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Digitale Unsterblichkeit durch KI?

Katholische Akademie in Bayern1:06:32 689 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 442 Zeilen
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  1. ein Avatar der permanent verfügbar ist der die Hinterbliebenen auf Schritt und Tritt begleitet der aus den Daten der verstorbenen Personen ständig neuen
  2. Output generiert sich auch mal ungefragt selbst zu Wort meldet und eben durch diese Interaktion mit den Hinterbliebenen auch sich ständig
  3. weiterentwickelt sich womöglich sogar von der verstorbenen Person Weg entwickelt und die Hinterbliebenen in ihrem Denken und Handeln massiv
  4. beeinflusst ganz herzlichen Dank für die Einladung und die Vorstellung ich freue mich sehr hier zu sein und ihnen ein bisschen was aus meiner Forschung
  5. vorzustellen am Anfang noch ein paar Worte zu meiner Person es ist auch schon einiges gesagt worden ich bin Soziologe und befasse mich eben seit längerer Zeit
  6. mit dem großen Themenfeld Sterben Tod und Trauer ich mache das empirisch und das heißt ich sitze also nicht nur am Schreibtisch und lese dicke Bücher
  7. sondern ich bin auch viel unterwegs ich bin persönlich vor Ort im Prinzip überall dort wo eben Sterblichkeit und Gesellschaft einander
  8. begegnen was das konkret bedeutet können Sie hier sehen mal so ein kleiner Überblick über verschiedene Bereiche die ich mir jetzt mittlerweile schon
  9. angeschaut habe also es ist zum einen eben sind es die Bedingungen des Sterbens heutzutage wo wird eigentlich gestorben unter welchen Bedingungen wird
  10. gestorben im Krankenhaus im Pflegeheim aber auch im Hospiz das betrifft aber auch die Frage nach der Selbstbestimmung am Leben Lebensende also das Thema
  11. Sterbehilfe das ja auch entsprechend kontrovers diskutiert wird da gibt es ja einige Diskurse um dieses Thema das betrifft aber auch die
  12. institutionelle ich möchte mal sagen Verwaltung des Todes der Umgang mit dem toten Körper etwa im Kontext der Medizin aber auch im Feld der
  13. Bestattungskultur es geht mir im Prinzip um sämtliche soziale Mechanismen die in Gang gesetzt werden wenn jemand stirbt das heißt ich schaue mir verschiedene
  14. Orte der Bestattung auch an das kann der Friedhof sein das können aber auch andere Orte sein und hier lässt sich und das werden sie wissen aus ihrer Praxis
  15. hier lässt sich ein kavierender Wandel beobachten ähm der wiederum auf verschiedene gesellschaftliche Prozesse zurückgeht und dieser Wandel sorgt eben
  16. dafür dass sich bestattungs und trauerorte in mehrerlei Hinsicht verändern nicht nur Orte verändern sich sondern eben auch die Art und Weise wie
  17. Menschen umeinander trauern wie sie einander erinnern das sowohl im privaten Umfeld als auch in der Öffentlichkeit ich beschäftige mich aber auch mit ja so
  18. vermeintlich abseitigen Themen wie beispielsweise der Trauer um verstorbene Tiere aber eben auch trauerformen im Internet darum wird es ja auch heute
  19. gehen also die Frage ist dann immer inwiefern beeinflusst denn die Digitalisierung unseren Umgang mit dem Tod unseren Umgang mit Sterben mit
  20. Trauer und auch mit Erinnerung m das hier ist auch schon gesagt worden ich führe meine Arbeiten sowohl in Einzelarbeit durch aber eben auch mit
  21. Kolleginnen und Kollegen zusammen wir haben vor einiger Zeit den Arbeitskreis tanatologie gegründet dieser Arbeitskreis dient letzten Endes den
  22. wissenschaftlichen Austausch wir veranstalten in regelmäßigen Abständen Workshops und wir veröffentlichen gemeinsame Texte und Bücher unter
  23. anderem auch das hier ist auch schon erwähnt worden das Jahrbuch für Tod und Gesellschaft also eine ein eigenes ationsorgan das wir da geschaffen haben
  24. indem man eben auch viele verschiedene wissenschaftliche Beiträge nachlesen kann die sich jeweils aus eigener Perspektive mit diesem Themenfeld
  25. Sterben Tod gedenken auseinandersetetzt die dritte Ausgabe des Jahrbuchs erscheint in wenigen Wochen sie können auch sämtliche Ausgaben online
  26. kostenfrei herunterladen eine Studie zum Wandel der Bestattungskultur da habe ich untersucht inwiefern denn der rituelle Umgang mit
  27. Sterblichkeit und mit toten Körpern sich so in den letzten 30 Jahren verändert hat welche gesellschaftlichen Triebkräfte für diesen Wandel
  28. verantwortlich sind eine anschließende Untersuchung an der Universität Passau zur Autonomie der Trauer befasste sich mit verschiedenen Formen des
  29. selbstbestimmten trauerhandels und wir haben das an einem konkreten Beispiel gemacht nämlich am Beispiel einer in Deutschland aktuell noch verbotenen
  30. Praxis nämlich es ging in diesem Projekt um die private Aneignung von Totenasche im daraufolgenden Projekt zur Pluralisierung des sepulkralen ebenfalls
  31. an der Universität Passau ging es uns ganz allgemein um Trauer in der modernen Gesellschaft also wir haben uns einfach gefragt was bedeutet es denn heutzutage
  32. um einen verstorbenen Menschen zu trauern und welche Relevanz haben dabei normative räumliche zeitliche aber auch materielle Dimensionen hierzu passt dann
  33. auch das anschließende Projekt in Kooperation mit der Universität Rostock zum Thema Artefakt und Erinnerung da haben wir uns dann eben
  34. auseinandergesetzt auch wieder empirisch mit verschiedenen ja Trauer und erinnerungsobjekten also es ging uns um die Rolle der Materialität im
  35. Trauerprozess das haben wir auch wieder an einem ganz konkreten empirischen Beispiel gemacht nämlich am Umgang mit sogenannten aschediamanten die meisten
  36. von ihnen wissen das wahrscheinlich man kann aus Totenasche Kremationsasche Edelsteine pressen und das haben wir uns angeschaut wir haben mit Menschen
  37. gesprochen die diese erinnerungsobjekte erworben haben in Deutschland wohlgemerkt wo diese ganze Praxis auch eigentlich illegal ist das
  38. war dann ebeno dieser dieser dieses Spannungsfeld zwischen ja einerseits autonomen Handeln andererseits aber auch wieder einem ordnungsgedanken und jetzt
  39. sind wir auch schon beim aktuellen Forschungsprojekt ich sehe gerade es ist leider ein bisschen abgeschnitten aber ist auch eingangs schon gesagt worden
  40. jetzt aktuell bin ich an der Universität Tübingen beschäftigt und da geht es eben um das Forschungsprojekt das auch heute Thema sei se wird also das digitale
  41. weiterleben durch Technologien der künstlichen Intelligenz also dieses Phänomen schaue ich mir eben gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen an aus
  42. verschiedenen disziplinären Perspektiven also ich mache das eben aus der Perspektive der Soziologie aber wir haben eben auch theologische Aspekte mit
  43. dabei religiöse generell sicherheitstechnologische Fragen also was heißt es denn auf einer technologischen Ebene
  44. solche solche Programme solche Anwendungen zu zu programmieren aber auch juristische Fragen stellen sich natürlich also wie sollte denn der
  45. rechtliche Rahmen sein in innerhalb dessen das ganze Anwendung findet aber auch Ethik ist natürlich mit im Spiel was sich dahinter jetzt genau verbirgt
  46. werde ich im Laufe dieses Vortrags noch weiter veranschaulichen mein Anwendungsbeispiel betrifft eine konkrete Technologie die
  47. zugegebenermaßen noch an ihren Anfängen steht und zumindest auf den ersten Blick doch keine besonders hohe Relevanz im Bereich der Trauer und Gedenkkultur hat
  48. das könnte sich aber mit voranschreitenden technologischen und sozialen Wandel in Zukunft ändern es geht dabei also um eine ganz spezielle
  49. Facette der Digitalisierung bzwweise um die Frage welche Rolle denn Technik bei der Evokation von sozialer Präsenz im
  50. Kontext des lebensendes spielt ja das Bedürfnis nach einer über den Tod
  51. hinausreichenden Präsenz ist bekanntlich schon sehr alt im Laufe der Geschichte kam es immer wieder auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck und wurde zugleich
  52. auch auf unterschiedliche Art und Weise beantwortet wie Menschen sich an ihre Verstorbenen erinnern und auf welche Weise letzteren eine soziale Präsenz
  53. zukommt hängt nicht zuletzt auch von den verfügbaren Techniken ab beides lässt sich wohl nur schwer voneinander trennen hier ließen sich nun verschiedene
  54. Beispiele anführen also vielleicht einmal das Medium Sprache allein schon aber eben auch jedwede Form der körperrepräsentation anhand
