Nudging: Kennst du diese Psychotricks? | Terra Xplore mit Thora Schubert Terra Xplore https://www.youtube.com/watch?v=MdkCE4wUCVI Transkript (automatisch erstellt) 0:11 Manchmal bin ich ein bisschen bequem und faul - und ich wette, ihr auch. 0:19 Aber mit nur einem kleinen Stups in die richtige Richtung macht man dann doch das Richtige. 0:20 Das Richtige tun heißt zum Beispiel, seinen Müll in so einen Mülleimer 0:24 zu werfen und nicht einfach irgendwo in die Gegend. 0:30 Das würde ich jetzt auch nicht machen, aber mit so einem lustigen Spruch macht es doch gleich viel mehr Spaß. 0:31 Wir alle erleben jeden Tag mehrere solcher Anstupser und oft sogar 0:34 ohne sie zu bemerken. Wie genau funktioniert dieses 0:37 Anstupsen. Und wie stark lassen wir uns in unseren Entscheidungen 0:40 davon beeinflussen? Das will ich heute rausfinden. 0:49 Der Fachbegriff für dieses Anstupsen ist Nudging. 0:53 Nudging kommt aus dem Englischen und bedeutet schubsen, stupsen 0:56 oder anstoßen. Und es soll ohne Regeln und Verbote 0:59 unsere Entscheidungen in eine positive Richtung beeinflussen. 1:02 In der menschlichen Verhaltensökonomie geht es darum, dass wir unsere 1:05 Entscheidungen nicht immer ganz rational treffen. 1:08 Wir mögen zwar gute Vorsätze haben, so was wie unseren Müll immer in den 1:11 Abfalleimer zu werfen oder uns gesund zu ernähren, aber das reicht 1:15 nicht unbedingt aus. Um Entscheidungsfehler und schlechte 1:18 Angewohnheiten auszugleichen kommen diese Nudges, diese Anstupser, zum 1:22 Einsatz. Teilweise, ohne dass wir es bemerken. 1:25 Geprägt haben den Begriff Nudging der US-amerikanische 1:28 Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und der ebenfalls aus den USA 1:31 stammende Rechtswissenschaftler Cass Sunstein. 1:34 Wichtig ist ihnen, dass ein Nudge kein Verbot ist und keine Anordnung, 1:38 sondern eben ein Stups. Wo begegnen uns Nudges in unserem 1:47 Alltag? Wer nutzt Nudging? 1:50 Und ist das überhaupt okay, wenn unsere Entscheidungen durch Nudges 1:53 beeinflusst werden? Um diese Fragen zu klären, treffe 1:58 ich Falk Uebernickel. Er ist Professor für "Design 2:01 Thinking" hier am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. 2:04 Als "Design Thinker" sucht er nach Lösungen für verschiedene Probleme 2:08 und schaut dabei aus der Perspektive des Nutzers. 2:11 Dafür beschäftigt er sich auch mit der Wirkung von Nudging. 2:15 Wurdest du heute schon genudged? Ja, mit Sicherheit. 2:17 Hast du irgendwas bemerkt? Ja, also wenn man sich mit dem Thema 2:21 beschäftigt, sieht man überall Nudges. Das fängt zum Beispiel 2:24 an Bahnsteigen an oder an Bahnhöfen mit kleinen Zeichen, die einen 2:27 lenken, die einem sagen, wo man überhaupt langlaufen sollte. 2:36 Wo wird man denn so in seinem Leben genudged? Kannst du ein paar 2:39 Beispiele geben? Ja klar. Also in der digitalen Welt 2:42 fängt es zum Beispiel an mit Smartwatches. 2:44 Es gibt viele indirekte Nudges, zum Beispiel, dass man mal 2:48 aufstehen soll. Man saß zu lang und man 2:51 wird dort geprimt, dass man zum Beispiel aufstehen 2:55 kann. Ein anderes Beispiel ist meine 2:57 Fitness- Tracker App. Ich werde dann hin und wieder 3:00 benachrichtigt, mehr zu tun oder vielleicht auch ausgezeichnet, wenn 3:04 ich gerade besonders viel getan habe an sportlicher Bewegung. 3:08 Wer nudged denn? Gute Frage. 3:12 Ich denke – jeder kann nudgen. Okay. Und wer tut es? 3:16 Ja, auf jeden Fall mal Unternehmen. Das können zum Beispiel Airlines 3:19 sein, die einem zum Beispiel anzeigen, dass angeblich nur noch 3:23 zwei Plätze verfügbar sind zu einem bestimmten Preis. 