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Atomkraft erklärt: Wie funktioniert sie? (1/3)
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 56 Zeilen
- Hast du schon mal über Atomkraft diskutiert? Wir auch.
- Und wir fanden die Diskussion ziemlich frustrierend und verwirrend.
- Was steckt also dahinter? * Intro *
- Alles hat in den 1940ern angefangen. Der Krieg und die ersten Atombomben hatten deutliche Spuren hinterlassen
- und die Menschen waren bereit für eine neue, friedliche Anwendung der Atomtechnologie.
- Alles schien auf einmal möglich zu sein. Würde Strom bald kostenlos sein?
- Würde man mit Hilfe der Atomenergie die Antarktis besiedeln? Würde es bald Atomautos, -flugzeuge oder -häuser geben?
- Das alles schien zum Greifen nah und eines war sicher: Es würde eine "strahlende" Zukunft werden!
- Schon ein paar Jahre später kam die Ernüchterung. Es stellte sich heraus,
- dass Atomenergie gar kein so einfaches Unterfangen war. Und teuer noch dazu!
- Von der Theorie bis zu Praxis war es doch noch ein weiter Weg. Außerdem war Atomenergie für Privatunternehmen
- ein viel zu riskantes Investment und sie hielten sich weiterhin an die bewährten Energielieferanten:
- Gas, Kohle und Öl. Aber viele Menschen hielten weiterhin
- an der Idee des atomaren Zeitalters fest. Sie glaubten an die aufregende, neue Technologie,
- an das Versprechen von unglaublich günstigem Strom und an die Aussicht, bald nicht mehr von Öl- und Gasimporten
- abhängig zu sein. Manche träumten insgeheim auch von Atomwaffen.
- Die Zeit der Atomenergie kam dann schließlich in den frühen 1970ern, als der Krieg in Nahost die Ölpreise in die Höhe trieb.
- Jetzt war das kommerzielle Interesse wieder geweckt und Geld war kein Problem mehr.
- Tatsächlich wurden über die Hälfte aller Kernreaktoren auf der Welt zwischen 1970 und 1985 gebaut.
- In Deutschland allein entstanden in der Zeit 23 Reaktoren. Aber welchen Reaktor sollte man bauen?
- Für welches der vielen verschiedenen Modelle sollte man sich entscheiden? Am Ende trug ein Underdog den Sieg davon: der Leichtwasserreaktor.
- Er war weder besonders innovativ, noch sehr beliebt bei den Wissenschaftlern.
- Aber er hatte ein paar Vorteile: Er war da, er funktionierte und er war nicht zu teuer.
- Wie funktioniert also so ein Leichtwasserreaktor? Das Grundprinzip ist gar nicht kompliziert:
- Er erhitzt Wasser durch eine künstliche Kettenreaktion. Durch Kernspaltung kann man Mio Mal mehr Energie freisetzen,
- als mit einer chemischen Reaktion. Hierzu beschießt man sehr schwere Elemente wie Uran-235 mit Neutronen.
- Der Atomkern absorbiert das Neutron und wird dadurch instabil. Er spaltet sich meist sofort in leichtere Kerne auf
- und setzt 2 bis 3 Neutronen und Energie in Form von Strahlung frei. Das angrenzende Wasser wird durch die Strahlung erhitzt,
- während die Neutronen in einer sorgfältig kontrollierten Kettenreaktion weitere Kerne spalten.
- Dieser Prozess unterscheidet sich sehr von den ungebremsten, zerstörerischen Reaktionen, die in einer Atombombe ablaufen.
- Im Leichtwasserreaktor benötigt man einen Moderator, um die Neutronen in Schach zu halten.
- Hierfür wird normales Wasser verwendet, was ziemlich praktisch ist,
- denn mit Wasser werden sowieso die Turbinen angetrieben. Der Leichtwasserreaktor hat sich nur durchgesetzt,
- weil er unkompliziert und günstig ist. Denn er ist weder der sicherste, noch der effektivste
- oder der eleganteste Reaktor. Aber die Welle der Begeisterung für Atomkraft hielt keine 10 Jahre an.
- 1979 kam es zu einer Kernschmelze im Three Mile Island Atomkraftwerk und ein größeres Unglück konnte nur knapp verhindert werden.
- 1986 wurde durch die Katastrophe von Tschernobyl ganz Zentraleuropa bedroht und 2011 löste das Unglück von Fukushima
- erneute Diskussionen und Bedenken aus. In Deutschland war kurz zuvor eine Laufzeitverlängerung
- der bestehenden Atomkraftwerke beschlossen worden. Nach Fukushima wurden die 7 ältesten Kraftwerke
- umgehend für einige Zeit abgeschaltet. Während in den 1980ern
- 218 neue Reaktoren in Betrieb genommen wurden, ist ihre Gesamtanzahl und ihr Anteil an der weltweiten Energiegewinnung
- seit Ende der 80er gleich geblieben. Und wie sieht es heute aus?
- Heute deckt Atomenergie etwa 10% des weltweiten Energiebedarfs ab. In Deutschland sind es ganze 13%.
- Es gibt 446 Kernreaktoren in 31 Ländern. 61 neue Reaktoren befinden sich derzeit im Bau
- und die meisten davon in Ländern mit sehr schnellem Wachstum. Insgesamt sind gerade 154 neue Reaktoren in Planung.
- Die meisten Kernreaktoren wurden vor über 25 Jahren mit ziemlich veralteter Technologie gebaut
- und über 80% von ihnen sind Arten von Leichtwasserreaktoren. Viele Länder müssen sich zurzeit entscheiden:
- Sollen sie die alten Reaktoren für teures Geld ersetzen, vielleicht mit effektiveren aber noch wenig erprobten Modellen?
- Oder sollen sie die Atomkraft hinter sich lassen und neue Technologien und damit andere Kosten
- und Auswirkungen auf die Umwelt in Betracht ziehen? In Kanada wird zum Beispiel an einem neuen Reaktor gearbeitet,
- der flüssiges Salz als Kühlmittel verwendet und besonders sicher sein soll.
- Länder wie China und Indien wollen mit Atomkraft ihr Smogproblem bekämpfen.
- Deutschland ist mit seiner Atompolitik eher der Außenseiter: Aktuell sind noch 7 Reaktoren in Benutzung,
- und auch die sollen bis 2022 abgeschaltet werden. Sollten wir also Atomenergie nutzen?
- Die Pro und Contra-Argumente werden wir dir hier demnächst präsentieren. Also abonniere unseren Kanal, damit du nichts verpasst.
- Untertitel: ARD Text im Auftrag von Funk (2018)
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