Apokalypse in der Bronzezeit Das Ende der ersten Hochkulturen ZDF History Dokumentation deutsch Geschichte Dok https://www.youtube.com/watch?v=E0gc8Yq_6Y8 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 [Musik] Detektive der Vergangenheit ungelöste 0:09 Fälle bewegendes Schicksal große Geschichte ZDF history mit Guido 0:22 [Musik] kN die Apokalypse das Ende der Welt zeihung gefürchtet in fast allen Kulturkreisen vor gut 3000 Jahren wird 0:36 sie Realität die ersten Hochkulturen versinken in Chaos und Tod die Ursache ist bis heute 0:45 unbekannt liebe Zuschauer willkommen heute wollen wir sie entführen in eine Zeit des Untergangs von der wir bis vor ein paar Jahren nahzu nichts wussten die 0:55 Jahrhunderte bis zum Beginn des letzten Jahrtausends vor Christus da verschwinden auf einmal mächtige reiche völlig von der Bildfläche die Hochkultur 1:05 der Hetiter versinkt in Griechenland geht Mykene unter auf Greta zerfallen die stolzen Paläste der Mino selbst die antike Supermacht Ägypten steckt in 1:16 schweren Krisen was war schuld an diesem Niedergang Naturkatastrophen ein Klimawandel oder eine Art antiker Völkerwanderung Mars marsuki vom History 1:27 Channel nimmt uns mit auf eine spannende Spurensuche es ist das größte Rätsel der Altertumsforschung warum geht die Bronzezeit im Mittelmeerraum so 1:39 plötzlich zu Ende Antworten finden sich vor allem unter der Erde Relikte und Ruinen zeugen 1:50 von einer Katastrophe die niemand kommen [Musik] sah es ist die Zeit der ersten 1:58 Hochkulturen im zweiten Jahrtausend vor Christus konzentriert sich der Fortschritt zwischen dem Schwarzen Meer Ägypten und 2:09 Babylon in der sind mächtige reiche entstanden mykena und Mino stellen die schlagkräftigsten Truppen der Epoche ihre Kunst und ihre 2:18 Bauten zählen zum modernsten was die Bronzezeit zu bieten hat bei Luxor lässt der Pharao ramsis ein monumentales Symbol ägyptischer 2:29 Kultur erichten die Tempel von [Musik] Karnak die kriegerischen Hetiter herrschen über Kleinasien und 2:40 Vasallenstaaten im nördlichen Syrien während die Stadtstaaten in Kanaan die wichtigen Handelsrouten der bsezeit 2:51 [Musik] kontrollieren es ist eine ferne fremde Welt mit unzähligen kleinkönigen veriedenen kulturellen 3:01 Schwerpunkten doch als die ersten systematischen Ausgrabungen vor rund 80 Jahren unternommen werden zeigen fast alle Städten der späten Bronzezeit das 3:10 gleiche [Musik] Muster wir fanden überall Zerstörung fast alle Städte und Paläste waren 3:19 betroffen aus unterschiedlichen Gründen Spuren der Verwüstung im gesamten östlichen Mittelmeerraum fast alle stammen aus dem gleichen Zeitraum 3:29 der zweiten Hälfte des 13 jahrhunderts vor [Musik] Christus in nur 50 Jahren gehen vier 3:39 große Kulturen unter Mykene und Kanaan verschwinden ebenso die Minoa und die Hetiter Ägypten wird so geschwächt dass es sich nie wieder erholt das ist schon 3:50 bemerkenswert es sind die Supermächte von damals und alle werden innerhalb weniger Generationen zerstört 4:01 der Beginn der 19 Dynastie in Ägypten ist geprägt von großen Bauvorhaben und immensem Wohlstand aber dann kommen die ersten Einbrüche in der Wirtschaft in 4:10 der Religion überall Anzeichen der Krise unter Rams dem dritten setzt dann eine verheerende Inflation 4:24 ein diebauten werden deutlich kleiner Ste geht zurück Ägyptens Selbstvertrauen scheint nachhaltig 4:34 erschüttert aus dieser Zeit gibt es erstmals überlieferte Bittgebete an die Götter gott hilf mir so etwas gab es vorhin 4:47 [Musik] nicht das 13 jahrhundert vor Christus die erste alphabetische Schrift entsteht die ersten Noten für Musikinstrumente 4:58 werden aufgeschrieben dann aber um das Jahr 12 bricht die schriftliche Überlieferung plötzlich ab ein dunkles Zeitalter 5:08 [Musik] beginnt