Die Frühgeschichte des Bürgertums / Volker Reinhardt / Jonas Hopf Jonas Hopf https://www.youtube.com/watch?v=GMWYuel1n4E Transkript (automatisch erstellt) 0:00 zum Ende des Mittelalters habe ich mir mal drei Punkte notiert zu denen ich gerne ein paar Fragen stellen würde der der erste Punkt des erstmal dass es 0:09 dass das Bürger an Einfluss gewinnen auf die Politik ohne dem Adel anzugehören wie schaffen die das durch Geld das heißt der Handel und das frühe Bankwesen 0:20 bricht irgendwie das Mittelalter auf also Stichwort deutsche Hanse oder italienische handelsstätte wie Venedig wo fängt er für sie das Bürgertum an 0:32 oder wo wo fängt die Geschichte des frühen Bürgertums an gut wir müssen ja sicher unterscheiden also wir haben bis zur französischen 0:39 Revolution ein sogenanntes alt-ständisches alt-europäisches Bürgertum dass sich unterhalb des Adels an einem bequemen Nischen Platz 0:47 eigentlich ganz wohl fühlt Ärzte juristenverein Notar Rechtsanwälte Mediziner revolutionär Gebärden die sich erst nach 0:55 1750 im Zeitalter der Aufklärung sie sprechen allerdings ein vielschichtigen Prozess an ein Prozess den wir sozialhistorie 1:06 Eliten elitenergänzungs oder auch elitenablösungsprozesse sie haben vollkommen recht im 15 16 Jahrhundert kommen neue Familien nach 1:15 oben die in Handel Großhandel Textilgewerbe reich geworden sind genetische sind so ein rote Beispiel sie sind durch das Bankgewerbe 1:25 unermesslich reich geworden so reich dass sie sich quasi ihre Stadt ihre Netzwerke ihre Gefolgschaft ihre Anhänger kaufen können wir haben diese 1:35 Phänomene in allen europäischen Städten Alter Adel wird abgelöst stirbt aus keine Familie lebt ewig neue Familien steigen auf die ursprünglich Handwerker 1:45 oder Kaufleute gewesen sind aber diese Aufsteiger haben nichts einige was zu tun als ich selber ardlich zu 1:52 kostümieren sich einen von vor den oder die vor den haben zu stellen und eigentlich zu leben also Bürgerlichkeit ist etwas was man so schnell wie möglich 2:03 abstreifen möchte in dieser Zeit um in den Adel aufzusteigen und das gelingt sehr vielen Familien man muss dann weniger Steuern bezahlen wenn man zum 2:11 Adel gehört man kann Offiziers Stellen in der Armee besetzen man hat Anspruch auf Führungspositionen in der Kirche all das ist im Wesentlichen dem Adel 2:19 vorgehalten also wir haben immer wieder im 14 15 16 Jahrhundert solche aufstiegsprozesse ein schönes Beispiel ist mein Lieblingsmensch der Neuzeit 2:29 Michelle montanier der kluge französische Philosoph der unnachahmlich tiefgründige Beobachtung zum Menschen getroffen hat 2:39 sein urosvater hat noch mit Fischen und Farbstoffen gehandelt aber er tut so als wenn er immer ein edelmark gewesen sei das gelingt dieser Zeit also das 2:51 Bürgertum möchte adelig werden ab der Mitte des 18 Jahrhunderts ist man da noch einmal stolz darauf und verachtet den Adel behauptet das zumindest und 3:01 beansprucht selbst die Führungsposition im Staat aber vorher möchte man eigentlich so schnell wie möglich aus dieser Bürgerlichkeit aus dem Bürgertum 3:09 wieder heraus das heißt das was so im späten Mittelalter beginnt ich sag mal den Anführungszeichen die frühen Bürger wollen keine eigene Schicht bilden und 3:19 irgendwie die Macht übernehmen das passiert erst Jahrhunderte später sondern sie beeilen sich so schnell wie möglich auch zum Adel dazu zu gehören 3:27 schauen Sie nach Augsburg die Fugger an Jakob der reiche war am Anfang der 16 Jahrhundert wahrscheinlich tatsächlich der reichste Mann Europas aber das 3:40 Bankgewerbe ist gefährlich geworden es hängt zu sehr von politischen umschwingen Umstürzen Konjunkturen ab 3:49 man investiert in mächtige und die sind dann auf einmal nicht mehr mächtig das haben die Medici erleben müssen mit dem Herzog von Burgund deswegen wollen die 3:57 Reichen Bank hier ist auch so schnell wie möglich in den Adel den Fuggern der Familie Vogel ist doch wunderbar gelungen man steigt in den 4:04 in den Adel auf wenn man hat Helfer dabei man hat Kaiser Karl dem fünften seine wahlfinanzierte da musste seine Wähler 4:14 kräftig bestellen die Vorgaben geholfen und dann hilft eben auch der Krise wenn man in den Adel möchte das ist tatsächlich ein durchgehender Prozess 4:23 einfach deswegen weil der Adel eigentlich alle Aufstiegschancen monopolisiert sie haben jetzt