  55. unterschiedlicher Materialität also von den Höhlenmalereien über Steinskulpturen Totenmasken Gemälden bis hin zur Fotografie und zur
  56. Videografie ich denke dass insbesondere Bilder eine große Rolle spielen heutzutage im im sepulkral und memorialkontext man denke etwa an
  57. sogenannte Sterbebildchen oder an aufgestellte Fotos während einer Trauerfeier Bilder an grräbern die hier z Lande auch zunehmen oder auch an
  58. anderen öffentlichen und privaten Orten und spätestens seit den 1970er und 80er Jahren erhielt eben auch die Videografie Einzug in die Haushalte nun konnten eben
  59. auch bewegte Bilder aufgenommen werden und wiedergegeben werden und sie wurden zu einem festen Bestandteil des familiengedächtnisses seit längerem gibt
  60. es nun aber schon Fotos und Videos nicht nur in analoger Form sondern eben auch in einer digitalen Variante das ist für unser Thema insoweit wichtig als dadurch
  61. eben auch wieder neue Verwendungsweisen entstehen wenn wir auf das digitale weiterleben durch künstliche Intelligenz schauen ja ich denke es lässt sich nicht
  62. leugnen dass der Umgang mit Sterben Tod und Trauer immer stärker von digitalen Technologien geprägt wird tagtäglich hinterlassen Menschen wissentlich aber
  63. auch unwissentlich eine Vielzahl von digitalen Spuren nur selten dürfte dabei der Gedanke aufkommen dass manches davon später einmal im Zeichen von Trauer und
  64. Erinnerung relevant werden könnte ja welche Bedeutung die Digitalisierung für die zeitgenössische sterbe Trauer und
  65. Erinnerungskultur haben kann wurde zuletzt insbesondere während der covid-19 Pandemie erkennbar die zeitweiligen kontaktbeschränkungen haben
  66. viele Akteure in diesem Bereich zu innovativen überwiegend digitalen Lösungen herausgefordert was das ungefähr
  67. bedeuten kann das sehen Sie hier also Tablets in einem Krankenhaus über die Menschen vom Sterbebett aus in Kontakt zu ihren Angehörigen treten können oder
  68. eben trauerfe die im Internet gestreamt werden die hieredurch ermöglichte Partizipation aus der Ferne zeigte die Potentiale entsprechender Technologien
  69. auf doch nicht erst seit Corona sondern im Prinzip schon seit etwa 30 Jahren lassen sich verschiedene online Anbote beobachten in den 1990er Jahren tauchte
  70. erstmals der sogenannte virtuelle Friedhof auf der virtuelle Friedhof der seinem analogen Vorbild auch in optischer Weise nachempfunden ist das
  71. heißt man kann in diesem virtuellen Friedhof elektronisch generierte ja Grabstätten anlegen wobei das wiederum interessant ist denn hier fehlt ja
  72. eigentlich der materielle Körper also ein virtueller Friedhof kommt ohne Leiche aus das ist ja ein gravierender Unterschied zum analogen Friedhof man
  73. kann also diese Grabstätten anlegen man kann sie per Mausklick relativ einfach verändern man kann z.B digitale Blumen oder andere Grabbeigaben ablegen oder
  74. virtuell Kerzen entzünden auch andere Online Anbote wie z.B Gedenkseiten die sich in ihrer
  75. Komplexität auch immer weiter steigerten ja auch die gibt es und auch hier kann man entsprechende Inhalte platzieren und mit anderen Menschen teilen zum Teil
  76. kann man auch über solche Portale mit anderen Personen in Kontakt treten das können auch Personen sein die den Verstorbenen oder die Verstorbene auch
  77. gar nicht zwangsläufig gekannt haben müssen also auch dieser kommunikative Aspekt spielt ja eine große Rolle das ist wiederum auch die Kernidee von
  78. trauerfororen in den sich eben Menschen über ihren Verlust und damit verbundene Erfahrungen Gedanken und Gefühle miteinander austauschen können solche
  79. Foren werden zum Teil auch von professionellen trauerbegleiterinnen moderiert und generell findet drauerbekleitung
  80. mittlerweile zunehmend auch online statt etwa in Form von Chats Videogesprächen oder eben speziell für diesen Zweck entwickelte
  81. Apps das das Lebensende längst auch ein Thema in Social Media geworden ist wir zum einen daran ersichtlich dass Menschen auf entsprechenden Plattformen
  82. über Sterben Tod und Trauer miteinander ins Gespräch kommen können zum anderen wird das Thema aber auch spätestens dann akut wenn ein Nutzer verstirbt und eine
  83. Profilseite zurücklässt nicht selten kommt es vor dass Menschen diese Seite trotz oder gerade wegen des Ablebens des vormaligen Besitzers aufrufen und auf
  84. diesem Weg Kontakt zu ihm suchen auch wenn es nie wohl nicht den ursprünglichen Intentionen der Betreiber inen entsprechen dürfte sind Social
  85. Media Plattform längst auch zu virtuellen adresspunkten von Trauer und gedenken geworden das kann man unter anderem bei Facebook sehen wo manches
  86. verweiste Profil in einen sogenannten gedenkzustand mit entsprechenden Funktionen versetzt wird das kann man aber auch bei Youtube sehen wo sich
  87. inzwischen eine Vielzahl von Videos findet die zum Gedenken von meist jungen Verstorbenen erstellt und veröffentlicht werden die in Anspruchnahme digitaler
  88. Medien stellt sich vor diesem Hintergrund als ein Weg da Menschen über ihren Tod hinaus Präsenz zuzuschreiben also so eine digital generierte
  89. computergestützte soziale Präsenz eine weitere technische Steigerung bieten nun solche Dienste deren Nutzer die digitale Repräsentation von Verstorbenen nicht
  90. lediglich rezipieren sondern gewissermaßen in Dialog mit ihr treten können hierzu wird das Kommunikationsverhalten einer
  91. verstorbenen Person darin aufscheinende Charaktereigenschaften und mi hin auch ihre frühere äußere Erscheinung möglichst Detail genau simuliert und
  92. dafür braucht man zweierlei zum einen braucht man große Mengen digital archivierter Daten der verstorbenen Person etwa schriftliche
  93. Selbstauskünfte Erlebnisberichte Social Media Postings E-Mails messengerverläufe Kalendereinträge aber auch Fotos Videos und andere persönliche Dokumente zum
  94. anderen kommt es z zur Anwendung von künstlicher Intelligenz also von solchen Technologien und IT-Systemen die menschliche Fähigkeiten wie logisches
  95. Denken lernen aus Erfahrung planen und Kreativität emitieren die KI wird also mit einer großen Menge hinterlassen Daten trainiert und je besser die
  96. Datengrundlage und je besser die Technik desto ähnlicher soll eben dieses virtuelle Abbild seinem analogen Vorbild werden
  97. können bei der digitalen Repräsentation handelt es sich meist um sogenannte Chatbots oder um Avatare während chatboards darauf ausgelegt sind
  98. textbasierte Unterhaltung mit einer realen Person zu führen handelt es sich bei Avataren um digitale Figuren die Personen nicht nur in Form von Text
  99. sondern eben auch in visueller und mitunter auch in auditiver Hinsicht repräsentieren mit Hilfe entsprechender Software ist es also möglich die Stimme
  100. einer bestimmten Person zu synthetisieren diese Weise sind Chatbots und Avatare also in der Lage Gespräche mit den Anwenderinnen zu führen und
  101. ihnen Geschichten Erz zu erzählen Ratschläge zu erteilen oder schlichtweg gemeinsame Erinnerungen hervorzurufen ganz so als handel es sich tatsächlich
  102. um die verstorbene Person sie sagen dann also Dinge die die Verstorbenen zu Lebzeiten zwar nicht gesagt haben die sie aber aller Wahrscheinlichkeit nach
  103. gesagt haben könnten also das ist im Prinzip so diese Kernidee was würde der Verstorbene jetzt sagen das muss ich mir jetzt nicht mehr imaginieren sondern
  104. jetzt kommt tatsächlich ein entsprechendes digitales Feedback es gibt mittlerweile doch einige Anwendungsgebiete für die Techniken die
  105. ich gerade damit angedeutet habe bevor ich nun auf den sozialen Nahraum also auf den Privatbereich zu sprechen komme möchte ich mir zunächst noch mal ein
  106. paar andere Kontexte genauer anschauen da haben wir zum einen die Unterhaltungsindustrie so können etwa verstor Musiker wie Michael Jackson oder
  107. Elvis dank entsprechender Technologien ihr postmortales bühnencback feiern mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer Trennung brachten die Beatles Ende
  108. letzten Jahres einen neuen Song auf den Markt nach der Studioaufnahme äußerte sich das wiederum noch lebende Bandmitglied Ringo Star über l lennens
  109. KI basierte Präsenz wie folgt noch dichter an das Gefühl ihn wieder bei uns im Raum zu haben werden wir niemals kommen
  110. allein deshalb war das wahnsinnig emotional für uns alle es war wirklich so als ob John wieder bei uns wäre echt verrückt ja auch die schwedische Popband