der Begriff dunkles Zeitalter steht für zwei Bedeutungen auf der einen Seite gibt es diesen abrupten 5:19 Kulturverlust im östlichen Mittelmeerraum ganze Zivilisationen verschwanden für mehrere hundert Jahre in Griechenland ging die Schrift wieder 5:27 verloren und die Fähigkeit große zu errichten diese Phase dauerte Z bis 300 Jahre aber auf der anderen Seite ist das natürlich auch für uns Historiker ein im 5:36 wahrsten Sinne dunkles Zeitalter ohne schriftliche Zeugnisse muss sich die Forschung vor allem auf 5:46 Bodenfunde stützen um das Jahr 1200 kommt es zu massiven Migrationsbewegungen im östlichen Mittelmeerraum auf Kreta verweisen die 5:57 Küstenregionen die Bewohner ziehen um ins Innere der Insel eine Gegend die bis dahin nur von Bauern und scharfhirten bewohnt 6:07 wird die nördliche Landenge das Gebiet hinter mir scheint in mykenischer Zeit nicht oder nur sehr dünn besiedelt gewesen zu sein es gab da höchstens ein 6:17 paar einzelne Behausungen und im frühen 12 Jahrhundert vor Christus wächst die Bevölkerung hier plötzlich stark an aber woher die Menschen kamen und warum sie 6:26 hier siedelten ist ungewiss von den Städten aus denen die Siedler kamen finden Archäologen nur Ruinen und 6:40 Brandspuren war es eine Flucht es kann sehr schwer sein den Grund für solche Zerstörungen zu finden 6:51 man erkennt zwar die Spuren der Verwüstungen Asche verbranntes Holz menschliche Überreste aber die Ursache ist völlig offen 7:02 die Antwort findet sich nicht in den Ruinen an der Küste Kretas sondern in den unzugänglichen Gebirgen des Hinterlandes das glaubt zumindest der 7:11 polnische Archäologe Kristof notzki 1983 kam er als Student nach Kreta seitdem hat er hier dutzende 7:21 Siedlungen aus der späten Bronzezeit untersucht und Hinweise gefunden die eine völlig neue Erklärung liefern können für den Beginn des dunklen alters 7:30 um 12 vor Christus warum finden sich die schweren Zerstörungen vor allem in den 7:41 Küstenstädten weshalb verließen die Menschen ihre fruchtbare Heimat in der Nähe des Meeres und zogen ins karge Innere der 7:53 Insel seine erste Grabung unternimmt Nowitzki 1983 im Osten von Kreta in einer bonsezeitlichen Siedlung auf dem Berg KFI 1100 m über dem 8:06 Meeresspiegel wer hier wohnte und welchem Zweck eine Siedlung so hoch oben diente ist unter Forschern heftig 8:17 umstritten war es ein ritueller Ort eines der vielen minoischen bergheiligtümer auf Kreta John pendleber ein britischer 8:28 Archäologe als erster Überreste der Siedlung auf KI er glaubte dass hier nur im Sommer Menschen wohnten im Winter sei es auf 8:38 dem Berg schlicht zu kalt KOF notzki hat inzwischen weite Teile der gesamten Anlage freigelegt er kommt zu einem anderen 8:51 Ergebnis das interessante an den Häusern auff ist dass sie sehr solide gebaut sind das deutet darauin diewohner D lebenollten es waren dauerhafte 9:07 Wohnsitze eine These die für Aufsehen sorgt reichen die mehr als 3000 Jahre alten Pfunde für so weitgehende 9:20 Schlüsse bei den ausgabungen wurden bis 30 Häuser gefunden die Überreste sind schlecht erhalten aber man kann noch immer die erkennen einzelne Häuser und 9:31 ihre räumefi war eine große Siedlung kein kleines Dorf hier lebten wahrscheinlich 9:41 120 bis 150 Familien also zwischen 600 und 1200 Menschen Trinkwasser Nahrung Brennholz dauerhaftes Überleben in dieser Höhe ein 9:55 Rätsel aus der Bronzezeit [Musik] eine so große Siedlung erwartet man hier nicht auf einem Felsen und in dieser 10:08 Höhe wir sitzen hier gerade bei 35° aber im Winter ist es stürmisch und kalt hier zu leben war sicher nicht 10:25 angenehm Mens auf daha icher aber warum wir müssen tatsächlich fragen weshalb die Menschen hierher gekommen 10:42 sind warum sie ihre Häuser an einem Ort gebaut haben der so schwer zu