Von Petrus bis Franziskus: Die Geschichte der Päpste MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=C-0PJ6y9g88 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Am Ostersonntag hat er noch schwer angeschlagen, vor vielen tausenden Gläubigen den berühmten Ostersegen „Urbi et orbi“ gesprochen. 0:07 Am Tag darauf, am Ostermontag, kommt die Nachricht aus dem Vatikan: Papst Franziskus ist im Alter von 88 Jahren verstorben. 0:14 Der Argentinier, bürgerlich Jorge Mario Bergoglio, war nach offizieller Zählung der 266. Papst der katholischen Kirche. 0:21 Damit war er das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Menschen, die zur katholischen Kirche gehören. 0:26 Er konnte das kleinste Land der Erde wie ein unumschränkte Herrscher regieren. Was er sagte, das hatte Einfluss auf Menschen auf der ganzen Welt. 0:34 Das Papsttum bezieht sich auf eine fast 2000-jährige Geschichte. Wie sich das Amt vom frühen Christentum bis zu Franziskus verändert hat und 0:42 welchen Einfluss Päpste auf die Geschichte Europas und der Welt genommen haben, das erfahrt ihr in diesem Video. 0:51 Für die Geschichte des Papsttums starten wir bei Jesus und seinem Jünger Petrus. Vermutlich um das Jahr 30 herum stirbt Jesus von Nazareth in Jerusalem am Kreuz. 1:01 Seine Jünger und weitere Anhängerinnen und Anhänger verbreiten seine Lehren weiter, zunächst im heutigen Israel, Palästina und Syrien, 1:08 dann in Kleinasien und Griechenland und schließlich im ganzen Imperium Romanum, im Römischen Reich. 1:14 Über die Anfänge der christlichen Kirche haben wir schon mal ein Video gemacht. Das findet ihr, wenn ihr oben auf das i klickt. 1:19 Daher nur die Kurzfassung an dieser Stelle hier. Die frühen christlichen Gemeinden bilden noch keine zusammenhängende Kirche, 1:25 wie wir sie heute kennen. In den einzelnen Städten und Regionen 1:28 gibt es Bischöfe, die etwa ab der Mitte des zweite Jahrhunderts als die höchsten Geistlichen den Gemeinden vorstehen. 1:35 So einen Bischof gibt es auch in Rom. Die Bischöfe von Rom sehen sich in einer ganz besonderen Tradition. 1:40 Denn in Rom soll Simon Petrus, ein Jünger von Jesus, die Gemeinde geleitet haben. Jesus hebt Petrus unter seinen Jüngern besonders hervor. 1:48 Petrus ist also, wie man auf Latein sagt, primus inter pares, der erste unter gleichen. 1:53 Ob Petrus wirklich in Rom war und wie er dort gewirkt hat, das ist historisch nicht sicher belegt. 1:58 Zeitsprung: Ab dem Jahr 254 amtiert ein Mann namens Stephan als Bischof von Rom, 2:03 und er beansprucht eine herausgehobene Stellung in der Christenheit. Er bezieht sich dabei auf 2:08 die herausgehobene Stellung, die Petrus unter Jesus' Jüngern gehabt haben soll. Stephan wendet sich gegen andere Bischöfe, die andere Glaubenspraktiken 2:15 als er selbst vertreten. Und er forciert den Anspruch des Bischofs von Rom wichtiger zu sein 2:21 als die anderen Bischöfe. Wie kommt es nun zu dem Titel Papst? 2:25 Der Begriff Papst geht auf die Anrede Páppa zurück, der im östlichen Mittelmeerraum für Priester und auch für Bischöfe verwendet wird. 2:32 Páppa heißt übersetzt aus dem altgriechischen „Vater“. Eine ehrende Bezeichnung, die anzeigt, dass ein Bischof eine Autorität genießt, 2:40 wie eben der eigene Vater. Im vierten Jahrhundert 2:43 setzt sich die Bezeichnung dann als Amtstitel für den Bischof von Rom durch. Ohnehin ist das vierte Jahrhundert entscheidend für das Christentum. 2:50 Lange Zeit arbeiten die Christen im Untergrund. Sie werden sogar vom römischen Staat verfolgt. 