Die Hadsch - eine muslimische Reise-Dokumentation (Unterrichtsfilm) Lieblingsfach Religion https://www.youtube.com/watch?v=MGQKBEoMiB8 Transkript (automatisch erstellt) 0:21 Schließe deine Augen und stelle dir vor, weit über eine Milliarde Muslime beten Zeit versetzt rund um die Uhr und überall auf der Welt in Richtung [musik] 0:34 Kaaba, dem ersten Gotteshaus, das je erbaut wurde. Stelle dir vor, welch unglaubliche Energie, welche Einheit dabei entsteht. 0:47 Und jetzt stelle dir vor, du stehst direkt vor der Kaaba, dem schlichten kubusförmigen Gebäude in mitten dem Zentrum, dort wo alle Gebete dieser Welt 1:00 zusammenlaufen, dem Zentrum, in dem die ganze Energie sich bündelt. Was glaubst du, ist das für ein Gefühl, Teil dieses Zentrums, 1:12 der Energie, der Einheit zu sein und sich vor Gott in demütiger Liebe und Sehnsucht niederzuwerfen und zu beten? 1:40 Die Had ist ein alljährlich wiederkehrendes Ereignis, wie es auf der ganzen Welt kein zweites gibt. Über 4 Millionen Muslime aus allen Ländern 1:51 dieser Welt vereinen sich dort nicht nur um eine wichtige Säule des Islams zu erfüllen. Die Hadch ist gleichzeitig Kulmination 2:02 innigster Sehnsüchte und Wünsche. herrscht unter den Pilgern eine verheißungsvolle Atmosphäre aus Leidenschaft und Dankbarkeit, aufgeladen 2:12 mit den Lebensträumen, die sich im Angesicht der Kaaba verwirklichen. Doch so reich die Hadch für den Pilger an Belohnung und Glückseligkeit sein 2:33 mag, mindestens genauso reich ist sie an Strapazen und Zermürbung. Hadch ist anstrengend. Ohne die richtige Vorbereitung, bereits 2:43 vor Reiseantritt, jeder Menge Geduld und Genügsamkeit kann diese Anstrengung zur Qual werden. Mit der richtigen Vorbereitung hingegen 2:54 wird sich dem Pilger die Süße des Glaubens auftun. ein weiches Herz, hingebungsvolle Barmherzigkeit den Mitpilgern gegenüber und die innigste 3:04 Verbundenheit mit [musik] [musik] 3:22 [musik] [musik] 3:33 [musik] Nun sitze [musik] ich im Flieger. Ich bin aufgeregt, ob dessen was mich 3:54 erwarten mag. لبيك اللهم لبيك لبيك لا شريك لك لبيك 4:07 ان الحمد والنعمه لك والملك لا شريك لك لبيك اللهم لبيك 4:21 لبيك لا شريك لك لب انعمه 4:39 hier bin ich, oh hier bin ich. Unsere Reise beginnt in Medina, der Stadt des Propheten Mohammed. Allahs 4:55 Segen und Frieden sein auf ihm. Ca. 400 km nördlich von Mekka. Die Zeit vergeht. Ich habe [musik] kein Gefühl mehr für die Zeit. Manchmal weiß 5:11 ich nicht, welchen Tag wir gerade haben. Die ersten Tage [musik] bewege ich mich wie betäubt durch die Straßen von Medina. Meine Wahrnehmung 5:19 ist getrübt, als blickte ich durch einen Schleier hindurch. Das Klima, die Hitze, Baustellen, Lärm, Autos, kulturelle Vielfalt, Kaumschlaf, unendliche 5:33 Eindrücke, als würde ich träumen und das Geschehen [musik] zöge in seiner Unwirklichkeit an mir vorbei. Erst am siebten [musik] Tag habe ich das Gefühl, 5:44 ganz angekommen zu sein. [musik] Neben der sich über alle Straßen hinweg ausbreitenden Hektik erscheint die 6:05 Prophetenmoschee wie eine Oase der Ruhe. Sie ist von unbeschreiblicher Schönheit und gewaltiger Eleganz. Eine Schönheit, die sich in ihrem vollen 6:16 Umfang wohl nur von jenem erfassen lässt, der sie mit eigenen Augen gesehen und mit dem Herzen berührt hat. 6:30 1,2 Millionen Menschen finden in ihr einen Platz zum Beten. Weitläufige Flure, gestützt von kunstvoll geschwungenen Säulen, die an die 6:40 Architektur der Moschee von Cordoba erinnern und Kuppeln liebevoll verziert, verschmelzen in ihrer Anordnung mit den Betenden zu einer harmonischen Einheit, 6:52 einem stimmungsvollen Ornament. Es ist schon ein atemberaubendes Gefühl, wenn trotz der gigantischen Größe der Raum aufgrund der vielen Pilger eng 7:03 wird. Im Gebet stehen wir Fuß an Fuß, Schulter an Schulter. Das Gefühl der Einheit wird in mir stark, der Einheit vor Allah. Einheit 7:15 bei der gleichzeitig größtmöglich vorstellbaren Verschiedenheit. Denn um mich herum hat sich die ganze Welt versammelt. 