  111. ABBA deren Mitglieder bekanntlich noch alle samt Leben Verband ihre Reunion im Jahr 2021 mit der Generierung von Avataren ihres jüngeren selbst diese
  112. können die Bandmitglieder schon jetzt bei Bühnenauftritten vertreten und stehen auch für künftige Konzerte weiterhin zur Verfügung und zwar
  113. unabhängig von der körperlichen Verfassung ihrer originale ähnliche Entwicklungen zeichnen sich innerhalb der Filmindustrie ab wo
  114. Schauspielerinnen nicht mehr ausschließlich von analogen sondern zunehmend auch von digitalen dubels repräsentiert bzw ersetzt werden neben
  115. offensichtlich ökonomischen erwegungen verbirgt sich dahinter eine aus Zuschauersicht attraktive Aussicht denn so kann man beliebte Schauspielerinnen
  116. bzw deren Replikate auch lange nach deren Karriere bzw Lebensende in neuen Filmen und rollen sehen hier sind die technischen Mittel die unter anderem
  117. auch die digitale Verjüngung oder sonstige körpermodulationen beinhalten noch lange nicht an ihre Grenzen gelangt es wird spannend sein zu beobachten
  118. welche langfristigen Auswirkungen sich hieraus für die schauspielbranche erge insbesondere mit Blick auf die Ersetzbarkeit von realen
  119. Personen jetzt kann man fragen warum zeige ich Ihnen das ja es handelt sich um eine berühmte Rede von Kennedy die Rede ist deshalb so berühmt weil er sie
  120. nie gehalten hat ursprünglich hätte Kennedy sie am 22 november 1963 in Dallas vor 200 geladenen Gästen vortragen sollen wäre er nicht kurz vor
  121. seiner einem tödlichen Attentat zum Opfer gefallen 55 Jahre später also im Jahr 2018 ist es nun gelungen die Rede zu rekonstruieren und Kennedys Stimme
  122. anhand von 831 bestehenden Tonaufnahmen zu imitieren das Ergebnis ist ein 22minütiges audiodokument von einer Rede zu der es in Wahrheit nie gekommen
  123. ist und auch im Bildungssektor bzw im geschichtsdidaktischen Kontext finden entsprechende Technologien Anwendung ein
  124. Beispiel ist das New Yorker Museum of Jewish Heritage dort werden nämlich mithin noch lebende aber in absehbarer Zeit eben verstorbene Holocaust
  125. ZeitzeugInnen durch dreidimensionale Nachbildungen repräsentiert dabei handelt es sich aber nicht bloß um stumme Exponate die auf
  126. einer rein visuell körperlichen Replik beruhen viel mehr ist es so dass auf der Grundlage zahlreicher lebzeitig geführter Interviews in denen eben die
  127. Protagonist innen mehrere hundert Fragen zu verschiedenen Themen beantwortet haben die werden dann quasi mit Hilfe einer einer Software
  128. wird aus diesem Interviewmaterial werden entsprechende Sequenzen ausgewählt auch mit Spracherkennung wird da gearbeitet damit dann Museumsbesucher im Prinzip
  129. Fragen stellen können und dann wird aus diesem Filmmaterial quasi die passende Sequenz ausgewählt s dass sich das dann so anfühlt als wäre das eine
  130. Unterhaltung in Echtzeit in Wahrheit sind aber die Antworten schon mal kürzere mal längere Zeit vorher aufgezeichnet worden ja das ist also die
  131. Idee dass diese digitale Repräsentation auch und vor allem dann noch Auskunft geben kann wenn die ZeitzeugInnen selber eben nicht mehr am Leben sind und dass
  132. es eben auch noch in ferner Zukunft möglich sein kann dass Sie kontaktiert werden von Menschen teilweise auch von Menschen die heute noch gar nicht
  133. geboren sind also dass sich da auch Generationen einander begegnen die zu völlig verschiedenen Zeiten gelebt haben ja von der öffentlichen
  134. Erinnerungskultur möchte ich nun die Brücke schlagen zum digitalen weiterleben von Privatpersonen an denen also kein signifikantes öffentliches
  135. dafür aber ein umso größeres persönliches Interesse besteht schon jetzt tummeln sich nämlich einige Startup
  136. Unternehmen auf einem neuen Wachstumsmarkt der digitalwirtschaft der häufig unter dem Label der Digital afterlife industry zusammengefasst wird
  137. die Anbieter kommen vor allen Dingen aus den USA aber auch aus Ostasien und ihre Dienstleistungen lassen sich auch im einzelnen noch mal näher differenzieren
  138. es gibt beispielsweise Dienste die es ermöglichen dass man zu Lebzeiten Sprachdateien aufnimmt in denen man dann auch sich zu bestimmten Fragen umfassend
  139. äußert und nach dem Tod können dann im Prinzip die Hinterbliebenen dann ihrerseits diese App benutzen und dann selber auch Fragen hineinsprechen oder
  140. reinschreiben in die App und dann ist es so ähnlich wie bei dem Beispiel D ich vorhin angebracht habe dann wird auch wieder aus diesen sprach aus diesen
  141. Sprachaufzeichnungen der verstorbenen Person werden dann auch wieder passende Sequenzen ausgewählt sodass man auch hier den Eindruck hat da antwortet mir
  142. jemand das ist noch eine relativ ja simple form weil hier eben noch nicht mit generativer KI gearbeitet wird also hier wird dann eher selektiert
  143. aber das was eben ausgegeben wurde ist tatsächlich das was die verstorbene Person auch wirklich gesagt hat diese Unterscheidung wird nachher noch wichtig
  144. sein denn eine weitere Variante besteht eben darin ich hat es ja gerade schon angedeutet dass man tatsächlich aus dem Material dass die Verstorbenen
  145. hinterlassen wirklich neuen Output generiert also das ist quasi jemanden sowas gibt wie einen digitalen Zwilling so wird es zumindest genannt eine
  146. digitale Kopie meiner selbst und die kann dann schon auch schon zu Lebzeiten übrigens bestimmte Aufgaben in meinem Sinne übernehmen die kann beispielsweise
  147. Mails von mir beantworten oder bestimmte Inhalte veröffentlichen im Internet und so weiter und so fort und die Idee ist
  148. tatsächlich wenn dann der das Original sozusagen nicht mehr am Leben ist dann existiert dieser digitale Stellvertreter weit
  149. und kann dann auch eben immer im Sinne des Originals neuen Output generieren also so eine Art digitale daseinsverlängerung mit entsprechender
  150. Technologie eben das Erzeugen neuer Inhalte die aber dann auch wieder nicht aus aus heiterem Himmel kommen sondern die durchaus angelehnt sind an die
  151. mutmaßlichen antworten oder Ansichten der verstorbenen Person man könnte jetzt diese einzelnen ote im Detail noch mal genauer
  152. unterscheiden ich denke es genügt wenn wenn man sich klar macht dass der der Kerngedanke eigentlich immer derselbe ist nämlich dass das Ende des Lebens
  153. nicht zwangsläufig das Ende der Beziehung sein muss und eben auch nicht das Ende von sozialer bzw kommunikativer Präsenz man könnte wenn man so will noch
  154. mal unterscheiden zwischen den Benutzergruppen wir haben zum einen eben Angehörige von storbenen die quasi jetzt mit deren Avataren kommunizieren können
  155. und interagieren können wir haben aber auch Personen die quasi den eigenen Tod antizipieren ob das jetzt in naher Zukunft ist oder in ferner Zukunft aber
  156. es geht eben darum sich mit seiner eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen und sich zu fragen was soll denn mal von mir
  157. überdauern soll überhaupt irgendwas überdauern und wenn ja wie sieht's denn dann mit digitalen Daten aus also dass man dann quasi die Möglichkeit hat so
  158. sagen es zumindest die die Anbieter so eine Art persönliches digitales Vermächtnis zu schaffen das dann eben durchaus auch mit ki- Anwendungen weiter
  159. existieren kann und mithin eben auch kommunikationsfähig ist m das ist ganz interessant sich auch so ein bisschen das Marketing anzuschauen
  160. dies ich habe Ihnen ja auch hier ein paar Beispiele mitgebracht also wie wird denn da geworben wer wird denn da angesprochen interessant ist eben dass
  161. in der Regel Personen der zweit genannten Benutzergruppe angesprochen werden also es jetzt nicht so dass diese Unternehmen sagen mach ein aber aus
  162. deinen Verstorbenen und kommuniziere weiter mit denen sondern es ist eher so dass sie sagen sorge dich um dich selbst also sorge dich quasi und dein eigenes
  163. digitales Vermächtnis und gestalte deinen Avatar doch schon zu Lebzeiten im Prinzip nach deinen persönlichen Vorstellungen dass gar nicht andere
  164. Menschen in die Verlegenheit kommen das dann tun zu müssen das ist so ein bisschen die die Rhetorik dabei ja welche konkreten Anwendungsszenarien der
  165. Markt unter anderem bereithält möchte ich Ihnen kurz anhand zwei Beispiele aus dem Ausland veranschaulichen einmal das hier das
  166. Beispiel kommt aus Großbritannien da ist vorlztes Jahr eine 87-jährige Frau verstorben der hat folgendes gemacht sie hat vor ihrem Tod
