwischen Kaiser und Papst sein Ende. Wie zwei müde Kämpfer, die ihre Waffen niederlegen, 11:14 einigten sich Kaiser und Papst auf einen Kompromiss. Der Kaiser durfte weiterhin die weltlichen Rechte der Bischhöfe verleihen, doch die geistliche 11:22 Investitur blieb dem Papst vorbehalten. Mit Heinrich V endete die Dynastie der Salier im Jahre 1125. Sie hatten das Reich durch schwere 11:32 Zeiten geführt wie Sterne, die Wanderern in der Nacht den Weg weisen. Ihr Vermächtnis war ein Reich, das gestärkt aus den Kämpfen hervorgegangen war und 11:41 bereit für neue Herausforderungen. Teil 3: Die Staufer Glanz und Fall. 1155255 1250. 11:51 Nach dem Ende der Salier erwachte das Reich wie ein Garten nach einem langen Winter zu neuer Blüte. Die deutschen Fürsten wählten Lotha von Suplinburg zum 12:00 König, einen Mann von ruhiger Weisheit und bedachter Art. Doch nach seinem Tod entbrannte ein Kampf um die Krone zwischen zwei mächtigen Familien, den 12:10 Wen und den Staufern. Ein Streit, der das Reich erschüttern sollte wie Donner einen stillen See. Konrad Hendenz aus dem Hause der Staufer ergriff die Macht 12:21 im Jahre 113. Er war wie ein Morgenstern, der den Aufstieg einer neuen Dynastie ankündigte. Konrad war ein Herrscher von 12:28 großer Tapferkeit, doch sein Leben wurde überschattet von den Kämpfen mit seinem Rivalen Heinrich dem Stolzen aus dem Hause der Wen stellen Sie sich vor, wie 12:38 die beiden Heere einander gegenüber standen, wie Gewitterwolken am Horizont. Doch Konrad erkannte, dass das Reich mehr brauchte als innere Kämpfe. Er nahm 12:48 das Kreuz und zog ins heilige Land, um Jerusalem zu befreien. Doch die Wüstensonne und die Pfeile der Sarazhen zwangen ihn zur Umkehr wie einen 12:56 Wanderer, der vor einem unüberwindlichen Berg steht. Als Konrad der Dretti starb, folgte ihm sein Neffe Friedrich der Ste auf den Thron. Jener Friedrich, den die 13:07 Geschichte als Barbarossa den Rotbart in ewiger Erinnerung behalten sollte. Friedrich war ein Kaiser wie aus einem Märchen, groß und stark, mit einem roten 13:16 Bart, der im Sonnenlicht leuchtete wie glühendes Kupfer. Seine Augen blickten weit und tief wie das Meer und seine Stimme klang wie das Rauschen eines 13:24 mächtigen Stroms. Friedrich Barbarossa träumte von einem Reich, das von der Ostsee bis nach Sizilien reichen sollte. Er sah sich als rechtmäßigen Nachfolger 13:33 der römischen Kaiser und wollte die Herrlichkeit des antiken Imperiums wiedererwecken. Wie ein Adler, der majestätisch über die Berge gleitet, 13:42 erstreckte sich seine Vision über ganz Europa. Sechs mal zog Friedrich nach Italien, um seine Herrschaft über die reichen lombardischen Städte zu 13:51 festigen. Diese Städte waren wie trotzige Kinder geworden, die sich gegen die väterliche Autorität auflehnten. Mailand, die stolzeste unter ihnen, 14:01 widersetzte sich dem Kaiser mit solcher Hartnäckigkeit, dass Friedrich schließlich die Stadt schleifen ließ, wie einen Gärtner, der Unkraut jätet. 14:10 Doch die Lombardenstädte schlossen sich zusammen wie Geschwister, die einander in der Not beistehen. Sie bildeten den Lombardenbund und fanden einen mächtigen 14:19 Verbündeten in Papst Alexander den Zette. Die Schlacht von Legano im Jahre und wurde zu Friedrichs schwerster Niederlage. Wie ein Gewitter, das 14:29 plötzlich über einen sonnigen Tag hereinbricht, zerbrach sein Traum von der italienischen Herrschaft. Doch Friedrich war ein weiser Herrscher, der 14:37 aus Niederlagen zu lernen verstand. Im Frieden von Konstanz erkannte er die Rechte der lombardischen Städte an, behielt aber seine kaiserliche 14:46 Oberhoheit. Es war ein Kompromiss wie ein Regenbogen nach einem Sturm. Beide Seiten konnten zufrieden sein. In Deutschland festigte Friedrich seine 14:56 Macht durch geschickte Politik. Er versöhnte sich mit Heinrich, dem Löwen, dem mächtigen Wenherzog, und für eine Zeit herrschte Friede im Reich, wie eine 15:05 sanfte Abendbrise über einem stillen See. Heinrich der Löwe war ein Herrscher von großer Tatkraft, der neue Städte gründete und das Land Urbachte wie ein 15:16 Bauer, der brachliegende Felder zum Leben erweckt. Doch auch diese Harmonie war nicht von Dauer. Heinrich der Löwe wurde zu mächtig, zu stolz. Als 15:26 Friedrich ihn um Hilfe für einen seiner Italienzüge bat und Heinrich diese verweigerte, zerbrach das Bündnis wie Glas. Friedrich ließ Heinrich 15:35 verurteilen und in die Verbannung schicken. Der mächtige Herzog ging nach England ins Exil, wie ein gestürzter Stern, der vom Himmel fällt. Im Jahre 15:44 1189, als Friedrich bereits über 60 Jahre alt war, nahm er das Kreuz für den dritten Kreuzzug. Sein Bart war inzwischen weiß geworden wie Schnee auf 15:53 einem Berggipfel, doch sein Geist war noch immer jung und feurig. Mit einem gewaltigen Heer zog er gehen Osten, um das heilige Land zu befreien. Die Reise 16:04 führte ihn durch das Byzantinische Reich und Anatolien. Überall wurde er empfangen wie ein legendärer Held. Doch am 10. Juni, 16:14 als er den kleinen Fluss Salev in Anatolien durchqueren wollte, ertrank der große Kaiser. Manche sagen, er sei vom Pferd gestürzt, andere behaupten, 16:24 sein Herz habe versagt. Wie auch immer, der rote Bart verschwand für immer unter den Wellen. Doch das Volk wollte nicht glauben, dass ihr geliebter Kaiser tot 16:33 sei. Bald entstanden Legenden, die erzählten: Barbarossa schlafe in einem Berg im Küffhäuser, umgeben von seinen treuen Rittern. 16:42 Dort warte er auf die Stunde, da Deutschland ihn am meisten brauche. Sein Bart wachse durch den steinernen Tisch und wenn er dreimal um den Berg 16:51 gewachsen sei, werde Barbarossa erwachen und sein Reich erneuern. Friedrichs Sohn Heinrich VI erbte nicht nur die Krone, sondern auch das sizilianische 17:00 Königreich durch seine Ehe mit Konstanze von Sizilien. Heinrich war ein Herrscher von großer Intelligenz und eisernem Willen, doch auch von unbändiger 17:10 Grausamkeit. Unter seiner Herrschaft erstreckte sich das Reich von der Nordsee bis nach Sizilien wie ein gewaltiger Adler, der seine Schwingen 17:19 über ganz Europa breitet. Heinrich träumte von einem Erbkaiserreich, in dem die Krone nicht mehr gewählt, sondern vererbt wurde. Doch der frühe Tod 17:28 ereilte auch ihn wie ein kalter Wind, der eine Kerze auslöscht. Er starb im Jahre7 in Messina und hinterließ nur einen kleinen Sohn Friedrich II. Teil 4. 17:40 Das Interregnum und die Luxemburger 1250 1437. Als Friedrich den II, der letzte große Stauferkaiser, im Jahre in seinem 17:50 geliebten Sizilien starb, war es, als würde die Sonne über dem Heiligen Römischen Reich untergehen. Sein Tod markierte das Ende einer Era und den 17:59 Beginn einer Zeit, die die Geschichtsschreiber das Interregnum nennen würden. Eine Zeit ohne Kaiser, dunkel und verworren wie ein Wald 18:07 inloser Nacht. Friedrich II. II. war ein Kaiser gewesen, wie ihn die Welt noch nie gesehen hatte. Die Menschen nannten ihn Stupor Mundis, das Staunen der Welt. 18:18 Er sprach neun Sprachen, liebte die Wissenschaften und Künste. Und sein Hof in Sizilien war ein Zentrum der Gelehrsamkeit, wo christliche, arabische 18:28 und jüdische Weise zusammenkamen wie Sterne in einer Konstellation. Doch mit seinem Tod zerbrach das mächtige Staufereich wie ein kostbares Gefäß, das 18:38 zu Boden fällt. Sein Sohn Konrad der I. starb bereits vier Jahre später. Und mit dem jungen Konradin endete8 die stolze Dynastie der Staufer auf dem 18:50 Schafft in Neapel wie eine Blume, die vom Frost dahinerafft wird. Deutschland versank im Chaos des Interregnums. Verschiedene Pretendenten 19:00 erhoben Anspruch auf die Krone, wie hungrige Wölfe, die um Beute kämpfen. Richard von Cornwall und Alfons von Castilien ließen sich zu Königen wählen, 19:10 doch ihre Macht reichte nicht weiter als der Schatten, den sie warfen. Das Reich zerfiel in unzählige kleine Territorien. Jeder Fürst war sein eigener Herr 19:18 geworden. In dieser Zeit der Verwirrung erstärkten die Städte wie junge Bäume nach einem Waldbrand. Sie schloossen sich zu Bünden zusammen, um sich zu 19:26 schützen und den Handel zu fördern. Die Hanse im Norden und der Rheinische Städtebund wurden zu mächtigen Faktoren, die ihre eigene Politik betrieben, wie 19:36 kluge Kaufleute, die ihre Geschäfte führen. Doch nach 20 Jahren der Wirren sehnten sich die Menschen nach Frieden und Ordnung wie Wanderer nach einem 19:45 warmen Feuer in kalter Nacht. Die deutschen Fürsten erkannten, daß sie einen starken Kaiser brauchten, und ihre Wahl fiel auf Rudolf von Habsburg, einen 19:54 Grafen aus dem Schweizerischen Argau. Rudolf Isbeste war kein mächtiger Fürst, keine schillernde Gestalt wie die großen Staufer vor ihm. Er war ein Mann von 20:04 mittleren Jahren, bescheiden in seinem Auftreten wie ein Landedelmann, der seine Felder bestellt. Doch gerade diese Bescheidenheit machte ihn für die 20:12 Fürsten akzeptabel. Er war stark genug, um Ordnung zu schaffen, aber nicht so mächtig, daß er ihre eigene Stellung bedrohte. Rudolf erwies sich als 20:21 geschickter und weitsichtiger Herrscher. Er besiegte Otoka von Böhmen, der sich zu mächtig geworden war und eroberte Österreich und die Steiermark für das 20:31 Reich. Diese Länder verlie seinen Söhnen als Lehen, und so begann der Aufstieg der Habsburger zu einer der mächtigsten Dynastien Europas wie ein kleiner Bach, 20:41 der zu einem gewaltigen Strom anschwillt. Nach Rudolfs Tod wählten die Fürsten bewusst schwächere Herrscher Adolf von Nassau und Heinrich Sepzin von 20:50 Luxemburg. Sie wollten keinen neuen Rudolf, der zu stark werden könnte. Heinrich Seben war der erste Kaiser seit langer Zeit, der wieder nach Rom zog, um 20:59 sich dort krönen zu lassen. Doch er starb früh in Italien und seine Träume von einem neuen Kaiserreich zerrannen wie tau in der Morgensonne. Ludwig de 21:08 VI. Der Bier folgte ihm auf den Thron, doch seine Herrschaft wurde überschattet von einem erbitterten Kampf mit dem Papst in Avignon. Wie seine Vorgänger 21:17 mußte er lernen, daß die Zeiten der großen mittelalterlichen Kaiser vorbei waren. Die Macht war zersplittert, die Welt komplexer geworden. Einen neuen 21:26 Höhepunkt erreichte das Kaisertum unter Karl VI aus dem