Was genau geschah am 17. Juni 1953? | DW Nachrichten DW Deutsch https://www.youtube.com/watch?v=MqyF844y6X4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Erinnerungen an einen Aufstand der Europa stärker prägte als vielen bewusst ist drei Monate nach dem Tod von Josef Stalin gingen in der DDR mehr als eine 0:09 Million Menschen auf die Straße für faire Arbeitsbedingungen und freie Wahlen eine massenrevolte die die regierende Sozialistische Einheitspartei 0:17 entlarvte russische Panzer beendeten schließlich den Widerstand es gab mehr als 50 Tote und viele Festnahmen bei der Gedenkfeier in Berlin bezeichnete 0:25 Bundespräsident Steinmeier am Freitag den Aufstand des 17 Juni 1953 als historisches Verdienst auf das Menschen in ganz Deutschland stolz sein sollten 0:36 vor 70 Jahren wurden Städte in ganz Ostdeutschland von einer Reihe von Protesten erschüttert es war der erste große Volksaufstand eine sowjetischen 0:44 Einfluss wäre doch was genau geschah am 17 Juni 1953 nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die vier Siegermächte diese Welt Union 0:54 die Vereinigten Staaten Großbritannien und Frankreich die Kontrolle über Deutschland die Interessen zwischen den westlichen Alliierten und der 1:00 Sowjetunion begann sich jedoch schnell auseinander zu entwickeln Essen standen zwei deutsche Staaten die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche 1:08 Demokratische Republik die DDR im Osten beide Staaten entwickelten sich unterschiedlich Westdeutschland zu einer marktwirtschaftlichen parlamentarischen 1:16 Demokratie Ostdeutschland zu einer sozialistischen Volksrepublik froh und selbstbewusst die Geburtsstunden realissimus Stalin im 1:25 Osten verschlechterten sich die Lebensbedingungen und Lebensmittel Knappheit macht das Leben für viele zu einem täglichen Kampf eine wachsende 1:32 Zahl von Menschen floh in den Westen die Unzufriedenheit in der ostdeutschen Bevölkerung wuchs noch mehr als die DDR die Arbeitsnorm anhob ohne die Löhne zu 1:40 erhöhen de facto war da waren das Lohnkürzungen und das war letztlich der springende Punkt der zu einem breiten Volksaufstand 1:51 führte anfangs mit sozialpolitischen Forderungen der Rücknahme dieser Arbeitsleistungen auch die Verbesserung der der 1:58 Lebensmittelversorgung zugleich dann aber eben auch mit den politischen Forderungen nach freien Wahlen nach der Freilassung politischer Häftlinge nach 2:08 der Absetzung der Regierung und der deutschen Einheit die ersten Proteste fanden auf Großbaustellen in Berlin statt bald 2:16 weitete sich der Aufstand auf die gesamte DDR aus in über 700 Städten ging die Menschen auf die Straße sie stürmten Gefängnisse Regierungsbüros und 2:24 Polizeistation die ostdeutsche Polizei verlor bald die Kontrolle über die Situation sowjetische Truppen griffen ein und 2:33 schlugen die Volksaufstand gewaltsam nieder 55 Menschen starben mehr als 10.000 Menschen wurden verhaftet das war für 2:43 die Bevölkerung aber auch für die sed-regierung ein Trauma die sed-regierung wusste sozusagen dass sie nicht im Einklang mit der Bevölkerung 2:51 also nicht wie es hier noch kooperantistisch dargestellt ist handelte sondern dass sie von Moskau und der Protektion abhängig war 3:01 53 erreicht die Demonstranten ihr Ziel nicht aber es war der erste Volksaufstand im sowjetischen Einflussbereich und es war nicht der 3:09 letzte spielt der erhoben sich auch in Ungarn der Tschechoslowakei und Polen die Menschen gegen ihre Regierungen 3:18 in den späten 80er Jahren erschütterte eine weitere Welle von Demonstrationen Ostdeutschland die schließlich zum Fall der Berliner Mauer und zur deutschen 3:25 Wiedervereinigung führte ja im Studio ist Ulrich Mellert von der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur ich freue mich dass Sie 3:32 Zeit haben es war ein kurzer ein heftiger Aufstand nur wenige