Wassermangel - Wasserknappheit - Virtuelles Wasser sparen - Doku - Schlaumal Schlaumal - Umwelt, Mensch und Tier https://www.youtube.com/watch?v=A94dD7izdPA Transkript (automatisch erstellt) 0:05 Herzlich Willkommen bei Schlaumal, In vielen Regionen der Erde ist das Wasser knapp. 0:10 Flüsse und Seen trocknen langsam aus, der Grundwasserspiegel sinkt bedrohlich. Jedes Jahr sterben ca. 5 Millionen Menschen an Krankheiten die durch verseuchtes Trinkwasser 0:19 verursacht werden. Menschen verhungern, weil ohne Wasser keine Landwirtschaft möglich ist und bereits heute 0:24 gibt es bewaffnete Konflike um Süßwasser. Aber wie ist das eigentlich möglich? 0:28 Auf der Erde gibt es doch Wasser im Überfluss. Rund 71% der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. 0:34 Zudem ist Wasser eine Ressource, die nicht verbraucht werden kann. Durch den Wasserkreislauf aus Verdunstung, Niederschlag und Abfluss geht kein Tropfen 0:42 verloren. Wo liegt also das Problem? 0:44 Zum einen sind 97,4% des gesamten Wasservorkommens auf der Erde salziges Meerwasser und somit für uns Menschen nicht trinkbar. 0:52 Von den verbleibenden 2,6% ist das meiste Wasser zu Eis gefroren. Nur 0,3% der weltweiten Wasservorräte sind für uns Menschen als Trinkwasser nutzbar. 1:02 Zum Anderen ist das zur Verfügung stehende Süßwasser ungleich verteilt. In einigen Regionen gibt es extreme Regenfälle, andere sind staubtrocken und leiden unter 1:11 Wassermangel. Gründe für die Wasserkrise sind neben natürlichen Gegebenheiten unter anderem der Klimawandel, 1:17 die wachsende Weltbevölkerung und zunehmender Konsum. Diese Faktoren werden in Zukunft das Wasserproblem noch weiter verschärfen. 1:24 Forscher prognostizieren extreme Dürren und Millionen flüchtender Menschen, die auf der Suche nach Wasser ihre Heimat verlassen müssen. 1:32 Wasser ist also ein extrem kostbares Gut und man würde meinen, dass wir deshalb sehr sparsam damit umgehen würden. 1:37 Doch das ist leider nicht der Fall. Deutschland gehört weltweit zu den größten Wasserverbrauchern. 1:42 Jeder Deutsche benötigt durchschnittlich 122 Liter Wasser am Tag um zu duschen, zu kochen und zu waschen. 1:48 Das ist unser direkter Wasserverbrauch. Dieser geht seit den 80er Jahren stetig zurück, denn die Deutschen sind pflichtbewusste Wassersparer. 1:55 Wir benutzen wassersparende Waschmaschinen, drücken die Stop-Taste am WC und drehen den Wasserhahn beim Zähne putzen zu. 2:03 Deutschland ist jedoch ein wasserreiches Land. Es ist sinnlos auf diese Weise Wasser zu sparen. 2:08 Wir brauchen in unserem Kanalsystem eine gewisse Schleppgeschwindigkeit des Wassers, damit Ablagerungen aus der Kanalisation gespült werden und sich keine Keime bilden können. 2:16 Das ist bei zu starkem Wassersparen nicht der Fall. Aus diesem Grund werden täglich viele Tausende Liter Trinkwasser durch das Rohrnetz gepumpt, 2:23 um die Leitungen frei zu halten. Trotzdem ist es ökologisch bedenklich, jeden Tag in die Badewanne zu steigen, denn für 2:29 die Erwärmung von Wasser wird ein enormer Energieaufwand betrieben. Statt Wasser im regensatten Deutschland zu sparen ist es viel sinnvoller Wasser dort 2:36 zu sparen, wo es fehlt und zwar in den trockenen Regionen dieser Welt. Viel mehr ins Gewicht als unser direkter Wasserverbrauch fällt nämlich unser indirekter Wasserverbrauch 2:45 von sogenanntem virtuellen Wasser - das ist das bei der Herstellung von Produkten verbrauchte, verdunstete oder verschmutzte Wasser. 2:52 Und davon verbrauchen wir Deutschen täglich ca. 4000 Liter pro Kopf. Von diesen 4000 Litern werden mehr als 2/3 aus anderen Ländern importiert. 3:01 Um diese Konsumgüter für Deutschland zu produzieren wird also im Ausland Wasser verbraucht und verschmutzt, was dann den Menschen vor Ort fehlt. 3:08 Nehmen wir als Beispiel eine Orangenplantage in Südspanien, die mit Grundwasser künstlich beregnet wird. 3:14 Ein Großteil des Wassers verdunstet und fällt als Regen nicht etwa in Südspanien, sondern in regenreichen Gebieten wie Deutschland. 