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🎧 Romeo und Julia auf dem Dorfe – Gottfried Keller | Novelle | Hörbuch | Sven Görtz liest

Hörbuchzeit2:59:35 1.137 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 1031 Zeilen
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  1. Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller gelesen von SV GZ diese Geschichte zu erzählen würde
  2. eine müßige Nachahmung sein wenn sie nicht auf einem wirklichen Vorfall beruhte zum Beweise wieef im Menschenleben jede jener Fabeln wurzelt
  3. auf welche die großen alten Werke gebaut sind die Zahl solcher Fabeln ist mäßig aber stets treten sie in neuem Gewande wieder in die Erscheinung und zwingen
  4. alsbald die Hand sie festzuhalten an einem schönen Flusse der eine halbe Stunde entfernt an seldvel
  5. vorüberzieht erhebt sich eine weit gedehnte erdwelle und verliert sich selber wohl gebaut in der fruchtbaren Ebene fern an ihrem Fuße liegt ein Dorf
  6. welches manche große Bauernhöfe enthält und über die sanfte Anhöhe lagen vor Jahren drei prächtige lange Ecker wei hinestreckt gleich drei riesigen Bändern
  7. nebeneinander an einem sonnigen Septembermorgen pflügten zwei Bauern auf zweien dieser Ecker und zwar auf jedem der beiden äußersten der mittlere schien
  8. seit langen Jahren prach und wüst zu liegen denn er war mit Steinen und hohem Unkraut bedeckt und eine Welt von geflügelten Tierchen summte ungestört
  9. über ihm die Bauern aber welche zu beiden Seiten hinter ihrem Fluge gingen waren lange knochige Männer von ungefähr 40 Jahren und verkündeten auf den ersten
  10. Blick den sichern gut besorgten Bauersmann sie trugen kurze Kniehosen von starkem zwillig an dem jede Falte ihre unveränderliche Lage hatte und wie
  11. in Stein gemeißelt aussah wenn sie auf ein Hindernis stoßend den Pflug fest erfassten so zitterten die groben Hemdärmel von der
  12. leichten Erschütterung indessen die wohlrasierten Gesichter ruhig und aufmerksam aber ein wenig blinzelnd in den Sonnenschein vor sich hinschauten
  13. die Furche beemßen oder auch wohl zuweilen sich umsahen wenn ein fernes Geräusch die Stille des Landes unterbrach langsam und mit einer
  14. gewissen natürlichen Zierlichkeit setzten sie einen Fuß und den anderen vor Z und keiner sprach ein Wort außer wenn er etwa dem Knechte der die
  15. stattlichen Pferde Antrieb eine Anweisung gab so glichen sie einander vollkommen in einige Entfernung denn sie stellten die ursprüngliche Art dieser
  16. Gegend da und man hätte sie auf den ersten Blick nur daran unterscheiden können dass der eine den Zipfel seiner weißen Kappe nach vorn trug der andere
  17. aber hinten im Nacken hängen hatte aber das wechselte zwischen ihnen ab indem sie in der entgegengesetzten Richtung pflügten denn wenn sie oben auf der Höhe
  18. zusammentrafen und aneinander vorüberken so schlug dem welcher gegen den frischen Ostwind ging die zipfelkappe nach hinten über während sie bei dem anderen der den
  19. Wind im Rücken hatte sich nach vorne sträubte es gab auch jedes Mal einen mittleren Augenblick wo die schimmernden Mützen aufrecht in der Luft schwankten
  20. und wie zwei weiße Flammen gen Himmel züngelten so pflügten beide ruhevoll und es war schön anzusehen in der stillen goldenen septembergegend wenn sie so auf
  21. der Höhe aneinander vorbeizogen still und langsam und sich mählich voneinander entfernten immer weiter auseinander bis beide wie zwei untergehende Gestirne
  22. hinter die Wölbung des Hügels hinabgingen und verschwanden um eine gute Weile darauf wie zu erscheinen wenn Sie einen Stein in ihren
  23. Furchen fanden so warfen sie denselben auf den wüstenacker in der Mitte mit lässig kräftigem Schwung was aber nur selten geschah da derselbe schon fast
  24. mit allen Steinen belastet war welche überhaupt auf den nachbarckern zu finden gewesen so war der lange morgen zum Teil vergangen als von dem Dorfe her ein
  25. kleines artiges fuhrwerklein sich näherte welches kaum zu sehen war als es begann die gelinde Höhe heranzukommen das war ein grün bemaltes
  26. kinderwägelchen in welchem die Kinder der beiden Pflüger ein Knabe und ein kleines Ding von Mädchen gemeinschaftlich den vormittagsimes
  27. heranfuhren für jeden Teil lag ein schönes Brot in eine servierte gewickelt eine Kanne Wein mit Gläsern und noch irgendein zutätchen in dem Wagen welches
  28. die zärtliche Bäuerin für den fleißigen Meister mit gesamt und außerdem waren da noch verpackt allerlei seltsam gestaltete angebissene Äpfel und Birnen
  29. welche die Kinder am Wege aufgelesen und eine völlig nackte Puppe mit nur einem Bein und einem verschmierten Gesicht welche wie ein frälein zwischen den
  30. Broten saß und sich behaglich fahren ließ dies Fuhrwerk hielt nach manchem Anstoß und Aufenthalt endlich auf der Höhe im Schatten eines jungen
  31. lindengebüsches welches da am Rande des Feldes stand und nun konnte man die beiden Fuhrleute näher betrachten es war ein Junge von 7 Jahren und ein dirnchen
  32. von fünfen beide gesund und munter und weiter war nichts auffälliges an ihnen als dass beide sehr hübsche Augen hatten und das Mädchen dazu noch eine
  33. bräunliche Gesichtsfarbe und ganz Krause dunkle Haare welche ihm ein es und treuherziges Ansehen gaben die Pflüger waren jetzt doch
  34. wieder von oben angekommen steckten den Pferden etwas Klee vor und ließen die Pflüge in der halb vollendeten Furche stehen während sie als gute Nachbarn
  35. sich zu dem gemeinschaftlichen Imbis begaben und sich da zuerst begrüßten denn bislang hatten sie sich noch nicht gesprochen an diesem
  36. Tage W nun die Männer mit Behagen ihr Frühstück Einnahmen und mit zufriedenem Wohlwollen den Kindern mitteilten die nicht von der Stelle wichen solange
  37. gegessen und getrunken wurde ließen sie ihre Blicke in der Nähe und Ferne herumschweifen und sahen das Städtchen räucherig glänzend in seinen Bergen
  38. liegen denn das reichliche Mittagsmahl welches die seldviler alle Tage bereiteten pflegte ein weithincheinende silbergewölk über ihre Dächer
  39. emporzutragen welches lachend an ihren hinschwebte die lumpenhunde zu seldvil kochen wieder gut sagte Manz der eine der Bauern und Marti der andere
  40. erwiderte gestern war einer bei mir wegen des Ackers hier aus dem Bezirksrat bei mir ist der auch gewesen sagte Manz so und er meinte wahrscheinlich auch du
  41. solltest das Land benutzen und den Herren die Pacht zahlen ja bis es sich entschieden habe wem der Acker gehört und was mit ihm anzufangen sei ich habe
  42. mich aber bedankt das verwilderte Wesen für einen anderen herzustellen und sagte sie sollten den Acker nur verkaufen und den Ertrag aufheben bis sich ein
  43. Eigentümer gefunden was wohl nie geschehen wird denn was einmal auf der Kanzlei zu seltwiel liegt hat da gute Weile und überdem ist die Sache schwer
  44. zu entscheiden die Lumpen möchten indessen gar zu gern etwas zu Naschen bekommen durch den Pach was sie freilich mit der Verkaufssumme
  45. auch tun könnten allein wir würden uns hüten dieselbe zu hoch hinauzutreiben und wir wüssten dann doch was wir hätten und wem das Land gehört ganz so meine
  46. ich auch und habe dem steckleinspringer eine ähnliche Antwort gegeben sie schwiegen eine Weile dann fing mans wiederum an schade ist es aber doch dass
  47. der gute Boden so da liegen muss es ist nicht zum Ansehen das geht nun schon in die 20 Jahr so und keine Seele fragt danach denn hier im darf ist niemand der
  48. irgendeinen Anspruch auf den acke hat und niemand weiß auch wo die Kinder des verdorbenen Trompeters hingekommen sind sagte Marti das wäre so eine Sache
  49. wenn ich den schwarzen Geiger ansehe der sich bald bei den heimatlosen aufhält bald in den dfern zum Tanz aufspielt so möchte ich darauf schwören dass er ein
  50. Enkel des Trompeters ist der freilich nicht weiß dass er noch einen acke hat was täte er aber damit einen Monat lang sich besaufen und dann nach wie vor
  51. zudem wer dürfte da einen Wink geben da man es doch nicht sicher wissen kann da könnte man eine schöne Geschichte anrichten antwortete MS wir haben so
  52. genug zu tun diesem Geiger das heimatsrecht in unserer Heimat ab zu streiten da man uns den fetzel fortwährend aufhalsen will haben sich
  53. seine Eltern noch einmal unter die Heimatlosen begeben so mag er auch da bleiben und dem kesselvolk das geigelein Streichen wie in aller Welt können wir
  54. wissen dass er des Trompeters sohneshn ist was mich betrifft wenn ich den alten auch in dem dunklen Gesicht vollkommen zu erkennen glaube so sage ich irren ist
  55. menschlich und das geringste Fetzchen ein Stücklein von einem Taufschein würde meinem Gewissen besser tun als zehn sündhafte
  56. Menschengesichter e ja sicherlich sagte Marti er sagt zwar er sei nicht schuld dass man ihn nicht getauft habe aber sollen wir unseren Taufstein tragbar
  57. machen und in den Wäldern herumtragen nein er steht fest in der Kirche und dafür ist die totenbare tragbar die draußen an der Mauer hängt wir sind
  58. schon über Völker dem Dorf und brauchen bald zwei Schulmeister hiemit war die Mahlzeit und das Zwiegespräch der Bauern geendet und
  59. sie erhoben sich den Rest ihrer heutigen vormittagsarbeit zu vollbringen die beiden Kinder hingegen welche schon den Plan entworfen hatten
  60. mit den Vätern nach Hause zu ziehen zogen ihr Fuhrwerk unter den Schutz der jungen Linden und begaben sich dann auf einen Streifzug in dem wilden Acker da
  61. derselbe mit seinen Unkräutern Stauden und Steinhaufen eine ungewohnte und merkwürdige Wildnis darstellte nachdem sie in der Mitte
  62. dieser grünen Wildnis einige Zeit hingewandert Hand in Hand und sich daran belustigt die verschlungenen Hände über die hohen distelstauden zu schwingen
  63. ließen sie sich endlich im Schatten einer solchen nieder und das Mädchen begann seine Puppe mit den langen Blättern des wegekrautes zu bekleiden
  64. soass sie einen schönen grünen und ausgezackten Rock bekam eine einsame rote Mondblume die dann noch blühte wurde ihr als Haube über den Kopf
  65. gezogen und mit einem Grase festgebunden und nun sah die kleine Person aus wie eine Zauberfrau besonders nachdem sie noch ein Halsband und einen
  66. Göttel von kleinen roten Bärchen erhalten dann wurde sie hoch in die stengngel der Distel gesetzt und eine Weile mit vereinten blicken angeschaut
  67. bis der Knabe sie genugsam besehen und mit einem Steine herunter wararf dadurch geriet aber ihr Putz in Unordnung und das Mädchen entkleidete sich schleunigst
  68. um sie aufs Neue zu schmücken doch als die Puppe eben wieder nackt und bloß war und nur noch der roten Haube sich erfreute entriss der wilde junge seiner
  69. Gefährtin das Spielzeug und warf es hoch in die Luft das Mädchen sprang klagend danach allein der Knabe fing die Puppe zuerst wieder auf warf sie aufs Neue
  70. empor und indem das Mädchen sie vergeblich zu haschen sich bemühte neckte er es auf diese Weise eine gute Zeit unter seinen Händen aber nahm die
  71. fliegende Puppe Schaden und zwar am Knie ihres einzigen Beines allwo ein kleines Loch einige Kleie Körner durchsickern ließ kaum bemerkte der peiniker dies
  72. Loch so verhielt er sich Mäuschen still und war mit offenem Munde eifrig beflissen das Loch mit seinen Nägeln zu größern und dem Ursprung der Kleie
  73. nachzuspüren seine stille erschien dem armen Mädchen höchst verdächtig und es drängte sich herzu und musste mit Schrecken sein böses beginnen gewahren
  74. si mal rief er und schlenkerte ihr das Bein vor der Nase herum dass er die Kleie ins Gesicht flog und wie sie danach langen wollte und schrie und
  75. flehte sprang er wieder fort und ruhte nicht eher bis das ganze Bein Birr und leer herabhing als eine traurige Hülse dann warf er das misshandelte
  76. Spielzeug hin und stellte sich höchst frech und gleichgültig als die kleine sich weinend auf die Puppe warf und dieselbe in ihre Schürze hüllte sie nahm
  77. sie aber wieder hervor und betrachtete wehselig die Ärmste und als sie das Bein sah fing sie abermals an laut zu weinen denn dasselbe
  78. hing an dem Rumpfe nicht anders denn das Schwänzchen an einem Molche als sie gar so unbändig weint W es der Missetäter endlich etwas übel
  79. zumut und er stand in Angst und Treue vor der klagenden und als sie dies merkte hörte sie plötzlich auf und schlug ihn einige Male mit der Puppe und
  80. der Tat als ob es ihm weh tätte und schrie auch so natürlich dass Sie zufrieden war und nun mit ihm gemeinschaftlich die Zerstörung und
  81. Zerlegung fortsetzte sie burten Loch auf Loch in den materleib und ließen aller enden die Kleie in Strömen welche sie sorgfältig auf einem flachen Steine zu
  82. einem Häufchen sammelten umrührten und aufmerksam betrachteten das einzige feste das noch an der Puppe bestand war der Kopf und
  83. musste jetzt vorzüglich die Aufmerksamkeit der Kinder erregen sie trennten ihn sorgfältig los von dem ausgequetschten leichnah und guckten
  84. erstaunt in sein hohles innere als sie die bedenkliche Höhlung sahen und auch die Kleie sahen war es der nächste und natürliche Gedankensprung den Kopf mit
  85. der Kleie auszufüllen und so waren die Fingerchen der Kinder nun beschäftigt um die Wette Kleie in den Kopf zu tun sodass zum ersten Mal in seinem Leben
  86. etwas in ihm steckte der Knabe mochte es aber immer noch für ein totes Wissen halten weil er plötzlich eine große blaue Fliege fing
  87. und die summende zwischen beiden hohlen Händen haltend dem Mädchen Gebot den Kopf von der zu entlehren hierauf wurde die Fliege
  88. hineingesperrt und das Loch mit Gras verstopft die Kinder hielten den Kopf an die Ohren und setzten ihn dann feierlich auf einen schnein da er noch mit der
  89. roten Mondblume bedeckt war soglich der tönende jetzt einem weißsagenden Haupte und die Kinder lauschten in tiefer Stille seinen Kunden und Märchen indem
  90. sie sich umschlungen hielten aber jeder Prophet erweckt Schrecken Undank das wenige Leben in dem dürftig geformten Bilde erregte die menschliche
  91. Grausamkeit in den Kindern und es wurde beschlossen das Haupt zu begben so machten sie ein Grab und legten den Kopf ohne die Gefangene Fliege um ihre
  92. Meinung zu befragen hinein undterrichteten über dem Grabe ein ansehnliches Denkmal von Feldsteinen dann empfanden sie einiges
  93. grauen da sie etwas geformtes und belebtes begraben hatten und entfernten sich ein gutes Stück von der unheimlichen stäte auf einem ganz mit
  94. grünen Kräutern bedeckten Plätzchen legte sich das diernchen auf den Rücken und da es müde war und begann in eintöniger Weise einige Worte zu singen
  95. immer die nähmlichen und der Junge kauerte daneben und half indem er nicht wusste ob er auch vollens Umfallen solle so lässig und müßig er
  96. war die Sonne schien dem singenden Mädchen in den geöffneten Mund leuchtete dessen blendend weiße Zähnchen und durchschimmerte die runden
  97. purpurlippen der Knabe sah die Zähne und der Mädchen den Kopf haltend und dessen Zähnchen neugierig untersuchend rief er rate wie viel Zähne hat man das Mädchen
  98. besann sich einen Augenblick als ob es reiflich nachzählte und sagte dann aufs gerate wohl 100 nein 200 rief er W ich will einmal
  99. zählen da zählte er die Zähne des Kindes und weil er nicht 32 herausbrachte so fing er immer wieder von Neuem an das Mädchen hielt lange still als aber der
  100. eifrige Zähler nicht zu Ende kam raffte es sich auf und rief nun will ich deine zählen nun legte sich der Bursche hin ins Kraut das Mädchen über ihn umschlang
  101. seinen Kopf er sprte das Maul auf und es zählte ein Z 7 f 2 1 denn die kleine schöne konnte noch nicht zählen der Junge verbesserte sie und gab ihr
  102. Anweisung wie sie zählen solle und so fing auch sie unzählige Mal von Neuem an und das Spiel schien ihnen am besten zu gefallen von allem was Sie heute
  103. unternommen endlich aber sank das Mädchen ganz auf den kleinen rächenmeister nieder und die Kinder schliefen ein in der hellen
  104. Mittagssonne inzwischen hatten die Väter ihre Ecker fertig gepflügt und den frisch duftende
  105. braune Flächen umgewandelt als nun mit der letzten Furche zu Ende gekommen der Knecht des einen halten wollte rief sein Meister was hälst du kehr noch einmal um
  106. wir sind ja fertig sagte der Knecht halts Maul und tu wie ich dir sage sagte der Meister und sie kehrten um und rissen eine tüchtige Furche in den
  107. mittleren herrenlosen Acker hinein das Kraut und Steine flogen der Bauer hielt sich aber nicht mit der Beseitigung derselben auf er mochte denken hierzu
  108. sei noch Zeit genug vorhanden und er begnügte sich für heute die Sache nur aus dem Gröbsten zu tun so ging es rasch die Höhe empor in sanftem Bogen und als
  109. man oben angelangt und das liebliche Windes weehen eben wieder den kappenzipfel des Mannes zurückwarf pflügte er auf der anderen Seite der
  110. Nachbar vorüber mit dem Zipfel nach vorn und schnitt ebenfalls eine ansehliche Furche vom mittleren Acker dass die Schollen nur so zur Seite flogen jeder
  111. sah wohl was der andere tat aber keiner schien es zu sehen und sie entschwandten sich wieder indem jedes Sternbild still am andern vorüberging und hinter diese
  112. Runde Welt hinabtauchte so gehen die Weberschiffchen des Geschicks aneinander vorbei und was er webt das weiß kein Weber es kam eine Ernte um die andere
  113. und jede sah die Kinder größer und schöner und den herrenlosen Acker schmäller zwischen seinen breit gewordenen
  114. Nachbarn mit jedem Flügen verlor er hüben und trüben eine Furche ohne dass ein Wort darüber gesprochen worden wäre und ohne dass ein Menschenauge den
  115. Frevel zu sehen schien die Steine wurden immer mehr zusammengeträt und bildeten schon einen ichen grad auf der ganzen Länge des
  116. Ackers und das wilde gestreäuch darauf war schon so hoch dass die Kinder obgleich sie gewachsen waren sich nicht mehr sehen konnten wenn eines dies und
  117. das andere Jenseits ging denn sie gingen nun nicht mehr gemeinschaftlich auf das Feld da der zehnjährige Salomon oder sali wie er genannt wurde sich schon
  118. wacker auf Seite der größeren Burschen und der Männer hielt und das braune frähchen obgleich es so ein feuriges dirnchen war musste bereits unter der
  119. Obhut seines Geschlechtes gehen sonst wäre es von den anderen als ein bubenmädchen ausgelacht worden dennoch nahmen sie während jeder Ernte wenn
  120. alles auf den ckern war einmal Gelegenheit den wilden steinkamm der sie trennte zu besteigen und sich gegenseitig von demselben
  121. herunterzustoßen wenn sie auch sonst keinen Verkehr miteinander hatten so schien diese jährliche Zeremonie umso sorglicher W zu werden als sonst
  122. nirgends die Felder ihrer Väter zusammenstießen indessen sollte der Acker doch endlich verkauft und der Erlös einstweilen amtlich aufgehoben
  123. werden die Versteigerung fand an Ort und Stelle statt wo sich aber nur einige Gaffer einfanden außer den Bauern mans und Marti da niemand Lust hatte das
  124. seltsame Stückchen zu erstehen und zwischen den zwei Nachbarn zu bebauen denn obgleich diese zu den besten Bauern des Dorfes gehörten und nichts weiter
  125. getan hatten als was zwei Drittel der übrigen unter diesen Umständen auch getan haben würden so sah man sie doch jetzt stillschweigend darum an und
  126. niemand wollte zwischen ihnen eingeklemmt sein mit dem geschmällerten weisenfelde die meisten Menschen sind fähig oder bereit ein in den Lüften
  127. umgehendes Unrecht zu verüben wenn sie mit der Nase drauf stoßen so wie es aber von einem begangen ist sind die übrigen froh dass sie es doch nicht gewesen sind
  128. dass die Versuchung nicht Sie betroffen hat und sie machen nun den Auserwählten zu dem schlechtigkeitsmesser ihrer Eigenschaften und behandeln ihn mit
  129. zatter Scheu als einen Ableiter des Übels der von den Göttern gezeichnet ist während ihnen zugleich noch der Mund wässert nach den Vorteilen die er dabei