Jahre nach der Gründung der DDR warum sollten wir uns heute daran erinnern weil das 17 3:41 Juni sich einreiht in ganz wenige großartige Ereignisse der deutschen demokratiegeschichte also 1848 1918 1953 1989 das sind vielleicht die vier 3:51 wichtigsten Daten wo deutsche massenhaft auf die Straße gegangen sind um für ihre Rechte und Freiheiten zu kämpfen und insofern ist es praktisch im Sinne einer 4:00 positiven Identitätsstiftung wichtig sich dessen gewahr zu sein sehen Sie denn in diesem Aufstand auch ein erstes Aufbegehren gegen den 4:10 Imperialismus des Kremmel wie das einige Beobachter deuten ich halte die Perspektive für überzogen und erwähne aus der heutigen Sicht 4:17 zurück projiziert es ist ja bezeichnet dass die Demonstranten sich nicht vor der sed-parteizentrale versammelt haben sie 4:26 sind dich vor die sowjetische Kontrollkommission gegangen sie haben demonstriert vor der Regierung der DDR das heißt sie hatten ein sehr 4:33 etatistischen Ansatz waren von überzeugt dass die Gesprächspartner die Regierung ist und das ist auch der heutigen sich eigentlich bemerkenswert oder so für ein 4:41 paar praktisch so fast die sowjetische Besatzungsmacht gewesen das ist erstmal ein Aufstand gegen eine ungerecht agierende Regierung die von der 4:51 sedominiert worden war und ohne den Eingriff der so wird Militärs wer ist aber womöglich ja dann schon nach vier Jahren DDR vorbei gewesen mit dem Regime 5:01 unter Wahlrecht Walter Ulbricht wie hat es dieses Regime geschafft sich dann sozusagen den selbst Erhalt zu bescheren und auch durchzudrücken wird der 5:10 Geschichte ist das Walter Ulbricht vor dem 17 Juni kurz vor seiner Absetzung Zustand und der 17 Juni im gewissen Sinne seinen Kopf gerettet hat an diesem 5:18 Tag hat er sich die Parteiführung zu einer Sowjets abgesetzt das heißt sie hatte selbst gar nicht die Hoffnung sich durchsetzen zu können und hätte die 5:24 Sowjetunion nicht eingegriffen dann wäre die DDR als Staat wahrscheinlich bin in kürzester Frist zu Ende gewesen die Konsequenz aus dem 17 Juli war super 5:32 Brot und Peitsche man hat auf der einen Seite den harten Stabilisierungskurs abgebildet man hat die Versorgungslage verbessert aber man hat gleichzeitig 5:41 damit dürfen nie wieder passieren das heißt der Ausbau der Stadt Sicherheit der Ausbau der der Volkspolizei der ganzen 5:49 Sicherheitskräfte war praktisch auch durch den 17 Juni intentiert und der das bemerkenswerte ist das im Sommer 1989 als die Menschen wieder auf die Straße 5:57 gegangen sind der Stadt Sicherheitsminister irich Mielke seine Getreuen fragte ist es so dass wieder den 17 Juni haben das heißt die 6:04 Regierenden hat dieses Datum verinnerlicht und gefürchtet für uns sagen sie könnte eine positive identitätsstiftende Referenz ein das 6:13 meinte auch auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht sich mehr Einsatz und Anerkennung für die heutige Demokratie wie kommen wir denn 6:20 dahin naja natürlich ist historische Erinnerungen nicht der Schlüssel schlechthin zu einer Verstetigung und Verfestigung unserer Demokratie aber es 6:28 ist ein Instrument ein Schlüssel um die Menschen auch davon zu überzeugen dass es wert ist für Freiheit und Demokratie einzustehen und dass man dafür Mut haben 6:36 muss dass man dafür auch riesigen eingehen muss und das eben unsere Geschichte nicht nur durch diese ganz dunklen Kapitel des Dritten Reiches 6:43 geprägt ist sondern dass wir eben auch Momente der Freiheit unter demokratiegeschichte haben auf die wir uns beziehen müssen um Kraft auch zu 6:51 haben für demokratisches Engagement dagegen wird ich danke für den Besuch im Studio Ulrich und gutes Gelingen bei ihrer Arbeit da 6:59 geht es ja auch darum immer in Ausstellungen auch zu schildern was diese Vergangenheit so bewegte vielen Dank und ihnen danken wir natürlich auch 7:06 fürs zuschauen