Vollständiger/Vollkommener Wettbewerb - Volkswirtschaftslehre (veraltet) Wirtschaft - simpleclub https://www.youtube.com/watch?v=-fZA4RuQzz0 Transkript (automatisch erstellt) 0:01 Mooooiiiiin Leute, Wir gehen mal von einer vereinfachten Sache aus: 0:04 Ihr habt bock auf Vodka und jeder Vodka ist gleich! Er sieht gleich aus, schmeckt gleich, riecht gleich, sorgt für die gleichen Kopfschmerzen. Es gibt also keinen Unterschied zwischen jeder 0:12 Vodka-Sorte! Vodka ist also homogen. Ganz easy! Ihr fragt euch aber, wo ihr den Vodka kaufen sollt, da der Vodka doch überall gleich ist 0:24 und 1.726.341 Verkäufer ihn anbieten! Wenn das nämlich der Fall ist, seid ihr Mitwirkende im vollständigen Markt! 0:31 Ganz so einfach ist es dann doch nicht! Es müssen natürlich noch andere Faktoren gelten, damit ein vollständiger Wettbewerb vorliegt! 0:37 Allgemein gesagt liegt der vollständige Wettbewerb dann vor, wenn der Markt transparent ist und es genügend Marktteilnehmer gibt, welche anbieten bzw. nachfragen. 0:47 Kurz gesagt gibt es auf einem Markt viele Käufer, die ein bestimmtes Gut nachfragen und viele Verkäufer, die das bestimmte Gut anbieten, wobei kein einzelner Verkäufer 0:56 einen signifikanten Einfluss auf den Marktpreis hat. Gibt es viele Verkäufer, ist der Wettbewerb riesig und man hat kaum Möglichkeiten, auf 1:03 den Markt einzuwirken, mal abgesehen davon, dass man sich selbst um den Erfolg bringen kann, wenn man teurer als die Konkurrenz ist. Bietet man günstiger als die Konkurrenz an, 1:12 dann kann es wohl sein, dass man mehr Käuferinnen und Käufer ansprechen kann, aber unterm Strich iz ohne Moos nix los! 1:17 Das Modell des vollständigen Wettbewerbs oder auch vollkommener Wettbewerb bzw. vollständige Konkurrenz und ach weiß Gott was es noch für Begriffe dafür gibt, ist durch verschiedene 1:28 Annahmen charakterisiert: Zum einen Homogenität: Das gehandelte Gut muss in jeder Hinsicht 1:34 wie Qualität, Farbe, Geschmack oder Verpackung gleich sein und darf keine Unterschiede aufweisen! Zum Anderen haben auf vollkommenen Märkten die Nachfrager und Anbieter keine Präferenzen: 1:44 Es muss dem Käufer völlig bums sein, von wem und wo er die benötigte Ware kauft. Dem Verkäufer ebenfalls, an wen und wohin er seine Produkte verkauft. 1:53 Zu unterscheiden dabei sind persönliche, sachliche, räumliche und zeitliche Präferenzen. Persönliche Präferenzen wären so etwas wie persönliche Bindungen an den Geschäftsinhaber, 2:02 sehr freundlichen Bedienungen usw. Sachliche Präferenzen sind zum Beispiel Garantieleistungen des Herstellers oder bessere Ausstattungen 2:10 eines Produktes. Räumliche Präferenzen sind zum Beispiel, wenn man den Supermarkt, der neben dem eigenen 2:15 Haus ist vorzieht, statt dem Supermarkt in der Stadt. Also Standortvorteile! Zu Guter Letzt sind Zeitliche Präferenzen kürzere Zahlungsfristen oder lieferungen, 2:24 die früher ankommen! All diese Dinge gibt es in einem vollkommenen Wettbewerb nicht! 2:28 Des Weiteren sind alle Marktteilnehmer, also Anbieter und Nachfrager perfekt informiert. Das heißt es herrscht vollkommene Markttransparenz! 2:37 Es gibt noch tausend weitere Eigenschaften eines vollkommenen Wettbewerbs, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen! 2:42 Wir können noch kurz ohne weitere Erklärung aufzählen, dass es jedem Einzelnen gestattet ist in den Markt einzutreten; dass alle Marktteilnehmer unendlich schnell auf Veränderungen reagieren, 2:51 und dass es keine Eingriffe durch den Staat oder andere Wirtschaftssubjekte gibt. Wenn jetzt einer dieser allen genannten Annahmen nicht zutreffen sollte, dann spricht man von 2:59 einem unvollkommenen Markt oder Wettbewerb, was auch immer! Wie kommt es aber jetzt zur Preisbildung bei vollständigem Wettbewerb? Gaaaaanz einfach: 3:08 Angenommen, ihr wollt euch wie in der Einleitung gesagt mit Vodka weghauen! Die Grenzkosten für ne Pulle Vodka liegen bei stabilen 10 Euro. Ein Unternehmen namens “Würgereiz 3:17 ist geiler als Geiz” versucht Gewinne zu erzielen und bietet das Gut für 10,20 Euro am Markt an. 3:23 An dieser Stelle ist es für einen Konkurrenten nämlich TheSimpleVoddi möglich, das Gut zu einem günstigeren Preis anzubieten, da bis zum Grenzkostenpreis noch ein marginaler 3:32 Gewinn erzielt wird. Weil alle Nachfrager stets alle angebotenen Preise kennen, werden sie das Gut nicht für 3:37 10,20 Euro, sondern beim zweiten Unternehmen für den günstigeren Preis kaufen. Allerdings können die Anbieter das Gut auch nicht für 9,99 Euro anbieten, weil sie dann 3:46 einen Verlust erleiden würden. Daher gilt bei vollkommener Konkurrenz immer: Preis = Grenzkosten. Kritik wird an diesem Modell schon lange ausgeübt. Vor allem weil dieses sehr realitätsfern 3:57 sei. Zumeist treffen die oben genannten Annahmen nicht zu! Beispielsweise setzen viele Kunden auf die große Produktvielfalt und Produktdifferenzierung! 4:04 Wenn immer ein und dasselbe Produkt angeboten wird, werden die Bedürfnisse von verschiedenen Verbrauchen nicht gestillt. 4:10 Daneben gibt es noch viele Markteintrittsbarrieren, da manche Unternehmen in ihren Technologien fortschrittlicher sind als Andere. 4:17 Was solltet ihr euch behalten? Das Modell des vollständigen Wettbewerbs ist ein theoretisches Modell und wir in der 4:23 Realität wahrscheinlich nie vorkommen. Allgemein liegt der vollständige Wettbewerb dann vor, wenn der Markt transparent ist und 4:29 es genügend Marktteilnehmer gibt, welche anbieten bzw. nachfragen. Zudem müssen einige Dinge gegeben sein: Das wären einmal: 4:37 Homogenität Keine Präferenzen der Marktteilnehmer vollkommene Markttransparenz freier Markteintritt 4:43 Unendlich schnelle Reaktion auf Verhaltensänderungen Keine staatlichen Eingriffe