Hause Luxemburg. Karl war in Paris erzogen worden und brachte die Kultur des Westens mit nach 21:36 Deutschland wie ein Händler kostbare Waren aus fernen Ländern. Er war ein Kaiser von großer Bildung und diplomatischem Geschick, der verstand, 21:44 daß die Zeit der Gewalt vorüber war und die Zukunft der Klugheit gehörte. Karl I machte Prag zu seiner Residenz und verwandelte die Stadt in ein glänzendes 21:54 Zentrum der Kunst und Wissenschaft. Die Karlsbrücke über die Moldau und der majestätische FeDom zeugen noch heute von seinem Willen zur Schönheit. Er 22:03 gründete die erste deutsche Universität in Prag und zog Gelehrte aus ganz Europa an, wie ein Magnet das Eisen anzieht. Sein wichtigstes Werk war die goldene 22:13 Bulle von 1356, ein Gesetz, das die Kaiserwahl endgültig regelte. Sieben Kurfürsten sollten in Zukunft den Kaiser wählen. Die Erzbischöfe von Mainz, Köln 22:23 und Trier, der König von Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg. 22:31 Diese goldene Bulle blieb über vier Jahre lang das Grundgesetz des Reiches, stabil und dauerhaft wie ein Fundament aus festem Stein. Karl verstand es, das 22:41 Reich zu einen, ohne Gewalt anzuwenden. Er reiste unermüdlich durch seine Lande wie ein Hirte, der seine Herde zusammenhält. Überall wurde er mit 22:51 Freuden empfangen, denn die Menschen erkannten in ihm einen Herrscher, der ihr wohlsuchte und nicht nur seine eigene Macht. Doch auch Karls Söhne 22:59 konnten den Glanz ihres Vaters nicht bewahren. Wenzel wurde als unfähig abgesetzt und Sigesmund, der letzte Luxemburger auf dem Kaiserton, 23:08 verbrachte den größten Teil seiner langen Herrschaft mit dem Kampf gegen die Hositen in Böhmen und die Türken an den Grenzen des Reiches. Sigismund war 23:17 ein Herrscher von großer Tatkraft, doch die Zeiten waren schwierig geworden. Die Kirche war gespalten. Konzil von Konstanz rang um die Einheit der 23:26 Christenheit wie Ärzte um das Leben eines schwerkranken Patienten. Sigismund spielte eine wichtige Rolle bei der Überwindung des großen Schismas, doch 23:35 seine Bemühungen um Reformen im Reich blieben weitgehend erfolglos. Als sie Gismund 1437 starb, endete mit ihm die Dynastie der 23:44 Luxemburger. Das Reich stand an einem Wendepunkt seiner Geschichte. Die Zeit der großen reisenden Kaiser war vorüber. Die Zukunft würde anderen gehören, den 23:54 Habsburgern, die aus dem fernen Österreich kamen und das Reich für Jahrhunderte prägen sollten wie ein Fluss, der ein neues Bett gräbt. Teil 5. 24:04 Die Habsburger Vormacht, 1438 156. Mit der Wahl Albrecht von Habsburg im Jahre 24:14 begann eine neue Era in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. Die Habsburger, jene bescheidene Adelsfamilie aus dem Argau, die Rudolf 24:23 Estares zur Macht verholfen hatte, waren nun bereit, das Schicksal Europas in ihre Hände zu nehmen wie ein Gärtner, der einen kostbaren Garten übernimmt. 24:32 Albrecht II. II herrschte nur kurz wie ein Stern, der hell aufleuchtet und schnell wieder erlischt. Doch sein Tod brachte einen noch 24:41 bedeutenderen Herrscher hervor, Friedrich Denite, den letzten Kaiser, der in Rom gekrönt werden sollte. Friedrich war ein stiller, bedächtiger 24:50 Mann, der sich lieber mit Büchern und gelehrten Gesprächen beschäftigte, als mit Kriegen und Intrigen. Die Menschen seiner Zeit verstanden Friedrich oft 24:59 nicht. Sie sahen einen Kaiser, der sich in seine österreichischen Lande zurückzog, statt das Reich zu einen. Doch Friedrich dachte in längeren 25:08 Zeiträumen als andere Menschen. Sein Wahlspruch war das geheimnisvolle A I Ou. Austria eritt in Orbe ultima. Österreich wird in der Welt das letzte 25:20 sein. Oder wie manche deuteten, alles Erdreich ist Österreich untertan. Friedrich II. verstand die Kunst der dynastischen Politik, wie ein 25:29 Schachmeister die Züge auf dem Brett. Während andere Herrscher ihre Energie in kostspieligen Kriegen verbrauchten, schmiedete er Ehebündnisse, die seinem 25:37 Hause für Jahrhunderte Macht verschaffen sollten. Die Hochzeit seines Sohnes Maximilian mit Maria von Burgund war wie der erste Zug in einem großen Spiel, das 25:46 Europa verändern würde. Als Friedrich 1493 starb, hinterließ er seinem Sohn ein Reich, das äußerlich schwach erschien, aber die Samen künftiger Größe 25:57 in sich, trug wie ein karger Boden, unter dem reiche Schätze verborgen liegen. Maximilian de Fousmeister, den die Menschen liebevoll den letzten 26:05 Ritter nannten, war das Gegenteil seines bedächtigen Vaters. Er war ein Mann der Tat und des Abenteuers, ein Herrscher, der die Menschen faszinierte wie ein 26:14 Held aus alten Sagen. Mit seinem goldenen Haar und seinen strahlenden Augen verkörperte er das Ideal des ritterlichen Kaisers. Maximilian liebte 26:24 die Jagd und den Kampf, die Kunst und die Musik. Er konnte mit gleicher Begeisterung eine Burg belagern oder ein Gedicht verfassen, einen Hirsch erlegen 26:33 oder einen gelehrten Disput führen. Sein Hof war ein Zentrum der Renaissancekultur, wo Künstler wie Dürer und Gelehrte wie 26:41 Konrad Zeltis zusammenkamen wie Sterne in einer hell funkelnden Konstellation. Doch Maximilian war mehr als nur ein romantischer Ritter. Er war ein 26:51 geschickter Diplomat, der das Habsburgische Hausmachtprinzip zur Vollendung führte. Seine eigene Ehe mit Maria von Burgund brachte die reichen 27:00 niederländischen Provinzen in Habsburgischen Besitz. Die Eheschließungen seiner Kinder waren strategisch geplant wie die Züge eines 27:08 Feldherrn. Philip den Schönen, seinen Sohn, verheiratete er mit Johanna der Wahnsinnigen von Spanien. Diese Ehe sollte den Habsburgern die spanische 27:18 Krone und die unermesslichen Schätze der neuen Welt einbringen. Seine Enkelkinder verheiratete er mit den Erben Böhmens und Ungarns. So webte Maximilian ein 27:28 Netz dynastischer Verbindungen über ganz Europa wie ein geschickter Weber, ein kostbares Gewand. Als Maximilian 15.19 starb, hinterließ er seinem Enkel Karl 27:39 ein Erbe, das alle Träume übertraf. Karl VI erbte ein Reich, über das die Sonne niemals unterging. Deutschland und Österreich, die Niederlande und Spanien, 27:50 Teile Italiens und die fernen Kolonien in Amerika. Er war der mächtigste Herrscher seit Karl dem Großen, ein Kaiser, dessen Macht die Grenzen Europas 27:59 überschritt. Stellen Sie sich vor, wie der junge Karl zum ersten Mal die Karte seines Reiches betrachtete. Von den nebligen Küsten Flanderns bis zu den 28:09 sonnigen Stränden Andalusiens, von den Goldminen Perus bis zu den Gewürzinseln der Moluken, erstreckte sich seine Herrschaft. Es muss sich angefühlt 28:18 haben, als trüge er die ganze Welt auf seinen Schultern. Doch diese Macht brachte auch gewaltige Verantwortung und endlose Sorgen mit sich. Karl mußte 28:27 gegen Franz von Frankreich kämpfen, der das Habsburgische Reich wie einen Ring umschloß, der zu eng geworden war. "Fünf große Kriege", führte er gegen den 28:37 französischen König. Kämpfe, die sich über ganz Europa erstreckten wie Schatten bei untergehender Sonne. Im Osten bedrohten die Türken unter Sultan 28:45 Süleimann, dem Prächtigen das Reich. Zweimal standen sie vor den Mauern Wiens. Und ganz Europa zitterte vor der islamischen Macht wie Blätter vor dem 28:53 Sturm. Karl mußte seine Kräfte teilen zwischen dem Kampf im Westen gegen Frankreich und der Verteidigung im Osten gegen die Türken. Doch die größte 29:03 Herausforderung kam aus dem eigenen Reich. Martin Luther hatte seine Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen und die Reformation breitete 29:12 sich aus wie ein Lauffeuer. Karl, ein treuer Sohn der katholischen Kirche, sah seine Pflicht darin, die Einheit des Glaubens zu bewahren. Ich bin 29:21 entschlossen, alles einzusetzen. Meine Reiche und Herrschaften, meine Freunde, meinen Leib und mein Blut, mein Leben und meine Seele", erklärte er auf dem 29:31 Reichstag zu Worms. Jahre vergingen in religiösen Kriegen, die das Reich zerrissen wie einen kostbaren Stoff. Der schmalkaldische Bund der 29:39 protestantischen Fürsten kämpfte gegen den Kaiser, Bruder gegen Bruder, Deutsche gegen Deutsche. Karl siegte in der Schlacht bei Mühlberg, doch der Sieg 29:49 war bitter wie Wehrmut, denn er brachte keine Einheit, sondern nur tiefere Spaltung. Teil 6 Die Zeit der Reformation und Kriege. 30:00 1640. Im Jahre 156, als die Herbstblätter golden von den Bäumen fielen, traf Karl Finn eine 30:08 Entscheidung, die Europa erschüttern sollte. In einer feierlichen Zeremonie im Palast zu Brüssel dankte er ab als erster Kaiser in der Geschichte des 30:17 Reiches, der freiwillig die Krone niederlegte wie ein müderer sein Gepäck. Karl war erst Jahre alt, doch die Last der Welt hatte ihn vorzeitig altern Haar 30:28 war weiß geworden wie Schnee, sein Gesicht von Sorgenfalten durchzogen wie eine Landkarte schwerer Wege. "Ich bin müde", sagte er zu seinen weinenden 30:37 Höflingen. "Gott hat mir mehr auferlegt, als ein Mensch tragen kann. Das gewaltige Reich wurde geteilt wie ein zu groß gewordenes Gewand. Die spanischen 30:47 Besitzungen mit den reichen Kolonien in Amerika gingen an seinen Sohn Philip II. während die deutschen Lande an seinen Bruder Ferdinand fielen. Es war das Ende 30:57 des universalen Kaiserreichs, doch der Beginn einer neuen Epoche. Ferdinand I. War ein ruhiger, besonnener Herrscher, der die Kunst des Ausgleichs verstand, 31:08 wie ein erfahrener Diplomat die Geheimnisse der Verhandlung. Er hatte Jahre als Stadthalter in den deutschen Länden verbracht und kannte die Nöte und 31:16 Sorgen seiner Untertanen, wie ein Hirte seine Herde kennt. Als Ferdinand die Kaiserkrone übernahm, stand das Reich vor gewaltigen Herausforderungen. Die 31:25 Reformation hatte das Land gespalten, die Türken bedrohten weiterhin die Ostgrenzen und die alten Institutionen schienen nicht mehr den neuen Zeiten zu 31:34 entsprechen. Ferdinand erkannte, dass nur Kompromisse das Reich retten konnten. Der Augsburger Religionsfrieden von 155 31:42 war sein größtes Werk. Kuius Regio Eius Religio, wessen das Land, dessen der Glaube, wurde zum Grundsatz, der den konfessionellen Frieden sicherte, wie 31:53 ein Deich das Land vor Überschwemmung schützt. Es war kein