gerade dass das 4:32 Bankwesen genannt welche Möglichkeiten gibt es denn am Ende des Mittelalters noch um um reich zu werden die es im frühen Mittelalter noch nicht gab 4:42 die klassischen Metiers Großhandel ein besonders erfolgreicher Kaufmann der in 4:54 meinem testbuch auch eine gewisse Zeitzeugen Rolle spielt hat das vorgemacht was brauchen Menschen immer das hat er sich ganz klug überlegt es 5:02 wird immer Krieg geben die Menschen sind nicht friesartig also Waffenhandel ist ein tolles Geschäft die Menschen werden sich immer betrinken Alkohol ist eine 5:12 ewigkeitserscheinung Weinhandel ist ein gutes Geschäft die Menschen sind fromm also mit Devotionalien handeln also wenn man diese Geschäfte klug 5:22 Betrieb und international betritt dann konnte man sehr sehr viel Geld verdienen eben auch noch mit der Bank das bankgewerbegerät zu ab 1500 zunehmend in 5:32 die in die Krise aber vorher konnte man da sehr reich werden man konnte das auch unspektakulärer tun im lokalen regionalen Rahmen wenn man 5:43 Getreideprodukten handelte essen müssen die Menschen ja auch immer ein Brot ist das Nahrungsmittel Nummer eins mehr auf die Hälfte eines Familienbudgets 5:52 einfacher Leute wird für Brot ausgegeben also da konnte man sich [Musik] aktiv umtun und man konnte viel Geld 6:00 verdienen also Bankiers Großhändler und Textilunternehmer ja das ist die Formel 6:12 keines dieser Gewerbe ist völlig sicher sind alle etwas krisenanfällig wolle beziehen die italienischen Textilproduzenten des 14 jahrhunderts 6:20 für ihre luxusklamotten und das mal etwas salopp zu sagen aus England da gibt es die vielen Schafe die Wolle wird also über den Kanal auf Festland 6:31 und dann nach Italien transportiert der englische König ist zugleich hoch verschuldet bei den großen florentinischen Firmen da kommt der 6:39 Schock bezahlt seine Schulden nicht mehr er fängt auch ein Wollstoff also wie die heutige Weltwirtschaft ist diese Globalisierung 6:52 aber die reichen haben sich insgesamt doch ganz gut aus der Affäre zu ziehen jetzt fragt man sich natürlich warum am Ende des Mittelalters Dinge möglich 7:01 waren die am Anfang des Mittelalters noch nicht möglich waren hängt das irgendwie mit mehr Kontakten mit mit anderen Teilen der Welt zusammen also 7:09 hängt das zusammen mit mit den Kreuzzügen und den mongolischen Großreichen die er dann auch einen Kontakt mit China herstellten und so 7:17 weiter es sind das die Gründe im Großen und Ganzen schon ja also folgen wir hier dem Bahn berechnen Historiker Voltaire der 7:28 in den urwörtern seiner großen historischen Werke tatsächlich zu einer Theorie aus entwickelt und darstellt so ab etwa 1500 7:38 beginnt die Welt sich zu vernetzen die erste Weltumsegelung findet statt neue Länder werden erschlossen neue Handelswege werden geöffnet 7:53 Europa entdeckt dass es noch andere Welten gibt damit steigt die unternehmungslos und das für voltair alles entscheidende Prinzip ich 8:08 glaube er hat Recht damit die Konkurrenz die Rivalität belebt nicht nur das Geschäft sondern auch die Kultur der Druck der Buchdruck wird erfunden 8:17 Texte können auf einmal viel schneller die Runde machen während der Reformationszeit gibt es Hunderttausende von Flugschriften also es bewegt sich 8:25 etwas bei 1500 wenn wir noch mal auf das Ende des Mittelalters schauen da fällt dann ja dann eher die deutsche Hanse ein oder 8:36 die die Kreuzzüge und die die handelsstätte Venedig Genua mit dem Nahen Osten auch da bewegt sich bereits einiges also dieser öffnungsprozess ist 8:46 ein eine Entwicklung sich in vielen Schritten vollzieht nicht alles bleibt folgenreich aber 8:55 diese Ausweitung der Perspektiven vor allem auch der kommerziel Beziehung ja das entwickelt sich nach und nach Europa reagiert sehr unterschiedlich auf 9:08 den Kontakt mit unterschiedlichen Kulturen die primärreaktion ist erst einmal Ablehnung und Abstoßung wir wissen dass 9:20 man die Fremden Völkerschaften erst einmal abwertet aber trotzdem entwickelt sich nach und nach sicher einen Austausch man lernt man profitiert 9:29 voneinander gerade das Europa 11.12 jahrhunderts hat natürlich aus der muslimischen kultursphäre auch sehr vieles übernommen also das ist ein 9:41 Prozess der sich ein raten vollzieht und mit den Seewegen in die neue Welt und dann eben 9:52 auch ins ferne Asien formuliert ja