Gehör - Organe des Menschen: Das Ohr Biologie - simpleclub https://www.youtube.com/watch?v=7bheJhowqzg Transkript (automatisch erstellt) 0:05 Das Gehör wichtig, damit die Glocken Leuten und die Vögelern ihre Liedchen treller hört. Und um etwas zu hören, 0:11 haben wir Ohren. Die sind bei Frauen vor allem dazu gut, Ohrringe dran zu hängen. Und wir haben zwei davon, weil es eins 0:16 einfach zu dämlich asymmetrisch aussehen würde. Und jetzt mal im Ernst, wir brauchen unser Gehör zur Wahrnehmung von 0:21 Schallwellen in unserer Umwelt. hauptsächlich wohl zum Registrieren von Gefahren oder auch Nahrung oder Wasser. 0:28 Dass wir ein Auto oder eine Straßenbahn zwar nicht gesehen, aber kaum gehört haben, hat uns wahrscheinlich schon 0:33 manchmal gerettet. Und früher hat Vogelgezwitscher unseren Vorfahren eher gute Laune gemacht, weil es Beute zu 0:39 futtern verraten hat. Die versteckte Quelle im Wald konnte man ebenfalls per Gehör finden. Auch heute hilft das Gehör 0:45 den Alltag zu meistern. Man braucht z.B. nicht unbedingt aufstehen und aus dem Fenster zu gucken, ob es regnet. Oft 0:51 hört man es einfach und bleibt drin. Dazu dient unser Gehör natürlich der Kommunikation, vor allem durch Sprache. 0:57 Darunter fällt auch die Stärkung sozialer Zugehörigkeitsgefühle durch Gesang und Musik. 1:04 Deshalb ist der Schallwellen und Lautstärkebereich, den wir am besten wahrnehmen, auch der von Stimmen und 1:10 Musik, nämlich der Bereich genau in der Mitte des Hörbereichs, wenn man die Schallwellenfrequenz gegen die 1:15 Lautstärke in einem Diagramm aufträgt. Die untere Linie ist die Hörschwelle. Alles was leiser ist, hören wir nicht. 1:22 Da sieht man schon, dass wir in den ganz tiefen und ganz hohen Bereichen Probleme haben. Die kommen ja aber in unserem 1:27 Leben auch nicht so oft vor oder sind nicht so wichtig. Ganz oben ist die Schmerzgrenze eingetragen. Auch hier 1:33 sind die mittleren Frequenzen noch besser ertragbar als die ganz hohen oder ganz tiefen. Schallwellen sind ja, wenn 1:39 sie sich durch die Luft ausbreiten, im Grunde nichts anderes als periodische Luftdruckschwankungen, 1:45 also Verdichtungen von Luft, die sich abwechseln mit Luftausdünnungen. Und genau das ist es, was wir mit unseren 1:52 Ohren wahrnehmen können. Die äußere Ohrmuschel leitet die Schallwellen in den äußeren Gehörgang weiter. Am Ende 1:58 des Gehörgangs treffen die Schalldruckwellen aufs Trommelfell. Eine dünne Haut, die den äußeren Gehörgang 2:04 abschließt. Die wird dadurch in Schwingungen versetzt. Es kann bei Überanspruchung oder wenn man gucken 2:10 will, wie weit man sich eine Stricknadel ins Ohr stecken kann, einreißen. Dann muss man sich beim Schwimmen so 2:15 dämliches Oropax in die Ohren stopfen, damit kein Wasser reinkommt. Das schwingende Trommelfell versetzt aber 2:21 nun im Normalfall die drei Gehörknöchelchen im Mittelohr anbewegung. Das sind übrigens die 2:26 kleinsten Knochen des Menschen und sie sind blau dargestellt. Das Mittelohr, alles was im roten Bereich ist, ist das 2:33 was ich bei Erkältungen entzünden kann, denn es ist über die Ohrtrompete mit den Nasennebenhöhlen verbunden, die sich ja 2:40 auch gerne mal entzünden. Eigentlich dient diese Orttrompete auch als äustische Röhre genannt, aber dem 2:46 Druckausgleich. Den Raum, in dem die Gehörknöchelchen liegen, nennt man übrigens Paukenhöhle. Direkt wird die 2:53 