3:26 Ich kann mich also trotzdem noch entscheiden, einen anderen Sitzplatz 3:29 zu nehmen, ich kann mich auch entscheiden, später zu buchen 3:33 als zu dem Zeitpunkt. Aber die versuchen natürlich durch 3:35 eine gezielte Manipulation in dem Fall, einen dazu zu 3:39 bewegen, jetzt zu buchen, weil angeblich noch zwei Plätze frei 3:42 sind. Wie kann man denn Nudging von 3:44 Manipulation abgrenzen? Oder ist Nudging eine Form 3:48 der Manipulation? Nutzer, und das ist die Definition 3:51 von Nudging, haben die volle Wahlfreiheit. Sie können also sich 3:54 für das eine als auch das andere entscheiden. Man versucht nur durch 3:57 diesen Anstupser, den Nudge, Menschen in eine bestimmte 4:00 Richtung zu bekommen. Und das differenziert 4:03 es, denke ich, schon mal zunächst von der Manipulation. 4:06 Denn die Manipulation schränkt auch ein, sie hält 4:10 vor. Nun ist es aber so, dass es auch 4:13 Nudges gibt, die im Grenzbereich mit Sicherheit liegen können, die 4:17 also sowohl Nudges sind als auch manipulativ. 4:20 Ich will euch mal ein paar wissenschaftlich untersuchte 4:22 Erfolgsgeschichten von Nudging erzählen. 4:24 Ein US-amerikanisches Forscherteam hat in einem Supermarkt mit buntem 4:28 Klebeband die Einkaufswagen sauber in zwei Hälften geteilt und 4:31 Flugblätter verteilt, auf denen steht, dass man sein Obst und Gemüse 4:34 in den vorderen Teil des Wagens legen soll. 4:36 Dadurch konnte pro Kunde der durchschnittliche Obst- und 4:39 Gemüseeinkaufswert von 3,99 auf 8,85 gesteigert 4:43 werden. Am Bahnhof Berlin Zoologischer 4:45 Garten wurden die Treppen mit lustigen Sprüchen beklebt. 4:48 So was wie "A TREPPE A DAY KEEPS THE DOCTOR AWAY". 4:51 Und diese simple Maßnahme hat dazu geführt, dass 14 Prozent mehr 4:55 Menschen die Treppe genommen haben. Mich hat dieser Trinkbrunnen gerade 5:05 ganz plump dazu genudged, Wasser zu trinken. 5:08 Welche Nudges sind euch schon in eurem Alltag aufgefallen? Schreibt 5:11 uns das gerne unten in die Kommentare. 5:12 Und wenn ihr einmal da seid, lasst uns auch noch ein Abo da. 5:18 Es sind ja nicht nur Unternehmen die nudgen, sondern auch Regierungen. 5:21 Ist das dann nicht problematisch? Ja, es gibt Teile von 5:26 Regierungsorganisationen, die mit diesem Auftrag befasst sind, 5:30 Nudging durchzuführen. Im Vereinigten Königreich gab es zum 5:34 Beispiel eine solche Unit, diese "Behavioural Insights Teams". Und deren Auftrag ist, erst einmal 5:40 grundsätzlich sich mehr damit zu befassen, wie Bürgerinnen und 5:43 Bürger ein besseres Leben in dem Land erzielen können. 5:46 Und solche Organisationen, egal ob sie jetzt zur Regierung 5:50 gehören oder ob sie regierungsnah sind, sollten natürlich 5:54 aus meiner persönlichen Sicht kontrolliert, überwacht werden. 5:58 Und auch diese Standards, die sie einsetzen und anwenden, 6:02 regelmäßig überprüft werden. Würdest du sagen, es ist erstrebenswert, 6:05 dass mehr Leute auch sensibilisiert werden dafür, dass es Nudging gibt, 6:08 wie das funktioniert und auch erkennen, wenn sie genudged werden? 6:11 Ja, absolut. Also aus meiner Sicht ist es 6:14 eine Thematik, die ganz früh ansetzen muss, bereits in der 6:16 Schule. Das Ziel muss halt sein, dass 6:19 das Menschen das eben im täglichen Leben erkennen können und dann in 6:22 ihren eigenen Kontext einordnen und darüber dann auch sinnvolle 6:26 Entscheidungen für sich selbst treffen können. 6:30 Ich treffe gleich einen Kollegen von Falk Uebernickel – nämlich Vincent 6:33 Bermann. Er ist auch ein "Design Thinker" und 6:35 hat ein Experiment entwickelt, das hier gerade seit einer Woche läuft. 