7:24 Kein Land dieser Welt, so scheint es mir, aus dem nicht mindestens ein Pilger den Weg hierher gefunden hat. Ich blicke in die strahlenden Augen der vielen 7:34 Menschen und kann ihre unfassbare Dankbarkeit, hier an diesem Ort zu sein, förmlich spüren. Wie Licht scheint sie durch die Adern 7:43 der Pilger zu fließen und aus jeder einzelnen Porer Körper zu strahlen und sich auf alles Erschaffene zu übertragen. 7:56 Gegen 12 Uhr verlassen wir Medina. Hektik scheint das Gesetz der Stunde zu sein. Mit uns verlassen viele weitere Pilger die Stadt, um sich auf den Weg in 8:07 Richtung Mekka zu machen. Nicht wie unser geliebter Prophet Allahs Segen und Frieden sein auf ihm auf Kamelen, sondern in klimatisierten Bussen, lassen 8:17 wir uns 400 km lang in Richtung Mekka tragen. An mir ziehen endlose Felsformationen vorbei und ich frage mich, mit welcher 8:35 Mühsal die Reise wohl damals einhergegangen sein muss. Ich lehne mich zurück und lasse mir in Gedanken ein weiteres Mal die einzelnen Stationen der 8:45 Hatsch durch den Kopf gehen, voller Vorfreude und voller Ungewissheit ob dessen, was mich erwarten mag. 9:01 Nach einiger Zeit befinden wir uns am Mirad, der Grenze zum heiligen Gebiet, das Meckka in sich einschließt. Bevor wir die Grenze überschreiten, 9:12 müssen wir uns jedoch in den Weizustand begeben und die Absicht zur Hadsch fassen. nichts außer zwei weiße schlichte Tücher, dem Pilgerwandt 9:22 umhüllen nun unsere Körper und werden die nächsten Tage unsere einzigen Kleidungsstücke sein. Den Pilgerinnen hingegen wird hier eine besondere 9:31 Erleichterung zu teilen. Sie können die Hadch in ihrer Alltagskleidung vollziehen. Für sie gibt es keine besonderen Kleidervorschriften für den 9:40 Zustand. Bänker und Bettler sind nun nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Alle Äußerlichkeiten verlieren sich in 9:48 Belanglosigkeit. Im Zentrum aller Kommunikation steht ab jetzt das Menschsein und die Beziehung zu Gott. Aber nicht nur unsere Kleidung 9:58 hat sich geändert. Nun ist es den Pilgern verboten, sich zu streiten, die Haare und Fingernägel zu kürzen oder sich zu parfümieren. Und auch das Jagen 10:09 und der geschlechtliche Verkehr mit dem Ehepartner ist dem Wallfahrer in dieser Zeit untersagt. Nichts soll den Pilger von seinem Gottesdienst ablenken. 10:26 Gegen 23 Uhr erreichen wir endlich Meckka. Unser Hotel in Asisia liegt ca. 6 km von der heiligen Moschee entfernt. 10:36 Ich bin erschöpft und müde und muss mich ein wenig ausruhen. Auf der Dachterrasse unserer Bleibe bieten sich mir hierfür einladend ein paar bequem aussehende 10:47 Kissen an. Ich schlafe sofort ein. Um 1 Uhr in der Früh werde ich plötzlich geweckt und dann geht [musik] alles ganz schnell. Mein Herz fängt an zu rasen und 11:00 ich weiß sofort, wir machen uns auf den Weg zur Moschee, die Kaaba zu begrüßen. Ich befinde mich auf dem obersten Stockwerk der Moschee und nähre mich 11:20 gesenkten Blickes dem Gelände. einer Überlieferung zufolge [musik] erhört Allah die Gebete seines Dieners beim ersten Erblicken der Kaba. 11:32 Ich hebe meinen Kopf langsam, mein Herz rast und dann kann [musik] ich sie sehen. Mich durchströmt ein überwältigendes 11:42 Gefühl. Wie ein fiebriges Zittern [musik] fährt es mir durch den Leib und dann war da trotz der Hast nur noch Stille. 