Ökologische Nische [ein Prinzip der Konkurrenzvermeidung] - [Biologie, Ökologie, Teil 8] TeacherToby https://www.youtube.com/watch?v=7WujEXADlXg Transkript (automatisch erstellt) 0:01 [Musik] in diesem Video geht es um den im Kontext der Ökologie relevanten 0:12 Fachbegriff der ökologischen Nische ihr wisst dass sich die Ökologie als teilwissenschaft der Biologie sowohl mit 0:19 der Wechselbeziehung zwischen Organismen und ihrer abiotischen unbelebten Umwelt als auch mit der Wechselwirkung zwischen 0:26 Organismen befasst weil ein Organismus ein Lebensraum nicht alleine besiedelt steht er also mit seiner biotischen 0:33 belebten Umwelt in Wechselwirkungen eine wesentliche Rolle bei dieser Wechselwirkung zwischen Organismen 0:39 spielt Konkurrenz denn Konkurrenz ist allgegenwärtig weil in einem Lebensraum Ressourcen wir zum Beispiel Nahrung 0:45 Wasser Licht und Raum nur begrenzt zur Verfügung stehen wenngleich alle Organismen diese Ressource benötigen 0:53 Konkurrenz kann zu sehr unterschiedlichen Auswirkungen führen eins aber ist klar alle Organismen sind 0:59 danach bestrebt den Konkurrenzdruck auf sich selbst abzumildern denn die Konkurrenz und Beute um die Partnerwahl 1:05 oder auch um physikalische Faktoren wie Licht oder Wasser ist natürlich kräftezehrend vielleicht für eine Art 1:12 mehr als für die andere also einer hyänebedarf ist weitaus größerer Anstrengung einen Kadaver zu verteidigen 1:18 als einem Löwen in jedem Fall muss dafür Energie aufgewendet werden was letztlich auch den überlebens- und 1:25 Fortpflanzungserfolg eines Organismus einschränken kann wichtig für euch zu merken ist Organismen sind danach 1:31 bestrebt den Konkurrenzdruck auf sich selbst abzumildern und die Ausbildung von ökologischen Nischen kann eine 1:37 äußerst wirkungsvolle Methode zur konkurrenzvermeidung sein betrachten wir uns dafür nochmal den Löwen der Löwe 1:45 steht mit vielen anderen Arten in Konkurrenz die ihm die Nahrung nach dem Erlegen seiner Beute streitig machen 1:51 wollen beispielsweise die Geier trotzdem wird eine Konkurrenzsituation zwischen Löwe und Geier vermieden denn als 1:58 Aasfresser fressen Geier auch noch später am Kadaver wohin gegen Löwen ihre Beute frisch verzehren in Bezug auf die 2:06 Art und Weise des nahrungsverzehrs besetzen ja und Löwe unterschiedliche ökologische Nischen 2:12 eine ökologische Nische kann definiert werden als die Gesamtheit aller abiotischen und biotischen Bedingungen 2:19 die eine Art benötigt um zu überleben zu wachsen und sich vorzupflanzen schwierig sich jetzt konkret etwas unter 2:28 einer ökologischen Nische vorzustellen da bin ich ganz ehrlich sämtliche Definitionen sind auch wirklich leider 2:34 nicht gelungen ganz vereinfacht kann man sagen dass die ökologische Nische einer Art aussagt wo sie leben und überleben 2:41 kann und wo nicht und zwar in dem sich angeguckt wird wie biotische Wechselwirkungen allen voran Konkurrenz 2:49 festlegen welche Ausprägung einzelne abiotische Umweltfaktoren annehmen dürfen damit die jeweilige Art überlebt 2:58 und damit langfristig existieren kann machen wir diesmal an einem Beispiel deutlich die Schwarz-Erle ist 3:05 physiologisch in der Lage unter einem breiten Spektrum an Bedingungen existieren zu können sie kann breite 3:11 Schwankungen der Bodenfeuchte tolerieren und sowohl auf Böden mit einer sehr hohen Bodenfeuchte als auch auf 3:17 trockeneren Böden wachsen dieser theoretisch optimale nischenraum wird auch als fundamentalnische bezeichnet 3:24 und wird auch häufig mit dem Begriff physiologische Potenz gleichgesetzt nur weil eine Art physiologisch in der Lage 3:31 ist unter einem breiten Spektrum von Bedingungen zu existieren muss das nicht zwangsläufig heißen dass ihr 3:37 tatsächliches Verbreitungsgebiet sämtliche dieser Bedingung auch abdeckt die eben angesprochene Schwarzerle 3:44 besiedelt nasse bis sehr nasse Böden auch wenn sie theoretisch in der Lage ist weitaus trockenere Böden zu 3:50 besiedeln die Konkurrenz mit anderen Baumarten wie zum Beispiel die Waldkiefer die Rotbuche 3:56 oder die Stieleiche schränkt die Schwarz-Erle hinsichtlich dieser Ressource bzw abiotischen Faktors in 4:04 ihrer Verbreitung ein in diesem Zusammenhang spricht man auch von der realen Nische welche festgelegt wird 4:11 durch die Interaktion einer Art mit anderen Arten sie zeigt also das tatsächliche Verbreitungsgebiete wie ihr 4:18 gerade erfahren habt sind die Begriffe fundamental und realnische eng gekoppelt an die Begriffe physiologische und 4:23 ökologische Potenz das entsprechende Video dazu verlinke ich euch an dieser Stelle einmal 4:29 auch wenn Organismen womöglich um