Hatespeech & Fake News: Zerstört Social Media unsere Demokratie? I 13 Fragen | unbubble ZDFunbubble https://www.youtube.com/watch?v=RFVq5IMohxo Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Es stört mich auch manchmal. Ich sehe irgendwie so einen Post und denke: Was zum Fick ist das? Und der Algorithmus denkt: Oh, der findet es toll. So. 0:06 Und dann wird es mir mehr vorgeschlagen und auf einmal habe ich so ein weirdes Zeug in meiner Timeline und das mir klar gezeigt wird: Das beeinflusst 0:14 -den Algorithmus. -13 Fragen. Hier kommt die erste: Zerstört Social Media unsere Demokratie? Wenn ihr sagt: Ja, das ist eine reale Gefahr, 0:33 dann bitte auf das grüne Feld gehen. Und wenn ihr sagt, das ist ein bisschen übertrieben, dann bitte aufs gelbe Feld gehen. Und bitte! Vielen Dank. 0:46 Jetzt wissen wir, wo ihr steht. Aber wo steht ihr eigentlich? Der Social Media Feed ist ja für viele so eine Art Lebensader geworden. Ein Leben 0:54 ohne Twitter, Facebook, Instagram, Tik Tok oder YouTube, für viele schlicht nicht vorstellbar. Wo sonst sollten wir auch diskutieren über zum Beispiel 13 Fragen. 1:03 Wo sonst sollten globale Bewegungen befeuert werden wie MeToo oder Black Lives Matter? Wo sonst sollten Dissidenten, Minderheiten Gehör finden? 1:11 Das Social-Media-Versprechen ist ein großes. Die Realität sieht etwas anders aus. Seit Jahren schaffen es die Plattformen nicht, ihre Probleme 1:18 in den Griff zu kriegen. Also Hate Speech, Desinformation, Radikalisierung. Es gibt Menschen, die sagen, werbefinanzierte, also rein profitorientierte, 1:27 quasi Monopole schaden also der Demokratie mehr, als dass sie ihr nutzen. Was stimmt denn nun? Sind soziale Medien Schmiermittel der Demokratie oder eher 1:37 ihr Totengräber, ihr Endgegner? Wir hier bei 13 Fragen versuchen natürlich wieder Brücken zu bauen zwischen beiden Polen und wer weiß, vielleicht sogar am Ende einen 1:45 Kompromiss darüber zu finden, was jetzt zu tun ist. Was meint ihr? Wo steht ihr? Welches Team seid ihr? Seid ihr Team grün oder Team gelb? Schreibt es mir gerne 1:54 in die Kommentare. 13 Fragen. Jetzt geht es los. Die Regeln sind relativ einfach. Wenn ihr der Gegenseite in irgendeinem Punkt zustimmt, auch wenn ihr sonst 2:02 vielleicht komplett anderer Meinung seid, dann könnt ihr auf die Gegenseite einen Schritt zugehen, wenn ihr sagt: Eigentlich finde ich das, was du sagst, gar nicht so 2:09 schlecht, aber der Punkt, der geht gar nicht. Dann dürft ihr auch gerne einen Schritt zurückgehen. Ziel der Sendung ist es, möglichst viele von euch hier vorne 2:16 in der Mitte zu versammeln. Ob das klappt, werden wir sehen. 13 Fragen. Hier kommt Frage Nummer zwei. Die geht an Hartmut. Hartmut, du hast gesagt, soziale Medien 2:25 sind die Geißel der Menschheit. Harte Worte. Warum? Naja, ich denke, das Grundproblem ist einfach die enge Kopplung 2:32 an den Werbemarkt. Es geht nur noch um Aufmerksamkeit. Beiträge werden nicht danach bewertet, welchen Inhalt sie haben, sondern nur, wie viel Aufmerksamkeit 2:39 sie erzeugen, wie viele Klicks sie kriegen, wie viel Follower man hat. Das führt natürlich dazu, dass talentierte Menschen, die bringen dann 2:47 künstlerisch...Inhalte... sich ein, aber die eben nicht so talentiert sind, die fangen dann an ebenhalt rum zu pöbeln und das zerstört die Diskussionskultur. 2:57 Natürlich finden auf den Social Media Plattformen viele wichtige Diskussionen statt. Aber dadurch, dass alle nur um Aufmerksamkeit heischen, driftet 3:05 es sehr schnell in ein Geschrei ab. Und zudem können die internationalen Konzerne entscheiden, wer wo was sagt und was wo durch den Algorithmus hochgespült wird. 3:14 -Diese Macht muss zerschlagen werden. -Hartmut sagt. das zerstört die Diskussionskultur, geht ihr einen Schritt auf ihn zu? Sagt ihr: Ja, stimmt, hat 3:20 -er Recht oder Gegenmeinung? -Es stimmt schon, dass die Diskussionskultur schwierig ist und dass, wenn du viel pöbelst, halt sehr laut 3:26 wirst. Aber das ist halt die eine Seite und was die andere Seite, dass wenn du gute Argumente bringst, kommst du damit ja auch sehr viel weiter. Und Vorteil 3:36 von Social Media ist ja, dass jemand, der einfach wirklich nur gute Argumente hat und die halt gut rüberbringen kann, kann mit einer einfachen Kamera sich zu Hause 3:44 filmen oder kann es auch einfach nur niederschreiben und kann plötzlich gehört werden und es kann sich verbreiten. Also es geht halt in beide Richtungen. 3:50 Deswegen kann ich wirklich weder vorgehen noch zurückgehen, weil das gilt für dumme Menschen, es gilt für schlaue Menschen. Es gilt....Ich finde, es gleicht sich halt 3:58 ein bisschen aus. Social Media zerstört die Demokratie nicht wirklich, es verändert aber auf jeden Fall die Gesellschaft. Was halt neu ist, ist halt, 4:04 dass jeder Depp seine Meinung ins Internet rausballern kann. Was halt einerseits positiv ist, einerseits aber auch negativ, aber ich denke eher, dass es gut ist, 4:12 -dass jeder jetzt ein Sprachrohr hat. -Aber was Hartmut sagt ist ja, die Diskussionskultur wird zerstört. Das ist ja eigentlich viel radikaler, 4:19 -die die Frage. Alex. -Also das ist, was du gerade beschrieben hast, das war ja eigentlich das Idealbild des Internets, was man in den 90er Jahren 4:26 hatte und was wir uns alle wieder wünschen würden, auch jetzt. Und genau deswegen brauchen wir ja eigentlich eine bessere Regulierung, damit wir da wieder 4:33 hinkommen. Weil im Moment ist es eben nicht so, dass der Mensch, der die besten Fakten hat, die am besten erklären kann, der bessere Argumente hat, genauso viel 4:41 Aufmerksamkeit bekommt wie jemand, der einfach nur laut schreit, vielleicht vollkommen falsche Sachen verbreitet, Hass und Hetze auslöst. 4:49 Weil das wird eben von den Algorithmen der Unternehmen, also von Google und Facebook, zumindest, da weiß man das viel, viel höher gerankt und das heißt, es wird 4:58 an viel mehr Menschen ausgesendet und das ist das, was eben die Debattenkultur verzerrt. Und das müssen wir in Griff kriegen. Mir ist dieses Thema so wichtig, 5:06 weil es unsere Demokratie verändert. Und unsere Demokratie ist ein extrem hohes Gut. Ich wünsche mir, dass wir das Internet wieder zu einem wirklich 5:15 demokratischen Ort machen, wo alle mitreden können, wo keiner Angst vor Hetze haben muss, sondern wo wirkliche Meinungsvielfalt herrscht. 5:22 Niklas, Du hast ja bei Facebook gearbeitet. Du kennst dich ja -mit dem Laden aus. Hat sie recht? -Es wird immer wieder gesagt, dass Hass so 5:30 ganz stark von diesen Algorithmen gefördert wird. Ich glaube das 13-Fragen-Format läuft auf dem YouTube Algorithmus auch ganz gut. Und hier ist ja 5:36 eine ganz tolle Diskussionskultur. Natürlich gibt es ganz viel Hass und ich meine Milliarden von Menschen, die sich miteinander vernetzen. 