Gesetzliche Sozialversicherung einfach erklärt (explainity® Erklärvideo) explainity ® Erklärvideos https://www.youtube.com/watch?v=HfACZuLfUMA Transkript (automatisch erstellt) 0:10 Peter aus Brünnstadt in Bayern und Johnny aus Wisconsin kennen sich eigentlich nicht. Dennoch ist Johnny 0:16 ziemlich neidisch auf Peter – warum? Peter lebt in einem Sozialstaat, in dem man z.B. gegen 0:22 Krankheit oder Arbeitslosigkeit finanziell abgesichert ist. Johnny dagegen hat im Vergleich zu Peter wenig Sicherheiten, 0:30 vor allem wenn er mal arbeitslos oder krank werden sollte, sieht es gar nicht gut aus! Aber warum ist das eigentlich so? 0:37 Peter hat immer gut im Geschichtsunterricht aufgepasst und weiß daher, dass Bismarck, das ist der Mann mit dem 0:44 komischen Helm hier, schon sehr früh angefangen hat, in Deutschland Sozialversicherungen einzuführen: die Kranken-, 0:50 Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Als Nachzügler kam dann noch die Pflegeversicherung hinzu. 0:56 Diese fünf Versicherungen bilden die Säulen unseres Sozialversicherungssystems in Deutschland. 1:02 Das Fundament dieses Systems ist das Solidaritätsprinzip: Das besagt: Je mehr eine Person verdient, desto höhere Beiträge muss sie zahlen. 1:10 Peter z.B. arbeitet in einer Dosenfabrik und verdient weniger als sein rechter Nachbar Udo. Der ist nämlich ein hohes Tier 1:18 in der Brünnstädter Bank und muss daher mehr Beiträge zahlen als Peter. Dennoch sind Peter und Udo gleich abgesichert. 1:26 Peters linker Nachbar, Herr Otto, ist schon sehr alt und kann nicht mehr arbeiten. Er bekommt eine kleine Rente. Herr Otto wird also von den Beiträgen 1:35 der jüngeren Mitglieder der Gesellschaft wie Udo und Peter finanziert. Und wenn Peter und Udo einmal alt sind, werden auch sie von den Jüngeren gestützt. 1:44 Dieser Vertag zwischen Jung und Alt heißt Generationenvertrag und ermöglicht unsere soziale Sicherung. Als Peter am Morgen jedoch in seinem 1:52 Briefkasten schaut merkt er, dass doch nicht alles Gold ist was glänzt, denn er findet einen Brief seiner Krankenkasse. 1:59 Er soll jetzt zusätzlich zu seinen regulären Beiträgen noch Zusatzbeiträge zahlen! Peter wundert sich und geht 2:06 zu seinem Nachbarn Udo, der kennt sich ja schließlich mit Geld aus! Udo weiß, dass das Sozialversicherungssystem in 2:13 Deutschland generell drei große Probleme hat und erklärt Peter diese an Hand der gesetzlichen Rentenversicherung: Erstens gibt es 2:21 immer mehr alte und immer weniger junge Leute, da die Geburtenrate sinkt. Das ist ein Problem: Noch in den 50er Jahren mussten drei Arbeitnehmer 2:30 einen Rentner finanzieren, 2030 wird ein Arbeitnehmer alleine fast einen ganzen Rentner finanzieren müssen. Außerdem ist die Medizin heute so gut 2:41 entwickelt, dass alte Leute noch viel älter werden. Das ist ja eigentlich sehr schön, aber alte Menschen kosten einfach ein bisschen mehr Geld, 2:48 denn sie brauchen eine Rente und sind nicht mehr so gesund wie junge Menschen, sie müssen also viel öfter zum Arzt. Dies wird von den Krankenkassen bezahlt. 2:57 Das zweite Problem ist, dass meist die Menschen, die viel Geld verdienen und daher viel Geld in die Kassen einzahlen würden genau das nicht tun! 3:07 Berufsgruppen wie Ärzte, Soldaten oder Beamte haben nämlich ihre eigenen Alterssicherungssysteme! Und alle anderen Vielverdiener müssen 3:16 nur bis zu einer bestimmten Grenze ihres Einkommens Beiträge zahlen, nämlich bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. 3:24 Das dritte Problem sieht Udo in der Politik: Denn Politiker in einer Demokratie wollen ja wiedergewählt werden, es hat also keiner so wirklich Lust 3:33 die nötigen aber unpopulären Reformen auf den Weg zu bringen, denn die würden heißen: höhere Beiträge, aber weniger Leistung! 3:41 Und dass dringend etwas getan werden muss, dass kann Udo an den Krankenkassen verdeutlichen: diese gehen nämlich reihenweise 3:48 pleite und müssen sich zusammenschließen, um Kosten einzusparen. Wenn also nichts getan wird ist unser Sozialversicherungssystem 3:56 in ziemlicher Gefahr. Zum Schluss gibt Udo Peter einen Rat: Peter sollte sich vielleicht einfach ein Sparschwein anlegen 4:02 und privat ein wenig Geld auf die Seite legen, denn er kann sich nicht unbedingt darauf verlassen, dass er ausreichend Unterstützung bekommt, 4:09 wenn er einmal so alt ist wie Herr Otto von nebenan. Peter denkt sich: Zusatzbeiträge an die Krankenkasse zahlen 4:16 und ein persönliches Sparschwein für seine spätere Rente anlegen, das ist ganz schön viel verlangt. Er fühlt sich aber noch ein bisschen 4:24 sicherer als Johnny aus Wisconsin.