Das Wahlprogramm von Die Linke erklärt | Bundestagswahl 2025 MrWissen2go https://www.youtube.com/watch?v=4wFxhmbmC9s Transkript (automatisch erstellt) 0:00 In der Geschichte der wiedervereinten Bundesrepublik Deutschland ist es der Partei Die Linke und ihren Vorgängerorganisationen 0:05 noch nie gelungen, Teil einer Bundesregierung zu werden. Genau das möchte die Partei jetzt aber ändern. 0:11 Mit ihren Spitzenkandidaten Heidi Reichinnek und Jan van Aken will Die Linke nicht nur den Wieder- einzug in den Bundestag schaffen, 0:17 sondern sie will auch Regierungsverantwortung übernehmen ab der kommenden Legislaturperiode. 0:23 Wie eine Regierung unter der Beteiligung der Linken aussehen könnte, 0:26 welche Vorschläge sie in ihrem Wahlprogramm macht und wer Die Linke überhaupt ist. 0:30 Darum geht es hier in diesem Video und weitere Videos zu den Wahlprogrammen der größeren Parteien 0:35 findet ihr oben auf dem i verlinkt in einer Playlist. Schaut da gerne mal rein. 0:40 (Lockere Musik) Wenn man mehr zur Partei Die Linke wissen möchte, 0:49 kann man es sich ganz einfach machen. Man geht auf Wikipedia und gibt dort "Die Linke" im Suchfeld ein. 0:53 Und hat man das gemacht, dann erscheint eine Seite, auf der unter anderem steht Gründung 16. Juni 2007. 0:59 Und damit sind wir direkt fehlgeleitet. Es stimmt zwar, dass sich die Partei Die Linke erst 2007 gegründet hat. 1:05 Aber eigentlich gibt es sie schon viel länger, nur in zwei Teile gespalten. 1:09 Denn Die Linke ist ein Zusammenschluss aus den Parteien PDS und WASG. 1:13 Fangen wir mal an bei der PDS und gehen dafür zurück in das Jahr 1989. Deutschland ist damals zwar noch geteilt in die Bundesrepublik 1:21 und in die Deutsche Demokratische Republik. Aber es deutet sich an, die DDR ist am Ende. 1:26 Das merkt langsam auch die diktatorisch regierende Staatspartei SED. 1:30 Sie fasst im Dezember 1989 einen Beschluss und gründet sich mehr oder weniger neu. 1:34 Ab sofort stellt man keinen Alleinherrschungsanspruch mehr, sondern es gibt ein Bekenntnis zur Demokratie. 1:40 Und damit diese Erneuerung auch nach außen sichtbar wird, benennt sich die SED um. 1:45 Von diesem Moment an heißt sie Partei des Demokratischen Sozialismus, kurz PDS. 1:49 Wirklich viel Zuspruch bekommt die PDS allerdings nicht. Bei der ersten und einzigen demokratischen Wahl in der DDR 1:55 im März 1990 erhält sie nur 16,4 Prozent der Stimmen. Drittstärkste Kraft. 2:01 Und damit ein Ortswechsel. Westdeutschland im Jahr 2004. 2:04 Es gründet sich die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit, kurz WASG. 2:10 Zuerst als Verein, dann 2005 als Partei. Diese Gründung ist eine Protestreaktion auf die Politik, 2:16 die die damalige Kanzlerpartei SPD macht. Die WASG versteht sich als Partei, 2:20 die vor allem Arbeiterinnen und Arbeiter vertritt. Im ersten Jahr ihres Bestehens tritt die WASG 2:25 auch direkt bei der Bundestagswahl an. Und weil sie vor allem im Osten noch nicht so stark vertreten ist, 2:30 führt sie einen gemeinsamen Wahlkampf mit der PDS. Und jetzt gehen wir mal ein bisschen in den Schnelldurchlauf. 2:35 Die Wahl läuft für beide erfolgreich. Das Bündnis aus beiden Parteien kommt in den Bundestag. 2:39 Und im Juli 2007 beschließen dann sowohl die PDS als auch die WASG: Wir tun es zusammen und bilden ab sofort eine gemeinsame Partei. 2:47 Diese Partei heißt seitdem Die Linke. Und wofür steht Die Linke? 