perfekter Frieden, aber er brachte dem Kriegsmüden Reich eine Generation der Ruhe. Ferdinand 32:03 liebte die Musik und die Künste. An seinem Hof in Wien versammelten sich Musiker und Gelehrte aus ganz Europa. Die Hofkapelle wurde berühmt für ihre 32:11 Mutetten und Messen und der Klang der Musik erfüllte die kaiserlichen Gemächer wie Weihauch eine Kathedrale. Sein Sohn Maximilian II. erbte die tolerante 32:22 Gesinnung des Vaters. Maximilian war ein Herrscher der Renaissance, gebildet und aufgeschlossen, der ins geheim mit dem Protestantismus sympathisierte. Doch aus 32:32 politischer Klugheit katholisch blieb. Unter seiner Herrschaft erlebte das Reich eine Blütezeit der Kultur und Wissenschaft. Doch diese goldenen Jahre 32:40 sollten nicht von Dauer sein. Rudolf den II, Maximilians Sohn, war ein Herrscher von ganz anderem Schlag. Rudolf war ein Melancholiker, ein Grübler, der sich 32:51 immer mehr von den Regierungsgeschäften zurückzog, wie ein Einsiedler in seine Klause. Rudolf machte Prag zu seiner Residenz und verwandelte die Ratschin in 33:00 ein Zentrum für Alchemie und okkulte Wissenschaften. Magier und charlatane, Astronomen und Astrologen, bevölkerten seinen Hof wie merkwürdige Vögel einen 33:10 verwunschenen Garten. Der Kaiser sammelte Kunstwerke und Kuriositäten, suchte den Stein der Weisen und das Elixier des Lebens. Während Rudolf in 33:19 seinen Studien versunken war, geriet das Reich in immer größere Unordnung. Die Religionsgegensätze verschärften sich wieder, denn die Gegenreformation hatte 33:29 begonnen. Die Jesuiten predigten mit missionarischem Eifer. Die protestantischen Prediger antworteten mit gleicher Leidenschaft und zwischen 33:38 ihnen wuchs die Spannung wie Gewitterwolken am Sommerhimmel. In Böhmen kam es zum offenen Aufstand, als die protestantischen Stände ihre 33:46 katholischen Stadthalter aus den Fenstern der Pragerburg warfen. Der berühmte Prager Fenstersturz von 16 und 18, der wie ein Funke das Pulverfass 33:56 Europa entzündete. Rudolfs Bruder Matthias übernahm die Regierung, doch auch er konnte den Frieden nicht bewahren. Als er starb, folgte ihm 34:05 Ferdinand I. Ein Kaiser von tiefer Frömkeit und eisernem Willen, der entschlossen war, die Einheit des katholischen Glaubens 34:12 wiederherzustellen, koste es, was es wolle. Ferdinand II. war das Gegenteil seines schwermütigen Vorgängers. Er war ein Mann der Tat, ein Kämpfer für seine 34:22 Überzeugungen, der bereit war, alles für seinen Glauben zu opfern, wie ein Kreuzritter für das heilige Land. Sein Wahlspruch war: "Besser eine Wüste 34:32 regieren als ein Land voller Ketzer." Der dreißigjährige Krieg, der nun begann, sollte Deutschland verwüsten wie eine Pest. Was als böhmischer Aufstand 34:41 begonnen hatte, weitete sich zu einem europäischen Krieg aus, der alle Mächte des Kontinents erfasste, wie ein Waldbrand, der außer Kontrolle gerät. In 34:51 der Schlacht am Weißen Berg bei Prag besiegte Ferdinand die bömischen Protestanten, doch der Sieg brachte keinen Frieden. Schwedische und dänische 35:00 Heere marschierten in Deutschland ein. Französische Truppen kämpften an der Seite der Protestanten und das Reich wurde zum Schlachtfeld Europas. Städte 35:08 wurden erobert und geplündert, Dörfer niedergebrannt, Menschen erschlagen oder vertrieben wie Blätter im Herbststurm. Magdeburg, die stolze Hansestadt, wurde 35:17 so gründlich zerstört, dass man sie die Magdeburgische Bluthochzeit nannte. Söldnerere zogen durch das Land wie Heuschrecken, die alles Karl fressen. 35:26 General Tilly und Wallenstein, Gustavus Adolfus von Schweden und Bernhard von Weimer. Ihre Namen klangen durch Europa wie Donner am Himmel. Sie führten ihre 35:36 Armeen von Schlacht zu Schlacht, von Sieg zu Niederlage und hinter ihnen blieben verbrannte Erde und weinende Witwen zurück. Ferdinand Zetti, der 1637 35:47 die Nachfolge seines Vaters antrat, erkannte endlich, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Er war ein müder Mann geworden, gealtert vor seiner Zeit, 35:56 der nur noch den Frieden suchte wie ein Durstiger das Wasser. Die Friedensverhandlungen in Münster und Osnerbrück zogen sich Jahre hin wie eine 36:04 schwere Krankheit. Endlich, am 24. Oktober 1648 wurde der westfälische Friede unterzeichnet. Die Glocken läuteten in 36:14 ganz Deutschland und die Menschen weinten vor Erleichterung wie nach einem langen bösen Traum. Doch der Friede hatte einen hohen Preis. Deutschland war 36:24 verwüstet, seine Bevölkerung um ein Drittel dezimiert, seine politische Einheit endgültig zerbrochen. Die Schweiz und die Niederlande schien aus 36:33 dem Reich aus. Frankreich gewann Elsas Lotringen, Schweden erhielt Pommern und andere deutsche Gebiete. Das heilige römische Reich existierte noch, aber es 36:44 war nur noch ein Schatten seiner Selbst, zersplittert in hunderte kleiner Territorien, deren Fürsten nun souverän waren wie kleine Könige in ihren 36:52 Ländern. Der Traum von einem vereinten deutschen Kaiserreich schien für immer begraben unter den Trümmern des dreißigjährigen Krieges. Teil 7 Barok 37:02 und Aufklärung 1650 1792. Nach den Schrecken des dreißigjährigen Krieges erwachte das Reich langsam zu neuem Leben wie ein Garten nach einem 37:13 harten Winter, in dem die ersten zarten Knospen zu sprießen beginnen. Leopold Zwertens, der 1658 den Kaisertron bestieg, war ein 37:24 Herrscher, der das verwüstete Land wieder aufbauen wollte wie ein geduldiger Handwerker, der aus zerbrochenen Stücken etwas Neues und 37:32 Schönes erschafft. Leopold war ein stiller, nachdenklicher Mann mit dem charakteristischen Habsburger Kinn und melancholischen Augen, die tief blickten 37:41 wie sehen im Mondlicht. Er liebte die Musik über alles. Er komponierte selbst und spielte Klavier mit der Hingabe eines wahren Künstlers. Sein Hof in Wien 37:52 wurde zu einem Zentrum der Barockenkultur, wo die Musik von Monteverdi und später von Mozart erklang, wie Himmelsschöre in einer 38:00 prächtigen Kathedrale. Doch Leopolds Herrschaft war nicht von Ruhe geprägt. Vom Osten her drohte eine neue Gefahr. Die Türken unter dem Großvesier Kara 38:09 Mustafa rüsteten zu einem gewaltigen Fellzug, der die christliche Welt erschüttern sollte, wie ein Erdbeben. Im Sommer 1683 standen 200.000 Osmanische 38:20 Krieger vor den Mauern Wiens und ganz Europa hielt den Atem an wie beim Anblick eines heranziehenden Gewitters. Die Belagerung Wien dauerte zwei Monate. 38:30 In der Stadt herrschten Hunger und Verzweiflung. Die Mauern bröckelten unter dem Beschuss der türkischen Kanonen und die Verteidiger wurden 38:38 weniger mit jedem Tag. Der verstrich wie Sandkörner in einer Sanduhr. Leopold war nach Passau geflohen, doch in Wien kämpften tapfere Männer um jeden Stein, 38:48 jeden Balken, jeden Fußbreitboden. Am 12. September 1683, als die Morgensonne über den Karlenberg stieg, erschien die Rettung. König 38:59 Johann Sobjki von Polen führte ein vereintes christliches Heer an, das wie ein Sturzbach von den Hügeln herabbrach. Die Schlacht war kurz, aber 39:08 entscheidend. Die türkische Armee zerstob wie Nebel vor dem Wind und Wien war gerettet. Kara Mustafa ließ in seinem Zelt sogar seinen Kaffee stehen. 39:17 So entstand die Legende vom Wiener Kaffeehaus. Nach dem Sieg bei Wien begann eine neue Zeit für das Habsburger Reich. Unter dem glorreichen Feldherrn 39:27 Prinz Eugin von Savoyen eroberten die kaiserlichen Truppen weite Teile Ungarns und des Balkans zurück. Prinz Eugen war ein Mann von kleiner Gestalt, doch sein 39:36 Geist war groß wie ein Adler. der hoch über den Wolken kreist. Seine Siege bei Zenta und Peterwartein halten durch ganz Europa wie Siegeslieder. Leopold starb 39:47 175 und sein Sohn Josef I. folgte ihm auf den Thron. Josef war ein Herrscher voller Energie und neuer Ideen, doch seine Herrschaft war kurz wie ein 39:57 Sommertag. Er starb bereits 17.11 an den Pocken und sein Bruder Karl Seesens übernahm die schwere Bürde der Kaiserkrone. Karl Seesens war der letzte 40:07 männliche Habsburger und diese Tatsache überschattete seine ganze Herrschaft wie eine dunkle Wolke. Er hatte nur eine Tochter, Maria Theresia, und um ihr die 40:16 Nachfolge zu sichern, erließ er die pragmatische Sanktion. Jahrelang reiste er durch Europa wie ein Pilger, der um Almosen bittet und bat die anderen 40:26 Herrscher die Erbfolge seiner Tochter anzuerkennen. Karls Hof war prächtig wie ein Märchenschloss. Die Wiener Hofburg wurde erweitert und verschönert. Das 40:34 Schloss Schön Brunn entstand in seiner ganzen barocken Herrlichkeit. Künstler und Architekten schufen Werke von zeitloser Schönheit, als wollten sie die 40:44 Vergänglichkeit des Lebens durch die Ewigkeit der Kunst überwinden. Als Karl VI 1740 starb, hinterließ er seiner 24-jährigen Tochter Maria Theresia, ein 40:56 Reich in der Krise. Die junge Kaiserin, obwohl sie niemals offiziell Kaiserin war, nannten sie alle so, stand vor Feinden, die ihr Reich wie hungrige 41:04 Wölfe umkreisten. Friedrich II. Von Preußen fiel in Schlesien ein. Bayern und Sachsen erhoben Ansprüche auf österreichische Gebiete und ganz Europa 41:15 schien sich gegen sie verschworen zu haben. Doch Maria Theresia war eine Frau von außergewöhnlicher Kraft und Klugheit. Sie trat vor die ungarischen 41:24 Stände und hob ihr kleines Kind in die Höhe wie eine Mutter, die um Schutz für ihr Kind bittet. Moriamur Prorge Nostr Maria Theresia. Sterben wollen wir für 41:34 unsere Königin Maria Theresia! Die ungarischen Magnaten, und ihre Säbel blitzten im Licht der Kerzen. Jahre vergingen in Kriegen um das 41:43 österreichische Erbe. Doch Maria Theresia behauptete sich gegen alle Feinde. Sie verlor Schlesien an Friedrich den Großen, doch sie behielt 41:51 den Kaisertron für ihr Haus. Ihr Gemahl franz immer. Von Lotringen wurde zum Kaiser gewählt und das Haus Habsburg Lotringen übernahm die Kaiserwürde. 