Widerstand im Nationalsozialismus | Geschichte MrWissen2go Geschichte | Terra X https://www.youtube.com/watch?v=2c76U3q9joU Transkript (automatisch erstellt) 0:00 . Heute beschäftigen wir uns 0:01 mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Und was das heute mit uns zu tun hat. Los geht's. 0:09 Ich hab euch in anderen Videos zum Nationalsozialismus schon erklärt, dass die Nazis auch sehr viel Unterstützung 0:15 aus der deutschen Bevölkerung erfahren. Es ist aber nicht so, dass alle Deutschen mit den Ideen und Taten 0:20 der Nationalsozialisten einverstanden waren. Als die NSDAP 1933 an die Macht kommt, 0:25 fängt sie systematisch an, ihre Macht zu sichern und terrorisiert Juden, aber auch politische Gegner. 0:31 Ich hab dazu ein Video gemacht, das ihr sehen könnt, wenn ihr auf das "i" klickt. 0:35 Das harte Vorgehen zeigt schnell Wirkung. Wer kann, der verlässt das Land. 0:40 Wer nicht weggehen kann, ist sehr vorsichtig, denn die Nazis schüchtern ein, sie prügeln, sie morden, nehmen fest 0:47 oder stecken Menschen ins Konzentrationslager. Es ist auch schwer für die Menschen, 0:51 die gegen die Nationalsozialisten sind, weil die übergroße Mehrzahl ihrer Mitbürger sich ja 0:56 schon bald mit den neuen Machthabern arrangiert oder sogar mitmacht. Bald können Hitler nur noch zwei Gruppen gefährlich werden: 1:03 die parteiinternen Konkurrenten und das Militär, die Reichswehr. Die parteiinterne Konkurrenz 1:10 schaltet der neue Reichskanzler schnell aus. Schaut euch mein Video zum Röhm-Putsch an, 1:15 das ich oben verlinkt hab. Bei der Aktion schafft er es auch, das Militär ins Boot zu holen. 1:20 Denn mit der Ausschaltung Röhms und seiner Gefolgsleute macht die SA der Reichswehr keine Konkurrenz mehr. 1:25 Die Reichswehr wird derweil weiter aufgerüstet. Dadurch gewinnt sie weiter an Macht und Ansehen. 1:31 Hitler macht sich mit der Aufrüstung und seiner Taktik zur Revision des Versailler Vertrags 1:36 bei der Reichswehr beliebt. Als Hitler nach Hindenburgs Tod die gesamte Macht übernimmt, 1:41 wird die Reichswehr sogar auf ihn persönlich vereidigt. Damit hat Hitler auch das Militär unter seiner Kontrolle. 1:48 Im März 1935 wird die Reichswehr in Wehrmacht umbenannt und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. 1:56 Hitler bereitet den Krieg vor. Mehr zu Hitlers Außenpolitik erfahrt ihr, wenn ihr auf das "i" klickt. 2:03 Aber nicht alle wollen den Kriegskurs mitmachen. Der Generalstabschef des Heeres, Ludwig Beck, 2:08 tritt im Sommer 1938 von seinem Posten zurück, weil Hitler seiner Meinung nach auf einen Krieg hinarbeitet. 2:15 Stimmt ja auch. Beck ist zwar weg, aber es gibt einen kleinen Kreis von Offizieren 2:20 in der obersten Führung des Heeres, die Hitler stürzen wollen, wenn er wegen der Sudeten-Krise einen Krieg auslöst. 2:27 Aber die Angelegenheit wird mit dem Münchner Abkommen friedlich oder besser gesagt ohne Krieg geregelt. 2:33 Das Ansehen der Regierung steigt. So finden die potentiellen Verschwörer keinen Weg, 2:38 gegen einen in der Bevölkerung so beliebten Regierungschef vorzugehen. Auch der Krieg, den Hitler mit dem Überfall auf Polen am 1.09.1939 2:46 vom Zaun bricht, läuft anfangs ja sehr gut. Aus Sicht der Wehrmacht gesehen. Ein Blitzkrieg nach dem anderen. 2:53 Hitler wird unglaublich populär, also beliebt beim Volk. Als Hitler den Krieg gegen die Sowjetunion befiehlt, 2:59 kommen einigen Offizieren wieder Zweifel. Tatsächlich wegen der Art des Krieges. 