begrenzte Verfügung stehen Ressourcen konkurrieren schaffen sie es durch 4:34 konkurrenzvermeidung miteinander in qexistenz leben zu können weil sie Möglichkeiten entwickeln um die 4:41 Ressource untereinander aufzutreiben zum Beispiel indem sie diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten an 4:47 unterschiedlichen Orten oder auf unterschiedliche Weise in Anspruch nehmen wie der Fall des Nahrungserwerbs 4:54 von Geier und Löwe zeigt obwohl Greifvögel und Eulenvögel beide Beutejäger sind und damit ein sehr 5:01 ähnliches Nahrungsspektrum aufweisen wie zum Beispiel Mäuse und Singvögel reduzieren Sie den Konkurrenzdruck auf 5:07 sich selbst indem sie zu unterschiedlichen Zeiten auf Beutejagd gehen während Greifvögel wie zum 5:12 Beispiel der Mäusebussard oder Sperber primär tagsüber ihre Beute jagen sind die Eulenvögel nachtaktiv sie besetzen 5:20 also unterschiedliche ökologische Nischen wichtig für euch zu merken ist um 5:25 Konkurrenz zu vermeiden oder sie zumindest abzumildern ist die Ausbildung von ökologischen Nischen ein äußerst 5:32 wirkungsvolle Methode unterschiedliche ökologische Nischen können auf vielfältige Weise entstehen 5:38 zum Beispiel durch die Nutzung unterschiedlicher Nahrungsquellen unterschiedliche Aktivitätszeiten wie 5:44 das Beispiel mit den Tag und Nachtjägern verdeutlicht unterschiedliche Jagdmethoden oder Jagdreviere 5:50 verschiedene Bedürfnisse an abiotische Faktoren und so weiter den Vorgang der Spezialisierung einer Art auf eine 5:58 bestimmte ökologische Nische bezeichnet man auch als einnischung oder wahlweise das Besetzen einer ökologischen 6:04 Planstelle an dieser Stelle wird deutlich dass die ökologische Nische einer Art weniger als 6:10 raumangabe oder Ohr zu verstehen ist in ein paar Beispielen bildet sich zwar eine ökologische Nische durch räumliche 6:18 einnischung aus wenn zum Beispiel unterschiedliche Orte der Nahrungssuche in Anspruch genommen werden eine 6:25 einnischung kann aber auch zeitlich oder funktionell erfolgen das Beispiel der unterschiedlichen jagdaktivitäten von 6:32 Greifvögeln und eulenvögeln ist ein Beispiel für eine zeitliche einnischung die unterschiedliche Weise des 6:39 Nahrungserwerbs von Geier und Löwe ist ein Beispiel einer funktionellen Einmischung bei allen Beispielen haben 6:45 wir uns einen Umweltfaktor angeguckt und analysiert welche Ausprägungen dieser für eine Art annehmen darf damit diese 6:53 existieren kann ihr wisst dass die ökologische Nische einer Art aber die Gesamtheit aller 7:00 biotischen und abiotischen Umweltbedingungen die für die Existenz einer bestimmten Art wichtig sind 7:05 bezeichnet um die ökologische Nische einer Art also definieren zu können macht man das was wir exemplarisch für 7:12 einen Umweltfaktor gemacht haben für sämtliche relevante Umweltfaktoren welche Ausprägungen darf die Temperatur 7:19 unter Einbezug von Konkurrenz ganz wichtig einnehmen damit eine Art existiert wo genau wird in einem Habitat 7:28 Nahrung gesucht wie genau erfolgt die Nahrungssuche und welches Nahrungsspektrum deckt eine Art unter 7:35 Einbezug von Konkurrenz ab an dieser Stelle muss man sich einmal vorstellen was es bedeuten würde wenn 7:42 verschiedene Arten völlig übereinstimmende Lebensansprüche besessen beispielsweise das gleiche 7:48 Nahrungsangebot beanspruchen gleiche Temperaturen tolerieren und zur selben Uhrzeit am Tag aktiv sind auf kurz oder 7:55 lang könnten diese Arten nicht gemeinsam in einem Lebensraum existieren anders formuliert im Extremfall kann Konkurrenz 8:03 zwischen Arten um eine gleiche womöglich knappe Ressource zu einem lokalen Aussterben des unterlegenen Konkurrenten 8:10 führen dann nämlich wenn es der überlegenden Art gelingt eine andere Art effektiv von der Nutzung dieser 8:17 bestimmten Ressource auszuschließen man spricht in diesem Zusammenhang deshalb auch vom konkurrenzausschlussprinzip 8:25 ein solches Beispiel gibt es in Großbritannien mit den roten und den grauen Eichhörnchen als invasive aus 8:32 Nordamerika eingeschleppte Art verdrängte das graue Eichhörnchen als Konkurrenz stärkere Art das rote 8:39 Eichhörnchen als unterlegene Art so effektiv dass sich ihr Bestand stark dezimierte und ihr Verbreitungsgebiet 8:47 deutlich einschränkte in der Natur ist das Konkurrenz Ausschlussprinzip eher die Ausnahme 8:53 vielmehr wird der Konkurrenzdruck auf die Beteiligten Arten durch die Ausbildung verschiedener Nischen oder 8:59 aber bei Nischen Überlappungen durch Nischen Differenzierung reduziert zum Beispiel indem die Beteiligten Arten die 9:06 Ressource untereinander aufteilen und somit einander in Koexistenz leben können 9:11 [Musik]