Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Neuer Einfluss auf den Goldpreis? Wie Algorithmen den Markt antreiben | philoro FAKTENCHECK

philoro5:08 1.953 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 51 Zeilen
Herunterladen
  1. Für uns bei philoro ist der Handel mit Gold und anderen Edelmetallen eine sehr persönliche Angelegenheit.
  2. Wir mögen unsere Kunden. Der Handel mit Gold kann aber auch nur aus Einsen und Nullen bestehen,
  3. wenn er von Computern und Algorithmen betrieben wird. Algorithmischer Handel
  4. treibt den Goldpreis an, lautete eine Schlagzeile vor ein paar Wochen. Wir wollen uns heute anschauen, was algorithmischer Handel überhaupt ist
  5. und ob jetzt die Cyborgs den Markt übernehmen. Das ist philoro TV.
  6. Ich bin Joachim Brandl. Schön, dass Sie wieder mit dabei sind.
  7. Die Goldrally der letzten Monate hat zu vielen Analysen
  8. und Spekulationen über die Ursachen geführt. Letztendlich waren sich die meisten Beobachter einig, dass eine Kombination
  9. aus erhöhter Nachfrage der Zentralbanken, Erwartung der Zinswende und geopolitische Unsicherheit den Preis zu immer neuen Rekorden getrieben hat.
  10. Und dann war in einem Bericht noch von einer anderen Erklärung die Rede, dass der algorithmische Handel Gold angeschoben habe - war da zu lesen.
  11. Interessant, habe ich mir gedacht und hab mir das genauer angeschaut. Lassen Sie mich
  12. zuerst kurz erklären, was algorithmischer Handel eigentlich ist. Denn so wie auf diesem Bild läuft es natürlich nicht ab.
  13. Unter algorithmischem oder automatisierten Handel versteht man den Handel von Wertpapieren durch Computerprogramme.
  14. Wikipedia erklärt es so. Algorithmen entscheiden
  15. automatisch über die Ausführung und die Parameter eines Auftrages. Eine eindeutige Definition gibt es demnach allerdings noch nicht.
  16. Ein Algorithmus berücksichtigt dabei verschiedene Parameter wie Preisbewegungen oder Volumen und identifiziert mögliche Einstiegs- und Ausstiegspunkte.
  17. Wenn der Algorithmus gut funktioniert, kann das auch zu einem völlig automatischen Trading System führen.
  18. Und das ist vor allem eines: schnell. Der Computer kann innerhalb von Sekundenbruchteilen
  19. entscheiden, ob ein Trade stattfinden soll oder nicht und dies noch durchführen. Hier spricht man dann von High Frequency Trading.
  20. Geschwindigkeit ist damit auch ein Hauptargument der Befürworter von Algo Trading Und die überzeugt immer mehr Händler und Marktteilnehmer.
  21. Im Aktienhandel in den USA und Europa liegt der Anteil des algorithmische Handels inzwischen bei über 60 %.
  22. Was jetzt kommt, mag keiner. Aber ich halte mich ganz kurz.
  23. Abonnieren Sie uns. Danke.
  24. Wie hoch der Anteil an algorithmischen Handel am Goldmarkt ist, lässt sich im Gegensatz dazu
  25. nur sehr schwer sagen. Es gibt keine verlässlichen Zahlen,
  26. vor allem, weil ein großer Teil des Goldhandels außerhalb der Börsen stattfindet,
  27. zum Beispiel am London bullion market, aber auch rein physisch wie in ihrer philoro Filiale.
  28. Es gibt aber Schätzungen, die auf Umfragen oder begrenzten Daten basieren und die sagen, dass der algorithmische
  29. Handel im Rohstoffbereich zwischen 30 und 50 % liegt. Gold und Edelmetalle sind hier natürlich eingeschlossen.
  30. Und dieser Wert, der Anteil am algorithmischen Handel, soll im Steigen begriffen sein.
  31. Die Meldung scheint ein bisschen darauf abzuzielen, eine gewisse Unsicherheit zu erzeugen
  32. in der Art von: Die Maschinen übernehmen das Gold. Aber die Frage, ob das gut oder schlecht ist, will ich hier gar nicht beantworten.
  33. Es geht nur darum, wie sich das auf den Goldmarkt und den Goldpreis auswirken kann.
  34. Ein Algorithmus kann im Prinzip zwei Dinge tun. Er kann längerfristige Strategien verfolgen
  35. und dem Momentum des Marktes folgen. Wenn ein Algorithmus in den letzten Monaten, also auf Gold angesprungen ist,
  36. weil er Gewinne gewittert hat, dann hat er im Prinzip dasselbe getan wie seine menschlichen Counterparts.
  37. Oder er kann aufgrund kleinster Preissprünge Trades abschließen, um viele kleine Minigewinne einzufahren.
  38. Beides kann und macht auch ein menschlicher Anleger. Der große Unterschied:
  39. Wenn man es auf das schnelle Geld abgesehen hat, wird der Computer immer schneller sein.
  40. Und hier finden wir auch eine der größten Auswirkungen von automatisiertem Handel. Durch die hohe Frequenz, in der auf kleine Bewegungen reagiert wird,
  41. wird der Kurs viel volatiler. Es geht schließlich immer nur um den kurzfristigen Gewinn.
  42. Sobald der Kurs einen gewissen Wert erreicht, werden Gewinne realisiert. Sobald der Kurs dann wieder fällt, ergibt sich eine Kaufgelegenheit.
  43. Beweise dafür, dass automatisierter Handel die Rally mit angetrieben hat, finden sich in dem anfangs erwähnten Artikel allerdings nicht.
  44. Dafür ein Argument, das eher dagegen spricht. Wenn die Algorithmen nämlich den Preis
  45. getrieben hätten, dann würden wir auch irgendwann eine Gegenbewegung erleben,
  46. eine plötzliche Umkehr, weil die Systeme dann Gewinne einfahren würden. Der Preis würde fallen und mehr Systeme würden Gewinne einfahren wollen.
  47. Und genau das ist nicht passiert. Der Goldpreis legt zwar immer wieder Pausen ein, die Richtung bleibt
  48. aber dieselbe. Das könnte daran liegen, dass den Computern eines fehlt: die Emotion
  49. und damit der gesamte geopolitische Aspekt der Preisgestaltung. Wie die Menschen sich fühlen, das kann eben noch kein Algorithmus abbilden.
  50. Mich interessiert Ihre Meinung. Glauben Sie, dass die Märkte nach und nach von den Computern übernommen werden?
  51. Schreiben Sie uns hier unter dem Video oder per Mail an [email protected] und ich sage wie immer Danke fürs Zuschauen und bis bald.