  167. einen Dienst den Anspruch genommen den zufälligerweise ihr Sohn entwickelt hat ihr wurden insgesamt 250 Fragen zu ihrem Leben gestellt diese Fragen hat sie
  168. ausführlich beantwortet sie wurde dabei von mehreren Kameras 20 Kameras genau zu sein von unterschiedlichen Perspektiven gefilmt dass dann so eine Art 3dbild
  169. erzeugt werden konnte und ähm das ist übrigens die gleiche Technologie wie vorhin schon im Kontext der digitalen Holocaust Zeitzeugnissen
  170. vorgestellt wurde also es ist wirklich die gleiche Technologie jetzt halt hier eben für den Privatbereich also ich werde dann gefilmt ich spreche ganz viel
  171. ich beantworte viele Fragen ich hinterlasse also ganz viel digitales Material das dann eben wieder weiter verarbeitet werden kann und das ist es
  172. dann eben so gewesen dass die Person dann auch verstorben ist die Frau sie wurde dann beigesetzt es gab eine Trauerfeier und im Rahmen dieser
  173. Trauerfeier hab sich dann quasi die haben sich Hinterbliebenen hat sich die Trauer Gemeinde dann versammelt soweit so gut hier ist allerdings die
  174. Besonderheit dass dann eben plötzlich die Verstorbenen auf einem Bildschirm zu sehen war nicht nur das die Gäste konnten ihr auch Fragen stellen im Sinne
  175. einer simulierten live Konversation und sie hat dann auch entsprechend geantwortet ein weiteres Beispiel stammt aus Südkorea vielleicht kennt das manche
  176. auch schon das ist tatsächlich hat eine relativ hohe Bekanntheit erlangt wer es noch nicht kennt ich erklärre das mal kurz also ein TV-Sender hat im Jahr 2019
  177. ein Experiment in Auftrag gegeben im Mittelpunkt dieses Experimentes steht eine junge Mutter der deren siebenjährige Tochter 2016 an einer
  178. schweren Erkrankung gestorben ist und die letzten Lebensmonate ja körperlich gezeichnet in einem Klinikbett verbringen musste der
  179. TV-Sender hat der Mutter dann angeboten mit einer Firma zusammenzuarbeiten die sich auf virtuelle Realität spezialisiert hat es wurden es WD
  180. daraufhin ein ein virtuelles Abbild der Tochter erschaffen die Stimme wurde aus vorhandenen Video und Tonaufzeichnungen extrahiert und für diesen Avatar
  181. synthetisiert dann hat die Mutter eine sogenannte vrbrille aufgesetzt bekommen sie hatte so berührungssensitive Handschuhe bekommen mit denen sie auch
  182. ein haptisches Feedback bekommt und sie konnte nun also mit einer Simulation ihrer verstorbenen Tochter in Echtzeit kommunizieren als Setting der
  183. tränenreichen Begegnung wurde ein virtueller Park gewählt der nicht zufällig auch wieder einem konkreten Ausschnitt aus der analogen Welt
  184. nachempfunden wurde nämlich jenem Ort den beide früher gemeinsam besucht haben also tatsächlich ein echter Park der hier ja dann simuliert wurde die Mutter
  185. wurde dann im Anschluss gefragt wie es ihr mit dieser virtuellen Begegnung ergangen ist sie sagte eben dass sie ihrer Tochter jetzt noch mal nahe sein
  186. konnte ihr noch ein paar letzte Dinge mitteilen woll und dass ihr dieses virtuelle treffen geholfen habe jetzt darf man natürlich
  187. nicht vergessen welches von welchem Format wir hier reden das ist eine Fernsehsendung also ein sehr spezielles Setting ind dem die Mutter da befragt
  188. wurde der Videoausschnitt der ist übrigens schon nach wenigen Tagen WD der millionenfach angeklickt und hat ein ganz gemischtes Feedback erzeugt während
  189. manche der Zuschauer Rührung und Mitgefühl artikulierten zeigen sich andere zutiefst bestürzt und äußerten auch Vorwürfe in Richtung der
  190. tv-poduzentinnen denn letztere hätten hier ein persönliches trauerschicksal zu einem Spektakel und einer massenmedial konsumierbaren Ware instrumentalisiert
  191. um auf diesem Weg W juristische Interessen zu bedienen und Einschaltquoten zu erhöhen nichtsdestotrotz denke ich zeigt
  192. sich hieran wohin der technische Wandel im Kontext von Sterben Tod und Trauer in Zukunft noch führen kann ja wir können an den bisher gezeigten
  193. Beispielen zumindest schon mal erkennen dass sich Trauer und gedenken mehr den je losgelöst haben von konkreten räumlichen Fixierungen zwar sind
  194. traditionelle Orte wie etwa das friedhofsgrab keineswegs bedeutungslos geworden jedoch zeichnet sich gegenwärtig ein gewisser Trend zur
  195. Delokalisierung ab der eben durch die heutigen Möglichkeiten des Inter Internets noch weiter forsiert wird also mit Delokalisierung meine ich jetzt eben
  196. nicht dass Räume generell keine Bedeutung mehr haben aber ich sage eben dass es eine Entkoppelung durchaus gibt von beispielsweise dem Beisetzungsort
  197. auf der einen Seite und dem trauerort auf der anderen Seite also Trauer ist entkoppelt von festen Orten von ja immobilen Lokalitäten wir sprechen hier
  198. aber nicht nur von Delokalisierung sondern auch von die korporalisierung also eine wenn man so möchte entkörperlichung das heißt
  199. jetzt auch nicht dass Körper überhaupt keine Bedeutung mehr beim trauern spielen damit es einfach nur gesagt dass die materiellen ich nenne es mal
  200. Hinterlassenschaften eines Menschen also mit anderen Worten seine Leiche nicht mehr so stark im Zentrum von Trauer und Erinnerung stehen wie das früher noch
  201. der Fall war das erkennen Sie unter anderem eben daran dass solche ja Rituale in denen der tote Körper noch eine große Bedeutung spielte wie etwa
  202. die aufbarung heutzutage weitaus weniger praktiziert werden als das früher noch der Fall war auch das gibt es natürlich noch in manchen Regionen mehr als in
  203. anderen aber generell scheint doch eher die Mentalität sich durchzusetzen dass der tote Körper eigentlich etwas ist dass man von dem man sich möglichst
  204. schnell trennen muss und auch der Ort an dem dieser Körper beigesetzt wird der ist wie gesagt für viele Menschen noch wichtig das wird auch weiterhin sein
  205. aber eben nicht mehr für alle zumindest ist es ein Ort geworden über den man diskutieren kann ob man den überhaupt braucht also wir haben in unseren
  206. Studien eben durchaus auch mit mit vielen Menschen gesprochen die gesagt haben ich brauche dieses Grab eigentlich nicht das Grab existiert zwar ich pflege
  207. es aus konventionellen Gründen aber meine eigentliche Trauer findet doch ganz wo anders statt und das kann man jetzt anschlussfähig machen für unser
  208. Thema denn ich hatte es vorhin ja schon angedeutet auch das Internet und die die Reminiszenzen im Internet kommen ja für gewöhnlich ohne diese materielle
  209. Körperlichkeit aus und da gibt es durchaus noch einige Unterschiede auch wenn man jetzt mal
  210. vergleicht das materielle und das virtuelle Grab in Anführungszeichen also einmal eben die irreversible Verortung des leichtnams die bei dem analogen Grab
  211. natürlich der Fall ist die auch zu gewissen Problemen führt also gerade in einer Gesellschaft die ja als hochgradig mobil bezeichnet wird stellt sich dann
  212. eben auch die Frage wie passt es eigentlich in eine mobilisierte Welt wenn doch der Leichnam oder das Grab immer in einem immobilen Ort ist dann
  213. erlauben diese virtuellen pendons auch eine gewisse Flexibilität das ist vorhin auch schon kurz angesprochen worden also man kann diese Portale nach Belieben
  214. verändern und zwar von jedem beliebigen Ort aus also man muss eben nicht an einer bestimmten Stelle sein sondern das reicht im Prinzip ein wlanempfang und
  215. entsprechendes Endgerät man kann das also auch immer wieder flexibel umgestalten je nach der aktuellen Befindlichkeit bei den Anwendungen die
  216. auf generativer KI basieren kommt jetzt eben noch eine eine interaktive Komponente mit hinzu statt ich hat's ja vorhin schon gesagt die immer gleichen
  217. Sätze der Verstorbenen zu lesen bzw zu hören oder ihre immer gleichen körperpositionierungen auf Fotos oder Videos zu sehen kann man jetzt eben
  218. in neuen Situationen im Prinzip neue kommunikationsimpulse geben die KI kann auf neue Impulse wiederum reagieren und ist dann selbst auch imstande eben einen
  219. neuen Output zu kreieren jetzt kann man natürlich auch noch mal überlegen was sind jetzt die Besonderheiten und ich würde doch sagen auch im Vergleich zu
  220. den klassischen nenne ich es mal Fotos und Videos haben diese Avatare durchaus auch noch mal eine höhere Suggestivkraft das ist vielleicht auch
  221. einfach der Reiz der das ganze ausmacht also man schreibt diesen Avataren doch noch mal eine größere Nähe zu dem Verstorbenen zu als bei einem Foto bei
