Verwundbarkeit von Räumen durch Naturgefahren | Vulnerabilität | Resilienz Geographie Abitur BW 2026 Geographie Abitur https://www.youtube.com/watch?v=BnVURIoEVyg Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hey, am Ende dieses Videos kannst du die Verwundbarkeit von Räumen durch Naturgefahren erläutern. Abiturrelevante Begriffe, die du in diesem Video 0:09 kennenlernen wirst, sind Risiko, Hazard, Verwundbarkeit und Vulnerabilität, Widerstandsfähigkeit und Resilienz und noch ein paar mehr, um das Ganze auch 0:18 mit Fachbegriffen sehr gut erklären zu können. Ein starkes Erdbeben mit der Stärke 7,0 trifft zwei Länder. In Land A gibt es 300.000 1000 Tote in Land B 0:29 weniger als 1000. Wie kann das sein? Was könnte also der Unterschied für solche hohen Differenzen bei den Auswirkungen im Bezug auf die Tote sein? 0:40 Naturereignisse gibt es ständig, ob das Erdbeben sind, Stürme, Hochwasserd, Dürre, aber nicht jedes Naturereignis wird automatisch auch zur Katastrophe. 0:50 Entscheidend ist, wie stark Menschen oder auch Sachgüter betroffen sind und wie gut ein Raum damit umgehen kann. Genau darum geht es heute um Hazard, 0:59 Risiko, Vulnerabilität und Resilienz. Und wir schauen uns das am Ende an den Fallbeispielen oder an dem Raumbeispiel Chile und Haiti genauer an. 1:08 Naturereignis, Naturgefahr, Hazard. Was ist jetzt eigentlich der Unterschied? Ein Naturereignis ist zunächst ein natürliches Geschehen, z.B. ein 1:16 Erdbeben, ein Vulkanausbruch oder ein Sturm oder wie hier in dem Bild zu sehen, ein Waldbrand. Erst wenn dadurch Menscheninfrastruktur oder 1:23 wirtschaftliche Werte geschädigt werden, sprechen sprechen wir von einer Naturgefahr bzw. einem Hazard. Hazard bedeutet also die Gefährdung, also die 1:33 Gefahr, die von einem Naturereignis ausgeht, Schaden zu verursachen. Und das ist der zentrale Punkt eben nicht das Ereignis, also das Naturereignis allein 1:43 macht die Katastrophe, sondern erst wenn es zu einer Naturgefahr wird, also Auswirkung auf Gesellschaft und Raum hat. 1:51 Außerdem ist eine Unterteilung in verschiedene Gruppen von Naturgefahren möglich, z.B. Wettung, Klima, z.B. Hhael, starkregen, Hitze, Kälte, Düre, 1:59 Stürme, dann die Hydrologie, also alles was mit Wasser zu tun hat, Meeresspiegelanstieg, Hochwasser, Tsunami, Lawine oder Mure. Wir haben die 2:07 Geologie, also Massenbewegungen, Felssturz, Erdbeben, Vulkane und die Biologies, was wie invasive Arten, Schädlinge, Krankheiten. 2:17 Die Exposition beschreibt, wie stark Menschen und Sachwerte einer Naturgefahr ausgesetzt sind. Als einfaches Beispiel, wir in Deutschland haben super selten 2:26 Erdbeben. In Japan, was an der Plattengrenze liegt, super häufig Erdbeben. Das heißt, die Exposition von Japan ist deutlich höher als die 2:34 Exposition von Deutschland. Ein starkes Erdbeben in einer unbewohnten Region ist gefährlich, aber die Schäden bleiben oftmals eben begrenzt. Ein schwacheres 2:43 Beben in der dicht besiedelten Stadt dagegen kann eben verherend sein. Die Exposition ist also die Betroffenheit im Raum. Vulnerabilität bedeutet 2:51 Verwundbarkeit. und meint eben hier die gesellschaftliche Verwundbarkeit. Sie hängt ab von zwei Kernbereichen, der 2:59 Anfälligkeit, also wie wahrscheinlich Schäden eintreten und der Mangel an Bewältigungs und Anpassungskapazität. Dabei ist wichtig zu unterscheiden, die 3:07 Bewältigungskapazität ist die Fähigkeit im akuten Ereignis schnell reagieren zu können, um Schäden zu begrenzen. Die Anpassungskapazität 3:15 ist die Fähigkeit, langfristige Strukturen aufzubauen, die zukünftige Schäden reduzieren. Also eigentlich man lernt aus der Naturgefahr, die eben 3:23 entsprechend bereits große Auswirkungen hatte und ähm zukünftige Naturereignisse sind dann eben viel weniger häufig naturgefahren. 