Grundbegriffe der lexikalischen Semantik: Extension und Intension, Denotation und Konnotation Alexander Willich https://www.youtube.com/watch?v=JoCWikB6cvA Transkript (automatisch erstellt) 0:00 hallo allerseits und willkommen zu diesem Screencast in unserem semantikeminar schön dass Sie da sind nachdem wir ja bei den letzten beiden 0:11 Malen mit der Zeichentheorie oder auch Semiotik eher eine Wiederholung und Vertiefung absolviert haben geht es ab heute mit dem Kern der Semantik los denn 0:23 wir wollen uns einige Grundbegriffe der lexikalischen Semantik erarbeiten lexikalische Semantik heißt so viel weh Semantik von Wörtern es geht uns heute 0:34 und in den nächsten Screencasts und den nächsten Themen also vor allem um Wörter und deren Bedeutungen nicht um Sätze oder um 0:45 Texte für dieses Thema haben sie als literaturgrundlage zwei Auszüge aus Busses Semantik gelesen und wenn Sie diese Lektüre erledigt haben und diesen 0:56 Screencast gesehen haben dann können Sie folgende lern Ziele erreichen sie können die Begriffe Extension und Intension unterscheiden sie können die Begriffe 1:06 Denotation und Konnotation unterscheiden sie merken schon es geht heute viel um begriffsunterscheidungen dann können Sie Lesarten oder 1:18 bedeutungsvarianten von Wörtern differenzieren und Sie können Wörter nach autosemantika und synsemantika kategorisieren das sind 1:27 zwei grundsätzliche Typen von Wörtern nach nach ihrer lexikalischen Bedeutung das ist eine ganze Menge und deswegen legen wir jetzt direkt mal 1:38 los ein kurzer Überblick über das was uns heute begegnen soll zum einen schauen wir ein bisschen in die sogenannte logische Semantik und 1:47 beschäftigen uns mit ein paar Grundlagen sowie eben den schon erwähnten Begriffen Extension und Intension wir werden uns ja noch in einer eigenen Sitzung mit dem 1:57 Thema Bedeutung und Logik beschäftigen sodass der Teil zur logischen Semantik heute wirklich auch nur ein Überblick ist zum zweiten schauen wir uns ein paar 2:06 Aspekte der lexikalischen Semantik im engeren Sinne an nämlich was man unter lexikalischer Bedeutung eigentlich verstehen kann was schon erwähnt 2:16 Denotation und Konnotation ist und welche Typen von lexikalischer Bedeutung man unterscheiden kann fangen wir an mit der logischen S 2:31 die Frage was eigentlich Bedeutungen und genauer lexikalische Bedeutungen also Wortbedeutungen sind ist viel älter als die Sprachwissenschaft und schon in der 2:42 Philosophie hat man sich vor Jahrhunderten den Kopf darüber zerbrochen wenn man jetzt wirklich mal in die Semantik Forschung schaut dann 2:49 findet man zahlreiche Begriffe und Definitionen die in der Geschichte der Semantik bereits diskutiert wurden also das heißt Ersetzungen für diesen Begriff 3:00 der Bedeutung und dazu zählen z.B Abbild oder Vorstellung oder auch Begriff selbst die Begriffe Extension und Intension gehören auch dazu die werden 3:12 uns heute noch etwas näher beschäftigen man kann die mit begriffsumfang und Begriffsinhalt übersetzen auch den Begriff des Frames also Rahmens oder 3:21 allgemeiner des Schemas werden wir im Laufe des Seminars noch kennenlernen den Begriff bezeichnetes werden Sie vielleicht noch wieder erkennen manchmal 3:31 kann man Bedeutungen auch als Differenzen oder Werte verstehen wenn man sie von anderen Bedeutungen abgrenzt was man vor allen Dingen in der 3:40 merkmalsemantik Macht wo Bedeutungen als merkmalbündel oder merkmalmengen verstanden werden auch die prototypensemantik werden wir noch 3:50 genauer kennenlernen ein verwandtes Konzept ist das der Stereotypen und schließlich wenn wir ein wenig in Richtung Pragmatik schauen kann man 3:58 Bedeutungen