erreichen ist warum sie ihre Familien dorthin brachten und ihr gesamtes 10:51 Wirtschaftssystem verlagerten ausgerechnet in diese Berge die C14 Analyse von Keramikfunden aoscfi erlaubt eine genaue Datierung der 11:05 Siedlungszeit das Ergebnis 12 Jahre vor Christus die Zeit der großen [Musik] 11:15 Wüstungen in den Jahrzehnten davor lebten die Menschen noch in den Ebenen und Tälern in der Nähe des Meeres um das Jahr 12 vor Christus 11:26 wurden viele dieser ungeschützten Siedlungen zerstört oder aufgegeben was könnte eine blühende Zivilisation von der Küste in die Berge 11:42 Treiben in den sperlichen schriftlichen Quellen findet sich keine eindeutige Ursache Nährboden für 11:54 Spekulationen es gibt die verrücktesten Theorien zum Ende der bronzeit Vulkane Außerirdische alles 12:03 mögliche eine Naturkatastrophe für einige Experten der nahliegenste Verdacht ja eine Dürre gilt als mögliche Erklärung demnach hat sich eine 12:18 Trockenperiode über die eges und den ganzen Mittelmeerraum erstreckt und eine Völkerwanderung ausgelöst tatsächlich sank der Meeresspiegel gegen Ende der 12:27 Bronzezeit beträchtlich oder war es ein verheerendes Erdbeben wie es in der seismisch sensiblen Region 12:35 zwischen Bosporus und eges immer wieder [Musik] auftritt in der späten Bronzezeit wurden eine ganze Reihe historischer Städten 12:46 innerhalb von nur 50 Jahren durch Erdbeben zerstört Mykene und Troja se wurden durch Erdbeben zerstört möglicherweise wurden noch Ugarit und 12:55 megido im heutigen Israel von Beben vernichtet aber es kann nicht nur ein einziges großes Erdbeben gewesen sein das die 13:03 bronzeit beendete denn diese Städten gingen nicht gleichzeitig unter sondern in einem Zeitraum von 50 Jahren keine singuläre große Katastrophe 13:14 also aber eine ungewöhnliche Häufung von Ereignissen Geophysiker sprechen von einer erdbeberie oder einem 13:26 Erdbeben einemchen ben den angesten Druck einer tektonischen Verwerfung nicht ausgleicht es kommt zu weiteren Beben 13:35 ein Jahr später 10 Jahre später wenn die Verwerfungen entlang einer Linie von Ost nach West oder Nord nach Süd aufbrechen kann es zu einer solchen bebenserie 13:44 kommen die zwischen 30 und 60 Jahren dauert viele der den lagen am Rande solcher 14:02 Verwerfung wenn man die Lage der Städte die am Ende der Bronzezeit zerstört wurden mit den seismisch aktiven Zonen vergleicht ergeben sich erstaunliche 14:17 Übereinstimmungen die erdbebentheorie stößt in der Fachwelt auf ein geteiltes 14:25 Echo Menschen erholen sich schnell von Erdbeben das ist oft genug bewiesen worden auch von wiederholten Beben auch für die Entdeckungen von 14:37 Christof Nowitzki auf dem Berg KFI bieten Erdbeben keine zufriedenstellende [Musik] 14:47 Erklärung das erklärt ja nicht warum die Menschen ihr Dorf auf die Spitze eines 1100 m hohen Berges verlegt haben warum flieht man vor einem Erdbeben auf einen 14:58 Felsen diese Menschen sind nicht vor einer Naturkatastrophe geflüchtet das ergibt keinen 15:08 Sinn für Nowitzki sind die bergsiedlungen auf Kreta eine Art letzte [Musik] Zuflucht doch die Menschen flohen nicht 15:21 vor feindlicher [Applaus] [Musik] Naturgewalt es gib kein warum man an 15:29 einem felsigen Abgrund oder auf einer steinigen Kuppe Leben sollte außer wenn man durch andere Menschen bedroht 15:39 [Musik] wird sollte nowizkis Theorie zutreffen müssten sich in den Bergen der eges weitere Fluchtorte und Festungen 15:53 finden und es müsste Hinweise geben auf die Identität der Angreifer woher kamen sie über welche technischen und militärischen Fähigkeiten verfügten 16:09 sie wie konnten sie die Großmächte der Bronzezeit eine nach der anderen herausfordern und besiegen und in welchem Zusammenhang stehen ihre 16:18 Angriffe mit den nachweisbaren Naturkatastrophen