Greenwashing erklärt: Was Unternehmen jetzt beachten müssen GÖRG https://www.youtube.com/watch?v=BJhXFWEv-to Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Ich bin Julia Selbmann Romano, Rechtsanwältin bei Görk in Berlin und ich berate Unternehmen in allen Angelegenheiten des Vertriebs und der 0:08 Bewerbung ihrer Produkte. Ich bin Kre Mendelson Usmann, Rechtsanwalt am Berliner Standort von GK und ich berate unsere Mandanten in den 0:15 Gebieten IP und Commercial, unter anderem auch in wettbewerbsrechtlichen Angelegenheiten. Wir sind Ihre Experten zum Thema Greenwashing. Greenwashing 0:23 bezeichnet das Behaupten unwahrer, übertriebener oder unbelegter Umweltversprechen, mit denen sich Unternehmen oder Organisationen 0:30 umweltfreundlicher darstellen, als sie tatsächlich sind. Eine typische Form des Greenwashing ist z.B. das Hervorheben einzelner umweltfreundlicher Aspekte, 0:38 die den falschen Eindruck erwecken, dass sie für das gesamte Produkt gelten. Das Verantwortungsbewusstsein der Verbraucher und damit auch die 0:44 Erwartungen an die Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen steigen stetig. Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind daher längst 0:51 kein Nice to have mehr. sondern zentraler Bestandteil der heutigen Marketingkommunikation. Entsprechende Werbeaussagen sind 0:57 Kaufgument, Vertrauensanker und Wettbewerbsfaktor. Sie sind aber auch Gegenstand zahlreicher Gerichtscheidungen und zunehmend 1:04 strenger Regulatorik. Sobald ein Unternehmen in den Verdacht des Greenwashing gerätt, ganz gleich ober jetzt zutrifft oder nicht, wirkt es 1:11 unehrlich und es verliert an Glaubwürdigkeit. Hiermit einhergeht ein enormer Reputationsschaden, der nur unter hohen Anstrengungen zu beheben 1:19 ist. Für Unternehmen wird es vor diesem Hintergrund zunehmend komplexer, eigene Nachhaltigkeitsbestrebungen rechtlich 1:25 zutreffend am Markt zu kommunizieren, ohne dabei Auseinandersetzung mit Interessenverwenden oder auch Mitbewerbern zu riskieren. Zugleich gilt 1:32 es das eigene Recht auf fairen Wettbewerb konsequent gegenüber Wettbewerbern durchzusetzen. Erstmalig hat sich der BGH 2024 mit der 1:40 Greenwashing Problematik befasst. Der BGH hat entschieden, dass der Umweltclaim klimaneutral unzulässig ist, wenn nicht gleichzeitig auch darüber 1:48 informiert wird, wie die Klimaneutralität hergestellt wird. Diese Entscheidung ist Grundlage zum Thema Greenwashing, auf die sich alle weiteren 1:56 Gerichte stützen. Es bestehen daher besondere Anforderungen an Umwelt und Nachhaltigkeitsaussagen, insbesondere um Verbraucher vor 2:03 sogenannten Greenwashing zu schützen. Aus Unsicherheit gehen einige Unternehmen daher sogar dazu über ihren wertvollen Beitrag zu Umwelt und 2:10 Nachhaltigkeit gar nicht mehr oder nur sehr vorsichtig nach außen zu tragen. Wer Umweltvorteile seiner Produkte glaubhaft kommunizieren will, sollte die 2:18 Vorgaben der neuen Empowering Customers Richtlinie kennen. Kurz MCO Richtlinie. Was ist das Ziel der MCO? Ziel der Richtlinie ist es, die Verbraucher zu 2:26 schützen, insbesondere eben auch vor irreführender Werbung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen. Mit der MKO Richtlinie regelt die EU die 2:33 Anforderungen an Umwelt und Nachhaltigkeitsaussagen nun ganz konkret. Für Unternehmen heißt das, Umweltclaims müssen transparent, präzise 2:40 und belegbar sein. Diese neuen Vorschriften verbieten unter anderem allgemeine Umweltaussagen, sofern keine entsprechenden Nachweise 2:48 hierfür geliefert werden. Derartig umfassende Allgemeinaussagen wie z.B. umweltfreundlich, klimaneutral oder ökologisch sind in der Regel praktisch 2:56 gar nicht nachweisbar. Die Werbung mit Nachhaltigkeitssiegeln unterliegt nun konkretisierten Regelungen. Die Ausstellung dieser Siegel erfordert nun 3:04 mehr die Durchführung eines transparenten Zertifizierungs und Prüfverfahrens. Diese Vorgaben betreffen z.B. die weit verbreitete Werbung mit 3:10 Kompensation von Treibhausgasemissionen, da nun nicht nur über Art und Umfang der Kompensationsmaßnahmen aufzuklären ist, sondern transparent die Einhaltung der 3:18 Vorgabe zur Zertifizierung kommuniziert werden müssen. Auch Werbung mit künftigen Umweltauswirkungen, z.B. Klimaneutral 3:25 bis 2030 erfordert nun die Nennung messbarer Ziele, einen detaillierten Umsetzungsplan und eine unabhängige Überprüfung. Die MKORichtlinie ist ab 3:33 dem 27. März 2026 umzusetzen und in Deutschland erfolgt diese Umsetzung mit der Änderung des UWG, die voraussichtlich zum 27. September 2026 3:43 in Kraft tritt. Unternehmen sollten in ihrer Kommunikation also möglichst klarstellen, worauf sich der von Ihnen 3:49 hervorgehobene Umweltvorteil konkret bezieht. Sie sollten genau prüfen, wie man diesen Vorteil objektiv belegen kann. Schaffen Sie dabei zugleich 3:57 Transparenz, indem Sie die umweltbezogene Werbung mit leicht auffindbaren Erläuterungen ergänzen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, die 4:04 Kommunikation ihres Beitrages zur Nachhaltigkeit rechtskonform und strategisch optimal zu gestalten. Soweit erforderlich setzen wir ihre Rechte 4:11 selbstverständlich auch im Falle gerichtlicher Auseinandersetzungen mit Interessenverbänden oder Mitbewerbern effektiv durch. Unser Praxistipp für 4:19 Sie: Prüfen Sie jetzt Ihre aktuellen und geplanten Werbekampagnen. Wir kennen bereits die Vorgaben, die ab September gelten werden und unterstützen 4:27 Sie gerne dabei. Falls Sie Fragen zu bestehenden oder kommenden Vorgaben haben sollten, sprechen Sie uns gerne an. Weitere 4:33 Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite gk.de unterg.