5:43 Natürlich passieren da schlimme Sachen, aber dass das irgendwie so netto negativ sei, dass Menschen diesen Online-Austausch haben, das äh da hab ich eher nicht 5:51 den Eindruck. Und ich finde, es gibt ganz, ganz viele Positivbeispiele auf Social Media genauso. Ich würde sogar so weit gehen, dass Social Media tendenziell 5:58 was Demokratisierendes hat. Zumindest ein demokratisierendes Potenzial. Ich sehe die Gegenargumente, aber ich glaube trotzdem, dass es tendenziell eher gut 6:06 -für die Demokratie ist. -Kevin. Ja, also ich würde tatsächlich einen halben Schritt auch vorgehen, weil ich bin 6:12 definitiv der Meinung, dass soziale Medien viele, viele Vorteile für die Menschheit bringt. Also zum einen, was du gesagt hast, das Vernetzen, dass, dass man 6:20 einfach sich aussprechen kann, kreativ ausleben kann, Gleichgesinnte finden kann. Ich glaube, die Schwierigkeit ist ab dem Moment, wo wir Plattformen haben, die dann 6:32 einfach sehr, sehr viele Daten über uns sammeln, wo die meisten gar nicht wissen, dass das passiert und dass diese Plattformen dann auch irgendwie 6:40 diese Daten nutzen, um personalisierte oder psychologische Profile von uns zu erstellen, die dann tatsächlich bis ins Detail, also unsere Triggers kennt 6:49 und irgendwie vielleicht sogar manipulieren kann. Und das ist natürlich, sehe ich kritisch. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass soziale Medien, 6:56 wie sie gerade existieren, gefährdend für unsere Demokratie ist. Und das liegt daran, dass wir wenige Monopole haben, die vor allem ausländisch sind 7:06 und die sehr viele Daten über uns und unsere Mitbürger sammeln und damit psychologische Profile von uns erstellen. Es ist so ein wichtiges Thema. Es geht 7:15 um dreieinhalb Milliarden Menschen heute, die Social Media nutzen für zweieinhalb Stunden am Tag. Es sollte nicht ein kleiner Menschenkreis sein, 7:21 der entscheidet, was da wirklich passiert. Und dann auch alles im Hintergrund. Okay, du sprichst jetzt die Machtfrage an. Camila ist auch ein kleines Stückchen 7:28 vorgegangen, aber nur so halb. Also ein bisschen mehr. Warum bist du vorgegangen? Also ich stimme dir voll zu, dass die Plattformen nicht transparent sind damit, 7:36 wie sie mit unseren Daten umgehen, welche Algorithmen sie haben und wie diese funktionieren. Das sieht man vor allem auch im Aktivismus. Also 7:43 ich nutze die sozialen Medien für meine aktivistischen Tätigkeiten und um quasi Gegennarrative zu schaffen, die in den traditionellen Medien eben nicht vorhanden 7:52 sind. Und genau. Deshalb. Es muss transparenter gemacht werden, wie das alles funktioniert und welche Inhalte Vorrang bekommen und welche nicht. 8:01 Für mich persönlich ist das Thema wichtig, weil die sozialen Medien für mich einfach ein extrem wichtiges Tool sind, um mich auszudrücken, um gegen Ungleichheiten 8:11 anzukämpfen und für eine gleichberechtigtere Gesellschaft -zu kämpfen. -Rick, Ihr profitiert davon, dass YouTube 8:18 ein wahnsinnig großes Netzwerk ist, ein weltweites, indem ihr euch auch noch eine wahnsinnig große Fanbase erspielt habt. Nehmt ihr dann in Kauf, 8:26 dass da Wenige mächtiger über Algorithmen zum Beispiel bestimmen können? Nimmt man das in Kauf, weil man auch legitimerweise Geld verdienen will? 8:34 Den Faktor, den man hier sagen muss, ist: Es sind, glaube ich, die wenigsten Mächte und wir haben die größten Freiheiten im Vergleich zu allen anderen. Natürlich wäre 8:44 jetzt die Alternative, dass wir eine Webseite aufmachen, wo wir die kompletten Freiheiten hätten. Aber ich glaube, du würdest halt nicht entdeckt werden. 8:52 Die Alternativen sind allgemein strenger, also würden wir jetzt ins Fernsehen gehen, hätten wir halt große Konstrukte, wo wir halt Leute über uns hätten, wo ganz andere 9:01 finanzielle Interessen drin sind, wo halt dann, wenn wir gewisse Sachen kritisieren, dann vielleicht schon mal jemand dazwischen fummeln würde, kann man 9:08 natürlich alles nur vermuten. Ich war nie in solchen Dingern, aber meine Erfahrung ist schon: Je größer jetzt ein Konstrukt ist, desto mehr wird es verwaschen, 9:15 desto mehr fliegt raus. Also ich glaube momentan bin ich auf YouTube sehr frei im Vergleich, aber natürlich seh ich das auch kritisch, also, dass die Gefahr 9:24 da ist und es kommt ja ab und zu vor, dass irgendjemand einfach plötzlich gelöscht -wird oder irgendwie Videos gebannt werden. -Kannst Du, Hartmut, nachvollziehen, dass 9:32 er trotzdem auf der Plattform weiter aktiv ist, auch als Job? Ich kann das nachvollziehen, weil es gibt ja momentan keine wirkliche Alternative. 9:39 Eine Alternative wäre so was wie Wikipedia. Die Seite kann auch von jedem kostenlos genutzt werden und wer Lust hat, der kann anders an die Plattformbetreiber 9:48 spenden. Es ist auch nicht perfekt, was auf Wikipedia passiert, aber es ist eben halt komplett entkoppelt vom Werbemarkt. Das wäre ein Gegenentwurf dazu. Auch, 9:56 dass eine Firma wie Meta oder wie Alphabet eben halt im Silicon Valley festlegt, über was die ganze Welt diskutieren darf und was nicht diskutiert werden darf. 10:07 Und..also so sehr man sich dann auch mit Donald Trump irgendwie streiten kann, dass dann Twitter ihm einfach den Hahn abdrehen konnte, das hat keine 10:17 demokratische Legitimierung. Das ist nicht okay. -Niklas, stimmst du zu? -Ich bin auf jeden Fall dabei, dass es gut 10:23 ist, mehr Kontrolle abzugeben. Ich finde, so was wie das Facebook Oversight Board ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Da würde ich gerne mehr sehen. 10:30 Allerdings finde ich, kommt es, wenn man außerhalb der Firma ist, dann wirkt das immer so monolithisch. Und da ist nur Mark Zuckerberg, der entscheidet, 10:36 dann bewirbt man sich da und dann hat man den Job. Ich habe ja drei Jahre da gearbeitet und plötzlich sieht man, ich bin jetzt einer von 100.000 Leuten 10:42 und wir haben ganz viel interne Diskussion. Alles wird intern noch viel härter diskutiert. Es gibt ein riesen Meinungsspektrum politisch 10:48 innerhalb der Firma und ich leiste da meinen eigenen Beitrag als Mitarbeiter und plötzlich wirkt das ganz, wirkt das nicht mehr so unheimlich. Also von außen, 10:55 wirkt das immer so: Facebook macht dies Facebook macht das. Und plötzlich sind das ganz normale Leute, Informatiker, die da programmieren und irgendwie ganz viele 11:02 kleine Entscheidungen treffen. Aber es ist nicht einfach...es sind immer noch wenige Leute gesamtgesellschaftlich, aber es ist schon... 