Nationalsozialismus und DDR – Wie die AfD die deutsche Geschichte politisch nutzt | Doku MDR Investigativ https://www.youtube.com/watch?v=KmVMhrK2vjI Transkript (automatisch erstellt) 0:00 *** Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss. 0:03 Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad! 0:13 Es geht um die Verbrechen der Nazis. Um den industriellen Massenmord an Millionen Menschen. 0:24 Der Geschichts-Revisionismus hat extrem zugenommen. Damit sind wir auch hier in den Gedenkstätten konfrontiert. 0:31 (Menge) Wir sind das Volk! Und es geht um die DDR 0:37 und die Friedliche Revolution von '89. Die einzige Oppositionspartei AfD 0:47 ist sozusagen das aktuelle Neue Forum. Das ist eine Geschichtsverdrehung, 0:53 die durch nichts zu rechtfertigen ist. Wie geht die AfD mit der deutschen Geschichte um? 1:01 Wie will sie die Erinnerungskultur verändern? Und wie groß ist der Druck auf diejenigen, 1:08 die das Gedenken bewahren? Torgau in Sachsen. 1:27 Wir sind an einem Gedenkort für nationalsozialistische Verbrechen. Wir erinnern hier insbesondere 1:34 an die Opfer der Militärjustiz der Nationalsozialisten. Der Ort, an dem wir hier stehen, das "Fort Zinna", 1:43 war im 2. Weltkrieg das größte Militärgefängnis der Nationalsozialisten. 1:47 Auf diesem Gelände haben Hunderte von Hinrichtungen stattgefunden. Daran erinnern wir im Kern hier an diesem Ort. 1:56 Wir sind verabredet mit Gedenkstätten-Leiterin Elisabeth Kohlhaas und Peter Nowack. 2:01 Er ist der Schulleiter des Torgauer Gymnasiums. Und sitzt nebenbei ehrenamtlich für die FDP im Stadtrat. 2:08 Wir treffen sie wegen eines Vorfalls mit einem AfD-Politiker. Darum geht es: 2:14 Wie jedes Jahr wird im Januar dieses Jahres in Torgau an die Opfer des Holocausts erinnert, 2:19 zum Internationalen Holocaust-Gedenktag. Kurz zuvor ging ein Bericht 2:24 der journalistischen Recherchegruppe Correctiv durch die Medien. Es ging um ein vertrauliches Treffen in einer Potsdamer Villa. 2:31 Bei dem wurde laut Correctiv über die "Remigration" von Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen. 2:39 Alle Redebeiträge haben auf dieses Potsdamer Treffen abgezielt. Das hat alle bewegt, die hier waren. Alle sind darauf eingegangen. 2:49 Auch Schüler aus Peter Nowacks Gymnasium nehmen teil. Das hat seit vielen Jahren Tradition. 2:55 2 Elftklässler halten eine Rede, die sie selbst geschrieben haben. Die haben das Ereignis in Potsdam aufgegriffen und haben appelliert, 3:04 dass der Begriff der "Remigration" aus ihrer Sicht ein unmöglicher ist. Und haben appelliert, dass es nie wieder 3:14 zu solchen dunklen Zeiten kommen dürfte. Ich habe dann hinterher in den Gesprächen mit den vielen Gästen, 3:22 die wir hier begrüßen durften, viel positive Bestätigung bekommen. Gerade in Bezug auf diese Rede. 3:29 Wie gut, wie schön, dass es junge Menschen gibt, die so ausdrücklich und engagiert für unsere Demokratie einstehen. 3:37 Und die auch hier stehen und das uns allen noch mal sagen. Die Reaktionen waren wirklich umwerfend positiv. 3:44 Bei der Gedenkveranstaltung anwesend ist auch ein regionaler AfD-Politiker: Tobias Heller. 3:51 Er war hier. Genau. Und was wissen Sie über ihn? 3:59 Ehrlich gesagt gar nichts. Er ist mir bis dahin nicht aufgefallen. 4:06 Das ändert sich wenige Tage nach dem Gedenken. Denn auf seiner Website 4:11 veröffentlicht AfD-Politiker Heller einen Text über die Veranstaltung. Er schreibt dort: 4:31 Und über die beteiligten Schüler schreibt er: Als ich das las, hatte ich zuerst die Furcht, 4:53 dass man die Schüler unter Umständen damit einschüchtert. Dass man ihnen mitteilt, 5:00 man wird die Veranstaltung nicht vergessen. Man wird auch die Redner nicht vergessen. 5:06 Und es wird eine Zeit kommen, wo man es den Menschen, die dort teilnehmen, vielleicht heimzahlt, sag ich mal. 5:16 Den drohenden Unterton, "wir werden das nicht vergessen", den kann man da ganz deutlich rauslesen. 5:26 "Wir werden das nicht vergessen. Wenn wir mal mehr zu sagen haben, dann wird sich das ändern." 