42:05 Maria Theresia war nicht nur eine große Herrscherin, sondern auch eine liebende Mutter. Sie gebar 16 Kinder und jedes war ihr teuer wie ein kostbarer 42:14 Edelstein. Ihre Tochter Marie Antoinette wurde Königin von Frankreich. Ihre Söhne regierten in verschiedenen Ländern Europas. Die Habsburger weieder ihr Netz 42:25 dynastischer Verbindungen über den Kontinent, wie fleißige Spinnen ihr kunstvolles Gewebe. Als Franz die I. starb, wurde ihr ältester Sohn Joseph II 42:35 Kaiser. Joseph war ein Mann der Aufklärung, erfüllt von neuen Ideen wie ein Segel vom frischen Wind. Er wollte sein Reich von Grund auf reformieren, 42:45 die Bauern befreien, die Religionsfreiheit einführen, die Verwaltung modernisieren. Seine Mutter betrachtete seine Pläne mit Sorge, wie 42:53 eine alte Frau die Sturheit ihres Sohnes. Joseph II war ungeduldig wie ein Frühlingsbach, der alle Hindernisse wegspülen will. Er erließ tausende von 43:03 Verordnungen, bereiste sein Reich Incognito wie ein Wanderer, der die Wahrheit sucht. Er hob die Leibeigenschaft auf, gestattete allen 43:12 Religionen freie Ausübung, löste viele Klöster auf und verwendete ihre Güter für Schulen und Krankenhäuser. Hier rut Joseph den. Tem nichts gelang, was er 43:23 unternahm, ließ er als seinen Grabspruch verfassen, doch das war zu streng mit sich selbst. Seine Reformen weckten das Bürgertum auf, wie die Morgensonne die 43:32 schlafende Erde weckt. Beehofen widmete ihm zunächst seine Heroika. Mozart schrieb für ihn die Entführung aus dem Seril und Schiller pries ihn als 43:42 Befreier der Menschheit. Doch Joseph war zu schnell, zu radikal. Seine Reformen stießen auf Widerstand bei Adel und Clerus, bei Bauern, die ihre alten 43:51 Gewohnheiten liebten und bei Bürgern, die Ordnung der Veränderung vorzogen. Aufstände brachen aus in Ungarn und den Niederlanden. Die Türken griffen wieder 44:00 an und das Reich schien zu zerbrechen wie ein zu straff gespanntes Seil. Josef starb 1790. Erst 48 Jahre alt, gebrochen von den Widerständen gegen seine 44:11 Reformen. Sein Bruder Leopold II. folgte ihm ein weiser und besonnener Mann, der verstand, dass Reformen langsam wachsen müssen wie Bäume in einem Garten. Doch 44:22 auch Leopold war nur eine kurze Zeit vergönnt. Er starb bereits 1792 und mit ihm endete eine Epoche des Habsburger Reiches. Teil 8. Das Ende des 44:35 Heiligen Römischen Reiches 17926. Als Franz I im Jahre 1792 die Kaiserkrone übernahm, war er noch ein 44:46 junger Mann von 24 Jahren, doch die Zeiten, in die er hineinreierte, waren schwer wie Blei und dunkel wie eine mondlose Nacht. Jenseits des Reins tobte 44:56 die französische Revolution wie ein Orkan, der alles Alte hinwegzufen drohte. Die Könige Europas zitterten auf ihren Thronen und die Welt schien aus 45:06 den Fugen geraten zu sein. Franz war ein Herrscher von konservativer Gesinnung, der die alten Ordnungen liebte, wie ein Gärtner seiner bewährten Pflanzen. Er 45:15 misstraute allem Neuen, allem Revolutionären wie ein vorsichtiger Mann dem Eis eines unbekannten Sees. Seine Augen, die unter den schweren Liedern 45:25 der Habsburger blickten, sahen die Welt mit Sorge und Melancholie, die Hinrichtung seines Schwagers Ludwig X. und seiner Nichte Marie Antoinette 45:36 erschütterte Franz wie ein persönlicher Schicksalsschlag. Die Königin von Frankreich, die einst als lächelndes Mädchen den Wiener Hof 45:44 verlassen hatte, starb unter der Gillotine wie eine verwelkte Blume, die von einem grausamen Sturm geknickt wird. Bald darauf erschien ein Name, der 45:54 Europa in Angst und Schrecken versetzen sollte. Napoleon Bonaparte. Dieser korsische Offizier stieg empor wie ein Komet am Himmel der Geschichte. Erst als 46:04 Konsul, dann als Kaiser der Franzosen. Seine Armeen marschierten über Europa wie Sturmwolken, die alles verdunkeln, was sie berühren. Die Koalitionskriege 46:14 begannen, jene gewaltigen Kämpfe, die 20 Jahre lang Europa verwüsten sollten. Franz führte sein Reich in Schlacht nach Schlacht. Doch Napoleon schien 46:23 unbesiegbar wie ein Dämon aus alten Legenden. Bei Austerlitz im Jahre 1805 vernichtete der französische Kaiser die vereinten Heere Österreichs und 46:32 Russlands so gründlich, dass man die Schlacht die Dreikaiserschlacht nannte. Doch nur ein Kaiser ging als Sieger daraus hervor. Nach Austerlitz stand 46:41 Franz vor den Trümmern seiner Träume. Napoleon diktierte ihm den Frieden von Pressburg, der Österreich Territorien kostete, die seit Jahrhunderten 46:50 Habsburgisch gewesen waren. Venedig und die italienischen Besitzungen gingen verloren wie Perlen einer zerrissenen Kette, die ins dunkle Wasser fallen. 47:00 Doch das war noch nicht das Schlimmste. Napoleon, der sich nun als Herr über Europa sah, stellte Franz ein Ultimatum. Er solle die Kaiserkrone des Heiligen 47:10 Römischen Reiches niederlegen oder die französischen Armeen würden Wien erobern. Franz stand vor der schwersten Entscheidung seines Lebens, schwerer als 47:19 alle Schlachten, die er verloren hatte. Am 6. August 1806, als die Sommersonne über Wien stand und die Menschen ihren gewohnten Geschäften nachgingen, 47:30 unterzeichnete Franz und II die Abdankungsurkunde. Mit wenigen Federstrichen beendete er ein Reich. das fast tausend Jahre 47:38 bestanden hatte, länger als alle Imperien der Geschichte. Das Heilige römische Reich deutscher Nation war Geschichte geworden wie ein Lied, das 47:47 Verhalt. Wir legen die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches nieder und betrachten das Band, das uns bisher an den deutschen Reichskörper knüpfte, als 47:57 aufgelöst, schrieb Franz in seiner Abdankungsurkunde. Die Worte waren trocken und formal, doch hinter ihnen verbarg sich das Ende einer 48:05 Epoche, die von Karl dem Großen bis in die Neuzeit gereicht hatte. Doch Franz war klug genug gewesen, vorzusorgen. Bereits 1804 hatte er sich zum Kaiser 48:15 von Österreich proklamiert, um einen neuen Titel zu haben, wenn der Alte verschwinden sollte. So wurde Franz den II. Der letzte Kaiser des Heiligen 48:24 Römischen Reiches zu Franz dein Tensu, dem ersten Kaiser von Österreich, wie ein Schauspieler, der in einem Stück mehrere Rollen spielt. Die deutschen 48:34 Fürsten, die jahrhundertelang dem Kaiser gehuldigt hatten, fanden neue Herren. Napoleon gründete den Rheinbund, einen Zusammenschluss deutscher Staaten unter 48:43 französischem Protektorat. Bayern und Württemberg wurden zu Königreichen erhoben, Baden und Hessen zu Großherzogtümern. 48:51 Sie wandten sich ab von der alten Ordnung wie Kinder, die ihr Elternhaus verlaßen. Nur wenige trauerten dem alten Reich nach. Es war schwach und 49:00 zersplittert gewesen, seine Institutionen überholt wie Instrumente aus einer vergangenen Zeit. Doch mit seinem Ende verschwand auch etwas 49:08 anderes. Die Idee eines vereinten deutschen Kaisertums, die tausend Jahre lang die Fantasie der Menschen beflügelt hatte, wie ein ferner Traum von Größe 49:17 und Einheit. In Wien herrschte Stille nach dem Sturm. Die kaiserlichen Garden trugen noch immer ihre prächtigen Uniformen, doch sie dienten nun einem 49:27 anderen Reich. Die Schatzkammer bar noch immer die alte Reichskrone mit ihren Edelsteinen und dem Kreuz Christi. Doch sie war nur noch ein Reliquie geworden, 49:36 wie ein Rosenkranz aus längst vergangenen Zeiten. Franz regierte weiter als österreichischer Kaiser und sein Reich erholte sich langsam von den 49:44 Schlägen der napoleonischen Kriege. Seine Tochter Marie Louise heiratete Napoleon. Eine Ironie des Schicksals, die den alten Kaiser schmerzte wie eine 49:54 nie heilende Wunde. Der Mann, der sein erstes Reich zerstört hatte, wurde sein Schwiegersohn. Doch Napoleons Stern begann zu sinken. Der Russlandfeldzug 50:04 von 1812 wurde zur Katastrophe und in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 vereinten sich die Gegner Frankreichs zu einem letzten entscheidenden Schlag. 50:15 Österreich kämpfte nun an der Seite seiner ehemaligen Feinde gegen den Mann, der Europa unterworfen hatte. Als Napoleon 1814 abdankte und nach Elba 50:25 verbannt wurde, war Franz einer der Sieger. Der Wiener Kongress neuordnete Europa und Österreich erhielt einen ehrenvollen Platz in der neuen Ordnung. 50:34 Metterich, franz genialer Außenminister webte ein System von Bündnissen und Verträgen, das 30 Jahre lang den Frieden sichern sollte, wie ein kunstvolles 50:43 Spinnennetz. Doch das alte Heilige römische Reich war für immer verschwunden. An seiner Stelle entstanden neue Gebilde, der deutsche 50:51 Bund, ein loser Zusammenschluss von 35 Fürsten und vier freien Städten und die wachsende Macht Preußens, das eines Tages die deutsche Einheit unter ganz 51:01 anderen Vorzeichen verwirklichen sollte. Franz lebte noch bis 1835 und erlebte die Zeit der Restauration, als Europa müde von Revolution und Krieg 51:12 zur Ruhe kommen wollte. wie ein erschöpfter Wanderer, der endlich Rast macht. Er starb als Kaiser von Österreich, doch die Geschichte würde 51:21 ihn als den letzten deutschen Kaiser in Erinnerung behalten, als den Mann, der das Ende einer tausendjährigen Tradition besiegelte, wie das letzte Kapitel eines 51:30 langen, traurigen Buches. Teil 9 Das deutsche Kaiserreich entsteht 181887. Nach dem Ende des Alten Reiches vergingen Jahrzehnte wie Schatten über 51:43 einem verlassenen Garten. Deutschland blieb geteilt in den deutschen Bund, ein schwaches Gebilde von 35 Fürstentümern und vier freien Städten, die 51:53 zusammenkamen wie Fremde zu einem höflichen Gespräch ohne wirkliche Einheit oder gemeinsames Ziel. Doch in dieser Zeit der Zersplitterung keimte 52:01 ein neuer Traum, die Sehnsucht nach einem geeinten deutschen Vaterland. In Preußen, dem nördlichen Königreich, das aus der Mark Brandenburg entstanden war, 52:10 erwachte eine neue Kraft. Dort herrschte seit 1861 Wilhelm der Star, ein Mann von soldatischer Geratheit und preußischen Tugenden, dessen weißer Backenbart und 52:21 aufrechte Haltung Würde und Autorität ausstrahlten wie ein alter Eichenbaum Stärke und Beständigkeit. Wilhelm war ein König, der seine Pflicht 52:31 kannte, wie ein Hirte seine Herde. Er liebte das Militär, die Ordnung, die klaren Linien des Kommandos und Gehorsams. Doch er war auch weise genug 52:39 zu erkennen, dass Preußen einen Mann brauchte, der klüger war als er selbst, einen Staatsmann, der die komplexen Fäden der europäischen Politik zu weben 52:48 verstand, wie eine geschickte Weberin, ihr kostbarstes Tuch. Diesen Mann fand er in Otto von Bismarck, einem pomchen Junker mit den Augen eines Falken und 52:58 dem Verstand eines Schachmeisters. Bismarck war groß und breitschultrig, seine Stimme klang tief wie fernes Donnergrollen und wenn er sprach, 53:07 lauschten die Menschen wie Kinder einem Märchenerzähler. Doch hinter seiner manchmal rauen Art verbarg sich ein Geist von seltener 53:14 Brillanz. Als Bismarck 186 preußischer Ministerpräsident wurde, erklärte er vor dem Landtag, die großen Fragen der Zeit werden nicht durch Reden 53:25 und Majoritätsbeschlüsse entschieden. Das ist der Fehler von 184 und 1849 gewesen, sondern durch Eisen und Blut. Diese Worte sollten zur Prophezeiung 53:38 werden für das kommende Vierteljahrhundert. Bismarks erster Streich galt Dänemark, das die deutschen Herzogtümer Schleswig 53:46 und Holstein beherrschte, wie ein Fremder, ein Erbe, das ihm nicht zustand. 