11:08 Jetzt mal unabhängig davon, dass du jetzt nicht Spokesperson für Facebook bist, heute natürlich. Aber natürlich hat er da einen Punkt. Vielleicht ist Facebook gar 11:15 -nicht so schlimm, Alex. -Naja, aber die Leute diskutieren zwar, aber im Endeffekt ist es Mark Zuckerberg, der die Entscheidungen trifft. Und es gibt 11:22 mittlerweile viele Leute, die gerade aus diesen Integrity-Teams kommen, die also eigentlich Demokratie und Meinungsfreiheit, Vielfalt bei Facebook 11:29 schützen sollten, die das Unternehmen verlassen, weil es eben auf diese positiven Verbesserungsvorschläge überhaupt nicht 11:36 eingeht. Und weil Profit eben immer vor Demokratie und vor Grundrechten geht. Das muss man klar sagen. Da gibt es...das ist eben kein demokratisches Unternehmen, 11:44 wo es eine gemeinsame Kultur gibt, sondern da entscheidet im Prinzip eine Person ohne Aufsicht. Bis jetzt. In Europa wird sich das jetzt ändern. 11:52 Ich muss sagen, ich habe auch im Integrity-Bereich gearbeitet. Ich fand das jetzt... Ich finde das wird sehr viel gemacht bei Facebook und die Vorstellung, 11:58 dass Mark Zuckerberg das alles nur für Geld macht, immer noch, das finde ich unrealistisch. Der ist völlig fanatischer Idealist. Man muss es nicht 12:06 gut finden, was er macht, aber der macht das aus Idealismus. Der glaubt, dass er da was Gutes bewirkt, der will nicht einfach nur noch Geld verdienen. 12:12 -Rick schüttelt den Kopf. Warum? -Also Geld ist relativ. Ich würde es vielleicht als Macht bezeichnen. Also ich glaube schon, dass Zuckerberg, er will 12:20 halt die Macht behalten. Was ich nur gerade einwenden will: Wir reden jetzt über Facebook. Ich habe eher das Gefühl, dass Facebook stirbt. Also Facebook ist 12:27 gar nicht mal mehr so das Hauptproblem. Also es ist immer noch ein Problem. Aber wenn man sich jetzt mal anguckt, gerade bei jungen Menschen, die ja 12:33 auch ein bisschen mehr Erfahrung mit haben, wo ja auch die Kultur und das Learning ein bisschen weiter ist. Die meiden ja bewusst Facebook, 12:40 weil da sind einfach nur die wütenden Boomer. So. Und... Na gut, jetzt ist Facebook natürlich nicht nur Facebook, sondern der Meta-Konzern hat 12:47 ja vieles...viel Macht konzentriert und erreicht immerhin noch viele Milliarden Menschen täglich und bestimmt zumindest mutmaßlich das Kommunikationsverhalten 12:55 von Milliarden Menschen. Und das haben wir gerade problematisiert. Das selbe Thema hat man ja dann eigentlich dann am Ende bei Tik Tok ja auch noch 13:02 schlimmer, weil es dann noch noch mal extrem mit dem Staat verkabelt ist. Kurze Zwischenfrage an euch: Was glaubt ihr denn haben? Haben Social-Media- 13:11 Konzerne insgesamt zu viel Macht oder ist das im Großen und Ganzen schon okay? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Camila, du sagst, es ist zwar jetzt nicht 13:17 alles perfekt auf den Plattformen, aber insgesamt ist Social Media wahnsinnig -hilfreich für zum Beispiel deine Sache. -Genau für soziale Bewegungen im Bereich 13:27 Antirassismus beispielsweise. Es ist nämlich so, dass die traditionellen Medien da auch überhaupt keinen Raum für bieten. Das liegt daran, dass die Redaktionen 13:35 weiß, männlich, privilegiert sind. Das liegt daran, dass die Inhalte eben nicht die Lebensrealitäten und die Diversität, die wir in unserer Gesellschaft haben, 13:44 widerspiegeln. Und Menschen da eben auch nicht sich mit identifizieren können. In den sozialen Medien andererseits, kann ich selbstbestimmt Informationen 13:55 produzieren, Content produzieren und das mit Menschen teilen. Ich kann Safer Spaces schaffen für Menschen mit ähnlichen Lebenserfahrungen, 14:03 mit Diskriminierungserfahrungen, in denen sie sich austauschen können. Ich kann politische Bildungsarbeit machen, wie beispielsweise mit meinem Projekt 14:10 Re-define Rascism oder meinem Projekt RAGE. Und wir sind unglaublich darauf angewiesen, dass wir eben diese Räume haben, diese digitalen Räume, 14:19 um Aufmerksamkeit zu schaffen, um das zu teilen. Und genau, dass wir gehört werden. Dafür braucht er natürlich auch eine professionelle und massenkompatibel 14:27 Plattform. Das ist doch ein sehr plausibler Punkt. Wir reden ja nicht darüber, dass die Technologie schlecht ist. Also wir sagen 14:32 ja nicht, das Internet ist schlecht. Wir sagen, dieses Machtmonopol und die Art und Weise, wie die großen Plattformen dieses Machtmonopol nutzen, 14:40 ist problematisch. Und wir wollen ja zurück zu mehr Vielfalt und auch zu mehr Transparenz, um zu wissen: Wie werden denn eigentlich diese Entscheidungen getroffen? 14:47 Das ist das. Also man darf, glaube ich, die Welt von heute nicht vergleichen mit der Welt der Achtzigerjahre und so tun, als ob es nichts dazwischen gäbe. 14:54 Es gab ja in den 90ern eine Zeit, wo alle Leute ihre Blogs hatten. Man kriegte die Inhalte nicht aktiv zugespielt auf der Grundlage von Daten, Profilen, 15:01 die diese Unternehmen über uns erheben, von denen die meisten von uns gar nichts wissen, sondern man hat sich einfach aktiv selber was gesucht. Und das ist eben heute 15:09 -nicht mehr so, das ist der Unterschied. -Na gut, aber Algorithmen schlagen mehr vor. Früher gab es halt diesen Algorithmus nicht, aber: Kevin wollte noch ganz kurz 15:15 -was sagen. -Darauf aufbauend was, was du gerade gesagt hast und auch, was du vorhin gesagt hast. Im Grunde als Gegenpol. Ich glaube, 15:21 eines der der Punkte, wo es nicht so gut ist und das mag vielleicht kontrovers sein, ist, dass die Algorithmen uns ein bisschen einkasten. Ja, also natürlich 15:32 findet man Leute, die einem gleichgesinnt sind, aber man findet auch nur noch die. Und das führt natürlich zu einer gewissen Polarisierung, bei der es dann..man 15:41 nur noch die eigene Meinung findet, die einen selber verstärkt. Und das führt alles ein bisschen zum Rabbit Hole runter und das ist natürlich schwierig. 15:48 Hier macht ihr das natürlich super, dass ihr uns über verschiedene, sagen wir mal, über verschiedene Ecken zu...zu einem Diskurs bringt, wo man tatsächlich 15:57 versucht, einander näher zu kommen. Aber Soziale Medien macht eigentlich -das Gegenteil. -Ich weiß auch nicht, ob das jetzt 100% 16:02 -richtig ist, weil... -Algorithmen würd ich eigentlich eher -sagen... -Ich hab das Gefühl, dass Menschen das auch 16:07 eigenständig machen. Dass das Menschen nicht mögen, wenn ihre Meinung gechallenged wird und dass sie halt sehr gerne andere selber blocken 16:14 und die Algorithmen tragen auf jeden Fall dazu bei. Aber andererseits: Menschen macht es halt auch einfacher, eigentlich, andere Meinungen zu finden. Es ist... 16:23 Man könnte natürlich auch argumentieren, man kann heutzutage sich einigen...hat man eine viel größere Chance, sich ganz andere Meinungen sich anzuhören 16:29 oder vielleicht sogar zu eigen zu machen, als es früher, vor 30, 40 Jahren am Stammtisch der Fall war, wo die fünf selben Freunde jeden Abend das gleiche 16:36 besprochen haben. Man könnte sagen, momentan ist der Pool der Meinungen eigentlich viel größer als je zuvor. Aber Camila ist ganz nach hinten gegangen. 