  130. genossen MZ und mati waren also die einzigen welche ernstlich auf den ackerboten nach einem ziemlich hartnäckigen überbieten erst ih m und er
  131. wurde ihm zugeschlagen die Beamten und die Gaffer verloren sich vom Felde die beiden Bauern welche sich auf ihren Ecker noch
  132. zu schaffen gemacht traffen beim Weggehen wieder zusammen und mati sagte du wirst nun dein Land das alte und das neue wohl zusammenschlagen und in zwei
  133. gleiche Stücke teilen ich hätte es wenigstens so gemacht wenn ich das Ding bekommen hätte ich werde es allerdings auch antwortete mans denn als einacker
  134. würde mir das Stück zu groß sein doch was ich sagen wollte ich habe bemerkt dass du neulich noch am untern Ende dieses Ackers der jetzt mir gehört
  135. schräg hineingefahren bist und ein gutes Dreieck abgeschnitten hast du hast es vielleicht getan in der Meinung du werdest das ganze Stück an dich bringen
  136. und es sei dann sowieso dein da es nun aber mir gehört so wirst du wohl einsehen sehen dass ich eine solche ungehörige einkrümmung nicht brauchen
  137. noch dulden kann und wirst nichts dagegen haben wenn ich den Strich wieder Grad mache Streit wird das nicht abgeben sollen Marti erwiderte ebenso kaltblütig
  138. als ih mans angeredet hatte ich sehe auch nicht wo der Streit herkommen soll ich denke du hast den Acker gekauft wie er da ist wir haben ihn alle
  139. gemeinschaftlich besehen und hat sich seit einer Stunde nicht um ein Haar verändert lariari sagte mans was früher geschehen
  140. wollen wir nicht aufrühren was aber zu viel ist ist zu viel und alles muss zuletzt eine ordentliche gerade Art haben diese Dreiecker sind von jeher so
  141. gerade nebeneinander gelegen wie nach dem richtscheid gezeichnet es ist ein ganz absonderlicher Spaß von dir wenn du nun einen solchen lächerlichen und
  142. unvernünftigen nkel dazwischen bringen willst und wir beide würden einen Übernamen bekommen wenn wir den krummen Zipfel da bestehen ließen er muss
  143. durchaus Weg Marti lachte und sagte du hast ja auf einmal eine merkwürdige Furcht vor dem gespötte der Leute das lässt sich aber ja wohl machen mich
  144. geniert das krumme gar nicht ärgert es dich gut so machen wir es gerade aber nicht auf meiner Seite das gebe ich schriftlich wenn du willst rede doch
  145. nicht so spaßhaft sagte MS es wird wohl gerad gemacht und zwar auf deiner Seite darauf kannst du Gift nehmen das werden wir ja sehen und erleben sagte Marti und
  146. beide Männer gingen auseinander ohne sich weiter anzublicken viel mehr starten Sie nach verschiedener Richtung ins Blaue hinein als ob sie da wunder
  147. was für merkwürdiges im Auge hätten die sie betrachten müssten mit auf aller ihrer
  148. Geisteskräfte schon am nächsten Tage schickte mans einen dienstbuben ein tagelöhnermädchen und sein eigenes Söhnchen sali auf den Acker hinaus um
  149. das wilde Unkraut und Gestrüpp auszureuten und auf Haufen zu bringen damit nachher die Steine umso bequemer weggefahren werden könnten dies war eine
  150. Änderung in seinem Wesen dass er den kaum elfjährigen Jungen der noch zu keiner Arbeit angehalten nun mit hinaussandte gegen die
  151. Einsprache der Mutter es schien da er es mit ernsthaften und gesalbsten Worten tat als ob er mit dieser arbeitsstrenge gegen sein eigenes Blut das Unrecht
  152. betäuben wollte in dem er lebte und welches nun begann seine Folgen ruhig zu entfalten das ausgesandte Völklein jätete inzwischen lustig an dem Unkraut
  153. und hackte mit Vergnügen an den wunderlichen Stauden und Pflanzen aller Art die da seit Jahren wucherten denn da es eine außerordentliche gleichsam wilde
  154. Arbeit war bei der keine Regel und keine Sorgfalt erheischt wurde so galt sie als eine Lust das wilde Zeug an der Sonne gedörrt wurde aufgehäuft und mit großem
  155. Jubel verbrannt D der Qualm weithin sich verbreitete und die jungen Leutchen darin herumsprangen wie besessen dies war das letzte Freudenfest auf dem
  156. unglücksfelde und das junge frähchen Matis Tochter kam auch hinausgeschlichen und half tapfer mit das ungewöhnliche dieser Begebenheit und
  157. die lustige Aufregung gaben einen guten Anlass sich seinem kleinen jugendgespielen wieder einmal zu nähern und die Kinder waren recht glücklich und
  158. munter bei ihrem Feuer es kamen noch andere Kinder hinzu und es sammelte sich eine ganze vergnügte Gesellschaft doch immer sobald
  159. sie getrennt wurden suchte sali also bald wieder neben frähchen zu gelangen und dieses wusste desgleichen immer vergnügt lachend zu ihm zu schlüpfen das
  160. war beiden Kreaturen wie wenn dieser herrliche Tag nie enden müsste und könnte doch der alte Manz kam gegen Abend herbei um zu sehen was sie
  161. ausgerichtet und obgleich sie fertig waren so schalt er doch ob iher Lustbarkeit und scheuchte die Gesellschaft auseinander zugleich zeigte
  162. sich aus seinem Grund und Boden seine Tochter gewarend pfiff er derselben schrill und gebieterisch durch den Finger dass sie erschrocken hineilte und
  163. er gab ihr ohne zu wissen warum einige Ohrfeigen also dass beide Kinder in großer Traurigkeit und weinend nach Hause gingen und sie wussten jetzt
  164. eigentlich so wenig warum sie so traurig waren als warum sie vorhin so vergnügt gewesen denn die Rauheit der Väter an sich ziemlich neu war von den aglos
  165. Geschöpfen noch nicht begriffen und konnte sie nicht tiefer bewegen die nächsten Tage war es schon eine härtere Arbeit zu welcher
  166. Mannsleute gehörten als Manns die Steine aufnehmen und wegfahren ließ es wollte kein Ende nehmen und alle Steine der Welt Schienen da beiammen zu sein er
  167. ließ sich aber nicht ganz vom Felde wegbringen sondern jede Fuhre auf jenem streitigen Dreiecke ab welches von mati schon säuberlich
  168. umgepflügt war er hatte vorher einen graden Strich gezogen als Grenzscheide und belastete nun dies Fleckchen Erde mit allen Steinen welche beide Männer
  169. seit unvordenklichen Zeiten herüber gewworfen sodass eine gewaltige Pyramide entstand die wegzubringen sein Gegner bleiben lassen würde dachte
  170. er Marti hatte dies am wenigsten erwartet er glaubte der andere werde nach alterweise mit dem Pfluge zu werge gehen wollen und hatte daher abgewartet
  171. bis er ihn als Pflüger ausziehen sähe erst als die Sache schon beinah fertig hörte er von dem schönen Denkmal welches manster errichtet rannte voll Wut hinaus
  172. sah die Bescherung rannte zurück und holte den gemeindeammern um vorläufig gegen den Steinhaufen zu protestieren und den Fleck gerichtlich in Beschlag
  173. nehmen zu lassen und von diesem Tag an lagen die zwei Bauern im Prozess miteinander und ruhten nicht eh sie beide zuunde gerichtet
  174. waren die Gedanken der sonst so wohlweisen Männer waren nun so kurzgeschnitten wie Hexel der beschränkteste Rechtssinn von der Welt
  175. erfüllte jeden von ihnen indem keiner begreifen konnte noch wollte wie der andere so offenbar unrechtmäßig und willkürlich den fraglichen unbedeutenden
  176. ackerzipfel an sich reißen könne bei mans kam noch ein wunderbarer Sinn für Symmetrie und parallele Linien hinzu und er fühlte sich wahrhaft gekränkt durch
  177. den aberwitzigen Eigensinn mit welchem mati auf dem Dasein des unsinnigsten und mutwilligsten schnörkels behaarte beide aber trafen zusammen in
  178. der Überzeugung dass der andere den anderen so frech und plump übervortteilend ihn notwendig für für einen verächtlichen Dummkopf halten
  179. müsse da man dergleichen etwa einem armen haltlosen Teufel nicht aber einem aufrechten klugen und wehrhaften Manne gegenüber sich erlauben könne und jeder
  180. sah sich in seiner wunderlichen Ehre gekränkt und gab sich rückhaltlos der Leidenschaft des Streites und dem daraus erfolgenden verfalle hin und je
  181. lebentlich fortan der träumerischen Qual zweier verdammten welche auf einem schmalen Brette einen dunklen Strom hinabtreibend sich befeden in die Luft
  182. hauen und sich selber anpacken und vernichten in der Meinung sie hätten ihr Unglück gefasst da sie eine faule Sache hatten
  183. so gerieten beide in die allerschlimmsten Hände von tausend Künstlern welche ihre verdorbene Fantasie auftrieben und zu ungeheuren
  184. Blasen die mit den nichtsnutzigsten Dingen angefüllt wurden vorzüglich waren die Spekulanten aus der Stadt seldv welchen diese Handel ein gefundenes
  185. Essen war und bald hatte jeder der Streitenden einen Anhang von Unterhändlern zutrgern und Ratgebern hinter sich die alles Geld auf hunder
  186. wegen abzuziehen WUs den das fckchen Erde mit dem Steinhaufen darüber auf welchem bereits wieder ein Wald von Nesseln und Disteln blühte war nur noch
  187. der erste Keim oder der Grundstein einer verworrenen Geschichte und Lebensweise in welcher die zwei 50jährigen noch neue Gewohnheiten und Sitten Grundsätze und
  188. Hoffnungen Annahmen als sie bisher geübt je mehr Geld sie verloren desto sehnsüchtiger wünschten sie welches zu haben und je weniger sie besaßen desto
  189. hartnäckiger dachten sie reich zu werden und es dem anderen zuvorzutun sie ließen sich zu jedem Schwindel verleiten und setzten auch J aus jah ein in alle
  190. Fremden Lotterien deren lose massenhaft den seldvila zirkulierten aber nie bekamen sie einen Taler Gewinn zu Gesicht sondern hörten
  191. nur immer vom Gewinnen anderer Leute und wie sie selbst beinahe gewonnen hätten indessen diese Leidenschaft ein regelmäßiger Geldabfluss für sie war
  192. bisweilen machten sich die seldwieler den Spaß beide Bauern ohne ihr Wissen am gleichen lose teilnehmen zu lassen sodass beide die Hoffnung auf
  193. Unterdrückung und Vernichtung des anderen auf ein und dasselbe los setzten sie brachten die Hälfte ihrer Zeit in der Stadt zu wo jeder in einer
  194. Spelunke sein Hauptquartier hatte sich den Kopf heiß machen und zu den lächerlichsten Ausgaben und einem elenden und ungeschickten schlemmen
  195. verleiten ließ bei welchem ihm heimlich doch selber das Herz blutete also dass beide welche eigentlich nur in diesem Hader lebten um für keine Dummköpfe zu
  196. gelten nun solche von der besten Sorte darstellten und von jeder Mann der für angesehen wurden die andere Hälfte der Zeit lagen
  197. sie verdrossen zu Hause oder gingen ihrer Arbeit nach wobei sie dann durch ein tolles böses überhasten und antreiben das Versäumte einzuholen
  198. suchten und damit jeden ordentlichen und zuverlässigen Arbeiter verscheuchten so ging es gewaltig rückwärts mit ihnen und eher 10 Jahre
  199. vorüber steckten sie beide von Grund aus in Schulden und stand wie die stärche auf einem Beine auf der Schwelle ihre Besitztümer von der jeder luftthauch sie
  200. herunterwehte aber wie es ihnen auch erging der Hass zwischen ihnen wurde täglich größer da jeder den anderen als den Urheber seines unsterns betrachtete
  201. als seinen Erbfeind und ganz unvernünftigen Widersacher den der Teufel absichtig in die Welt gesetzt habe um ihn zu verderben sie spien aus
  202. wenn sie sich nur von weitem sahen kein Glied ihres Hauses durfte mit Frau Kind oder Gesinde des anderen ein Wort sprechen bei Vermeidung der gröbsten
  203. Misshandlung ihre Weiber verhielten sich verschieden bei dieser Verarmung und Verschlechterung des ganzen Wesens die Frau des mati welche von guter Art war
  204. hielt den Verfall nicht aus hermte sich ab und starb eher ihre Tochter 14 Jahre alt war die Frau des Manns hingegen bequemte sich der veränderten
  205. Lebensweise an und um sich als eine schlechte Genossin zu entfalten hatte sie nichts zu tun als einigen weiblichen Fehlern die ihr von jeher angehaftet den
  206. Zügel schießen zu lassen und dieselben zu Lastern auszubilden ihre Naschhaftigkeit wurde zu wilder Begehrlichkeit ihre Zungenfertigkeit zu
  207. einem grundfalschen und verlogenen Schmeichel und verleumdungswesen mit welchem sie jeden Augenblick das Gegenteil von dem sagte was sie dachte
  208. alles hintereinander hetzte und ihrem eigenen Manne ein X für ein U vormachte ihre ursprüngliche Offenheit mit der sie sich der unschuldigeren
  209. Plauderei erfreut ward nun zur abgehärteten Schamlosigkeit mit der sie jenes falsche Wesen Betrieb und so statt unter ihrem Manne zu leiden drehte sie
  210. ihm eine Nase wenn er es argteb so macht du sie es bunt ließ sich nichts abgehen und Gedi zu der dicksten Blüte einer Vorsteherin des zerfallenden
  211. Hauses so war es nun schlimm bestellt um die armen Kinder welche weder eine gute Hoffnung für ihre Zukunft fassen konnten noch sich auch nur einer lieblich frohen
  212. Jugend erfreuten da überall nichts als Zank und Sorge war frenchen hatte anscheinend einen schlimmeren stand als sali da seine Mutter tot und es einsam
  213. in einem wüstenhause der Tyranei eines verwilderten Vaters anheim gegeben war als es 16 Jahre zählte war es schon ein schlank gewachsenes zierolles Mädchen
  214. seine dunkelbraunen Haare ringelten sich unablässig fast bis über die blinzelnden braunen Augen dunkelrotes Blut durchschimmerte die Wangen des
  215. bräunlichen Gesichtes und glänzte als tiefer Purpur auf den frischen Lippen wie man es selten sah und was dem dunklen Kinde ein eigentümliches ansehen
  216. und Kennzeichen gab feurige Lebenslust und Fröhlichkeit zitterten in jeder Fieber dieses Wesens es lachte und war aufgelegt zu Scherz und Spiel wenn das
  217. Wetter nur im Mindesten lieblich war das heißt wenn es nicht zu sehr gequält wurde und nicht zu viel Sorgen Ausstand diese plagten es aber häufig
  218. genug denn nicht nur hatte es den Kummer und das wachsende Elend des Hauses mitzutragen sondern es musste noch sich selbst in Acht nehmen und mochte sich
  219. gern halbwegs ordentlich und reinlich kleiden ohne dass der Vater ihm die geringsten Mittel dazu geben wollte so hatte fränchen die größte Not ihre
  220. anmutige Person einigermaßen auszustaffieren sich ein allerbescheidenstes Sonntagskleid zu erobern und einige bunte fast wertlose
  221. halstüchelchen zusammenzuhalten darum war das schöne wohlgemute junge Blut in jeder Weise gedemütigt und gehemmt und konnte am
  222. wenigsten der Hoffart anheim fallen über dieses hatte es bei schon erwachendem Verstande das Leiden und den Tod seiner Mutter gesehen und dies Andenken war ein
  223. weiterer Zügel der seinem lustigen und feurigen Wesen angelegt war sodass es nun höchst lieblich unbedenklich und rührend sich ansah wenn trotz alledem
  224. das Gute Kind bei jedem Sonnenblick sich ermunterte und zum Lächeln bereit war sali erging es nicht so hart auf den ersten Anschein denn er war nun ein
  225. hübscher und kräftiger junger Bursche der sich zu wehren wusste und dessen äußere Haltung wenigstens eine schlechte Behandlung von selbst unzulässig machte
  226. er sah wohl die üble Wirtschaft seiner Eltern und glaubte sich erinnern zu können dass es einst nicht so gewesen ja er bewahrte noch das frühere Bild seines
  227. Vaters wohl in seinem Gedächtnisse als eines best en klugen und ruhigen Bauers desselben Mannes den er jetzt als einen grauen Narren händelführer und
  228. Müßiggänger vor sich sah der mit toben und pralen auf hundert törichten und verfänglichen wegen wandelte und mit jeder Stunde rückwärts ruderte wie ein
  229. Krebs wenn ihm nun dies missfiel und ihn oft mit Scham und Kummer erfüllte während es seiner Unerfahrenheit nicht klar war wie die Dinge so gekommen so
  230. wurden seine Sorgen wieder betäubt durch die Schmeichelei mit der ihn die Mutter behandelte denn um in ihrem Unwesen ungestörter zu sein und einen guten
  231. Parteigänger zu haben auch um ihrer großtuerei zu genügen ließ sie ihm zukommen was er wünschte kleidete ihn sauber und pralerisch und unterstützte
  232. ihn in allem was er zu seinem Vergnügen vornahm er ließ sich dies gefallen ohne viel Dankbarkeit da ihm die Mutter viel zu viel dazu schwatzte und Log und indem
  233. er so wenig Freude daran empfand tat er lässig und gedankenlos was ihm gefiel ohne dass dies jedoch etwas Übles war weil er für jetzt noch unbeschädigt war
  234. von dem Beispiele der alten und das jugendliche Bedürfnis fühlte im ganzen einfach ruhig und leidlich tüchtig zu sein er war ziemlich genauso wie sein
  235. Vater in diesem Alter gewesen war und dieses flößte demselben eine unwillkürliche Achtung vor dem Sohne ein in welchem er mit verwirrtem Gewissen
  236. und gepeinigter Erinnerung seine eigene Jugend achtete trotz dieser Freiheit welche sali genoss ward er seines Lebens doch
  237. nicht froh und fühlte wohl wie er nichts Rechtes vor sich hatte und ebenso wenig was rechtes lernte daavon einem zusammenhängenden und vernunftgemäßen
  238. arbeiten in mansens Hause längst nicht mehr die Rede war sein bester Trost war daher stolz auf seine Unabhängigkeit und einstweilige Unbescholtenheit zu sein
  239. und in diesem stolze ließ er die Tage trotz sich verstreichen und wandte die Augen von der Zukunft ab der einzige Zwang dem er unterworfen
  240. war die Feindschaft seines Vaters gegen alles was mati hieß undter diesen erinnerte doch wusste er nichts anderes als dass mati seinem Vater Schaden
  241. zugefügt und dass man in der dessen Hause ebenso feindlich gesind sei und es fiel ihm daher nicht schwer weder den Marti noch seine Tochter anzusehen und
  242. seinerseits auch einen angehenden doch ziemlich zahmen Feind vorzustellen fränchen hingegen welches mehr erdulden musste als sali und in seinem Hause viel
  243. verlassener war fühlte sich weniger zu einer förmlichen Feindschaft aufgelegt und glaubte sich nur verachtet von dem wohlgekleideten und scheinbar
  244. glücklicheren zali deshalb verbar sich vor ihm und wenn er irgendwo nur in der Nähe war so entfernte sie sich eilig ohne dass er sich die Mühe gab ihr
  245. nachzublicken so kam es dass er das Mädchen schon seit ein paar Jahren nicht mehr in der Nähe gesehen und gar nicht wusste wie es aussah seit es
  246. herangewachsen und doch wunderte es ihn zu weilen ganz gewaltig und wenn überhaupt von den Matis gesprochen wurde so dachte er unwillkürlich nur an die
  247. Tochter deren jetziges Aussehen ihm nicht deutlich und deren Andenken ihm gar nicht verhasst war doch war sein Vater Manz nun der erste von den beiden
  248. Feinden der sich nicht mehr halten konnte und von Haus und Hof springen musste dieser Vortritt rührte daher dass er eine Frau besaß die ihm geholfen und
  249. einen Sohn der doch auch einiges mitbrauchte während mati der einzige Verzehrer war in seinem wackligen Königreich und seine Tochter durfte wohl
  250. arbeiten wie ein Haustierchen aber nichts gebrauchen mans aber wusste nichts anderes anzufangen als auf den Rat
  251. seiner seldwiiler Gönner in die Stadt zu ziehen und da sich als Wirt aufzutun es ist immer betrüblich anzusehen wenn ein ehemaliger Landmann der auf dem Felde
  252. alt geworden ist mit den Trümmern seiner habe in eine Stadt zieht und da eine Schenke oder Kneipe auftut um als letzten Rettungsanker den freundlichen
  253. und en wird zu machen während es ihm nichts weniger als freundlich zumut ist als die mansens vom Hof zogen samn erst wie arm sie bereits waren denn sie luden
  254. alten und zerfallenen Hausrat auf den man es ansah dass seit vielen Jahren nichts erneuert und angeschafft worden war die Frau legte aber nichts desto
  255. minder ihren besten stat an als sie sich oben auf die gerümpelfuhre setzte und machte ein Gesicht voller Hoffnungen als künftig stadtfrau schon mit Verachtung
  256. auf die Dorfgenossen herabsehend welche voll Mitleid hinter den Hecken hervor dem bedenklichen Zuge zuschauten denn sie nahm sich vor mit ihrer
  257. Liebenswürdigkeit und Klugheit die ganze Stadt zu bezaubern und was ihr versimpelter Mann nicht machen könne das wolle sie schon ausrichten wenn sie nur
  258. erst einmal als Frau Wirtin in einem stadtlichen Gasthofe säße dieser Gasthof bestand aber in einer trübseligen winkelschenke in einem abgelegenen
  259. schmalen Gässchen auf der eben ein anderer zugrunde gegangen war und welche die seldviler dem Manz verpachteten da er noch einige hundert Taler einzuziehen