Schwingung jetzt nur auf das erste der drei Knöchelchen übertragen, den Hammer. Der haut auf das nächste Knöchelchen den 3:00 Ambos und der bewegt das dritte Knöchelchen den Steigbügel. Der Steigbügel überträgt den Druck nun auf 3:06 das flüssigkeitsgefüllte Innenohr, indem er an das ovale Fenster der Schnecke stößt. Das ist eine dünne Membran in der 3:13 Schneckenwand. Hinter diesem Fenster beginnt ein schneckenförmiger Gang, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Um die 3:19 Druckwellen auf die Flüssigkeit zu übertragen, musste der Druck stärker werden. Das wird dadurch erreicht, dass 3:25 das ovale Fenster viel kleiner ist als das Trommelfell und von dem großen schwingenden Trommelfell nun die 3:31 Schwingungsenergie mit dem kleinen Steigbügel auf das kleine Fenster konzentriert wird. Das ist ähnlich wie 3:37 wenn ihr mit einer größeren Steinplatte auf ein Blech haut, im Gegensatz zu dem Versuch mit der Steinplatte auf einen 3:42 Nagel in das Blech zu hämmern. Im ersten Fall verteilt sich die Energie und das Blech verbiegt sich vielleicht etwas. Im 3:48 zweiten Fall kriegt das Blech wahrscheinlich eine ganz schöne Kerbe, wenn nicht sogar ein Loch, weil sich die 3:53 gesamte Energie auf den kleinen Punkt an der Nagelspitze konzentriert. In der Schnecke befinden sich jetzt die 4:00 Sinneszellen, die aus den mechanischen Schwingungsreizen frequenzabhängig elektrische Signale machen, sodass wir 4:06 verschiedene Tonhöhen unterscheiden können. Die leiten dann mit ihren Fortsätzen als Hörnerv alles an Zieren, 4:13 wo der Input weiter verarbeitet und interpretiert wird. Die Schnecke oder Klea ist ein sehr interessantes Gebilde. 4:20 Also echt jetzt. Erstmal hat sie oben dran noch so Bögen, die Bogengänge, die aber nichts mit dem Hören, sondern 4:26 unserem Gleichgewichtsinn zu tun haben. Die eigentliche Schnecke hat zweieinhalb Windungen und besteht mehr oder weniger 4:32 aus einem umgebogenen breiten Schlauch, an dessen Enden mit einer dünnen Membran bedeckte Fenster sind. Dieser Schlauch 4:39 biegt sich um einen anderen flüssigkeitsgefüllten breitenschlauch rum und das Ganze ist wie gesagt 4:44 aufgewickelt. Abgerollt sieht es im Querschnitt im Prinzip ungefähr so aus wie jetzt hier oben. Den oberen 4:51 Schlauchteil nennt man Vorhofgang, den unteren Paugengang und den separaten in der Mitte Schneckengang. Durch die Stöße 4:58 vom Steigbügel wird die Flüssigkeit jetzt in Bewegung versetzt und schwappt im Schlauch hin und her. Zum 5:04 Druckausgleich ist am Paukengang Ende das runde Fenster, dass ich nach außen auswölben kann. Der Schneckengang hier 5:11 mal ein bisschen anders dargestellt, wird dadurch in Schwingungen versetzt und schlabbert jetzt wie eine Zunge 5:16 zwischen Vorhofgang und Paukengang hin und her. Er ist am Anfang schmaler und steifer als am freien Ende und dadurch 5:22 bildet er für verschiedene Schallwellenfrequenzen auch an verschiedenen Stellen ein 5:26 Ausschlagsmaximum. Hohe Frequenzen verursachen ein Maximum im steiferen, schmaleren Bereich vorne. Der flexible, 5:33 breitere Bereich hinten kann dann nicht mithalten. Der wird durch die tiefen Töne zum maximalen Ausschlag gebracht. 