5:32 Das könnte man da rauslesen oder raushören. Wie es den betroffenen Schülern damit geht, 5:38 hätten wir sie gern selbst gefragt. Aber sie möchten nicht vor unserer Kamera darüber sprechen. 5:44 Schulleiter Peter Nowack erzählt uns, wie er die Schüler erlebte, als er sie auf den Text des AfD-Politikers angesprochen hat. 5:51 Sie haben es registriert und haben sich mir gegenüber zumindest so positiv geäußert, dass sie gesagt haben ... 6:00 Also positiv ironisch, aus meiner Sicht. ... das ist doch gut, 6:04 wenn es so angekommen ist und es Reaktionen darauf gibt. Aus Sicht der Schüler. 6:10 Und dann haben wir uns noch mal verständigt. Und auch Frau Kohlhaas hat angeboten, 6:16 mit den Schülern noch mal drüber zu reden. Und seitdem sind wir zu dem Thema im Gespräch. 6:22 Worum drehen sich diese Gespräche? - Na ja ... Ich will auf keinen Fall, dass die Schüler 6:30 durch solche Äußerungen eingeschüchtert werden. Denn wir versuchen, die Schüler zu liberal denkenden 6:38 und demokratisch handelnden jungen Menschen zu erziehen. Und Meinungsfreiheit liegt uns da schon am Herzen. 6:45 Und ich bin sehr froh, dass Jugendliche den Mut finden, zu solchen Veranstaltungen zu sprechen. 6:50 Und das auch auf diesem Niveau. Ja, das finde ich enorm wichtig, 6:55 die Jugendlichen da nicht nur zu schützen, sondern sie auch zu stützen. 7:00 Und ihnen deutlich zu machen, dass das ein wichtiger Beitrag war, ihre Meinung, die sie hier sagen konnten. 7:07 Und dass Sie und wir da natürlich auch hinter ihnen stehen. Zumal in der Rede von beiden Schülern ... 7:17 Es gab ja 2 Teile. ... nicht einmal die AfD als Partei erwähnt wurde. 7:22 An keiner Stelle. Überraschend, dass die AfD sich das so angenommen hat. 7:29 Wir fragen nach bei Tobias Heller. Er sitzt für die AfD im Stadtrat von Oschatz 7:34 und tritt als Direktkandidat zur sächsischen Landtagswahl an. Was sagt er dazu, dass sein Posting als Drohung verstanden wird? 7:42 Auf unsere schriftlichen Fragen geht Tobias Heller nicht ein. Stattdessen bezeichnet er die Recherchen 7:49 der Journalisten von Correctiv als "verlogen" und "manipulativ". Heller schreibt weiter: 8:13 Unsere Nachfrage, ob es seine Absicht war, dass sein Posting als bedrohlich verstanden wird, 8:19 beantwortet AfD-Kandidat Heller nicht. Die AfD und die Verbrechen im Dritten Reich. 8:27 Immer wieder fallen AfD-Politiker durch Aussagen auf, die den Nationalsozialismus relativieren 8:33 durch "Geschichts-Revisionismus". Einige Beispiele: 8:38 Maximilian Krah, der Spitzenkandidat der AfD zur Europawahl. Er sagte einer italienischen Zeitung: 8:53 Die SS sicherte im Dritten Reich gewaltsam die Macht von Adolf Hitler. Und sie war zuständig für das System der Konzentrationslager, 9:02 in denen Millionen Menschen ermordet wurden. Schon 2017 erklärte Björn Höcke, 9:10 wie er sich das Erinnern an die Nazi-Verbrechen vorstellt. Diese dämliche Bewältigungspolitik 9:18 lähmt uns heute noch viel mehr als zu Franz Josef Strauß' Zeiten. Wir brauchen nichts anderes 9:25 als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad! *Applaus* 9:33 2018 treffen wir den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider. Er spricht über seine Vorstellung, 9:39 wie die Deutschen mit dem Holocaust umgehen sollten. Stichwort Vergangenheits-Bewältigung. 9:53 Sie möchten, dass die Erinnerungskultur ruht? Wie soll das aussehen, wenn es ruht? 10:09 Sollen die KZ-Gedenkstätten zugemacht werden? Soll es nicht mehr thematisiert werden? 10:21 War es das nicht aber doch? Heute ist Tillschneider 10:36 stellvertretender Landesvorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt. Ein weiteres Beispiel: Ralf Stadler. 10:43 Er sitzt seit 2018 für die AfD im bayerischen Landtag. Noch als Kandidat kritisierte er bei Facebook öffentlich 10:52 eine Haftstrafe für Ursula Haverbeck, die mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin. 10:57 Es sei, Zitat: Später löscht Stadler den Post. 11:17 Auf Nachfrage schreibt er uns aber, er stehe noch heute zu seiner Aussage über die wohl bekannteste Holocaust-Leugnerin Deutschlands. 