jener Zeit [Musik] 16:34 eine erste Spur findet sich im nordsyrischen Ugarit archäologen fanden dort in den 30er Jahren eine Tontafel die damals 16:43 niemand erklären konnte die Tafel sollte den König der Stadt vor Gefahr warnen der Feind wird dich von See angreifen umgb deine Orte mit Mauern und erwarte 16:55 ihn mit Soldaten und Streitwagen eine andere Tafel aus Ugarit verzeichnet einen verzweifelten 17:05 Hilferuf der König von Ugarit schreibt mein Vater sieben Schiffe des Feindes haben meinem Reich großen Schaden zugefügt gib Zeichen wenn Du weitere 17:15 kommen siehst die Tafel ist in einem Brennofen gefunden worden und nie abgeschickt worden vermutlich kamen die feundlichen Schiffe dem zuvor und haben 17:23 die stad zerstört wer aber sind die üers Meer kommen nur eine Kultur entgeht der 17:33 Apokalypse am Ende der branchezeit und kann über die Identität der geheimnisvollen Angreifer berichten ägyptische Hieroglyphen nennen sie die 17:48 [Musik] Seevölker alles was wir über Erscheinung und Herkunft dieser Seevölker wissen 17:58 wissen wir von den Ägyptern sie hinterließen in steinemeißelte Texte und auch bildhafte Darstellung man kann erkennen welche 18:09 Helme sie trug welchen Haarschmuck sie waren offenbar mit Ochsenkarren unterwegs manchmal mit der ganzen Familie mit Frauen Kindern allem 18:19 Hab und Gut es war wohl eine regelrechte Völkerwanderung die den gesamtenstlichen 18:28 um erfas jede Kultur der Region auch die Großen und Mächtigen wie die Ägypter wurden vom Ansturm der Seevölker erschüttert dabei ging es um Beute und 18:39 um Land zum siedeln der Ansturm der sogenannten Seevölker um 1200 vor Christus passt 18:51 genau in die Theorie des Archäologen sind die Bewohner von KI also tatsächlich vor flüchtet die vom Meer 19:02 Herken wenn das so ist muss es auf Kreta noch weitere Höhensiedlungen aus der Bronzezeit 19:10 geben 20 Jahre hat der polnische Forscher die Berge der Insel abgesucht mit sperlichen Mitteln jahrelang hat er nicht mehr gefunden als in den Fels 19:20 geschlagene Stufen dann Ende der 80er Jahre endlich der erhoffte Durchbruch auf der Spitze eines unzugänglichen 19:30 Berges im Osten Kretas entdeckt Nowitzki eine weitere brausezeitliche Siedlung wie KFI liegt auch sie versteckt und schwer erreichbar inmitten 19:42 eines Kalksteingebirges ihr Name ist katalimata endlich der langersehnte Beweis Nowi sieht sich nah am Ziel er lt seinen 19:57 Kollegen Donald heis die Grabungsstelle ein um mit ihm die Bedeutung des Fundes zu 20:06 diskutieren das ist schon außergewöhnlich die Gebäude wurden auf diesen schroffen Kalksteinklippen hoch über der Ebene erbaut um dorthin zuuk 20:15 kommmen muss man einen Steilhang raufklettern viele Höhenmeter nach oben vom kam aus führt dann nur ein schmaler Weg zur Siedlung 20:29 über den schmalen Pfad mussten auch die Flüchtlinge ihre habe Stück für Stück tragen Kilometer weit über gefährliche Klippen die Funde geben Aufschluss 20:38 darüber wer hier Zuflucht fand einfache Leute vermutlich Bauern und scharfhirten aus weit entfernten 20:48 Täler die Forscher stoßen auf Grundmauern Keramik und in den Fels geschlagene Gräber um ihr Vieh und ihre Felder konnten sich die Bewohner wohl 20:58 nur kümmern wenn die Zeiten sicher waren bei unseren Grabungen fanden wir starke Indizien für eine langfristige 21:07 Nutzung der Siedlung dabei ist auch das hier ein unwirdlicher Ort kaum geeignet zum Leben der Zweck der Siedlung ist wie auf 21:17 KFI offensichtlich katalimata bietet keine Annehmlichkeit dafür aber Schutz 21:29 für Eindringlinge ist das hier ein Albtraum wenn man das Gelände nicht kennt wird es sehr schwer die Siedlung überhaupt zu 21:38 finden in gewissem Sinne sind das Festungen sie nutzten die natürlichen Gegebenheiten und errichteten dazu