1864 marschierten preußische und 53:55 österreichische Truppen gemeinsam nach Norden und befreiten die Herzogtümer aus dänischer Herrschaft. Doch schon bald zeigte sich, daß Bismarck größere Pläne 54:05 hatte als nur die Befreiung deutscher Lande. Der Streit um die Verwaltung von Schleswig- Holstein war nur ein Vorwand. Bismarck wusste, dass Deutschland nicht 54:14 geeint werden konnte, solange Österreich und Preußen um die Führung stritten, wie zwei Brüder um das väterliche Erbe. Einer von beiden musste weichen und 54:23 Bismarck war entschlossen, dass es nicht Preußen sein würde. Der Krieg von 1866 war kurz und entscheidend wie ein Sommersgewitter. Bei König Grätz in 54:32 Böhmen trafen die beiden deutschen Mächte aufeinander in einer Schlacht, die das Schicksal Deutschlands bestimmen sollte. Die preußischen Gewehre mit 54:40 ihrem Hinterladersystem erwiesen sich als Überlegen und nach wenigen Stunden war die österreichische Armee geschlagen wie Blätter vor dem Herbststurm. König 54:50 Wilhelm wollte nach Wien marschieren und Österreich demütigen, doch Bismarck war klüger. Wir müssen Österreich schonen", sagte er zu seinem König, "denn wir 54:59 werden es noch als Freund brauchen." So kam es zum milden Frieden von Prag, der Österreich aus Deutschland hinausdrängte, ohne es zu vernichten. 55:08 Nun war der Weg frei für Bismarks Meisterwerk, die Gründung des norddeutschen Bundes unter preußischer Führung. 55:15 Deutsche Staaten nördlich des Mains vereinigten sich unter der Krone Preußens wie Bäche, die sich zu einem mächtigen Strom vereinen. Wilhelm wurde 55:24 Bundespräsident, Bismarck Bundeskanzler und zum ersten Mal seit Jahrhunderten gab es wieder eine starke deutsche Macht, doch der Süden blieb noch 55:33 außerhalb. Bayern, Würtemberg, Baden und Hessen Darmstadt hielten sich fern wie Scheuerehe am Waldrand. Sie fürchteten die preußische Vorherrschaft und 55:43 blickten lieber nach Paris als nach Berlin. Bismarck wusste, dass nur ein gemeinsamer Feind sie zur Einheit zwingen würde. Dieser Feind kam in 55:51 Gestalt Napoleon II von Frankreich, des Neffen des großen Korsen, der von der Glorie seines Onkels träumte und das wachsende Deutschland als Bedrohung sah. 56:02 Der Streit um die spanische Thronfolge war nur ein Anlass. Die wahren Ursachen lagen tiefer. in der Konkurrenz zweier Nationen um die Vorherrschaft in Europa. 56:11 Die Emsa de Pesche, jenes berühmte Telegramm, das Bismarck so geschickt redigierte, dass es wie eine Ohrfeige klang, entfachte die französische 56:20 Empörung wie ein Funke das Pulver. Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg und ganz Deutschland erhob sich wie ein einziger Mann. Bayern 56:31 und Württemberg, Baden und Hessen stellten ihre Truppen an die Seite Preußens, denn es ging nun nicht mehr um preußische oder österreichische 56:38 Vorherrschaft. Es ging um Deutschland gegen Frankreich, um die deutsche Nation gegen den Erbfeind. Die Süddeutschen Regimenter marschierten singend gehen 56:47 Westen und in ihren Liedern klang die Sehnsucht nach Einheit mit. Der Krieg war von Anfang an ein deutscher Triumph. Bei Sedan kapitulierte Napoleon 56:57 mit seiner ganzen Armee und die Nachricht von diesem Sieg verbreitete sich durch Deutschland wie das Leuten der Glocken am Ostermorgen. 57:05 In Paris proklamierte das Volk die Republik, doch der Krieg ging weiter, denn die Franzosen kämpften nun für ihre Hauptstadt wie Löwen für ihre Höhle. 57:15 Während die deutschen Armeen Paris belagerten wie ein eiserner Ring um die Stadt der Lichter, reiften in Versaill die Pläne für die deutsche Einheit. 57:23 König Ludwig II. Von Bayern, der märchenhafte Schlösserbauer, wurde von Bismarck mit goldenen Argumenten überzeugt, Wilhelm 57:32 Essatte die deutsche Kaiserkrone anzubieten. Es kostete Bismarck viel Diplomatie und manchen Kompromiss, doch schließlich waren alle Süddeutschen 57:41 Fürsten bereit, sich dem neuen Reich anzuschließen wie Planeten, die sich um ihre Sonne reihen. Am 18. Januar 1878, dem Jahrestag der preußischen 57:51 Königskrönung, versammelten sich die deutschen Fürsten und Feldherren im Spiegelsaal von Versaille. Dort, wo eins der Sonnenkönig Ludwig Dam Hof gehalten 58:01 hatte, sollte die deutsche Einheit vollendet werden wie ein Kreis, der sich schließt nach jahrhundertelanger Wanderung. Wilhelm Deer stand in der 58:10 Mitte des prächtigen Saales, umgeben von seinen Generälen und den Vertretern der deutschen Staaten. Er trug die schlichte preußische Uniform, doch seine Haltung 58:19 war königlich wie die eines Adlers auf hohem Felsen. Großherzog Friedrich VIP. Von Baden rief: Es lebe seine kaiserliche und königliche Majestät 58:29 Kaiser Wilhelm. Und die Anwesenden stimmten ein in den Ruf, der durch die Gewölbe halte wie ein Lied der Erlösung. So wurde Wilhelm II. Deutschen Kaiser 58:40 seit Franz II gekrönt. Nicht in einer deutschen Kathedrale, sondern in einem französischen Schloss. Nicht vom Papst, sondern von seinen Fürsten. Nicht mit 58:49 der alten Reichskrone, sondern mit einer Neuen, die er nie tragen sollte. Es war eine andere Zeit, eine andere Welt. Doch der Traum von der deutschen Einheit war 58:59 wieder Wirklichkeit geworden. Das neue deutsche Reich war mächtiger als alle Reiche vor ihm. Von der Memel bis zum Rhein, von der Nordsee bis zu den Alpen 59:08 erstreckte sich nun ein geeintes Deutschland, das stärkste Land Europas. Bismarck wurde der erste Reichskanzler und führte das junge Reich mit eiserner 59:17 Hand und kluger Politik durch die ersten schwierigen Jahre wie ein Steuermann sein Schiff durch gefährliche Gewässer. Wilhelm Beisest regierte als Kaiser, wie 59:28 er als König regiert hatte, pflichtbewusst, bescheiden, volksnah. Er war kein glänzender Herrscher wie Napoleon oder Friedrich der Große, aber 59:36 er war ein guter Kaiser, der sein Volk liebte wie ein Vater seiner Kinder. Wenn er durch Berlin fuhr, grüßten ihn die Menschen als den alten Wilhelm, und in 59:46 diesem Namen lag mehr Liebe als in allen Kaisertiteln der Welt. Die Jahre vergingen in Frieden und Wohlstand. Deutschland wurde zur führenden 59:54 Industriemacht Europas. Seine Universitäten waren die besten der Welt. Seine Armee die stärkste. Bismarck webte ein kunstvolles System von Bündnissen, 1:00:04 das Deutschland sicher hielt vor seinen Feinden wie eine starke Burg ihre Bewohner. Als Wilhelm die Arte [Musik] 1:00:12 im Alter von 91 Jahren starb, trauerte ganz Deutschland wie um einen geliebten Großvater. Er hatte die Einheit erlebt und bewahrt. Er hatte aus einem 1:00:22 Flickenteepich von Kleinstaaten ein mächtiges Reich geschaffen. Sein Werk schien vollendet, dauerhaft, für die Ewigkeit bestimmt wie ein Dom aus 1:00:30 solidem Stein. Teil 10 Die letzten Kaiser 188818. Das Jahr88 ging als das Dreikaiserjahr in die 1:00:40 deutsche Geschichte ein, dunkel und verhängnisvoll wie ein Komet, der Unheil verkündet. Auf Wilhelm BF, den alten Kaiser, folgte sein Sohn Friedrich. Ein 1:00:50 Mann von edler Gesinnung und liberalen Überzeugungen, der Deutschland zu einer parlamentarischen Monarchie nach englischem Vorbild umformen wollte, wie 1:00:59 ein Gärtner, der einen verwilderten Garten neu gestaltet. Friedrich war mit der englischen Prinzessin Victoria verheiratet, der ältesten Tochter der 1:01:08 großen Königin Victoria, und durch sie waren liberale Ideen an den deutschen Hof gelangt wie frische Winde aus dem Westen. Friedrich liebte die Künste und 1:01:18 Wissenschaften. Er glaubte an Freiheit und Fortschritt, an ein Deutschland, das nicht nur stark, sondern auch human sein sollte, wie das Licht, das Wärme und 1:01:27 Helligkeit spendet. Doch das Schicksal wollte es anders. Bereits als Kronprinz hatte Friedrich eine Krankheit entwickelt, die seinen Kehlkopf befiel 1:01:36 wie ein schleichender Feind. Als er endlich Kaiser wurde, war er bereits todkrank. Seine Stimme war nur noch ein Flüstern, und seine großen Pläne blieben 1:01:46 unverwirklicht wie Samen, die in der Kälte nicht aufgehen können. 99 Tage regierte Friedrich. Zu kurz, um sein Deutschland zu verwirklichen, zu lang, 1:01:56 um seine Leiden nicht zu spüren. Er starb am 15. Juni8 und mit ihm starb die Hoffnung auf ein anderes Deutschland, ein Deutschland der 1:02:07 Liberalität und des Friedens. Seine Frau Victoria weinte um ihn wie um alle verlorenen Träume der Welt. Nun bestieg Wilhelmde II den Thron. Der Enkel des 1:02:17 alten Wilhelm, ein junger Mann von 29 Jahren, voller Energie und Ehrgeiz wie ein Feuer, das hell brennt und viel Rauch macht. Wilhelm II war das 1:02:27 Gegenteil seines Vaters. Impulsiv statt besonnen, pralerisch statt bescheiden, verliebt in Glanz und Gloria wie ein Kind in bunte Spielsachen. Wilhelm hatte 1:02:39 einen verkrüppelten linken Arm, eine Geburtsverletzung, die er sein Leben lang zu verbergen suchte. Vielleicht war es dieser körperliche Makel, der ihn 1:02:47 antrieb, immer der Stärkste, der erste, der größte sein zu wollen, wie ein Schwimmer, der gegen eine starke Strömung ankämpft. Er liebte Uniformen 1:02:57 und Paraden, Reden und Auftritte. Er wollte bewundert werden von seinem Volk und gefürchtet von seinen Feinden. Der junge Kaiser und der alte Kanzler 1:03:06 verstanden sich nicht von Anfang an. Bismarck, der eiserne Kanzler, war gewohnt zu herrschen wie ein erfahrener Kapitän sein Schiff Wilhelm II. aber 1:03:16 wollte selbst regieren, wollte nicht nur repräsentieren, sondern entscheiden. "Es gibt nur einen Herrn im Reich und das bin ich", erklärte er, und seine Worte 1:03:25 klangen wie eine Kampfansage. 