11:51 Öffentlich thematisiert wird der Holocaust im bayerischen Landtag jedes Jahr zum Internationalen Holocaust-Gedenktag. 11:59 Im Januar 2019 hält Charlotte Knobloch eine Rede. Die Holocaust-Überlebende spricht über Lehren aus der NS-Zeit 12:07 und warnt vor der AfD in den Parlamenten. Dort ist heute und hier überall eine Partei vertreten, 12:18 die diese Werte verächtlich macht. Die die Verbrechen der NS-Zeit verharmlost 12:26 und enge Verbindungen ins rechtsextreme Milieu unterhält. Diese "Alternative für Deutschland" 12:34 gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung. Und steht nicht nur für mich 12:40 nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung. Noch während Knobloch spricht, 12:46 verlassen AfD-Abgeordnete demonstrativ den Saal. Ein bis dato nicht denkbarer Eklat beim jährlichen Holocaust-Gedenken. 12:59 Der Geschichts-Revisionismus in der AfD beschäftigt auch die Justiz. 13:04 Beispiel Björn Höcke. Der Thüringer AfD-Chef, zuvor Geschichtslehrer, 13:08 wurde inzwischen 2-mal zu Geldstrafen verurteilt, weil er eine verbotene Parole der SA wiederholt öffentlich verwendet hat. 13:15 Die Urteile sind nicht rechtskräftig, Höcke ist in Revision gegangen. 13:21 Schlagzeilen machten auch Aussagen von Alexander Gauland über die NS-Zeit. 13:26 2018 sagte der damalige Co-Chef der AfD: Ja, wir bekennen uns zu unserer Verantwortung für die 12 Jahre. 13:38 Aber, liebe Freunde, Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss 13:43 in über 1.000 Jahre erfolgreicher deutscher Geschichte! Es gibt noch viele weitere Beispiele, meint Steffen Kailitz. 13:54 Der Politik-Wissenschaftler forscht seit Jahrzehnten zu Extremismus und stellt fest: 13:59 Revisionistische Aussagen zum Dritten Reich seien in der AfD keine Einzelmeinungen. 14:04 Hier würde ich sagen, dass wir von der Parteilinie sprechen können. Alexander Gauland ist in der Partei nicht irgendwer, 14:11 der den Nationalsozialismus als Vogelschiss in der deutschen Geschichte bezeichnete. 14:16 Hier wird versucht, auf eine sehr lange positiv besetzte deutsche Geschichte zu verweisen. 14:22 In der es nur diese kleine Periode von 12 Jahren gegeben habe, die problematisch sei. 14:30 Schon in ihrem Grundsatzprogramm von 2016 schreibt die AfD, dass sie den Umgang mit der deutschen Geschichte verändern will. 14:38 Zitat: Dieses AfD-Grundsatzprogramm gilt bis heute. 14:58 Die Partei wolle sich von der NS-Geschichte quasi entlasten, meint Politik-Wissenschaftler Kailitz. 15:06 Das habe in der extrem rechten Szene seit Jahrzehnten Tradition. Für eine rechtsextreme Partei ist es immer in der Geschichte 15:14 der Bundesrepublik schwer gewesen, Fuß zu fassen. Aufgrund der Erinnerung an den Nationalsozialismus. 15:21 Das war eine rechtsextremistische Diktatur. Und hier spielt eine Rolle, dass man versucht, 15:29 von dieser Vergangenheit abzulenken, sie zu relativieren. Um das nicht zu sehr 15:39 in den Mittelpunkt der Diskussion geraten zu lassen. Doch was will die AfD 15:44 in Sachen Erinnerungskultur konkret verändern? Das recherchieren wir am Beispiel des Geschichtsunterrichts in Schulen. 15:51 AfD-Politiker kritisieren immer wieder, welche Inhalte im Fach Geschichte vermittelt werden. 15:58 Z.B. Denny Jankowski. Wir treffen den bildungspolitischen Sprecher 16:02 der Thüringer AfD-Fraktion im Landtag. Wenn ich Schüler frage, "Was ist Geschichte?", 16:09 kommt oft als 1. Antwort Nationalsozialismus. Und ich glaube, wenn ich sage, 16:14 "Nenn mir 5 Forscher oder Entwickler aus Thüringen", kommt oft ein Stocken. 16:20 Und wir haben ein Problem, dass wir sagen, man fokussiert sich zu sehr auf eine bestimmte Epoche. 16:26 Das war sicher die schlimmste Epoche von Deutschland. Gräueltaten ohne Ende. 16:31 Aber was wir momentan haben: Man guckt wie ein Scheinwerfer-Licht auf diese 12 Jahre. 16:37 Die restliche Geschichte ist auch breit gefächert. V.a. in Thüringen kommt das z.T. hinten runter. 