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Neuer Einfluss auf den Goldpreis? Wie Algorithmen den Markt antreiben | philoro FAKTENCHECK
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 51 Zeilen
- Für uns bei philoro ist der Handel mit Gold und anderen Edelmetallen eine sehr persönliche Angelegenheit.
- Wir mögen unsere Kunden. Der Handel mit Gold kann aber auch nur aus Einsen und Nullen bestehen,
- wenn er von Computern und Algorithmen betrieben wird. Algorithmischer Handel
- treibt den Goldpreis an, lautete eine Schlagzeile vor ein paar Wochen. Wir wollen uns heute anschauen, was algorithmischer Handel überhaupt ist
- und ob jetzt die Cyborgs den Markt übernehmen. Das ist philoro TV.
- Ich bin Joachim Brandl. Schön, dass Sie wieder mit dabei sind.
- Die Goldrally der letzten Monate hat zu vielen Analysen
- und Spekulationen über die Ursachen geführt. Letztendlich waren sich die meisten Beobachter einig, dass eine Kombination
- aus erhöhter Nachfrage der Zentralbanken, Erwartung der Zinswende und geopolitische Unsicherheit den Preis zu immer neuen Rekorden getrieben hat.
- Und dann war in einem Bericht noch von einer anderen Erklärung die Rede, dass der algorithmische Handel Gold angeschoben habe - war da zu lesen.
- Interessant, habe ich mir gedacht und hab mir das genauer angeschaut. Lassen Sie mich
- zuerst kurz erklären, was algorithmischer Handel eigentlich ist. Denn so wie auf diesem Bild läuft es natürlich nicht ab.
- Unter algorithmischem oder automatisierten Handel versteht man den Handel von Wertpapieren durch Computerprogramme.
- Wikipedia erklärt es so. Algorithmen entscheiden
- automatisch über die Ausführung und die Parameter eines Auftrages. Eine eindeutige Definition gibt es demnach allerdings noch nicht.
- Ein Algorithmus berücksichtigt dabei verschiedene Parameter wie Preisbewegungen oder Volumen und identifiziert mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte.
- Wenn der Algorithmus gut funktioniert, kann das auch zu einem völlig automatischen Trading System führen.
- Und das ist vor allem eines: schnell. Der Computer kann innerhalb von Sekundenbruchteilen
- entscheiden, ob ein Trade stattfinden soll oder nicht und dies noch durchführen. Hier spricht man dann von High Frequency Trading.
- Geschwindigkeit ist damit auch ein Hauptargument der Befürworter von Algo Trading Und die überzeugt immer mehr Händler und Marktteilnehmer.
- Im Aktienhandel in den USA und Europa liegt der Anteil des algorithmische Handels inzwischen bei über 60 %.
- Was jetzt kommt, mag keiner. Aber ich halte mich ganz kurz.
- Abonnieren Sie uns. Danke.
- Wie hoch der Anteil an algorithmischen Handel am Goldmarkt ist, lässt sich im Gegensatz dazu
- nur sehr schwer sagen. Es gibt keine verlässlichen Zahlen,
- vor allem, weil ein großer Teil des Goldhandels außerhalb der Börsen stattfindet,
- zum Beispiel am London bullion market, aber auch rein physisch wie in ihrer philoro Filiale.
- Es gibt aber Schätzungen, die auf Umfragen oder begrenzten Daten basieren und die sagen, dass der algorithmische
- Handel im Rohstoffbereich zwischen 30 und 50 % liegt. Gold und Edelmetalle sind hier natürlich eingeschlossen.
- Und dieser Wert, der Anteil am algorithmischen Handel, soll im Steigen begriffen sein.
- Die Meldung scheint ein bisschen darauf abzuzielen, eine gewisse Unsicherheit zu erzeugen
- in der Art von: Die Maschinen übernehmen das Gold. Aber die Frage, ob das gut oder schlecht ist, will ich hier gar nicht beantworten.
- Es geht nur darum, wie sich das auf den Goldmarkt und den Goldpreis auswirken kann.
- Ein Algorithmus kann im Prinzip zwei Dinge tun. Er kann längerfristige Strategien verfolgen
- und dem Momentum des Marktes folgen. Wenn ein Algorithmus in den letzten Monaten, also auf Gold angesprungen ist,
- weil er Gewinne gewittert hat, dann hat er im Prinzip dasselbe getan wie seine menschlichen Counterparts.
- Oder er kann aufgrund kleinster Preissprünge Trades abschließen, um viele kleine Minigewinne einzufahren.
- Beides kann und macht auch ein menschlicher Anleger. Der große Unterschied:
- Wenn man es auf das schnelle Geld abgesehen hat, wird der Computer immer schneller sein.
- Und hier finden wir auch eine der größten Auswirkungen von automatisiertem Handel. Durch die hohe Frequenz, in der auf kleine Bewegungen reagiert wird,
- wird der Kurs viel volatiler. Es geht schließlich immer nur um den kurzfristigen Gewinn.
- Sobald der Kurs einen gewissen Wert erreicht, werden Gewinne realisiert. Sobald der Kurs dann wieder fällt, ergibt sich eine Kaufgelegenheit.
- Beweise dafür, dass automatisierter Handel die Rally mit angetrieben hat, finden sich in dem anfangs erwähnten Artikel allerdings nicht.
- Dafür ein Argument, das eher dagegen spricht. Wenn die Algorithmen nämlich den Preis
- getrieben hätten, dann würden wir auch irgendwann eine Gegenbewegung erleben,
- eine plötzliche Umkehr, weil die Systeme dann Gewinne einfahren würden. Der Preis würde fallen und mehr Systeme würden Gewinne einfahren wollen.
- Und genau das ist nicht passiert. Der Goldpreis legt zwar immer wieder Pausen ein, die Richtung bleibt
- aber dieselbe. Das könnte daran liegen, dass den Computern eines fehlt: die Emotion
- und damit der gesamte geopolitische Aspekt der Preisgestaltung. Wie die Menschen sich fühlen, das kann eben noch kein Algorithmus abbilden.
- Mich interessiert Ihre Meinung. Glauben Sie, dass die Märkte nach und nach von den Computern übernommen werden?
- Schreiben Sie uns hier unter dem Video oder per Mail an [email protected] und ich sage wie immer Danke fürs Zuschauen und bis bald.