Die 5 Axiome der Kommunikation nach Watzlawick - Einfach erklärt Erzieherwissen | Erfolg in der Erzieherausbildung https://www.youtube.com/watch?v=8vqLa3FqGt4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Paul Watzlerwig ist einer der bekanntesten Kommunikationswissenschaftler, Psychologen und Sozialwissenschaftler 0:06 seiner Zeit. Er analysierte zwischenmenschliche Kommunikation und formulierte dabei fünf Axiome, die erklären, wie Kommunikation funktioniert 0:17 und warum sie oft misslinkt. Um keine weiteren Videos zu verpassen, abonniere gern den Kanal. In diesem Video erkläre ich dir die fünf Axiome. Die fünf Axiome 0:29 sind fünf grundlegende Annahmen zur Kommunikation mit dem Ziel, die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern. 0:37 Watzlerwig zeigt, dass Kommunikation weitaus mehr als reiner Informationsaustausch ist. Mehrere Kernaspekte bestimmen, wie Kommunikation 0:48 verläuft. Diese stelle ich dir jetzt vor. Axium Nummer 1: Man kann nicht nicht kommunizieren. 0:56 In einer sozialen Situation wird immer kommuniziert. Jedes Verhalten hat Mitteilungscharakter, 1:03 weshalb es unmöglich ist, nicht nicht zu kommunizieren. Kommunikation verläuft auf zwei Ebenen. Verbal über Sprache, nonverbal über 1:15 Mimik, Gestik und Körperhaltung. Kommunikation gelingt, wenn beide Kommunikationspartner wissen, dass sie jederzeit kommunizieren, auch dann, wenn 1:26 sie nicht kommunizieren möchten. Ein Beispiel: Zwei pädagogische Fachkräfte treffen sich in der Garderobe. Beate sagt: "Guten Morgen." 1:37 Tina schaut aufs Handy, sagt nichts und geht weg. Tina kommuniziert nonverbal und signalisiert Beate desinteresse. 1:46 Obwohl Tina Beate ignoriert, findet Kommunikation statt. Eine Abweisung, Ignoranz und eine widerwillige Annahme der Kommunikation sind zwar keine 1:58 verbalen Antworten, stellen trotzdem Reaktionen dar, in denen Kommunikation stattfindet. 2:07 Axiom Nummer 2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts und Beziehungsaspekt. In jeder Kommunikation sind diese zwei zentralen Aspekte beinhaltet. 2:19 Es kommt nicht nur darauf an, was kommuniziert wird, sondern wie etwas kommuniziert wird. Das was einer Mitteilung ist der Inhaltsaspekt und 2:30 stellt die sachliche Vermittlung der Information da. Das wie einer Mitteilung ist der Beziehungsaspekt. 2:38 Darunter wird die Beziehung der Kommunikationspartner verstanden. Haben beide Gesprächspartner eine gute Sympathie zueinander, z.B. Mutter und 2:49 Sohn, so tauschen sie sich gerne aus. Eine negative Grundstimmung zum Gesprächspartner hingegen wirkt sich oftmals negativ auf die Kommunikation 3:00 aus. Ein Beispiel: Beate erklärt Tina den neuen Computer. Tina mag Beate nicht und empfindet ihre Hinweise als unwichtig 3:11 und hört nicht aufmerksam zu. Später braucht sie Hilfe und bittet eine ihr sympathische Kollegin um Erklärung. Danach kann sie den Computer bedienen. 3:23 Die Beziehungsebene schwingt in jeder Kommunikation mit. Die gleiche Information kann über die Beziehungsebene unterschiedlich 3:31 aufgenommen werden. Eine negative Beziehung kann die Inhaltsebene blockieren durch z.B. mangelndes Zuhören, Abwehr oder Mdeutung. 3:44 Axium Nummer 3: Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung. Kommunikation verläuft immer kreisförmig. Ein Gesprächspartner löst beim anderen 3:56 Gesprächspartner eine bestimmte Reaktion aus. Es gibt also kein Anfang und kein Ende. Gesprächspartner 1 teilt Gesprächspartner 2 eine Botschaft mit. 4:09 Die Botschaft wird zur Ursache der Reaktion von Gesprächspartner 2. Jede Reaktion ist zugleich Wirkung auf die vorherige Botschaft und zugleich Ursache 4:19 für die nächste Botschaft. Ein Beispiel: Tina und Beate sitzen am Tisch und sprechen über ihre pädagogische Arbeit. Tina schimpft