16:42 Das sieht Louisa Basner anders. Die Schülerin geht in die 12. Klasse in Niedersachsen. 16:47 Sie ist die frisch gewählte Generalsekretärin der Bundes-Schülerkonferenz. 16:53 Damit spricht sie für die Schülervertretungen aller Bundesländer. 16:57 Louisa Basner findet es richtig, dass der Nationalsozialismus im Unterricht viel Raum bekommt. 17:04 Es geht ja darum, v.a. dafür zu sensibilisieren und darüber aufzuklären, was passiert ist. 17:09 Und darzustellen, wie schlimm das war, diese NS-Zeit. Darum ist es total wichtig, intensiv darüber zu sprechen. 17:17 Und ich glaube, die Schule spielt dort einen zentralen Kern. Denn dort kommen alle jungen Menschen zusammen. 17:24 Und wenn wir dort diese Erinnerungskultur reinbringen, findet eine viel höhere Sensibilisierung statt. 17:30 Und wir können dadurch einigen Problemen entgegenwirken, mit denen auch unsere Demokratie kämpft. 17:37 Louisa Basner, die sich auch bei den Jusos engagiert, sieht keine Verengung auf den Nationalsozialismus 17:44 im Geschichtsunterricht. Es gehe um viele verschiedene Themen, von der Steinzeit bis zur DDR. 17:50 Das zeigt auch unsere Recherche. Wir haben uns die Lehrpläne von allen 16 Bundesländern angesehen. 17:56 Geschichte wird ab der 5. Klasse unterrichtet. Der Nationalsozialismus ist meist in der 9. oder 10. Klasse dran. 18:04 In der Oberstufe wird das Thema oft noch mal vertieft. Darüber hinaus geht es um Antike, Mittelalter, 18:12 die Entwicklung des deutschen Nationalstaats im 19. Jh. usw. Die Bundesländer lassen in den Lehrplänen Spielraum, 18:19 welche Themen wie stark gewichtet werden. Nachfrage bei Denny Jankowski. 18:24 Wie viele Unterrichtsstunden Nationalsozialismus hält der AfD-Politiker für angemessen? 18:32 Im Lehrplan 9. oder 10. Klasse geht fast ein ganzes Schuljahr in die Richtung Nationalsozialismus. 18:38 Das sind 12 Jahre der Geschichte. - Das ist Ihnen zu viel? Es ist die Frage, ob das das wirklich widerspiegelt. 18:44 Ich habe vorher 3 Jahre und behandle ein paar tausend Jahre. Und habe dann die 12 Jahre ein ganzes Schuljahr. 18:52 Das Kapitel Nationalsozialismus nimmt sehr viel Platz ein, gerade in den höheren Klassenstufen. 18:58 Die Frage muss man diskutieren, mit den Fachlehrer-Verbänden usw. Wenn man den Lehrplan anfassen wollte, 19:03 wie weit man da evtl. Stunden reduzieren müsste. Auf eine konkrete Stundenzahl will er sich nicht festlegen. 19:10 Er fordert stattdessen, im Unterricht müsse mehr positives Heimatgefühl vermittelt werden, 19:16 mehr regionale Geschichte, mehr Nationalstolz. Was sagen Geschichtslehrer dazu, dass der Unterricht 19:24 zu sehr auf den Nationalsozialismus verengt sei? Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands schreibt uns: 19:54 Schülerin Louisa Basner und die Bundes-Schülerkonferenz finden, die Beschäftigung mit der NS-Zeit könnte noch intensiver sein. 20:02 Sie fordern einen Pflichtbesuch in einer KZ-Gedenkstätte für alle Schülerinnen und Schüler in der weiterführenden Schule. 20:10 Weil wir das als ganz wichtig ansehen, dass jeder Lernende da einmal gewesen ist. 20:16 Und wirklich gesehen hat, was dort war, was dort passiert ist. Um noch ein anderes Gefühl 20:22 und eine Sensibilisierung dafür zu erhalten. Selbstverständlich kann man das mit Büchern oder Videos behandeln. 20:29 Aber es ist ein anderes Gefühl, wenn man auch dort war. Ein Pflichtbesuch in einer KZ-Gedenkstätte: 20:36 Der AfD-Bildungspolitiker ist dagegen. Das sollte im Ermessen des Geschichtslehrers liegen. 20:42 Wenn er sagt, das passt in seinen Lehrplan rein, dann soll er es tun. 20:49 Wenn aber nicht passt ... Es ist nicht jeder Ort dicht dran an den KZ-Gedenkstätten. 20:55 Bestimmte Ortschaften in Thüringen, da ist Buchenwald gut erreichbar. Aber in anderen Bundesländern 21:01 muss ich fast eine 2-Tages-Reise draus machen. Da halte ich diese Form der Verpflichtung für ungünstig. 21:09 Neben dem Geschichtsunterricht sind es v.a. KZ-Gedenkstätten, die an die NS-Verbrechen erinnern. 