  260. hatte sie verkauften ihm auch ein paar fäschen angemachten Weines und das wirtschaftsmobiliar das aus einem Dutzend weißen geringen Flaschen ebenso
  261. viel Gläsern und einigen tannenen Tischen und Bänken bestand welche einst blutrot angestrichen gewesen und jetzt viel abgescheuert waren vor dem Fenster
  262. knarrte ein eiserner Reifen in einem Haken und in dem Reifen schenkte eine blecherne Hand Rotwein aus einem Schöppchen in ein Glas über dies hing
  263. ein verdorrter Busch von Stechpalme über der Haustüre was mans alles mit in die Pacht bekam um dessend Willen war er nicht so wohlgemut wie seine Frau
  264. sondern trieb mit schlimmer Ahnung und voll Ingrimm die mageren Pferde an welche er vom neuen Bauern gel das letzte schäbige knechtchen das er
  265. gehabt hatte ihn schon seit einigen Wochen verlassen als er solcherweise Abfuhr sah er wohl wie Marti voll Hohn und Schadenfreude sich unfern der Straße
  266. zu schaffen machte fluchte ihm und hielt denselben für den alleinigen Urheber seines Unglücks sali aber sobald das Fuhrwerk
  267. im Gange war beschleunigte seine Schritte eilte voraus und ging allein auf Seitenwegen nach der Stadt da wären wir sagte MS als die Fuhre vor
  268. dem spelunkelein anhielt die Frau erschrck darüber denn das war in der Tat ein trauriger Gasthof die Leute traten eilfertig unter die Fenster und vor die
  269. Häuser um sich den neuen bauernwirt anzusehen und machten mit ihrer seldver Überlegenheit mitleidig spöttische Gesichter zornig und mit nassen Augen
  270. kletterte die manziin vom Wagen herunter und lief ihre Zunge vorläufig wetzend in das Haus um sich heute vornehm nicht wiederbllicken zu lassen denn sie
  271. schämte sich des schlechten Gerätes und der verdorbenen Betten welche nun abgeladen wurden sali schämte sich auch aber er musste helfen und machte mit
  272. seinem Vater einen seltsamen Verlag in dem Gässchen auf welchem alsbald die Kinder der fallitten herumsprangen und sich über das verlumpfte bauernpack
  273. lustig machten im Hause aber sah es noch trübseliger aus und es glich einer vollkommenen Räuberhöhle die Wände waren schlecht geweistes feuchtes Mauerwerk
  274. außer der dunklen unfreundlichen Gaststube mit ihren ehemals blutroten Tischen waren nur noch ein paar schlechte Kämmerchen da und überall
  275. hatte der ausgezogene Vorgänger den trostlosesten Schmutz und kerig zurückgelassen so war der Anfang und so ging es auch fort während der ersten
  276. Wochen kamen besonders am Abend wohl hin und wieder ein Tisch v aus Neugierde den Bauern Wirt zu sehen und ob es da vielleicht einigen Spaß absetzte am Wirt
  277. hatten sie nicht viel zu betrachten denn Manz war ungelenk starr unfreundlich und melancholisch und wusste sich gar nicht zu benehmen wollte es auch nicht wissen
  278. erfüllte langsam und ungeschickt die Schöppchen stellte sie mürrisch vor die Gäste und versuchte etwas zu sagen brachte aber nichts heraus desto
  279. eifriger warf sich nun seine Frau ins Geschirr und hielt die Leute wirklich einige Tage zusammen aber in einem ganz anderen Sinne als sie meinte die
  280. ziemlich dicke Frau hatte sich eine eigene haustraach zusammengesetzt in der sie unwiderstehlich zu sein glaubte zu einem leinenen ungefärbten Landrock trug
  281. sie einen alten grünseitenen Spener eine Baumwoll Schürze und einen schlimmen weißen halragen von ihrem nicht mehr dichtten Haar hatte sie an den Schläfen
  282. posierliche schnckchen gewickelt und in das Töpfchen hinter einen hohen Kamm gesteckt so schwänzelte und tänzelte sie mit angestrengter Anmut herum spitzte
  283. lächerlich das Maul dass es sü Aussehen ste hüpfte elastisch an die Tische hin und das GL oder den Teller gesalzenem Käse hinsetzend ste sie lächel so so
  284. Suli herrlich herrlich Herren und solches dummesug mehr denn obwohl sie sonst eine geschliffene Zunge hatte so sie doch nichts gescheites vorzubringen
  285. sie fremd war und die Leute nichtnte die seldwiiler von der schlechtesten Sorte die da hockten hielten die Hand vor den Mund und wollten vor Lachen
  286. ersticken stießen sich unter dem Tisch mit den Füßen und sagten potusig das ist ja eine herrliche eine himmlische sagte ein andere beim ewigen
  287. Hagel es ist der Mühe wert hierherzukommen so eine haben wir lang nicht gesehen ihr Mann bemerkte das wohl mit finsterem Blicke er gab ihr einen
  288. Stoß in die Rippen und flüsterte du al Kuh was machst du denn störe mich nicht sagte sie unwillig du alter Tollpatsch siehst du nicht wie ich mir Mühe gebe
  289. und mit den Leuten umzugehen weiß das sind aber nur Lumpen von deinem Anhang lass mich nur machen ich will bald fürnehmere Kundschaft hier haben dies
  290. war alles beleuchtet von einem oder zwei dünnen talklichten sali der Sohn aber ging hinaus in die dunkle Küche setzte sich auf den Herd und Wein über Vater
  291. und Mutter die Gäste aber hatten das Schauspiel bald satt welches Ihnen die gute Frau Manns gewährte und blieben wieder wo es ihnen wohler war und sie
  292. über die wunderliche Wirtschaft lachen konnten nur dann und wann erschien ein einzelner der ein gLAST trank und die Wände angehnte oder es kam ausnahmsweise
  293. eine ganze Bande die armen Leute mit einem vübergehende Trubel und Lärm zu täuschen es ward ihnen Angst und Bange in dem engen mauerwinkel wo sie kaum die
  294. Sonne sahen und mans welcher sonst gewohnt war tagelang in der Stadt zu liegen fand es jetzt unerträglich zwischen diesen
  295. Mauern wenn er an die freie Weite der Felder dachte so stierte er finster brütend an die Decke oder auf den Boden lief unter die enge Haustür und wieder
  296. zurück da die Nachbarn den bösen Wirt wie sie ihn schon nannten angafften nun dauerte es aber nicht mehr lange und sie verarmten gänzlich und hatten gar nichts
  297. mehr in der Hand sie mussten um etwas zu Essen warten bis einer kam und für wenig Geld etwas von dem noch vorhandenen Wein verzehrte und wenn er eine Wurst oder
  298. dergleichen begehrte so hatten sie oft die größte Angst und Sorge dieselbe beizutreiben bald hatten sie auch den Wein nur noch in einer großen Flasche
  299. verborgen die sie heimlich in einer anderen Kneipe füllen ließen und so sollten Sie nun die Wirte machen ohne Wein und Brot und freundlich sein ohne
  300. ordentlich gegessen zu haben sie waren beinahe froh wenn nur niemand kam und hockten so in ihrem Kneipchen ohne Leben noch sterben zu
  301. können als die Frau diese traurigen Erfahrungen machte zog sie den Grünen spenzer wieder aus und nahm abermals eine Veränderung vor indem sie nun wie
  302. früher die Feder so nun einige weibliche Tugenden aufkommen ließ und mehr ausbildete da not an Mann ging sie übte Geduld und suchte den alten
  303. aufrechtzuhalten und den Jungen zum Guten anzuweisen sie opferte sich vielfältig in allerlei Dingen kurz sie übte in ihrer Weise eine Art von
  304. wohltätigem Einfluss der zwar nicht weitreichte und nicht viel besserte aber immerhin besser war als gar nichts oder als das Gegenteil und die Zeit
  305. wenigstens verbringen half welche sonst viel früher hätte brechen müssen für diese Leute sie wusste manchen Rat Zuben
  306. nun mehr in erbärmlichen Dingen nach ihrem Verstande und wenn der Rat nichts zu taugen schien und fehlschlug so trug sie willig den Grimm der Männer kurzum
  307. sie tat jetzt alles da sie alt war was besser gedient hätte wenn sie es früher geübt um wenigstens etwas beißbares zu erwerben und die Zeit zu verbringen
  308. verlegten sich Vater und Sohn auf die Fischerei das heißt mit der Angelrute soweit es für jeden erlaubt war sie in den Fluss zu hängen dies war auch eine
  309. Hauptbeschäftigung der seldwier nachdem sie verliert hatten be günstigem Wetter wenn die Fische gern anbissen sah man sie dutzendweise hinauswandern mit Rute
  310. und Eimer und wenn man an den Ufern des Flusses wandelte hockte alle Spanne lang einer der angelte der eine in einem langen braunen bürgerrock die bloßen
  311. Füße im Wasser der andere in einem spitzenblauen Frack auf einer alten Weide stehend den alten Filz schief auf dem Ohre weiterhin angelte gar einer im
  312. zerrissenen großblumigen Schlafrock da er keinen anderen mehr besaß die lange Pfeife in der einen die Rute in der anderen Hand und wenn man um eine
  313. Krümmung des Flusses BG stand ein alter karlköpfiger dickbauchfasel nackt auf einem Stein und angelte dieser hatte trotz des aufentals
  314. am Wasser so schwarze Füße dass man glaubte er habe die Stiefel anbehalten jeder hatte ein Töpfchen oder ein Schächtelchen neben sich in welchem
  315. Regenwürmer wimmelten nach denen sie zu anderen Stunden zu graben pflegten wenn der Himmel mit Wolken bezogen und es ein schwüles dämmriges Wetter war welches
  316. Regen verkündete so standen diese Gestalten am zahlreichsten an dem ziehenden Strom erregungslos gleich einer Galerie von Heiligen oder
  317. prophetenbildern achtlos zogen die Landleute mit Vieh und Wagen an ihnen vorüber und die Schiffer auf dem Flusse sahen sie nicht an während sie leise
  318. murrten über die störenden Schiffe wenn man mans vor 12 Jahren als er mit einem schönen Gespann pflügte auf dem Hügel über dem Ufer geweissagt hätte
  319. er würde sich einst zu diesen wunderlichen heiligen Gesellen und gleich ihnen Fische fangen so wäre er nicht übel aufgefahren auch eilte er
  320. jetzt hastig an ihnen vorüber hinter ihren Rücken und eilte Strom auf ws gleich einem eigensinnigen Schatten der Unterwelt der sich zu seiner Verdammnis
  321. ein bequemes einsames Plätzchen sucht an den dunklen Wässern mit der Angelrute zu stehen hatten er und sein Sohn indessen keine
  322. Geduld und sie erinnerten sich der Art wie die Bauern auf manche andere Weise etwa Fische fangen wenn sie übermütig sind besonders mit den Händen in den
  323. Bächen daher nahmen sie die Ruten nur zum Schein mit und gingen an den Borden der bcheer hinauf wo sie wussten dass es teure und gute Forellen gab dem auf dem
  324. Lande zurückgebliebenen Marti ging es inzwischen auch immer schlimmer und es war ihm höchst langweilig dabei sodass er anstatt auf seinem vernachlässigten
  325. Felde zu arbeiten ebenfalls auf das Fischen verfiel und tagelang im Wasser herum plätscherte frenchen durfte nicht von seiner Seite und musste ihm Eimer
  326. und Geräte nachtragen durch nasse Wiesengründe durch Bäche und Wassertümpel aller Art bei Regen und Sonnenschein indessen sie das
  327. Notwendigste zu Hause liegen lassen musste denn es war sonst keine Seele mehr da und wurde auch keine gebraucht da mati das meiste Land verloren hatte
  328. und nur noch wenige Ecker besaß die er mit seiner Tochter liederlich genug oder gar nicht bebaute so kam es dass als er eines
  329. Abends einen ziemlich tiefen und reißenden Bach entlang ging in welchem die Forellen fleißig sprangen da der himmelv voll Gewitterwolken hing
  330. unverhofft auf seinen Feind mans traf der an dem anderen Ufer daherkam sobald er ihn sah stieg ein schrecklicher Kroll und Hohn in ihm auf sie waren sich seit
  331. Jahren nicht so nah gewesen ausgenommen vor den gerichtsschranken wo sie nicht schelten durften und Marti rief jetzt voller Grimm was tust du hier du Hund
  332. kannst du nicht in deinem lotterneste bleiben du seldwier Lumpenhund wirst nächsten wohl auch ankommen du Schelm rief mans Fische fängst du ja auch schon
  333. und wirst deshalb nicht viel mehr zu versäumen haben schweig du galgenhund schrie Marti da hier die Wellen des Baches stärker errauschten du hast mich
  334. ins Unglück gebracht und da jetzt auch die weiBen am Bache gewaltig zu rauschen anfingen im aufgehenden wetterwind so musste mans noch lauter schreien wenn
  335. dem nur so wäre so wollte ich mich freuen du elender Tropf oh du Hund schrie Marti herüber und Manz hinüber oh du Kalb wie
  336. dumm tust du und jener sprang wie ein Tiger den Bach entlang und suchte herüberzukommen der Grund warum er der wütendere war lag in seiner Meinung dass
  337. mans als Wirt wenigstens genug zu essen und zu trinken hätte und gewissermaßen ein kurzweiliges Leben führe während es ungerechterweise ihm so lang weilig wäre
  338. auf seinem zertrümmerten Hofe MS Schritt indessen auch grimmig genug an der anderen Seite hin hinter ihm sein Sohn welcher statt auf den bösen Streit zu
  339. hören neugierig und verwundert nach fränchen hinüb sah welche hinter ihrem Vater ging vor Scham in die Erde sehend dass ihr die braunen Grausen Haare ins
  340. Gesicht fielen sie trug einen hölzernen Fischeimer in der einen Hand in der anderen hatte sich Schuh und Strümpfe getragen und ihr Kleid der nä wegen
  341. aufgeschürst seit aber sali auf der anderen Seite ging hatte sie es schamhaft sinken lassen und war nun dreifach belästigt und gequält da sie
  342. all das Zeug tragen den Rock zusammenhalten und das streitsweggen sich grämen musste hätte sie aufgesehen und nach S geblickt so würde sie
  343. entdeckt haben dass er weder vornehm noch sehr stolz mehr aussah und selbst bekümmert genug war während frähchen so ganz beschämt und
  344. verwirrt auf die Erde sah und sali nur diese in allem elende schlanke und anmutige Gestalt im Auge hatte die so verlegen und demütig dahinschritt
  345. beachteten sie dabei nicht wie ihre Väter still geworden aber mit verstärkter Wut einem hölzernen Stege zualten der in kleiner Entfernung über
  346. den Bach führte und eben sichtbar wurde es fing an zu blitzen und er leuchtete selt die dunkle melancholische wassergegend es donnerte auch in den
  347. grauschwarzen Wolken mit dumpfem Gerolle und schwere Regentropfen fielen als die verwilderten Männer gleichzeitig auf die schmale unter ihren Tritten schwankende
  348. Brücke stürzten sich gegenseitig packten und die Fäuste in die vor Zorn und ausbrechendem Kummer bleichen zitternden Gesichter schlugen es ist nichts
  349. anmutiges und nichts weniger als artig wenn sonst gesetzte Menschen noch in den Fall kommen aus Übermut unbedacht oder Notwehr unter allerhand Volk dass sie
  350. nicht näher berührt Schläge auszuteilen oder welche zu bekommen allein dies ist eine harmlose Spielerei gegen das tiefe Elend das zwei alte Menschen überwältigt
  351. die sich wohl kennen und seit lange kennen wenn diese aus innerster Feindschaft und aus dem Gange einer ganzen Lebensgeschichte heraus sich mit
  352. nackten Händen anfassen und mit mit Fäusten schlagen so taten jetzt diese beiden erkrauten Männer vor 50 Jahren
  353. vielleicht hatten sie sich als Buben zum letzten Mal gerauft dann aber 50 lange Jahre mit keiner Hand mehr berührt ausgenommen in ihrer guten Zeit wo sie
  354. sich etwa zum Gruße die Hände gestüttelt und auch dies nur selten bei ihrem trockenen und sicheren Wesen nachdem sie ein oder zweimal
  355. geschlagen hielten sie inne und rangen still zitternd miteinander nur zu weilen aufstöhnend und elendiglich knirschend und einer suchte den anderen über das
  356. knackende Geländer ins Wasser zu werfen jetzt waren aber auch ihre Kinder nachgekommen und sahen den erbärmlichen Auftritt sali sprang eines Satzes heran
  357. um seinem Vater beizustehen und ihm zu helfen dem gehassten Feinde den gar auszumachchen der ohnehin der schwächere schien und eben zu unterliegen drohte
  358. aber auch frähchen Rang alles wegwerfend mit einem langen Aufschrei herzu und umklammerte ihren Vater um ihn zu schützen während sie ihn dadurch nur
  359. hinderte und beschwerte tränen strömten aus ihren Augen und sie sah flehend den sali an der im Begriff war ihren Vater ebenfalls zu fassen und vollens zu
  360. überwältigen unwillkürlich legte er aber seine Hand an seinen eigenen Vater und suchte denselben mit festem Arm von dem Gegner
  361. loszubringen und zu beruhigen sodass der Kampf eine kleine Weile ruhte oder vielmehr die ganze Gruppe unruhig hin und her drängte ohne
  362. auseinanderzukommen darüber waren die jungen Leute sich mehr zwischen die alten schiebend in dichte Berührung gekommen und in diesem Augenblick
  363. erhälte ein wolkenriss der den grellen Abendschein durchließ das nahe Gesicht des Mädchens und sali sah in dies ihm so wohlbekannte und doch so viel anders und
  364. schöner gewordene Gesicht rähnchen S in diesem Augenblicke auch sein Erstaunen und es lächelte ganz kurz und geschwind mitten in seinem Schrecken und in seinen
  365. Tränen ihn an doch ermannte sich sali geweckt durch die Anstrengungen seines Vaters ihn abzuschütteln und brachte ihn mit eindringlich Bittenden Worten und
  366. fester Haltung endlich ganz von seinem Feinde Weg beide alte Gesellen atmeten hoch auf und begannen jetzt wieder zu schelten und zu schreien sich
  367. voneinander abwenden ihre Kinder aber atmeten kaum und waren still wie der Tod gaben sich aber im wegwenden und trennen ungesehen von den alten schnell die
  368. Hände welche vom Wasser und von den Fischen feucht und kühl waren als die krollenden Parteien ihre Wege gingen hatten die Wolken sich
  369. wieder geschlossen es dunkelte mehr und mehr und der Regen Gos nun in Bechen durch die Luft mans schlenderte voraus auf den dunklen nassen wegen er duckte
  370. sich beide Hände in den Taschen unter den regenüssen zitterte noch in seinen Gesichtszügen und mit den Zähnen und ungesehene Tränen rieselten ihm mit den
  371. Stoppelbart die er fließen ließ um sie durch das wegwischen nicht zu verraten sein Sohn hatte aber nichts gesehen weil er in glückseligen Träumen verloren
  372. daherging er merkte weder Regen noch Sturm weder Dunkelheit noch Elend sondern leicht hell und warm war es ihm innen und außen und er fühlte sich so
  373. reich und wohlgeborgen wie ein Königssohn er sah fortwährend das sekundenlange Lächeln des nahen schönen Gesichtes und erwiderte dasselbe erst
  374. jetzt eine gute halbe Stunde nachher indem er voll Liebe in Nacht und Wetter hinein und das liebe Gesicht anlachte das ihm allerwegen aus dem Dunkel
  375. entgegentrat soass er frähchen müsse auf seinen Wegen dies Lachen notwendig sehen und seine inne werden so war sein Vater des anderen
  376. Tags wie zerschlagen und wollte nicht aus dem Hause der ganze Handel und das vieljährige Elend nahm heute eine neue deutlichere Gestalt an und breitete sich
  377. dunkel aus in der drückenden Luft der Spelunke also das Mann und Frau matt und scheu um das Gespenst herumschlichen aus der in die dunklen Kämmerchen von da in
  378. die Kü und a dieser wieder sich in Diebe schleten in welcher kein Gast sich sehente jedes in einem Winkel und denag über einüdes Hales zanken und vorhalten
  379. mit dem anderenobei sie zeitweise einschliefen von unruhigen Tagträumen gepag welche aus demwiss kam und sieer weten n und H nichts Don den er n
  380. es war ihm immer noch zut nicht nur als ob er unsäglich reich wäre sondern auch was rechtes gelernt hätte und unendlich viel schönes und gutes wüsste da er nun
  381. so deutlich und bestimmt um das wusste was er gestern gesehen diese Wissenschaft war ihm wie vom Himmel gefallen und er war in einer
  382. unaufhörlichen glücklichen Verwunderung darüber und doch war es ihm als ob er es eigentlich von jeher gewusst und gekannt hätte was ihn jetzt mit so wundersamer
  383. Süßigkeit erfüllte denn nichts gleich dem Reichtum und der Unergründlichkeit eines Glückes das an den Menschen herantritt in einer so klaren und
  384. deutlichen Gestalt vom pfefflein getauft und wohlversehen mit einem eigenen Namen der nicht tönt wie andere Namen sali fühlte sich an diesem Tage
  385. weder müßig noch unglücklich weder arm noch hoffnungslos viel mehr war er voll auf besch tigt sich fränchens Gesicht und Gestalt vorzustellen unaufhörlich
  386. eine Stunde wie die andere über dieser aufgeregten Tätigkeit aber verschwand ihm der Gegenstand derselben fast vollständig das heißt er bildete sich
  387. endlich ein nun doch nicht zu wissen wie frähchen recht genau aussehe er habe wohl ein allgemeines Bild von ihr im Gedächtnis aber wenn er sie beschreiben
  388. sollte so könnte er das nicht er sah fortwährend dies Bild als ob es vor ihm Stände und fühlte seinen angenehmen Eindruck und doch sah er es nur wie