auch als Gebrauch oder Gebrauchsweise verstehen diese Vielfalt an Begriffen und an Ersetzungen für diesen Begriff Bedeutung wollen wir an 4:08 dieser Stelle aber gar nicht weiter vertiefen sie können einige der Details bei Busse ganz gut nachlesen wichtig ist nur dass man den Begriff der Bedeutung 4:17 eben meist durch einen dieser Begriffe hier zu ersetzen versucht hat was nicht ganz unproblematisch ist warum na ja wenn man Schwierigkeiten hat einen 4:27 Begriff ordentlich zu definieren dann bringt es nicht viel ihn einfach durch einen anderen Begriff zu ersetzen dessen Definition dann auch wieder schwierig 4:37 ist wie auch immer ich habe ihn ja angekündigt dass wir uns zunächst mit der logischen Semantik beschäftigen was ist jetzt das übergeordnete Ziel der 4:47 logischen Semantik es ist die Schaffung einer logischen konstruktsprache oder auch idealsprache 4:55 als ein Ersatz für die alltägliche Normalsprache warum sollte man das überhaupt tun die Idee dahinter ist dass die wkeit der 5:06 Normalsprache durch exakte Begriffe ersetzt werden soll und da wir in der Sprachwissenschaft ja immer mit Sprache über Sprache sprechen könnte man auf die 5:15 Idee kommen für diese Normalsprache über die wir sprechen eine konstruktsprache zu entwickeln damit nicht mit denselben Begriffen über die Begriffe geredet 5:26 werden muss die man analysieren möchte die normal Sprache soll dabei möglichst vollständig in die konstruktsprache übersetzbar sein und die 5:35 konstruktsprache soll durch eine mathematische Logik möglichst widerspruchsfrei eindeutig und logisch durchstrukturiert sein falls Sie jetzt 5:44 aber befürchten dass wir hier mathematische Logik anwenden kann ich Sie beruhigen das werden wir nicht tun zum Verständnis was die logische 5:52 Semantik eigentlich möchte ist es aber wichtig von dieser Zielsetzung zu wissen das ganze soll jetzt schließlich dazu führen dass der Wahrheitswert eines 6:01 Satzes in der Normalsprache beim Ersatz in die konstruktsprache erhalten bleibt man muss sich also immer Fragen unter welchen Bedingungen die Ersetzung der 6:11 Normalsprache durch die konstruktsprache gestehen muss damit dieser Wahrheitswert erhalten bleibt falls Sie jetzt mit diesem Begriff Wahrheitswert noch nichts 6:20 anfangen können auch keine Sorge wir werden uns damit in der Sitzung zum Thema Bedeutung und Logik noch etwas näher beschäftigen für jetzt sollen 6:27 diese theoretischen Überlegungen aber erstmal reichen die beiden wichtigsten Begriffe der logischen Semantik die zurückgen auf 6:38 einen Forscher namens Rudolf karnab sind und die habe ich schon erwähnt Extension auf der einen Seite und Intension auf der anderen Seite wir haben uns ja 6:49 gerade schon kurz angeschaut dass man Extension mit begriffsumfang übersetzen kann und Intension mit Begriffsinhalt aber was heißt das jetzt 7:03 konkret unter Extension kann man die Klasse oder auch Menge aller Gegenstände verstehen auf die ein Ausdruck aufgrund seiner Achtung Intension angewendet 7:15 werden kann einfach formuliert heißt das die Extension umfasst alle Gegenstände und Dinge auf die man sich mit einem Ausdruck beziehen kann man sagt auf die 7:25 der Ausdruck referieren kann und unter der intenion versteht man die Menge der inhaltlichen Merkmale oder Eigenschaften von Gegenständen und Dingen also das was 7:38 man dingeigenschaften begriffsmerkmale oder Qualitäten nennen könnte diese Merkmale werden in der Regel auch als semantische Merkmale im Sinne der 7:49 merkmalsemantik beschrieben schauen wir uns das ganze mal an einem Beispiel an genauer an 7:57 einem Beispiel welche Ausdrücke kennen sie noch für diesen Gegenstand hier das soll der Planet