21:16 In Thüringen z.B. die Gedenkstätte Buchenwald. Wie blickt man hier auf die AfD-Positionen 21:21 zum Umgang mit dem Holocaust? Jens-Christian Wagner 21:26 leitet die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Der Historiker zeigt uns das Gelände. 21:34 Was glauben Sie, was das da drüben ist, diese Mauerreste? Eine gute Frage. Das ist ja außerhalb des Zauns. 21:42 Ich habe keine Vorstellung. Das ist der Lagerzoo. - Der was? 21:46 Der Zoo, den die SS für sich eingerichtet hat. Da hat am Wochenende Picknick der SS stattgefunden. 21:54 Da haben die Kinder gespielt. Mit Blick aufs Lager. 21:57 Mit Blick nicht nur aufs Lager, sondern das ist ja vis a vis des Krematoriums. 22:02 Da rauchte der Schlot. Stank entsetzlich nach verbranntem Menschenfleisch. 22:07 Und da hat sich die SS vergnügt mit den Kindern und den Frauen der SS-Angehörigen. 22:13 Rund 500.000 Menschen besuchen die Gedenkstätte pro Jahr. Das Interesse ist groß. 22:18 Trotzdem ist Wagner in Sorge und hat den Eindruck, etwas ist ins Rutschen geraten beim Umgang mit der NS-Geschichte. 22:26 Mit dem Erstarken der AfD nicht nur in Thüringen bemerken wir einen erinnerungspolitischen Klimawandel. 22:35 Der Geschichts-Revisionismus hat extrem zugenommen. Und damit sind wir auch hier in den Gedenkstätten konfrontiert. 22:43 Durch Äußerungen von Besucherinnen und Besuchern. Durch Schmäh- und Hass-E-Mails, die wir bekommen. 22:50 Durch Kommentare unter unseren Social-Media-Posts und dergleichen. Diese Anfeindungen haben zugenommen? 22:57 Ja, die haben eindeutig zugenommen. Das muss man so konstatieren. 56.000 Menschen wurden in Buchenwald ermordet. 23:04 Jens-Christian Wagner zeigt uns das Krematorium. Der Gedenkstätten-Chef erklärt, warum das Erinnern an den Holocaust 23:13 zentral ist für das heutige demokratische Deutschland. Nicht umsonst haben diejenigen, die nach dem Krieg das Grundgesetz 23:20 der Bundesrepublik Deutschland geschrieben haben, gleich in Artikel 1 geschrieben: 23:25 "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Die Würde des Menschen und nicht nur des Deutschen. 23:30 Das ist gewissermaßen der oberste Grundsatz unserer Demokratie in Deutschland. 23:36 Und das war eine unmittelbare Lehre aus den Verheerungen des 2. Weltkrieges 23:41 und aus den Verbrechen des Nationalsozialismus. Und für diese Verbrechen steht ein solcher Ort. 23:47 Hier sollte man lernen können, was es bedeutet, wenn Demokratie und Menschenrechte nicht geachtet werden. 23:56 Jens-Christian Wagner blickt mit Sorge auf die hohen Zustimmungswerte der AfD, nicht nur in Thüringen. 24:02 Er kritisiert die Partei immer wieder öffentlich, v.a. für Aussagen zur NS-Geschichte. 24:08 Die AfD diskreditiert unsere Arbeit notorisch als "Schuldkult". Damit wird die Erinnerungskultur beschimpft. 24:16 Ständig treten AfD-Funktionärinnen und -Funktionäre mit geschichts-revisionistischen Positionen in die Öffentlichkeit. 24:25 Ich mache mir Sorgen um die Arbeit der Gedenkstätte im Besonderen und ganz allgemein um unsere Erinnerungskultur in Deutschland. 24:34 Die wird frontal angegriffen von rechts außen, aus der AfD, aber auch aus anderen Bereichen des rechtsextremen Milieus. 24:41 Und wenn diese Leute in Regierungsverantwortung kommen, muss man sich tatsächlich Sorgen machen, 24:48 ob wir unsere Arbeit so wie bisher fortsetzen können. Das schlussfolgert Wagner 24:54 nicht nur aus Reden und Aussagen von AfD-Politikern. Sondern auch aus Kleinen Anfragen, 24:59 die die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag gestellt hat. Solche parlamentarischen Anfragen muss die Gedenkstätte beantworten. 25:07 Ein Beispiel: Wir sollten auflisten, 25:10 welche Politikerinnen und Politiker in den Gedenkstätten wann, wo, wie lange geredet haben, welcher Partei sie angehörten. 25:18 Das Ergebnis war, dass unsere Verwaltung wochenlang damit beschäftigt war, diese Angaben zusammenzutragen. 25:25 Es geht also zum einen darum, Sand ins Getriebe zu streuen, uns davon abzuhalten, unsere eigentliche Arbeit zu machen. 