6:38 Es geht um Nudging und Nachhaltigkeit. 6:55 Echt bequeme Stühle. Ja. 7:03 Ihr habt ja jetzt extra für uns ein kleines Experiment gestartet. 7:06 Ja. Erzähl mal, was genau läuft 7:08 da? Also, wir sind jetzt hier neu 7:11 ins Haus eingezogen und unten drunter hat eine Cafeteria 7:14 aufgemacht. Und aus Nachhaltigkeitsaspekten 7:18 dachten wir, den veganen und vegetarischen Lebensstil etwas in 7:22 den Mittelpunkt zu heben und zu schauen, ob wir es schaffen, 7:27 den Prozentanteil der vegetarischen und veganen Gerichte in dieser Woche 7:32 zu steigern. Durch Nudges. 7:35 Durch Nudges. Okay, wie sehen die aus? 7:37 Wir haben uns für einfache Plakate entschieden. 7:39 Sind das die hier? Genau das die. Es ist so, 7:42 dass 60 Prozent aller Gerichte, 7:46 die unten verkauft werden, vegetarische oder vegane Gerichte 7:50 sind. Das ist schon eine Menge. 7:52 Das ist verdammt viel. Meist ist es in der 7:55 Verhaltensforschung so, dass, wenn man Ziele von 15 bis 7:59 20 Prozent vorgibt, sie erreichbar scheinen und 8:03 den Leuten sozusagen auch etwas realistisches vorgeben. 8:07 Also dachten wir, okay, wie können wir es gemeinsam schaffen, 8:12 diese Anzahl von 60 Prozent auf 80 Prozent anzuheben? 8:16 Zum einen ist ein Nudge eben Feedback. 8:19 Und zum anderen ist ein Nudge, ein Ziel zu setzen, und 8:22 das haben wir sozusagen in dem oberen Teil abgedeckt. 8:25 Kann man die Ergebnisse dann irgendwie verallgemeinern? 8:28 Da wäre ich vorsichtig. Wenn wir es als vollwertiges 8:32 Experiment veröffentlichen wollen würden, dann müssen wir viele 8:35 Faktoren kontrollieren. Dann bin ich mal gespannt, was bei 8:38 dem Versuch hier in der Cafeteria rauskommt. Die Ergebnisse zeigen wir 8:41 euch später. Warum funktioniert Nudging 8:47 überhaupt? Dafür müssen wir uns einmal 8:49 anschauen, wie wir eigentlich Entscheidungen treffen. 8:52 Es wird geschätzt, dass wir ungefähr 20.000 Entscheidungen am Tag 8:55 treffen, also im Durchschnitt eine alle drei Sekunden. 8:59 Das meiste davon sind natürlich Kleinigkeiten, so was wie, ob 9:02 ich mir jetzt noch mal Wasser nachschenke oder ob ich beim 9:05 Autofahren jetzt hochschalte oder ob ich beim Telefonieren liege, 9:08 sitze oder durch den Raum laufe. Aber wir treffen freilich auch 9:11 komplexere Entscheidungen. Dafür haben wir, zumindest geht die 9:14 Psychologie aktuell davon aus, zwei konkurrierende Denksysteme. 9:19 Das eine arbeitet intuitiv und schnell. 9:22 Das andere arbeitet analytischer und erlaubt es uns, rationalere 9:25 Entscheidungen zu treffen und auch längerfristige Ziele zu verfolgen. 9:29 Oft machen uns dann aber spontane Impulse und Umweltreize doch 9:32 einen Strich durch die Rechnung. Ganz oft entscheiden wir uns für die 9:36 kurzfristige Freude und nicht für das, was wir längerfristig 9:39 eigentlich wollen. Und hier setzt Nudging an, 9:43 wenn wir unsere Umwelt so gestalten, dass wir auch mit dem impulshaften, 9:47 spontanen Denken zu dem Ergebnis kommen, dass wir auch 9:51 längerfristig analytisch haben wollen, dann haben wir was gewonnen. 9:56 Hier ist jetzt die Cafeteria, wo das Experiment gerade läuft. 9:59 Die Plakate hängen schon hier an den Türen – überall. 10:03 Und das Essen, das klingt eigentlich auch ganz lecker. 10:08 Und Vincent hat noch etwas geändert. Er hat die Fleischgerichte ans Ende 10:12 der Essensausgabe verbannt. Die Studierenden entdecken also 10:16 zuerst das vegetarische und vegane Gericht. 