  389. etwas dass man eben nur einmal gesehen in dessen Gewalt man liegt und dass man doch nicht kennt er erinnerte sich genau der Gesichtszüge welche das kleine
  390. dirnchen einst gehabt mit großem Wohlgefallen aber nicht eigentlich derjenigen welche er gestern gesehen hätte er frähchen nie wieder zu sehen
  391. bekommen so hätten sich seine erinnerungskräfte schon behelfen müssen und das liebegesicht säuberlich wieder zusammengetragen dass nicht ein Zug
  392. daran fehlte jetzt aber versagten sie schlau und hartnäckig ihren Dienst weil die Augen nach ihrem Recht und ihrer Lust verlangten und als am Nachmittage
  393. die Sonne warm und hell die oberen Stockwerke der schwarzen Häuser beschien Strich sali aus dem Tore und seineer alten Heimat zu welche ihm jetzt erst
  394. ein himmlisches Jerusalem zu sein schien ih mit zwölf glänzenden pforen und die sein Herz klopfen machte als er sich ihr näherte er stieß auf dem Wege auf
  395. frenchens Vater welcher nach der Stadt zu gehen schien der sah sehr wild und liederlich aus sein grau gewordener Bart war seit Wochen nicht geschoren und der
  396. sah aus wie ein recht verlorener Bauersmann der sein Feld verscherzt hat und nun geht um anderen übles zuzufügen dennoch sah insali als sie sich
  397. vorübergingen nicht mehr mit Hass sondern voll Furcht und scheu an als ob sein Leben in dessen Hand Stände und er es lieber von ihm erflehen als ertrotzen
  398. möchte mati aber Maß ihn mit einem bösen Blicke von oben bis unten und ging seines Weges das war indessen dem sali recht
  399. welchem es nun da er den alten das Dorf verlassen sah deutlicher wurde was er eigentlich da wollte und er schlicht sich auf altbekannten Pfaden so lange um
  400. das Dorf herum und durch dessen verdeckte Gässchen bis er sich Martis Haus und Hof gegenüber befand seit mehreren Jahren hatte er diese Städte
  401. nicht mehr so nah gesehen denn auch als sie noch hier wohnten hüteten sich die verfeindeten Leute gegenseitig sich ins Gehege zu
  402. kommen deshalb war er nun erstaunt über das was er doch an seinem eigenen Vaterhause erlebt und starrte voll Verwunderung in die Wüste nei die er vor
  403. sich sah dem Marti war ein Stück Ackerland um das andere abgepfendet worden er besaß nichts mehr als das Haus und den Platz davor nebst etwas Garten
  404. und dem Acker auf der Höhe am Flusse von welchem er hartnäckig am längsten nicht hatte lassen wollen es war aber keine Rede mehr von
  405. einer ordentlichen Bebauung und auf dem Aker der ein so schön im gleichmäßigen Korne gewogt wenn die Ernte kam waren jetzt allerhand ab fällige Samenreste
  406. gesäht und aufgegangen aus alten Schachteln und zerrissenen Tüten zusammengekehrt Röben Kraut und dergleichen und etwas Kartoffeln sodass
  407. der Acker aussah wie ein recht übel gepflegter gemüseplatz und eine wunderliche Musterkarte war dazu angelegt um von der Hand in den Mund zu
  408. leben hier eine Hand voll Rüben auszureißen wenn man Hunger hatte und nichts Besseres wusste dort eine trachtkartoffel oder Kraut und das
  409. übrige fortwuchern oder verfaul zu lassen wie es mochte auch lief jeder Mann darin herum wie es ihm gefiel und das schöne breite Stück Feld sah beinah
  410. so aus wie eins der herrenlose Acker von dem alles Unheil herkam deshalb war um das Haus nicht eine Spur von Ackerwirtschaft zu sehen
  411. der Stall war leer die Tür hing nur in einer Angel und unzählige Kreuzspinnen den Sommer hindurch halb groß geworden ließen ihre Fäden in der Sonne glänzend
  412. vor der im Dunklen Eingang an dem offenstehenden Scheunentor wo eins die Früchte des festen Landes eingefahren hing schlechtes fischergeräte zum
  413. Zeugnis der verkehrten wasserpfuscherei auf dem Hofe war nicht ein Huhn und nicht eine Taube weder Katze noch un zu seehen nur der Brunnen war noch als
  414. etwas Lebendiges da aber er floss nicht mehr durch die Röhre sondern sprang durch einen Riss nahe am Boden über diesen hin und setzte überall kleine
  415. Tümpel an so dass er das beste Sinnbild der Faulheit abgab denn während mit wenig Mühe des Vaters das Loch zu verstopfen und die Röhre herzustellen
  416. gewesen wäre musste sich frähchen nun abquälen selbst das lautere Wasser dieser Verkommenheit abzugewinnen und seine Wäscherei in den seichten
  417. Sammlungen am Boden vorzunehmen statt in dem vertrockneten und zerspellten Troge das Haus selbst war ebenso kläglich anzusehen die Fenster waren
  418. vielfältig zerbrochen und mit Papier verklebt aber doch waren sie das freundlichste an dem Verfall denn sie waren selbst die zerbrochenen Scheiben
  419. klar und sauber gewaschen ja förmlich poliert und glänzten so hell wie fränchens Augen welche ihm in seiner Armut ja auch allen übrigen Staat
  420. ersetzen mussten und wie die Grausen Haare und die rotgelben kartonhalstücher zu fränchens Augen stand zu diesen blinkenden Fenstern das wilde grüne
  421. Gewächs das da durcheinander rankte um das Haus flatternde bohnenwälchen und eine ganze duftende Wildnis von rotgelbem Goldlack die Bohnen hielten
  422. sich so gut sie konnten hier an einem Hakenstiel oder an einem verkehrt in die Erde gesteckten stumpfbesen dort an einer von Ross
  423. zerfressenden hellbate oder sponton wie man es nannte als fränchens Großvater das Ding als Wachtmeister getragen ch es es jetzt aus Not in die Bohnen gepflanzt
  424. hatte dort kletterten sie wieder lustig in eine verwitterte Leiter empor die am Hause lehnte seit undenklichen Zeiten und hingen von da an in die klaren
  425. Fensterchen hinunter wie fränchens grräuselhaare in seine Augen dieser mehr malerische als wertliche Hof lag etwas beiseit und hatte keine näheren
  426. Nachbarhäuser auch ließ sich in diesem a Blicke nirgends eine lebendige Seele wahrnehmen s lehnte daher in aller Sicherheit an einem alten schäunchen
  427. etwa 30 Schritte entfernt und schaute unverwandt nach dem Stillen Wüsten Hause hinüber eine geraume Zeit lehnte und schaute er so als frähchen unter die
  428. Haustür kam und lange vor sich hinblickte wie mit allen ihren Gedanken an einem Gegenstande hängend s rühte sich nicht und Wand kein Auge von ihr
  429. als sie endlich zufällig in dieser Richtung hinsah fiel er ihr in die Augen sie sahen sich eine Weile an herüber und hinüber als ob sie eine lufterscheinung
  430. betrachteten bis sich sali endlich aufrichtete und langsam über die Straße und über den Hof ging auf frähchen los als er dem Mädchen nah war streckte
  431. es seine Hände gegen ihn aus und sagte s er ergriff die Hände und sah ihr immer fort ins Gesicht Tränen stürzten aus ihren Augen während sie unter seinen
  432. Blicken vollens dunkelrot wurde und sie sagte was willst Du hier nur dich sehen erwiderte er wollen wir nicht wieder gute Freunde
  433. sein und unsere Eltern fragte fredchen sein weinendes Gesicht zur Seite neigend da es die Hände nicht frei hatte um es zu bedecken sind wir Schuld an dem was
  434. sie getan und geworden sind sagte sali vielleicht können wir das Elend nur gut machen wenn wir zwei zusammenhalten und uns recht lieb sind es wird nie gut
  435. kommen antwortete frenchen mit einem tiefen Seufzer geh in Gottes Namen deiner Wege sali bist du allein fragte dieser kann ich einen Augenblick
  436. hineinkommen der Vater ist zur Stadt wie er sagte um deinem Vater irgendetwas anzuhängen aber hereinkommen kannst du nicht weil du später vielleicht nicht so
  437. ungesehen weggehen kannst wie jetzt noch ist alles still und niemand um den Weg ich bitte dich geh jetzt nein so gehe ich nicht ich musste seit gestern immer
  438. an dich denken und ich gehe nicht sofort wir müssen miteinander reden wenigstens eine halbe Stunde lang oder eine Stunde das wird uns gut tun frenchen besann
  439. sich ein Weilchen und sagte dann ich gehe gegen Abend auf unseren Acker hinaus du weißt welchen wir haben nur noch den und ich hole etwas Gemüse ich
  440. weiß dass niemand weiter dort oben sein wird weil die Leute anderswo schneiden wenn du willst so komm dorthin aber jetzt geh und nimm dich in Acht dass
  441. dich niemand sieht wenn auch kein Mensch hier mehr mit uns umgeht so würden sie doch ein solches Gerede machen dass der Vater sogleich vernähme sie ließen sich
  442. jetzt die Hände frei ergriffen sie aber auf der Stelle wieder und beide sagten gleichzeit und wie geht es Dir auch aber statt zu
  443. antworten fragten sie das gleiche aufs Neue und die Antwort lag nur in den berhten Augen dass sie nach Art der Verliebten die Worte nicht mehr zu
  444. lenken wussten und ohne sich weiter etwas zu sagen endlich halbselig und halbturig auseinanderhuschten ich komme recht bald
  445. hinaus geh nur gleich hin rief frenchen noch nach S ging auch alsbald auf die Stille schöne Anhöhe hinaus über welche die zwei Ecker sich erstreckten und die
  446. prächtige Stille Julisonne die fahrenden weißen Wolken welche über das reife wallende Kornfeld wegzogen der glänzende blaue Fluss der unten vorüber wallte
  447. alles dies erfüllte ihn zum ersten Male seit langen Jahren wieder mit Glück und Zufriedenheit statt mit Kummer und er warf sich der Länge nach in den
  448. durchsichtigen Halbschatten des körnes wo dasselbe Matis wilden Acker grenzte und guckte glückselig in den Himmel obgleich es kaum eine viertel
  449. Stunde wehrte bis fränchen nachkam und er an nichts anderes dachte als an sein Glück und dessen Namen stand es doch plötzlich und unverhofft vor ihm auf ihn
  450. niederlächelnd und froh erschreckt sprang er auf frenli rief er und dieses gab ihm still und lächelnd beide Hände und Hand in Hand gingen sie nun das
  451. flüsternde Korn entlang bis gegen den Fluss hinunter und wieder zurück ohne viel zu reden sie legten zwei und dreimal den hin und Herweg zurück still
  452. glückselig und ruhig sodass dieses einige paar nun auch einem sternbilde Klich welches über die sonnige Rundung der Anhöhe und hinter derselben
  453. niederging wie einst die sichergehenden pfugzüge ihrer Väter als sie aber einsmals die Augen von den Blauen Kornblumen aufschlugen
  454. denen sie gehaftet sahen sie plötzlich einen anderen dunklen Stern vor sich hergehen einen schwärzlichen Kerl von dem sie nicht wussten woher er so
  455. unversehens gekommen er musste im Korn gelegen haben fränchen zuckte zusammen und sali sagte erschreckt der schwarze Geiger in der Tat trug der Kerl der vor
  456. Ihnen herstrich eine Geige mit dem Bogen unter dem Arm und s übrigens schwarz genug aus neben einem schwarzen filzhütchen und einem schwarzen rusigen
  457. Kittel den er trug war auch sein Haar pechschwar so wie der ungeschorene Bart das Gesicht und die Hände aber ebenfalls geschwärzt den er trug allerlei Handwerk
  458. meistens kesselflicken half auch den kohlenbrennern und pechsiedern in den Wäldern und ging mit der Geige nur auf einen guten schick aus wenn die Bauern
  459. irgendwo lustig waren und dann Fest feierten S und frähchen gingen Mäuschen still ihm hinten drein und dachten er würde vom Felde gehen und verschwinden
  460. ohne sich umzusehen und so schien es auch zu sein denn er tat als ob er nichts von ihnen merkte dazu waren sie in einem seltsamen Bann dass sie nicht
  461. wagten den schmalen Pfad zu verlassen und den unheimlichen Gesellen unwillkürlich folgten bis an das Ende des Feldes wo jener ungerechte
  462. Steinhaufen lag der das immer noch streitige ackerzippelchen bedeckte eine zahllose Menge von Mondblumen oder klatschrosen hatte sich darauf
  463. angesiedelt weshalb der kleine Berg feuerrot aussah zur Zeit plötzlich sprang der schwarze Geiger mit einem Satze auf die rot bekleidete Steinmasse
  464. hinauf kehrte sich und sah rings um das Pärchen blieb stehen und sah verlegen zu dem dunklen Burschen hinauf denn vorbei konnten sie nicht gehen weil der Weg in
  465. das Dorf führte und umkehren mochten sie auch nicht vor seinen Augen er sah sie scharf an und rief ich kenne euch ihr seid die Kinder derer die mir den Boden
  466. hier gestohlen haben es freut mich zu sehen wie gut ihr gefahren seid und werde gewiss noch erleben dass ihr vor mir den Weg alles Fleisches geht seht
  467. mich nur an ihr zwei Spatzen gefällt euch meine Nase wie in der Tat besaß er eine schreckbare ne
  468. welche wie ein großes Winkelmaß aus dem dürren schwarzen Gesichte ragte oder eigentlich mehr einem tüchtigen Knebel oder prügelklich welcher ein dies
  469. Gesicht geworfen worden war und unterd dem ein kleines rundes löchelchen von einem Munde sich seltsam stutzte und zusammenzog aus dem es unaufhörlich
  470. pustete Pfiff und zischte dazu stand das kleine filzhütchen ganz unheimlich welches nicht rund und nicht eckig und so sonderlich geformt war dass es alle
  471. Augenblicke seine Gestalt zu verändern schien obgleich es unbeweglich saß und von den Augen des Kerls war fast nichts als das weiße zu sehen da die Sterne
  472. unaufhörlich auf einer blitzschnellen Wanderung begriffen waren und wie zwei Hasen im Zickzack umher sprangen seht mich nur an fuhr er fort eure Väter
  473. kennen mich wohl und jeder Mann in diesem Dorfe weiß wer ich bin wenn er nur meine Nase ansieht da haben sie vor Jahren ausgeschrieben
  474. dass ein Stück Geld für den Erben dieses Ackers bereit liege ich habe mich 20 mal gemeldet aber ich habe keinen Taufschein und keinen Heimatschein und meine
  475. Freunde die Heimatlosen die meine Geburt gesehen haben kein gültiges Zeugnis und so ist die Frist längst verlaufen und ich bin um den blutigen Pfennig gekommen
  476. mit dem ich hätte auswandern können ich habe eure Väter angefleht dass sie mir bezeugen möchten sie müssten mich nach ihrem Gewissen für den rechten Erben
  477. halten aber sie haben mich von ihren Höfen gejagt und nun sind sie selbst zum Teufel gegangen Item das ist der Weltlauf mir kann es
  478. recht sein ich will euch doch Geigen wenn ihr tanzen wollt damit sprang er auf der anderen Seite von den Steinen hinunter und machte sich dem Dorfe zu wo
  479. gegen Abend der Erntesegen eingebracht wurde und die Leute guute Dinge waren als er verschwunden ließ sich das Paar ganz mutlos und betrübt auf die Steine
  480. nieder sie ließen ihre verschlungenen Hände fahren und stützten die traurigen Köpfe darauf denn die Erscheinung des Geigers und seine Worte hatten sie aus
  481. der glücklichen Vergessenheit gerissen in welcher sie wie zwei Kinder auf und abgewandelt und wie sie nun auf dem harten Grund ihres Elend saßen
  482. verdunkelte sich das heitere Lebenslicht und ihre Gemüter wurden so schwer wie Steine da erinnerte sich fränchen unversehend der wunderlichen Gestalt und
  483. der Nase des Geigers es musste plötzlich hell auflachen und rief der arme Kerl sieht gar zu spaßhaft aus was für eine Nase und eine allerliebste sonnenhelle
  484. Lustigkeit verbreitete sich über das Gesicht des Mädchens als ob sie nur gehart hätte bis des Geigers Nase die trüben Wolken wegstieße s sah frähchen
  485. an und sah diese Fröhlichkeit es hatte die Ursache aber schon wieder vergessen und lachte nur noch auf eigene Rechnung dem sali ins Gesicht dieser verblüfft
  486. und erstaunt starrte unwillkürlich mit lachendem Munde auf die Augen gleich einem hungrigen der ein süßes Weizenbrot erblickt und rief bei Gott frenchen wie
  487. schön bist du fränchen lachte ihn nur noch mehr an und hauchte dazu aus klangvoller Kehle einige kurze mutwillige lachtöne welche dem armen
  488. sali nicht anders dünkten als der Gesang einer Nachtigal oh du Hexe rief er wo hast du das gelernt welche teufelskünste treibst du da ach du lieber Gott sagte
  489. frchen mit schmeichelnder Stimme und nahm Salis Hand das sind keine teufelskünste wie lange hätte ich gern einmal gelacht
  490. ich habe wohl zu weilen wenn ich ganz allein war über irgendetwas lachen müssen aber es war nichts Rechtes dabei jetzt aber möchte ich dich immer und
  491. ewig anlachen wenn ich dich sehe und ich möchte dich wohl immer und ewig sehen bist du mir auch ein bisschen recht gut oh freli sagte er und sah ihr ergeben
  492. und treuherzig in die Augen ich habe noch nie ein Mädchen angesehen es war immer als ob ich dich einst lieb haben müsste und ohne dass ich wollte oder
  493. wusste hast du mir doch immer im Sinn gelegen und du mir auch sagte frenchen und das noch viel mehr denn du hast mich nie angesehen und wusstest nicht wie ich
  494. geworden bin ich aber habe dich zu Zeiten aus der Ferne und sogar heimlich aus der Nähe recht gut betrachtet und wusste immer wie du aussiehst weißt du
  495. noch wie oft wir als Kinder hierhergekommen sind denkst du noch des kleinen Wagens wie kleine Leute sind wir damals gewesen und wie lange ist es her
  496. man sollte denken wir wären recht alt wie alt bist du jetzt fragte SDI voll Vergnügen und Zufriedenheit du musst ungefähr 17 sein 17 und ein halbes Jahr
  497. bin ich alt erwiderte frenchen und wie alt bist du ich weiß aber schon du bist malald 20 woher weißt du das fragte s Geld wenn ich es sagen wollte du willst
  498. es nicht sagen nein gewiss nicht nein nein du sollst es sagen willst du mich etwa zwingen das wollen wir sehen diese einfältigge Reden führte
  499. sali um seine Hände zu beschäftigen und mit ungeschickten Liebkosungen welche wie eine Strafe aussehen sollten das schöne Mädchen zu bedrängen sie führte
  500. auch sich während mit vieler Langmut den albernen Wortwechsel fort der trotz seiner Leerheit beide witzig und süß genug dünkte bal Bost und kühn genug war
  501. frähchens Hände zu bezwingen und es in die monondblumen zu drücken da lag es nun und zwinkerte in der Sonne mit den Augen seine Wangen glühten wie Purpur
  502. und sein Mund war halb geöffnet und ließ zwei Reihen weiße Zähne durchschimmern fein und schön flossen die dunklen Augenbrauen ineinander und
  503. die junge Brust hob und senkte sich mutwillig unter sämtlichen vier Händen welche sich kunterbund darauf streichelten und bekriegten sali wusste
  504. sich nicht zu lassen vor Freude das schlanke schöne Geschöpf vor sich zu sehen es sein Eigen zu wissen und es dünkte ihm ein
  505. Königreich alle deine weißen Zähne hast du noch lachte er weißt du noch wie oft wir sie eins gezählt haben kannst du jetzt zählen das sind ja nicht die
  506. gleichen du Kind sagte freni jene sind längst ausgefallen s wollte nun in seiner Einfalt jenes Spiel wie erneuern und die glänzenden zahnperlen zählen
  507. aber fränchen verschloss plötzlich den roten Mund richtete sich auf und begann einen Kranz von mohrosen zu winden den es sich auf den Kopf setzte der Kranz
  508. war voll und breit und gab der bräunlichen dirme ein fabelhaftes reizendes ansehen und der arme sali hielt in seinem Arm was reiche Leute
  509. teuer bezahlt hätten wenn sie es nur gemalt an ihren Wänden hätten sehen können jetzt sprang sie aber por und rief Himmel wie heiß ist es hier da
  510. sitzen wir wie die Narren und lassen uns versäen komm mein lieber lass uns ins hohe Korn sitzen sie schlüpften hinein so geschickt und sachte dass sie kaum
  511. eine Spur zurückließen und bauten sich einen engen Kerker in den goldenen ehren die ihnen hoch über den Kopf ragten als sie drin saßen sodass sie nur den
  512. tiefblauen Himmel über sich sahen und sonst nichts von der Welt sie umhalsten sich küssten sich unverweilt und so lange bis sie einstweilen müde waren
  513. oder wie man es nennen will wenn das Küssen zweier verliebter auf eine oder zwei Minuten sich selbst überlebt und die Vergänglichkeit alles Lebens mitten
  514. im Rausche der Blütezeit ahnen lässt sie hörten die Lärchen singen hoch über sich und suchten dieselben mit ihren scharfen Augen und wenn sie glaubten flüchtig
  515. eine in der Sonne aufblitzen zu sehen gleich einem plötzlich aufleuchtenden oder hinschießenden St am blauen Himmel so küssten sie sich wieder zur Belohnung
  516. und suchten einander zu übervorteilen und zu täuschen so viel sie konnten siehst du dort blitzt eine flüsterte sali und frenchen erwiderte ebenso leise
  517. ich höre sie wohl aber ich sehe sie nicht doch pass nur auf dort wo das weiße Wölkchen steht ein wenig rechts davon und beide sahen eifrig hin und