16:43 -Warum? -Weil du auch noch mal die Polarisierungseffekte angesprochen hast und ich es extrem wichtig finde 16:49 nachzudenken: Wer polarisiert eigentlich und wen? Also wir haben in den sozialen Medien...hat sich ja jetzt auch vor kurzem in unserer realen Welt gezeigt, 17:01 einen starken Rechtsruck, also rechtsextreme, rassistische, antisemitische, sexistische Gruppen, die sich dort eben vernetzen, polarisieren 17:09 und mobilisieren. Und ich finde, es ist extrem wichtig zu gucken, wer polarisiert wen und das dann aber auch auf die offline Welt zu beziehen und da auch zu arbeiten. 17:20 Weil die wenigsten von uns werden tatsächlich durch die sozialen Medien polarisiert. Also die Studien, die ich gelesen habe, zeigen tatsächlich eher 17:27 einen anderen Effekt, nämlich eher, dass Menschen mit verschiedenen Meinungen konfrontiert sind, dass eben die sozialen Medien, die ja in dein Feed spülen, 17:36 was deine Urlaubsbekanntschaft von vor vier Jahren gepostet hat und deine Arbeitskolleg:innen und die Freund:innen aus der Schule. 17:43 Und das können ja alles nicht Leute sein, die die selbe Meinung haben und die Personen die extrem polarisieren sind halt irgendwie eine kleine aber 17:50 sehr aktive Minderheit in den sozialen Medien. Deshalb fallen die so auf. Aber ich finde, man kann darauf nicht den Schluss ziehen. Auf alle User:innen 17:58 und ganz allgemein sind die sozialen Medien ja noch mega unerforscht. Ich denke, bevor wir so harte Fakten raushauen, müssen wir eher noch 18:06 die Wissenschaft stützen und irgendwie dafür sorgen, dass eben Daten -herausgegeben werden und daran arbeiten. -...wenn ich da reingrätschen darf... 18:14 ...alle drei, ich habe schon gemerkt, alle scharren. Das ist genau das, was wir gerade machen. Wir sind nämlich gerade dabei, 18:19 ein europäisches Gesetz zu verabschieden, was genau dafür sorgt, dass wir nämlich auf der Grundlage bestimmter Voraussetzungen, der unabhängigen 18:27 Wissenschaft die Möglichkeit geben, auch Zugriff auf die Daten der Plattformen zu haben, um genau diese Dinge, die du gesagt hast, zu erforschen. 18:34 Weil das Interessante ist ja, dass gerade der Meta-Konzern mit Facebook, Instagram und so das bisher verweigert hat und unabhängigen Forscherinnen 18:42 und Forschern wie zum Beispiel AlgorithmenWatch aus Berlin oder die New York University, die Zugänge abschneidet, mit Klagen droht, sobald die versuchen 18:50 zu erforschen, wie diese Mechanismen genau funktionieren. Und das macht uns natürlich auch sehr skeptisch, wenn sie sagen, das ist gar nicht so, dass wir polarisieren. 18:58 Und es stimmt, dass es eine kleine Minderheit ist, die Hass und Hetze und auch auch Desinformationen im Internet verbreitet. Aber warum sieht man dann so 19:05 viel davon? Und das hat was damit zu tun, dass die Algorithmen eben Interaktion, also Inhalte pushen, die sehr viel Interaktion auslösen, wo Leute 19:13 kommentieren, teilen und so weiter. Und das ist einfach aufgrund der menschlichen Psychologie leider so, dass es negative Emotionen sind, die uns dazu anhalten 19:21 zu interagieren. Also Angst, Wut, Ärger. Und deswegen werden genau...diese Beiträge haben dann mehr Interaktion und deswegen werden die von den Algorithmen 19:29 noch mal gepusht und das führt einfach zu so einer Schieflage. Und diese Schieflage, -die müssen wir beheben. -Ich denke, das ist aber nur 19:37 Schadensbegrenzung, weil diese Probleme haben wir eben in der realen Welt auch. Und bevor wir irgendwie darüber diskutieren, wie wir die Sozialen Medien 19:44 regulieren und was die Algorithmen für diese Polarisierungseffekte tun, müssen wir irgendwie darüber reden, wie wir gegen Rassismus und diese ganze Hetze 19:53 und Rechtsruck in der realen Welt, in der realen Politik, arbeiten und irgendwie -da ansetzen. -Oder das eine machen, das andere nicht 20:00 -lassen? -Nee, als beides machen. Aber ich denke, es bringt halt irgendwie nichts, wenn schon allein: Wer trifft denn jetzt 20:07 diese Entscheidungen über diese Regulierungen? Das sind ja safe, nicht super diverse Gruppen mit verschiedenen Lebensrealitäten 20:15 aus verschiedenen Communities, verschieden privilegiert und benachteiligt, sondern das sind doch immer sehr hauptsächlich weiße, männliche, 20:26 heteronormative Menschen, die eben diese Entscheidungen treffen. Und dann glaube ich auch gar nicht dieses Diskriminierungssensible... 20:33 Aber da muss man vielleicht einhaken, das sind in dem Fall vielleicht gewählte -Volksvertreter, die Gesetze verabschieden. -Also das Europaparlament ist auch nicht 20:39 divers genug. Da bin ich total bei dir, aber auf jeden Fall diverser als die Führungsriege der großen Plattformen. Definitiv. 20:46 Jetzt müssen wir mal kurz, die Problemanalyse zumindest, ob wir uns irgendwo, wo wir uns einig sind. Niklas geht gerade zurück. Das heißt, du stimmst 20:53 nicht zu, dass, ich sag jetzt mal die Algorithmen, so klischeehaft wie es ist, die Algorithmen zu einer, sagen wir mal, Dynamisierung von Radikalisierungsprozess 21:01 -beitragen können? -Also ich stimme dem Gefahrenpotenzial per se zu. Facebook könnte sicher, es wäre schwierig, es geheim zu halten, aber 21:09 Sie könnten wahrscheinlich den US Präsidenten bestimmen. Das ist ein Problem. Absolut. Aber gerade wenn immer Fake News gesagt wird, ich finde 21:17 es wird unglaublich viel getan. Und das ist ja auch ein Spektrum. Es könnte jetzt auch jemand kommen und sagen: Sag mal, Meinungsfreiheit, ist ja nicht verboten 21:24 zu lügen. Die Firmen gehen ja viel weiter als die Gesetze. Sachen, die erlaubt sind zu sagen, werden von den Firmen aktiv unterdrückt, weil sie sagen: Es ist Fake 21:32 News und es ist schädlich, wenn ich sage: Dieses oder jenes, Corona, politisch, was auch immer...Also da finde ich...das den Firmen vorzuwerfen, dass nicht viel 21:39 gegen Fake News getan wird....das liegt in der Natur der Sache, dass wenn Menschen kommunizieren, dass da viel Lügen verbreitet werden. Aber da sind die Firmen 21:46 schon ziemlich scharf und da arbeiten tausende von Leuten dran, intern, da wird dann gelabelt, da wird geshadowbanned, also die, ich weiß gar nicht, was man 21:54 da noch erwarten will, quasi von den Firmen. Da könnte man eher sagen, es ist -zu viel. -Hartmut hast du damit nicht überzeugt? 