Beschaffung & Lagerhaltung user111 https://www.youtube.com/watch?v=QDmeF75i9Z4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 steht die nächste Klassenarbeit in Beschaffung und Lagerhaltung an und du denkst dir so: "Hä, Bahnhof, super, dann bist du hier gold richtig." Wir knecken 0:09 das Thema jetzt mal zusammen, ganz ohne Fachinesisch, versprochen. Am Ende wirst du dir denken, ach, das war alles easy. Also, vergiss mal die staubtrockenen 0:19 Definitionen aus dem Lehrbuch. Wir picken uns jetzt echt nur die Rosinen raus. Also genau das, was du für eine gute Note wirklich brauchst. sieh das 0:27 hier einfach als deinen, na ja, legalen Spickzettel fürs Gehirn. Okay, also schnall dich an. Hier ist unser Schlachtplan. Wir fangen ganz ganz vorne 0:36 an bei der absoluten Basis. Was zum Teufel sind eigentlich diese Geschäftsprozesse? Dann schauen wir uns das Gehirn der 0:44 Firma an, also die IT-Systeme. Danach geht's ans Eingemachte. Wie kauft eine Firma schlau ein? Wir checken die ganze Planung und am Ende da habe ich noch 0:53 einen genialen Trick für dich, wie du Wichtiges von Unwichtigem trennst. Stichwort ABC Analyse. So, lass uns mal ganz bei Adam und Eva anfangen. Bevor 1:03 wir jetzt hier über irgendwelche fancy Software oder komplizierte Analysen quatschen, müssen wir erstmal eine ganz simple Frage klären. Was macht so eine 1:11 Firma eigentlich den ganzen Tag? Die Antwort ist total einfach. Sie folgt Geschäftsprozessen und das, merkt ihr, das ist das absolute 1:20 Fundament für alles, was danach kommt. Geschäftsprozess klingt erstmal super kompliziert, sowie aus einem BWL Lexikon, oder? Ist es aber 1:29 überhaupt nicht. Stell dir einfach vor, du kochst Kaffee. Was machst du? Tasse holen, Wasser rein, Kapsel rein, Knopf drücken, fertig. Das ist ein Prozess, 1:39 eine glasklare Schritt für Schritt Anleitung mit einem Ziel: leckerer Kaffee. Und exakt so funktioniert eine Firma auch, wenn sie z.B. eine 1:47 Bestellung bearbeitet, nur halt mit Rechnungen statt Kaffeekapseln. So, und jetzt pass mal auf, das hier ist ein absoluter Klassiker in jeder, 1:56 wirklich jeder Klausur. Der Unterschied zwischen einem Prozess und einem Projekt. Denk mal so, ein Prozess ist wie Zähne putzen. Das machst du jeden 2:05 Tag immer und immer wieder. Ein Projekt, das ist eher wie ein Haus bauen. Das machst du hoffentlich nur einmal im Leben. Also Bestellung bearbeiten, Zähne 2:14 putzen, eine brandneue Lagerhalle bauen, Hausbau. Simpel, oder? Alright, Prozessor haben wir im Kasten. Aber eine große Firma hat ja nicht nur einen 2:23 einzigen Prozess, die haben tausende davon und die laufen alle gleichzeitig. Wie soll da bitte kein pures Chaos ausbrechen? Die Antwort ist eigentlich 2:32 ganz einfach mit einem digitalen Gehirn. Und dieses digitale Gehirn, das nennt sich RP-System. Stell dir das mal vor wie eine riesige unternehmensweite 2:42 WhatsAppgruppe. Da landen alle Infos in Echtzeit. Der Verkauf schreibt: "Kunde X hat gekauft" und zack ploppt im Lager sofort die Nachricht auf: "Hey Leute, 2:50 pack mal das und das ein." Gleichzeitig kriegt der Einkauf eine Pushnachricht. Achtung, der Artikel wird bald leer. Schnell nachbestellen. Kein Zettelchaos 2:57 mehr, kein nerviges Rumtelefonieren, alles an einem Ort. Und wozu der ganze Zirkus? Ganz simpel, es geht um Zeit und es geht um Geld. Wenn alle auf dem 3:07 gleichen Stand sind, passieren weniger Fehler. Alles geht zack zack, viel schneller und die Firma spart eine Menge Kohle. Anstatt irgendwie im Nebel 3:14 rumzustochern, kann der Chef auf einen Knopf drücken, sieht sofort, was los ist und kann dadurch natürlich viel klügere Entscheidungen treffen. Okay, also das 3:23 EAP ist das große