10:19 Mal sehen, wie der Nudge so ankommt. Für welches Essen hast du dich entschieden? 10:22 Ich habe mich für das Gemüsecurry entschieden. 10:24 Das ist vegan. Das ist sogar vegan, ja. 10:26 Hast du beim Reinkommen diese Plakate gesehen? 10:29 Ich habe die schon vor ein paar Tagen gesehen und fand das sehr 10:31 interessant. Und an dem Tag, als ich es zum ersten Mal gesehen habe, habe 10:35 ich mich auch noch mal für das vegane enschieden, glaube ich. 10:40 Ich hab mich für die Spätzle mit Steinpilzen entschieden. Gute Wahl, würde ich sagen. 10:43 Hast du beim Reinkommen diese Plakate gesehen? 10:45 Ja. Hat dich das in deiner Entscheidungen irgendwie beeinflusst? 10:47 Nein. Do you think they influenced your decision today? 10:53 Definitly! I feel like I am more conscious about my choices rather then being someone else. Maybe I do know and dont have this knowledge I 10:53 wouldn’t be that conscious about it. Guten. Guten Hunger, guten Appetit. 11:19 Wir habe jetzt mit ein paar Leuten geredet, ob sie die Plakate mitbekommen haben 11:22 und so weiter. Und. 11:24 Ich hatte mir mehr, mehr Effekt tatsächlich vorgestellt. 11:29 Was haben sie denn so gesagt? Viele haben so was gesagt wie: Ich 11:32 habe halt die Käsespätzle genommen, weil Käsespätzle fantastisch sind. Und…sieh her. 11:39 Ja, und auch Leute, die meinten sie haben es überhaupt nicht gesehen. 11:41 Das hat mich überrascht. Dann kannst du auch nicht wirklich 11:44 vom Effekt sprechen, wenn die Leute sich das noch nicht mal durchlesen. 11:47 Einfach zu sehen, da hängt ein Plakat, okay, das bewirkt ja nichts 11:51 in mir. Ja, das stimmt. 11:52 Ich habe gehört, du hast Zahlen für uns, wie es jetzt die Woche gelaufen ist mit 11:55 den fleischlichen und veggie Gerichten? 11:57 Ja, schauen wir uns mal die Tendenzen an. 12:00 Und was jetzt hier rausgekommen ist, ist, dass wir 12:04 Mittwoch und Freitag über 80 Prozent vegane und vegetarische Gerichte 12:08 haben. Das ist eine Menge. 12:10 Also die Werte über 80 Prozent hatten wir in den 12:14 Vergleichswochen, also KW 21, KW 20, KW 12:18 19, KW 17, da hatten wir kein einziges 12:22 Mal über 80 Prozent. Wenn wir es wissenschaftlich machen 12:26 wollten, dann bedarf das noch ein paar Runden der genaueren 12:29 Überprüfung, worauf die Effekte nun wirklich zurückzuführen sind. 12:33 Eine vielversprechende Tendenz ist aber auf jeden Fall schon mal dagewesen. 12:36 Ja Aber sind diese kleinen Schubser 12:38 wirklich so effektiv? Oder gehen die Leute jetzt einfach 12:40 raus und holen sich eine Currywurst in der nächsten Straßenecke? 12:43 Und ist Nudging vielleicht doch problematisch? 12:47 Zunächst mal ein paar Zahlen: Eine Studie wollte herausfinden, wie 12:51 Menschen eigentlich zum Konzept Nudging denken. 12:53 Das Ergebnis war: 70 Prozent der Befragten finden das Konzept des 12:57 Anstupsens eigentlich ganz gut. Und das, obwohl die meisten von 13:01 ihnen den Begriff Nudging vorher noch nie gehört hatten. 13:03 75 Prozent der Befragten befürworten das Konzept, weil es ohne Verbote 13:08 auskommt. Aber 49 Prozent 13:11 der Befragten stimmen auch der Aussage zu, durch Nudging könnten 13:14 Menschen manipuliert werden. In der Studie stehen noch jede Menge 13:17 andere spannende Sachen drin. Wir verlinken sie euch unten, schaut 13:20 da gerne mal rein und wenn ihr noch spannende Infos findet, dann 13:23 schreibt uns in die Kommentare. Hallo! 