25:32 Und das ist Bildungsarbeit. Und zum anderen geht es darum, Misstrauen gegen uns zu säen. 25:38 Gestellt hat diese Anfrage Stefan Möller. In der Thüringer AfD-Fraktion 25:43 eigentlich zuständig für Migration und Justiz. Was wollte er mit diesen Fragen bezwecken? 25:49 Möller schreibt uns: Anfang des Jahres 26:15 schreibt Möller auf der Plattform X über Jens-Christian Wagner: Nachfrage bei Möllers AfD-Fraktionskollege Denny Jankowski. 26:33 Will die AfD den Leiter der Gedenkstätte entlassen? Die Gedenkstätte hat nicht die Aufgabe, 26:40 politisch Einfluss zu nehmen. Sie muss offen stehen für alle politischen Strömungen. 26:44 Und wenn sie sagt, dass die AfD bei bestimmten Gedenktagen ausgeschlossen wird ... 26:49 Das ist nicht Aufgabe des Gedenkstätten-Leiters. Er soll sich um das kümmern, wofür er da ist. 26:55 Noch mal die Frage: Würde die AfD den Leiter der Gedenkstätte entlassen? 26:59 Der Gedenkstätten-Leiter muss neutral auch bleiben, was politisch geht. 27:04 Das ist eine Frage, die man einfach mit Ja oder Nein beantworten könnte. Ich weiß gar nicht, 27:10 wie weit der politische Zugriff auf dieses Amt ist. Wenn Sie den Zugriff hätten. 27:15 Und wenn er weiterhin versucht, sein Amt zu nutzen, um in die Politik einzugreifen, ist er evtl. eine Fehlbesetzung. 27:25 Jens-Christian Wagner weiß, dass die AfD ihn loswerden will. Dennoch bleibt er dabei: 27:31 Es gilt kein generelles Hausverbot. Aber bei Gedenkveranstaltungen in Buchenwald 27:36 sind AfD-Funktionäre nicht erwünscht. Ich glaube, es wäre ein Affront 27:42 gegenüber KZ-Überlebenden und Angehörigen. Wenn sie bei einer Gedenkveranstaltung 27:48 neben jemandem sitzen müssen, der ihr Leid verharmlost. Und auf noch etwas müssen wir achten: 27:57 Dass geschichts-revisionistische, den Holocaust verharmlosende Narrative, 28:02 nicht normalisiert werden. Und gewissermaßen auch legitimiert werden, 28:07 indem sie in Gedenkstätten geduldet werden. So was dürfen wir in Gedenkstätten nicht dulden. 28:13 So was dürfte auch außerhalb der Gedenkstätten nicht geduldet werden. Die Erinnerungskultur in Frage stellen, 28:22 weniger Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht und die Ablösung eines kritischen Gedenkstätten-Chefs. 28:29 So stellt sich die AfD offenbar den Umgang mit dem historischen Nationalsozialismus vor. 28:38 Es gibt ein weiteres Kapitel der deutschen Geschichte, das die AfD immer wieder politisch besetzt: 28:44 die DDR und die Friedliche Revolution. (Menge) Wir sind das Volk! 28:49 Allerdings geht die AfD damit anders um. Experten sehen hier keine Abwehr der Erinnerung, 28:56 wie beim Nationalsozialismus. Sondern eher eine Instrumentalisierung 29:00 und Verdrehung der DDR-Geschichte. Immer wieder nutzen AfD-Funktionäre Vergleiche mit der DDR. 29:09 Z.B. Björn Höcke, der in Nordrhein-Westfalen geboren wurde und in Hessen Geschichtslehrer war. 29:15 Er schreibt im Januar 2024: Der AfD-Landesvorsitzende in Brandenburg, René Springer, 29:29 behauptet Anfang des Jahres: Eine Gleichsetzung der Demokratie der Bundesrepublik Deutschland, 29:47 des demokratischen Rechtsstaats, mit der SED-Diktatur, ist nicht nur geschichts- wissenschaftlich unzulässig. 29:56 Sondern es entbehrt jeglichen Fakten. Entweder zeugt das von unglaublicher Geschichts-Vergessenheit 30:04 oder dem Versuch einer Instrumentalisierung von Geschichte für eine eigene politische Zielsetzung. 30:11 Wir treffen den Historiker Sven Riesel von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. 30:16 Er zeigt uns die Gedenkstätte Bautzen, wo der Unterschied greifbar ist 30:21 zwischen der heutigen Bundesrepublik und der DDR. Wir gehen mal hier weiter. Hier sind die Arrest-Zellen. 30:30 Im ehemaligen Stasi-Hochsicherheits-Gefängnis klären Historiker und Zeitzeugen darüber auf, 30:36 wie das SED-Regime und die Stasi Menschen unterdrückt haben. Viele Menschen waren hier inhaftiert, 30:44 die beim Fluchtversuch aus der DDR erwischt wurden. Sie wurden festgenommen, verurteilt und landeten in Bautzen II. 30:51 Und v.a. war dieses Gefängnis nicht nur ein Gefängnis für DDR-Bürger. 