  518. sperrtenor vorläufig ihre Schnäbel auf wie die jungen Wachteln im Neste um sie unverzüglich aufeinander zu heften wenn sie sich einbildeten die Lärche gesehen
  519. zu haben auf einmal hielt wrähchen inne und sagte dies ist also eine ausgemachte Sache dass jedes von uns einen Schatz
  520. hat dünkt es dich nicht so ja sagte sali es scheint mir auch so wie gefällt dir denn dein Schätzchen sagte rchen was ist es für ein Ding was hast du von ihm zu
  521. melden es ist ein gar feines Ding sagte s es hat zwei braune Augen einen roten Mund und läuft auf zwei Füßen aber seinen Sinn kenne ich weniger als den
  522. Papst zurom und was kannst du von deinem Schatz berichten er hat zwei blaue Augen einen nichtsnutzigen Mund und braucht zwei
  523. verwegene starke Arme aber seine Gedanken sind mir unbekannter als der türkische Kaiser es ist eigentlich wahr sagte sali dass wir uns weniger kennen
  524. als wenn wir uns nie gesehen hätten so fremd hat uns die lange Zeit gemacht seit wir groß geworden sind was ist alles vorgegangen in deinem Köpfchen
  525. mein liebes Kind ach nicht viel tausend nachenspossen haben sich wollen Regen aber es ist mir immer so trübselig ergangen dass sie nicht aufkommen
  526. konnten du armes Schätzchen sagte S ich glaube aber du hast es hinter den Ohren nicht das kannst du ja nach und nach erfahren wenn du mich recht lieb hast
  527. wenn du einst meine Frau bist fredchen zitterte leis bei diesem letzten Worte und schmiegte sich tiefer in Salis Arme ihn von neuem lange und zärtlich
  528. küssend es traten mir dabei Tränen in die Augen und beide wurden auf einmal traurig da ihnen ih hoffnungsarme Zukunft in den Sinn kam und die
  529. Feindschaft ihrer Eltern frenchen seufzte und sagte komm ich muss nun gehen und so erhoben sie sich und gingen Hand in Hand aus dem Kornfeld als sie
  530. wrrenchens Vater spähend vor sich sahen mit dem kleinlichen Scharfsinn des müßigen Elends hatte dieser als er dem sali begegnet neugierig gegrübelt was
  531. der wohl allein im Dorf zu suchen ginge und sich des gestrigen Vorfalls erinner verfiel er immer nach der Stadt zuschlendernd endlich auf die richtige
  532. Spur rein aus Groll und unbeschäftigter Bosheit und nicht so bald gewann der Verdacht eine bestimmte Gestalt als er mitten in den Gassen von seldva umkehrte
  533. und wieder in das Dorf hinaustrollte wo er seiner Tochter in Haus und Hof und rings in den Hecken vergeblich suchte mit wachsender Neugier rannte er auf den
  534. Acker hinaus und als er da frchens Korb liegen sah in welchem es die Früchte zu holen pflegte das Mädchen selbst aber nirgends erblickte spähte er eben am
  535. Korn des Nachbarn herum als die erschrockenen Kinder herauskamen so standen sie versteinert und Marti stand derst auch da und
  536. beschaute sie mit bösen Blicken bleich wie Blei dann fing er fürchterlich an zu toben in Gebärden und Schimpfworten und langte zu gleich grimmig nach dem jungen
  537. Burschen um ihn zu würgen sah lewig aus und floh einige Schritte zurück setzt über den wilden Mann sprang aber sogleich wieder zu als er sah dass der
  538. alte statt seiner nun das zitternde Mädchen fasste ihm eine Ohrfeige gab dass der rote Kranz herunterflog und seine Haare um die Hand wickelte um es
  539. mit sich fortzureißen und weiter zu mishandeln ohne sich zu besillen raffte er einen Stein auf und schlug mit demselben den alten gegen den Kopf halb
  540. in Angst um frähchen und halb im jäzorn Marti taumelte erst ein wenig sank dann bewusstlos auf denin Haufen nieder und zog das erbärmlich aufschreiende
  541. frähchen mit sali befreite noch dessen Haare aus der Hand des Bewusstlosen und richtete es auf dann stand er da wie eine Bildsäule ratlos und
  542. gedankenlos das Mädchen als es den wie Tod daliegenden Vater sah fuhr sich mit den Händen über das erbleichende Gesicht schüttelte sich und sagte hast du ihn
  543. erschlagen sali nickte lautlos und fränchen schrie oh Gott du lieber Gott das ist mein Vater der arme Mann und sinnlos warf er sich über ihn und hob
  544. seinen Kopf auf an welchem indessen kein Blut floss es ließ ihn wieder sinken sali ließ sich auf der anderen Seite des Mannes nieder und beide schauten still
  545. wie das Grab und mit erlmten reglosen Händen in das leblose Gesicht um nur etwas anzufangen sagte endlich sali er wird doch nicht gleich tot sein müssen
  546. das ist gar nicht ausgemacht frenchen riss ein Blatt von einer klatschrose ab und legte es auf die erblassten Lippen und es bewegte sich schwach er atmet
  547. noch rief es so lauf doch ins Dorf und hol Hilfe als S aufsprang und laufen wollte streckte es ihm die Hand nach und rief ihn zurück komm aber nicht mit
  548. zurück und sage nicht wie es zugegangen ich werde auch Schweigen man soll nicht aus mir herausbringen sagte es und sein Gesicht dass es den Armen ratlosen
  549. Burschen zuwandte überfloss von schmerzlichen Tränen komm küss mich noch einmal nein geh mach dich fort es ist aus es ist ewig aus wir können nicht
  550. zusammenkommen es seß ihn fort und er lief willenlos dem Dorfe zu er begegnete einem knäbchen das ihn nicht kannte diesem trug er auf die nächsten Leute zu
  551. holen und beschrieb ihm genau wo die Hilfe nö sei dann machte er sich verzweelt fort und irrte die ganze Nacht im gehlze herum am Morgen schlich er in
  552. die Felder um zu erspähen wie es gegangen sei und hörte von frühen Leuten welche miteinander sprachen dass Martin noch lebe aber nichts von sich wisse und
  553. wie das eine seltsame Sache wäre da kein Mensch wisse was ihm zugestoßen erst jetzt ging er in die Stadt zurück und verbarg sich in dem
  554. dunklen Elend des Hauses frähchen hielt ihm Wort es war nichts aus ihm herauszufragen als dass es selbst den Vater so gefunden habe und da er am
  555. anderen Tage sich wieder tüchtig regte und atmete freilich ohne Bewusstsein und über dies kein Kläger da war so nahm man an er sei betrunken gewesen und auf die
  556. Steine gefallen und ließ die Sache auf sich beruhen fränchen pflegte ihn und ging nicht von seiner Seite außer um die Arzneimittel zu holen beim Doktor und
  557. etwa für sich selbst eine schlechte Suppe zu kochen denn es lebte beinahe von nichts obgleich es Tag und Nacht wach sein musste und niemand ihm half es
  558. dauerte beinahe sechs Wochen bis der Kranke allmählich zu seinem Bewusstsein kam obgleich er vorher schon wieder aß und in seinem Bette ziemlich munter war
  559. aber es war nicht das alte Bewusstsein das er jetzt erlangte sondern es zeigte sich immer deutlicher je mehr er sprach dass er blödsinnig geworden war und zwar
  560. auf die wunderlichste Weise er erinnerte sich nur el an das Geschehene und wie an etwas sehr lustiges was ihn nicht weiter berührte lachte immer wie ein Narr und
  561. war guter Dinge noch im Bette liegend brachte er hundert närrische sinnlos mutwillige Redensarten und Einfälle zum Vorschein schnittgesichter und zog sich
  562. die schwarzwollene Zipfelmütze in die Augen und über die Nase herunter dass diese aussah wie ein Sarg unter einem bartuch das bleiche und abgehärmte
  563. frähchen hörte ihm geduldig zu Tränen vergießend über das törichte Wesen welches die Arme Tochter noch mehr ängstigte als die frühere Bosheit aber
  564. wenn der alte zuweilen etwas gar zu drolliges anstellte so musste es mitten in seiner Qual laut auflachen da sein unterdrücktes Wesen immer zur Lust
  565. aufzuspringen bereit war wie ein gespannter Bogen worauf dann eine umso tiefere Betrübnis erfolgte als der alte aber aufstehen
  566. konnte war gar nichts mehr mit ihm anzustellen er machte nichts als dummhitten lachte und stöberte um das Haus herum setzte sich in die Sonne und
  567. streckte die Zunge heraus oder hielt lange Reden in die Bohnen hinein um die gleiche Zeit aber war es auch aus mit den wenigen Überbleibseln
  568. seines ehemaligen Besitzes und die Unordnung so weit gediehen dass auch sein Haus und der letzte Aker seit geraumer Zeit verfendet nun gerichtlich
  569. verkauft wurden denn der Bauer welcher die zwei Ecker des Manns gekauft benutzte die gänzliche Verkommenheit Matis und seine Krankheit und führte den
  570. alten Streit wegen des strittigen steinfleckes kurz und entschlossen zu Ende und der verlorene Prozess trieb Martis Fass vollens den Boden aus im
  571. demem er in seinem blödsinne nichts mehr von diesen Dingen wusste die Versteigerung fand statt Marti wurde von der Gemeinde in einer Stiftung für
  572. dergleichen Arme Tröpfe auf öffentlichen Kosten untergebracht diese Anstalt befand sich in der Hauptstadt des Ländchens der gesunde und essbegierige
  573. blödsinnige wurde noch gut gefüttert dann auf ein mit ochsenbespanntes Wägelchen geladen das ein ärmlicher Bauersmann nach der Stadt führte um
  574. zugleich einen oder zwei Säcke Kartoffeln zu verkaufen und frähchen setzte sich zu dem Vater auf das Fuhrwerk um ihn auf diesem letzten Gange
  575. zu dem lebendigen Begräbnis zu begleiten es war eine traurige und bittere Fahrt aber Fr wachte sorgfältig über seinen Vater und ließ es ihm an nichts fehlen
  576. und es sah sich nicht um und ward nicht ungeduldig wenn durch die cpriolen des unglücklichen die Leute aufmerksam wurden und dem Wägelchen nachliefen wo
  577. sie durchfuhren endlich erreichten sie das weitläufige Gebäude in der Stadt wo die langen Gänge die Höfe und ein freundlicher Garten von
  578. einer Menge ähnlicher Tröpfe belebt waren die alle in weiße Kittel gekleidet waren und dauerhafte lederkäppchen auf den harten Köpfen trugen auch Marti
  579. wurde noch vor fränchens Augen in diese Tracht gekleidet und er freute sich wie ein Kind darüber tanzte singend umher Gott grüß euch ihr geehrten Herren rief
  580. er seine neuen genossen an ein schönes Haus habt ihr hier geh heim frengel und sag der Mutter ich komme nicht mehr nach Haus hier gefällt's mir bei Gott Jai es
  581. kräucht ein Igel über den Haak ich habe ihn hören bellen oh Meli küss kein alten Kalb küss nur die jungen Gesellen alle die Wässerlein laufen in rein die mit
  582. dem pflaumenaug die muss es sein gehst du schon weli du siehst ja aus wie der Tod im häfelein und geht es mir doch so fröhlich die Füchsin schreit im Felde
  583. hallo hallo das Herz tut ihr [Musik] WE ein Aufseher gebot ihm Ruhe und führte ihn zu einer leichten Arbeit und
  584. fränchen ging das Fuhrwerk aufzusuchen es setzte sich auf den Wagen zog ein Stückchen Brot hervor und aß dasselbe dann schlief es bis der Bauer kam und
  585. mit ihm nach dem Dorfe zurückfuhr sie kamen erst in der Nacht an frenchen ging nach dem Hause in dem es geboren und nur zwei Tage bleiben
  586. durfte und es war jetzt zum ersten Mal in seinem Leben ganz allein in es machte ein Feuer um das letzte Restchen Kaffee zu kochen das es noch besaß und setzte
  587. sich auf den Herd denn es war ihm ganz elendiglich zumut er sehnte sich und härmte sich ab denn sali nur ein einziges Mal zu sehen und dachte
  588. inbrünstig an ihn aber die Sorgen und der Kummer verbitterten seine Sehnsucht und diese machte die Sorgen wieder viel schwerer so saß es und stützte den Kopf
  589. in die Hände als jemand durch die offenstehende Tür hereinkam sali rief rähnchen als es aufsah und fiel ihm um den Hals dann sahen sich beide
  590. erschrocken an und riefen wie siehst du elend aus denn s sah nicht minder als frähnchen bleich und abgezieht aus alles vergessend zog es ihn zu sich auf den
  591. Herd und sagte bist du krank gewesen oder ist es dir auch so schlimm ergangen sali antwortete nein ich bin gerade nicht krank außer vorheimw nach dir bei
  592. uns geht es jetzt hoch und herrlich zu der Vater hat einen Einzug und unterschleif von auswärtigem Gesindel und ich glaube so viel ich merke ist er
  593. ein diebshehler geworden deshalb ist jetzt einstweilen Hülle und Fülle in unserer Taverne solange es geht und bis es ein Ende mit Schrecken nimmt die
  594. Mutter hilft dazu aus bitterlicher Gier nur etwas im Hause zu sehen und glaubt den Unfug noch durch eine gewisse Aufsicht und Ordnung annehmlich und
  595. nützlich zu machen mich fragt man nicht und ich konnte mich nicht viel darum kümmern denn ich kann nur an dich denken Tag und Nacht da allerlei Landstreicher
  596. bei uns einkehren so haben wir alle Tage gehört was bei euch vorgeht worüber mein Vater sich freut wie ein kleines Kind dass dein Vater heute nach dem Spittel
  597. gebracht wurde haben wir auch vernommen ich habe gedacht du werdest jetzt allein sein und ich bin gekommen um dich zu sehen
  598. frenchen klagte ihm jetzt auch alles was sie drückte und was sie erlitt aber mit so leichter zutraulicher Zunge als ob sie ein großes Glück beschriebe weil sie
  599. glücklich war sali neben sich zu sehen sie brachte inzwischen notdürftig ein Becken voll warmen Kaffee zusammen welchen mit ihr zu teilen Sie den
  600. geliebten Zwang also übermorgen musst du hier weg sagte sadi was soll denn ums Himmels willen werden das weiß ich nicht sag wänchen ich werde dienen müssen und
  601. in die Welt hinaus ich werde es aber nicht aushalten ohne dich und doch kann ich dich nie bekommen auch wenn alles andere nicht wäre bloß weil du meinen
  602. Vater geschlagen und um den Verstand gebracht hast dies würde immer ein schlechter Grundstein unserer Ehe sein und wir beide nie sorglos werden nie s
  603. seufzte und sagte ich wollte auch schon hundert Mal Soldat werden oder mich in einer fremden Gegend als Knecht verdingen aber ich kann noch nicht
  604. fortgehen solange du hier bist und hernach wird es mich aufreiben ich glaube das Elend macht meine Liebe zu dir stärker und schmerzhafter sodass es
  605. um Leben und Tod geht ich habe von dergleichen keine Ahnung gehabt frähchen sah ihn liebevoll lächend an sie lehnten sich an die Wand
  606. zurück und sprachen nichts mehr sondern gaben sich schweigend der Glückseligen Empfindung hin die sich über allen Gram erhob dass sie sich im größten ernste
  607. gute wären und geliebt Wüsten darüber schliefen sie friedlich ein auf dem unbequemen Herde ohne kessen und pfühl und schliefen so sanft und
  608. ruhig wie zwei Kinder in einer Wiege schon graute der Morgen als sali zuerst erwachte er weckte wenchen so sachte er konnte aber es duckte sich immer wieder
  609. an schlaft trunken und wollte sich nicht ermuntern da küsste er es heftig auf den Mund und frenchen empor machte die Augen weit auf und als es sali erblickte rief
  610. es Herr Gott ich habe eben noch von dir geträumt es träumte mir wir tanzten miteinander auf unserer Hochzeit lange lange Stunden und waren so glücklich
  611. sauber geschmückt und es fehlte unser nicht da wollten wir uns endlich küssen und dürsten danach aber immer zog uns etwas auseinander und nun bist du es
  612. selbst gewesen der uns gestört und gehindert hat aber wie gut dass du gleich da bist gierig fiel es ihm um den Hals und küsste ihn als ob es kein Ende
  613. nehmen sollte und was hast du denn geträumt fragte sie und streichelte ihm Wangen und Kinn mir träumte ich ginge endlos auf einer langen Straße durch
  614. einen Wald und du in der Ferne immer vor mir her zuweilen sahst du nach mir um winktest mir und lachtest und dann war ich wie im Himmel das ist alles sie
  615. traten unter die offen gebliebene Küchentüre die unmittelbar ins Freie führte und mussten lachen als sie sich ins Gesicht sahen denn die rechte Wange
  616. wrähnchens und die Linke Salis welche im Schlafe aneinander gelehnt hatten waren von dem Drucke ganz rot gefärbt während die Blässe der anderen durch die kühle
  617. Nachtluft noch erhöht war sie rieben sich zärtlich die kalte Bleiche Seite ihrer Gesichter um sie auch rot zu machen die frische Morgenluft der tauige
  618. Stille Frieden da über der Gegend lag das junge Morgenrot macht sie fröhlich und selbst vergessen und besonders in frähchen schien ein freundlicher Geist
  619. der Sorglosigkeit gefahren zu sein morgen Abend muss ich also aus diesem Hause fort sagte es und ein anderes Obdach suchen vorher möchte ich
  620. einmal nur einmal recht lustig sein und zwar mit dir ich möchte recht herzlich und fleißig mit dir tanzen irgendwo denn das Tanzen aus dem Traume steckt mir
  621. immer VT dem Sinn jedenfalls will ich dabei sein und sehen wo du unterkommst sagte S und tanzen wollte ich auch gerne mit dir du herziges Kind aber wo es ist
  622. morgen kirchwei an zwei Orten nicht weit von hier erwiderte wrenchen dakennt und beachtet man uns weniger draußen am Wasser will ich auf dich warten und dann
  623. können wir gehen wohin es uns gefällt um uns lustig zu machen einmal einmal nur aber je wir haben mir gar kein Geld setzte es traurig hin zu da kann nichts
  624. draus werden lass nur sagte s ich will schon etwas mitbringen doch nicht von deinem Vater von von dem gestohlenen nein sei nur ruhig ich habe noch meine
  625. silberne Uhr bewahrt bis dahin die will ich verkaufen ich will dir nicht abraten sagte wrenchen errötend denn ich glaube ich müsste sterben wenn ich nicht morgen
  626. mit dir tanzen könnte es wäre das Beste wir beide könnten sterben sagte sie umarmten sich wehmütig und schmerzlich zum Abschied und als sie
  627. voneinander ließen lachten sie sich doch freundlich an in der sicheren Hoffnung auf den nächsten Tag aber wann willst du denn kommen rief frchen noch spätestens
  628. um 11 Uhr mittags erwiderte er wir wollen recht ordentlich zusammen Mittagessen gut gut komm lieber um 10:3 Uhr schon doch als S schon im Gehen war
  629. rief sie ihn noch einmal zurück und zeigte ein pl verändertes verzweiflungsvolles Gesicht es wird doch nichts daraus sagte sie bitterlich
  630. weinend ich habe keine sonntagsschuhe mehr schon gestern habe ich diese groben hier anziehen müssen um nach der Stadt zu kommen ich weiß keine Schuhe
  631. aufzubringen s stand ratlos und verblüfft keine Schuhe sagte er da musst du halt in diesen kommen nein nein in denen kann ich nicht tanzen nun so
  632. müssen wir welche kaufen wo mit was eiineltwiel da gibt es schuhäden genug Geld werde ich in minder als zwei Stunden haben aber ich kann doch nicht
  633. mit dir in seltwiel herumgehen und dann wird das Geld nicht langen auch noch Schuhe zu kaufen es muss und ich will die Schuhe kaufen und morgen mitbringen
  634. oh du närchen sie werden ja nicht passen die du kaufst so gib mir einen alten Schuh mit oder halt noch besser ich will dir das Maß nehmen das wird doch kein
  635. Hexenwerk sein das Maß nehmen wahrhaft daran habe ich nicht gedacht komm komm ich will dir ein Schnürchen suchen sie setzte sich wieder auf den Herd zog den
  636. Rock etwas zurück und streifte den Schuh vom Fuße der noch von der gestrigen Reise her mit einem weißen Strumpfe bekleidet war s kniete nieder und nahm
  637. so gut er es verstand das Maß indem er den zierlichen Fuß der Länge und Breite nach umspannte mit dem Schnürchen und sorgfältig Knoten in dasselbe knüpfte du
  638. Schuhmacher sagte chen und lachte errötend und freundschaftlich zu ihm nieder S wurde aber auch rot und hielt den Fuß fest in seinen Händen länger als
  639. nötig war sodass fränchen ihn noch tiefer errötend zurückzog den verwirrten s aber noch einmal stürmisch umhalste und küsste dann aber
  640. fortschickte sobald er in der Stadt war trug er seine Uhr zu einem Uhrmacher der im sechs oder sieben Gulden dafür gab für die silberne Kette bekam er auch
  641. einige Gulden und er dünkte sich nun reich genug denn er hatte seit der groß war nie so viel Geld besessen auf einmal wenn nur erst der Tag vorüber und
  642. der Sonntag angebrochen wäre um das Glück damit zu erkaufen dass er sich von dem Tage versprach dachte er denn wenn das übermorgen auch um soo dunkler und
  643. unbekannter hereinragte so gewann die ersehnte Lustbarkeit von morgen nur einen seltsamen erhöhten Glanz und Schein indessen brachte er die Zeit noch
  644. leidlich hin indem er ein paar Schuhe für frähchen suchte und dies war ihm das vergnügteste Geschäft das er je Betrieben er ging von einem Schuhmacher