Gehirn, der Generalist, aber manchmal da braucht selbst das beste Gehirn einen echten Spezialisten. Und genau das ist das 3:30 Warenwirtschaftssystem. Kurz WWS. Das ist sozusagen der absolute Lagern in der Firma. Der weiß über jedes einzelne Teil Bescheid. Woher kommt's, in welchem 3:39 Regal liegt's, an welchen Kunden geht's raus, stellst dir vor wie die Sendungsverfolgung von DHL, aber für absolut alles, was in der Firma 3:46 rumliegt. Und wie passen die beiden jetzt zusammen? Ganz einfach. Meistens ist dieses WWS nur ein Teil, quasi ein Unterprogramm oder Modul von diesem 3:56 großen EP Gehirn. Das EAP ist der Chef, der den kompletten Überblick behält und das WWS ist sein spezialisierter Lagerexperte, der ihm alle Details zu 4:06 den Waren reinruft. Perfektes Teamwork. So, jetzt wird's spannend. Wir kommen zum absoluten Herzstück, der Beschaffung oder um es mal ganz blöd zu sagen, dem 4:16 Einkaufen. Jede, aber auch wirklich jede Firma muss ja Zeug kaufen, um überhaupt arbeiten zu können. Und wie die das machen, ist echt kein Hexenwerk. Das 4:26 Ganze folgt einer super einfachen Regel, die du und ich aus unserem Alltag kennen. Ja, und was wird da so alles eingekauft? Denk jetzt bloß nicht nur an 4:36 Schrauben und Druckerpapier. Eine Firma kauft ja viel mehr. Die kauft die Arbeitskraft von ihren Mitarbeitern, die kauft coole Ideen von der Werbeagentur, 4:45 die kauft sich sogar Geld von der Bank in Form von Krediten. Im Grunde muss einfach alles, was eine Firma braucht, aber nicht selber hat, irgendwie, na ja, 4:54 beschafft werden. Und egal, was da jetzt gekauft wird, eine einzige Regel gilt immer, das ökonomische Prinzip. Das ist wieder so ein hochgestochenes Wort für 5:05 was total simples, was du vom Shoppen kennst. Du wirst entweder das meiste für dein Geld kriegen oder für ein bestimmtes Teil so wenig wie möglich 5:14 ausgeben. Punkt. Es geht einfach darum, sein Geld nicht zum Fenster rauszuwerfen. Und dieses Prinzip, das hat zwei 5:22 Ausprägungen und die, merk sie dir bitte, die kommen zu 99,9% in der Klausur dran. Also, erstens, das Minimalprinzip. Hier ist dein Ziel 5:33 vorgegeben. Du sagst, ich brauche exakt 100 Schrauben. Deine Mission: Finde diese 100 Schrauben so billig wie irgendwie möglich. Zweitens, das 5:44 Maximalprinzip. Hier ist dein Geld vorgegeben. Du sagst, ich habe 50 € im Beutel. Deine Mission: Kauf mit diesen 50 € so viele Schrauben, wie du kriegen 5:55 kannst. Also, die entscheidende Frage ist immer: Ist das Zielfest oder das Geld? Das ist schon die ganze Magie dahinter. Klar, im echten Leben ist das 6:05 Ganze natürlich ein bisschen komplizierter. Die super duper billige Schraube kommt vielleicht vom anderen Ende der Welt und wurde unter echt 6:12 miesen Bedingungen hergestellt. Da steht die Firma dann von der Zwickmühle. Geht's uns nur um den billigsten Preis oder achten wir auch auf sowas wie 6:18 Umwelt und soziale Verantwortung? Dieser Spagat, also zwischen billig und gut, zwischen ökonomisch und ökologisch, das ist eine der größten Herausforderungen 6:27 überhaupt. Okay, genug graue Theorie jetzt. Lass uns mal in die Praxis gucken. Wie sieht das denn jetzt im echten Leben von so 6:36 einem Einkäufer aus? Wie wird aus diesen ganzen Prinzipien ein handfester Plan? Ein Einkäufer, der ist im Grunde ein Zirkusartist, ein Jongleur. Der muss 6:46 ständig mit totalen Gegensätzen jonglieren. Auf der einen Seite darf das Lager nie leer sein, sonst steht die Produktion. Auf der anderen Seite darf 6:54 es aber auch nicht überquellen, weil jedes Teil im Lager totes Kapital ist, also Geld kostet. Er soll den allerbilligsten Preis rausholen, aber 7:01 gleichzeitig muss die Qualität absolut top sein. Das ist als