30:55 Sondern auch für viele Menschen aus der BRD oder anderer westlicher Staaten. 31:00 V.a. von Menschen, die sich als Fluchthelfer*innen betätigt hatten. 31:05 Die Stasi hat hier auch Regimekritiker und Oppositionelle eingesperrt, die Reformen wollten. 31:10 Oder Umweltaktivisten. Die Stasi war die Machtstütze der SED-Diktatur. 31:19 Es war einer der mächtigsten Repressions-Apparate und Geheimdienste weltweit. 31:24 Das muss man ganz klar hervorheben. Verglichen v.a. mit der geringen Größe der DDR, 31:30 wie viele Menschen da arbeiteten und wie dieser Geheimdienst ausgestattet war. 31:35 Die Staatssicherheit hatte viele Befugnisse. Die Staatssicherheit hat nicht nur Informationen gesammelt, 31:42 sondern auch Menschen verfolgt, festgenommen, inhaftiert, verhört. Die Staatssicherheit hat Gerichtsverfahren gelenkt 31:53 gegen Oppositionelle, gegen Regimekritiker. Sie hat die Urteile größtenteils vorgegeben. 31:59 Deshalb findet er es geschichts-vergessen, wenn AfD-Politiker Stasi-Vergleiche benutzen. 32:05 Immer wieder setzt die Partei z.B. journalistische Recherchen mit Stasi-Methoden gleich. 32:11 Über die Recherche der Journalistengruppe Correctiv zu "Remigrations-Ideen" bei einem Treffen in Potsdam 32:17 sagt Co-Parteichefin Weidel: Es ist skandalös, wenn linke Aktivisten 32:23 mit stasi-ähnlichen Geheimdienst- und Zersetzungsmethoden eine private Zusammenkunft angreifen. 32:31 Um unbescholtene Bürger abzuhören und auszuspähen. Co-Parteichef Tino Chrupalla äußerte sich ähnlich. 32:40 Sie kommen aus dem Osten, Sie kennen die Stasi. Sind das Stasi-Methoden für Sie? - Ja, absolut. 32:48 Das waren keine Journalisten, die das aufgedeckt haben. Das sind für mich ganz klar Aktivisten. 32:55 Ich komme aus dem Osten, man kann das vergleichen. Das erinnert mich an düstere Zeiten. 33:00 Schon 2019 schreibt Tino Chrupalla in einem Brief an die Mitglieder des AfD-Kreisverbands Görlitz über die Presse: 33:26 "Zersetzung", das war eine Methode der Stasi, die Chrupalla hier Journalisten unterstellt. 33:32 Ein Interview mit Tino Chrupalla kommt aus Termingründen nicht zustande. 33:37 Auf unsere schriftlichen Fragen erhalten wir von ihm keine Antwort. Auch unsere Interviewanfrage an Alice Weidel 33:45 beantwortet die AfD nicht. Auch der Verfassungsschutz wird von der AfD 33:51 immer wieder in die Nähe der Stasi gerückt. Die AfD-Fraktion im sächsischen Landtag 33:56 schrieb 2020 in einer Pressemitteilung: 2021 wird bekannt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt 34:09 vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Fraktionschef Oliver Kirchner reagiert mit einem Stasi-Vergleich. 34:16 Das erinnert mich an Zeiten von einer Diktatur, die wir hiervor hatten. 34:21 Da gab es eine Stasi, die genau das gemacht hat. Diese bemühten Vergleiche, die v.a. von rechtsextremistischen Parteien, 34:29 Kräften, Gruppierungen immer wieder angestrebt werden, sollen darauf abzielen, eine Gleichsetzung herzustellen. 34:36 Die ist aus historischer Sicht absolut unzulässig. Sie entbehrt jeglicher Fakten und sie ist auch unlauter. 34:45 Anders als die Stasi in der DDR wird der Verfassungsschutz durch die Parlamente kontrolliert. 34:51 Und sein Vorgehen kann von Gerichten überprüft werden. Das muss man noch einmal klarstellen. 34:57 Es ist kein Geheimdienst, der Menschen verhaftet, verfolgt, verhört, repressiert. 35:02 Sondern der zuvorderst Informationen sammelt. Mit dem Ziel, extremistische Kräfte in Deutschland zu identifizieren. 35:12 Immer wieder inszeniert sich die AfD als verfolgte Opposition. Und stellt sich in die positive Tradition 35:18 der Friedlichen Revolution von 1989. 2019 plakatiert die Partei Slogans wie: "Vollende die Wende", 35:28 "Friedliche Revolution auf dem Stimmzettel", "Wir sind das Volk!" und "Wende 2.0". 35:36 Alexander Gauland stellt die AfD in eine Reihe mit DDR-Bürgerrechtlern von '89. 