  222. einem Foto diskutieren wir nicht darüber dass es den Verstorbenen nicht nicht gleich werden kann ein Foto ist ein Foto und der Mensch der repräsentiert wird
  223. auf dem Foto ist halt noch mal was anderes jetzt haben wir aber die Avatare dir durchaus suggerieren und vorgeben der Mensch einfach zu sein die sagen ja
  224. nicht ich bin eigentlich jemand anderes sondern die sagen ja durchaus ja ich bin dieser Mensch und darüber kann man natürlich diskutieren was das wiederum
  225. heißt auch für Trauerprozesse das werde ich auch gleich noch tun da kommen wir auch gerne im Anschluss noch mal sprechen also sie sehen hier passiert
  226. offenbar etwas man kann auch sagen dass gerade in der in der Auseinandersetzung mit mit Avataren von verstorbenen Personen immer so eine Ambivalenz
  227. vorligt von Vertrautheit auf der einen Seite aber eben Überraschung auf der anderen Seite das heißt auf der einen Seite
  228. so zumindest Versprechen das ja die Anbieter wird es eben möglich die verstorbene Person in ihrer digitalen Repräsentation
  229. wiederzuerkennen andererseits weiß man aber als anwendende Person ja aufgrund der schwerdurchschaubaren Prinzipien des Algorithmus nie zu 100%
  230. genau was denn diese Repräsentation auf einen bestimmten Impuls sagen wird wie sie als nächstes reagieren wird was dieser irerseits mitteilen wird und so
  231. weiter und so fort das ist wiederum auch eine Unterscheidung zur Foto und Videografie da sind ist tatsächlich die immer gleichen Dinge die man sieht auch
  232. wenn man sie zu unterschiedlichen Zeiten vielleicht unterschiedlich interpretiert aber die Inhalte ändern sich nicht und hier bei den Avataren ändern sich die
  233. Inhalte letzten Endes kann man also sagen dass diese betreffenden Dienste ja eigentlich nur eine weitere Etappe bedeuten des menschlichen Bemühens mit
  234. Verstorbenen in Kontakt zu kommen bzw zu bleiben analoge Formen der Kontaktaufnahme wie z.B am Grab im Gebet oder in bestimmten Alltagssituationen
  235. übersinnliche Verbindungen etwa im Rahmen einer Seance oder esoterisch angehauchte Deutungen bestimmter Erlebnisse als Zeichen der Verstorbenen
  236. oder eben schlichtweg die Imagination wie oder wie er oder sie jetzt als nächstes reagieren würde all das erfährt hier sozusagen ein digitales pondon und
  237. dieses in Kontakt bleiben treibt wiederum eine Idee auf die Spitze die heutzutage unter dem Schlagwort der der continuing Bonds Einzug erhalten hat in
  238. die Moderne trauerforschung vielleicht ist ihn das Konzept ja auch vertraut also continuing Bonds widerspricht gewissermaßen den klassischen
  239. trauermodellen die eben besagen dass sich erfolgreiche Trauerarbeit durch eine allmähliche Ablösung eine Loslösung der Bindung an
  240. die verstorbene Person auszeichne wie der Name bereits verrätt steht continuing Bonds also gerade nicht für die Trennung sondern für die Fortsetzung
  241. der bezieh etwa indem die verstorbene Person in der Erinnerung präsent gehalten wird oder gar zur Adressatin von Kommunikation
  242. wird ihre physische nicht mehr Präsenz wird damit nicht geleugnet im Vordergrund steht viel mehr die Anerkennung der veränderten Bedingungen
  243. und eine Neuausrichtung des Verhältnisses zwischen Trauernden und buerten auf welche Weise die Beziehung zu den Verstorbenen im Sinne der
  244. continuing n fortgesetzt und auf welche Mittel dabei zurückgegriffen wird ist sehr verschieden und lässt sich nicht verbindlich bestimmen
  245. Avatare können die Bindung an Verstorbene stärken indem sie das Gefühl der anhaltenden Präsenz bzw Verfügbarkeit hervorrufen statt
  246. loszulassen können frühere Momente gemeinsam geteilter Lebenszeit im Dialog reaktualisiert werden oder auch gegenwärtige Empfindungen und Gedanken
  247. ein digitales Feedback erlangen durch diese Computer gestützte Aufrechterhaltung der Beziehung werden
  248. tot und Verabschiedung so die implizite Idee also gewissermaßen voneinander entkoppelt ja und all das was ich Ihnen jetzt vorgestellt habe das bildet
  249. gewissermaßen den Ausgangspunkt für das vorhin schon angekündigte Forschungsprojekt an der Universität Tübingen in diesem Projekt geht uns
  250. unter anderem darum eben den gesellschaftlichen Diskurs rund um das Thema digitales weiterleben nachzuzeichnen und zu untersuchen im
  251. Vordergrund ST also die Frage wie dieses Thema und damit verbundene Aspekte von Vertreterinnen unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppierungen
  252. verhandelt werden nun ähm muss man zunächst sagen dass eben dieser Diskurs noch nicht allzu ausgeprägt ist das dürfte vor allen Dingen daran liegen
  253. dass entsprechende Anwendungen gerade hierzu eben noch wenig verbreitet sind in dem Projekt verfolgen wir einen partizipativen Ansatz indem wir die
  254. vielfältigen Sichtweisen unsereer forschungsteilnehmen in unsere Studie ja mit einbeziehen da geht's auch tatsächlich darum gemeinsam mit den
  255. forschungsteilnehm dann auch durchaus auch Lösungen zu entwickeln das bedeutet eben auch dass man bisheriger Ergebnisse die wir haben
  256. auch immer wieder im Abgleich hat mit dem Feedback der teilnehmenden im Prinzip interessieren wir uns uns ja für die Perspektiven all jener Personen die
  257. sich mit Fragen des digitalen Weiterlebens auseinandersetzen sei es nun auf privater oder auf professioneller Ebene und das spiegelt
  258. sich dann eben auch in der Auswahl unserer Forschungsmethoden wieder zunächst ging es darum Personen miteinander in austausch zu bringen die
  259. sich beruflich mal mehr mal weniger mit solchen Themen rund um Sterben Tod und Trauer beschäftigen also beispielsweise Personen aus dem Bereich der
  260. Psychotherapie des Bestattungswesens religiöse gemein aft natürlich auch aber auch Personen aus der sterbe und Trauerbegleitung bis hin zu Personen die
  261. sich aber auch professionell mit dieser Schnittstelle von Digitalisierung und Trauer bzw Erinnerungskultur beschäftigen und zu diesem Anlass fand
  262. zunächst eine Online Gruppendiskussion und kurz darauf ein Workshop in Präsenz statt und während dieser Veranstaltung haben wir also gemeinsam über bestimmte
  263. Chancen und Risiken solcher Angebote der Digital afterlife industry diskutiert es ging dabei vor allen Dingen um die Frage die ja vielleicht auch für uns
  264. gleich noch wichtig sein wird ja unter welchen Rahmenbedingungen könnten denn solche Techniken tatsächlich Anwendung finden
  265. oder ist das überhaupt von vorne rein schon ausgeschlossen weil man sagt das ist nichts Gutes das kann nichts Gutes sein das kann auch nichts Gutes werden
  266. oder sind vielleicht doch bestimmte Szenarien denkbar unter denen das durchaus auch was bringen kann ich habe darüber hinaus noch 17 Einzelinterviews
  267. geführt das mache ich im Sinne der qualitativen Sozialforschung also das vielleicht nur ganz kurz ich habe jetzt keinen standardisierten Fragebogen den
  268. wir dann durchgehen und wo ich dann Häkchen mache sondern das sind wirklich ganz freie ganz lockere Gespräche die eben auch auf den jeweiligen Einzelfall
  269. dann entsprechend ausgerichtet werden können die gewonnenen interviewdaten sind also demnch auch keine großen Zahlen und statistische Berechnungen
  270. sondern das sind in erst Linie ist das Textmaterial welches dann wiederum für feinere Analysen aufbereitet werden kann und ähm das habe ich getan das werde ich
  271. ihn jetzt auch gleich zeigen ich habe mal so ein paar Kategorien herausgearbeitet also was sind denn so immer wiederkehrende Muster in den
  272. Gesprächen was wird denn häufig gesagt von den forschungsteilnehmenden wo liegen bedenken wie wird argumentiert und so weiter ich habe jetzt natürlich
  273. auch nur eine kleine Auswahl mitgebracht aus Zeitgründen aber wir können uns es ja gleich mal anschauen was mir aufgefallen ist das ist vielleicht auch
  274. gar nicht so überraschend dass die forschungsteilnehmenden dieser Thematik weitgehend skeptisch gegenüber stehen da wird dann z.B das Thema angesprochen
  275. dass ja dass eben die fingierte Gegenwart der Verstorbenen auf dem Bildschirm hinderlich sei für die Verarbeitung von Trauer und hier haben
  276. Sie mal ein paar Zitate also da wird dann eben auch wirklich ganz konkret ein Verständnis von Trauer zum Ausdruck gebracht demzufolge es eben ja Trauer
  277. gibt dieel Lingen kann es gibt aber auch Trauer die misslingen kann also hier wird jetzt eben in diesem Zitat beispielsweise gesagt der ist die Rede