mit 4:30 Beate. Das ist die Ursache. Beate vertritt einen anderen Standpunkt und verdreht ihre Augen. Das ist die Wirkung. Tina wird wütend und schimpft 4:40 Beate erneut, woraufhin Beate wieder ihre Augen verdreht. Im Gespräch beeinflussen sie sich gegenseitig und jede Reaktion ist Antwort auf die 4:51 vorherige Botschaft und Auslöser für die nächste. Tina und Beate bewerten Ursache und Wirkung jeweils anders. Daraus entsteht 5:02 ein Konflikt mit wechselseitigen Schuldzuweisungen. Beide glauben im Recht zu sein. Kommunikation hat kein Anfang und kein 5:11 Ende. Axium Nummer 4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten. 5:23 Watzlerweg beschreibt zwei Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren. Die digitale Kommunikation beschreibt die verbale Kommunikation. 5:33 Diese steht für den Inhalt, der verbal durch Worte sprachlich ausgedrückt wird. Die analoge Kommunikation beschreibt die nonverbale Kommunikation und wird durch 5:44 Mimik, Gestik und Körperhaltung ausgedrückt. Digitale Kommunikation ist eindeutig, da sie durch Worte klar ist. Analoge 5:54 Kommunikation kann mehrdeutig sein, da sie durch Körpersprache mehr Interpretationsspielraum lässt. Die nonverbale Botschaft ist also weniger 6:05 eindeutig als die verbale Botschaft. Beispiel 1: Tina sitzt weinend am Tisch. Durch ihre Mimik lässt sich darauf schließen, dass sie traurig ist. Die ihr 6:17 sympathische Kollegin Pia fragt sie: "Was ist los?" Tina antwortet: "Ich habe mich mit Beate gestritten." 6:26 Die digitale Botschaft Ich habe mit Beate gestritten, stimmt mit der analogen Botschaft überein. Ihr trauriger Gesichtsausdruck. 6:36 Kommunikation ist eindeutig und klar. Beispiel 2. Tina sitzt weinend am Tisch. Beata geht vorbei und fragt: "Wie geht's?" Tina antwortet: "Mir geht es 6:50 gut. Die analoge Modalität, das Weinen, stimmt nicht mit der digitalen Modalität ihrer Sprache überein. 6:59 Dadurch kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen. Stimmen Wort und Körpersprache überein, wird Kommunikation klarer. 7:11 Bei Widerspruch dominiert oft die analoge Ebene. Das Risiko für Missverständnisse erhöht sich. Axium Nummer 5: Kommunikation ist 7:23 symmetrisch oder komplementär. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe verlaufen symmetrisch oder komplementär. 7:32 Symmetrische Kommunikation meint ein Kommunizieren auf Augenhöhe beider Gesprächspartner. Beide hören sich gegenseitig zu, haben 7:42 Einfluss und entscheiden gemeinsam. Es herrscht ein Gleichgewicht in der Kommunikation. 7:50 Ein Beispiel: Tina und Pia gestalten den nächsten Wochenplan für den Kindergarten. Beide bringen ihre Vorschläge mit ein 8:00 und treffen gemeinsame Entscheidungen. Komplementäre Kommunikation bedeutet, dass Rollen und Einfluss ungleich verteilt sind. 8:12 Die Unterschiede beider Gesprächspartner tragen zu einem Ungleichgewicht in der Kommunikation bei. Gesprächspartner können sich ergänzen oder einer 8:22 dominiert den anderen. Ein Beispiel: In der Elternkindbeziehung führen die Eltern. Kinder ordnen sich vor allem in jungen Jahren unter. Die 8:34 Rollen ergänzen sich gegenseitig. Grenzwertig wird es, wenn sich Kinder widersetzen und Eltern mit Unverständnis reagieren. 8:45 Mit wachsender Selbständigkeit benötigen Kinder, Führung und Beteiligung. Eltern müssen daher ihre komplementäre Rollenverteilung lockern, da sonst 8:55 Machtkämpfe drohen. Dies wird auch als symmetrische Eskalation bezeichnet. Die Axiome von Watzlawig erklären, warum Kommunikation gelingt. Weitere Ebenen 9:06 beeinflussen den Kommunikationsablauf. Diese stelle ich dir im Video Vier Ohrenmodell von Schulz von Tun vor. Du hast zu diesem Thema schon sicher eigene 9:15 Erfahrungen gesammelt. Teile diese doch gern in den Kommentaren. Bis bald. Ja.