noch regelrechte 21:52 Befestigungswerke von der Höhensiedlung aus können Angreifer schon auf mehrere Kilometer Entfernung ausgemacht werden erst recht wenn sie über das Meer 22:02 kommen wertvolle Zeit für die [Applaus] [Musik] 22:12 Verteidigung selbst wenn Angreifer den Weg hierher gefunden hätten wären sie leicht aufzuhalten gewesen ein paar Männer reichen hier aus um eine große 22:22 Gruppe von Feinden abzuwehren katalimata ist nach Kafi die zweite Höhensiedlung die auf Kreta 22:32 entdeckt wird seitdem hat Kristof Nowitzki mehr als 2000 weitere Berge und Höhenzüge untersucht und mehr als 80 Siedlungen 22:42 entdeckt alle sind rund um das Jahr 1200 vor Christus entstanden und alle richten sich gegen Angriffe die vom Meer herkommen 22:55 [Applaus] woher wissen wir dass sich die Menschen vor denen fürchteten die übers Meer kam und nicht vor ihrre Nachbarn die 23:10 archäologischen Befunde geben hier eine gute Antwort ist zu den Bergen hin völlig offen und ungeschützt von dort 23:21 erwarteten sie offenbar keinen Angriff sie fürchteten sich vor Kriegern die übers Meer kamen 23:33 die Existenz der rätselhaften Seevölker gilt heute als gesichert völlig unklar ist dagegen woher sie kommen und wohin sie so plötzlich verschwinden im 23:43 sogenannten dunklen Zeitalter eine Spur findet sich im alten Ägypten 1980 vor Christus siegt Pharao 23:54 ramsis dr in einer großen Schlacht über die Seevölker im Totentempel des Pharaos von Medinet Habu bei teben werden die Besiegten 24:05 dargestellt eine Inschrift nennt fremdartige Namen wie chardana Zeka und siikula die meisten Theorien über die Herkunft der Seevölker beruhen auf 24:20 Sprachforschung und leiten sich von überlieferten Namen ab aber das ist natürlich sehr problematisch dieakal et aus Sizilien kommen kamen sie wirklich 24:30 von dort oder gingen sie erst nach ihrer Niederlage dorthin die Herkunft der Seevölker gehört zu den spannendsten offenen 24:40 Fragen der Bronzezeit manche Forscher vermuten ihre Heimat in Kleinasien und Nordsyrien andere sind überzeugt dass 24:50 ihre Kriegszüge von Sardinien und Sizilien ausgingen kommen die Seevölker aus dem Osten und ziehen nach Westen oder umgekehrt wir 25:03 wissen es nicht oder waren die Angreifer etwa den Ägyptern gar nicht so fremd wie die Inschriften aus medinethu vermuten 25:12 lassen kam die Bedrohung von innen von Aufständischen Söldnern das würde zumindest erklären warum ihre Herkunft so schwer zu ermitteln ist liegt die 25:23 Antwort damit in der starren Herrschaftsstruktur der frühen Hochkulturen 25:32 der König kontrollierte einfach alles es gab zwar private Kaufleute aber der König regierte führte die Armee bestimmte den Handel und natürlich auch 25:42 die Diplomatie der Palast kontrollierte den gesamten Ablauf des täglichen 25:53 Lebens schinen die Könige und Königinnen gottgleichesen sein sie waren menschliche Repräsentanten der 26:03 Götter unter ihnen kam zunächst einmal die Armee und erst dann kamen alle anderen Untertanen und jeder Manns Aufgabe lag 26:12 darin Götter und herrsch zufrieden zu stellen Alternativen zu einem Leben in Armut und Abhängigkeit gibt es kaum nur 26:26 die Armee bietet die Chance zu bescheidenem sozialen Aufstieg in den großen Söldnerheeren der Bronzezeit kämpfen Angehörige 26:36 unterschiedlicher Stämme und Völker ein Krieg in der späten Bronzezeit wurde als Auseinandersetzung 26:45 von Streitwagen geführt in einer Größenordnung von hunderten vielleicht tausenden auf jeder 26:55 Seite die Wagenlenker und ihre Mannschaften waren gepanzert PIL und Bogen ihre Hauptbewaffnung Gefechte wurden also auf 27:04 Distanz ausgetragen erst wenn ein gegnerischer Streitwagen getroffen war kam es zum 27:13 Nahkampf jetzt kamen die sogenannten Läufer ins Spiel Söldner Barbaren sozusagen