  645. zum anderen ließ sich alle weiberschuhe zeigen die vorhanden waren und endlich handelte er ein leichtes und feines paar ein so hübsch wie sie wrrenchen noch nie
  646. getragen er verbarg die Schuhe unter seiner Weste und tat sie die übrige Zeit des Tages nicht mehr von sich er nahm sie sogar mit ins Bett und legte sie
  647. unter das Kopfkissen da er das Mädchen heute früh noch gesehen und morgen wiedersehen sollte so schlief er fest und ruhig war aber in aller Frühe munter
  648. und begann seinen dürftigen sonntagsstart zurecht zumachchen und auszuputzen so gut es gelingen wollte es fiel seiner Mutter auf und sie fragte
  649. verwundert was er vorhabe da er sich schon lange nicht mehr so sorglich angezogen er wolle einmal über Land gehen und sich ein wenig umtun erwiderte
  650. er er werde sonst krank in diesem Hause das ist mir die Zeit Herr ein merkwürdiges Leben murte der Vater und dann herumschleichen lass ihn nur gehen
  651. sagte aber die Mutter es tut ihm vielleicht gut es ist ja ein Elend wie er aussieht hast Du Geld zum Spazieren gehen woher hast du es sagte der alte
  652. ich brauche keins sagte sali hast du einen Gulden versetzte der alte und warf ihm denselben hin du kannst im Dorf ins Wirtshaus gehen und den dort
  653. verzehren damit sie nicht glauben wir seien hier so übel dran ich will nicht ins Dorf und brauche den Gulden nicht behaltet ihn nur so hast du ihn gehabt
  654. es wäre schad wenn du ihn haben müsstest du Starrkopf rief manch und schob seinen Gulden wieder in die Tasche seine Frau aber welche nicht wusste warum sie heute
  655. ihres Sohnes wegen so wehmütig und gerührt war brachte ihm me gro schwarzes meilender Halstuch mit rotem Rande sie nur selten getragen und er schon früher
  656. gern gehabt hätte er schlang es um den Hals und ließ die langen Zipfel fliegen auch stellte er zum ersten Mal den Hemdkragen den er sonst immer
  657. umgeschlagen ehrbar und männlich in die Höhe bis über die Ohren hinauf in einer Anwandlung ländlichen Stolzes und machte sich dann seine Schuhe in der
  658. Brusttasche des Rockes schon nach 7 Uhr auf den Weg als er die Stube verließ träte ihn ein seltsames Gefühl Vater und Mutter
  659. die Hand zueben und auf der Straße sah er sich noch einmal nach dem Hause um ich glaube am Ende sagte mans der Bursche streicht irgendeinem weibibsbild
  660. nach das hätten wir gerade noch nötig die Frau sagte oh wollte Gott dass er vielleicht ein Glück machte das tätte dem armen Buben gut richtig sagte der
  661. Mann das fehlt nicht das wird de himmlisches Glück geben wenn er nur erst an eine solche Maultasche zu geraten das Unglück hat das tätte dem armen Bübchen
  662. gut natürlich s richtete seinen Schritt erst nach dem Flusse zu wo er wrähchen erwarten wollte aber unterwegs war der
  663. anderen Sinnes und ging gerade zu ins Dorf um frenchen im Hause selbst abzuholen weil es ihm zu lang währte bis hal:3
  664. was kümmern uns die Leute dachte er niemand hilft uns und ich bin ehrlich und fürchte niemand so trat er unerwartet in frenchens Stube und ebenso
  665. unerwartet fand er es schon vollkommen angekleidet und geschmückt dasitzen und der zeiarren wo es gehen könne nur die Schuhe fehlten ihm noch aber sali stand
  666. mit offenem Munde still in der Mitte der Stube als das Mädchen erblickte so schön sah es aus es hatte nur ein einfaches Kleid an von blau gefärbter Leinwand
  667. aber dasselbe war frisch und sauber und saß ihm sehr gut um den schlanken Leib darüber trug es ein schneewißeseline Halstuch und dies war
  668. der ganze Anzug das braune gekräuselte Haar war sehr wohlgeordnet und die sonst wilden löckchenen nun fein und lieblich um den
  669. Kopfchen vielen Wochen fast nicht aus dem Hause gekommen so war seine Farbe zter und durchsicher geworden vmer aber in diese Durchsichtigkeit Gos jetzt
  670. die Liebe und die Freude ein rot und das andere und an der Brust trug es einen schönen Blumenstrauß von Rosmarin Rosen und prächtigen Astern er saß am offenen
  671. Fenster und atmete still und holt die frisch durchsonnte Morgenluft wie es aber sali erscheinen sah steckte es ihm beide hübsche Arme entgegen welche vom
  672. Ellbogen an bloß waren und rief wie recht hast du dass du schon jetzt und hierher kommst aber hast du mir Schuhe gebracht gewiss nun stehe ich nicht auf
  673. bis ich sie anhabe er zog die ersähnten aus der Tasche und gab sie dem begierigen schönen Mädchen es schleuderte die alten von sich schlüpfte
  674. in die neuen und sie passten sehr gut erst jetzt erhobe sich vom Stuhl wiegte sich in den neuen Schuhen und ging eifrig einige Male auf und nieder es zog
  675. das lange blaue Kleid das zurück und beschaute wohlgefällig die roten W Schleifen welche die Schuhe zierten während sali unaufhörlich die feine
  676. reizende Gestalt betrachtete welche da in lieblicher Aufregung vor ihm sich regte und freute du beschaust meinen Strauß sagte
  677. wrenchen habe ich nicht deinen schönen zusammengebracht du musst wissen dies sind die letzten Blumen die ich noch aufgefunden in dieser Wüstenei hier war
  678. noch ein Röschen dort eine Aster und wie sie nun gebunden sind würde man ihnen nicht ansehen dass sie aus einem Untergange zusammengesucht sind nun ist
  679. es aber Zeit dass ich fortkomme nicht ein Blümchen mehr im Garten und das Haus auch leer s sah sich um und bemerkte erst jetzt dass alle fahhabe die noch da
  680. gewesen weggebracht war du armes vreli sagte er haben sie dir doch alles genommen gestern erwiderte es haben sie es weggeholt was ich von der Stelle
  681. bewegen ließ und mir kaum mehr mein Bett gelassen ich habe es aber auch gleich verkauft und jetzt habe auch ich Geld sie es holte einige neue glänzende
  682. talerstücke aus der Tasche seines Kleides und zeigte sie ihm damit fuhr es fort sagte der weisogt der auch hier war soll ich mir einen Dienst suchen in
  683. einer Stadt und ich solle mich heute gleich auf den Weg machen desali nachdem er in die Küche geguckt hatte ich sehe kein
  684. kein Pfännchen kein Messer hast du denn auch nicht zu morgen gegessen nichts sagte wrenchen ich hätte mir da etwas holen können aber ich dachte ich wolle
  685. lieber hungrig bleiben damit ich recht viel essen könne mit dir zusammen denn ich freue mich so sehr darauf du glaubst nicht wie ich mich freue wenn ich dich
  686. nur anrühren dürfte sagte sali so wollte ich dir zeigen wie es mir ist du schönes schönes Ding du hast recht du würdest meinen ganzen St verderben und wenn wir
  687. die Blumen ein bisschen schonen so kommt es zugleich meinem armen Kopf zugute den du mir übel zuzurichten pflegst so komm jetzt wollen wir ausrücken noch müssen
  688. wir warten bis das Bett abgeholt wird denn nachher schließe ich das leerhaus zu und gehe nicht mehr hierher zurück mein Bündelchen gebe ich der Frau
  689. aufzuheben die das Bett gekauft hat sie setzten sich daher einander gegenüber und warteten die Bäuerin kam bald eine chröigge Frau mit lautem
  690. Mundwerk und hatte einen Burschen bei sich welcher die Bettstelle tragen sollte als diese Frau wrenchens Liebhaber erblickt und das geputzte
  691. Mädchen selbst sperrte sie Maul und Augen auf stemmte die Arme unter und schrie Eis davreli du treibst es ja schon gut hast
  692. einen Besucher und bist gerüstet wie eine Prinzessin Geld aber sagte frenchen freundlich lachend wisst ihr auch wer das ist
  693. ich denke das ist wohl der salimant Berg und Tal kommen nicht zusammen sagt man aber die Leute aber nimm Dich doch in acht kindind und denk wie es euren
  694. Eltern ergangen ist ei das hat sich jetzt gewendet und alles ist gut geworden erwiderte frenchen lächelnd und freundlich mitteilsam ja beinah
  695. herablassend seht S ist mein Hochzeiter dein Hochzeiter was du sagst ja und er ist ein reicher Herr er hat 100.000 Gulden in der Lotterie gewonnen denket
  696. einmal Frau diese Tat einen Sprung schlug ganz erschrocken die Hände zusammen und schrie Hund
  697. 100000 Gulden 100000 Gulden Versicherte frenchen ernsthaft herr du meines Lebens es ist aber nicht wahr du lügst mich an Kind
  698. nun glaubt was ihr wollt aber wenn es wahr ist und du heiratest ihn was wollt ihr denn machen mit dem Gelde willst du wirklich eine vornehme Frau werden
  699. versteht sich in drei Wochen halten wir die Hochzeit geh mir weg du bist eine hässliche Lügnerin das schönste Haus hat er schon gekauft in seldvel mit einem
  700. großen Garten und Weinberg ihr müsst mich auch besuchen wenn wir eingerichtet sind ich zähle darauf all weg du teufelshexlein was du bist ihr werdet
  701. sehen wie schön es da ist einen herrlichen Kaffee werde ich machen und euch mit feinem eierbrot aufwarten mit Butter und Honig oh du schelmenkind
  702. zählt drauf dass ich komme rief die Frau mit lüsternem Gesicht und der Mund wässerte ihr kommt ihr aber um die Mittagszeit und seid ermüdet vom Markt
  703. so soll euch eine kräftige Fleischbrühe und ein Glas Wein immer parat stehen das wird mir Bast tun und dann etwas Zuckerwerk oder weißen wecken für die
  704. lieben Kinder zu Hause soll es euch auch nicht fehlen es wird mir ganz schmachtend ein artiges halstüchlein oder ein Restchen seidenzeug oder ein
  705. hübsches altes Band für eure Röcke oder ein Stück Zeug zu einer neuen Schürze wird gewiss auch zu finden sein wenn wir meine Kisten und Kasten durchmustern in
  706. einer vertrauten Stunde die Frau drehte sich auf den Haken herum und schüttelte jauchzend ihre Röcke und wenn euer Mann ein
  707. vorteilhaftes Geschäft machen könnte mit einem Land oder viehandel und der Mangel des Geldes so wisst ihr wo ihr anklopfen sollt mein lieber s wird froh sein
  708. jederzeit ein Stück Bares sicher und erfreulich anzulegen ich selbst werde auch etwa einen Spaß Henig haben einer vertrauten Freundin
  709. beizustehen jetzt war der Frau nicht mehr zu helfen sie sagte gerührt ich habe immer gesagt du seist ein braves und gutes und schönes Kind der Herr
  710. wolle es dir Wohlergehen lassen immer und ewiglich und es dir gesegnen was Du an mir tust dagegen verlange ich aber auch dass ihr es gut mit mir meint all
  711. Weg kannst du das Verlangen und dass ihr jederzeit eure Ware sei es Obst seines Kartoffeln sei es Gemüse erst zu mir bringet und mir anbietet ehe ihr auf den
  712. Markt geht damit ich sicher sei eine rechte Bäuerin an der Hand zu haben auf die ich mich verlassen kann was irgendeiner gibt für die wahre werde ich
  713. gewiss auch geben mit tausend Freuden ihr kennt mich ja ach es ist nichts Schöneres als wenn eine wohlhabende stadtfrau die so ratlos in ihren Mauern
  714. sitzt und doch so vieler Dinge benötigt ist auf eine rechtschaffende ehrliche Landfrau erfahren in allem wichtigen und nützlichen eine gute und dauerhafte
  715. Freundschaft zusammenhaben es kommt einem zu gut in 100 Fällen in Freud und Leid bei gevatterschaften und Hochzeiten wenn die Kinder unterrichtet werden und
  716. konfirmier wenn sie in die Lehre kommen und wenn sie in die Fremde sollen bei misswachs und Überschwemmungen bei feuersprünsten und Hagelschlag wovor uns
  717. Gott behüte wovor uns Gott behüte sagte die gute Frau schluchzend und trocknete mit ihrer Schürze wie Augen welch ein verständiges und tiefsinniges bräutlein
  718. bist du ja Dir wird es gut gehen da müsste keine Gerechtigkeit in der Welt sein schön sauber KUG und Weise wie du bist arbeitsam und geschickt zu allen
  719. Dingen keine ist feiner und besser als du in und außer dem Dorfe und wer dich hat der muss meinen er sei im Himmelreich oder er ist ein Schelm und
  720. er hat es mit mir zu tun hör sali dass du nur rechtlich bist mit meinem freli oder ich will dir den Meister zeigen du Glückskind dass du bist ein solches
  721. Röslein zu brechen so nehmt jetzt auch hier noch ein Bündel mit wie ihr mir versprochen habt bis ich es abholen lassen werde vielleicht komme ich aber
  722. selbst in der Kutsche und hole es ab wenn ihr nichts dagegen habt ein Töpfchen Milch werdet ihr mir nicht abschlagen alsd dann und etwa eine
  723. schöne Mandeltorte dazu werde ich schon selbst mitbringen tausends Kind gib dir den Bündel frenchen lud ihr auf das zusammengebundene Bett dass sie schon
  724. auf dem Kopfe trug einen langen Sack in welchem es ein Plunder und habbseliges gestopft sass die arme Frau mit einem schwankenden Turme auf dem Haupte
  725. dastand es wird mir doch fast zu schwer auf einmal sagte sie könnte ich nicht zweimal dran machen nein nein wir müssen jetzt augenblicklich gehen denn wir
  726. haben einen weiten Weg um vornehme Verwandte zu besuchen die sich jetzt gezeigt haben seit wir reich sind ihr wisst ja wie es geht weiß wohl so behüt
  727. dich Gott und denk an mich in deiner Herrlichkeit die beuerin zog ab mit ihrem bündelturme mit Mühe das Gleichgewicht behauptend und hinter ihr
  728. drein ging ihr knechtchen das sich in frrenchens einst bundbemalte bettstad hineinstellte den Kopf gegen den mit verblichenen Sternen bedeckten Himmel
  729. derselben stemmte und ein zweiter Simson die zwei vorderen zierlich geschnittenen Säulen fasste welche diesen Himmel trugen als frähchen an sali gelehnt dem
  730. Zuge nachschaute und den wandelnden Tempel zwischen den Gärten sah sagte es das noch ein artiges Gartenhäuschen oder eine Laube wenn man es in einen Garten
  731. pflanzte ein Tischchen und ein Bänklein dreinstellte und Winden drum herum sähte wolltest du mit drin sitzen sali ja Veli besonders wenn die Winden aufgewachsen
  732. wären was stehen wir noch sagte frenchen nichts hält uns mehr zurück so komm und schließ das Haus zu wem willst du denn den Schlüssel übergeben frenchen sah
  733. sich um hier an die hellbart wollen wir in hängen sie ist über 100 Jahre in diesem Hause gewesen habe ich den Vater oft sagen hören nun steht sie da als
  734. Letzter Wächter sie hingen den rostigen Hausschlüssel an einen rostigen schnärkel der alten Waffe an welcher die Bohnen rankten und gingen davon frenchen
  735. wurde aber bleicher und verhüllte ein Weilchen die Augen dass sali es führen musste bis sie ein Dutzend Schritte entfernt waren es sah aber nicht
  736. zurück wo gehen wir nun zuerst hin fragte es wir wollen ordentlich über Land gehen erwiderte s wo es uns freut den ganzen Tag uns nicht übereilen und
  737. gegen Abend werden wir dann schon einen Tanzplatz finden gut sagte frenchen den ganzen Tag werden wir beisammen sein und gehen wo wir Lust haben jetzt ist mir
  738. aber Elend wir wollen gleich im anderen Dorf einen Kaffee trinken versteht sich sagte sadi mach nur dass wir aus diesem Dorf
  739. wegkommen bald waren sie auch im freien Felde und gingen still nebeneinander durch die Fluren es war ein schöner Sonntagmorgen im September keine Wolke
  740. stand am Himmel die Höhen und die Wälder waren mit einem zarten duftgewebe bekleidet welches die Gegend geheimnisvoller und feierlicher machte
  741. und von allen Seiten tönten die Kirchenglocken herüber hier das harmonische Tiefe gelute einer reichen Ortschaft dort die geschwätzige zwei
  742. bimmelglöcklein eines kleinen armen Dörfchens das liebende Paar vergaß was am Ende dieses Tages werden sollte und gab sich einzig der hoch aufatmenden
  743. wortlosen Freude hin sauber gekleidet und frei wie zwei glückliche die sich von Rechtswegen angehören in den Sonntag hineinzuwandeln jeder in der
  744. sonntagsstille verhallende Ton oder Ferne Ruf Klang ihnen erschütternd durch die Seele denn die Liebe ist eine Glocke welche das entlegste und gleichgültigste
  745. wiedertönen lässt und in eine besondere Musik verwandelt obgleich sie hungrig waren dünkte sie die halbe Stunde Weges bis
  746. zum nächsten Dorf nur ein Katzensprung lang zu sein und sie betraten zögernd das Wirtshaus am Eingang des Ortes s bestellte ein gutes Frühstück und
  747. während es bereitet wurde sahen sie Mäuschen still der sichern freundlichen Wirtschaft in der großen reinlichen Gaststube zu der Wirt war zugleich ein
  748. Bäcker das eben gebackene durchduftete angenehm das ganze Haus und Brot aller Art wurde in gehäuften Körben herbeigetragen danach der Kirche die
  749. Leute hier ihr Weißbrot holten oder ihren Frühschoppen tranken die Wirtin eine artige und saubere Frau putzte gelassen und freundlich ihre Kinder
  750. heraus und so wie eines entlassen war kam es z frulich zu wrähchen gelaufen zeigte ihm seine Herrlichkeiten und erzählte von allem dessen es sich
  751. erfreute und rühmte wie nun der wohlduftende starke Kaffee kam setzten sich die zwei leäutchen schüchtern an den Tisch als ob sie da zu Gast gebeten
  752. wären sie ermunterten sich jedoch bald und flüsterten bescheiden aber glückselig miteinander ach wie schmeckte dem
  753. aufblühenden frähchen der gute Kaffee der fette Rahm die Fr noch warmen Brötchen die schöne Butter und der Honig der Eierkuchen und was alles noch für
  754. Leckerbissen da waren sie schmeckten ihm weil es den sali dazu ansah und es aß so vergnügt als ob es ein Jahr lang gefastet hätte dazu freute es sich über
  755. das feine Geschirre über die silbernen kaffeelöffelchen denn die Wirtin schien sie für rechtliche junge Leute zu halten die man anständig bedienen müsse und
  756. setzte sich auch ab und zu plaudernd zu Ihnen und die beiden gaben ihr verständigen Bescheid welches ihr gefiel es war dem guten frenchen so wählig z
  757. Mut dass es nicht wusste mochte es lieber wieder ins Freie um allein mit seinem Schatz herumzuschweifen durch Auen oder Wälder oder mochte es lieber
  758. in der gastlichen Stube bleiben um wenigstens auf Stunden sich an einem stattlichen Orte zu Hause zu träumen doch s erleichterte die Wahl
  759. indem er ehrbar und geschäftig zum Aufbruch mahnte als ob Sie einen bestimmten und wichtigen Weg zu machen hätten die Wirtin und der Wirt
  760. begleiteten sie bis vor das Haus und entließen sie auf das wohlwollendste wegen ihres guten Benehmens trotz der durchscheinenden Dürftigkeit und das
  761. arme Junge Blut verabschiedete sich mit den besten Manieren von der Welt und wandelte Sittig und ehrbar von [Musik]
  762. hinnen aber auch als sie schon wieder im Freien waren und einen stundenlangen Eichwald betraten gingen sie noch in dieser Weise nebeneinander her in
  763. angenehme Träume vertieft als ob sie nicht aus Zank und Elend erfüllten vernichtenden Häusern herkämen sondern guter Leute Kinder wären welche in
  764. liebliche Hoffnung wandelten frenchen senkte das Köpfchen tiefsinnig gegen seine Blumen geschmückte Brust und ging die Hände
  765. sorglich an das Gewand gelegt ein her auf dem glatten feuchten Waldboden sali dagegen Schritt schlank aufgericht rasch und nachdenklich die Augen auf die
  766. festen Eichenstämme geheftet wie ein Bauer der überlegt welche Bäume er am vorteilhaftesten Fällen soll endlich erwachten sie aus diesen
  767. vergeblichen Träumen sahen sich an und entdeckten dass sie immer noch in der Haltung gingen in welcher sie das Gasthaus verlassen erröteten und ließen
  768. traurig die Köpfe hängen aber Jugend hat keine Tugend der Wald ver grün Himmel blau und sie allein in der weiten Welt und sie überließen sich als bald wieder
  769. diesem Gefühle doch blieben sie nicht lange mehr allein da die schöne Waldstraße sich belebte mit lustwandelnden Gruppen von jungen Leuten
  770. sowie mit einzelnen Paaren welche schcknd und singend die Zeit nach der Kirche verbrachten denn die Landleute haben so gut ihre ausgesuchten
  771. Promenaden und lustwälder wie die Städter nur mit dem Unterschied dass dieselben keine Unterhaltung Kosten und noch schöner sind sie spazieren nicht
  772. nur mit einem besonderen Sinn des Sonntags durch ihre blühenden und reifenden Felder sondern sie machen sehr gewählte Gänge durch Gehölze und an
  773. grünen Halden entlang setzen sich hier auf eine anmutige fernsichtige Höhe dort an einen Waldrand lassen ihre Lieder ertönen und die schöne Wildnis ganz
  774. behaglich auf sich einwirken und da sie dies offenbar nicht zu ihrer pönitent tun sondern zu ihrem Vergnügen so ist wohl anzunehmen dass sie Sinn für die