  278. von einer Scheinrealität das würde es alles erschweren wenn wir ständig immer noch was hinproduzieren könnten und dann quasi so tun würden als wäre diese
  279. Person noch da also hier wird gesagt diese Avatare verleiten im Prinzip dazu dass man seinen Blick abwendet von der Realität dass man sich flüchtet in eine
  280. Scheinrealität und die implizite Idee ist eben dass Trauer immer voraussetzt dass man den Verlust realisiert dass man ihn akzeptiert das ist zwar sehr
  281. schmerzhaft in den meisten Fällen aber das sei die die das der wichtigste Schritt erstmal um überhaupt zu einer gelungenen Trauer zu finden und diese
  282. Avatare stünden dem jetzt entgegen auch hier noch mal wird das bekräftigt also ich mag mir das nicht vorstellen und ich weiß auch nicht wie groß die Gefahr ist
  283. dass irgendwelche Angehörigen da in eine Parallelwelt geraten dass ist dass sie wirklich dann in dieser extrem Situation die totentrauer mit sich bringen einfach
  284. die Gefahr laufen die Realität und das digitale nicht mehr auseinander zu halten also hier wird im Prinzip gesagt Realität auf der einen Seite Digitalität
  285. das sind zwei Sphären die wohl schwer miteinander zu vereinbaren sind ja auch hier noch mal der wichtigste Punkt ist erstmal wie ich
  286. gerade schon gesagt hab ich muss akzeptieren dass der Mensch gestorben ist und das tue ich in diesen Möglichkeiten nicht mehr da kann ich
  287. mich nämlich davor flüchten also auch hier die Flucht wieder da kann ich nämlich in die virtuelle Welt gehen und sagen ja da ist er ja noch also als
  288. seites quasi ein ein Problem dass man ja im Prinzip so tut als sei der Avatar tatsächlich die verstorbene Person und das wiederum sei hinderlich eine damit
  289. zusammenhängende Idee ist auch diese Vorstellung dass im Prinzip die Beschäftigung mit dem digitalen weiterleben einer Person das eigene
  290. analoge weiterleben behindern würde also dass man im Prinzip auch hier wieder so ein bisschen den Blick verliert für die für die Realität aber auch so ein
  291. bisschen den Blick auch für andere Aufgaben die das Leben eben noch bereit halt auch den Blick verliert für andere soziale Kontakte hier ist wieder vom
  292. loslassen die rede hier heißt es aber ein Loslassen von bestimmten Dingen von Schmerzen das ist ja auch hilfreich fürs weiterleben und das und was ist wenn der
  293. Avatar das immer wieder blockiert also hier scheint loslassen eben doch eine gewisse Rolle zu spielen und der Avatar hindert einen daran dann wird hier
  294. gesagt also ich stell mir immer vor mein Vater würde jetzt als Avatar hier im zimmerhen ich würde ja bekloppt werden also auch die forstellung will ich das
  295. überhaupt diese Präsenz oder ist ein gewisse Distanz vielleicht sogar förderlich dann die Frage ja was was heißt es denn wiederum für so
  296. autonomievorstellung hier sagt jemand das hat nichts mit Autonomie zu tun es ist Einschränkung von Freiheit also der Avatar gibt mir eigentlich nichts sonder
  297. der nimmt mir was nämlich meine Freiheit es ist Einschränkung von Freiheit Einschränkung von Autonomie das kann ein Hilfsmittel und eine Krücke sein aber
  298. wenn man sein Leben lange an der Krücke festhält dann lernt man auch nicht mehr das Lauf also diese diese krückenmetapher angebracht der Avatar
  299. kann also durchaus ein vorübergehendes Hilfsmittel sein er ist aber keine Dauerlösung und langfristig hält er einen eben davon ab sich mit der eigenen
  300. Trauer zu befassen dann hier noch mal das heißt wenn die KI sozusagen wirklich diesen Menschen ähnlich ist und du hast
  301. Konflikte gehabt dann ist es nicht so geil glaube ich dann fühlst du die halt weiter also das ist auch noch anderer Aspekt was ist dann eigentlich wenn man
  302. ein eher konfliktrträchtiges Verhältnis zu dieser Person hat oder wenn da einfach gewisse Dinge im Raum stehen und jetzt werden die durch den Avatar im
  303. Prinzip reproduziert und ich habe gar nicht die Möglichkeit das für mich persönlich zu verarbeiten wir hatten jetzt gerade
  304. schon von der grücke gesprochen man kann es noch weiter zuspitzen und das wurde auch getan eben sehr sehr häufig gesagt wird der Avatar der hat irgendwas von so
  305. einer Droge also das macht süchtig und das hat eine schädliche Wirkung auch hier wieder ein paar zate also einmal wird hier gesagt im ersten Moment sagt
  306. diese Person war das erstmal positiv muss ich zugeben wo ich mir gedacht habe boah cool wenn das möglich ist da ist ja das ist ja der Wahnsinn also da was man
  307. da für Möglichkeiten hätte der zweite Gedanke war aber sofort tut es dann auch wirklich gut ich mache mal nur so ein Beispiel wenn ich irgendwie gerade
  308. psychisch down bin und bin geknickt oder so dann würde ich vielleicht auch denken so ach jetzt eine Zigarette oder ein Bierchen und dann bin ich dann kühle ich
  309. schon wieder darunter und dann merkt man so ah das Bierchen das tut mir wirklich gut und dann habe ich jeden Abend ein Bierchen üpitzt das jetzt mal so ein
  310. bisschen und am Schluss habe ich für mich die Lösung gefunden also auch hier der Gedanke Avatar kann eine kurzzeitige Lösung sein indem er auch Schmerz
  311. betäubt auch hier haben wir die Parallele zu dem drogengedanken also kurzzeitige Betäubung aber betreäubung heißt auch immer Ablenkung von
  312. bestimmten Dingen und langfristig kann das dann in der Position die wir hier haben keine keine Lösung sein sondern es ist eher etwas was langfristig sogar
  313. noch mehr Probleme schafft als vorher schon da waren auch hier wird noch mal gesagt also ich kann mir total vorstellen dass es ein Suchtverhalten
  314. auslöst also das ist ein sehr sehr starker Punkt der immer wieder deutlich wird in meinem in meinem Forschungsmaterial noch ein anderer
  315. Aspekt der auch häufig erwähnt wird ist eben die Frage nach der erinnerungshoheit also man kann ja auch man muss ja nicht nur fragen was macht
  316. ein Avatar mit meiner Trauer man kann ja auch fragen was macht es denn mit der Erinnerung wenn der Avatar ständig Dinge von sich gibt die
  317. ja durchaus auch in Konflikt stehen könnten mit meiner Erinnerung also wer hat denn hier eigentlich noch die erinnerungshohheit am Ende da wird
  318. befürchtet dass im Prinzip die die Interaktion mit dem Avatar die persönliche Erinnerung an die verstorbene Person in gewisser Weise
  319. überschreiben könnte und das Andenken also so in eine Form gebracht wird die sich zwar gut verkaufen lässt die jedoch aber durchaus von dem abweichen könnte
  320. was man in der verstorbenen Person sieht bzw sehen möchte auch hier noch paar Zitate es müssen meine Erinnerung und meine Gefühle sein die diesen
  321. Prozess am Ende gestalten und dominieren und ich finde es dann schwierig wenn ich mit einem gegenüber konfrontiert wer das sozusagen ein Eigenleben hat obwohl er
  322. doch tatsächlich nur aus Daten besteht also so diese Idee der Avatar entwickelt so eine Eigendynamik die ich dann vielleicht auch gar nicht mehr so
  323. richtig kontrollieren kann da wird hier gesagt das hat ja auch was damit zu tun dass wir narrative finden wie wir damit weiterleben können und wenn da jetzt ein
  324. Bot kommt der dann immer so sagt nee so war das aber gar nicht dann können wir das nicht machen also ich hat es ja gerade schon so ein bisschen angedeutet
  325. man hat seine eigenen narrative mit bestimmten krisenhaften Situationen umzugehen auch Lebenswelten innerlich zu repräsentieren von Menschen die
  326. verstorben sind und was passiert denn jetzt wenn da jemand ist oder jemand oder etwas je nachdem welches meine Gedanken und meine Definitionen ständig
  327. irritiert das wird hier konkret befürchtet dann hier noch da habe ich mit Eltern gesprochen die ihr Kind verloren haben jetzt ist halt eben die
  328. Frage das Kind wäre heute schon ein erwachsener Mann wie geht man jetzt damit um würde man sowas nutzen wenn es das gäbe oder was genau wird da gesagt
  329. hier wird konkret dann eben festgestellt also das Bild das ich habe oder was ich mir auch geschaffen habe ich will nicht dass eine künstliche Intelligenz daran
  330. rumfuhr wirkt frag uns durchaus wie würde er jetzt 8 Jahre nach seinem Tode aussehen aber ich will darauf keine Antwort also das ist ja auch immer so
  331. eine spannende Frage würde man das dannn wissen wollen wie wäre dieser Mensch jetzt es gibt Techniken das wissen Sie vielleicht auch W man alte Bilder im