21:59 Hartmut ist fast aus dem Feld rausgelaufen. Ja, also Facebook ist ja keine karitative Veranstaltung. Denen geht es...in 22:07 erster Linie geht es Meta darum, den...den Aktienkurs und den Wert des Unternehmens zu maximieren. Und natürlich macht es sich in der Öffentlichkeit nicht gut, wenn dann 22:17 plötzlich dann in den Zeitungen steht: Oh, auf Facebook treffen sich nur noch Rechtsradikale. Deswegen bekämpft man die so weit, dass es eben halt nicht mehr 22:26 -dem Image stört. -Und vielleicht nochmal zurück zu dem Punkt, das war ja nur der halbe Punkt, aber was ist damit, dass eine Plattform 22:33 tatsächlich die Macht hat, Leute zu bewegen, zu wählen oder nicht zu wählen? Das ist für mich, das ist die Definition der Frage, ob das schädigend 22:40 oder gefährlich für die Demokratie ist. Was, wenn Sie entscheiden, keine Ahnung, hier in Deutschland sollte man nicht mehr wählen. Deswegen...oder 22:47 bestimmte Parteien, Leute die, weil die wissen ja wen wir wahrscheinlich wählen würden, was wenn die sagen: Okay, wir spielen da einfach mal mit und sagen: 22:57 Okay, Leute, die jetzt...keine Ahnung...das und das wählen, würden, wir versuchen, die zu manipulieren, damit sie das eher nicht tun. 23:04 Siehst du das problematisch oder sagst du: Na gut, das ist halt manchmal so? Nein, es ist ein Riesenproblem, ganz klar. Die Frage ist immer auch: Was ist 23:10 der Lösungsansatz? Und ich finde es, wenn jetzt jemand wie Kevin kommt und sagt: Ich mache mein eigenes soziales Netzwerk, das kann ich nur beglückwünschen. 23:16 Das finde ich ganz, ganz toll. Alexander, wenn du jetzt aber sagst, Regulierung ist der Heilige Gral, dann will ich eher zurücktreten, weil ich muss sagen, 23:24 Regulierung hat sich jetzt auch nicht nur mit Ruhm bekleckert. Auf der anderen Seite, wenn es dann die...gibt es dann Regulierungen, die sogar 23:30 gegen den Datenschutz gehen. Also was Vernünftiges zum Beispiel für Datenschutz ist ja zum Beispiel End to End Verschlüsselung. Das ist ja eine tolle 23:37 Sache. Dass WhatsApp End to End verschlüsselt ist, ist eine tolle Sache, dass Messenger End to End verschlüsselt werden soll...Mark Zuckerberg ist da eher 23:43 der Privacy Hardliner innerhalb der Firma, der das durchgedrückt hat. Jetzt kommt die EU und sagt: Wir machen ein neues Gesetz, wir wollen Kindesmissbrauch 23:51 verhindern. Bitte nicht Eins zu Eins verschlüsseln, wir wollen bitte alle Nachrichten lesen können. Anti-Datenschutz-Regulierung. 23:56 Das ist aber ein anderes Thema. Da bin ich total bei dir. Ich bin auch nach vorne gegangen. Sehe ich auch ganz genauso. Aber gerade Facebook ist beim Datenschutz 24:03 eine absolute Katastrophe. Was wir mit dieser Regulierung machen, ist sagen: Wir wollen mehr Transparenz. Wie funktionieren diese Unternehmen 24:09 eigentlich? Das sind demokratierelevante Unternehmen und wir haben ein Recht darauf zu wissen, was sind eigentlich die Mechanismen, mit denen Inhalte verbreitet 24:19 -werden? -Jetzt reden wir gleich über die Regulierungsprozesse. Ich wollte gerade zu dir. Du hast gerade...warst gerade so 24:23 am Hin- und Herdeichseln, als Niklas gesprochen hat. Und ich habe gemerkt, -du warst eigentlich so am -...sehr weit weg. 24:29 -Widerrede halten. War das so? -Also ja, so was, was ich vor allen Dingen mir denke, ist halt Regulierung, ist halt so ein Wort, was in unglaublich viele 24:38 Richtungen gehen kann. Ja, ich bin in dem Sinne für Regulierung, dass wir halt klare Regeln haben, die halt klar eingehalten werden müssen. Aber ich habe halt 24:46 auch Angst, dass manche diese Regulierungen halt einfach auch nur als Vorwand benutzen und irgendwie da was reinschleichen wollen, 24:52 um diese Macht dann an sich zu reißen. Also ich vertraue da halt auch nicht unbedingt 100% der Politik und jetzt auch nicht...meine Sorge liegt 25:00 da auch tatsächlich nicht mal wirklich bei der Europäischen Union, sondern eher in den USA. Zum Beispiel, dass da dann die Parteien den Einfluss halt ausnutzen 25:09 wollen und dann halt Regulierungen und Hate Speech und Fake News halt als Vorwand benutzen, aber eigentlich dann einfach nur nach eigenem Ermessen... 25:18 Also du hast Angst vor einer staatlichen Überregulierung oder bzw. Missbrauch? Überregulierung ist ein gutes Wort. Ja, Überregulierung ist definitiv. 25:24 Wir können ja vielleicht mal, vielleicht müssen wir das mal klar machen. Vielleicht kannst du mal in aller Kürze darstellen, was gerade auf europäischer 25:29 Ebene beschlossen wurde und was demnächst umgesetzt werden soll. Dann können wir nämlich drüber reden, ob das Überregulierung ist und wo die Gefahren 25:36 -eventuell liegen können. -Also es gibt mehr Rechte für Nutzer, es gibt klare Meldeverfahren. Das gab es zwar in Deutschland so ein bisschen über 25:41 das NetzDG, aber nicht europaweit. Und was wichtig ist: Für die ganz großen Plattformen gibt es klare Transparenzvorschriften. Die müssen 25:48 zum Beispiel selber eine Beurteilung schreiben, ob ihre gesamte Funktionsweise ein Risiko darstellt für Grundrechte, für Menschenwürde, für Meinungsvielfalt, 25:59 für Diskriminierungsfreiheit, für Gewalt gegen Frauen. Und auf dieser Grundlage können dann Maßnahmen ergriffen werden. Also sie müssen dann auch eben Vorschläge 26:07 machen: Wie kann man da Abhilfe schaffen? Und das ist auch der Rahmen, in dem sich dann Wissenschaft bewegen kann, um Forschung zu treiben, um zu untersuchen, 26:15 ob das überhaupt stimmt oder um eben zu sehen, welche gesellschaftlichen Phänomene, wie zum Beispiel Gewalt gegen Frauen oder Rassismus oder so, werden denn 26:25 eigentlich von den Plattformen, von der Art und Weise, wie sie jetzt funktionieren, von diesem Geschäftsmodell befördert. Und was ist da besonders 26:34 -problematisch. -Und wenn das Unternehmen seine Risikobewertung abgibt, könnte ich dann als Facebook sagen: Also ich habe bei uns 26:38 alles gecheckt, bei uns, es läuft alles super. Das könnten die natürlich sagen. Das wird aber noch mal extern geprüft. Also es wird 26:44 jetzt auch jährliche Prüfungen für die ganz großen Unternehmen geben. Und es gibt eben diese freie Wissenschaft, die sich das dann angucken kann und sagen kann: Na 26:51 ja, wir kommen aber zu einem ganz anderen Ergebnis und dann kann die Europäische Kommission da noch mal einschreiten und eben auch Strafen verhängen. 26:57 -Hartmut sekundiert... -Das Problem ist dabei, dass die Firmenzentralen von Meta und von Alphabet, die sitzen in den USA. Und in den USA, 27:07 wenn es da ein Gesetz gibt, dass diese Plattform ihre Daten beispielsweise dem NSA zur Verfügung stellen müssen, dann können wir uns in Europa auf den Kopf 27:16 stellen. Das machen die einfach. Da gibt es...deswegen gilt die USA auch nicht als sicheres Drittland für Daten und da versuchen sie jetzt hin und her zu rudern. 