Populationsdynamik im Räuber-Beute-System: Die Lotka-Volterra-Regeln | STARK erklärt STARK Verlag https://www.youtube.com/watch?v=NNNagjWny4M Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Mäuse sind süße Tiere. Kann sein, sie können aber ganze Ernten gefährden. Dann werden oft Giftstoffe gegen sie eingesetzt, die gleich auch noch ihre 0:10 Fressfeinde platt machen. Warum das echt keine gute Idee ist, erfährst du im folgenden Video. 0:18 [Musik] dass die Entwicklung von Räuber und Beutepopulationen, also ihre 0:30 Populationsdynamik stark voneinander abhängt, klingt mal ziemlich logisch. Schließlich ernährt sich die eine Gruppe ja von der anderen. 0:40 Auch Alfred Lotker und Vito Volterra haben in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts erkannt, dass das Verhältnis von Räuber und Beute 0:47 bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgt. Auf diese beiden Herren gehen die drei Lotka Volterra Regeln zurück. Damit diese Regeln anwendbar sind, müssen aber 0:57 streng genommen ein paar Voraussetzungen gegeben sein. Erst einmal dürfen sich die Individuen der betrachteten Räuberpopulation nur von den Individuen 1:05 der betrachteten Beutepopulation ernähren. Umgekehrt darf auch die Beute nur vom betrachteten Räuber verspeist werden. 1:14 Zusätzlich müssen die äußeren Bedingungen wie z.B. will das Klima konstant bleiben. Außerdem dürfen die Räuber nicht in der Lage sein, die 1:22 Beutepopulation komplett auszulöschen. Das kann z.B. dadurch garantiert werden, dass es im Lebensraum geeignete Rückzugsmöglichkeiten für die Beute 1:29 gibt. Die jeweiligen Individuenzahlen des Räubers und der Beute kann man in einem einfachen Diagramm auf der Y-Achse und 1:38 die Zeit auf der X-Achse darstellen. So hätten wir das geklärt. Und was sagen uns die Lodkavoltera Regeln jetzt? Die erste Regel besagt, dass die 1:49 Populationskurven von Räuber und Beute periodisch also in einem bestimmten Rhythmus schwanken. Dabei folgen die Maxima der Räuberpopulation Phasen 1:58 verzögert, also zeitversetzt denen der Beutepopulation. Die Abhängigkeit der beiden Populationskurven ist logisch, wenn man 2:05 das Ganze mal durchspielt. Durch ein Anwachsen der Beutepopulation stehen den Räubern viele Beutetiere als Nahrung zur Verfügung, wodurch die Räuberpopulation 2:15 zulegt. Wie könnte es anders sein? Dadurch nimmt die Beutepopulation ab. Das wiederum hat zurfolge, dass auch die Räuberpopulation schrumpft, weil die 2:23 Nahrung knapp wird. Das Absinken der Räuberpopulation führt zum Anwachsen der Beutepopulation und das ganze Spiel fängt wieder von vorne an. 2:35 Die zweite Lotkavolter Regel sagt aus, dass die durchschnittliche Größe, das heißt der Mittelwert beider Populationen über größere Zeiträume hinweggesehen, 2:44 relativ konstant ist. Dabei liegt die Durchschnittsgröße der Beutepopulation über der Räuber. 2:53 Die dritte Regel macht deutlich, dass sich die Beutepopulation schneller erholt als die der Räuber, wenn Räuber und Beute in gleicher Weise durch äußere 3:01 Einflüsse in ihrer Entwicklung gestört werden. Damit wären wir wieder bei unserem Beispiel vom Anfang. Wird sowohl die Beute als auch die Räuberpopulation 3:10 durch einen Gifteinsatz geschädigt, kann es passieren, dass das Schädlingsproblem schlimmer wird als vor dem Pestizideinsatz, weil die Räuber, die 3:17 die Schädlinge in Schach gehalten haben, erst einmal ausfallen. Und was bringen uns diese Regeln jetzt, wenn sie doch nur unter bestimmten 3:26 Voraussetzungen gelten, die in der Natur quasi nie alle erfüllt sind? Die Antwort: Menge. Für Ökologen sind sie wichtige Werkzeuge, da sie in vielen 3:36 Fällen trotzdem brauchbare Abschätzungen für die Entwicklungen in realen Räuberbeutebeziehungen liefern. Schauen wir uns doch noch einmal an, was 3:45 wir gerade besprochen haben. Die Lotka Volterraeln beschreiben die Populationsdynamik in einem Räuberbeutesystem. 3:52 Die erste Lotka Volterrael besagt, dass die Populationskurven von Räuber und Beute periodisch schwanken und die Maxima der Räuberpopulation zeit 4:00 versetzt, denen der Beutepopulation folgen. Nach der zweiten Lotka Volterra ist die Durchschnittsgröße beider Populationen relativ konstant. Der 4:09 Mittelwert der Beutepopulation liegt über dem der Räuberpopulation. Die dritte Lotka Volter Regel macht deutlich, dass sich die Population der 4:16 Beute nach Störungen schneller erholt als die der Räuber. Obwohl sie streng genommen nur unter bestimmten Voraussetzungen gelten, können die drei 4:24 Regeln in vielen Fällen wertvolle Hinweise auf die Entwicklung von Räuberbeutebeziehungen in der Natur liefern. 4:36 Ah.