die aufräumtruppe der 27:27 streitwagenheere ftruppen kommen meist aus der Unterschicht oder aus unterjochten 27:35 Stämmen die überlieferten Bildtafeln zeigen wie gut die Herrscher für ihre Wagenlenker sorgten sie kannten jeden beim Namen und behandelten sie als 27:46 Elite bei den Läufern ging es mehr um Masse als um Klasse sie wurden von überall her angehuert es gab also große 27:55 Statusunterschiede in den Armeen die Heere der Hetiter und der Ägypter sind die größten ihrer Zeit 28:06 jahrzehntelang sichert der Krieg zwischen den beiden Großmächten unzähligigen Söldnern Arbeit und Brot bis ins Jahr 28:14 1259 vor Christus nach dem Frieden zwischen den hetitern und ramsis dem zweiten herrschte 28:23 Ruhe es war ganz ähnlich wie nach den Weltkriegen im 20 Jahrhundert die beteiligten Mächte unterzeichneten einen Friedensvertrag der Kriegszustand war 28:33 damit beendet ein halbes Jahrhundert herrschte Frieden es war sicher ein Höhepunkt des Altertums und dann brach alles 28:48 zusammen erheben sich die Söldner gegen ihre Herren als Beute und so ausbleiben werden sie von anderen angeworben 29:00 [Musik] diese Krieger organisierten sich ohne irgendeine Zentralmacht es gab allenfalls lokale 29:10 Anführer sie konnten tun und lassen was sie wollten keiner konnte es mit Ihnen aufnehmen mehr als 50 Jahre lang verbreiten die geheimnisvollen Seevölker 29:24 Angst und Schrecken dai operieren sieenar en Bündnissen und Zusammensetzungen in ägyptischen Quellen finden wir Hinweise auf mehrere Wellen 29:39 von Angriff es waren offenbar verschiedene Stämme die zwar verbündet waren aber getrennt voneinander vorgingen wir dürfen nicht nur das 29:49 Endergebnis sehen erst die letzte Welle war eine echte Bedrohung für Ägypten [Musik] militärische Details geben die 29:59 ägyptischen Quellen Auskunft die Seevölker waren genauso bewaffnet wie die Fußtruppen im Herdes [Musik] 30:09 veraus sie hatten keine schweren Rüstungen und waren damit auf dem Schlachtfeld nicht so schwerfällig sie trugen nur kleine 30:18 rundschildde aus Leder und Holz sowie einen Helm ich bin nicht mal sicher ob die Helme einen praktischen Zweck erfüllten 30:28 oder ob sie eher einen psychologischen Effekt [Musik] hatten archäologische Funde zur 30:38 Geschichte der Seevölker gibt es kaum umso spektakulärer mutet chistof Nowitzkis Entdeckung direkt an der Küste von Kreta an in 30:48 kastri die bronzezeitliche Anlage unterscheidet sich deutlich von den Bergdörfern die im Inneren der Insel gefunden wurden sie ist leicht zu 30:57 erreichen strategisch günstig gelegen und gesichert wie eine Festung hier lebten keine einfachen Bauern oder scharfhirten es ist einfach 31:09 zu gefährlich eine kleine Gruppe von Bauern hätte sich hier nicht verteidigen können Angreifer oder Räuber hätten die Siedlung im Sturm 31:19 genommen dafür bietet castri ideale Voraussetzungen für Raubzüge übers Meer von hier aus sind die Küsten der is zu 31:34 erreichen wir schätzen dass hier zwei D oder vier Boote lagen mit einer Besatzung von 50 100 oder höchstens 200 Mann auf jeden Fall genug Männer für 31:45 Überfälle und Plünderungen entlang der Küste Kretas vermutlich gab es zahlreiche solcher befestigter Stützpunkte wie in 31:55 kastri folgt man den ägyptischen riften dann unterhielten die Seevölker im heutigen Libanon sogar eine Art Hauptlager doch für größere Angriffe 32:05 mussten die schiffstrups zusammengeführt werden gab es also auch ein zentrales militärisches 32:14 Kommando das Ausmaß der Zerstörungen in Anatolien und griechenland scheint mir nicht das Werk einer kleinen Wilden Truppe zu sein eher das einer 32:23 wohlorganisierten stit macht sind die Völker also doch ehemalige Söldner geschult in den heren der Ägypter und 32:35 [Musik] Hetiter das Erstaunliche ist doch