3:33 Das Risiko entsteht aus der Kombination von Exposition und Vulnerabilität. Und je schwächer die Anpassungskapazität beispielsweise ausgeprägt ist, desto 3:43 höher ist die Vulnerabilität. Erst aus dieser Verbindung ergibt sich, wie hoch die Gefahr ist, dass ein Naturereignis tatsächlich zu schweren 3:51 Schäden führt. Und deshalb kann ein Land mit hoher Exposition trotzdem ein mittleres Risiko haben, wenn eben seine Resilienz hoch ist. Wir sehen hier 3:59 beispielsweise das Auftreffen eines Tsunamis vom 26. Dezember 2004 auf die Küste Thailands hier bei Aonang. Und was äh hier natürlich fatal ist, die Welle 4:10 bricht rein und Menschen stehen hier noch entsprechend. Das heißt, hier hat auf jeden Fall ein frühwahensystem nicht gut funktioniert. 4:17 Resilienz. Resilienz ist die Widerstandskraft und sie macht eben aus, dass manche Staaten Krisen besser bewältigen können als andere. Länder mit 4:26 einem guten Gesundheitssystem, mit guten, schnellen, effektiven und geübten Frühwahensystem und Katastrophenschutzplänen 4:34 haben eine höhere Resilienz, eine geringere Vulnerabilität und damit meist ein geringeres Risiko, auch wenn sie eine hohe Exposition haben. Die 4:43 Naturgefahr selbst kann der Menschen nicht verhindern, aber die Verwundbarkeit kann er aktiv senken, indem er eben das Risiko reduziert. 4:52 Weltweit zeigt sich, dass Naturgefahren nicht gleichmäßig verteilt sind. In deinem Atlas findest du sicherlich eine Karte zu Naturgefahren. Das heißt, 5:00 pausiere bitte das Video jetzt gerne hier. Suche eine Karte in deinem Atlas zu Naturgefahren und schau dir mal an. Besonders auffällig sind eben Erdbeben 5:08 und Vulkangürtel an Plattengrenzen, tropische Wirbelstäum Stürme in bestimmten Meeresräumen, weil einfach da die optimale Wassertemperatur vorliegen 5:17 und die Sturmflutgefährdung der Küste und aber auch Regionen mit Dürre oder Meeresspiegelanstieg. Naturgefahren sind also immer eine Frage 5:26 der räumlichen Lage. Es gibt sehr viele verschiedene Naturgefahren und die Übersicht zur Massenbewegung ordnet verschiedene Prozesse nach Art des 5:35 Materials, also Festgestein oder Lockermaterial, der Bewegungsart fließend, kleitend oder stürzend, der Geschwindigkeit und dem Wassergehalt. 5:43 Das ist wichtig, weil nicht jede Hangbewegung gleich funktioniert. Bei Festgestein treten eher Bergstürze oder Steinlawinen auf. bei Lockermaterial 5:51 eher Rutschungen, Schlammströme, Schutzströme und Bodenfließen. Auch hier zeigt sich die konkrete Naturgefahr hängt stark von den naturräumlichen 5:59 Bedingungen ab, ob es sich dann eben entsprechend für den Menschen und Sachwerte negativ auswirkt oder nicht. Weltweit steigt die Zahl globaler 6:08 Schadensereignisse. Wir haben hier schon eine deutliche Schadenszunahme von 1920 bis 2000 zu verzeichnen, aber auch von 2000 bis 2019. ist es noch mal deutlich 6:18 angestiegen. Sichtbar ist also insgesamt ein ansteigender Trend, vor allem was Wetter und Wasser bezogene Ereignisse angeht, wie Stürme, Überschwemmungen, 6:26 Düre und Hitzewellen, was eben auf den anthropogenen Klimawandel zurückzuführen ist. Mehr Schadensereignisse bedeutet übrigens nicht automatisch, dass 6:35 Naturprozesse plötzlich stärker geworden sind, sondern es hat oftmals auch eine bessere Erfassung, eine zunehmende Besiedlung auch gefährder Räume und 6:43 steigender Sachwerte eine Rolle. Wenn man ausgewählte Staaten genauer anschaut, wird relativ schnell klar, dass Länder wie Vanuatu, Tonga oder 6:52 Dominika eine sehr hohe Exposition haben. Auch Japan ist hoch exponiert. Wenn man die Länder dann aber entsprechend noch mal vergleicht, haben 6:59 sie trotzdem ein sehr unterschiedliches Risiko aufgrund der Vulnerabilität. Deutschland dagegen ist eben sehr gering exponiert. Spannend ist hier der 7:09 Weltrisikoindex. Auch der sollte in deinem Atlas zu finden sein. Risiko entsteht durch Exposition und Vulnerabilität und ein Start kann sehr 7:17 stark exponiert sein, aber durch eine gute Vorsorge ein vergleichgeweises geringes Risiko haben und umgekehrt kann ein Staat mit geringer Exposition durch 7:26 hohe Verwundbarkeit sehr stark gefährdet sein. Wie lässt sich jetzt die Resilienz von einzelnen Staaten verbessern? intakte Ökosysteme schützen und pflegen. 