1890 kam es zum Bruch. Bismarck reichte sein Entlassungsgesuch ein wie ein alter Adler, der seine Schwingen senkt. Die 1:03:36 berühmte Karikatur im Punch zeigte ihn als Lutzen, der von Bord geht, während das Schiff des deutschen Staates in schwere See gerät. Der LZE geht von 1:03:46 Bord. Diese Worte wurden zur Prophezeiung für das kommende Unglück. Wilhelm II. übernahm nun selbst die Leitung der deutschen Politik und seine 1:03:55 Herrschaft wurde zu einer Zeit der Widersprüche und Extreme. Einerseits erlebte Deutschland unter seiner Regierung eine beispiellose Blüte. Die 1:04:03 Wirtschaft wuchs, die Bevölkerung stieg, neue Erfindungen revolutionierten das Leben. Männer wie Karl Benz und Gottlib Daimler erfanden das Automobil. Rudolf 1:04:14 Diesel, den nach ihm benannten Motor und deutsche Wissenschaftler wie Wilhelm Röndgen und Max Plan veränderten unser Verständnis der Welt. Andererseits aber 1:04:23 führte Wilhelms unberechenbare Politik Deutschland immer tiefer in die Isolation. Seine Flottenrüstung brachte England gegen Deutschland auf, wie ein 1:04:32 roter Lappen, den Stier zur Raserei. Seine pralerischen Reden, man nannte sie Hunnenrede oder Krüger Päche, verstimmten alle Nachbarn und machten 1:04:42 aus Freunden Feinde. Wilhelm träumte von einem deutschen Weltreich, von einem Platz an der Sonne für sein Volk. Doch während er träumte, umstellten sich 1:04:53 Deutschlandsgegner wie Jäger das Wild. Frankreich und Russland schlossen die Allianz. Später kam England dazu und das mächtige Deutschland fand sich 1:05:01 eingekreist wie eine Festung, die belagert wird. Der Kaiser alterte in diesen Jahren des wachsenden Misstrauens. Sein Gesicht wurde härter, 1:05:10 seine Augen kälter, sein Backenbart ergraute wie der Himmel vor einem Sturm. Er spürte, dass etwas Großes und schreckliches herannahte, doch er wusste 1:05:19 nicht, wie er es abwenden sollte. Seine Nervosität zeigte sich in hastigen Reisen, unüberlegten Äußerungen, wechselhaften Stimmungen wie bei einem 1:05:29 Menschen, der das Gleichgewicht zu verlieren droht. Als im Juni 1914 in Sarajevo Erzherzog Franz Ferdinand ermordet wurde, glaubte Wilhelm 1:05:38 zunächst, es sei nur eine weitere Balkankrise, die sich lösen würde wie Nebel in der Morgensonne. Doch die Mechanismen, die Bismarck so kunstvoll 1:05:47 konstruiert hatte, waren durch Wilhelms Politik zerstört worden. Das europäische Gleichgewicht war gestört und nun rollten die Ereignisse aufeinander zu, 1:05:56 wie Lawinen im Hochgebirge. Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen, hatte Wilhelm einst seinen Untertanen versprochen. Doch was kam, war der 1:06:05 Weltkrieg vier Jahre des Schreckens, die Deutschland und Europa verwüsten sollten, wie die Pest des Mittelalters. Millionen junger Männer marschierten 1:06:14 singend in den Tod, überzeugt, dass sie für Kaiser und Vaterland kämpften, wie Kreuzritter für das heilige Land. Wilhelm war im Krieg nur noch Schatten 1:06:24 seiner selbst. Die wirkliche Macht lag bei seinen Generälen Hintenburg und Ludendorf, während der Kaiser wie ein gefangener Vogel in seinem goldenen 1:06:32 Käfig saß. Seine Reden klangen hohl, seine Auftritte wirken gespielt und das Volk begann zu murren wie ein Sturm, der sich zusammenbraut. 1:06:43 Als im November 1918 die Matrosen in Kiel meuterten und die Revolution sich über Deutschland ausbreitete wie ein Waldbrand, war Wilhelms Schicksal 1:06:51 besiegelt. Der Kaiser muss abdanken, halte es durch die Straßen der deutschen Städte. Reichskanzler Max von Baden verkündete eigenmächtig die Abdankung, 1:07:01 ohne Wilhelm gefragt zu haben, doch dieser hatte bereits keine Wahl mehr. Am 10. November 1918 überschritt Wilhelm II. die Grenze nach Holland wie ein 1:07:11 geschlagener Feldherr, der vom Schlachtfeld flieht. Er war der letzte deutsche Kaiser, der Urenkel des großen Wilhelm Eer, der das Reich begründet 1:07:20 hatte. Mit ihm endete eine Epoche, die nur sie Jahre gewährt hatte. Kurz wie ein Menschenleben, aber reich an Glanz und Elend. In seinem holländischen Exil 1:07:32 in Doren fällte Wilhelm Bäume und schrieb Memoiren wie ein alter Mann, der seine Vergangenheit ordnet. Er erlebte noch den Zweiten Weltkrieg, sah sein 1:07:42 Deutschland in Trümmern liegen und starb 1941 als vergessener Mann in einem fremden Land wie ein König aus einem Märchen, dessen Zeit vorüber ist. So 1:07:53 endete die Geschichte der deutschen Kaiser mit einem leisen Seufzerstatt mit triumphierendemfahrenstoß. Das Reich, das 1000 Jahre bestehen 1:08:02 sollte, hatte nur 64 Jahre gedauert, vom ersten Wilhelm bis zum letzten Wilhelm. Doch in diesen Jahren hatte Deutschland eine Rolle gespielt auf der Bühne der 1:08:11 Weltgeschichte, wie ein großer Schauspieler in einem Drama, das in Tragödie endet. Die Krone liegt nun im Museum. Die Kaiser schlafen in ihren 1:08:21 Mausolen und ihre Geschichte ist geworden wie alle Geschichte. Ein Märchen für die Nachwelt, eine Erinnerung an vergangene Größe und 1:08:30 vergangenes Leid. Doch in den Herzen der Menschen lebt fort, was groß und edel war an ihnen. Wie in einer stillen Nacht die Sterne leuchten über einer Welt, die 1:08:39 zur Ruhe gekommen ist. Und wenn Sie nun die Augen schließen und dem sanften Rhythmus ihres Atems lauschen, dann mögen sie träumen von jenen fernen 1:08:48 Zeiten, als Kaiser über Deutschland herrschten und die Geschichte noch jung war wie der Morgen. Gute Nacht und süße Träume von vergangenen Zeiten und ewigen 1:08:59 Geschichten. Teil 11: Das Erbe der Kaiser. Mythen und Erinnerungen. 1918 1945. Als die letzten Kanonenschüsse des 1:09:09 Weltkrieges verilt waren und Wilhelm der Zweitum seinen einsamen Weg ins holländische Exil antrat, blieb Deutschland zurück wie ein Haus, dessen 1:09:18 Bewohner plötzlich verschwunden sind. Die Republik wurde ausgerufen, doch in den Herzen vieler Deutscher lebte die Sehnsucht nach den Kaisern fort wie eine 1:09:27 alte Melodie, die man nicht vergessen kann. In den goldenen 20er Jahren, als Berlin zur leuchtenden Metropole wurde und Deutschland wieder zu atmen begann, 1:09:38 schien die Kaiserzeit so fern wie ein verweht Traum. Doch in den stillen Winkeln des Landes, in den Dörfern und kleinen Städten bewahrten die Menschen 1:09:47 ihre Erinnerungen auf wie kostbare Schätze in verborgenen Truhen. Alte Veteranen erzählten ihren Enkeln von der Zeit, als noch ein Kaiser über 1:09:57 Deutschland herrschte und in ihren Augen glimmte ein Licht wie von fernen Sternen. Der junge Adolf Hitler, ein gescheiterter Maler aus Österreich, 1:10:06 verstand diese Sehnsucht zu nutzen wie ein Verführer die Träume einsamer Menschen. Er sprach von einem tausendjährigen Reich, dass die Größe 1:10:14 der alten Kaiser übertreffen sollte. Doch seine Worte waren vergiftet wie schöne Früchte, die tödliche Samen in sich bergen. Das dritte Reich, wie er es 1:10:24 nannte, sollte nach dem Heiligen Römischen Reich und dem Deutschen Kaiserreich die dritte große deutsche Epoche werden. In der Propaganda der 1:10:33 Nationalsozialisten wurden die alten Kaiser zu Helden stilisiert, ihre Geschichte umgedeutet und verfälscht wie alte Münzen, die neu 1:10:41 geprägt werden. Friedrich Barbarosser, der legendäre Kaiser, der im Küffhäuser schlief, wurde zum Symbol für die deutsche Wiederauferstehung gemacht. 1:10:51 Operation Barbarossa nannten sie ihren Überfall auf Russland, als würde der alte Kaiser seinen Segen zu diesem Verbrechen geben. Doch die wahren Erben 1:10:59 der Kaiser waren nicht jene, die ihren Namen missbrauchten. In der Stille der Bibliotheken und Archive arbeiteten Historiker daran, die echte Geschichte 1:11:08 zu bewahren, wie Mönche in ihren Skriptorien die alten Handschriften kopierten. Sie wussten, dass die Kaiser nicht Heilige oder Dämonen gewesen 1:11:17 waren, sondern Menschen mit menschlichen Schwächen und menschlicher Größe. Wilhelm II. Der letzte Kaiser, lebte noch immer in seinem Exil in Dorn. Er 1:11:27 war ein alter Mann geworden, dessen Haar weiß war wie Schnee und dessen Hände zitterten wie Herbstblätter. Manchmal stand er am Fenster seines Schlosses und 1:11:36 blickte nach Osten, wo sein verlorenes Reich lag. Die Holländer behandelten ihn höflich, aber er blieb ein Fremder in einem fremden Land wie ein Vogel, der zu 1:11:46 weit von seinem Nest geflogen ist. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, weigerte sich Wilhelm nach Deutschland zurückzukehren. "Ich bin Kaiser von 1:11:55 Gottes Gnaden gewesen", sagte er zu einem Besucher. "aber was dort geschieht, geschieht nicht in Gottes Namen. Er starb am 4. Juni 1941, 1:12:04 wenige Tage vor Hitlers Angriff auf Russland und wurde still in Dorn begraben wie ein Wanderer, der endlich seine Ruhe gefunden hat. In Deutschland 1:12:14 tobte der Krieg, der alle Kriege übertreffen sollte an Grausamkeit und Zerstörung. Hitlers Reich, das 1000 Jahre dauern sollte, zerbrach nach 12 1:12:22 Jahren wie ein Gebäude aus Morschem Holz. Die alten Kaiserstädte lagen in Trümmern. Achen, wo Karl der Große gekrönt worden war. Warms, wo Heinrich 1:12:31 de vor dem Papst gestanden hatte. Frankfurt, wo die Kaiser gewählt wurden, alle waren sie zerstört wie zerbrochene Träume. Als 1945 die Waffen endlich 1:12:42 schwiegen, war von Deutschlands Macht nichts übrig geblieben als Schutt und Asche. Die Menschen krochen aus ihren Kellern wie Tiere nach einem langen, 1:12:50 harten Winter und sahen eine Welt, die nicht mehr die Ire war. Die Sieger teilten Deutschland unter sich auf wie ein Kuchen und wo einst ein 1:12:59 mächtiges Reich gestanden hatte, entstanden zwei kleine Staaten, getrennt durch eine Mauer aus Stein und Stacheldraht. Doch auch in dieser 1:13:07 dunkelsten Stunde lebte etwas fort von dem alten Deutschland. Die Sprache Gotes und Schillers, die Musik Bachs und Beeofens, die Wissenschaft von Kppler 1:13:16 und Einstein. Diese geistigen Schätze konnten keine Bomben zerstören, keine Armeen erobern. Sie schlummerten in den Herzen der Menschen wie Samen unter dem 1:13:25 Schnee, die darauf warteten, wieder zu blühen. In den Trümmern der Städte suchten alte Frauen nach den Scherben zerbrochener Kaiserportraits 1:13:34 nicht aus Nostalgie, sondern aus dem Bedürfnis, etwas von der Vergangenheit zu retten. Kinder fanden rostige Helme und fragten ihre Großväter, wer sie 1:13:44 getragen hatte. Und die Alten erzählten von einer Zeit, die so fernschien wie ein Märchen aus vergangenen Tagen. Teil Die ewige Sehnsucht, Kaiser in unseren 1:13:55 Träumen. Heute, da wir in einer Welt leben, die von den alten Kaisern so weit entfernt ist wie die Sterne vom Mond, bleibt doch etwas von ihrer Magie in 1:14:04 unseren Herzen lebendig. Deutschland ist längst ein demokratisches Land geworden, geeint nicht durch einen Kaiser, sondern durch die freie Wahl seiner Bürger. 