Venus 8:07 sein komische Frage oder es gibt dafür nämlich vor allen Dingen zwei Ausdrücke Morgenstern und Abendstern es gibt also zwei Ausdrücke 8:18 mit denen man sich auf denselben Gegenstand beziehen kann die also auf denselben Gegenstand referieren also die Extension dieser 8:27 beiden Ausdrücke ist relativ einfach zu fassen nämlich na ja Planet Venus die Extension dieser beiden Ausdrücke ist also gleich die Intension aber nicht 8:38 deswegen gibt's diese zwei Ausdrücke denn mit dem Ausdruck Morgenstern hebt man hervor dass die Venus ein Planet ist der am Morgen 8:48 sichtbar sein kann man bezieht sich damit also auf genau diese Eigenschaft genau dieses Merkmal und mit dem Ausdruck Abendstern hebt man hervor dass 8:56 die Venus ein Planet ist der am Abend sichtbar ist man bezieht sich jetzt also auf diese Eigenschaft auf dieses Merkmal das heißt dann die Intension dieser 9:06 beiden Ausdrücke die ist verschieden hier Intension 1 und Intension 2 habe ich das mal genannt aber wie wir gerade schon gesehen haben die Extension dieser 9:16 beiden Ausdrücke die ist gleich denn die beziehen sich ja immer auf den Planeten Venus soweit so 9:26 klar noch mal zusammengefasst die Ausdrücke Morgenstern und Abendstern verweisen also referieren zwar auf denselben Gegenstand nämlich den 9:34 Planeten Venus sind aber trotzdem nicht völlig bedeutungsidentisch die Intension also der Begriffsinhalt der beiden Ausdrücke ist verschieden aber die 9:43 Extension also der begriffsumfang der beiden Ausdrücke ist gleich wir sehen daran aber auch die intenensionen der beiden Ausdrücke sind nicht direkt aus 9:52 ihren Extensionen allein erschließbar denn sie sagen ja sehr spezifische Dinge über den Gegenstand aus sie generieren also ein mehr an Bedeutung wenn man so 10:04 möchte dass über diese Extension hinausgeht und wir sehen auch dass die intenensionen der beiden Ausdrücke über die Referenz also die Bezugnahme auf 10:14 einzelne Dinge wie eben den Planeten Venus oder bei anderen ausdrücken auch ganze Mengen von Gegenständen hinausgeht und sich nicht darüber also über die 10:24 Extensionen erschöpfend erschließen lassen die Intensionen sagen also mehr aus als nur etwas über die Eigenschaften des Planeten Venus wie z.B über seinen 10:36 Durchmesser seine Masse oder die Neigung seiner Bahnebene und das ist genau der Grund warum man eben nicht einfach Venus sagt sondern Morgenstern oder 10:47 Abendstern okay damit hätten wir auch schon unseren Blick in die logische Semantik beendet und wir atmen einmal kurz durch und 10:58 können dann zu lexikalischen Semantik übergehen der wichtigste Begriff innerhalb der lexikalischen Semantik ist der Begriff der lexikalischen Bedeutung 11:09 den man ganz einfach mit Wortbedeutung übersetzen kann also immer wenn sie das Adjektiv lexikalisch hören dann geht es um einzelne Wörter und nicht um Sätze 11:18 oder um Texte oder um dergleichen lexikalisch sagt hier also einerseits aus wie der Begriff auf den Gegenstand den er beschreiben soll bezogen ist 11:26 nämlich eben auf Wörter also Einheit des Lexikons deswegen lexikalisch lexikalisch heißt jetzt andererseits aber auch dass es um die 11:37 Abstraktion konkreter Bedeutungen hin zu einer allgemeinen einheitlichen Bedeutung geht denken sie noch mal zurück an die Unterscheidung zwischen 11:45 aktuellen und virtuellen Zeichen oder zwischen Token und types die wir schon kennengelernt haben oder noch mal vertieft haben es geht ja also um die 11:54 Rekonstruktion von types aus Token weil man das wissen Sie vielleicht noch types als solche ja nicht beobachten kann sondern eben nur Token darauf kommen wir 12:05 gleich auch noch zurück und nicht nur