2:53 Die politische Einordnung ergibt sich schon aus dem Parteinamen Die Linke. 2:57 Sie ist also eine linke Partei. Und was das für ihre Politik konkret bedeutet, 3:01 das steht in ihrem Grundsatzprogramm. Dort heißt es in der Präambel, also in der Einleitung: 3:28 Demokratischer Sozialismus, das ist ein Begriff, der so auch im Grundsatzprogramm der SPD auftaucht. 3:33 Für Die Linke bedeutet das laut eigenem Grundsatzprogramm Folgendes: Diese Ziele will Die Linke in einem Prozess umsetzen, 3:56 an dessen Ende dann eben der demokratische Sozialismus steht. Und mit welchen politischen Maßnahmen soll das konkret passieren? 4:04 Was möchte die Partei für die Zeit nach der Bundestagswahl 2025? Schauen wir uns das mal ein bisschen genauer an 4:11 und gucken in das Wahlprogramm rein. Mit diesen Worten hat Die Linke ihr Wahlprogramm überschrieben. 4:18 Einerseits möchte Die Linke für eine Gesellschaft eintreten, in der Zitat ... 4:25 Andererseits fordert sie, dass Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen mehr von ihrem Lohn haben sollen. 4:30 Der Leitsatz dabei ist, so schreibt es Die Linke im Vorwort zu ihrem Wahlprogramm: 4:36 Sozial- und Wirtschaftspolitik gehören dabei zu den Schwerpunkten des Programms, aber auch das Thema Frieden spielt eine große Rolle. 4:42 Aber immer der Reihe nach. Wir starten, wie bei allen anderen Videos auch 4:46 mit erstens die Innenpolitik. Im Vorwort zu ihrem Wahlprogramm schreibt die Linke außerdem: 4:57 Und weil die Partei das so einschätzt, schlägt sie in ihrem Programm auch eine Reihe an Maßnahmen vor, 5:01 die sich auf genau diesen Punkt beziehen. Zum Beispiel eine Steuerreform. 5:05 Nach dem Willen der Linken sollen Einkommen ab 85.000 Euro pro Jahr künftig höher besteuert werden, nämlich mit 53 Prozent. 5:11 Bei Einkommen über 250.000 Euro jährlich fordert die Partei einen Steuersatz von 60 Prozent und ab einer Million Euro 75 Prozent. 5:20 Außerdem möchte Die Linke Kapitalerträge behandeln, die Einkommen und die Vermögensteuer wieder einführen. 5:25 Die Linke erhofft sich dadurch zusätzliche Einnahmen für den Staat, die dann auf der anderen Seite wiederum eingesetzt werden sollen, 5:32 um Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen zu entlasten. Die Partei führt auch immer wieder auf, 5:36 wie viel Geld das jeweils für den Staat einbringen würde. Gelingen soll das unter anderem durch das Streichen der Mehrwertsteuer 5:42 auf Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte und auch Tickets für den Bus und für die Bahn. 5:46 Um zu verhindern, dass die Konzerne das nutzen, um die Preise zu erhöhen, will Die Linke eine Preisaufsicht schaffen. 5:52 Und diese Behörde soll überwachen, wie sich der Markt verhält und gegebenenfalls eingreifen. 5:56 Auch wenn es um die Kosten für Energie geht. Das spielt noch mal eine besonders große Rolle 6:01 im Wahlprogramm der Linken. Auch die Mieten sind für Die Linke ein wichtiger Bereich. 6:05 Mit einem bundesweiten Mietendeckel und weiteren Maßnahmen sollen die Mietpreise nicht nur nicht weiter steigen in Deutschland, 6:11 sondern teilweise auch sinken. Bundesweit will die Partei Mieterhöhungen 6:14 für die kommenden sechs Jahre verbieten. Außerdem sollen Immobilienkonzerne, 6:18 die mehr als 3.000 Wohnungen besitzen, enteignet werden. Entschädigungen soll es dabei nur für Kleinaktionäre geben, 6:24 auch unter Marktwert. Und noch etwas gehört für Die Linke dazu, um etwas gegen die, 6:28 wie sie es nennt, Inflation der Ungleichheit zu unternehmen. Die Löhne in Deutschland sollen steigen, 6:33 unter anderem der Mindestlohn noch in diesem Jahr auf 15 Euro, auch für Jugendliche. 