2:55 Aber das Christentum bekommt immer mehr Anhänger und Einfluss. Ab 313 ist die Religion erlaubt und später 3:02 wird sie sogar zur führenden Religion des Römischen Reichs. Und noch etwas passiert in diesen Jahren: Das Römische Reich wird geteilt 3:10 in Westrom und in Ostrom mit der Hauptstadt Konstantinopel. Die Päpste verbinden ab dieser Zeit mit dem Titel den Anspruch, 3:18 dass die anderen Kirchenoberen ihnen gehorchen sollen. In den beiden Reichsteilen 3:23 entwickeln sich die Kirchen in den folgenden Jahrhunderten unterschiedlich. Das Westreich geht bald unter und unabhängige Reiche entstehen. 3:30 Aber die Bischöfe von Rom schaffen es trotzdem, ihren Führungsanspruch in der Kirche durchzusetzen. 3:35 Die Päpste beanspruchen nun auch zunehmend die Autorität über die weltlichen Herrscher. 3:40 Im westlichen Europa verbreiten sich weiter christliche Gemeinden, und auch die mächtigen Herrscher des Frankenreichs 3:45 bekennen sich zum Christentum. Das Ostreich besteht als Byzantinisches Reich weiter. 3:51 Im Osten haben die Päpste aber immer weniger konkreten Einfluss. Hier entsteht im siebten Jahrhundert außerdem eine neue Religion, 3:58 die sich rasch sogar bis Spanien und an die Grenzen des heutigen Frankreichs ausbreitet: der Islam. 4:03 Aber auch im Westen ist der Papst nicht unangefochten. Eine entscheidende Rolle spielt dann Leo III. 4:09 Leo amtiert seit dem Jahr 795 als Papst. Er hat es nicht leicht, denn die Familie seines Vorgängers will ihn loswerden. 4:16 Sogar ein Attentat wird auf ihn verübt. Leo wendet sich an den damals mächtigsten Mann Europas, 4:21 nämlich an den Frankenkönig Karl König Karl sieht sich dem byzantinischen Kaisertum ebenbürtig. 4:26 Er will seinen Rang erhöhen und ebenfalls Kaiser werden. Ganz vereinfacht gesagt, läuft der Deal so: 4:31 König Karl hilft Papst Leo und der krönt Karl dafür zum Kaiser. Und genau das geschieht im Jahr 800. 4:38 Ihr seht: Päpste sind längst nicht nur Kirchenoberhäupter. Es ist manchmal auch Politik, manchmal reiner Machtkampf, 4:44 wer Papst wird. Zuerst bestimmen das vor allem einflussreiche römische Familien, 4:48 bald dann im Besonderen die Kardinäle. Auch die stammen zunächst in erster Linie aus römischen Familien, 4:54 die versuchen, durch die Papstwahl jeweils ihre Macht in der Stadt zu stärken. Gerade im Mittelalter ist es nicht einfach, 4:59 den Überblick über die vielen, oft wechselnden Päpste zu behalten. Wichtig ist: 5:04 Zu Beginn des Hochmittelalters, also etwa ab dem elften Jahrhundert, sind Kaiser und Papst zum Erhalt ihrer Macht eng aufeinander angewiesen. 5:12 Der Papst legitimiert das Kaisertum und hat zugleich geistliche Ansprüche als Vorsteher der Bischöfe des Reiches. 5:18 Und der Papst ist schon seit dem achten Jahrhundert nicht nur geistliches Oberhaupt, sondern gleichzeitig weltlicher Herrscher 5:24 über den Kirchenstaat, ein Gebiet in Italien. Im elften Jahrhundert 5:29 wachsen zwischen den Christen in Ost- und Westeuropa Spannungen. Die Bischöfe im Osten unter anderem in Griechenland und Kleinasien, erkennen 5:37 jetzt zunehmend den Papst nicht mehr als primus inter pares an. Die Kirche spaltet sich. 5:42 Der Papst ist jetzt Chef der Kirche in West- und Mitteleuropa. In Osteuropa, auf dem Balkan, in Griechenland und Kleinasien 5:49 gibt es fortan die orthodoxe Kirche, und die sieht den Papst nicht als ihr Oberhaupt. Vertieft wird dieser Bruch später auch durch die Kreuzzüge. 5:56 Denn die Heere aus dem Westen unterwerfen nicht nur Muslime und Juden, sondern auch östliche Christen. 6:02 Im elften Jahrhundert wachsen auch die Spannungen zwischen den Päpsten und den Herrschern des Heiligen Römischen Reichs. 