27:25 Aber wir haben überhaupt keine Kontrolle darüber, wer jetzt die Spielregeln für Alphabet und für Meta in den USA festlegt. 27:33 Nee, USA nicht, aber für das, was in Europa sichtbar ist, also was an europäische Nutzerinnen und Nutzer geht, gilt das. Also diese Unternehmen 27:40 nehmen das auch sehr ernst, die haben sich auch sehr eingebracht, weil das wird gelten und es gibt weltweit auch die Ansicht, dass wenn wir das in Europa gut 27:48 durchsetzen, dann wird das auch so ein bisschen der Goldstandard. Also die Amerikaner sind da sehr daran interessiert. Die Politik, 27:54 die Zivilgesellschaft, die Unternehmen nehmen das sehr ernst. Das wird gelten, gerade für für Alphabet und für Meta. Absolut. Das Thema Daten und NSA ist 28:01 ein anderes. Ich sehe das auch kritisch, dass diese riesigen Dateprofile erstellt werden und ich finde, das müsste man komplett verbieten. Das machen wir nicht 28:10 in diesem Gesetz. Wir sagen aber, man darf die Daten von Minderjährigen nicht mehr für Werbung verwenden. Also man kann die Werbung an Minderjährige nicht mehr 28:18 ausspielen, weil man ihre Daten hat. Das geht nicht mehr. Und man darf sensible Kategorien nicht mehr in die Profile einfließen lassen. Das sind so Dinge 28:26 wie sexuelle Orientierung zum Beispiel, politische Zugehörigkeit, Religion. Das heißt, wir sagen da schon, das ist eigentlich problematisch, 28:33 dass die Plattform diese Datenprofile besitzen, die dann zu allen möglichen Zwecken benutzt werden können, unter anderem eben auch an die NSA weitergegeben 28:41 -werden müssen. -Jetzt mal unabhängig von den Details. Das ist auf jeden Fall ein...ein...wahrscheinlich das modernste 28:45 Regulierungsdesetz, was es gerade weltweit gibt. Das ist auch ein de facto harter Eingriff, auch in unternehmerische Freiheit. Niklas steht immer noch hinten. 28:54 Du bist davon irgendwie nicht so überzeugt worden. Ich bin so ein bisschen gerade nach vorne gegangen, also wären...dass jetzt sexuelle 28:59 Merkmale und ethnischer Hintergrund nicht unbedingt da benutzt werden sollten für personalisierte Werbung, finde ich...finde ich voll in Ordnung. Also bin 29:07 ich voll bei dir. Ich bin jetzt, muss ich sagen, nicht so ein genereller pauschaler Datenschützer, dass ich sage, es ist was Schlechtes, dass Daten gesammelt werden. 29:15 Ich finde, das lässt sich immer sehr leicht so negativ framen. Aber wenn ich jetzt zum Beispiel mein Instagram aufmache und da meine Follower sehe 29:22 und dann sehe ich einen Überblick, wo wohnen die und wie alt sind die und kann irgendwie so ein bisschen vielleicht gucken, welche Plattform gut und welche 29:31 nicht und hab da meine Analysetools...das ist halt was ganz Neues, das gab es vorher nicht, da fallen ganz viel Daten an, das ganze Internet besteht aus Daten. 29:38 Ich finde, das wird manchmal so negativ geframed und ich glaube nicht, dass wir zurück müssen in eine Welt, in der keine Daten gesammelt werden. 29:45 -Ich finde es an sich nichts Schlechtes. -Und mit diesem Regulierungsgesetz gehst du aber d'accord? Ich will nur kurz versuchen, Alexandras Punkte noch 29:51 ein bisschen auf...Regulierungsgesetz, gehst du d'accord. Dass also die EU im Notfall sogar Zwangsmaßnahmen anwenden kann und sagen kann: Wenn ihr nicht 29:58 mit uns zusammenarbeiten, dann zwingen wir euch dazu. Ihr müsst jetzt mehr offenlegen -als früher. -Ich...mein Problem ist, ich weiß ja noch 30:04 nicht, wie es dann genau in der Praxis funktioniert. Und ich habe in der Vergangenheit, finde ich, hat man gesehen, dass das immer ganz toll klingt, 30:10 ganz sinnvoll klingt, selbst wenn Cookie Banner in der Praxis aber nicht so gut funktioniert. Und ich war ja noch auch jetzt in der Firma bis Januar und habe 30:18 dieses...diesen negativen Zyklus gesehen zwischen Regulierung und der Firma. Und hab gesehen jetzt: Oh, wir haben Leute, wir müssen jetzt mal kurz aufhören, 30:25 was Sinnvolles zu tun quasi, die Regulierung, jetzt setzen wir uns mal ein paar Monate daran, irgendwie intern so ein bisschen was umzubauen 30:32 und den Regulator happy zu machen. Aber es hat irgendwie so was...hatte so einen unproduktiven Vibe, das hat...war überhaupt nicht, ich hatte jetzt gar 30:39 nicht, ja, Regulierung, da wird jetzt was besser, sondern es wurde immer alles viel bürokratischer. Und jede kleine Änderung bei Facebook muss inzwischen durch mehrere 30:46 Privatsphäreausschüsse und Gremien. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es besser ist. Ich hatte den Eindruck, es wird bürokratischer. 30:53 Wir haben jetzt alle möglichen Themen auf den Tisch gepackt. Meinungsfreiheit, Marktmacht, Algorithmen, böse, nicht böse. Was kann man dagegen tun? 31:01 Regulierungsgesetz war das eine. Hartmut, du hast noch ganz anderen Vorschlag. Lass mal über über Ideen nachdenken, wie wir die Probleme, die wir jetzt 31:09 auch teilweise gemeinsam hier attestiert haben, wie wir in den Griff kriegen -können. -Mein Vorschlag wäre A: Ja, wir entkoppeln 31:15 einfach die Social-Media-Plattform komplett vom Werbemarkt. Wir machen einen Aufbau, ähnlich wie bei der Wikipedia und auf der zweiten Seite, dass eben 31:24 diese Algorithmen offengelegt werden und dass ähnlich wie bei den Rundfunkräten, die haben wir hier seit dem Zweiten Weltkrieg, da wurden ja Rundfunkräte 31:31 eingesetzt und auch das Fernsehen in Deutschland wurde in verschiedene Landesmedienanstalten unterteilt, weil man gesehen hat: Oh, wenn man eine zentrale 31:40 Stelle hat, die alles entscheiden kann, dann hat das auch strukturell immer die Gefahr der Manipulation. Ähnlich könnte man 31:46 es auch bei den Social-Media-Plattformen machen. Und dass dann gesellschaftliche Gruppierungen wie eben Minderheitenvertretungen, 31:52 gewerkschaftliche Vertretungen, dass die eben halt dann sich gemeinsam in einem Rat zusammensetzen können und sagen: Okay, der Algorithmus soll jetzt halt diese Sachen 32:02 nach oben spülen und die anderen unter den Tisch fallen lassen und nicht mehr -nur nach der Aufmerksamkeit gehen. -Wenn ich das richtig verstanden habe, 32:09 korrigiere mich, wenn ich es nicht richtig verstanden habe: Du forderst so eine Art öffentlich-rechtliches, nicht profit- orientiertes Soziales Netzwerk? 