5:39 Bei mittleren Frequenzen ist der Ausschlag dann logischerweise irgendwo dazwischen am größten. Hier noch mal im 5:45 aufgerollten Zustand eingezeichnet. Das ganze bringt jetzt was, weil sich in dem Schneckengang das KTIO Organ mit den 5:52 Sininnzellen befindet, die den Ausschlag des Ganges wahrnehmen können. Dieses Kortiorgan liegt auf der Basilarmembran, 5:59 die Paukengang und Schneckengang trennt und ist im Schneckengang selber von der Tekktorialmembran abgedeckt. Jetzt nicht 6:05 verzweifeln, Erklärung kommt. Die Sinneszellen sind sogenannte äußere und innere Haarzellen. Die Haare und 6:11 unterschiedlich lange Fortsätze haben die Zilien. An der Stelle des maximalen Ausschlags des Schneckengangs werden nun 6:18 Haare und Zilien dieser Zellen zwischen Tektorialmembran und dem Kortiorgan hin und her bewegt. Dadurch öffnen sich 6:25 Ionenkanäle sodass die Zellen elektrisch erregt werden und auch elektrische Reize weiterleiten können. Durch 6:32 unterschiedliche Länge der Zilien können die Zellen sogar feststellen, in welche Richtung ihre Zielien verbogen werden 6:38 und können mit unterschiedlichen elektrischen Signalen darauf reagieren. Genau das sind auch die Zellen, die von 6:44 übermäßigem Lärm geschädigt werden. Die äußeren Haarzellen ziehen sich auf Bewegung ihrer Haare und Zilien zusammen 6:50 und dehen sich aus je nach Bewegungsrichtung. So verstärken sie den Ausschlag des Schneckengangs an der 6:55 Stelle des sowieso schon größten Ausschlags. Durch die jetzt noch stärkere Bewegung an dieser Stelle 7:01 werden schließlich die sogenannten inneren Harzellen gereizt, die die eigentliche Frequenzinformation des 7:07 ursprünglichen Tons weitergeben. Das passiert über den Hörnerv. Der besteht aus Fortsetzen von Nervenzellen, die mit 7:14 den Harzellen verbunden sind. Die Signale laufen so über das Rückenmirnstamm 7:19 in die auditorischen Hirnstammkerle. Hier werden Zeit und Intensitätsunterschiede der Signale 7:25 ausgewertet. Am Ende interpretiert die primäre Hörinde, also der auditorische Cortex, die Signale, sodass sie für uns 7:32 einen Sinn ergeben. Zusätzlich sind auch noch andere Areale in der Großenrinde involviert. An diesem Prozess arbeiten 7:39 Nervenzellen mit unterschiedlichsten Funktionen mit. Manche feuern nur, während ein Ton mit einer bestimmten 7:45 Frequenz ertönt, manche nur, wenn er anfängt oder aufhört. Manche erkennen bestimmte Muster und manche gleichen 7:51 Signale beider Ohren ab. Zwei Ohren brauchen wir jetzt vor allem zur genaueren Richtungsordnung von 7:56 Geräuschen. Schallwellen von der Seite kommen zuerst bei einem Ohr an und erst verzögert beim anderen. Deshalb sind die 8:03 Harzellen im Kortiorgan auch verdammt schnell in ihrer Reaktion, denn sie müssen mit ihren elektrischen Signalen 8:09 diese kleinsten Verzögerungen weitergeben. Und die Ohrmuschel hat ihre merkwürdige Form ebenfalls für eine 8:15 verbesserte Richtungsordnung. Sie reflektiert Schallwellen so, dass aus den entstandenen Mustern von 8:21 Schalreflektion und Schallschatten Richtungsinformationen gezogen werden können. So, jetzt wisst ihr, was 8:27 passiert, wenn ihr hier zuhört. Wenn ihr gerne eure Musik bis zum Anschlag auftreht und eure Ohren und Nachbarn 8:32 stresst, dann schreibt #volle Dröhnung. Wenn ihr gestresste Nachbarn seid, dann schreibt #ol die Polizei. Falls ihr auch 8:38 wissen wollt, was passiert, wenn ihr hier zuguckt, dann schaut doch mal beim Aufbau des Auges rein. Ansonsten haut 8:43 rein, ciao und bis zum nächsten Mal und wie immer, Daumen hoch nicht vergessen, wenn ihr was gelernt habt. Tschüss.