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Golo Mann - Der Erste Weltkrieg - Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

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Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 59 Zeilen
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  1. golo mann deutsche geschichte des neunzehnten und zwanzigsten jahrhunderts der erste weltkrieg ein diogenes hörbuch gelesen von achim hübner
  2. neues kapitel krieg maximilian harden kluger wenngleich selbst schauspielern der kritiker des kaiserreiches schrieb im mai 1914 in
  3. diesem sommer wird schicksal unvermeidlich ist nichts er ist nicht geschah das krieg in der luft lag seit jahren seit jahrzehnten das mit jeder
  4. wiederholung der politik des risikos der diplomatische sport gefährlicher wurde und wenn es so weiter ging einmal der ball den diplomaten entweichen und ins
  5. spielfeld der lauernden militärs hinübergleiten würde dies zu sehen bedurfte es geringen scharf sind es lag aber auch friede in der luft und blieb
  6. den menschen bis zu allerletzt die wahl gewaltige interessengegensätze wühlten zwischen den mitgliedern des ringes der sich um deutschland oder den deutschland
  7. um sich gelegt hatte und bis zuletzt hätte deutschland den ring springen können hiervon war auch die rede hier an wurde auch gedacht den ring zu springen
  8. das wäre aber nicht ohne verzicht auf große waage zukunftsprojekte gegangen das hätte bedeuten müssen dass deutschland sich ungefähr mit der
  9. europäischen ordnung so wie sie war zufrieden gab es gibt schriftsteller die glauben dass es einen solchen verzicht aus dem tiefsten heraus nicht leisten
  10. konnte andere denen mangel an entschlusskraft an guter führung als erklärung genügt jedenfalls es entschloss sich nicht wir erzählen dass
  11. oft erzählte kurz um so mehr raum wird uns für ein paar fragen oder gedanken bleiben
  12. juli 1914 erzherzog franz ferdinand von österreich neffe des kaisers und thronfolger war ein hoch fahrender mann aber nicht ohne
  13. instinkt für die realitäten des alten reiches dass er demnächst zu erben gedachte für nationale aspirationen für volk überhaupt hatte eher geringe
  14. sympathien sein hass jedoch galt der ungarischen herrenklasse deren arroganz dem bestand österreichs bedrohte mit ihr hätte er am liebsten kurzen prozess
  15. gemacht über serbien dachte er ungefähr wie bismarck nämlich dass seine zwetschgenbäume und schweinen nicht die
  16. knochen eines österreichischen soldaten wert seien den slawen im reich den kroaten den tschechen wünschte er entgegen zu kommen derart dass das reich
  17. fortan auf drei anstatt auf zwei starts nationen ruhen würde wobei er über das wie sich in seinem brutalen und dumpfen geiste wohl nicht klar war wenn er im
  18. juni 1914 militärmanöver großen stils in bosnien abhielt so lag diese provokation des separatistischen elements in der provinz wie der benachbarten serben auf
  19. lange sicht nicht einmal in der politik des thronfolgers man musste nur einmal wieder den unruhigen eingeborenen den herrn zeigen und musste dann auch der
  20. hauptstadt sarajevo einen raschen besuch machen als soldat und förster seine untertanen nicht fürchtete franz ferdinand kam nicht lebend nach
  21. hause seine mörder waren jenseits der grenze in belgrad ein trainiert und ausgestattet worden und zwar von männern
  22. die der serbischen regierung nahe standen das wusste man in den tagen nach dem attentat in wien nicht oder konnte es nicht beweisen
  23. wahrscheinlich war es auf jeden fall war doch der könig von serbien selber dank der scheußlichen ermordung seines vorgängers auf den thron gekommene übten
  24. doch noch immer dieselben abenteurer die im jahre 1904 dass österreich freundliche königspaar hatte in stücke reißen lassen den stärksten dunkelsten
  25. einfluss aus jährlich war die tat von sarajevo das werk der groß serbischen jugoslawischen propaganda jährlich trug die regierung
  26. welche diese propaganda förderte eine wenigstens mittelbare verantwortung daran darin hatten die österreicher recht recht auch darin wenn es hier
  27. überhaupt noch recht gab dass sie die genaueste unterdrückung der jugoslawischen agitation forderten in alledem hätten sie die welt auf ihrer
  28. seite gehabt die herren in wien beschlossen weiter zu gehen das war ihr unglück und unser aller unglück österreichs außenminister graf berchtold