3:04 Es handelt sich ja um einen Vernichtungskrieg. Dazu könnt ihr euch dieses Video hier oben anschauen. 3:09 Oberst Henning von Tresckow ist geschockt von dieser Art der Kriegsführung. 3:13 Er ist schon lange ein Gegner der Nazis. Im Herbst 1941 nimmt er Kontakt 3:19 zur Gruppe um den zurückgetretenen Beck auf und wird Teil des militärischen Widerstandes. 3:23 Seit 1942 will er ein Attentat auf Hitler verüben. Zwei Versuche scheitern. 3:29 Im Frühjahr 1943 lernt er dann den damaligen Oberstleutnant Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen. 3:36 Die beiden schmieden einen Plan. Die Nazis haben Angst vor Aufständen, 3:41 etwa von Zwangsarbeitern im Deutschen Reich. Deswegen gibt es Pläne, wie das Ersatzheer 3:46 im Falle eines Falles die Regierung sichern und einen Aufstand niederschlagen kann. 3:50 Das Ersatzheer ist ein Teil der Wehrmacht, der innerhalb der Reichsgrenzen stationiert ist. 3:56 Tresckow und Stauffenberg verändern diese Pläne so, dass das Ersatzheer die wichtigen Befehlshaber von SS, 4:02 Gestapo und NSDAP verhaften würde, sobald es aktiviert ist. Der Plan heißt Operation Walküre. 4:10 Die Verschwörer fürchten, dass das Volk aufgrund der Verehrung, die Hitler genießt, beim Putsch nicht mitziehen würde. 4:17 Deshalb wollen sie alles umdrehen und es so aussehen lassen, als hätten SS- und Hitler-Gegner 4:23 innerhalb der Nazis den Führer gestürzt. Als direkte Folge des Putsches würde dann eine Militärdiktatur 4:31 in Deutschland errichtet. Wie es weitergehen soll, 4:34 darüber sind sich die Verschwörer nicht wirklich einig. Denn nur weil sie Feinde Hitlers sind, heißt das nicht, 4:39 dass die Verschwörer lupenreine Demokraten sind. Aus heutiger Sicht haben auch Mitglieder 4:44 dieses militärischen Widerstandes gegen Hitler und die NS-Herrschaft bedenkliche politische Ansichten. 4:50 Es geht auch nicht allen darum, Völkermord zu verhindern. Manche erkennen einfach, dass Deutschland den Krieg verlieren wird 4:56 und hoffen, dass man nach dem Sturz Hitlers mit einem blauen Auge davon kommt. 5:00 Wie auch immer, um den Walküre-Befehl auslösen zu können und den Putsch zu starten, muss Hitler getötet werden. 5:07 Ab dem Frühjahr 1943 versuchen also die Widerständler, Hitler umzubringen. Endlich haben sie den Mut dazu gefunden. 5:14 Aber wie so oft hat Hitler wieder Glück und die Attentate scheitern. 5:19 Am 20. Juli 1944 platziert Stauffenberg persönlich eine Bombe im Führerhauptquartier, 5:27 um Hitler in die Luft zu sprengen. Hitler wird nur leicht verletzt. Davon aber wissen die Verschwörer erst einmal nichts. 5:34 Stauffenberg ist sicher: Der Führer ist tot. Aber schnell weiß man in Berlin, dass das nicht stimmt. 5:42 Die Verschwörer sind unsicher. Viele, die wichtig für die Umsetzung des Plans nach dem Attentat sind, 5:47 handeln aufgrund dieser Unsicherheit nicht. So scheitert der Umsturzversuch, und die Verschwörer fliegen auf. 5:54 Mehr als 200 Leute werden als Mitverschwörer vom Nazi-Regime umgebracht. 5:59 Der 20. Juli 1944 ist ein bekannter Versuch, Hitlers Herrschaft zu beenden. 6:05 Die Geschichte des Attentats wurde mehrfach verfilmt. Es gibt auch rein zivile Kreise, 6:11 also Menschen, die nicht im Militär sind, die gegen den Führer Widerstand leisteten. 