1:14:15 Doch manchmal in stillen Stunden kehren die Gedanken zurück zu jenen fernen Zeiten, als noch Kronen funkelten und purpur wehte. Die Burgen und Schlösser 1:14:26 der Kaiser stehen noch immer, viele davon restauriert und zu Museen geworden, wo Besucher durch die alten Gemächer wandeln, wie durch verzauberte 1:14:34 Räume. In der Aachener Pfalzkapelle kann man noch den Thron Karls des Großen sehen, schlicht und aus Stein gehauen, doch ehrfurchtgebietend in seiner 1:14:43 Einfachheit. In Wien bewahrt die Schatzkammer die Reichskleinodien auf, die goldene Krone mit ihren kostbaren Steinen, das Reichsschwert, den 1:14:52 Reichsapfel und das Zepter. Stumme Zeugen einer versunkenen Welt. Kinder stehen vor diesen Reliquien und fragen ihre Eltern: "Wer hat diese Krone 1:15:01 getragen? Wie schwer ist sie? Hat sie wirklich magische Kräfte? Und die Eltern lächeln und erzählen von Friedrich Barbarosser, der im Berg 1:15:09 schläft, von Karl dem Großen, der Europa einte, von den Rittern und Minnesängern, den Kreuzzügen und großen Schlachten. Die Geschichte wird zum Märchen, das 1:15:20 Märchen zur Legende und die Legende lebt fort in den Träumen der Menschen. In den deutschen Wäldern, wo die Buchen rauschen und die Eichen ihre Kronen 1:15:29 recken, wandern noch heute Menschen, die von der Romantik der Kaiserzeit träumen. Sie folgen den Spuren der alten Heerstraßen, besuchen die Ruinen alter 1:15:38 Burgen und lauschen dem Wind, der durch die verfallenen Mauern weht. Manchmal, wenn der Nebel über die Täller zieht, können Sie fast die Hufe der 1:15:47 Kaiserpferde hören, das Klirren der Rüstungen, den Gesang der Minnesänger. Die großen Komponisten haben die Kaiserzeit in Musik verwandelt, die 1:15:55 unsterblich ist wie die Sterne. Wagners, Lohngreen und Tannhäuser erzählen von der Welt der Minänger und Ritter seine Meistersinger von den stolzen Bürgern 1:16:06 mittelalterlicher Städte. Wenn diese Opern erklingen, erwacht für wenige Stunden das alte Deutschland zu neuem Leben, und die Zuhörer träumen sich 1:16:14 zurück in eine Zeit, die schöner war in der Erinnerung, als sie in der Wirklichkeit je gewesen ist. Schriftsteller und Dichter haben immer 1:16:23 wieder zu den Kaisern zurückgefunden, wie Pilger zu einem heiligen Ort. Gustav Freitag schrieb von den deutschen Kaisern in seinen historischen Romanen 1:16:32 Konrad Ferdinand Meier besang sie in seinen Balladen und noch heute entstehen Bücher und Filme über Friedrich Barbarosser Friedrich II. Die 1:16:41 dramatischen Ereignisse der Kaiserzeit. Die Geschichte wird zur Kunst und die Kunst macht die Geschichte unsterblich. Doch vielleicht leben die Kaiser am 1:16:51 meisten in den stillen Träumen der Menschen fort, die sich nach etwas sehnen, was größer ist als ihr alltägliches Leben. In einer Welt, die 1:16:59 oft prosaisch und nüchtern erscheint, verkörpern die alten Kaiser das Märchenhafte, das Heroische, das Erhabene. Sie sind zu Symbolen geworden 1:17:09 für eine Zeit, als die Welt noch voller Geheimnisse war und große Taten möglich schienen. Wenn wir heute durch eine deutsche Stadt gehen und die alten Türme 1:17:18 und Mauern sehen, können wir uns vorstellen, wie einst ein Kaiser mit seinem Gefolge durch diese Straßen ritt. Die Steine sind stumm, doch sie haben so 1:17:27 viel gesehen. Krönungen und Abschiede, Triumphe und Tragödien, die ganze große und schreckliche Geschichte der Menschheit. Die Kaiser sind tot, ihre 1:17:36 Reiche sind vergangen wie Wolken am Himmel. Doch ihre Geschichten leben weiter. In den Liedern der Kinder, in den Träumen der Erwachsenen, in den 1:17:45 Büchern und Filmen, in den Steinen alter Dome und den Melodien unsterblicher Musik. Sie sind ein Teil unserer Seele geworden, ein Teil dessen, was uns zu 1:17:55 Menschen macht, die Sehnsucht nach dem Schönen, dem Großen, dem Ewigen. Und so endet unsere lange Reise durch die Geschichte der deutschen Kaiser nicht 1:18:04 mit einem Ende, sondern mit einem neuen Anfang. Denn solange Menschen träumen, solange sie sich nach Geschichten sehnen, die größer sind als ihr eigenes 1:18:12 Leben, werden die Kaiser weiterleben in unserem kollektiven Gedächtnis wie Sterne, die auch am Tag noch da sind, auch wenn wir sie nicht sehen können. 1:18:22 Schließen Sie nun die Augen und lassen Sie die Bilder dieser langen Geschichte durch Ihren Geist ziehen wie einen friedlichen Strom. Sehen Sie Karl den 1:18:30 Großen in seiner Aen Pfalz, Friedrich Barbarosse auf seinem Weg nach Italien, den letzten Wilhelm im holländischen Exil. Sie alle sind nun Teil einer 1:18:40 großen Erzählung geworden, die niemals endet, sondern sich fortsetzt in den Träumen und Erinnerungen der Menschen. Teil 13: Die Schatten der Vergangenheit. 1:18:50 Deutschland zwischen Schuld und Sehnsucht 1945 1990. Als die Sonne über dem zerstörten Deutschland aufging im Mai 194 1:19:00 schien es, als würde sie über einem Land scheinen, das seine Seele verloren hatte. Die Stunde Null hatte geschlagen wie 1:19:07 eine düstere Kirchenglocke, und in den Trümmern der Städte suchten die Menschen nicht nur nach Brot und Wasser, sondern auch nach ihrer Identität wie Wanderer, 1:19:16 die den Weg verloren haben. Die Besatzungsmächte teilten Deutschland auf wie einen Kuchen und wo einst das Reich der Kaiser gestanden hatte, entstanden 1:19:25 zwei neue Staaten, getrennt durch eine Grenze, die tiefer schnitt als alle Schwerter der Geschichte. Im Westen die Bundesrepublik, im Osten die deutsche 1:19:35 demokratische Republik. Beide Kinder einer gespaltenen Zeit, beide auf der Suche nach ihrer eigenen Wahrheit. In den ersten Jahren nach dem Krieg war das 1:19:45 Sprechen über die Kaiser fast tabu geworden, wie das Nennen eines verbotenen Namens. Zu sehr hatte das tausendjährige Reich die deutsche 1:19:53 Geschichte missbraucht. Zu sehr waren die alten Symbole beschmutzt worden. Doch in der Stille der Herzen lebte die Erinnerung fort wie ein unterirdischer 1:20:02 Bach, der auch im Winter nicht gefriert. Konrad Adenauer, der erste Kanzler der jungen Bundesrepublik, war ein Mann, der die Geschichte kannte wie ein alter 1:20:11 Bibliothekar seine Bücher. Er stammte aus dem Rheinland, wo die Spuren der Kaiser besonders tief waren. Von Aen bis Speier, von Worms bis Mainz. In seiner 1:20:24 ruhigen, bedächtigen Art half er den Deutschen dabei, sich wieder mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen, wie ein Arzt, der eine alte Wunde heilt. "Wir 1:20:33 können unsere Geschichte nicht wegwerfen wie einen alten Mantel", sagte Adenauer einmal in einer seiner nachdenklichen Stunden. "Wir müssen lernen, mit ihr zu 1:20:41 leben, das Gute zu bewahren und aus dem Schlechten zu lernen." So begann langsam die Rehabilitation der deutschen Geschichte, vorsichtig und 1:20:50 tastend wie jemand, der nach einem Sturz wiedergehen lernt. In den 50er Jahren, als Deutschland wieder zu atmen begann und das Wirtschaftswunder die Wunden zu 1:21:00 heilen schien, erwachte auch das Interesse an der Kaiserzeit zu neuem Leben. Die Menschen besuchten wieder die alten Dome und Burgen nicht mehr als 1:21:10 Pilge einer politischen Ideologie, sondern als Suchende nach ihren kulturellen Wurzeln. Die Niebelungenfestspiele in Worms erlebten 1:21:18 ihre Wiedergeburt. Wagner wurde wieder gespielt in Beirud und in den Buchhandlungen erschienen neue Biografien der Kaiser, diesmal ohne 1:21:26 politische Propaganda, sondern mit dem ehrlichen Bemühen, die historische Wahrheit zu finden, wie Archäologen, die verschüttete Schätze ausgraben. In der 1:21:36 DDR war der Umgang mit der Kaiserzeit komplizierter wie ein Tanz auf dünnem Eis. Die marxistische Geschichtsschreibung sah in den Kaisern 1:21:43 feudale Unterdrücker, doch auch dort erkannte man allmählich den kulturellen Wert des mittelalterlichen Erbes. Thomas Münzer, der Bauernführer, wurde zum 1:21:53 Heldenstilisiert. Doch auch Friedrich II. Der Staufer fand Anerkennung als aufgeklärter Herrscher und Förderer der Wissenschaften. Die Berliner Mauer, die 1:22:03 1961 durch die alte Kaiserstadt gezogen wurde, wie ein Schwert durch ein lebendes Herz, teilte auch die Geschichte. Im Westen wurde die 1:22:12 Tradition der parlamentarischen Monarchie geschätzt, im Osten die sozialen Bewegungen des Mittelalters. Doch beide Seiten suchten in der 1:22:19 Vergangenheit nach Legitimation für ihre Gegenwart. Willy Brand, der Sozialdemokrat, der in den 70er Jahren Deutschland führte, fand besonders zu 1:22:29 Friedrich den I. dem Staufer Kaiser, eine Verbindung. Dieser Kaiser, der als Stupor Mundi die Welt erstaunte, verkörperte für Brand das andere 1:22:38 Deutschland, tolerant, Weltoffenen, der Aufklärung verpflichtet. "Er war ein Deutscher, der Europa dachte", sagte Brand einmal, und in diesen Worten 1:22:48 schwang die Hoffnung auf ein neues, ein besseres Deutschland mit. In dener Jahren, als die Teilung Deutschlands schon zur Gewohnheit geworden war wie 1:22:55 ein alter Schmerz, den man nicht mehr spürt, begannen Historiker auf beiden Seiten der Mauer die Kaiserzeit neu zu bewerten. Sie erkannten, dass die 1:23:06 Geschichte komplexer war, als es die Ideologien wahrhaben wollten, weder schwarz noch weiß, sondern in allen Schattierungen des menschlichen Lebens 1:23:14 gemalt. Die Staufer Ausstellung von 197 in Stuttgart wurde zu einem Ereignis, das Menschen aus ganz Deutschland anlockte, wie Bienen zu einem blühenden 1:23:25 Garten. Zum ersten Mal seit dem Krieg wurde die deutsche Kaiserzeit wieder als kultureller Höhepunkt gefeiert, nicht als politisches Programm. Die Menschen 1:23:36 standen staunend vor den mittelalterlichen Kunstwerken und spürten, daß sie Teil einer großen alten Kultur waren. Doch die Vergangenheit war 1:23:44 nicht nur schön zu betrachten wie ein Gemälde im Museum, sie warf auch Schatten auf die Gegenwart. Immer wieder mussten sich die Deutschen fragen, wie 1:23:52 war es möglich gewesen, dass aus dem Land der Dichter und Denker, aus dem Reich der Kaiser und Kathedralen ein Terrorregime entstehen konnte? Diese 1:24:01 Frage quälte die Intellektuellen wie ein unlösbares Rätsel. Manche suchten die Antwort in der deutschen Romantik, die das Irrationale über das Rationale 1:24:10 gestellt habe. Andere sahen die Ursache in der verspäteten Demokratisierung, im Obrigkeitsdenken, das seit der Kaiserzeit die deutsche 1:24:19 Mentalität geprägt habe. Wieder andere argumentierten, dass gerade der Verlust der alten Ordnung, der Bruch mit der Tradition den Weg für die Barberei 1:24:29 freigemacht habe. Heinrich Böll, der große Schriftsteller, fand Worte für das deutsche Dilemma. "Wir sind ein Volk ohne Geschichte geworden", schrieb er, 1:24:38 nicht weil wir keine hätten, sondern weil wir nicht wissen, wie wir mit ihr umgehen sollen. Diese Worte trafen ins Herz des deutschen Problems nach 1945. 