6:08 1073 wird Gregor VII. Papst. Unter ihm eskaliert der Streit. 6:13 Auslöser war die Frage, ob der Kaiser Bischöfe eigenständig einsetzen darf, also Macht auch über die Kirche hat. 6:19 Letztlich geht es dann aber darum, wer mehr zu sagen hat, wer über wem steht der Kaiser über dem Papst oder der Papst über den Kaiser? 6:27 Gregor hat eine klare Meinung: Der Papst soll über dem Kaiser stehen und sogar die Macht besitzen, Könige und Kaiser abzusetzen. 6:35 Römisch-Deutscher Kaiser und Anwärter aufs Kaisertum ist damals Heinrich IV. Er hat Probleme, denn die Fürsten seines Reichs wollen mehr mitregieren als bisher. 6:44 Dazu kommt der Streit mit dem Papst. Heinrich setzt Papst Gregor ab und Gregor exkommuniziert König Heinrich. 6:51 Er wirft ihn also sozusagen aus der Kirche und setzt ihn damit ebenfalls ab. Für Heinrich ist das schwierig, denn er hat ja den Ärger mit den Fürsten. 6:59 Die verlangen, dass der König die Situation klärt. Sonst, so drohen sie, würden sie einen neuen König wählen. 7:06 Und jetzt macht er etwas Überraschendes. Heinrich, er ist Mitte 20, macht sich auf zum Papst, 7:12 weil der befürchte, der König komme, um sich mit Waffengewalt durchzusetzen, verschanzt er sich in der Burg von Canossa. 7:19 Aber Heinrich kommt als Büßer angeblich barfuß im Schnee. Er unterwirft sich dem Papst. 7:25 Und weil der Papst in erster Linie Bischof, also ein Geistlicher ist, kann er gar nicht anders als den Büßer wieder aufzunehmen. 7:32 Heinrich hat mit diesem Schachzug also seine Position gesichert. Im Anschluss kämpft er 7:36 die gegnerischen Fürsten nieder und sichert so seine Herrschaft. Die Konkurrenz zwischen den beiden Männern geht aber weiter. 7:44 Sieben Jahre später, im Jahr 1080, bannt Papst Gregor, der siebte König Heinrich IV. erneut. 7:51 Aber diesmal geht das Spiel andersherum. Etliche Bischöfe bleiben an Heinrichs Seite, 7:55 sodass der einen Gegenpapst wählen kann, der ihn dann zum Kaiser krönt. Showdown zwischen Papst und Kaiser. 8:02 So ist der Gang nach Canossa in der Geschichte hängen geblieben. Für die Zeitgenossen war die Auseinandersetzung wohl nicht ganz so dramatisch. 8:10 Im Jahr 1309 verlegt Papst Clemens V. die päpstliche Residenz von Rom, sogar nach Avignon in Frankreich. 8:17 Der Umzug führt zu einer Spaltung der katholischen Kirche. Auch nachdem Gregor XI. nach Rom zurückkehrt, 8:23 kommt es bald zum erneuten Konflikt und zur Wahl eines Gegenpapstes. Man spricht vom sogenannten abendländischen Schisma. 8:30 In der Zeit zwischen 1378 und 1417 gibt es daher immer zwei Päpste, öfter auch an unterschiedlichen Orten. 8:37 Dass sich mehrere Männer gleichzeitig als Papst betiteln, gibt es in den Jahrhunderten davor übrigens häufiger. 8:43 Erst das Konzil von Konstanz oder Konschtanz am Bodensee beendet die Trennung. Man einigt sich auf einen Papst, und der sitzt wieder in Rom. 8:51 Ab Mitte des 15. Jahrhunderts stabilisiert sich das Papsttum. Es gibt keine Gegenpäpste mehr. 8:56 Die Päpste dieser Zeit erscheinen uns mehr und mehr als weltliche Herrscher und weniger als geistliche Führer. 9:02 In dieser Zeit wird es üblich, dass Männer aus wenigen mächtigen Familien gleich mehrere Bischofsämter kontrollieren, 9:09 egal ob sie aus geistlicher Sicht wirklich dafür geeignet wären. Manche sammeln Bischofssitze wie andere heute Pokémonkarten. 9:16 Nur sind solche Bischofssitze eben etwas mehr wert als Pokémonkarten, vorsichtig gesagt. Sie verfügen über gewaltige Einkünfte, insbesondere wenn die Bischöfe zugleich weltliche Herrscher sind. 9:27 So der Papst in Rom oder die deutschen Fürstbischöfe. Einige Päpste dieser Zeit zeugen Kinder und versorgen sie auch. 9:34 Und sie protzen mit ihrem Reichtum. Sie geben Kunstwerke in Auftrag, die wir heute noch bestaunen. 