35:45 Wie damals gehen heute unbotmäßige Bürger auf die Straße, um ihre Rechte einzufordern. 35:52 Wieder werden diese Bürgerrechtler von Schlägern verfolgt, von den Medien diffamiert und in ihren Betrieben denunziert. 36:02 Die einzige Oppositionspartei AfD ist sozusagen das aktuelle Neue Forum. 36:08 Das ist absurd. So absurd wie all diese Dinge, dass man die AfD gleichsetzt 36:14 mit den revolutionären Kräften von '89. Das Neue Forum war stark christlich, also ev.-protestantisch geprägt. 36:25 Und reformorientiert und diskursorientiert. Man wollte den Diskurs mit der herrschenden Macht haben, 36:32 um die Verhältnisse zu liberalisieren und demokratisieren. Das hat nichts damit zu tun, dass die AfD heute 36:39 unser demokratisches Staatssystem als Diktatur diffamiert. Und die herrschenden Parteien als Systemparteien und Altparteien. 36:49 Das ist eine Geschichts-Verdrehung, die durch nichts zu rechtfertigen ist. 36:54 Rainer Eckert war Bürgerrechtler und beteiligt an der Friedlichen Revolution. 37:00 Er war '89 in mehreren Bürgerbewegungen aktiv und galt der Stasi als Staatsfeind. 37:07 Rainer Eckert zeigt uns Bücher, die er als Student in der DDR nur heimlich lesen konnte. 37:15 In meinen Beurteilungen der Universität steht der ungeheure Verdacht drin, 37:20 dass ich jemand wäre, der bürgerliche Literatur liest. Das war ein Vergehen, das hatte man nicht zu lesen. 37:27 Man hatte die Standardwerke des Marxismus zu lesen. Und Kommilitonen haben mich denunziert. 37:36 "Der liest Nietzsche." War ein Vergehen. War nicht positiv für einen Geschichtsstudenten, 37:43 sondern es war ein Vergehen gewesen. Man konnte damit rechnen, 37:48 dass man wegen solcher Bücher belangt wird. Staatsfeindliche Hetze. 37:52 Auch in den Akten spiegelt sich das auch wider. Die staatsfeindliche Hetze war v.a. dann gegeben, 37:59 wenn man die Bücher weiter verborgte. Rainer Eckert wurde zwar nicht inhaftiert, 38:03 aber ihm wurde v.a. beruflich das Leben schwergemacht. In den 70er-Jahren 38:09 wurde er aus politischen Gründen der Uni verwiesen. Wie viele andere Bürgerrechtler 38:14 empfindet er es als Missbrauch der Friedlichen Revolution, wenn die AfD Slogans nutzt wie "Vollende die Wende". 38:21 Nee, ist ja Quatsch. "Vollende die Wende" heißt ja: 38:25 Es ist uns nicht gelungen, diese Freiheit zu erreichen. Ist uns aber gelungen. 38:31 Heute kann ich lesen, was ich will. Was sagen Sie dann zu diesem Slogan? - Das ist absurd, Unsinn. 38:43 Erst mal war es eine Revolution, keine Wende. Und unsere Revolution ist vollendet. 38:48 Dass AfD-Funktionäre sich heute in die Tradition der Montagsdemos und der Bürgerrechtsbewegung stellen, empört Rainer Eckert. 38:59 Es ist historisch falsch. Die Bürgerbewegung der DDR hatte andere Ziele als die AfD. 39:06 Wir wollten auch keine Menschen ausgrenzen. Unsere Ziele damals 39:11 waren Menschenrechte, Freiheit, Reisefreiheit, Ende der Diktatur. Sie haben mit den Zielen der AfD nichts gemeinsam. 39:20 Wir leben in einem Deutschland, das wir insgesamt bejahen. Und nicht, wie die AfD, 39:28 grundsätzlich umstürzen und verändern wollen. Rainer Eckert hat den Eindruck, dass zu wenige Menschen sich heute 39:36 mit dem Wesen der SED-Diktatur beschäftigen. Dass viele Menschen zu wenig darüber wissen. 39:42 Und die AfD dürfte kein Interesse daran haben, dass sich das ändert. 39:47 Weil dann Thesen wie "Heute ist alles genauso schlimm oder schlimmer als in der DDR" ... 39:54 Und diese These, diese Propaganda-Lüge, könnte man nicht aufrechterhalten, wenn man sich dezidiert 40:02 mit DDR-Verhältnissen auseinandersetzen würde. Da würden die Unterschiede ganz eklatant offenliegen. 40:11 Daran kann man kein Interesse haben. Weil man diese andere These dann nicht mehr aufrechterhalten könnte. 40:18 Das macht den Wert von Erinnerungsarbeit klar. Sie hilft, den Unterschied zu erkennen 40:24 zwischen einer echten Diktatur und einer Demokratie, die zunehmend unter Druck steht. 40:38 Copyright MDR 2024