32:20 Genau. Finde ich erst mal cool. Die Frage ist dann natürlich immer, wir finden das doof, wenn wir irgendwie amerikanische Lösungen verwenden und die uns 32:27 das überstülpen. Zu welchem Grad wollen wir alles lokal quasi berücksichtigen? Aber was ist, wenn es jetzt ein Land gibt, in dem es gar nicht demokratisch zugeht 32:36 und in dem eine, sagen wir mal, eine Mehrheit, eine Minderheit auf ganz grausame Weise unterdrückt? Sollen die das dann, weil das eben dort die Kultur ist, 32:44 irgendwie dürfen und da besonders machen? Und wir sagen, ja, gut, bei uns ist Demokratie dort nicht. Oder sagen wir dann teilweise, aber da finden wir eigentlich 32:51 gar nicht so schlecht, wenn ein amerikanischer Konzern das leitet. Ich bin eher der Ansicht, dass die Menschen vor Ort das dann entscheiden 32:57 müssen.....Es ist ein Problem auf jeden Fall. Was auch nicht, dann einfach gelöst werden kann. Aber Föderalismus ist auf jeden Fall besser als eine zentrale 33:08 -Steuerung. -Du hast ein öffentlich rechtliches Netzwerk vorgeschlagen, du schlägst auch ein Alternatives vor, aber das ist noch 33:12 -mal anders gepolt. Nämlich wie? -Ja, genau. Also eigentlich bei der herkömmlichen Fragestellung: Wofür brauchen wir dann den Algorithmus? Also 33:19 in erster Linie bietet der dem Unternehmen natürlich einen großen Hebel. Und das ist die Frage: Braucht man ihn überhaupt? Und die Frage, also was wir versuchen 33:30 mit Subs, ist halt, dass wir keinen Algorithmus haben, sondern sämtliche Beiträge chronologisch gezeigt werden. Das heißt, jeder hat dieselben Chancen. 33:36 Und das heißt Subs, kurz für Subscriptions, einfach nur, weil man sich gegenseitig abonniert, so wie es halt früher war. Und dann hat man trotzdem noch 33:42 die Möglichkeit, die Beiträge von den Leuten zu sehen, denen man tatsächlich folgt. Und man sieht nichts anderes, als dass man tatsächlich selber wählt. 33:50 Wenn jetzt zum Beispiel dein Beitrag mir sehr gut gefällt, dann dann habe ich die Möglichkeit entweder zu spenden oder das zu sammeln oder Sonstiges. 33:57 -Also da sind wir noch vollkommen frei. -Was ist jetzt der große Unterschied von deinem Netzwerk? Ihr habt keinen Algorithmus. Das ist es. 34:03 Das Businessmodell ist einfach nicht werbegeschteuert, also nicht zielgerichtet, werbegesteuert. Ja, das bedeutet, wir brauchen die Daten über 34:09 die Nutzer gar nicht. Wir müssen euch nicht verfolgen. Wir müssen euch auch nicht bestrafen, wenn ihr mal eine Woche nicht online seid. 34:14 Weil wir verkaufen in dem Moment nicht die Aufmerksamkeit, sondern wir sind ein Tool. Und ich gehe tatsächlich auf den Begriff Tool zurück, weil Social Media heute ist 34:22 eigentlich kein Tool mehr, weil es eigenständig ist, das das holt dich wieder zurück, das hat eine eigene Agenda. Ein Fahrrad beschwert sich nicht, wenn du 34:30 -das mal eine Woche lang nicht nutzt, -Camila, was sagst du? Findest es gut? Ich find das ist gut. Ich hab einen Soli-Schritt nach vorne gemacht. 34:37 Niklas steht immer noch hinten. Warum hatte ich das denn schon wieder nicht -überzeugt? -Doch ich finde es toll und ich unterstütze 34:42 das und zaps, ich mach mir sofort einen Account. Die einzige Frage, die ich mir stelle, ist es, ob es das wirklich das ist, was die Leute letztlich wollen. 34:49 Ich wehre mich manchmal so ein bisschen gegen das Narrativ, dass uns allen Milliarden von Menschen so was übergestülpt wird, dass die Konzerne sich 34:57 das irgendwie überlegt haben. Wir wollen jetzt Milliarden von Menschen dazu zwingen, sich so oder so zu verhalten. Die folgen dem Interesse der Aufmerksamkeit, 35:04 der vor...den Vorlieben von uns Bürgern und Bürgerinnen. Ich würde gerne in die Kompromiss Runde gehen. Die Idee dahinter ist, ich würde 35:11 was vorschlagen. Da könnt ihr dann sagen: Ja gehe ich mit, gehe einen Schritt vor, bleibt stehen oder geht zurück und danach geht ihr in eure Gruppen rein und versucht 35:19 die Gegenseite noch mal mit irgendwas zu überzeugen, wo ihr sagt: Das ist ein Kompromissvorschlag, da würden die bestimmt noch ein Schritt vorgehen. 35:25 Mein Vorschlag wäre folgender: DSA finden wir erst mal gut. Wir bereichern das aber durch einen, ich nenne es mal Expert:innenrat, wo alle möglichen 35:35 gesellschaftlichen Gruppen ein, nicht nur Mitspracherecht haben, sondern Anhörungspflicht besteht fürs Parlament und die können dann eben 35:43 Parlamentarier oder EU-Kommission beraten, wie dann zum Beispiel mit Facebook umgegangen wird, wenn sie sich gerade nicht an die Regeln halten. Das wäre 35:50 mein Vorschlag. Also wenn ihr sagt: Finde ich eine gute Idee, dann könnt ihr nach vorne gehen. Kevin hat es nicht überzeugt. Warum? 35:57 Ich, ich bin einen halben Schritt vor und zwar habe ich ein bisschen Bedenken. Der...also dieses zeitliche Time Frame ist einfach bei Startups, bei Unternehmen 36:06 sehr kurz. Ja, Facebook hat innerhalb von wenigen Wochen die Story Feature von Snapchat geklaut, weil die einfach sehr agil sind. Sehr schnell. 36:14 Und während diese Regelungen immer sehr lange brauchen, was sehen wir, nach 20 Jahren unterhalten wir uns darüber immer noch. Und ich...ich fände es super, 36:23 wenn es passiert. Ich bin nur skeptisch der Machbarkeit. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jetzt stirbt erst mal meine Hoffnung nicht, 36:31 dass ihr jetzt einen super Kompromissvorschlag vorbringt. Also bitte merkt euch wieder eure Position, dann könnt ihr mal die Köpfe zusammenstecken 36:36 und vielleicht fällt euch irgendeine Formulierung ein, ein Satz, eine Idee, wo ihr sagt: Vielleicht können wir uns darauf einigen. Ja? Also bitte. 36:44 Grüne Gruppe. Gelbe Gruppe. Ja, ich bin gespannt, was jetzt hier dabei rauskommt. Was meint ihr denn eigentlich? Habt ihr einen Vorschlag? Habt ihr etwas, 37:02 wo ihr sagt: Mensch, wenn wir das machen würden, dann werden sich alle ein bisschen einiger und würden vielleicht noch näher zusammenrücken. Schreibt es uns gerne 37:10 in die Kommentare. Wir haben am Anfang die Frage gestellt: Gefährdet Social Media in der jetzigen Form die Demokratie oder unterstützt es eher die Demokratie? 37:23 Ich bin sehr gespannt, was ihr jetzt für mögliche Kompromissvorschläge habt, also wo man hier im demokratischen Sinne vielleicht zu einer einer Art Einigung 37:31 -kommen kann. Gelb, möchtet ihr anfangen? -Das Ding bei uns ist, dass wir, glaube ich, untereinander eher verschiedene Meinungen haben als ich mit der Seite. 