  332. Prinzip digitalisiert und dann künstlich altern lässt also Gesichter altern lässt halt auch bei Kindern tatsächlich also da habe ich auch mit mit Eltern
  333. gesprochen die gesagt hab ja ich würde es durchaus mal ausprobieren andere Eltern sagen aber nein bloß nicht ich möchte nicht wissen wie mein Kind man
  334. weiß auch nicht ob das Kind heute wirklich so aussehen wird wie die Technik das sagt aber ich will damit mich überhaupt nicht beschäftigen ich
  335. will mein Bild bewahren von dieser Person und hier wird eben diese Gefahr gesehen dass der Avatar daadurchaus auch auch manipulative Züge haben kann wenn
  336. wir jetzt also fragen was macht denn die Nutzung von Avataren so problematisch ja wie kommen denn diese forschungsteilnehmen überhaupt zu ihren
  337. Einschätzungen also da hat jetzt das muss ich auch dazu sagen hat es keiner wirklich dezidierte Erfahrung mit der Avatar Nutzung aber trotzdem hat da
  338. haben die Menschen den ich gesprochen habe durchaus eine Meinung und dann fragt man sich warum wie kommen die dazu oder um die Metapher erneut zu bemühen
  339. was macht denn jetzt eigentlich die Droge zur Droge also was ist denn jetzt eigentlich das Problem und meine Vermutung an der an dieser Stelle wäre
  340. dass wenn die Befragten von Suchtgefahr Drogen Realitätsverlust und so weiter sprechen dass sie da schon ein ganz bestimmtes Szenario im Sinn haben
  341. nämlich ich witzt das absichtlich ein Avatar der permanent verfügbar ist der die Hinterblieben auf Schritt und Tritt begleitet der aus den Daten der
  342. verstorbenen Personen ständig neuen Output generiert sich auch mal ungefragt selbst zu Wort meldet und eben durch diese Interaktion mit den
  343. Hinterbliebenen auch sich ständig weiterentwickelt sich womöglich sogar von der verstorbenen Person Weg entwickelt und die Hinterbliebenen in
  344. ihrem Denken und Handeln massiv beeinflusst jetzt muss man allerdings berücksichtigen an dieser Stelle dass das digitale weiterleben sich ja nicht
  345. auf dieses eine Szenario kürzen lässt es gibt nicht das digitale weiterleben genauso wenig wie es den Toten und die Trauer gibt also man muss hier
  346. tatsächlich so ein bisschen sich auch auch darauf einlassen mal so bisschen den Blick zu öffnen und sich auch mal weitere Facetten anschauen
  347. und auch wieder bei der Frage warum wird's denn jetzt dann so problematisch wie die Person ich denke wenn ich mir mein empirisches Material anschaue kann
  348. man erstmal zwei Hauptfaktoren unterscheiden bzw man kann sagen ja anhand dieser Faktoren lässt sich vielleicht besser erklären was ist denn
  349. so problematisch daran das ist zum einen eben die Frage was passiert dann eigentlich genau mit den gespeicherten Daten der verstorbenen Person also was
  350. wird mit diesen Daten gemacht die andere Frage wäre was sind denn die konkreten Erwartungen der nutzenden Person aners Angebot also was erwarte was verspreche
  351. ich mir denn eigentlich von so einem Avatar was soll er denn können was soll er vielleicht nicht können zu welchem Zweck möchte ich diese Anwendung
  352. überhaupt nutzen und wenn wir uns jetzt mal diese erste Frage anschauen nach dem Ausgangsmaterial ja wie schon gesagt es gibt ja Anwendung die das
  353. Ausgangsmaterial also die gespeicherten Daten unverändert lassen S und nur selektiv quasi wiedergeben also bestimmte Sprachnachrichten
  354. Videoaufnahmen einfach nur abgespielt das heißt ich richte meine Frage an die Anwendung ich bekomme eine passende Antwort aber das Material an sich ist
  355. eben nicht verändert und gerade diese Angebote sind bei den Personen mit denen ich gesprochen habe vergleichsweise werden die als vergleichsweise
  356. unproblematisch eingeschätzt und zwar deshalb weil eben diesem Output der da kommt eine gewisse Authentizität zugesprochen wird weil wie schon gesagt
  357. es sind ja schließlich die Dinge die die verstorbene Person wirklich gesagt hat und nicht lediglich gesagt haben könnte also authentizität ist hier ganz ganz
  358. wichtig es gibt aber wie schon gesagt nun auch Anwendungen die eben neuen Output generieren und genau hieran machen sich die meisten Befürchtungen
  359. eigentlich fest denn man weiß halt eben nicht genau in welche Richtung dann die Interaktion sich entwickelt man weiß auch nicht genau was das mit der
  360. Anwesenden Person macht wenn jetzt plötzlich ein Output kommt den man vorher nicht antizipieren kann od zumindest halt schwer antizipieren kann
  361. und da gerade in diesem Kontext wird eben ganz verstärkt auf diese Manipulationsgefahr von Avataren hingewiesen auch aufgrund der schon
  362. erwähnten hohen Suggestivkraft kommen wir zum zweiten Punkt was erwarten denn die Anwenderinnen von dieser Technologie
  363. hierzu habe ich ein wie ich finde sehr sehr passendes Zitat ein schönes Zitat mitgebracht das es noch mal wunderbar auf den Punkt bringt eigentlich da sagt
  364. eine Interviewpartnerin mein Opi ist gestorben da war ich sech ich hätte unglaublich gerne mit ihm mehr Kontakt gehabt weil er war einfach so ein toller
  365. Mensch und wenn ich jetzt die Chance hätte sozusagen noch einmal so mit ihm auch ih noch mal Fragen zu stellen das ist schon verlockend also ich glaube
  366. wahrscheinlich ist das noch ein Unterschied ob das jemand ist der weiter von dir weg ist also wie z.B ein Großelternteil dass man vielleicht nicht
  367. lange gekannt hat oder Urgroßeltern oder so als jetzt z.B jemand der einem halt einfach sehr viel näher steht das hat dann so ein bisschen mehr was von
  368. historisches oder geschichtliches vervollständigen oder noch einmal jemanden auf einer anderen Seite kennen zu lernen weil ich glaube wenn jemand
  369. einem nahe steht dann will man die Person ja nicht kennenlernen sondern man will sie wiederhaben also wiederhaben und
  370. kennenlernen als zwei verschiedene Modi das Kennenlernen das eben bedeutet der Avatar verkörpert eine Person der man lebzeitig nie begegnet ist oder
  371. vielleicht auch nur ganz kurz begegnet ist an dem an die man sich vielleicht auch gar nicht selbst aktiv erinnern kann das können beispielsweise die
  372. Urgroßeltern sein die vor der eigenen Geburt bereits verstorben sind das hat dann eher so einen genealogischen Aspekt also die Frage wer sind bzw wer waren
  373. eigentlich meine Vorfahren das heißt ich kann meinen Urgroßvater nach seiner Lebensgeschichte befragen oder vielleicht auch ein
  374. elternt dass sehr früh verstorben ist da gibt's dann die Möglichkeit den [Musik] ja vielleicht sehr früh verstorbenen
  375. Vater oder die Mutter wirklich kennenzulernen etwas über das Leben dieser Person zu erfahren denken Sie auch an das vorhin schon erwähnte
  376. Beispiel der zeitzeug innen des Holocaust also da ist es ja auch nicht so dass man diese Person vorher kannte dass man enges Verhältnis zu den hatte
  377. da geht's vielleicht auch gar nicht so sehr darum dass man die gesamte Person kennenlernt sondern einzelne Geschichten also muss man denke ich auch noch mal
  378. unterscheiden geht's mir hier wirklich um eine Person ihrer gesamten Komplexität oder geht es mir nur um bestimmte Episoden denen ich mich auf
  379. diese interaktive Art und Weise dann annähern kann und dieser Nutzungsvariante des Kennenlernens wird halt deswegen ein geringeres
  380. problemempotenzial zugesprochen weil die Nutzenden Personen eben weder in einer akuten drauersituation sind noch eben umfassende persönliche Erinnerungen an
  381. die repräsentierte Person haben es geht also ausdrücklich nicht darum eine verlorene Sozialbeziehung wiederhen zu wollen weil es diese Sozialbeziehung nie
  382. gegeben hat kann also sagen nur was wir haben können wir verlieren und nur was wir verloren haben können wir betrauern vielleicht kann man diesen Gedanken so
  383. zusammenfassen der Modus des wiederhabens wird dem Gegenüber jetzt aber weitaus stärker problematisiert denn hier hat es diese brämortale
  384. Beziehung ja durchaus gegeben und die war mitunter sehr emotional sehr intensiv und hier ist üblicherweise Trauer im Spiel und eben auch der Wunsch
  385. häufig nach einer Umkehrung des eigentlich unumkehrbaren also zugespitzt könnte man zusammenfassen die größte Akzeptanz
  386. haben eben solche Anwendungen bei denen das Ausgangsmaterial nicht verändert wird sondern nur bestimmte Sequenzen
  387. selektiert werden ohne dass eben der Anspruch besteht die verstorbene Person hier durch wieder haben zu wollen und den gegenüber die geringste Akzeptanz