dass diese bunt gemischte Truppe von Plünderern und Piraten mächtige reiche 32:45 auslöschen konnte wie haben sie das angestellt das Geheimnis des Erfolgs könte darin liegen die Völker alle 32:58 Regeln der damaligen Kriegskunst ignorierten sie greifen an verschiedenen Stellen gleichzeitig an die schwerfälligen Armeen der Großmächte 33:09 sind nicht in der Lage darauf zu [Musik] reagieren zuerst trifft es die bündnispflichtigen 33:18 vasalenstaaten der kleinkönig von Ugarit im Norden des heutigen Syriens schreibt alle meine Soldaten halten sich im Lande Hatti 33:28 und meine Schiffe in Lk bisher sind sie noch nicht wiedergekommen das Land liegt offen dazu kommt die ungewöhnliche Kampftaktik der Seevölker sie haben 33:40 weder Streitwagen noch Pferde im 13 jahrhundert vor Christus zeigte sich dass man überhaupt keine 33:52 kostspieligen Streitwagen brauchte um Schlachten zu gewinnen Fußsoldaten el billiger und durchaus in der Lage eine Armee von Streitwagen zu 34:07 [Musik] vernichten neben ihren Schwertern verwenden die seekrieger in der Schlacht Speere eine Waffe die bis dahin eher für 34:17 die Jagd genutzt wird der wurfsper war eine kurze Waffe höchstens 1,20 m lang mit einer 34:26 Metallspitze sie waren sicher nicht immer tödlich aber wenn sie trafen hinterließen sie schwere 34:36 Verletzungen die großen Heere der Bronzezeit erweisen sich als ineffizient ihre schwere Panzerung wird zum 34:46 Verhängnis die Wagenlenker und Bogenschützen trugen Brust und Rückenpanzer das wog sicher zwischen 15 und 20 K sie waram nichtade 34:58 und im Nahkampf natürlich hoffnungslos unterlegen die Angreifer tragen nur Lederrüstungen und Brustpanzer ihre 35:11 Geschwindigkeit und ihre Flexibilität geben den Ausschlag man muss nur ein Pferd treffen und der Streitwagen ist außer 35:23 Gefecht wenn sie ih 30 bis war und ein Pferd zu Fall brachten gingen sie mit ihren Handwaffen in den Nahkampf über die Männer auf dem Wagen hatten keine 35:38 Chance nur der Armee des Pharaos gelingt es dem Ansturm zu widerstehen in dieser Zeit gab es einen regenipomatischen Austausch und 35:52 blühenden Handel Gold ging von Ägypten nach Nubien und zurück wurden vor allemer geliefert es war eine Periode des stetigen Austauschs von Waren und 36:02 von Informationen die Ägypter waren so vor den seekriegern gewarnt und konnten sich 36:09 auf die Gefahr einstellen sie verlegten ihre Hauptstadt in den Norden des Reiches um effektiver gegen die Angreifer kämpfen zu 36:19 können vermutlich waren die Ägypter durch ihre diplomatischen Kontakte gewarnt als die anderen Mächte eine nach der anderen untergingen 36:28 in der antiken Welt gab es ein beachtliches Spionagenetz und auch die Ägypter hatten ihre Botschafter sie wussten was auf sie zukam bevor es sie 36:39 traf die Ägypter erkennen die einzige Schwäche der Angreifer anders als ihr Name vermuten lässt sind die Seevölker auf dem Meer ein leichter 36:50 Gegner die Kämpfe fanden eigentlich immer an Land statt aber79 kam ramsis der dritte auf die Idee die Angreifer gar nicht erst landen 37:02 zu lassen ägyptische Quellen berichten von einem Kampf der auf dem Wasser ausgetragen wurde ob in einer Flussmündung oder auf 37:11 dem offenen Meer ist schwer zu sagen aber es ist die Rede von boten von Ertrinkenden und einer großen Schlacht auf dem 37:21 Wasser auf ihren boten waren sie hilflos die Ägypter hatten ihre Bogenschützen an Land und auf Kriegsschiffen postiert ein 37:32 Kinderspiel die Bedrohung wird abgewehrt Ägypten überlebt den Ansturm der Seevölker aber die Welt ist nicht mehr 37:46 dieselbe in der späten Bronzezeit war die Landesverteidigung Aufgabe einer Elite aus streitwagenfahrern und Bogenschützen 37:57 Zeit die auf die Katastrophe folgte lösten dann Fußtruppen die Streitwagen als Rückgrad