12:00 Von oben wirkt der heilige Kubus und die vielen tausend Pilger, die ihn umrunden wie eine organische Einheit. Die Kaba, der Mittelpunkt, das [musik] Zentrum 12:14 aller Hinwendung der Muslime. Und nun stehe ich betend vor ihr. Ich kann die Schönheit im Angesicht ihrer Schlichtheit kaum [musik] beschreiben. 12:25 Hier laufen alle unsere Gebete zusammen. Alle wenden sich ihr zu. Wer sie nicht selbst gespürt hat, [musik] wird es niemals verstehen können. Allen 12:35 Beschreibungen zum Trotz. Am nächsten Morgen beten wir gemeinsam auf dem Dach unserer Unterkunft. 13:02 In wenigen Tagen beginnt die eigentliche Hadch. Wir schonen unsere Kräfte und bereiten uns auf das wichtigste Ereignis unseres Lebens vor. Schon bald geht es 13:13 los. Wir haben den 8. Zulhijah. Die Hadchzeit hat begonnen. Wir brechen 13:34 zu Fuß auf zur nahegenden Zeltstadt Mina. Von dort aus werden bis zum 13. Tag des Bilgermonats alle Rieten der Hatsch durchgeführt. 13:46 Mina ist groß, sehr groß, so groß, dass man leicht die Orientierung verlieren kann, denn die nur zur Hatchzeit belebte Stadt gleicht einem großen Labyrinth. 13:58 Alle Zelte und Straßen sehen gleich aus. Zur besseren Orientierung wurden unsere Zelte deshalb mit neongrünen Absperrbändern versehen. 14:09 In Mina bemerke ich bereits am Ende des ersten Tages die Spuren der Hadsch an meinen Gewändern und meinem Körper. Mein Pilgergewand ist schmutzig und 14:20 durchschwitzt. Ich schlafe auf dem Boden im Staub, Körper an Körper mit anderen Pilgern. Jedem von uns stehen in Mina für sich selbst und sein Gepäck wohl 14:31 nicht mehr als ein Quadratmeter Wüste zur Verfügung. Da bleibt kaum Platz, sich auf seinem Schlafplatz zu wenden. Aber zum Ausruhen haben wir sowieso 14:42 keine Zeit. Vorerst verbringen wir nur eine Nacht in der Zeltstadt. Bereits nach dem Sonnenaufgang des neunten Zulhijah machen wir uns auf die 14:53 lange Reise zur Ebene von Arafe. Wir befinden uns auf dem Weg nach Harap. Das sind 12 bzw. 13 km Fußweg. Einige 15:10 sind mit dem Bus gefahren. Auch ein ganz großer Teil, den wir jetzt ein paar mal schon gesehen haben, sind zu Fuß unterwegs 15:19 mit uns hunderttausende von Menschen, die auf diesen Weg laufen. Überall auf der Straße sieht man Leute übernachten, die vielleicht keinen Platz in ein Zelt 15:28 gefunden haben oder einfach kein Geld hatten in ein Zelt zu übernachten. Hadsch ist Arafa, sagte der Prophet Mohammed, Allahs Segen und Frieden sein 15:41 auf ihm über jene weite Städte zu der wir nun aufgebrochen waren. Araf ist das Herz der Pilgerfahrt und unsere erste Station, die wir von Minner 15:53 aus ansteuern. Alle Pilger versammeln sich dort, um in tiefer Einkehr, Gebet und demütiger Hingabe Allah um Vergebung zu bitten, in 16:04 dem Wissen, dass von ihm alles abhängt, er jedoch völlig unabhängig von allem ist. Regelmäßige Pausen an stattigen Orten 16:15 sind notwendig, um wieder zu Kräften zu kommen. Der 12 km Fußmarsch und die Wüstenhitze versetzen mich wieder in jenen [musik] 16:29 trorartigen Zustand, wie ich ihn noch von Medina kenne. Ich folge dem Rhythmus meines Herzschlages [musik] und orientiere mich stätig an der Fahne 16:39 unseres Reiseleiters. Schritt für Schritt nähern wir uns unserem Ziel. 16:56 6 Stunden später haben wir Araf erreicht. Ich bin völlig ausgelaugt. In dürftig hergerichteten Zelten, die gerade genug Schutz vor der 17:07 unbarmherzigen Hitze der Sonne bieten, begeben wir uns nach einer kurzen Ansprache in die Stille. Es