Emissionshandel einfach erklärt (explainity® Erklärvideo) explainity ® Erklärvideos https://www.youtube.com/watch?v=7EiJo0lvvGw Transkript (automatisch erstellt) 0:09 Weltweit werden viele schädliche Abgase produziert. Diese tragen zur Erderwärmung bei, 0:16 zu extremen Wetterbedingungen und dazu, dass der Meeresspiegel ansteigt. 0:21 Am Anfang steht die Erkenntnis, dass die drohende Klimaveränderung gebremst werden muss. 0:27 Der Grundstein hierfür wurde 1997 mit der Klimarahmenkonvention in Japan, 0:34 mit dem sogenannten Kyoto-Protokoll, gelegt. Damals haben die Vereinten Nationen beschlossen, 0:40 dass die Emissionen, der Ausstoß der wichtigsten Treibhausgase, 0:44 die zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen, verringert werden sollen. 0:48 Um dieses Ziel zu erreichen wurde der sogenannte Emissionshandel erarbeitet. 0:54 Der Emissionshandel funktioniert nach dem Cap-and-Trade Prinzip. Mit dem Cap wird für den Ausstoß schädlicher Gase 1:02 eine Mengenbegrenzung festgelegt. Dieses wird zwischen den Staaten aufgeteilt 1:07 und in Form von Emissionsrechten ausgegeben. Jedes Industrieland, das sich dem Kyoto-Protokoll verpflichtet hat, 1:14 bekommt eine im Protokoll festgelegte Menge an Emissionsrechten Diese berechtigen das Ausstoßen einer bestimmten Menge an Abgasen. 1:23 Einige Industrieländer sind im Emissionsabbau so erfolgreich, dass sie nicht alle ihnen zugeteilten Emissionsrechte benötigen. 1:32 Diese können dann auf dem globalen Handelsmarkt im Sinne des Trade-Prinzips an Staaten, die mehr Abgase ausstoßen als vorgesehen, 1:40 verkauft werden. Um Emissionen langfristig zu mindern, 1:44 wird das Cap jährlich verringert. Das Kyoto-Protokoll kann erst in Kraft treten 1:50 sobald sich mind. 55 Staaten dem Protokoll verpflichten, die gemeinsam mehr als 55% der Emissionen ausmachen. 1:59 Und das war 2004, als sich Russland dem Protokoll anschloss. 2:04 Inzwischen sind 191 Staaten dem Kyoto-Protokoll beigetreten, darunter alle EU-Mitgliedstaaten, 2:12 Neuseeland, Norwegen, Japan, Russland und seit 2007 Australien, 2:18 sowie wichtige Schwellenländer wie Brasilien, China, Mexiko, Indien, Südafrika und Südkorea. 2:26 Kanada ist 2011 aus dem Kyoto-Protokoll wieder ausgetreten. Die USA haben von Anfang an das Kyoto-Protokoll abgelehnt, 2:35 dabei produzieren sie 35% der weltweiten Emissionen. Der Emissionshandel findet jedoch nicht nur zwischen Staaten statt. 2:44 2005 erarbeitete die Europäische Kommission das European Union Emission Trading System, 2:51 kurz EU ETS. Bei diesem Handelsmarkt sind die Marktteilnehmer nicht die Staaten, 2:57 sondern innerhalb der EU Unternehmen bzw. Betreiber von Industrieanlagen selbst, 3:03 aus den Branchen Energie, Stahl, Papier, Baustoffe und Keramik. Das Cap wird hier von der EU festgelegt. 3:12 Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Der deutsche Papierhersteller ‚Papyrus’ 3:17 und der italienische Glashersteller ‚Bella Vista’ produzieren beide jeweils 5000t Abgase. 3:24 Mit der Einführung des Cap-and-Trade-Prinzips wird eine Gesamtmenge von 9000t Abgasen festgelegt. 3:32 Es stehen 9000 Emissionsrechte zur Verfügung. Beide Unternehmen bekommen 4500 Emissionsrechte. 3:41 Für den Papierhersteller ‚Papyrus’ ist der Emissionsabbau kein Problem. Die Kosten für klimafreundliche Technologien sind relativ gering. 3:50 Jetzt produziert das Unternehmen ‚Papyrus’ nur noch 4000t Abgase und hat sogar 500 Emissionsrechte übrig. 3:59 Für den Glashersteller ‚Bella Vista’ ist der Preis für die notwendigen Investitionen so hoch, 4:05 dass er sich diese nicht leisten kann. Er bleibt bei einer Menge von 5000t Abgasen. 4:11 Damit ‚Bella Vista’ eine Bußgeldstrafe erspart bleibt, kauft es die übrig gebliebenen Emissionsrechte von ‚Papyrus’ ab. 4:20 Dadurch ist das Klimaschutz-Ziel erreicht: Das Cap wird gesamtbetrachtet nicht überschritten. 4:26 Doch es gibt auch Kritik am Emissionshandel. Durch die Wirtschaftskrise 2008 4:32 mussten Produktionen gedrosselt werden. Die Konsequenz: 4:36 die Gesamtmenge an erlaubter Emission wird gar nicht erreicht, es gibt ein Überangebot an Emissionsrechten. 4:43 Der Anreiz in klimafreundliche Erneuerungen zu investieren sinkt. Derzeit werden in der EU 4:49 mögliche Lösungen für derartige Probleme diskutiert. Zur Debatte stehen der Vorschlag eines Mindestpreises für Emissionsrechte 4:58 oder aber eine künstliche Verknappung von Emissionsrechten in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation vorzunehmen. 5:05 Letztendlich ist Klimaschutz ein globales Anliegen, darum braucht man eine globale Lösung.