types sind wie wir in der Semiotik gesehen haben eigentlich gar nicht wirklich existent sondern auch 12:15 Bedeutungen selbst denn Bedeutungen sind nichts anderes als wissenschaftliche Konstrukte die existieren nicht wirklich es gilt also nicht die sogenannte 12:26 existenzprämisse dass das womit man sich in der beschäftigt auch wirklich real existiert um es philosophisch auszudrücken ist der 12:35 realontologische Status von Bedeutungen also fraglich denn Bedeutungen beruhen allein auf Definitionen und theoretischen 12:44 Eingrenzungen das ist der Grund warum Bedeutungen auch so der Heilige Gral sind denn man bekommt die in der Regel nicht zu Gesicht und kommt nur schwer an 12:52 sie heran die sind also durch wissenschaftliche und lexikographische Tätigkeiten also das Stellen von Wörterbüchern erzeugte Phänomene und das 13:02 müssen wir uns in der Semantik immer wieder vor Augen halten jetzt aber mal zu den Begriffen Denotation und Konnotation unter 13:13 Denotation oder denotativer Bedeutung versteht man die neutrale Kernbedeutung eines Wortes was das genau heißt sehen Sie wenn wir uns jetzt anschauen was man 13:23 unter Konnotation oder konnotativer Bedeutung versteht darunter versteht man sowas wie die Nebenbedeutung zusätzlich zu der Denotation die sowas wie na ja 13:34 bewertende Bedeutungen oder bedeutungsaspekte oder emotionale Bedeutungen oder bedeutungsaspekte umfassen kann die Denotation ist also 13:43 hinsichtlich dieser bewertenden oder emotionalen Bestandteile neutral während solche bewertenden oder emotionalen Aspekte dann zur Konnotation 13:53 gehören bleiben wir für einen Moment mal bei der Denotation und da wir ja bei lexikalischer Semantik sind geht es um die Denotation von Wörtern Wörter können 14:02 unterschiedliche teilbedeutungen haben man sagt sie haben mehrere Lesarten ein Wort kann also mehrere Bedeutungen mehrere Lesarten haben und das gilt 14:12 insbesondere für sogenannte polyseme also mehrdeutige Wörter der Begriff der Polysemie wird uns auch später in diesem Seminar noch mal 14:22 begegnen dazu kommt aber noch dass Wörter nicht nur Bedeutungen haben können die für alle Sprecherinnen gleich sind sondern unterschiedliche 14:30 Sprecherinnen können über unterschiedliche Mengen von teilbedeutungen verfügen ich bin mir sicher sie sind schon mal auf ein Wort 14:38 gestoßen von dem sie nicht wussten dass es noch eine andere Bedeutung hat als die die sie schon kannten genau das ist damit gemeint und darüber hinaus kann 14:47 sich eine einzelne Lesart in unterschiedliche Verwendungsweisen aufgliedern die man bei Verben z.B an unterschiedlichen valenzeigenschaften 14:56 beobachten kann Valenz bedeutet dass ein Wort mit mit einer gewissen Anzahl und Art weiterer Satzglieder weiterer Elemente im Satz vorkommt wir sehen uns 15:05 gleich ein Beispiel an das Beispiel das wir uns ansehen ist auch ein Verb nämlich das Wort schreiben wenn man im DVDs im digitalen Wörterbuch 15:17 der deutschen Sprache mal nachschlägt dann findet man für das Werb schreiben vier grobe Lesarten Lesart 1 wird umschrieben als Zeichen Schriftzeichen 15:27 besonders Buchstaben Zahl Noten in einer bestimmten Form und Reihenfolge zu Papier bringen schriftlich niederlegen les A2 wird beschrieben als 15:37 etwas Sinnvolles einen Text in seinem Zusammenhang schriftlich niederlegen na ja nicht ganz anders als Lesart 1 Lesart 3 ist schriftstellerisch 15:48 künstlerisch tätig sein und Lesart 4 ist eine bestimmte Schreibweise haben worin die genauen Unterschiede zwischen diesen Lesarten liegen soll soll uns jetzt 15:59 nicht weiter interessieren was aber daran sichtbar wird ist dass das Verb schreiben eben polyseem ist