ob du versuchst gleichzeitig zu sparen und im Luxus zu leben. Geht nicht. Es ist immer ein 7:09 Kompromiss. Und damit unser Jongleur nicht alle Bälle auf einmal fallen lässt, braucht er natürlich einen Plan. Und dieser Plan, der besteht eigentlich 7:17 nur aus fünf ganz einfachen Fragen, die er sich stellt. Erstens, was brauchen wir überhaupt? Zweitens, okay. Und welche Art genau? Drittens, wie viel 7:27 davon? Viertens, wann muss es da sein? Und dann die absolute Millionen Dollar Frage. Fünftens, von wem bekommen wir den Kram am besten? Jetzt stell dir aber 7:37 mal vor, eine große Firma hat tausende, zehntausende verschiedene Artikel im Lager. Wenn du da versuchst, jede einzelne Unterlegscheibe genauso wichtig 7:46 zu behandeln wie einen sündhaft teuren Motor, dann wirst du verrückt. Du kommst zu nichts. Und genau für dieses Problem gibt es einen genialen Trick, um 7:55 Prioritäten zu setzen und der heißt ABC-Analyse. Die Idee dahinter ist so simpel, es ist fast schon genial. Behandle nicht alles 8:04 gleich. Ganz logisch, oder? Ein Goldbarren ist der ja auch wichtiger als ein Kieselstein und in einem Lager ist halt ein teurer Mikrochip um ein 8:12 Vielfaches wichtiger als eine billige Schraube. Die ABC-Analyse macht also nichts anderes als alle Artikel knallhart nach ihrem Wert zu sortieren. 8:21 A für die super wichtigen teuren Dinger, B für den Mittelkram und C für na ja die Masse an Kleinkram. Und das Verrückte ist, das Ergebnis ist fast immer das 8:32 Gleiche und haut einen echt vom Hocker. Meistens machen nur ganz wenige Artikel, das sind dann die A-Güter, den absoluten Löwenanteil von Gesamtwert aus. Wir 8:42 reden hier von der berühmten 8020 Regel. 20% der Artikel machen 80% des Werts aus und die riesige Masse an Kleinkramm, die Cgüter, die machen wertmäßig fast gar 8:52 nichts aus. Du hast also im Prinzip ein paar wenige Goldbarren im Lager und einen riesigen Haufen Kieselsteine. So, und was fangen wir jetzt mit dieser 9:01 Erkenntnis an? Ganz einfach, kümmer dich um deine Goldbarren. Bei den teuren A-Gütern, da wird geplant, da wird geprüft, da wird verhandelt bis aufs 9:10 Blut, da zählt jeder einzelne Cent. Und bei den Kieselsteinen, also den Cgütern wie Büroklammern oder so, hey, da machst du dir doch keinen Kopf. Da bestellst du 9:19 einmal eine riesige Kiste fürs ganze Jahr und gut ist. Es geht darum, deine kostbare Zeit und Energie schlau einzusetzen und zwar genau da, wo die 9:27 meiste Kohle drin steckt. Also fassen wir noch mal ganz kurz zusammen, was du für die Prüfung mitnehmen musst. Du musst kapieren, was ein Prozess ist, 9:35 diese Schritt für Schritt Anleitung. Du musst wissen, dass ein EAP-System das digitale Gehirn der Firma ist und du musst verstehen, wie man schlau 9:43 einkauft, nämlich indem du mit der ABC Analyse deine ganze Energie auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrierst. Wenn du diese Zusammenhänge drauf hast, 9:50 anstatt nur Stur Definitionen auswendig zu lernen, dann bist du absolut auf der sicheren Seite. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und jetzt zum 9:58 Abschluss noch eine kleine Frage an dich, um zu testen, ob es wirklich Klick gemacht hat. Was ist dein persönliches Cgut bei dir zu Hause? Ist es das 10:07 Toilettenpapier? Sind es die Nudeln? Also, was ist dieser eine Kram, von dem du einfach einen riesen Vorratspack kaufst, damit du monatelang deine Ruhe 10:15 hast? Und was ist im Gegenzug dein Aut? Vielleicht ein teures Smartphone, auf das du höllisch aufpasst. Denk mal kurz drüber nach. Wenn du das für dich 10:23 beantworten kannst, dann hast du die ABC-Analyse wirklich wirklich verstanden. Und jetzt viel Erfolg bei deiner Klausur. Du packst das.