13:26 Schön, dass du da bist. Du musst Ralph sein. 13:28 Der bin ich. In der Wissenschaft ist Nudging 13:30 nicht unumstritten. Ralph Hertwig ist einer der 13:33 schärfsten Kritiker. Er ist Psychologe am 13:36 Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin. 13:39 Klingt interessant. Jetzt hast du ja in deiner Arbeit 13:47 das Konzept Nudging kritisiert. Was genau ist die Kritik? 13:52 Einer der Kritikpunkte ist eigentlich das Menschenbild, was dem 13:55 Nudging zugrunde liegt, weil das Menschenbild unterstellt ja, 13:59 dass Menschen träge sind und dass Menschen auch ständig 14:03 Fehler in ihren Entscheidungen machen, was möglicherweise 14:06 völlig unbestritten ist. Aber die Annahme ist ja, wir können 14:09 den Leuten nicht helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Das 14:12 heißt, wir können sie nicht zu besseren Entscheidern machen. 14:15 Und weil wir das nicht tun können, versuchen wir die Umwelt zu ändern 14:18 und sie anstupsen. Das ist ja die Idee dabei. 14:21 Ein anderer großer Kritikpunkt des Nudging ist, dass Nudging 14:25 bevormundend ist, weil es ja irgend jemand gibt, in der Regel die 14:29 Regierung oder irgendwelche öffentlichen Stellen, die wissen, 14:32 wie wir uns verhalten sollten und dann die Architektur, die 14:36 Entscheidungsarchitektur und die Umwelt so bauen, dass sie uns in 14:39 die richtige Richtung stupst. Und es muss nicht immer richtig 14:43 sein, dass die Regierung weiß, wie wir uns richtig verhalten sollten. 14:47 Was wäre denn dann dein Ansatz, um das Verhalten von Menschen zu 14:50 lenken, statt Nudging zu nutzen? Das ist das, was wir Boosting 14:54 nennen. Wir haben alle Ziele, wie zum Beispiel: Ich möchte nicht 14:57 ständig Süßigkeiten kaufen oder ständig Süßigkeiten konsumieren. 15:01 Und was könnte ich denn tun, um mich davon abzulenken? 15:05 Oder was könnte ich denn tun, um diesen Impuls zu überwinden? 15:08 Das heißt, es genügt nicht das allgemeine Ziel, sondern du brauchst 15:12 eine konkrete Wenn-dann-Anweisung. Also, wenn wir das passiert, 15:16 dass ich danach greifen möchte, werde ich an etwas anderes versuchen 15:20 zu denken. Oder ich werde mein Handy rausnehmen, also sozusagen 15:24 mich ablenken von der Versuchung, die da vor meinen Augen ist und 15:27 versuchen dadurch die, diesen Impuls zu überwinden. 15:30 Mir ist jetzt bei der Recherche auch noch der Begriff Self-Nudging 15:33 begegnet. Was hat es damit auf sich? 15:35 Ein ganz großes Objekt, was ständig Einfluss auf uns hat, 15:40 ist unser Handy. Richtig? 15:42 Und zum Beispiel, wenn ich meine Schulaufgaben mache oder am 15:45 Schreibtisch sitze, dass das Handy eben nicht neben mir liegt und 15:48 ich nicht ständig versucht bin, da nach zu greifen, um zu gucken, ob 15:52 dann auf den sozialen Medien irgend sich was verändert hat, sondern ich 15:55 leg das ganz woanders hin oder tu es in eine Schublade, so dass ich das 15:59 Handy gar nicht sehe. Und das wäre ein ganz anderes 16:01 Beispiel, wie ich als Entscheidungsarchitekt meine Umwelt 16:04 verändern kann, so dass es mir leichter fällt, die Dinge zu 16:07 tun, die ich tun möchte. Nudging ist insgesamt also weder 16:10 Fluch noch Segen, sondern in erster Linie ein Werkzeug. 16:14 Wir können damit in eine Richtung gestupst werden, die gut für uns 16:17 ist. Und wir können uns auch selbst in diese Richtung beeinflussen. 16:21 Aber nicht immer werden wir in unserem Sinne genudged. 16:24 Es lohnt also, die Augen offen zu halten. 16:26 Habt ihr Lust, noch mehr mit uns zu Terra xplorieren? 16:28 Dann schaut doch hier vorbei. Da ist noch ein Video von uns und 16:31 hier unten das noch ein anderes aus dem ZDF-Kosmos. 16:33 Und wenn ihr einmal hier seid, lasst uns doch ein Abo da.