7:37 Gerade Wälder, Mankroven, Feuchtgebiete, Dühnen können eine Schutzfunktion gegen Naturgefahren übernehmen. Sie wirken als natürlicher Puffer, dämpfen, Wellen, 7:45 bremsen Wind, stabilisieren Böden und speichern Wasser. Wenn solche Ökosysteme zerstört werden, z.B. durch Bebuung von Küsten, Abholzung oder Entwässerung, 7:54 steigt das Katastrophenrisiko. Der Raum verliert seine natürliche Schutzwirkung und damit seine Resilienz. Genau das ist ein wichtiger 8:02 Prüfungsaspekt im Abitur. Natur und Gesellschaftssysteme greifen immer ineinander. Auch verbesserte und vorhersage basierte Katastrophenhilfe 8:12 kann langfristig einen großen Unterschied machen. Und die Idee dahinter ist, Frühwahensysteme und Prognose zu nutzen, um Maßnahmen vor dem 8:19 Eintreten des Ereignisses auszulösen, z.B. Evakuierungen, Materialbereitstellungen oder Schutz kritischer Infrastruktur wie 8:26 beispielsweise Krankenhäuser. Katastrophenschutzpläne trainieren und das Risiko Bewusstsein in der Bevölkerung erhöhen ist ein extrem guter 8:35 Hebel, um die Resilienz zu verbessern. Das alles sind direkte Hebel zur Senkung der Vulnerabilität, weil eben dadurch die Bewältigungskapazität im Ernstfall 8:44 steigt. Wir vergleichen jetzt Haiti und Chile. Beide Länder waren 2010 von schweren Erdbeben getroffen, aber die Folgen 8:52 waren extrem unterschiedlich. Genau daran lassen sich Vulnerabilität, Resilienz und Risiko nämlich hervorragend erklären. Beide Staaten 8:59 liegen an aktiven Plattenrenzen und sind deshalb grundsätzlich exponiert gegenüber Erdbeben. Chile liegt der Subduktionszone an der Westküste 9:07 Südamerikas und dort taucht eine ozeanische Platte unter die südamerikanische Platte ab. Das führt zu extremen Spannungsaufbau und sehr 9:14 starken Erdbeben. Haiti liegt in der Karibik an der tektonisch aktiven Platengrenze mit seitlicher Plattenbewegung und komplexen 9:22 Störungszonen. Hier ist es in der Transformstörung sehr simpel dargestellt. Schaut ihr gern mal im Atlas auch die Platte entsprechend an in 9:29 der Karibik. Das sind sehr spannende Verhältnisse, die dort herrschen. In beiden Fällen ist die Hasszeite also hoch, aber das erklärt noch lange nicht 9:38 die Opferzahlen. Entscheidend ist nämlich die gesellschaftliche Verwundbarkeit. Wenn wir die beiden Erdbeben miteinander vergleichen, haben 9:44 wir einen brutal deutlichen Befund, nämlich Chile hat eine Magnitude von 8,8 und ca. 700 Toten, ca. 2 Millionen Obdachlosen und der materielle Schaden 9:55 wird auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. In Haiti hatte es eine Magnitude von 7,0, aber ca. 220 000 Tote. Obdachlose waren ca. 1,85 10:07 Millionen und der geschätzte materielle Schaden lag bei ca. 8 Milliarden US-Dollarn. Warum waren also die Folgen so unterschiedlich? Zunächst vergleichen 10:15 wir einige zentrale Strukturdaten. Das ist immer total wichtig, dass du dir die Strukturdaten dann entsprechend anschaust. Im Abitur hast du das auch 10:22 häufig in der Tabelle dann gegeben. Wir schauen uns jetzt die Strukturdaten von 2010 an, nicht die aktuellen, damit wir es eben in Bezug auf das Erdbeben 10:31 vergleichen können. Chile hat eine Bevölkerung von 17 Millionen, HIT 10 Millionen. Das BNE pro Kopf ist in Chile mit 14311 10:40 USDLAR KKP deutlich höher als Haiti mit 1151 USDAR. Die öffentliche Gesundheitsausgabe pro Kopflagen in 10:49 Chile bei 863$ und in Haiti bei 58$. Die der Korruptionsindex Chile liegt auf Platz 21, Haiti auf 146. 