Aktiv Passiv: Unterschied & einfache Erklärung zum Deutsch lernen musstewissen Deutsch https://www.youtube.com/watch?v=LZeDZZGjWNs Transkript (automatisch erstellt) 0:00 . In diesem Video erfahrt ihr, wie ihr aus einem Aktivsatz einen Passivsatz bildet. 0:04 Warum wir das Passiv nicht einfach abschaffen können und in welchen Situationen ihr Aktiv und wann lieber Passiv verwenden solltet. 0:13 Ich bin das Aktiv. Meine Sätze sind lebendig, treffend und konkret. Ich bin das Passiv. 0:20 Wer nicht im Mittelpunkt stehen will, sondern lieber im Verborgenen bleibt, braucht mich. Ich streichle den Hund. 0:28 Ich, das Subjekt, bin selbst aktiv, das wird also mit dem Aktiv zum Ausdruck gebracht. Der Hund wird von mir gestreichelt. 0:36 In diesem Satz ist der Hund das Subjekt, aber er ist selbst nicht aktiv, denn ich mache etwas mit ihm, stehe aber nicht als Subjekt im Mittelpunkt. 0:44 Das wird dann mit dem Passiv zum Ausdruck gebracht. Ne? * Der Hund knurrt * Aber warum gibt es überhaupt Aktiv und Passiv? 0:53 Vergleicht mal die Wirkung der beiden Sätze miteinander: Gemerkt? Die Sätze haben inhaltlich zwar dieselbe Bedeutung, 1:06 allerdings verändert sich die Perspektive. Die Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf Lisa, der Täterin, sondern auf dem Bildschirm und dem Vorgang des Putzens. 1:16 Dem Verlauf des Putzens. Darum nennt man diese Passivform auch das "Verlaufspassiv". Willst du die Betonung lieber auf das Ergebnis der Handlung legen, 1:24 anstatt auf die Handlung, dann nutzt du meistens automatisch das "Zustandspassiv". Es wird genauso gebildet. 1:31 Aber anstelle von "werden" wird das Hilfsverb "sein" verwendet. Anstelle von "der Bildschirm wird geputzt", lautet das Zustandspassiv "der Bildschirm ist geputzt". 1:43 Der Prozess des Putzens ist schon beendet. Der fertige Zustand, der geputzte Bildschirm, rückt in den Fokus. Lisa, die Täterin, ist in dem Satz nun vollkommen versteckt. 1:54 Wen interessiert schon, dass ich Lisa den Bildschirm geputzt habe? Er ist ja jetzt sauber. Und das ist ein guter Grund, 2:01 das Passiv nicht aus der deutschen Sprache abzuschaffen. Es gibt Situationen, in denen ist es besser, einen Täter nicht zu nennen. Laika, deine Leckerchen werden gerade heimlich gegessen. 2:13 Ja, schnell. Das Passiv kann hierbei helfen, die Täter zu verheimlichen. Ich kann Laika sagen, dass jemand ihre Leckerchen futtert, 2:19 ohne genau zu verraten, wer die Diebe sind. Manchmal sind diejenigen, die die Handlung ausführen, auch sehr vage oder schwer zu bestimmen. 2:28 Unternehmen bezahlen Frauen im Schnitt schlechter als Männer. Der Satz muss umgestellt werden. Frauen werden im Schnitt schlechter bezahlt als Männer. 2:39 Viel besser klingt es in solchen Fällen, die Nennung der "Täter" durch Passivkonstruktionen zu umgehen. In welchen Fällen sollte man noch Passiv verwenden? 2:47 Und wann lieber Aktiv? Ihr wollt eine Anleitung verfassen, bei der die handelnde Person unbekannt ist? 2:56 Oder einen Bericht oder Aufsatz schreiben, der wissenschaftlich und sachlich klingt? Dann spickt den Text hier und da mit Passivkonstruktionen. 3:04 Denn durch die Hilfsverben sind die Sätze meist länger und komplexer. Aber Achtung. Die Sätze sind auch schwieriger zu verstehen. Der Leser muss sich das verschwundene, ursprüngliche Subjekt 3:15 ja erst wieder hinzudenken wie bei diesem Beispiel. Willst du den Leser überzeugen, fesseln oder lebendig formulieren, nutze unbedingt viele Aktivsätze. 3:26 Anstatt: "Es werden Maßnahmen entwickelt, damit die Täter gefunden werden." Lieber: "Ich entwickle Maßnahmen und finde die Täter." 3:36 Klingt gleich viel konkreter und handfester. Als nächstes erkläre ich euch, wie aus einem Aktivsatz ein Passivsatz gebildet wird. 3:44 Das erkläre ich euch in drei einfachen Schritten. Nehmen wir dafür noch einmal folgenden Satz: Lisa putzt den Bildschirm schön sauber. 3:53 Dieser Satz soll ein Passivsatz werden. Dazu musst du als erstes das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes machen. 4:03 In dem Beispiel ist "den Bildschirm" das Akkusativobjekt, das nun zum Subjekt des Passivsatzes wird. Dazu wird es in den Nominativ, also wer oder was, 4:16 "der Bildschirm" gesetzt. Als zweites musst du das Verb ins Passiv umformen. Dazu bedienen wir uns an dem Hilfsverb "werden", 4:26 das passend zum Subjekt konjugiert wird. Ich werde, du wirst, der Bildschirm wird. Aus dem eigentlichen Verb wird das Partizip II gebildet. 4:37 Also die Form, die du auch in der Vergangenheitsform Perfekt oder Plusquamperfekt nutzt. Achtet dabei darauf, dass ihr das Tempus, 4:46 also die Zeitform, nicht verändert. Aus putzt wird "wird geputzt", aus putzte wird "wurde geputzt", aus hat geputzt wird "ist geputzt worden". 4:55 Aus hatte geputzt wird "war geputzt worden", aus wird putzen wird "wird geputzt werden", aus wird geputzt haben wird "wird geputzt worden sein". 5:02 Alle übrigen Teile des Satzes, also adverbiale Bestimmungen, werden so, wie sie im Aktivsatz stehen, eingefügt. Oder auch Dativobjekte, falls welche vorhanden sind. 5:12 Lisa, das eigentliche Subjekt des Aktivsatzes, kann als eine Ergänzung mit der Präposition "von" hinzugefügt werden. Muss aber nicht. 5:21 Bevor ihr jetzt alles ins Passiv setzt, was ihr lest oder hört, noch eine Warnung: Nicht alle Verben lassen sich ins Passiv setzen. 5:30 Das Kind wird geschlafen, Hunger wird von mir gehabt, der Brief wird bekommen, ja, diese Sätze hören sich komisch an. Das liegt zum einen am fehlenden Akkusativobjekt 5:42 in dem Satz "Das Kind schläft". Bei "Ich habe Hunger" ist zwar ein Akkusativobjekt vorhanden. Allerdings beschreibt das Verb "haben" genau wie "bekommen" 5:51 keine Tätigkeit, bei der wirklich gehandelt wird. Unter diese Faustregel fallen weitere Sonderformen von Wörtern, die in einem korrekten Satz kein Passiv bilden können, 6:02 höchstens lustig klingen. Fallen euch noch Aktivsätze ein, die im Passiv echt schräg klingen würden? 6:07 Schreibt sie mir in die Kommentare. Ich fang mal an: Wenn Daumen von euch dagelassen werden und Abos getätigt werden, freut mich das sehr. 6:16 Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)