9:39 Die Sixtinische Kapelle zum Beispiel oder den Petersdom. Es ist die Zeit der Renaissance. 9:44 Also ja, diese Männer führen Krieg, handeln aus unserer heutigen Perspektive maximal unmoralisch. Manche lügen, betrügen, machen alles, was man sich an Schlechtem 9:55 nur vorstellen kann. Aber die Renaissance-Päpste stehen für einen Höhepunkt des Papsttums, 10:00 was Macht, Prunk und Gestaltungswillen angeht. Ein Beispiel: Papst Alexander VI. teilt einfach 10:06 die „Neue Welt“ zwischen Spanien und Portugal auf. Bis heute spricht man deshalb in Brasilien Portugiesisch. 10:12 Aber dann kommt das Jahr 1517. Und mal wieder spaltet sich die Kirche. 10:17 Der Mönch und Theologe Martin Luther protestiert gegen die Zustände in der katholischen Kirche. 10:22 In seinen Augen macht sich eine Prunksucht und Überheblichkeit unter vielen Geistlichen breit. 10:27 Besonders beim Ablasshandel, durch den sich die Gläubigen bei der Kirche von ihren Sünden mehr oder weniger freikaufen können. 10:33 Mit seiner Kritik bricht Luther die Reformation vom Zaun, die die Kirche tief spaltet 10:38 und schließlich zur Gründung der Evangelischen Kirchen führt. Die Päpste fördern die Gegenreformation, die besonders den Süden Europas prägt. 10:46 Einen Papst aus dem 16. Jahrhundert erwähnen wir hier noch, nämlich Gregor XIII. Er ist an Naturwissenschaft interessiert, vor allem an Astronomie. 10:55 In Europa gilt bisher der julianische Kalender, der nach Julius Caesar benannt ist. 10:59 Aber dessen Berechnungsmethode hat ein Problem. Sie stimmt nicht wirklich mit den Bewegungen von Mond und Sonne überein. 11:06 Und das führt dazu, dass in jedem Jahr etwa elf Minuten zu wenig berechnet werden. Das hört sich erst mal wenig an, aber nach eineinhalb Jahrtausenden 11:14 unterscheiden sich der natürliche Kalender und der julianische Kalender um gut zehn Tage. 11:19 Papst Gregor XIII. reformiert im Jahr 1582 den Kalender. Auf den 4. Oktober folgt in diesem Jahr direkt der 15. Oktober, um die Ungenauigkeit auszugleichen. 11:30 Bis heute nutzen wir den nach ihm benannten Gregorianischen Kalender. Jetzt machen wir einen weiteren Sprung, und zwar bis ins Zeitalter der Aufklärung. 11:38 Das sogenannte „Zeitalter der Vernunft“, etwa ab dem Jahr 1700. Die Lehre der Kirche, ganz besonders der katholischen Kirche, 11:45 spielt für die Erklärung der Welt eine immer geringere Rolle. Die Naturwissenschaften gewinnen an Bedeutung. 11:51 In der Weltgeschichte hat sich einiges getan. Die Religion bzw. die Konfessionszugehörigkeit 11:57 verliert ihre dominante Rolle im politischen Geschehen. Und dann? 12:01 Dann kommt 1789 die Französische Revolution. Sie richtet sich nicht nur gegen das Königtum, in dem Religion 12:08 noch eine wichtige Rolle spielt, sondern auch gegen die Religion selbst. Und diese Revolution führt in Teilen Europas zur Trennung von Kirche 12:16 und Staat mit tiefen Auswirkungen auf die römisch-katholische Kirche. Es ist ja schon lange so, dass die Päpste die Kirchenlehre vorgeben. 12:24 Und doch haben bis zum 19. Jahrhundert die Bischöfe und Pfarrer noch relativ viel Spielraum, die Lehren zu interpretieren. 12:30 Als im 19. Jahrhundert die Moderne anbricht, da konzentriert sich die römisch-katholische Kirche auf den Papst. 12:36 Die Kirche, wie wir sie heute kennen, die Papstkirche entsteht damals. Besonders Pius IX. steht dafür. 