11:01 Der HDE liegt den Chile bei 0,805 und den HIT bei 0,454. Und das zeigt eben Chile hatte eine deutlich stärkige staatliche und 11:10 gesellschaftliche Handlungsfähigkeit. ist insgesamt ein deutlich wohlhabenderes Land und hat somit eben bessere Schutzsysteme und somit eine 11:18 deutlich geringere Vulnerabilität, obwohl das Erdbeben eine deutlich höhere Magnitude hatte. Nach dem Ereignis wurden viel in den Katastrophenschutz 11:27 investiert, in Chile, in Haiti Leiter nicht. Das heißt, in Chile wurden Evakuierungsroen markiert, Sicherheits- und Warnhinweise angebracht, Schulen und 11:36 kritische Einrichtungen in gefährdeten Bereichen nicht mehr gleichgebaut wie vorher und eine Katastrophenvorsorge wurde gesellschaftlich breit verankert, 11:44 auch in Bildungszwecken. Das ist ein klares Beispiel für eine Anpassungskapazität und steigende Resilienz. Haiti dagegen hatte eine 11:51 massive Katastrophenlage. Viele Menschen lebten bereits in prekären Verhältnissen. Die Gebäude waren schlecht gebaut und wurden auch schlecht 11:58 wieder aufgebaut. Die Infrastruktur und Rettungssysteme sind schwach. Stromkommunikations und Verkehrsnetze sind komplett zusammengebrochen und der 12:07 Wiederaufbau hat sehr sehr lange gedauert und auch 10 Jahre danach zeigt sich, dass Haiti noch nicht geschafft hat, wieder auf den Stand ähm von vor 10 12:15 Jahren zu kommen. Hier zeigt sich hohe Vulnerabilität in fast allen Bereichen im Bezug auf die soziale Lage, die Bausubstanz, die Infrastruktur, das 12:23 Gesundheitswesen und das Krisenmanagement. Okay, jetzt schauen wir gemeinsam, was du bisher kannst. Überprüfe bitte dein 12:30 Wissen. Stell dir einen Timer auf 5 Minuten und stoppe das Video. Löse die Aufgabe bitte in Stichpunkten. Definiere zunächst die Begriffe 12:38 Naturereignis, Naturgefahr, Hessert, Exposition, Vulnerabilität und Resilienz. Erkläre dann den Zusammenhang zwischen diesen Begriffen und dem 12:48 Risiko. Hier hast du einige Stichpunkte in Bezug auf die Lösung. sind natürlich sehr kurzdefinitionen. Du darfst es gerne 12:57 auch ein bisschen ausfülliger machen. Ähm spul dafür gerne auch auf die entsprechenden Folien im Video zurück und schau dir das noch mal an. Ergänze, 13:04 [schnauben] falls nötig. Und dann gehen wir direkt Zusammenfassung über. Wir fassen zusammen, was du gelernt hast. Du hast gelernt, dass Naturgefahren 13:12 räumlich ungleich verteilt sind und stark von der Lage und naturräumlichen Bedingungen abhängen. Das Risiko ist nicht identisch mit der Naturgefahr. Es 13:20 entsteht aus Exposition und Vulnerabilität. Resilienz kann aktiv aufgebaut werden durch Vorsorge, Infrastruktur, Bildung, Frühwahnsysteme 13:28 und den Schutz natürlicher Ökosysteme. Der Vergleich zwischen Chile und Haiti zeigt als Raumbeispiel perfekt, warum ein stärkeres Erdbeben nicht automatisch 13:37 mehr Todesopfer bedeutet. entscheidend ist, wie verwundbar ein Raum ist und auch welche Anpassungsstrategien auf solche ähm Naturgefahren folgen. Im 13:46 Abitur geht es übrigens primär nicht ums Auswendig lernen, sondern darum Zusammenhänge zu erklären und zu verstehen. Prüfe daher immer, ob du dein 13:54 Wissen auch anwenden kannst. Wir haben jetzt gemeinsam den Bildungsstand Verwundbarkeit von Räumen durch Naturgefahren erläutern abgehakt. Und 14:03 wenn du noch mehr Videos möchtest, like dieses Video, gerne abonniere den Kanal und ich freue mich sehr über liebe Kommentare. Wenn du die beste 14:11 Vorbereitung auf dein Geografieabitur möchtest, Abituraufgaben mit mir gemeinsam löst, Informationstexte, übersichtliche Schaubilder etc. 14:18 Musterlösungen haben möchtest und eine ganz klare Lernstruktur, dann klick gerne auf den Link zur Warteliste für dein Geografie Abitur Kurs 14:26 Badenwürtemberberg in der Beschreibung. Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lernen.