  388. haben Avatare die eben diesen neuen Output generieren und die Nutzer den Anspruch damit verbunden verbinden diese verstorbene Person hierdurch wiederhen
  389. zu können ich komme jetzt zum Schluss wir können uns noch mal fragen was folgt jetzt aus all dem was können wir denn festhalten na ja also zunächst einmal
  390. muss man sagen das ist vielleicht auch noch mal eine wichtige Einschränkung dass wir noch keine empirisch belastbaren Daten haben über die
  391. Wirksamkeit aber auch über die Gefahren von Chatbots und Avataren also wir können schlichtweg auf einer empirisch wissenschaftlichen Grundlage nicht sagen
  392. ob das jetzt was förderliches pauschal ist oder was ne was eher hinderliches weil die Technologie wie schon gesagt einfach noch nicht die entsprechende
  393. Verbreitung hat ähm es existieren zwar vereinzelnte Erlebnisberichte vielleicht kennen Sie das auch aus gerade so im Presseartikel liest man das immer mal
  394. wieder ich habe ja auch schon ein paar einschlägige Beispiele gezeigt man darf halt nicht vergessen das wurde nicht in einem wissenschaftlichen Setting erhoben
  395. es wurden es wurde keine wissenschaftliche Auswertung gemacht nach bestimmten Kriterien das sind letztenendes
  396. einzelerzählungen die uns noch keine hinreichenden Rückschlüsse geben können was es also in jedem Fall bräuchte wäre auch noch mal eine differenzierte
  397. Betrachtung und Sensibilität für die Individualität von trauerbedürfnissen und Verläufen also man muss ja immer überlegen von was hängt es denn jetzt ab
  398. ob jetzt so eine so ein Avatar eine Lösung ist oder ein Problem oder vielleicht auch keins von beidem ich denke da gibt es viele verschiedene
  399. Faktoren man kann ja einmal fragen um wen handelt es sich eigentlich bei der verstorbenen Person unter welchen Umständen ist diese Person ums Leben
  400. gekommen wie war denn die Beziehung zu ihr war das eine eher harmonische Beziehung war die sehr konfliktträchtig steht da noch irgendwas
  401. im Raum was ungeklärt ist auch die Frage zu welchem Zeitpunkt wird den auf solche Dienste überhaupt zurückgegriffen ich denke das spielt eine große Rolle ob ich
  402. ein Avatar unmittelbar nach dem Verlust einsetze oder vielleicht erst einige Zeit später vielleicht sogar erst Jahre später gleiches gilt auch für die
  403. Medienkompetenz der nutzenden und damit verbundene Ansichten und Erwartungen also je nachdem was ich auch wie gut ich mich auskenne mit dieser Technologie
  404. weiß ich auch in etwa was ich erwarte kann und was ich nicht erwarten kann und man muss natürlich auch Fragen geht es denn immer zu um eine digitale Permanenz
  405. oder geht's nicht auch viel mehr so um temporäre Erinnerungen dass man im Prinzip nur zu bestimmten ja zu bestimmten Gelegenheiten den den Kontakt
  406. sucht und sich damit auseinandergesetzt vielleicht soll es auch einfach nur eine einmalige Gelegenheit sein ein letztes Gespräch indem man noch mal in dieses ja
  407. doch vertraute wenn auch künstlich erzeugte Gesich das Gegenübers blicken kann dann noch mal ein paar Dinge einfach loswerden kann dass man einen
  408. versönnlichen Abschluss findet also denken Sie an das Beispiel aus Südkorea da war es ja letztenendes genauso es war ja auch eine einmalige Sache und man
  409. muss auch Fragen wird denn das digitale Weiterleben des anderen wirklich als ein Weiterleben verstanden auch von den nutzenden also geht es wirklich darum
  410. dass dieser Mensch wirklich am Leben gehalten wird und dass man auch eine Identität erkennt zwischen Avatar und Person also ist das wirklich immer das
  411. leitende Motiv und selbst wenn es so wäre dass man einen Menschen tatsächlich oder sagen wir viel mehr dass man tatsächlich etwas
  412. wieder haben möchte wäre trotzdem noch zu zu fragen was genau will man eigentlich wieder haben ich hat's ja schon angedeutet also geht es wirklich
  413. darum einen Menschen in seiner gesamten Komplexität quasi nachzubauen wiederz haben oder sind es nicht eher bestimmte Eigenschaften die Art und Weise wie
  414. dieser Mensch gesprochen hat geht's dann vielleicht auch eher so um smallt Unterhaltungen wo gar nicht so sehr die wirklichen Inhalt des Gespräches
  415. entscheidend sind sondern viel mehr die Art und Weise wie dieses Gespräch geführt wird man kann da noch ein bisschen weiter senieren und überlegen
  416. was wärenn mögliche Anwendungsbereiche die vielleicht auch eher ein ich sag mal in Anführungszeichen spielerischen Charakter haben also muss denn alles mit
  417. einer so enormen bedeutungsschwre aufgeladen werden ist es vielleicht auch einfach für den ein oder anderen versönlich wenn
  418. jetzt beispielsweise das kleine Kind die gute Nacht Geschichte mit der Stimme der Großmutter vorgelesen bekommt auch das gibt es mittlerweile würden vielleicht
  419. auch viele Sagen um Gottes Willen aber vielleicht findet das der ein oder andere ja doch äh ja versönhnlich oder hilfreich oder was auch immer und dann
  420. geht's vielleicht auch gar nicht immer nur um Trauerbewältigung also was ich damit sagen will es wäre wichtig einfach mal so ein bisschen den Blick zu öffnen
  421. was kann man von dieser Technik überhaupt erwarten und ist denn grundsätzlich alles problematisch oder gibt es nicht bestimmte Szenarien wo es
  422. vielleicht gar nicht so problematisch ist wie man vielleicht erstmal annehmen könnte bei alldem das muss ich Ihnen ja nicht erzählen muss man bedenken Trauer
  423. ist ein dynamischer Prozess der eben nicht linear verläuft sondern eben viele Wendungen aufweist das heißt einmal getroffene Entscheidungen können zu
  424. einem späteren Zeitpunkt revidiert werden und was ich z nächst als hilfreich erweist muss das nicht auf Dauer sein und mit der Trauer wandeln
  425. sich eben auch Einstellungen von Hinterbliebenen zu dem Verlust und damit auch verbundene Bedürfnisse nach adäquaten
  426. Interaktionsformen ich denke sämtliche bald mehr bald weniger begründete Vorbehalte gegenüber diesen Technologien ändern letztlich nichts daran dass sich
  427. weiterentwickeln werden dass sie aller Voraussicht nach auch in Zukunft noch an Verbreitung gewinnen werden noch scheint vieles davon Zukunftsmusik zu sein und
  428. in der Tat werden die aktuellen Möglichkeiten oftmals überschätzt das muss man auch sagen denn aktuell ist es so dass man wirklich noch enorm viele
  429. Daten bräuchte um die verhaltenskomplexität eines Menschen auch nur annähernd glaubhaft zu simulieren noch sind Avatare nicht dazu
  430. imstande auf sämtliche Fragen persönliche Antworten zu geben noch müssen weitere sozusagen neutrale Daten hinzugefüttert werden damit es auch nur
  431. ansatzweise so als Gefühl vermittelt einer echten Unterhaltung und noch lässt sich ein Avatar von seinem Original mehr oder minder zuverlässig
  432. unterscheiden all das könnte sich aber in Zukunft ändern denn neben dem technischen Wandel spielt hier auch der demografische Wandel mit hinein derzeit
  433. ist es noch so dass die überwiegende Mehrheit der ich verstorbenen Menschen den größten Teil ihres Lebens in einer Zeit vor dem Durchbruch des Internets
  434. als populäres Alltagsmedium verbrachte und umgekehrt ist der frühzeitige Tod von sogenannten Digital Natives dessen deren digitale Hinterlassenschaften ja
  435. wirklich auch dann eine postmortale Relevanz entfalten können noch ist das vergleichsweise selten wie aber verhält es sich in einer zukünftigen
  436. Gesellschaft die eines Tages nahezu vollständig aus Digital Natives besteht dass die Bezeichnung Digital Native eigentlich schon obsolet wird die nach
  437. dem Tod hinterlassenen digitalen Vermächtnisse würden dann nämlich auf einer mithin 7 a oder gar neun Jahrzehnten andauernden online
  438. Kommunikation beruhen was wiederum weitere Möglichkeiten für das digitale weiterleben mit sich bringen würde und vielleicht ist es auch einfach eine
  439. Frage der kulturellen Gewöhnung daran dass kopräsenz auch nun mal auch digital vermittelt werden kann das techn Anwendungen durchaus Emotionen
  440. regulieren können und dass Lebensverläufe digitale Manifestationen erhalten die über den Tod hinaus wirksam sind ich denke angesichts dieser
  441. Entwicklungspotenziale erscheint es um soo wichtiger sich nicht erst in Zukunft sondern bereits im Vorfeld Gedanken über ihre gesellschaftlichen kulturellen und
  442. ethischen Dimensionen zu machen vielen Dank [Applaus]