3:21 Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel in Südspanien und die Region droht auszutrocknen. Kaufen wir im Supermarkt 1 kg Orangen aus Spanien, so konsumieren wir ca. 438 Liter 3:32 virtuelles Wasser, denn so viel ist nötig um die Orangen heranwachsen zu lassen. Und genau so verhält es sich mit jedem anderen Produkt auch. 3:40 Schauen wir uns einmal zwei besonders große Wasserschlucker an: Fleisch Für die Produktion von Fleisch wird besonders 3:48 viel virtuelles Wasser aufgewandt. Ein Rind lebt bis zur Schlachtung durchschnittlich drei Jahre und trinkt in dieser Zeit tausende 3:54 Liter Wasser. Und auch für die Reinigung der Ställe wird viel Wasser benötigt. 3:58 Aber das macht zusammen nur einen Bruchteil des Wasserfußabdrucks eines Rindes aus. Das meiste Wasser wird zur Bewässerung von Futtermitteln, wie Gras, Mais, Getreide und 4:07 Soja gebraucht. Pro Tier kommt man so auf eine Summe von mehr als 1800000 Litern Wasser. 4:13 Umgerechnet sind das ca 15.400 Liter Wasser pro Kilogramm Rindfleisch. Baumwolle Die Baumwollpflanze braucht viel Wasser und 4:22 viel Sonne. Deswegen wird sie in sehr heißen Ländern angebaut, wo es an sich schon wenig Wasser 4:27 gibt und kaum regnet. Mehr als die Hälfte aller Baumwollfelder werden daher künstlich mit Grundwasser oder 4:32 Wasser aus Flüssen bewässert. In der Folge sinkt der Grundwasserspiegel der Region, Flüsse und Seen trocknen aus. 4:38 Das beste Beispiel hierfür ist der Aralsee. Der einst viertgrößte See der Erde ist in den vergangenen Jahrzehnten fast gänzlich 4:45 ausgetrocknet. Baumwollplantagen kämpfen oft mit Schädlingen. 4:49 Deshalb werden chemische Mittel gespritzt, die das Grundwasser in den Anbaugebieten verschmutzen. Für die anschließende Reinigung, die Weiterverarbeitung, das Färben, Bleichen und Bedrucken der Baumwolle 4:58 werden ebenfalls große Mengen Wasser benötigt und verunreinigt. Zusammengrechnet werden für die Herstellung eines normalen T-Shirt durchschnittlich 2700 5:06 Liter Wasser benötigt. Unser Konsumverhalten beeinflusst also Menge und Qualität der Wasservorkommen auf der 5:13 Erde. Deutschland kauft Produkte aus fast allen Ländern der Welt. 5:17 Rechnen wir Textilien mit verbraucht alleine Deutschland jedes Jahr 80 Billionen Liter fremdes Wasser. 5:23 Wie kann die Wasserkrise bekämpft werden? Leider ist es praktisch und finanziell nicht möglich Wasser von einem Land ins andere 5:30 umzuverteilen. Eine internationale Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure wäre wichtig, um die Probleme in 5:36 den Griff zu bekommen. Es müssen Verhandlungen darüber stattfinden, wie Wasser am sinnvollsten genutzt werden 5:41 kann. Nachhaltige Wassergesetzte sollten umgesetzt und der durch die Wirtschaft verursachte Wasserverbrauch 5:46 eingeschränkt werden. Außerdem werden intelligente und effiziente Trinkwassersysteme immer wichtiger. 5:52 Und was können wir als Verbraucher tun? Mit einem bewussten und nachhaltigen Lebensstil könnten wir viel bewirken. 5:59 Wir sollten z.B. virtuelles Wasser sparen, indem wir regionale und saisonale Produkte bevorzugen, Produkte generell möglichst lange nutzen und Lebensmittelverschwendung meiden. 6:10 Laut Anthony Allan, dem Erfinder des Prinzips des Virtuellen Wassers, könnten wir alleine mit einer fleischlosen Ernährungsweise den Wasserverbrauch in der Welt halbieren. 6:18 Es gilt genauer hinzuschauen, kritisch zu hinterfragen und sich zu informieren. Wir haben durchaus die Möglichkeit, Handel und Wirtschaft zu beeinflussen, denn die Nachfrage 6:26 bestimmt das Angebot. Infos und weiterführende Links findet ihr wie immer unten in der Infobox. 6:32 Über welches Thema wünscht ihr euch ein Schlaumal Video? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! 6:37 Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal bei Schlaumal.