6:16 Einige Verschwörerkreise werden von der Gestapo, der geheimen Staatspolizei, enttarnt. 6:21 Ein beeindruckendes Beispiel für Widerstand gegen ein unmenschliches Regime ist die Gruppe Weiße Rose. 6:27 Vielleicht habt ihr schon mal von Sophie Scholl gehört. Ich hab über sie und die Weiße Rose 6:31 in meinem Video über die Jugend im Nationalsozialismus gesprochen. Klickt oben auf das "i". 6:36 Den Kern der Weißen Rose bilden fünf Studierende und ein Professor aus München. Sie beschließen Mitte 1942, 6:42 gegen den Nationalsozialismus vorzugehen. Sie drucken Flugblätter 6:46 und verteilen sie in der Gegend zwischen München und Wien. In den Flugblättern fordern sie zum Sturz der Regierung auf. 6:53 Sie werben für den passiven Widerstand. Sie zeigen den Lesern ganz klar, 6:57 warum das Nazi-Regime böse ist und man es bekämpfen muss. Sie lassen keine Entschuldigung gelten und appellieren an die Leser: 7:23 Lest die Texte der Flugblätter mal nach, wenn ihr wollt. In der Infobox sind sie verlinkt, 7:28 die Bundeszentrale für politische Bildung hat sie gesammelt. Die Gruppe Weiße Rose und ihre Unterstützer 7:34 haben selbst keine Macht, keine Waffen, aber sie werfen sich den Nazis entgegen. 7:39 Diesen ungleichen Kampf verkörpert besonders Sophie Scholl. Sie ist 21 Jahre alt, als sie am 18.02.1943 dabei entdeckt wird, 7:47 wie sie Flugblätter an der Uni München verteilt. Nach einer Verhandlung vor dem Volksgerichtshof 7:53 wird sie mit ihrem Bruder Hans Scholl und einem weitere Mitglied der Weißen Rose, 7:57 Christoph Probst, hingerichtet. Diese jungen Leute gelten als mutige Helden und Vorbilder. 8:03 Und ja, es gibt immer wieder kleinere oder größere Gruppen, die Widerstand leisten. 8:08 Einer der ersten, der versuchte, Hitler zu töten, ist Georg Elser, Ein Handwerker. 8:13 Er platzierte am 8. November 1939 eine Bombe im Münchner Bürgerbräukeller. 8:18 Durch Zufall entgeht Hitler dem Tod, er verlässt diesen Ort nämlich 13 Minuten früher. 8:23 Weil das Wetter schlecht war und er mit dem Zug nach Hause gereist ist anstatt mit dem Flieger. 8:28 Es gab auch Menschen, die sich ganz anders widersetzten. Bekannt ist die Geschichte von Oscar Schindler, 8:34 der ca.1000 jüdische Zwangsarbeiter vor dem Tod rettete. Vielleicht habt ihr seinen Namen schon mal gehört. 8:39 Der Film "Schindlers Liste" erzählt die Geschichte von Schindler und die der Menschen, die er rettete. 8:45 Auch Wehrmachtsoffiziere retteten im Stillen Menschen. Einige 1000 deutsche Bürger, so schätzt die Forschung, 8:52 haben Hitler und seinen Schergen aktiv Widerstand geleistet. Man muss aber sagen, das waren im Vergleich mit denen, 8:59 die echte Täter oder auch nur Mitläufer waren, sehr wenige. Wenn ihr noch Fragen zu diesem Thema habt 9:05 oder zu anderen Themen rund um den Nationalsozialismus, postet die gern in den Kommentaren. 9:10 Mich würde interessieren, wie schätzt ihr euch selbst ein? Hättet ihr euch damals getraut, Widerstand zu leisten? 9:18 Oder sagt ihr: Nee, das wäre mir viel zu gefährlich gewesen. Das ist eine spannende Diskussion und ich weiß nicht, 9:23 wie ich mich verhalten hätte, denn es sagt sich einfach: Ja, ich hätte was dagegen unternommen. 9:28 Aber man hat sein Leben riskiert. Schwierige Sache. Was meint ihr? Schreibt's gerne unten hin, Fragen gerne auch. 9:34 Wenn ihr kein Video verpassen wollt, abonniert uns einfach. Danke dafür und bis zum nächsten Mal.