  775. Natur haben auch abgesehen von ihrer Nützlichkeit immer brechen sie was Grünes ab junge Burschen wie alte Mütterchen welche die alten Wege ihrer
  776. Jugend aufsuchen und selbst steife Landmänner in den besten Geschäftsjahren wenn sie über Land gehen schneiden sich gerne eine schlanke GTE sobald sie durch
  777. einen Wald gehen und schälen die Blätter ab von denen sie nur oben ein grünes Büschel stehen L solche Route tragen sie wie ein Zepter
  778. vor sich hin wenn sie in eine Amtsstube oder Kanzlei treten so stellen sie die gärte eherbietig in einen Winkel vergessen aber auch nach den ernstesten
  779. Verhandlungen nie dieselbe säuberlich wieder mitzunehmen und unversehrt nach Hause zu tragen wo erst dem kleinsten Söhnchen gestattet ist sie zu Grunde zu
  780. richtten als S und frhchen die vielen Spaziergänger sahen lachten sie ins Fäustchen und freuten sich auch gepaart zu sein schlüpften aber seitwärts auf
  781. engere Waldpfade wo sie sich in tiefen Einsamkeiten verloren sie hielten sich auf wo es sie freute alten vorwärts und Ruten wieder und wie keine Wolke am
  782. reinen Himmel stand trübte auch keine Sorge in diesen Stunden ihr Gemüt sie vergaßen woher sie kamen und wohin sie gingen und benahmen sich so fein und
  783. ordentlich dabei dass trotz aller froh Erregung und Bewegung frähchens niedlicher einfacher Aufputz so frisch und unversehrt blieb wie er am Morgen
  784. gewesen war sali betrug sich auf diesem Wege nicht wie ein beinah 20jähriger landbursche oder der Sohn eines verkommenen schenkwirtes sondern wie
  785. wenn er einige Jahre jünger und sehr wohlerzogen wäre und es war beinaher komisch wie er nur immer sein feines lustiges frähchen ansah voll
  786. Zärtlichkeit Sorg und Achtung denn die armen Leutchen mussten an diesem einen Tage der ihnen vergönnt war alle Manieren und Stimmungen der Liebe
  787. durchleben und sowohl die verlorenen Tage der zatteren Zeit nachholen als das leidenschaftliche Ende vorausnehmen mit der Hingabe ihres
  788. Lebens so liefen sie sich wieder hungrig und waren erfreut von der Höhe eines schattenreichen Berges ein glänzendes Dorf vor sich zu sehen wo sie mittagal
  789. wollten sie stiegen rasch hinunter betraten dann aber ebenso sitsam diesen Ort wie sie den vorigen verlassen es war niemand um den Weg der sie erkannt hätte
  790. denn besonders frenchen war die letzten Jahre hindurch gar nicht unter die Leute und noch weniger in andere Dörfer gekommen deshalb stellten sie ein
  791. wohlgefälliges ehrsames Pärchen vor das irgendeinen angelegendlichen Gang tut sie gingen ins erste Wirtshaus des Dorfes wo sali ein erkleckliches mal
  792. stellte ein eigener Tisch wurde ihnen sonntäglich gedeckt und sie saßen wieder still und bescheiden daran und beguckten die schön getäfelten Wände von gebohntem
  793. Nussbaumholz das ländliche aber glänzende und wohlbestellte Buffet von gleichem Holze und die klaren weißen Fenstervorhänge die Wirtin trat
  794. zutulicher zu und setzte ein Geschirr voll frischer Blumen auf den Tisch bis die Suppe kommt sagte sie könnt ihr wenn es euch gefällig ist einst weilen die
  795. Augen sättigen an dem Strauße allem Anschein nach wenn es erlaubt es zu fragen seid ihr ein junges Brautpaar das gewiss nach der Stadt geht um sich
  796. morgen kupulieren zu lassen fränchen wurde rot und wagte nicht aufzusehen s sagte auch nichts und die Wirtin fuhr fort nun ihr seid freilich beide wohl
  797. noch jung aber jung geheiratet lebt lang sagt man zuweilen und ihr seht wenigstens hübsch und brav a und braucht euch nicht zu verbergen ordentliche
  798. Leute können etwas zu Wege bringen wenn sie so jung zusammenkommen und fleißig und treu sind aber das muss man freilich sein denn die Zeit ist kurz und doch
  799. lang und es kommen viele Tage viele Tage hier nun schön genug sind sie und amüsant dazu wenn man gut haushält damit nicht für ungut aber es freut mich euch
  800. anzusehen so ein schmuckes seid ihr die Kellnerin brachte die Suppe und da sie einen Teil dieser Worte noch gehört und lieber selbst geheiratet
  801. hätte so sah sie frähchen mit schälen Augen an welches nach ihrer Meinung so gedeierliche Wege ging in der Nebenstube ließ die
  802. unliebliche Person ihren Unmut frei und sagte zur Wirtin welche dort zu schaffen hatte so laut dass man es hören konnte das ist wieder ein rechtes
  803. huttelvölkchen das wie es geht und steht nach der Stadt läuft und sich kopolieren lässt ohne einen Pfennig ohne Freunde ohne Aussteuer und ohne Aussicht als auf
  804. Armut und Bettelei wo soll das noch hinaus wenn solche Dinge heiraten die die jüppe noch nicht allein anziehen und keine Suppe kochen können ach der
  805. hübsche junge Mensch kann mich nur dauern der ist schön pitschiert mit seiner jungen gungeline willst du wohl Schweigen du
  806. hässiges Ding sagte die Wirtin denen lasse ich nichts geschehen das sind WIS zwei recht ordentliche leutlein aus den Bergen wo die Fabriken sind dürftig sind
  807. sie gekleidet aber sauber und wenn sie sich nur gern haben und arbeitsam sind so werden sie weiter kommmen als du mit deinem bösen Maul du kannst freilich
  808. noch lang warten bis dich eine abholt wenn du nicht freundlicher wirst du ess ich Hafen so genoss fränchen alle Wonnen
  809. einer Braut die zur Hochzeit reiset die wohlwollende Ansprache und aufmun einer sehr vernünftigen Frau den Neid einer heiratslustigen bösen Person welche aus
  810. Ärger den geliebten lobte und bedauerte und ein leckeres mittagsmal an der Seite eben dieses geliebten es glühte im Gesicht wie eine rote Nelke das Herz
  811. klopfte ihm aber es aß und trank nichts desto minder mit gutem Appetit und war mit der aufwartenden Kellnerin nur umso artiger konnte aber nicht unterlassen
  812. dabei den sali zärtlich anzusehen und mit ihm zu Lispeln so dass es diesem auch ganz Kraus im Gemüt wurde sie saßen indessen lang und gemächlich am Tische
  813. wie wenn sie zögerten und sich scheuten aus der holden Täuschung herauszugehen die Wirtin brachte zum Nachtisch süßes Backwerk und sali
  814. bestellte feineren und stärkeren Wein dazu welcher wrenchen feurig durch die Adern rollte als es ein wenig davon trank aber es nahm sich in acht nippte
  815. bloß zuweilen und saß so züchtig und verschämt da wie eine wirkliche Braut halb spielte es aus schalkkeit diese Rolle und aus Lust zu versuchen wie es
  816. tue halb war es ihm in der Tat so zut und vor Bangigkeit und heißer Liebe wollte ihm das Herz brechen sodass es ihm zu engwart innerhalb der vier Wände
  817. und es zu gehen begehrte es war als ob sie sich scheuten auf dem Wege wieder so abseits und allein zu sein denn sie gingen unverabredet auf der Hauptstraße
  818. weiter mitten durch die Leute und sahen weder rechts noch links als wir aber aus dem Dorfe waren und auf das nächstgelegene zugingen wo kirchwei war
  819. hing sich frähchen an Salis Arm und flüsterte mit zitternden Worten sali warum sollen wir uns nicht haben und glücklich sein ich weiß auch nicht warum
  820. erwiderte er und häftete seine Augen an den milden Herbstsonnenschein der auf den Auen webte und er musste sich bezwingen und das Gesicht ganz sonderbar
  821. verziehen sie standen still um sich zu küssen aber es zeigten sich Leute und sie unterließen es und zogen weiter das
  822. große Kirchdorf in dem kirchwei war belebte sich schon von der Lust des Volkes aus dem stattlichen Gasthofe tönte eine pomphafte Tanzmusik da die
  823. jungen Dörfler bereits um Mittag den Tanz angehoben und auf dem Platz vor dem Wirtshause war ein kleiner Markt aufgeschlagen bestehend aus einigen
  824. Tischen mit Süßigkeiten und Backwerk und ein paar mit flitterstad um welche sich die Kinder und dasjenige Volk trängten welches sich einstweilen mehr mit
  825. zusehen beknügte S und wrenchen traten auch zu den Herrlichkeiten und ließen ihre Augen darüber fliegen denn beide hatten zugleich die Hand in der Tasche
  826. und jedes wünschte dem anderen etwas zu schenken da sie zum ersten und einzigen Male miteinander zu Markt waren sali kaufte ein großes Haus von Lebkuchen das
  827. mit Zuckerzeug freundlich geweist war mit einem grünen Dach auf welchem weiße Tauben saßen und aus dessen Scharnstein ein amörchen guckte als Kaminfeger an
  828. den offenen Fenstern umarmten sich pausbäckige läutchen mit winzig kleinen roten müntchen die sich recht eigentlich küssten da der flüchtige praktische
  829. Maler mit einem klckchen gleich zwei müntchen gemacht die so ineinander verflossen schwarze Pünktchen stellten muntere äuklein vor auf der Rosen roten
  830. Haustür aber waren diese Verse zu lesen tritt in mein Haus oh Liebste doch sei dir unverhehlt drin wird allein nach küssen
  831. gerechnet und gezählt die Liebste spracho Liebster mich schrecket nichts zurück hab alles wohler erwogen in dir nur libt mein Glück und wenn ich es
  832. recht bedenke kam ich deswegen auch nun denn Spazier mit Segen herein und übt den brauch ein Herr in einem blauen Frack
  833. und einer Dame mit einem sehr hohen Busen komplimentierten sich diesen Versen gemäß in das Haus hineim links und rechts an die Mauer gemalt frenchen
  834. schenkte sali dagegen ein Herz auf dessen einer Seite ein Zettelchen klebte mit den Worten ein süßer Mandelkern steckt in dem Herze hier doch süßer als
  835. der Mandelkern ist meine Liebe zu dir und auf der anderen Seite wenn du dies Herz gegessen vergiss dies sprüchnin nicht viel eher als meine
  836. liebe mein braunes Auge bricht sie lasen eifrig die Sprüche und nie ist etwas Gereimtes und gedrucktes schöner befunden und tiefer empfunden worden als
  837. diese pfefferkuchensprüche sie hielten was sie lasen in besonderer Absicht auf sich gemacht so gut schien es ihnen zu passen
  838. ach seufzte wrenchen du schenkst mir ein Haus ich habe dir auch eines und erst das wahre geschenkt denn unser Herz ist jetzt unser Haus darin wir wohnen andere
  839. haben wir nicht dann sind wir aber zwei Schnecken von denen jede das Häuschen der anderen trägt sagte S und frenchen erwiderte desto weniger dürfen wir
  840. voneinander gehen damit jedes seiner Wohnung nah bleibt doch wussten sie nicht dass sie in ihren Reden eben solche Witze machten als auf
  841. den vielfach geformten Lebkuchen zu lesen waren und fuhren fort diese süße einfache liebesliteratur zu studieren die da ausgebreitet lag und besonders
  842. auf vielfach verzierte kleine und große Herzen geklebt war alles dünkte sie schön und einzig zutreffend als frenchen auf einem vergoldeten Herzen das wie
  843. eine Lyra mit Seiten besespannt war mein Herz ist wie ein Zitterspiel rührt man es viel so tönt es viel wart ihm so musikalisch zumut dass es glaubte sein
  844. eigenes Herz Klingen zu hören ein napoleonsbild war da welches aber auch der Träger eines verliebten Spruches sein musste denn es stand
  845. darunter geschrieben groß war der Held Napoleon sein Schwert von Stahl sein Herz von Turn meine Liebe trägt dein rösßlein frei ist Herz wie Stahl
  846. sou während sie aber beidersei in das Lesen vertieft Schienen nahm jedes die Gelegenheit war einen heimlichen Einkauf zu machen s kaufte für frchen ein
  847. vergoldetes ringelchen mit einem grünen Glassteinchen und frähchen einen Ring von schwarzem gemshorn auf welchem ein goldenes vergissman nicht eingelegt war
  848. wahscheinlich hatten sie den gleichen Gedanken sich diese armen Zeichen bei der Trennung zu geben während sie in diese Dinge sich
  849. versenkten waren sie so vergessen dass sie nicht bemerkten wie nach und nach ein weiter Ring sich um sie gebildet hatte von Leuten die sie aufmerksam und
  850. neugierig betrachteten denn da viele junge Burschen und Mädchen aus ihrem Dorfe hier waren so waren sie erkannt worden und alles stand jetzt in einiger
  851. Entfernung um sie herum und sah mit Verwunderung auf das wohlgeputzte Paar welches in andächtiger Innigkeit die Welt um sich her zu vergessen
  852. e hieß es das ist ja wahrhaftig das frähchen mati und der sali aus der Stadt die haben sich ja säuberlich gefunden und verbunden und welche Zärtlichkeit
  853. und Freundschaft seht doch seht wo die wohl hinaus wollen die Verwunderung dieser Zuschauer war ganz seltsam gemischt aus Mitleid
  854. mit dem Unglück aus Verachtung der Verkommenheit und Schlechtigkeit der Eltern und das Neid gegen das Glück und die einig des Paares welches auf eine
  855. ganz ungewöhnliche und fast vornehme Weise verliebt und aufgeregt war und in dieser rückhaltlosen Hingebung und Selbstvergessenheit dem rohen Völkchen
  856. ebenso fremd erschien wie in seiner Verlassenheit und Armut als sie daher endlich aufwachten und um sich sahen erschauten sie nichts
  857. als gaffende Gesichter von allen Seiten niemand grüßte sie und sie wussten nicht sollten Sie jemand grüßen und diese Verfremdung und Unfreundlichkeit war von
  858. beiden Seiten mehr Verlegenheit als Absicht es wurde frähchen Bang und heiß es wurde bleich und rot sali nahm es aber bei der Hand und führte das arme
  859. Wesen hinweg das ihm mit seinem Haus in der Hand willig folgte obgleich die Trompeten im Wirtshause lustig schmetterten und frenchen so gern tanzen
  860. wollte hier können wir nicht tanzen sagte s als sie sich etwas entfernt hatten wir würden hier wenig Freude haben wie es scheint jedenfalls sagte
  861. fränchen traurig es wird auch am besten sein wir lassen es ganz bleiben und ich sehe wo ich ein Unterkommen finde nein rief sali du sollst einmal tanzen ich
  862. habe dir darum Schuhe gebracht wir wollen gehen wo das arme Volk sich lustig macht zu dem wir jetzt auch gehören da werden sie uns nicht
  863. verachten im paradiesgärtchen wird jedes Mal auch getanzt wenn hier kirchwei ist da es in die Kirchgemeinde gehört und dorthin wollen wir gehen dort kannst du
  864. zur Not auch übernachten wrähnchen Schauerte zusammen bei dem Gedanken nun zum ersten Mal in einem unbekannten Ort zu schlafen doch folgte
  865. es willenlos seinem Führer der jetzt alles war was es in der Welt hatte das Paradiesgärtlein war ein schön gelegenes Wirtshaus an einer einsamen berghalde
  866. das weit über das Land wegsah in welchem aber an solchen vergnügungstagen nur das ärmere Volk die Kinder der ganz kleinen Bauern und Tagelöhner und sogar
  867. mancherlei fahrendes gesindeverkehr hte vor 100 Jahren war es als ein kleines Landhaus von einem reichen Sonderling gebaut worden noch welchem niemand mehr
  868. da wohnen mochte und da der Platz sonst zu nicht zu gebrauchen war so geriet der wunderliche Landsitz in Verfall und zuletzt in die Hände eines Wirtes der da
  869. sein Wesen Trieb der Name und die demselben entsprechende Bauart waren aber dem Hause geblieben es bestand nur aus einem Erdgeschoss über welchem ein
  870. offener Estrich gebaut war dessen Dach an den Vierecken von Bildern aus Sandstein getragen wurde so die vier Erzengel vorstellten und gänzlich
  871. verwittert waren auf dem Gesimse des Daches saßen ringsherum kleine musizierende Engel mit dicken Köpfen und Bäuchen den Triangel die Geige die Flöte
  872. Zimbel und Tamburin spielend ebenfalls aus Sandstein und die Instrumente waren ursprünglich vergoldet gewesen die Decke inwendig sowie die brustweh des
  873. und das übge Gemäuer des Hauses waren mit verwaschenen Freskomalereien bedeckt welche lustige engelscharen sowie singende und tanzende heilige
  874. darstellten aberes war verwischt und undeutlich wie ein Traum und über dies reichlich mitinrebenbonnen und blau reifende
  875. Trauben hingen überall in dem Labe um das Haus herumen verwilderte Kastanienbäume und knorrige starke rosenbüche auf e
  876. handtlebend wuchsen da und dort so wild herum wie anderswo die holunderbäume der estrch diente zum Tanzsaal als sali mit wrähnchen daherkam sahen sie schon von
  877. weitem die Paare unter dem offenen Dache sich drehen und rund um das Haus zechten und lernten eine Menge lustiger Gäste frähchen welches andächtig und wehmütig
  878. sein liebeshaus trug glich einer heiligen Kirchenpatronin auf alten Bildern welche das Modell eines Domes oder Klosters auf der Hand hält so sie
  879. gestiftet aber aus der frommen Stiftung die ihm im Sinne lag konnte nichts werden als es aber die wilde Musik hörte welche vom Estrich ertönte vergaß es
  880. sein Leid und verlangte endlich nichts als mit sali zu tanzen Sie drangten sich durch die Gäste die vor dem Hause saßen und in der Stube verlumpte Leute aus
  881. seldwi die eine billige Landpartie machten armes Volk von allen Enden und stiegen die Treppe hinauf und sogleich drehten sie sich im Walzer herum keinen
  882. Blick voneinander abwendend erst aus der Walzer zu Ende sahen sie sich um fränchen hatte sein Haus zerdrückt und zerbrochen und wollte eben betrübt
  883. darüber werden als es noch mehr erschrak über den schwarzen Geiger in dessen Nähe sie standen er saß auf einer Bank die auf einem Tische stand und sah so
  884. schwarz aus wie gewöhnlich nur hatte er heute einen grünen tammenbusch auf sein Hütchen gesteckt zu seinen Füßen hat hatte er eine Flasche Rotwein und ein
  885. Glas stehen welche er nie umstieß obgleich er fortwährend mit den Beinen strampelte wenn er geigte und so eine Art von eiertand damit vollbrachte neben
  886. ihm saß noch ein schöner aber trauriger junger Mensch mit einem Waldhorn und ein buckliger stand an einer Bassgeige sali erschrak auch als er den Geiger
  887. erblickte dieser grüßte sie aber auf das freundlichste und rief ich habe doch gewusst dass ich euch noch ein aufspielen werde so macht euch nur recht
  888. lustig ihr Schätzchen und tut mir Bescheid er bot das volle Glas und S trank und Tat ih Bescheid als der Geiger sah wieerschrocken frchen war suchte er
  889. ihmundlich zuureden und machte einige fast anmuge Scherze die es zum Lachen brachten es ermunterte sich wieder und nun waren sie froh hier einen Bekannten
  890. zu haben und gewiserßen unter Demen Schutze des Geigers zu stehen sie tanzten nun ohne Unterlass sich und die Welt vergessend in dem Drehen singen und
  891. Lärmen welches in und außer dem Hause rumorte und vom Berge weit in die Gegend hinausschalte welch sich allmählich in den silbernen Duft des herbstabends
  892. hüllte sie tanzten bis es dunkelte und der größere Teil der lustigen Gäste sich schwankend und johend nach allen Seiten entfernte was noch zurückblieb war das
  893. eigentliche huddelvölkchen welches ngend zu Hause war und sich zum Guten Tag auch noch eine gute Nacht machen wollte unter diesen waren einige welche
  894. mit dem Geiger gut bekannt Schienen und fremdartig aussahen in ihrer zusammengewürfelten Tracht besonders ein junger Bursche fiel auf der eine grüne
  895. manchesterjacke trug und einen zerknitterten Strohhut um den er einen Kranz von Eberesche oder vogelbärbüscheln gebunden hatte dieser
  896. führte eine wilde Person mit sich die einen Rock von kirschrotem weiß getüpfeltem cartoon trug und sich einen Reifen von rebenschossen um den Kopf
  897. gebunden soass an jeder Schläfe eine blaue Traube hing dies paar war das ausgelassenste von allen tanzte und sang unermütlich und war in allen Ecken
  898. zugleich dann war noch ein schlankes hübsches Mädchen da welches ein schwarzseidenes abgeschossenes Kleid trug und ein weißes Tuch und den Kopf
  899. dass der Zipfel über den Rücken fiel das Tuch zeigte rote eingewobene Streifen und war eine gute leinene handzweleele oder
  900. servierte darunter leuchteten aber ein paar Feilchen blauer Augen hervor um den Hals und auf der Brust hing eine sechsfache Kette von vogelbeären auf
  901. einen Faden gezogen und ersetzte die schönste korallenschnur diese Gestalt tanzte fortwährend allein mit sich selbst und verweigerte hartnäckig mit
  902. einem der Gesellen zu tanzen nichts desto minder bewegte sie sich anmutig und leicht herum und lächelte jedes Mal wenn sie sich an dem traurigen waldtorn
  903. Bläser vorübertrete wozu dieser immer den Kopf abwandte noch einige andere vergnügte frauensleute waren da mit ihren