1:24:48 Als die 80er Jahre sich ihrem Ende näherten und der eiserne Vorhang zu rosten begann, ahnten nur wenige, dass eine neue Zeit anbrach. In der DDR 1:24:57 gingen die Menschen auf die Straßen und ihre Rufe "Wir sind das Volk!" Hall Städte wie ein Echo aus längst vergangenen Zeiten, als das Volk noch zu 1:25:07 seinen Kaisern aufblickte und sie als seinen natürlichen Herrscher anerkannte. Teil 14: Die Wiedergeburt der Erinnerung. Deutschland findet zu sich 1:25:17 selbst 1990 heute als am 9. November 1989. die Berliner Mauer fiel und Menschen mit Hämmern und Meißeln auf die Betonsteine 1:25:27 einschlugen, war es, als würde Deutschland aus einem langen, unruhigen Schlaf erwachen. Die Teilung, die 45 Jahre gedauert hatte, länger als das 1:25:36 ganze Kaiserreich von 18 von Sens bis 1918, war zu Ende wie ein böser Traum, der endlich vergeht. In den Monaten der 1:25:45 Wiedervereinigung suchten die Deutschen nach Symbolen für ihre wiedergefundene Einheit. Da war die Brandenburger Tor, durch das einst die Kaiser gezogen 1:25:53 waren. Da war die schwarzrotgoldene Fahne, die schon 1848 die demokratischen Träume verkörpert hatte. Und da war auch die Erinnerung an das alte geinte 1:26:04 Deutschland der Kaiserzeit. Nicht als politisches Vorbild, sondern als kulturelles Gedächtnis. Helmut Kohl, der Kanzler Einheit, war ein Mann, der die 1:26:13 Macht der Geschichte verstand, wie ein Dirigent, die Partitur einer Symfonie. Er stammte aus der Pfalz, jenem Land, wo die Salier geherrscht hatten, und er 1:26:23 wußte, daß Politik ohne historisches Bewusstsein wie ein Haus ohne Fundament ist. Bei der Wiedervereinigung griff er bewusst auf die Symbolik der deutschen 1:26:32 Geschichte zurück. Das wiederinte Deutschland begann nun seine Vergangenheit neu zu entdecken, wie Archäologen, eine verschüttete Stadt. 1:26:41 Die Kaiser wurden wieder salonfähig, nicht als politische Figuren, sondern als Teil des kulturellen Erbes. Friedrich Barbarossa wurde nicht mehr 1:26:50 als Nationalist vereinnahmt, sondern als europäischer Herrscher gewürdigt, der zwischen den Kulturen vermittelte wie eine Brücke zwischen verschiedenen 1:26:59 Welten. In den 90er Jahren entstanden überall in Deutschland neue Museen und Ausstellungen zur Kaiserzeit. Das Haus der Geschichte in Bonn, das Deutsche 1:27:09 historische Museum in Berlin, regionale Museen von Bayern bis Schleswig-Holstein. Alle widmeten sie der deutschen 1:27:16 Kaisergeschichte neue Aufmerksamkeit. Die Menschen strömten zu diesen Ausstellungen wie Pilger zu Heiligen Städten, nicht aus Nostalgie, sondern 1:27:26 aus dem Bedürfnis, ihre Wurzeln zu verstehen. Die Medien entdeckten die Kaiser als Stoff für Dokumentationen und Spielfilme. Die Deutschen, eine große 1:27:35 ZDF Dokumentationsserie, erzählte die Geschichte von Karl dem Großen bis zu Wilhelm II für ein Millionenpublikum. 1:27:44 Plötzlich diskutierten die Menschen wieder über Friedrich II. und seine Toleranz über Otto den Großen und seine Reichsidee über die Tragödie des 1:27:54 30-jährigen Krieges. Auch in der Wissenschaft erlebte die Kaiserforschung eine Renaissance wie ein Garten im Frühling. Neue Quellen wurden 1:28:02 erschlossen, alte Urteile revidiert. Das Bild der Kaiser wurde differenzierter und menschlicher. Sie erschienen nicht mehr als Heroen oder Dämonen, sondern 1:28:13 als Menschen ihrer Zeit mit allen Stärken und Schwächen, die das menschliche Leben ausmachen. Besonders Friedrich Zweig, der Staufer, wurde zu 1:28:22 einer Ikone des neuen deutschen Geschichtsbewusstseins. Seine Toleranz gegenüber anderen Religionen, seine Förderung der 1:28:29 Wissenschaften, seine Mehrsprachigkeit. All das schien wie ein Vorbild für das moderne europäische Deutschland. Er war der erste Europäer auf dem deutschen 1:28:39 Kaiserton, schrieb ein Historiker, und viele nickten zustimmend. Die deutsche Einheit brachte auch die Wiederentdeckung der ostdeutschen 1:28:46 Kaiserstädten mit sich. Der Magdeburger Dom, wo Otto der Große begraben liegt, die Wartburg bei Eisenach, wo der Minnesang blühte, die Kaiserfals zu 1:28:56 Gosla. All diese Orte wurden wieder zu Zielen deutscher und europäischer Touristen, die auf den Spuren der Kaiser wandelten, wie Suchende auf einem 1:29:05 spirituellen Weg. In Berlin entstand die Diskussion um die Rekonstruktion des Stadtschlosses, der alten Residenz der preußischen Könige 1:29:13 und deutschen Kaiser. Jahrzehntelang hatte an seiner Stelle der Palast der Republik gestanden, das Parlament der DDR. Nun sollte das Schloss wieder 1:29:22 erstehen, nicht als Symbol monarchischer Macht, sondern als kulturelles Zentrum, das die deutsche Geschichte in all ihren Facetten zeigen würde. Die Debatte um 1:29:33 das Berliner Schloss war wie ein Spiegel der deutschen Seele nach der Wiedervereinigung. Die einen sahen in dem Projekt eine gefährliche Rückkehr zu 1:29:40 preußischen Traditionen, die anderen eine notwendige Wiederaneignung der eigenen Geschichte. Am Ende siegte die Überzeugung, dass man die Geschichte 1:29:50 nicht auslöschen kann wie Kreide von einer Tafel. Sie bleibt Teil der Identität, ob man will oder nicht. Als das Humboldforum im rekonstruierten 1:29:58 Schloss eröffnet wurde, war es ein Symbol für das neue Deutschland geworden. Selbstbewusst in seiner Geschichte, aber kritisch in der 1:30:06 Reflexion. offen für die Welt, aber verwurzelt in der eigenen Tradition. Die Kaiser waren zurückgekehrt, nicht als Herrscher, sondern als Teil des 1:30:16 kollektiven Gedächtnisses. In den Schulen begann man wieder, die Kaisergeschichte zu unterrichten, nicht als Heldenverehrung, sondern als Teil 1:30:24 der europäischen Entwicklung. Kinder lernten von Karl dem Großen als dem Vater Europas, von Friedrich Barbarossa als dem Kämpfer um die italienische 1:30:33 Krone, von Carl entfer als dem weisen Gesetzgeber der goldenen Bulle. Die Geschichte wurde lebendig durch Erzählung, nicht durch Ideologie. Das 1:30:44 Internet brachte eine neue Demokratisierung der Geschichtserkenntnis. Plötzlich konnten Menschen in den 1:30:49 entlegensten Winkeln Deutschlands auf mittelalterliche Handschriften zugreifen, Kaiserbriefe lesen, Siegel betrachten. Die Kaiser wurden wieder zu 1:30:58 Menschen aus Fleisch und Blut, mit persönlichen Briefen, Sorgen und Freuden. Renactment Gruppen entstanden überall im Land. Menschen, die in der 1:31:06 Freizeit in die Rollen mittelalterlicher Ritter und Bürger schlüpften. Sie nähten sich Gewänder nach historischen Vorbildern, lernten alte 1:31:14 Handwerkstechniken, kochten nach mittelalterlichen Rezepten. Es war als wollten sie mit den Händen begreifen, was ihre Köpfe über die Geschichte 1:31:23 gelernt hatten. Heute im 21. Jahrhundert sind die deutschen Kaiser endgültig zu einem Teil der kulturellen Identität geworden, frei von politischen 1:31:34 Ambitionen. Sie leben in den Steinen alter Dome, in den Melodien mittelalterlicher Lieder, in den Geschichten, die Großeltern ihren Enkeln 1:31:43 erzählen. Sie sind Märchenfiguren geworden und historische Persönlichkeiten zugleich. Menschen, die vor Jahrhunderten gelebt haben, aber 1:31:52 deren Träume und Hoffnungen, deren Erfolge und Niederlagen noch heute zu uns sprechen wie alte Freunde, die uns besuchen kommen. Wenn heute ein Kind 1:32:01 durch die Gassen von Rotenburg, ob der Tauber läuft oder die Burg hohen Zollern besichtigt, wenn es im Dom zu Speier vor den Kaisergräbern steht oder in Aen 1:32:11 Karls des großen Thron betrachtet, dann berührt es mehr als nur Steine und Gold. Es berührt die Träume von Menschen, die vor tausend Jahren lebten und doch noch 1:32:21 heute in unserer Erinnerung weiterleben wie Sterne, die auch nach ihrem Erlöschen noch leuchten. Die Kaiser sind heimgekehrt in das Herz Deutschlands, 1:32:30 nicht als Herrscher, sondern als Erinnerung, nicht als Politik, sondern als Poesie. Sie gehören nun allen Menschen, die sich für Geschichte 1:32:39 interessieren, für die großen Träume und die menschlichen Tragödien, die das Leben ausmachen. In dieser Form werden sie unsterblich sein, solange es 1:32:48 Menschen gibt, die träumen können von fernen Zeiten und vergangener Größe. Und so schließt sich der große Kreis unserer Erzählung, kehrt zurück zu seinem Anfang 1:32:58 und findet doch kein Ende, denn Geschichten haben nur dann ein Ende, wenn niemand mehr da ist, der sie erzählt. Die deutschen Kaiser leben 1:33:06 weiter in jedem Märchen, das erzählt wird, in jeder Melodie, die erklingt, in jedem Traum von vergangener Größe und zukünftiger Hoffnung. Schlafen sie nun 1:33:16 sanft und träumen Sie von Kaisern und Königen, von Rittern und Minnesängern, von einer Zeit, da die Welt noch voller Wunder war. Ende der Geschichte, Anfang 1:33:25 der Träume.