beginnt die wichtigste Zeit im Leben 17:16 eines jeden Muslimen. Der Wuf, das Stehen vor Allah, ist neben ihram und Tawaf einer der unverzichtbaren Bestandteile der Hadj. 17:30 Um mich herum herrscht eine [musik] bewegende Atmosphäre. Ich höre behutsam leise Stimmen hingebungsvoller Koranrezitation 17:39 und Blicke in die Gesichter weinender Menschen. Ein gewaltiges Weinen und doch so still, voller Demut und Liebe aus den tiefsten Tiefen ihrer Seelen, jener 17:52 Seelen, die einst vor Gott standen und bekannten. Ja, wir bezeugen, du bist unser Schöpfer. Und nun stehe ich hier unter all diesen 18:05 Menschen und werde mir meiner Unbedeutsamkeit bewusst, welch ein Staubkorn im Universum bin ich. Ich bete, mein Herz wird warm und 18:18 Tränen suchen sich ihre Wege meinen Wangen entlang und finden ihr Ziel im Sand zu meinen Füßen. Das Streben, das tief in unser 18:29 allerinnersten eifert nach Anerkennung, Aufmerksamkeit, beruflichem Erfolg. Diese stille Sehnsucht danach, dass 18:39 unser Tun und machen nicht unbemerkt bleibt, dass sich die Menschen möglichst auch nach unserem Sein noch an uns und unsere Taten erinnern, dass wir eben 18:49 nicht unbedeutend waren. Dieser innere Schrei verstummte und die Erkenntnis in mir wogs, dass Allah alleine genügt als Zeuge für all 19:02 unser Tun. Dieser Gedanke, balsam für meine unruhige Seele schenkte mir unendliche Ruhe und unermesslichen Frieden. Frieden 19:14 mit mir selbst und Frieden mit meiner Umwelt. 10. Zulhijah. Die Sonne ist untergegangen und wir 19:39 machen uns mit den Bussen auf den Weg nach Musdaliifer. Dort übernachtete der Prophet Mohammed Allahs Segen und Frieden seinen auf ihm 19:48 unter freiem Himmel, ohne Zelt, ohne jeglichen Komfort. Ich nehme mir einen leeren Karton mit, den ich am Straßenrand in Ara finde. 20:00 Dieser soll mir als Matratze dienen und mich vor spitzen Steinen disteln und gestrüpp schützen. In Mustellifer angekommen, beten wir das 20:11 Abend und Nachtgebet auf staubigem Wüstenboden und sammeln kleine Steinchen, die wir die nächsten Tage für die Steinigung der Jamarat benötigen. 20:21 Die Säulen markieren die Stellen, an denen Abraham damals den Teufel vertrieb. Alle vier Millionen Pilger schlafen in 20:31 dieser Nacht auf dieser Ebene. Um uns herum tausende Pilger. Hier liegen sich fremd und bekannt gegenüber. Die letzten künstlichen Grenzen 20:42 verschmelzen. Mit diesen Gedanken schlafe ich ein. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen. Wir machen uns wie die 20:59 Verrichtung des Morgengebets fertig. Nach dem Gebet brechen wir wieder zur nahe gelegenen Zeltstadt Mina auf. Ein großer Teil der Pilgeren ist nun 21:09 vollzogen. Wir machen uns auf den Weg zur Steinigung der Jamar. Heute wird nur die 21:25 größte Säule Aljamara Elkubra aufgesucht. Sie liegt am weitesten von Mina entfernt und am nächsten zu Meckke. Zur 21:36 Geschichte dieses Rituals erfahren wir aus einer Überlieferung, dass der Prophet Abraham, Friede sei mit ihm, den Teufel mit Steinen vertrieb, da dieser 21:46 ihn davon abhalten wollte, den Befehl Allahs auszuführen, nämlich seinen Sohn zu opfern. Für mich ist es, als würde ich mit jedem 21:56 geworfenen Steinchen die letzten Reste an Verfehlungen von meinem Körper reißen. Ich fühle mich Wurf für Wurf leichter. 