6:37 Das Kindergeld soll erhöht werden. Die Linke fordert außerdem, dass nach Geburten 6:41 der Partner oder die Partnerin für bis zu 28 Tage in bezahlten Elternschutz gehen kann. 6:46 Und auch das Thema Bildung nimmt im Wahlprogramm der Linken viel Platz ein. 6:49 Die Partei fordert, dass es künftig in Deutschland nur noch eine Schule für alle geben soll. 6:54 Also kein Gymnasium mehr, keine Realschule und so weiter, keine anderen Schulformen. 6:58 Und außerdem soll das BAföG im Studium oder in der Ausbildung allen offen stehen und nicht am Gehalt der Eltern orientiert sein. 7:06 Wer in Rente gehen will, der soll das schon ab einem Alter von 60 Jahren und 40 Beitragsjahren machen können. 7:12 Die Regelaltersgrenze soll bei 65 Jahren liegen. Die Renten sollen steigen und das insbesondere im Osten Deutschlands, 7:18 dem Die Linke in ihrem Programm ein komplettes Kapitel widmet. Und damit zu unserem nächsten Kapitel, 7:23 nämlich zweitens: die Wirtschaft und das Klima. Ein zentraler Punkt im Wahlprogramm der Linken ist, 7:29 dass Unternehmen mehr von ihren Gewinnen abgeben sollen als bisher. Vor allem, wenn es um die Steuern geht. 7:35 Die Körperschaftssteuer, das ist, wenn man so will, die Einkommensteuer für Unternehmen, soll auf 25 Prozent erhöht werden. 7:42 Außerdem will die Partei die Gewerbesteuer überarbeiten. Um in die Infrastruktur zu investieren, 7:47 ja nicht ganz unwichtig für die Wirtschaft, will Die Linke die Schuldenbremse abschaffen. 7:52 Generell sieht sich die Partei mehr auf der Seite der Arbeitnehmer als auf der der Arbeitgeber. 7:56 Die sollten in einigen Bereichen Zugeständnisse machen müssen, fordert Die Linke. 8:00 Zum Beispiel, wenn es um Arbeitszeiten geht. Zitat aus dem Wahlprogramm: 8:20 Neben der Stärkung von Rechten für Arbeitnehmer, ist, wenn es um die Wirtschaft geht, 8:24 für Die Linke vor allem noch eine Sache sehr wichtig. Die Partei möchte einen Zitat: 8:30 Konkret heißt es dazu im Wahlprogramm: Das heißt, Die Linke will die Wirtschaft in Deutschland, 9:01 wie sie es schreibt, klimagerecht machen. Der Umwelt- und Klimaschutz soll künftig zentral sein, 9:05 womit wir auch direkt bei diesem Thema wären. Damit der Industrieumbau gelingt, 9:09 fordert Die Linke einen Investitionsfonds in Höhe von 200 Milliarden Euro, 9:14 mit dem vor allem Innovationen gefördert werden sollen. Genannt werden zum Beispiel 9:17 neue Batterietechnologien und Energiespeicher. Das Geld soll aber immer an Bedingungen geknüpft sein, 9:23 wie den langfristigen Erhalt von Arbeitsplätzen und Verpflichtungen, den Standort nicht zu wechseln. 9:28 Generell sieht Die Linke es als wichtig an, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, auch im Privaten. 9:33 Das soll aber nicht dazu führen, dass ärmere Menschen hohe Kosten hätten. Im Gegenteil, heißt es im Wahlprogramm: 9:58 So schreibt es die Partei in ihrem Wahlprogramm. Und damit zu drittens: Migration. 