also mehrere Lesarten mehrere teilbedeutungen mehrere 16:08 bedeutungsvarianten hat nehmen wir mal ein anderes Beispiel für ein polysemes Wort nämlich wieder einen Beispiel Klassiker das Wort Schule 16:20 sie können das Nomen Schule in der Bedeutung abstrakte gesellschaftliche Institution verstehen wie in die Schule hat sich im 21 jahrhundert stark 16:30 verändert oder in der Bedeutung Unterrichtssituation wie z.B die Schule geht heute bis 15 Uhr oder Sie können eine konkrete einzelne Schule damit 16:39 bezeichnen wie in die Schule feiert ihr 50-jähriges Jubiläum und Sie können natürlich Schule als Gebäude verstehen wie in die Schule muss dringend saniert 16:53 werden das soll jetzt aber zum Thema Denotation erstmal gewesen sein kommen wir noch auf Konnotation zu sprechen Konnotationen oder auch Nebenbedeutungen 17:02 sind oft durch unterschiedliche Stilebenen man sagt auch Register einer Sprache zu erklären was heißt das man kann auf dasselbe Objekt je nach 17:11 Situation Kontext oder einer gewünschten stilistischen Wirkung mit unterschiedlichen Wörtern verweisen referieren und solche 17:18 Bedeutungsunterschiede die jetzt nicht notwendigerweise unterschiedliche Lesarten produzieren sind Konnotationen gucken wir uns mal ein 17:27 paar Beispiele an und hier sollen uns mal ein paar Typen von Konnotationen interessieren es gibt sicherlich noch mehr als die die wir 17:34 jetzt sehen werden aber wir beschränken uns mal auf diese es gibt emotionale Konnotationen z.B wenn Wörter besonders scherzhaft ironisch spöttisch zärtlich 17:44 oder auch abwerten verwendet werden wie bei Blechbüchse für ein Auto Haudegen für einen bestimmten Menschen Fellnase für 17:54 einen Hund oder Klopper für was auch immer es gibt kommunikative Konnotationen wenn Wörter in besonders ungezwungenen Kontexten oder 18:04 umgangssprachlich salop offiziell oder förmlich verwendet werden wie ausrasten Pappnase oder Vermählung dann gibt es funktionale 18:15 Konnotationen die etwa in administrativen oder fachsprachlichen Kontexten vorkommen z.B bei Wörtern wie Postwertzeichen oder einfach Briefmarke 18:27 Entgeld intra venös oder Gefahrübergang dann haben wir soziale Konnotationen die bestimmte Jargons markieren oder z.B in familiären 18:38 Kontexten oder in der Jugendsprache vorkommen wie z.B 17er Bäuerchen oder Ehrenmann und dann gibt's noch regionale Konnotationen die sie dann finden wenn 18:50 man z.B in einer Region Brötchen sagt in der anderen Region weckli oder Schrippe oder Semmel oder rundstück 19:01 es gibt auch zeitliche oder historische Konnotationen z.B bei Wörtern die veraltet sind wie Steckenpferd wissen Sie was das bedeutet weiland kehicht 19:11 oder Bandsalat kennt wahrscheinlich auch niemand mehr heutzutage es gibt Konnotationen die eine gewisse kommunikationsabsicht oder Modalität mit 19:20 sich bringen z.B besonders höflich oder im Gegensatz grob wirken wie gestatten sie mit Verlaub oder halt Maul und schließlich könnte man noch politische 19:31 Konnotationen unterscheiden z.B wenn Wörter besonders typisch für den Wortschatz der DDR sind wie Staatssicherheit oder 19:42 Kaufhalle schließen wir nun mal die Frage was lexikalische Bedeutungen sind ab lexikalische Bedeutungen sind immer auf typeebene verortet also auf der 19:52 Ebene der Long man sagt auch Kompetenz denn nur auf dieser typeebene sind Bedeutungen als ein und geschlossen anzusehen weil es auf der tokenbene ja 20:02 eine viel größere Varianz gibt wichtig ist zu sehen dass konkrete sprachliche Vorkommen auf tokenbene verortet sind also auf Ebene der parol oder auch 20:12 Performanz genannt unterschiedliche Token haben jeweils unterschiedliche Bedeutungsnuancen