  904. Beschützern alle von dürftigem aussehen aber sie waren um soo lustiger und in bester eintrracht untereinander als es gänzlich dunkel war
  905. wollte der Wirt keine Lichter anzünden da er behauptete der Wind lösche sie aus auch ginge der Vollmond sogleich auf und für das was ihm diese Herrschaften
  906. einbrechten sei das Mondlicht gut genug diese Eröffnung wurde mit großem Wohlgefallen aufgenommen die ganze Gesellschaft stellte sich an die
  907. prüstung des luftigen Saales und sah dem Aufgange des Gestirns entgegen dessen Röte schon am Horizont stand und sobald der Mond aufging und sein Licht quer
  908. durch den estricht des dies gärtels warf tanzten sie im Mondschein weiter und zwar so still artig und seelenvergnügt als ob sie im Glanze von 100t
  909. Wachskerzen tanzten das seltsame Licht machte alle vertrauter und so konnten sali und frähnchen nicht umhin sich unter die gemeinsame Lustbarkeit zu
  910. mischen und auch mit anderen zu tanzen aber jedes Mal wenn Sie ein Weilchen getrennt gewesen flogen sie zusammen und feierten ein Wiedersehen als ob sie sich
  911. jahrelang gesucht und gefunden s machte ein trauriges und unmutiges Gesicht wenn er mit einer anderen tanzte und drehte fort wähend das Gesicht nach frähnchen
  912. hin welche ihn nicht ansah wenn es vorübers schwebte glühte wie eine purpurrose und überglücklich schien mit wem es auch tanzte bist du eifersüchtig
  913. sali fragte es ihn als die Musikanten müde waren und aufhörten Gott bewahre sagte er ich wüsste nicht wie ich es anfangen sollte warum bist du denn so
  914. wenn ich mit anderen tanze ich bin nicht darüber bös sondern weil ich mit anderen tanzen muss ich kann kein anderes Mädchen ausstehen es ist mir als wenn
  915. ich ein Stück Holz im Arm habe wenn du es nicht bist und du wie geht es dir oh ich bin immer wie im Himmel wenn ich nur tanze und weß dass du zugegen bist aber
  916. ich glaube ich würde sogleich to umfallen wenn du weggingst und mich da ließest sie waren hinabgegangen und standen vor dem Hause fränchen umschloss
  917. ihn mit beiden Armen schmiegte seinen schlanken zitternden Leib an ihn drückte seine glühende Wange die von heißen Tränen feucht war an sein Gesicht und
  918. sagte schluchzend wir können nicht zusammen sein und doch kann ich nicht von dir lassen nicht einen Augenblick mehr nicht eine Minute s umarmte und
  919. drückte das Mädchen heftig an sich und bedeckte es mit Küssen seine verwirrten Gedanken rangen nach einem Ausweg aber er sah keine
  920. wenn auch das Elend und die Hoffnungslosigkeit seiner Herkunft zu überwinden gewesen wären so war seine Jugend und unerfahrene Leidenschaft
  921. nicht beschaffen sich eine lange Zeit der Prüfung und Entsagung vorzunehmen und zu überstehen und dann wäre erst noch wrenchens Vater gewesen welchen er
  922. zeitlebens Elend gemacht das Gefühl in der bürgerlichen Welt nur in einer ganz ehrlichen und Gewissen freien Ehe glücklich sein zu können war in ihm
  923. ebenso ig inchen und in beiden verlassenen Wesen war es die letzte Flamme der Ehre die in früheren Zeiten in ihren Häusern glüht hatte und welche
  924. die sich sicherfühlenden Väter durch einen unscheinbarengriff ausgeblasen und zerstört hatten als sieben diesere
  925. zufnen wähnend durch Vermehrung ihres Eigentums so gedank sich gut eines verenenen ganz gefrlos wie Sie das geschieht nun freilich alle Tage
  926. aber zuweilen stellt das Schicksal ein Exempel auf und lässt zwei solche euufner ihre hausehre und ihres gutes Zusammentreffen die sich dann unfehlbar
  927. aufreiben und auffressen wie zwei wilde Tiere denn die merer des Reiches verrechnen sich nicht nur auf den thronen sondern zuweilen auch in den
  928. niedersten Hütten und langem ganz am entgegengesetzten Ende an als wohin sie zu kommen trachteten und der Schild der Ehre ist dem umsehen eine Tafel der
  929. Schande sali und rhchen hatten aber noch die Ehre ihres Hauses gesehen in zaten Kinderjahren und erinnerten sich wie wohlgepflegte Kinderchen sie gewesen und
  930. dass ihre päter ausgesehen wie andere Männer geachtet und sicher dann waren sie auf lange getrennt worden und als sie sich wiederfanden sahen sie in sich
  931. zugleich das verschwundene Glück des Hauses und bei der Neigung klammerte sich nur um so heftiger ineinander sie mochten so gern fröhlich und glücklich
  932. sein aber nur auf einem guten Grund und Boden und dieser schien ihnen unerreichbar während ihr wallendes Blut am liebsten gleich zusammengeströmt
  933. wäre nun ist es Nacht rief rchen und wir sollen uns trennen ich soll nach Hause gehen und dich allein lassen rief sali nein das kann ich nicht dann wird es Tag
  934. werden und nicht besser um uns stehen ich will euch einen Rat geben ihr närrischen Dinger tönte eine schrille Stimme hinter ihnen und der Geiger trat
  935. vor sie hin da steht ihr sagte er wisst nicht wohinaus und hättet euch gern ich rate euch nehmt euch wie ihr seid und säumet nicht kommt mit mir und meinen
  936. guten Freunden in die Berge da braucht ihr keinen Pfarrer kein Geld keine Schriften keine Ehre kein Bett nichts als euren gut Willen es ist gar nicht so
  937. übel bei uns gesunde Luft und genug zu essen wenn man tätig ist die grünen Wälder sind unser Haus wo wir uns lieb haben wie es uns gefällt und im Winter
  938. machen wir uns die wärmsten Schlupfwinkel oder kriechen den Bauern ins Warme Heu also kurz entschlossen haltet gleich hier Hochzeit und kommt
  939. mit uns dann seid ihr aller sorgenlos und habt euch für immer und ewiglich solange es euch gefällt wenigstens denn alt werdet ihr bei unserem freien Leben
  940. das könnt ihr Glauben denkt nicht etwa dass ich euch nachtragen will was eure alten an mir getan nein es macht mir zwar Vergnügen euch da angekommen zu
  941. sehen wo ihr seid allein damit bin ich zufrieden und werde euch behilflich und dienstfertig sein wenn ihr mir folgt er sagte das wirklich in einem aufrichtigen
  942. und gemütlichen tone nun besindt euch ein bisschen aber folget mir wenn ich euch gut zum Rat bin lasst fahren die Welt und nehmet euch und fraget
  943. niemandem was nach denkt an das lustige Hochzeitsbett im tiefen Wald oder auf einem Heustock wenn es euch zu kalt ist damit ging er ins Haus frenchen
  944. zitterte in Salis Armen und dieser sagte was meinst du dazu mich dünkt es wäre nicht übel die ganze Welt in den Wind zu schlagen und uns dafür zu lieben ohne
  945. Hindernis und Schranken er sagte es aber mehr als einen verzweifelten Scherz denn im Ernst fränchen aber erwiderte ganz treuherzig und küsste ihn nein dahin
  946. möchte ich nicht gehen denn da geht es auch nicht nach meinem Sinne zu der junge Mensch mit dem Waldhorn und das Mädchen mit dem seidenen Rock gehören
  947. auch so zueinander und sollen sehr verliebt gewesen sein nun sei letzte Woche die Person ihm zum ersten Mal untreu geworden was ihm nicht in den
  948. Kopf Wolle und deshalb sei er so traurig und schmolle mit ihr und mit den anderen die ihn auslachen sie aber tut eine mutwiige Buße indem sie allein tanzt und
  949. mit niemandem spricht und lacht ihn auch nur damit aus dem armen Musikanten sieht man es jedoch an dass er sich noch heute mit dir versöhnen wird wo es aber so
  950. hergeht möchte ich nicht sein denn nie möchte ich dir untreu werden wenn ich auch sonst noch alles Ertrag würde um dich zu besitzen indessen aber te das
  951. arme frähchen immer heftiger an Salis Brust denn schon seit dem Mittag wo jene Wirtin es für eine Braut gehalten und es eine solche ohne Widerrede vorgestellt
  952. lohte ihm das brautwesen im Blute und je hoffnungsloser es war umso wilder und unbezwinglicher dem sali erging es ebenso schlimm da die Reden des Geigers
  953. so wenig er ihnen folgen mochte dennoch seinen Kopf verwirrten und da sagte mit ratlos stockender Stimme komm herein wir müssen wenigstens noch was
  954. essen und trinken sie gingen in die Gaststube wo niemand mehr war als die kleine Gesellschaft der heimatlosen welche bereits zu meinen Tisch saß und
  955. eine sperliche Mahlzeit hielt da kommt unser Hochzeitspaar rief der Geiger jetzt seid lustig und fröhlich und lasst euch
  956. zusammengeben sie wurden an den Tisch genötigt und flüchteten vor sich selbst an denselben hin sie waren froh nur für den Augenblick unter Leuten zu sein sah
  957. bestellte Wein und reichlichere Speisen und es begann eine große Fröhlichkeit der schmollende hatte sich mit der untreuen versöhnt und das Paar liebkoste
  958. sich in begieriger Seligkeit das andere wilde paar sang und Trank und ließ es ebenfalls nicht an liebesbezeigungen fehlen und der Geiger nebst dem
  959. buckligen bassgeiger lärmten ins Blaue hinein sali und frähchen waren still und hielten sich um schlummen auf einmal Gebot der Geiger Stille
  960. und führte eine spaßhafte Zeremonie auf welche eine Trauung vorstellen sollte sie mussten sich die Hände geben und die Gesellschaft stand auf und trat der
  961. Reihe nach zu Ihnen um sie zu beglückwünschen und in ihrer Verbrüderung willkommen zu heißen sie ließen es geschehen ohne ein Wort zu
  962. sagen und betrachteten es als einen Spaß während es sie doch kalt und heiß durchschauderte
  963. die kleine Versammlung wurde jetzt immer lauter und aufgeregter angefeeuert durch den stärksten Wein bis plötzlich der Geiger zum Aufbruch mahnte wir haben
  964. weit rief er und Mitternacht ist vorüber auf wir wollen den Brautpaar das Geleit geben und ich will vorausgeigen dass es eine Art hat da die ratlosen verlassenen
  965. nichts Besseres wussten und überhaupt ganz verwirrt waren ließen sie abermals geschehen dass man sie voranst und die übrigen zwei Paare einen Zug
  966. hinter ihnen formierten welchen der Bucklige abschloss mit seiner Bassgeige über der Schulter der schwarze zog voraus und spielte auf seiner Geige wie
  967. besessen den Berg hinunter und die anderen lachten sangen und sprangen hinten drein so strich der tolle nächtliche Zug durch die stillen Felder
  968. und durch das Heimatdorf Sales und frähchens dessen Bewohner längst schliefen als sie durch die stillen Gassen en unter an ihren verlorenen
  969. vaterhäusern vorüber ergriff sie eine schmerzhaft wilde Laune und sie tanzten mit den anderen um die Wette hinter dem Geiger her küssten sich lachten und
  970. weinten sie tanzten auch den Hügel hinauf über welchen der Geiger sie führte wo die Dreiecker lagen und oben Strich der schwärzliche Kerl die Geige
  971. noch einmal so wild sprang und hüpfte wie ein Gespenst und seine Gefährten blieben nicht zurück in der Ausgelassenheit sodass es ein wahrer
  972. Blocksberg war auf der stillen Höhe selbst der Bucklige sprang keuchend mit seiner Last herum und keines schien mehr das andere zu sehen sali fasste
  973. frähchen fester in den Arm und zwang es still zuustehen denn es war zuerst zu sich gekommen er küsste es damit es schweige heftig auf den Mund da es sich
  974. ganz vergessen hatte und laut sang es verstand ihn endlich und sie standen still und lauschend bis ihr tobenendes hochzeitsgeleite das entlang gerast war
  975. und ohne sie zu vermissen am Ufer des Stromes hinauf sich verzog die Geige das Gelächter der Mädchen und Jauchzer der Burschen tönten aber noch eine gute Zeit
  976. durch die Nacht bis zuletzt alles verklang und still wurde diesen sind wir entflohen sagte sali aber wie entfliehen wir uns selbst wie meiden wir uns
  977. fränchen war nicht imstande zu antworten und lag hoch aufatmend seinem Halse soll ich dich nicht lieber ins Dorf zurückbringen und Leute wecken dass sie
  978. dich aufnehmen morgen kannst du ja dann deines Weges ziehen und gewiss wird es dir Wohlergehen du kommst überall fort Fortkommen ohne dich du musst mich
  979. vergessen das werde ich nie könntest du es denn tun darauf kommt's nicht an mein Herz sagte S und streichelte ihm die heißen Wangen je nachdem es sie
  980. leidenschaftlich an seiner Brust herum wararf es handelt sich jetzt nur um dich du bist noch so ganz jung und es kann dir noch auf allen Wegen gut gehen und
  981. dir nicht auch du alter Mann komm sagte sali und zog es fort aber sie gingen nur einige Schritte und standen wieder still um sich bequemer zu umschlingen und zu
  982. Herzen die Stille der Welt sang und musizierte Ihnen durch die Seelen man hörte nur den Fluss unten sacht und lieblich Rauschen in langsamen
  983. ziehen wie schön ist es da ringsherum hörst du nicht etwas Tönen wie ein schöner Gesang oder ein Geläute es ist das Wasser das rauscht sonst ist alles
  984. still nein es ist nur etwas anderes hier dort hinaus überall Töns ich glaube wir hören unser eigenes Blut in unseren Ohren rauschen sie Hechten an weichen
  985. auf diese eingebildeten oder wirklichen Töne welche von der großen Stille her rührten oder welche sie mit den magischen Wirkungen des Mondlichtes
  986. verwechselten welches nah und ferm die weißen Herbstnebel walte welche tief auf den Gründen lagen plötzlich fiel frähchen etwas ein es suchte in seinem
  987. brustgewand und sagte ich habe dir noch ein Andenken gekauft dass ich dir geben wollte es gab ihm den einfachen Ring und steckte ihm denselben selbst an den
  988. Finger sali nahm sein Ringlein auch hervor und steckte ihn an wenchens Hand in dem er sagte so haben wir die gleichen Gedanken
  989. gehabtchen hielt seine Hand in das bleiche silberlicht und betrachtete den Ring ei wie ein feiner Ring sagte es lachend nun sind wir aber doch verlobt
  990. und versprochen du bist mein Mann und ich deine Frau wir wollen es einmal einen Augenblick lang denken nur bis jener nebelstreifer Mond vorüber ist
  991. oder wir bis 12ölf gezählt haben küsse mich zwölf Mal s liebte gewiss ebenso stark als rähnchen aber die heiratsfrage war in ihm doch nicht so
  992. leidenschaftlich lebendig als ein bestimmtes entweder oder als ein unmittelbares sein oder nicht sein wie in wrrenchen welches nur das eine zu
  993. fühlen fähig war und mit leidenschaftlicher Entschiedenheit unmittelbar Tod oder Leben darin sah aber jetzt ging im endlich ein Licht
  994. auf und das weibliche Gefühl des jungen Mädchens wart in ihm auf der Stelle zu einem wilden und heißen verlangen und eine glühende Klarheit erhälte ihm die
  995. Sinne so heftig er wrähnchen schon um und liebkost hatte tat er es jetzt doch ganz anders und stürmischer und übersähte es mit Küssen frähchen fühlte
  996. trotz aller eigenen Leidenschaft auf der Stelle diesen Wechsel und ein heftiges Zittern durchfuhr sein ganzes Wesen aber eher jener nebelstreif am Monde vorüber
  997. war war es auch davon ergriffen im heftigen schmeicheln und Ringen begegneten sich ihre ringgeschmückten Hände und fassten sich fest wie von
  998. selbst eine Trauung vollziehend ohne den Befehl eines will Salis Herz klopfte bald wie mit Hämmern bald stand es still er atmete schwer und
  999. sagte leise es gibt eines für uns frähchen wir halten Hochzeit zu dieser Stunde und gehen dann aus der Welt dort ist das tiefe Wasser dort scheidet uns
  1000. niemand mehr und wir sind zusammen gewesen ob kurz oder lang das kann uns dann gleich sein frenchen sagte sogleich sali was du da sagst habe ich schon
  1001. lange bei mir gedacht und ausgemacht nämlich dass wir sterben könnten und dann alles vorbei wäre so schwör es mir dass du es mit mir tun willst es ist
  1002. schon so gut wie getan es nimmt dich niemand mehr aus meiner Hand als der Tod rief sali außer sich frenchen aber atmete hoch auf Tränen der Freude
  1003. entströmten seinen Augen es raffte sich auf und sprang leicht wie ein Vogel über das Feld gegen den Fluss hinunter sali eilte ihm nach denn er glaubte es woll
  1004. ihm entfliehen und frrenchen glaubte er wolle es zurückhalten so sprangen sie einander nach und frenchen lachte wie ein Kind welches sich nicht will fangen
  1005. lassen bereustst du es schon rief eins zum anderen als sie im Flusse angekommen waren und sich ergriffen nein es freut mich immer mehr erwiderte ein jedes
  1006. aller Sorgen ledig gingen sie am Ufer hinunter und überholten die eilenden Wasser so hastig suchten sie eine stätdte um sich niederzulassen denn ihre
  1007. Leidenschaft sah jetzt nur den Rausch der Seligkeit der in ihrer Vereinigung lag und der ganze Wert und Inhalt des übrigen Lebens trängte sich in diesem
  1008. zusammen was dan Naach kam Tod und Untergang war ihnen ein Hauch ein Nichts und sie dachten weniger daran als ein leichtsinniger denkt wie er den anderen
  1009. Tag leben will wenn er seine letzte habe verzäht meine Blumen gehen mir voraus rief frähchen sie sie sind ganz dahin und verwälkt es sie von der Brust warf
  1010. sie ins Wasser und sang laut dazu doch süßer als ein Mandelkern ist meine Liebe zu dir halt rief sali hier ist dein Brautbett sie waren an einen Fahrweg
  1011. gekommen der vom Dorfe her an den Fluss führte und hier war eine Landungsstelle wo ein großes Schiff hoch mit Heu beladen angebunden lag in wilder Laune
  1012. begann er unverwallt die starken Seile loszubinden frenchen fiel im lachenend in den Arm und rief was für willst du tun wollen wir den Bauern ihr heuschiff
  1013. stehen zu guter Letzt das soll die Aussteuer sein die Sie uns geben eine schwimmende Bettstelle und dein Bett wie noch keine Braut gehabt sie werden über
  1014. dies ihr Eigentum unten wiederfinden wo es ja doch hin soll und werden nicht wissen was damit geschehen ist sie schon schwankt es und will hinaus das Schiff
  1015. lag einige Schritte vom Ufer entfernt im tiefen Wasser sali hob frähchen mit seinen empor und schritt durch das Wasser gegen das Schiff aber es libkte
  1016. ihn so heftig ungebärdig und zappelte wie ein Fisch dass er im ziehenden Wasser keinen Stand halten konnte er strebte Gesicht und Hände ins Wasser zu
  1017. tauchen und rief ich will auch das kühle Wasser versuchen weißt du noch wie kalt und nass unsere Hände waren als wir sie uns zum ersten Mal gaben Fische fingen
  1018. wir damals jetzt werden wir selber Fischer sein und zwei schöne große sei ruhig du lieber Teufel sagte s der Mühe hatte zwischen den tobenden Liebchen und
  1019. den Wellen sich aufrecht zu halten es zieht mich sonst fort er hob seine Last in das Schiff und schwang sich nach er hob sie auf die hochgebettete weiche und
  1020. duftende Ladung und schwang sich auch hinauf und als sie oben saßen trieb das Schiff allmählich in die Mitte des Stromes hinaus und schwamm dann sich
  1021. langsam drehend zu Tal der Fluss zog bald durch hohe dunkle Wälder die ihn überschatteten bald durch offenes bald an stillen Dörfern vorbei bald an
  1022. einzelnen Hütten hier geriet er in eine stille dass er einem ruhigen seglich und das Schiff beinah still hielt dort strömte er um Felsen und ließ die
  1023. schlafenden Ufer schnell hinter sich und als die Morgenröte Aufstieg tauchte zugleich eine Stadt mit ihren Türmen aus dem silbergrauen Strome der untergehende
  1024. Mond rot wie Gold legte eine glänzende Bahn den Strom hinauf auf dieser kam das Schiff langsam über quer gefahren als sich der
  1025. Stadt näherte glitten im Froste des Herbstmorgens zwei Bleiche gestalten die sie fest umwandten von der dunklen Masse herunter in die kalten
  1026. Fluten das Schiff legte sich eine Weile nachher unbeschädigt an eine Brücke und blieb da stehen als man später unterhalb der Stadt die Leichen fand derere
  1027. Herkunft ausgemittelt hatte war in denit zu lesen zwei junge Leute die Kinder zweier blutarmen Zug Grunde gegangenen Familien welche in unversöhlicher
  1028. Feindschaft lebten hätten im Wasser den Tod gesucht nachdem sie einen ganzen Nachmittag herzlich miteinander getanzt und sich belustigt auf eine kirchwei es
  1029. sei dies Ereignis vermutlich in Verbindung zu bringen mit einem heuschiff aus jener Gegend welches ohne Schiffsleute in der Stadt gelandet sei
  1030. und man nehme an die junge Leute haben das Schiff verwendet um darauf ihre verzweifelte und gottverlassene Hochzeit zu halten abermals ein Zeichen von der
  1031. um sich greifenden entsittlichung und Verwilderung der Leidenschaften