10:03 Während einige andere Parteien sich für eine Verschärfung des deutschen und des europäischen Asylrechts einsetzen, 10:08 schreibt Die Linke in ihrem Wahlprogramm: Für die Partei steht fest, wie sie schreibt: 10:18 Deshalb fordert sie mehr Geld für eine Willkommenskultur, eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis 10:24 ab dem ersten Tag für Flüchtlinge und ein Ende von Abschiebungen. Außerdem fordert Die Linke in ihrem Wahlprogramm, 10:29 dass es künftig ein Bundesministerium für Migration und Partizipation geben soll, bei dem alles, 10:35 was mit Einwanderung zu tun hat, zusammenkommt. Mutmaßlich dort angegliedert wäre dann auch 10:40 der Beauftragte für muslimisches Leben in Deutschland, den Die Linke sich wünscht. 10:44 Wer ein Visum für Deutschland haben möchte, soll das künftig einfacher bekommen als bisher, 10:49 vor allem wenn es um das Arbeiten geht. Genauso wie Aufenthalts- und generell Arbeitserlaubnisse. 10:54 Wer langfristig in Deutschland lebt, soll das Wahlrecht erhalten. Und alle Kinder, die hier bei uns geboren werden, 10:59 sollen automatisch deutsche Staatsbürger sein, unabhängig von der Staatsbürgerschaft der Eltern. 11:04 So fordert es Die Linke in ihrem Wahlprogramm. Jetzt zum letzten Punkt, nämlich viertens: 11:10 Außen- und Sicherheitspolitik. Ihre Vorstellungen von Politik bezieht Die Linke 11:15 nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf Europa, genauer gesagt auf die Europäische Union. 11:19 Im Wahlprogramm heißt es dazu: Die Militarisierung Europas stoppen, damit meint Die Linke vor allem, 11:41 dass in Deutschland und darüber hinaus abgerüstet werden soll. Den Krieg Russlands gegen die Ukraine 11:46 verurteilt Die Linke zwar in ihrem Wahlprogramm, fordert aber gleichzeitig, 11:49 dass es statt weiterer Waffenlieferungen an die Ukraine eine "Friedensinitiative" geben solle, 11:54 unter anderem zusammen mit China. Sanktionen gegen Russland 11:57 lehnt die Partei zwar nicht grundsätzlich ab, wünscht sich aber einen anderen Schwerpunkt, 12:01 der vor allem auf einzelne Personen ausgerichtet ist. Was die Bundeswehr angeht, 12:05 will Die Linke generell keine Einsätze mehr im Ausland. Außerdem sollen Rüstungsexporte aus Deutschland 12:10 generell verboten werden. Und die Partei spricht sich nicht nur 12:14 gegen eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht aus, sondern auch dagegen, dass an Schulen und Universitäten 12:19 für den Wehrdienst geworben werden darf. "Werben fürs Sterben" nennt Die Linke das. 12:25 So viel zu den wesentlichen Punkten aus dem Wahlprogramm der Linken. Natürlich steht da aber noch viel mehr drin. 12:30 Wenn euch das interessiert, dann gilt auch hier: Schaut einfach in die Infobox, dort findet ihr einen Link, 12:35 übrigens auch wie immer zum Grundsatzprogramm der Partei. Und bitte im Hinterkopf haben: 12:39 Wahlprogramme sind auch ein wichtiger Teil von Wahlwerbung. Versprechen können die Parteien viel, 12:45 aber was am Ende davon eingehalten wird, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. 12:49 Die Wahlprogramme der anderen größeren Parteien werden nach und nach hier auf dem Kanal folgen. 12:53 Dabei gilt für uns das Prinzip der sogenannten abgestuften Chancengleichheit. 12:57 Zu dem hab ich euch auch unten in der Infobox etwas verlinkt. Da könnt ihr euch darüber informieren. 13:02 Wenn ihr die anderen Videos nicht verpassen wollt, dann abonniert diesen Kanal hier einfach 13:06 und schaut auch in die Playlist zur Bundestagswahl 2025 rein. Die ist hier neben mir verlinkt. 13:12 Außerdem empfehle ich euch den Kanal der Kollegen von "DIE DA OBEN!", darunter verlinkt. 13:16 "DIE DA OBEN!" beschäftigen sich auch ausführlich mit der Bundestagswahl 2025. 13:20 Ich sage danke fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.