um noch ein anderes Beispiel mal zu nennen gibt es einen 20:23 Bedeutungsunterschied zwischen unterschiedlichen Flexionsformen eines Verbs wie zum Z be abfahren also ich fahre ab du fährst ab 20:33 er sie es fährt ab und so weiter auch wenn diesen Formen dann nur ein einziges Verb als Type zugrunde liegt und schließlich können gewisse 20:43 Bedeutungsnuancen wenn sie auf tokenbene häufig genug vorkommen wenn Sie eine hohe Frequenz haben sagt man auch auch zu neuen Lesarten führen auf typeebene 20:54 vielleicht haben Sie in unserem schreibenbeispiel von eben die Lesart jemandem Schreiben im Sinne von jemanden per Chat kontaktieren vermisst und 21:04 sicherlich könnte man diese Bedeutung von schreiben schon als neue Lesart verstehen die interessanterweise noch keinen Eingang in das dwds gefunden 21:12 [Musik] hat eine letzte Unterscheidung die wir uns noch anschauen müssen betrifft zwei wesentliche Typen von lexikalischen 21:21 Bedeutungen nämlich autosemantika auf der einen Seite und syndensemantika auf der anderen Seite Autos tiker nennt man auch kategorimatische Wörter oder 21:32 selbstbedeuter und synsemantiker nennt man auch syndkategorimatische Wörter oder mitbedeuter was heißt das 21:41 genau autosemantiker besitzen eine vollständige und begriffliche Bedeutung sie verweisen also referieren auf bestimmte Gegenstände Sachverhalte 21:51 Zustände oder Vorgänge und dazu zählen vor allem Nomen Verben und Adjektive die man manchmal auch inhaltswörter oder Hauptwörter nennt Beispiele sind sowas 22:01 wie Fahrrad Konzert lernen oder kalt da können wir uns ja sehr konkrete Dinge drunter vorstellen sündensemantiker hingegen 22:13 definiert man in der Regel so dass die nicht auf bestimmte Gegenstände Sachverhalte Vorgänge oder Zustände referieren dazu gehören dann 22:21 Konjunktionen Präpositionen manche Adverbien Pronomen oder Artikel diese Wörter nennt man des deswegen gerne auch funktionswörter beziehungswörter 22:31 grammatische Wörter oder nebenwortarten eben weil sie eine gewisse Restklasse bilden und mit den traditionellen Mitteln der lexikalischen Semantik nicht 22:42 in ihren Bedeutungen so wirklich erklärbar sind also was ist die Bedeutung des adverbs damit oder der Präposition auf das ist schon sehr viel 22:50 schwerer zu beschreiben als zu beschreiben was die Bedeutung eines Wortes wie Fahrrad ist 22:58 und schließlich müssen wir wohl noch eine Unterscheidung in wörtliche und übertragene Bedeutungen treffen wenn man in der Regel von lexikalischer Bedeutung 23:07 spricht dann meint man damit die wörtliche Bedeutung also z.B das Wort Kopf bedeutet s viiel wie oberster als Sitz des Gehirns und Zentrum der 23:16 Sinnesorgane wichtigster Körperteil des Menschen und der Tiere oder das Wort Stadt bedeutet größere geschlossene Siedlung die das wirtschaftliche 23:24 gesellschaftliche und kulturelle Zentrum eines Gebiets darstellt und davon unterscheiden muss man aber übertragene indirekte und nichtwörtliche Bedeutungen 23:33 z.B wenn sie mit Kopf metaphorisch die kurze Seite eines Tisches meinen oder Stadt metonymisch für Stadtverwaltung steht wie in die Stadt hat in diesem 23:44 Jahr die Müllgebühren erhöht oder sowas aber auch zu diesen metaphorischen und metonymischen Prozessen werden wir im Laufe des Seminars noch 23:55 kommen so damit belassen wir es jetzt aber auch wirklich bei den Grundbegriffen der lexikalischen Semantik natürlich bis auf 24:07 die präsenzsitzung und das Tutorial und die semantic Challenge dazu dabei wünsche ich Ihnen jetzt an dieser Stelle schon einmal viel Spaß und Erfolg wir 24:16 sehen uns wie immer in der präsenzsitzung zu diesem Thema wieder bis dahin machen sie es gut