37:39 Weil jetzt die Seite mit, also der Vorschlag mit dem Gesetz von der Europäischen Union, finden wir sehr gut, finde ich sehr gut. Wo wir aber 37:48 jetzt noch ein bisschen hin und her waren, ist, dass man durchaus die Leute die Möglichkeit geben sollte, zu entscheiden, weil ein Algorithmus kann 37:53 auch gut sein. Du kannst ja halt dein Input geben und dann kriegst du neue Sachen vorgeschlagen. Also die Wahl sollte da sein, dass ich die Möglichkeit habe, 38:01 ich möchte halt Sachen ausschalten, weil jetzt recherchiere ich mal so Meinungen, die ich eigentlich nicht vertrete und möchte jetzt nicht, dass der Algorithmus 38:07 denkt, oh, ich denke jetzt das, aber wenn ich keine Ahnung, Musik höre oder irgendwie Entertainment Sachen angucke, dass ich dann durchaus mal 38:15 in den Algorithmus reingehe, dass er mich kennenlernt und ich dann auch mal vorgeschlagen, Sachen vorgeschlagen kriege, die mir vielleicht gefallen 38:21 -könnten. -Ich kann auf jeden Fall bei der Transparenz mitgehen. Wir...das haben wir auch eben immer wieder diskutiert. Also 38:27 er ist eher gegen die personalisierten Algorithmen. Ich finde die eigentlich an sich nicht schlimm, aber ich glaube, das Problem ist, dass man eben nicht so 38:32 richtig versteht, was da intern abläuft. Also die ganze interne Firmenstruktur: Wer entscheidet was? Wie ist die Firma aufgebaut, wie funktioniert 38:40 der Algorithmus? Ich glaube, da könnten die Firmen noch viel, viel, viel mehr machen, einfach transparenter zu sein. Da würde ich auf jeden Fall mitgehen. 38:46 Also wir wollen sogar noch mehr Transparenz. Seid ihr, würdet ihr sagen: -Ja? -Also ich würde da vielleicht noch was dazu 38:52 sagen. Und zwar die Algorithmen sind einfach sehr kompliziert und die haben auch schon durch Machine Learning auch ein kleines Eigenleben. Also die wenigsten 38:58 verstehen wir wirklich, selbst im Unternehmen, wie das wirklich genau funktioniert. Und ich glaube, wenn man das offenlegen würde, würden auch die meisten 39:06 Menschen das nicht wirklich nachvollziehen. Also das stimmt. Machine Learning, dass das ist unmöglich zu verstehen, 39:10 da funktionieren unsere Gehirne einfach nicht mehr zu. Aber dass du wenigstens weiß, was beeinflusst den Algorithmus, weil ist jetzt die Frage, wird bereits 39:20 halt mit aufgenommen, wie ich zum Beispiel stehen bleibe und das stört mich auch manchmal. Ich sehe irgendwie so einen Post und denke: Was zum Fick ist das? 39:27 Und Algorithmus denkt: Oh, der findet es toll. So. Und dann wird es mir mehr vorgeschlagen und auf einmal habe ich so ein so ein weirdes Zeug in meiner 39:34 Timeline, das mir klar gezeigt wird: Das beeinflusst den Algorithmus. Okay, das war euer Vorschlag. Jetzt ist euer Vorschlag dran. 39:44 Also unser Vorschlag war glaube ich so ein bisschen...Soll ich oder möchtest du? -Gern! -...so ein bisschen struktureller. Und wir 39:49 denken, das Problem sind ja nicht die Sozialen Netzwerke als Technologie, sondern dieses, dieses Monopol und dieses Geschäftsmodell. Und deswegen würden 39:56 wir uns wünschen, dass es einfach möglich ist, so eine breite Landschaft zu haben. Zum Beispiel öffentlich-rechtliche Netzwerke, Netzwerke, die nach einem 40:02 anderen Businessmodell funktionieren, die eben nicht mit personalisierten Daten arbeiten. Und gleichzeitig braucht man dann aber auch eine Regulierung 40:10 für diese großen Monopole, damit man überhaupt die Möglichkeit hat, -auf dem Markt zu bestehen. -Was heißt das konkret? Wollt ihr, also, 40:16 wenn ihr es euch jetzt backen könntet, würdet ihr jetzt ein Gesetz erlassen, dass Facebook nicht mächtiger werden darf? Oder wie muss ich das verstehen? 40:23 Nein, dass sie zum Beispiel andere Unternehmen nicht unterdrücken dürfen. -Das ist zum Beispiel eine Sache. -Was ja offiziell heutzutage auch schon 40:29 -nicht dürfen, aber trotzdem machen. -Teilweise ja. Also das Wettbewerbsrecht ist da noch nicht so weit und deswegen ist es immer noch sehr schwierig, 40:37 Facebook oder Google, den ganz Großen zu verbieten, andere datengetriebene Unternehmen oder Geschäftsmodelle einfach aufzukaufen. Und das müsste man, 40:45 glaube ich, jetzt verhindern. In dem Moment, wo man sieht, da werden noch mehr Daten angesammelt und das geht alles noch mehr in die gleiche Richtung, dann müsste 40:52 -man das einfach verbieten können. -Geht ihr mit bei der Verschärfung des -Wettbewerbsrechts? -Also ist es Verschärfung. Ich glaube 40:58 -ja...ja. -Also mehr Instrument....politische Instrumentarien, um Marktmächte zu brechen. 41:03 -Wir brauchen SchülerVZ wieder. -Es gab ja früher viel mehr Vielfalt. ....skeptisch bei Wettbewerbsrollen mit der Transparenz. Und ich finde solche 41:15 Formate wie das hier total wichtig, total super. Und ja, alle ermuntern sich zu informieren. Aber wenn dann am Ende Leute sagen, wie ich zum Beispiel, 41:22 weil ich finde das mit der personalisierten...personalisierten Werbung eigentlich gar nicht so schlimm. Ich finde meinen Instagram Feed im Moment 41:29 ganz okay. Ich bin einerseits auf der Creator Seite und möchte selber vielleicht sogar Werbung schalten als Startup oder als Creator. Dann möchte ich mir jetzt 41:36 natürlich auch nicht vorschreiben lassen, dass wir finden, das muss ganz anders gehen. Deswegen bin ich bei so sehr eingreifende Regulierung und Zerschlagung 41:45 -ein bisschen skeptisch. -Also ich finde, dass wir überhaupt mehr ins Debattieren reinkommen müssen. Wir können unsere Meinung nicht mit 280 41:52 Zeichen auf Twitter austauschen. Wir müssen einander ausreden lassen. Und wenn wir debattieren, dann kommen wir auch auf ganz andere Möglichkeiten, 42:01 was irgendwie gegenüber dem Status Quo vielleicht anders möglich ist. Und das hat -die heutige Sendung gezeigt. -Ich wünsche mir auf jeden Fall auch mehr 42:10 Formate wie dieses. Ich wünsche mir, dass der YouTube Algorithmus...Algorithmen werden immer so etwas Negatives dargestellt...aber ich hoffe, 42:16 dass der Algorithmus hier ganz positiv diese Folge pusht, dass viel diskutiert wird, ist, viel Aufklärung gibt. Und ich glaube, dass wir eben doch am Ende alle 42:23 auch freiwillig auf diesen Plattformen sind und die Lösung nicht immer ist: Jetzt muss die Plattform ganz viel ändern, jetzt muss sie irgendwie 42:28 zu diesem oder jenem gezwungen werden, sondern Leute aufzuklären und dass wir alle kritisch bleiben und viel diskutieren. 42:34 Herzlichen Dank! Das waren 13 Fragen mit euch. Danke schön. Dass jetzt selbst ausgesprochene Liberale in den USA über die Zerschlagung des Facebookkonzerns Meta 42:47 nachdenken, ist ja auch ein Zeichen dafür, dass immer mehr Menschen das Gefühl haben, die ausschließliche Profitorientierung bei allgemeinen Gütern, kann schwierig werden, 42:56 also bei Wasser, Luft oder eben bei Kommunikation. Jetzt hat zwar die EU eines der modernsten Regulierungsgesetze gerade erlassen. Das ist auf der einen Seite 43:04 eine Erleichterung, aber das löst natürlich das Dilemma nicht. Das haben wir ja gerade hier auf dem Spielfeld gesehen, das bleibt. Und apropos Dilemma: 43:12 Wenn ihr unseren YouTube-Kanal abonnieren würdet, dann würde ich mich sehr freuen. Dann können wir uns auch gerne auf Insta und Twitter weiter darüber unterhalten. 43:19 Hier oben findet ihr eine weitere Folge 13 Fragen und hier unten gibt es ein weiteres Video zum Thema.