der Armee [Applaus] 38:06 ab Streitwagen wurden zwar weiterhin für Flankenangriffe eingesetzt aber der entscheidende Faktor war jetzt die 38:16 Infanterie das rätselhafte Ende der Bronzezeit nach der Niederlage gegen Ramses den DR verschwinden die Seevölker ebenso schnell wieder im Dunkel der 38:26 Geschichte wie Sie daraus aufgetaucht waren durch die Seevölker entsteht ein Machtvakuum indem sie die Großmächte der späten Bronzezeit ausschalteten schufen 38:40 sie eine ganz neue Situation die alten Eliten waren ausgelöscht was blieb waren die einfachen Menschen Bauern Hirten Leibeigene doch was würden Sie jetzt 38:56 tun Fall der Bauern und Schafzüchter von Kreta ist der archäologische Befund eindeutig sie kehren nach und nach zurück in die fruchtbaren tieferen 39:05 Landstriche der [Musik] Insel als die Zeiten im 12 Jahrhundert vor Christus wieder sicherer wurden 39:18 siedelten die Menschen auf einen tiefer gelegenen Bergrücken um anderthalb Kilometer von hier und näher an ihren Feldern 39:30 nach dem Untergang der alten Mächte breiten sich andere Stämme ungehindert aus neue Königreiche [Musik] 39:40 entstehen wo aber bleiben die Seevölker die Ägypter berichten dass sie einige der Überlebenden in Ägypten oder 39:52 in Kanaan ansiedelten jüere zenen die Stadt do in Israel als Stadt der tcker und die pelester 40:02 siedelten in Kanaan aus ihnen wurden die Philister ob überhaupt Siedlungen der seekrieger die Zeiten überdauerten ist 40:13 umstritten zumal sie kein in sich geschlossenes homogenes Volk [Musik] 40:23 waren für die Überlebenden der Striche war es ja auf die einzige Möglichkeit sich den seevölkern anzuschließen also jenen Angreifern die gerade ihre Kultur 40:34 zerstört hatten deshalb fanden sich bei den seevölkern wohl auch viele Mykener Minoer und auch 40:45 hetit die Reihen der Angreifer wurden aufgefüllt mit Kriegern der Besiegten Zivilisationen [Musik] 40:57 aus den Ruinen der Bronzezeit entsteht eine neue Ordnung die Zukunft gehört Phöniziern Assyrern und Griechen die Seevölker hatten die alte 41:10 Welt zerstört aber genau das schuf nun Möglichkeiten für jene die vorher keine hatten den Aufstieg Israels und Judäas unter den Königen David und Salomon 41:25 hätte es woh nie gegeben wen die der brzeit nicht unteregangen wären die Seevölker zerstörten das alte und bereiteten den Weg für das 41:37 neue die jüngsten Forschungen haben Licht gebracht ins Dunkel jener Zeit doch es bleiben große Rätsel ich glaube nicht dass schistof 41:52 die Antwort hat aber er ist nicht dran sie zu finden ich glaube es gab verschiedene Gründe die Seevölker hatten Glück und kamen 42:04 genau zur rechten Zeit vermutlich haben ihnen Naturkatastrophen den Weg geebnet seien es Dürre Perioden oder Erdbeben Archäologen sprechen hier von 42:15 einer Art Systemzusammenbruch ein oder zwei der Faktoren alleine hätten den Untergang so mächtiger reiche vermutlich nicht 42:22 verursacht aber ad haben sie eine gewaltige Wirkung Völker nutzen eine schwächeepase der alten Hochkulturen aus die es vorher so nie gegeben 42:37 hatte am Mittelmeer wird weiter gegraben auf der Suche nach Antworten nach Lösungen für das große Rätsel um die Apokalypse am Ende der 42:55 Bronzezeit oft in der Geschichte gibt es nicht die eine klare Antwort sondern eher ein ganzes Bündel mannigfacher Ursachen allein die Folgen gelten als 43:05 gesichert der kulturelle Einschnitt Tiefpunkt dauerte Jahrhunderte erst mit den Stadtstaaten in Griechenland und mit der Gründung Roms im 8 jahrhundert vor 43:14 Christus begann eine neue blöte im Mittelmeerraum die große Zeit der Antike sie Werte mehr als 1000 Jahre bis erneut ein eher dunkles Zeitalter begann 43:27 Zivilisationen sind nicht ewig auch die unsere nicht bis bald und bleiben Sie uns treu 43:56 [Musik]