  29. ein eleganter leichtsinniger stimmte dachte dass jetzt die gelegenheit gekommen sei mit der serbischen gefahr für immer ein ende zu machen so dachte
  30. der chef des generalstabes general konrad nicht ohne beihilfe von lügen ließ der zögernden uralte bitter erfahrene franz-josef sich für die
  31. politik des rächenden abenteuers gewinnen unter der bedingung zwar dass der deutsche bundesgenossen sie decken würde der deckte sie und damit war alles
  32. entschieden nicht nur ließ der deutsche kaiser wissen dass er jedem auch die aller stärkste österreichische maßnahme
  33. billigte erließ dazu anstacheln der reichskanzler wurde kaum auch nur um seine meinung gefragt trotz aller schwächungen welche die
  34. hohenzollern monarchie im letzten jahrzehnt erfahren hatte war die stellung wilhelms zweiten immer noch soja war gerade seit bülows sturz und
  35. gerade infolge des überall in deutschland herrschenden mangels an verantwortlicher verteilte autorität so dass er in einer so erdrückend schweren
  36. angelegenheit dekretieren konnte wie es ihm beliebte das deutsche votum riss umgang mit dessen leitender minister teaser sei weiter als die anderen er
  37. fürchtete selbst einen sieg über serbien fragte sich was die anderen nicht fragten was man denn mit dem leidenschaftlichen slawen volk anfangen
  38. sollte wenn man es unter dem fuß hätte noch mehr slawen wird österreich gar nicht brauchen können übrigens war er des sieges nicht sicher sondern
  39. fürchtete wie er in einem unvergesslichen memorandum ausdrückte einen europäischen groß krieg die surf übte sich als deutschland gebot
  40. wilhelm wollte den krieg nicht oder wusste nicht ob er ihn wollte und stellte sich diese ernste frage wohl nicht einmal in der einsamkeit der nacht
  41. erhielt ihn für unwahrscheinlich er nahm nur seine möglichkeit mit prahlerischen mut im kauf der frankreich nach russland seien
  42. bereit der zahl würde zudem nicht dass schwer ziehen um fürsten mörder zu retten würde er es aber doch tun nun dann besser jetzt als später
  43. leichten herzens beschwören wie er geister an deren kommen wir nicht glauben kommen sie aber zu unserer furchtbaren überraschung doch dann heißt
  44. es wohl oder übel den tapferen gespielt vor aller welt davon zu laufen nachdem man sich einmal in positur gestellt hat ist eine heikle sache so trieben
  45. deutschland und österreich noch einmal die politik des risikos sie hielten es nicht für größer als in den tagen von agadir oder der bosnischen annexion er
  46. für gering denn diesmal sprach ein klarer empörender rechtsfall zu ihren gunsten sie würden einen neuen diplomatischen
  47. triumph davontragen noch einmal sich als stärker erweisen als die mächte des rings um sie herum dass ein solcher triumph ihnen die herrschaft über europa
  48. gegeben hätte oder geben sollte ist unwahr so gewichtig war die ganze serbische angelegenheit nicht auch wenn serbien die exemplarische strafe die
  49. wilhelm ihm zugedachte ohne gegenwehr und ohne hilfe von außen hin genommen hätte so wären russland doch russland und frankreich frankreich und england
  50. england geblieben bei gutem willen der anderen hätte die bestrafung serbien sich auffangen und harmlos machen lassen das europäische gleichgewicht war längst
  51. bedroht durch die ungeheuer konzentrierte industrie und militär macht deutschlands des 1 landes der mitte das lag nun einmal in der natur
  52. der dinge dadurch dass ein paar österreichische divisionen ein paar monate lang in belgrad unfug trieben um es dann doch wieder zu räumen konnte das
  53. gleichgewicht nur in der fantasie dürrer diplomaten hirne bedroht sein so weise kann man es nachträglich gleichziehen aber so sah man es nicht in der
  54. vergifteten verblödeten atmosphäre von anno domini 1914 nachdem das prinzip einmal entschieden
  55. war verfuhr man in wien langsam und heimlich der hochsommer ließ sich hübsch an große und kleine herren gingen auf ferienreisen soldaten auf urlaub flotten
  56. fuhren aus zu sommerlichen mangelware in sankt petersburg fand ein staatsbesuch des präsidenten der französischen republik statt man liest das besser erst
  57. anlaufen um das bild friedlicher normalität nicht zu stören dann nahezu vier wochen nach den schüssen von sarajevo kam die emsig geleistete arbeit
  58. an den tag ein ultimatum welches die österreichische regierung der serbischen präsentierte ultimatum so hieß in der
  59. diplomatensprache eine forderung der nichtannahme mit krieg beantwortet werden würde die österreichischen forderungen waren gipfel wird