22:06 Nach der Steinigung der großen Säule wird traditionell ein gesundes Opfertier geschlachtet als Symbol für Abrahams Gottvertrauen, der an Stelle seines 22:16 Sohnes ein Tier opfern sollte, nachdem er Standhaftigkeit bewiesen hatte. Die meisten Pilger schlachten jedoch nicht mehr selbst. In der Regel beauftragt man 22:27 eines der vielen Schlachthäuser mit diesem Ritual. Zu Fuß geht es dann weiter in Richtung Meckke. Wir widmen uns den letzten 22:36 Rieten mit dem Rasieren der Haare. Schließlich legt man seinen ab und tritt aus dem Weizustand wieder aus. Mit jeder Menge Stolz und Glück, die 22:48 Rieten alle gesund vollzogen zu haben, aber auch müde und erschöpft der vielen gelaufenen Kilometerwegen, geht es nun wieder zurück nach Mina. 23:07 11. bis 13. Zulhijah in Mina beginnt eine spannende Zeit. Denn dort gilt Selbstverpflegung. Auf die Empfehlung eines lieben Freundes 23:20 hin folge ich der Tradition des Propheten Allahs Segen und Frieden sein auf ihm und kaufe mir Datteln für die nächsten drei Tage. Wasser gibt es 23:30 überall. Trotz der Enge und der bescheidenden Umstände oder wahrscheinlich gerade deshalb genieße ich die Zeit hier in 23:40 ganz besonderem Maße. [räuspern] In meinem Leben habe ich an keinem anderen Ort zuvor mehr Brüderlichkeit empfunden wie hier. Alles was wir haben, 23:51 teilen wir. Wir organisieren gemeinsame Essenszeiten in unseren Zelten. Jeder bringt eine Kleinigkeit mit und ist darum bemüht, das Beste davon seinem 24:01 Bruder zu schenken. In kurzer Zeit haben wir reich gedeckte Plätze. Es herrscht bescheidene Ausgelassenheit. Voller Dankbarkeit, Demut und Glück. Genießen 24:13 wir die letzten drei Tage in Mina. Das einzige Hadschritual in dieser Zeit besteht in weiteren Steinigungen der Jamarat. Dieses Mal jedoch alle drei 24:24 Säulen. Es ist geschafft. Die Hadch ist vorüber. Die letzte Woche unserer Reise 24:39 verbringen wir in einem fünf Sterne Hotel 300 m vom Haram entfernt. Der Kontrast könnte kaum [musik] größer sein. Statt Datteln und Wasser bekommen 24:51 wir hier täglich ein Dreigängemenü Kredenzt und können zwischen verschiedenen Säften wählen. Statt auf einem [musik] kleinen Fleckenwüstenstaub 25:01 schlafe ich jetzt auf einer sieben Zonen Komfortmatratze. Und wo vorher Platz für zehn Pilger war, da teilen wir uns nun [musik] ein Zimmer 25:11 zu dritt. Das ist doch eine schöne Belohnung für die anstrengende Zeit, [musik] rede ich mir ein. Mein Herz jedoch sehnt sich 25:20 bereits während dieses Gedankens [musik] zurück nach Mina und Arafa. [musik] 25:40 الله الله سمع الله لمن حمده ربنا ولد Ich 26:04 nutze die letzten Tage meiner Reise und lasse mich von der Schönheit der Kaaba und der Vielfalt der Menschen verzaubern. 26:14 Auf dem Weg zur Moschee lächelt mich ein älterer Pilger liebevoll an. Als ich sein Lächeln erwidere, deutet er mit seiner Hand auf sich und sagt: 26:27 "Bangladesch! Ich verstehe und gebe ihm mit dem Finger auf meine Brusttippen zur Antwort: Germany, Alemania. 26:38 Plötzlich erhebt er sich von seinem Gebetsteppich, kommt mir mit Tränen erfüllten Augen entgegen und umarmt mich so innig, als 26:49 hätte er in mir einen lange vermissten Freund wiedergefunden. Diese intimen Begegnungen bewahren in ihrem unerschöpflichen Reichtum eine 27:01 wichtige Erkenntnis. [schnauben] Wir haben alle das gleiche Ziel und dieses Ziel ein uns trotz aller 27:10 Unterschiede. Als am Tag der Abreise, ich befinde mich wie bei meiner ersten Begegnung mit der 27:33 Kaba, auf dem obersten Stockwerk, plötzlich der Gebetsruf ertönt und ich zu begreifen anfange, dass dieser das letzte Gebet einläutet, dass ich auf 27:45 diesem heiligen Boden verrichten werde. füllen sich meine Augen mit Tränen und in mir erstargt das Gefühl, nie wieder gehen zu wollen. 28:26 اشهد ان محمدا رسول الله 28:41 اشهد اشهد ان محمدا رسول الله 29:01 حي على حي على 29:45 حي على الفلاح حي الفلا