12:43 Der Papst mit der längsten Amtszeit amtiert zwischen 1846 und 1878, also ganze 32 Jahre. Allerdings ist er noch weltlicher Herrscher des Kirchenstaats. 12:53 Am Ende werden die Gebiete des Kirchenstaats, die außerhalb der Stadt Rom liegen, teil des italienischen Nationalstaats. 13:00 Den Machtverlust nach außen ersetzt Pius dann mit Machtgewinn in der Kirche selbst. Im Jahr 1870 lässt er die päpstliche Unfehlbarkeit festschreiben. 13:09 Das bedeutet nicht, dass der Papst keine Fehler macht, aber er kann sich in Fragen des Glaubens und der kirchlichen Sitte 13:15 verbindlich äußern, also allgemeingültige Aussagen treffen. Allerdings muss er sich dazu auf seinen Bischofsthron setzen 13:21 und erklären, dass die folgenden Aussagen unfehlbar sind. Also während sich in Europa überall demokratische Bewegungen erheben, 13:28 bekennt sich die katholische Kirche dazu, dass der Papst ein unumschränkte Herrscher ist. Tatsächlich haben Kirche und Papst 13:34 auch im Zeitalter der Nationalstaaten immer noch Macht und Einfluss. Beispiel: Deutsches Kaiserreich. Das entsteht 1871. 13:43 Sein bestimmender Politiker ist in dieser Zeit Otto von Bismarck. Der will den Einfluss der katholischen Kirche zurückdrängen. 13:50 Denn zum Beispiel die Schulen liegen in der Aufsicht der Kirche. Ehen werden nicht auf dem Standesamt geschlossen. 13:57 Auch das ist Sache der Kirche. Bismarck erlässt Gesetze, die das ändern. 14:02 In den 1870er Jahren ringen vor allem in Deutschland, aber auch in anderen Staaten katholische Kirche und Staat miteinander. 14:09 Man nennt das Kulturkampf. Schule und Ehe sind künftig offiziell unter Aufsicht des Staates. 14:15 Im 20. Jahrhundert verfügen die Päpste quasi über keine politische Macht mehr. Josef Stalin, der sowjetische Diktator, fasst es in einer Frage zusammen: 14:23 Wie viele Divisionen, also wie viele Soldaten oder Truppen, hat der Papst? Eben keine. 14:28 Aber was der Papst verfügt, das bleibt für viele Katholiken sehr wichtig. Papst Paul VI. verkündet 1968 folgende Regel für Katholiken: 14:38 Keine Verhütung, also keine Pille, keine Kondome. Und viele gläubige Katholiken halten sich auch an diese Regel. 14:45 Der Papst ist im 20. Jahrhundert eine moralische Autorität, und was er sagt, wird gehört. Nicht zuletzt trägt die Kritik des polnischen Papstes Johannes Paul II. 14:54 am Sowjetkommunismus zum Widerstand in seinem Heimatland und schließlich auch dem Sturz des Kommunismus bei. 15:00 Trotzdem verliert die Kirche und mit ihr das Papsttum weiter an Einfluss. Auch als moralische Instanz. 15:06 Dafür gibt es verschiedene Gründe. Aber eine wichtige Rolle spielt dabei, dass immer mehr Fälle sexuellen 15:12 Missbrauchs öffentlich werden, die die katholische Kirche lange verharmlost und auch verheimlicht hat. 15:18 Ich bespreche dieses Thema hier jetzt nicht ausführlich, werde ich euch aber oben zu diesem Thema etwas auf dem i. 15:23 Falls ihr mehr dazu erfahren wollt. Ein sehr wichtiges Thema. Mich würde jetzt mal interessieren, was ist euch denn wichtig, 15:29 wenn es um das Papsttum geht? Gibt es Päpste, die ihr vielleicht besonders bewundert? 15:33 Zum Beispiel den jüngst verstorbenen Papst Franziskus? Was hätten wir noch in diesem Video erwähnen können? 15:39 Gibt es ein Thema, das wir nicht aufgegriffen haben? Eines ist sicherlich die Rolle des Papstes 15:44 während der Zeit des Nationalsozialismus. Das ist sehr, sehr interessant, sehr wichtig. 15:48 Dazu findet ihr ein Video hier von den Kollegen von Terra X History. Schaut da auch gerne mal rein. 15:54 Ich sag in diesem Moment: Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.