Industrieland: Dekarbonisierung in der Stahlindustrie Bundesministerium für Wirtschaft und Energie https://www.youtube.com/watch?v=9mzZyTW5evE Transkript (automatisch erstellt) 0:10 Die Transformation der Stahlindustrie ist das Fundament, ist der Grundstein 0:14 für die Transformation der deutschen Industrie dahingehend, grüner zu werden, nachhaltiger zu werden, CO2-freier zu werden. 0:22 Den größten Effekt haben wir dadurch, dass wir nicht investiert haben in einen herkömmlichen Ofen, 0:27 der wieder CO2 emittiert hätte beim Verbrennen von Erdgas, sondern uns entschieden haben, diesen zu ersetzen durch eine EVA. 0:35 Diese Einzelstabvergütungsanlage, EVA, bringt es mit sich, dass wir das Gleiche erzeugen können, aber CO2-neutral. 0:44 Wenn ich die EVA mit grünem Strom beaufschlage, geht der CO2-Ausstoß auf null. 0:49 Das heißt, wir haben die Möglichkeit, bis zu 3.000 Tonnen pro Jahr an CO2-Ausstoß zu reduzieren. 0:55 Auf dieses Ziel arbeiten wir alle hin. Nach der Erstarrung hat das Material, der Stahl, 1:01 noch nicht immer die Eigenschaften, die der Kunde anfordert. Und dann hat man die Möglichkeit, hier in der Wärmebehandlung 1:06 das Material wieder zu erwärmen, abzukühlen und ihm dann dadurch bestimmte Eigenschaften zu geben. 1:12 Also wird das Material weiter verfeinert. Sie können durch unterschiedliche Wärmebehandlungen 1:17 einen Stahl erzeugen, der sehr fest ist. Oder Sie erzeugen aus der gleichen chemischen Grundzusammensetzung 1:22 einen Stahl, der weniger fest ist, dafür aber sehr dehnbar. Wir sprechen dort von einem sogenannten Vergütungsprozess. 1:28 Das heißt, das Material (der Stabstahl) wird zunächst auf Temperaturen von um die 900 Grad wieder erwärmt. 1:35 Und wird dann einzeln durch induktive Spulen geführt, erwärmt, anschließend abgeschreckt in einer Abkühlungsstrecke 1:43 und noch mal auf 700 Grad erhitzt. Wir haben gesagt, wir gehen bewusst auf die Stromschiene 1:49 und gehen den Schritt in Richtung Induktion. Dadurch, dass ein einzelner Stab vergütet wird, 1:56 können die Eigenschaften, die die Norm auch fordern, in sehr viel engeren Grenzen gehalten werden 2:01 als beim konventionellen Verfahren. Die EVA hat da schon wesentliche, qualitative 2:07 und auch technologische Vorteile. Wir hier am Standort haben den Vorteil, dass wir schon 2:12 seit mehr als 20 Jahren elektrisch schmelzen. Wir haben also ungefähr den gleichen Stromverbrauch 2:17 hier in diesem Ofen wie die gesamte Stadt Osnabrück. Das sind ungefähr 0,1 Prozent des 2:22 gesamten republikanischen Stromverbrauchs. Den müssen wir grün bekommen, 2:25 dann können wir hier klimaneutralen Stahl schmelzen. Das ist unsere Chance, die Stahlindustrie in die Zukunft zu transformieren. 2:31 Der Elektrolichtbogenofen wird zu 100 Prozent mit Schrott versorgt. Dann wird der Schrott bei hohen Temperaturen geschmolzen, 2:41 bevor er dann in einer Pfanne gesammelt und dann weiterverarbeitet wird. 2:45 Das heißt, wir haben hier eine geschlossene Kreislaufwerkstatt. Wir haben Förderungen bekommen vom Bundeswirtschaftsministerium, 2:52 die auch gesehen haben, dass wir hier eine große Anstrengung unternehmen, unsere Hütte in die Zukunft zu führen. 2:59 Und das wird nur gehen, wenn wir die Chance der Transformation aktiv nutzen und nach vorne entwickeln. 3:04 Weil eines ist vollkommen klar: Es wird kein Windrad geben, wo nicht Stahl eine tragende Rolle spielt. 3:10 Sie werden keine Elektromobilität erleben ohne Stahlkomponenten. Wir sind tief davon überzeugt, dass wir 3:15 diese Prozesskette, diese industrielle Wertschöpfung hier am Standort weiterführen wollen, weil hier haben wir den Einfluss, 3:22 diese wirklich klimaneutral zu machen.